Celebrationpoint zum Dritten

Messen Am 24. und 25. Mai findet in Zürich die Celebrationpoint statt. Als Treffpunkt der Schweizer Eventbranche kombiniert diese Messe Show, Erlebnis und Unterhaltung mit einer Fachausstellung.

Messen Am 24. und 25. Mai findet in Zürich die Celebrationpoint statt. Als Treffpunkt der Schweizer Eventbranche kombiniert diese Messe Show, Erlebnis und Unterhaltung mit einer Fachausstellung.Am Abend des 24. Mai wird ausserdem der Celebrationpoint Award 05 verliehen. Die Eventmesse wird dieses Jahr bereits zum dritten Mal durchgeführt.

Der Kauf-Knopf im Konsumenten

Marktforschung Obwohl das Neuromarketing umstritten und teurer als konventionelle Marktforschung ist, nehmen Bedeutung der Erforschung und Ausnutzung unbewusster Emotionen in den USA zu. Denn es lockt ein grosses Sparpotenzial.

Marktforschung Obwohl das Neuromarketing umstritten und teurer als konventionelle Marktforschung ist, nehmen Bedeutung der Erforschung und Ausnutzung unbewusster Emotionen in den USA zu. Denn es lockt ein grosses Sparpotenzial.
Fragt man Frauen in konventionellen Umfragen, was sie von dem Action Star Dwayne «The Rock» Johnson halten, dann stufen die meisten den ehemaligen Wrestler als nicht besonders attraktiv ein: Zu aggressiv kommt er ihnen daher, zu unsensibel. Doch Steven Quartz, Neurologe am California Institute of Technology (Caltech), ist ihnen auf die Schliche gekommen: denn Aufnahmen ihres Gehirns implizieren genau das Gegenteil. Die PR-Abteilung einer PersonWie eine zunehmende Anzahl von Wissenschaftlern will Quartz auf diese Weise demonstrieren, dass unbewusste Emotionen eine grössere Rolle bei der Erkennung persönlicher Präferenzen spielen als zuvor angenommen. Bei «The Rock» überdeckte wohl seine Wrestling-vergangenheit die subtileren Reaktionen, die ein Filmstar häufig hervorruft: sexuelle Anziehung etwa oder heimliche Bewunderung aus der Ferne. Selbst Vertrauen, eine Grösse, die bisher als nahezu unmessbar galt, kann mit Hilfe von Gehirnscannings geortet werden.
Für Hollywood könnten sich diese Untersuchungen, die Quartz mit Hilfe der Agentur Lieberman Worldwide weiter verkauft, als unschätzbar erweisen: Je mehr Bilder sie in einen Trailer packen, die positive Reaktionen hervorrufen, desto mehr Besucher locken sie in die Kinos. «Man sollte nicht die Konsumenten befragen, sondern ihr Gehirn», meint Colin Camerer, der mit Quartz an der Caltech zusammenarbeitet. «Sprache ist so etwas wie die PR-Abteilung einer Person. Man kann sich nicht darauf verlassen, was hinter der Fassade wirklich vorgeht.»
Vertrauensmechanismen knackenNeurowissenschaftliche Studien, die sich ganz praktisch für Marktforschungszwecke einsetzen lassen, werden in den USA und England immer begehrter. Functional Magnetic Resonance Imaging (FMRI) heisst die dabei am häufigsten eingesetzte Technologie, mit der Bilder im Magnetresonanztomografen gemacht werden. Auch elektroenzephalografische Technologien werden derzeit erprobt. Mit Hilfe dieser Geräte können die Blutströmungen im Gehirn aufgezeigt werden. Es lässt sich auch erkennen, welche Hirnregionen bei gewissen visuellen, taktilen oder olfaktorischen Reizen besonders angesprochen werden. Die entsprechenden emotionalen Zentren des Gehirns – zum Beispiel, wenn die Testteilnehmer ein bekanntes Gesicht sehen, eine Belohnung erwarten oder das Gefühl haben, betrogen zu werden – leuchten auf den Bildern entsprechend auf.
Camerer etwa erforschte mit Hilfe des «Investmentspiels», wie Vertrauen finanzielle Entscheidungen beeinflusst. Zwei Teilnehmer wurden auf ihre Investitionsfreudigkeit mit einer Summe von zehn Dollar geprüft – mit erstaunlichen Resultaten. So ergaben die Hirnscannings etwa, dass Männer, die ein Investitionsrisiko eingingen, sich eher belohnt fühlten, während Frauen eher besorgt waren. Andere Studien ergaben, dass Gesellschaften, deren Mitglieder anderen Menschen generell Vertrauen entgegenbringen, relativ wohlhabend sind. «Vertrauensmechanismen im Gehirn zu verstehen, wird uns in Zukunft vielleicht ermöglichen, ökonomische Entscheidungen vom Standpunkt einer Gesellschaft aus zu verstehen», glaubt Camerer.
Einsatz emotionaler StrategienInfolge des Trends, unbewusste Emotionen entdecken zu wollen, haben sich bereits einige Agenturen und Consultingfirmen gebildet, die mit Konzernen arbeiten, um sich das so genannte Neuromarketing zu Nutze zu machen. Das älteste derartige Unternehmen ist Brighthouse Neurostrategies in Atlanta, wo man sich seit 1995 mit Fragen wie etwa «Wie kann ich eine loyale Kundschaft aufbauen, die anhaltende Präferenzen hat?» befasst.
Brighthouse setzt seine Testteilnehmer nicht unmittelbar vor Fotos mit Marken, um zu sehen was sie auslösen, betont Justine Meaux, die für den Bereich «Emotionale Strategien» zuständig ist. Es gehe bei der Konsumentenforschung eher um Fragen wie «ethische Standards, also Vertrauen oder wie man eine Beziehung herstellt», statt wie bisher nach üblich rationalen Kriterien wie Alter, Bildung oder Einkommen zu fragen.
Forscht man im Auftrag einer Fluglinie, so das Credo, geht es nicht nur darum, wohin und wie schnell man an sein Ziel transportiert wird, sondern auch ob man sich als Kunde mit dem Image des Unternehmens identifizieren kann. Hat man seine potenzielle Kundschaft erst einmal auf Herz und Moral durchforscht, dann könne man einen Schritt weitergehen und sehen, «was bedeutet das für ein Unternehmen, wenn es ein neues Produkt herausbringen will», so Meaux. Brighthouse hat mittlerweile mehr als 30 Kunden, darunter so bekannte Konzerne wie Delta Airlines, Coca-Cola, Home Depot und Jack Daniel’s.
Die Agentur bekommt ihre Daten von dem Neurologen Clinton Kilts von der Emory-Universität in Atlanta. Er fand in seinen Untersuchungen heraus, dass die Eiscrememarke Ben & Jerry’s keineswegs, wie man vermuten würde, in erster Linie wegen ihres Geschmacks gekauft wird, sondern weil die beiden Firmengründer Ben Cohen und Jerry Greenfield sich für umweltfreundliche Projekte einsetzen und mit Eiscremesorten wie Cherry Garcia an die positiven Erinnerungen der Hippie-Klientel der Sechzigerjahre appellieren.
Werbeagenturen als KundenEin ähnliches Experiment führte Read Montague, Neurologe am Baylor College in Houston, mit dem Pepsi-Test durch: Gab man Probanden Coca-Cola oder Pepsi in neutralen Gläsern, hatten sie keinerlei besondere Präferenz. Wussten sie jedoch, dass sie Coca-Cola zu sich nahmen, leuchteten in ihren FMRIs jene Hirnzentren auf, die mit Belohnung und Identität zu tun haben. Pepsi-Dosen erzeugten diesen Effekt nicht: ein gelungener Coup der Coca-Cola-Marketing-Abteilung.
Eine ähnliche Strategie wie Brighthouse verfolgt die britische Firma Neurosense in Oxford, wo seit 1997 eine Gruppe von Neurologen mit Fokusgruppen zwischen 15 und 30 Probanden arbeitet. Kamen die Anfangsaufträge hauptsächlich direkt aus der Industrie, wird Neurosense heute zunehmend mit Anfragen von Mediaplanern und Werbeagenturen bombardiert, sagt Mitbegründerin Gemma Calvert.
Möglichkeit, Geld zu sparenCalvert betont, dass Neuromarketing ein «ergänzendes Mittel» für die Marktforschung sei, das keineswegs die bisherigen Methoden ersetzen soll. Allerdings würden viele Unternehmen viel Geld in Produktentwicklung investieren und doch habe nur eines von 50 Erfolg. Obwohl Neuromarketing wesentlich teurer sei als konventionelle Methoden, sparen viele Konzerne wegen der Qualität der Forschung am Ende Geld, glaubt Calvert.
Was genau im Auftrag welcher Unternehmen erforscht wird, darüber schweigen sich die Berater derzeit noch aus. Nicht nur verpflichten die Auftraggeber sie zum Schweigen, sie wollen dadurch auch der lauter werdenden ethischen Debatte vorgreifen.
Am konsequentesten protestiert die Verbrauchergruppe Commercial Alert, die von dem früheren US-Präsidentschaftskandidaten Ralph Nader gegründet wurde. Die Organisation beschuldigt die Werbung treibende Industrie, die Konsumenten manipulieren zu wollen, indem sie den «Kauf-Knopf» im Kopf der Menschen finden will. Richard Peterson etwa (siehe Interview auf Seite 9), Psychiater und Marketing Consultant, plädiert zum Beispiel dafür, dass die betroffenen Unternehmen Gelder für eine Informationskampagne über die Methoden und Wirkung des Neuromarketings abzweigen sollen.
Noch harscher in seinem Urteil über das Neuromarketing ist der New Yorker Medienkritiker und Firmenberater Douglas Rushkoff. «Natürlich will die Industrie mit Hilfe dieser Technik Geld machen», ruft er aus. Die Debatte um ethische Standards sei jedoch lediglich ein Ablenkungsmanöver, um zu vertuschen, «dass es einfach nicht funktioniert. Die Marketinggurus wollen den Unternehmern einreden, dass sie wissen, nach welchen Kriterien der Konsument eine Entscheidung trifft. Aber Tatsache ist doch, dass eine Entscheidung, sich etwas zu kaufen, von vielen Dingen abhängt, die sich dauernd wieder ändern können.»
Auch in Europa forscht man seit Jahren, wie Ökonomie und menschliches Verhalten zusammenhängen, bisher allerdings weniger mit dem Ziel, direkt mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, sagt Peter Kennig, Neuroökonom an der Universität Münster. «In Europa gehen die Ökonomen eher auf die Neurowissenschaftler zu, in den USA ist das umgekehrt.»
Präfrontale Hirnrinde im FokusRichard Peterson über Prognosen, Gier und das Belohnungssystem der Männer.
WW Wie können Firmen mit Hilfe des Neuromarketings ihre Werbung und ihr Produktdesign verbessern?
Richard Peterson Indem jene Aspekte herausgestellt werden, die am meisten Aufmerksamkeit erregen. Firmen können sich jenes Design aussuchen, das für ihre Probanden am attraktivsten ist. Sie können Markenloyalität forcieren, indem Werbung so gestaltet wird, dass Vertrauen und eine emotionale Bindung aufgebaut werden. Gleichzeitig können damit Attribute, die Angst oder Unsicherheit hervorrufen, ausgeschaltet werden.
Wie nutzen Sie diese Forschung für die Zusammenarbeit mit Finanzdienstleistern?
Ich verfolge dabei zwei Ziele: Zum einen möchte ich die Leute über ihre neurologischen Vorurteile informieren, wenn sie mit finanziellen Dingen konfrontiert werden …
Was verstehen Sie unter neurologischen Vorurteilen?Dasselbe wie unter psychologischen Vorurteilen, also Entscheidungen, die wir systematisch, wiederholt und unbewusst treffen, etwa wenn wir Geld ausgeben. Neurologisch bedeutet, dass diese Vorurteile ihren Ursprung im Gehirn haben. Gier etwa ist ein neurologisches Vorurteil, es entspringt dem Nucleus accumbens, dem inneren Kerngebiet des Endhirns, und Gier führt häufig zu Impulsivität und Aufregung, was widerum fehlerhafte Entscheidungen zur Folge haben kann. Darüber hinaus entwerfe ich Prognoseschemata für Aktienmärkte, wie irrationales und emotionales Verhalten die Preise beeinflusst.
Was genau erwarten Ihre Auftraggeber vom Neuromarketing?Sie suchen nach besseren Werbemöglichkeiten. Anlagefonds etwa können ihre Werbung so zuschneiden, dass sie direkt an unsere Gier appellieren. Ein Unternehmen etwa zeigt das Foto einer Frau im Bikini und aktiviert damit das Belohnungssystem im Gehirn von Männern. Ein anderes wirbt mit seiner Performance. Also glauben die Investoren, das habe mit seiner Performance in der Zukunft zu tun. Viele Leute verlieren eine Menge Geld, weil sie sich von ihrer Gier dazu verleiten lassen.
Also bringen Sie Ihren Kunden bei, die Gier der Konsumenten zu aktivieren?Nein, ich spezialisiere mich auf die Fortbildung von Händlern und Portfoliomanagern und wie sie mehr Profit machen können, zum Beispiel indem sie gewisse Stimuli vermeiden – nämlich den Fernseher abschalten und die meisten Wallstreet-Analysten ignorieren. Oder wie man jene Signale erkennt, die einen zu schlechten Investments verleiten. Wenn etwa eine gewisse Aktie viel Aufmerksamkeit bekommt, erhöht das die Erwartungen und gleichzeitig das Risiko einer möglichen späteren Enttäuschung. In aufregenden Zeiten, wie der Internethysterie, werden auch Profis emotional und kaufen Aktien, die sie üblicherweise als überbewertet einstufen würden.
Gibt es schon handfeste Resultate des Neuromarketings, also wie eine Firma dadurch ihr Marketing oder ihre Produktpalette verbessern kann?Mit den Prinzipien des Neuromarketings kann man sicherlich seine Verkaufsstrategie verbessern. Die Werbungtreibenden sollten die Belohnungszentren der Konsumenten aktivieren, also die präfrontale Hirnrinde und den Nucleus accumbens, wenn sie Vertrauen erwecken und mehr Produkte verkaufen wollen. Gleichzeitig müssen sie vermeiden, die Insula (dafür gibt es leider keinen deutscheren Begriff) zu stimulieren, das ist das Schmerzzentrum des Gehirns.
Interview: Gerti Schön
> Richard Peterson ist Managing Partner bei Market Psychology Consulting in San Francisco.
Gefragtes Gehirn: Neurowissenschaftliche Studien liefern auch Marketingleuten und Werbern gewinnträchtige Informationen.
Kopf voller Gefühle: Wo entsteht Vertrauen, wo Schmerz?
Gerti Schön

Alex Schmid erhält internationale Aufträge

Airlines Die Dialogagentur Alex Schmid Direct hat zwei Mandate für international eingesetzte Werbung erhalten.

Airlines Die Dialogagentur Alex Schmid Direct hat zwei Mandate für international eingesetzte Werbung erhalten.«Wir arbeiten neu für eine Schweizer Bank, für die wir ausländische Kampagnen entwickeln», erklärt Agenturchef Alex Schmid, ohne Details zu verraten. Auch für British Airways wird die Zollikoner Agentur international tätig.

Bertelsmann baut das US-Clubgeschäft aus

Medienhandel Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann übernimmt den Direktversandhändler Columbia House. Er wird mit dem US-Musikclub BMG Direct zusammengeführt.

Medienhandel Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann übernimmt den Direktversandhändler Columbia House. Er wird mit dem US-Musikclub BMG Direct zusammengeführt.Columbia House bietet Musik und DVD-Filme an und hat rund 8 Millionen Mitglieder. Das Wall Street Journal schätzt den Kaufpreis auf 400 Millionen Dollar.

Vögeles neckische Nähte

Aufgefallen Das Vögele-Prinzip ist 50 Jahre alt und erfolgreicher denn je.

Mode Das Vögele-Prinzip ist 50 Jahre alt und erfolgreicher denn je.Was als Motorradbekleidungsladen am Zürcher Hirschgraben begann, ist heute ein Textileinzelhandelsunternehmen mit europäischer Dimension und einem neuen Erscheinungsbild. Den vielen Strategieänderungen in der Firmengeschichte hat einzig die Kernpositionierung standgehalten: mehrheitsfähiger Chic zu attraktiven Preisen und in hoher Qualität. Ergänzend wäre da noch der Werbeauftritt zu nennen, der bisher so ganz ohne alles, sprich: ohne offensiven Sexappeal, auskam. Dank dem neuen Schnittmuster – mit aufgenähten Gedankenblasen – tauchen jetzt aber auch da Preziosen auf, die man kaum vermutet hätte. Anders als in der Comicswelt denken in der Vögele-Welt die Kleidungsstücke und die Preise. Für den berechneten Spasseffekt sorgt dann die richtige Platzierung. So sagt das Türkis-Shirt mit Brosche von sich, dass es sogar zierliche Oberweiten zum Blickfang machen kann.
Wer aber behauptet von sich, «immer ein Blickfang» zu sein? Die 29.90 Franken, die Jeans oder der Intimbereich der Brünette?
(la)

Tamedia trennt sich von Condor

AV-Produktion Tamedia hat ihre Beteiligung an Condor Communications verkauft.

AV-Produktion Tamedia hat ihre Beteiligung an Condor Communications verkauft.Der bisherige Geschäftsführer, Kristian Widmer, und der Medienunternehmer Thomas Sterchi haben das Aktienpaket von 70 Prozent gemeinsam übernommen. Sterchi, Mitgründer der Stellenplattform Jobs.ch, wird künftig auch operativ für Condor tätig sein.

Lienert neuer CD bei FCBLK

Agenturen Patrick Lienert wird nach seinem überraschenden Ausscheiden als Creative Director bei Lang Gysi Knoll die operative Leitung der Kreationsabteilung von FCB Leutenegger Krüll übernehmen.

Agenturen Patrick Lienert wird nach seinem überraschenden Ausscheiden als Creative Director bei Lang Gysi Knoll die operative Leitung der Kreationsabteilung von FCB Leutenegger Krüll übernehmen.Gemäss Mitinhaber Peter Leutenegger hat die 30-köpfige Agentur in den letzten Monaten einiges an New Business gewonnen, unter anderem den Etat der Neuen Aargauer Bank. Eine Stärkung und Neustrukturierung der Organisation sei für FCBLK deshalb unumgänglich. Lienerts Aufgabe wird es sein, die Kreation der Top-Ten-Agentur für zukünftige Aufgaben fit zu machen und weiter auszubauen. FCBLK-Mitinhaber Mike Krüll, welcher bis anhin die Kreation allein leitete, wird mit Lienert ein Kreativtandem bilden. Dazu wird er sich als Geschäftsführer Kreation aber künftig auch übergeordneten Führungsaufgaben und der kreativen Ausrichtung der Agentur im Allgemeinen widmen.
(bf)

Schlapper Start

TV-Werbung Ecran Pub, von Edipresse lancierter Vermarkter, spielt Verstecken.

TV-Werbung Ecran Pub, von Edipresse lancierter Vermarkter, spielt Verstecken.Eigentlich steht Ecran Pub, die TV-Vermarktungsfirma von Edipresse, seit dem 2. Mai. Edipresse hat dazu Edicom, ihre ehemalige Firma für Internetapplikationen, umbenannt und den Verwaltungsrat völlig neu besetzt. Präsident ist der Edipresse-Mann Nourollah Avrany.Allerdings hat Ecran Pub die TV-Vermarktung erst halbherzig angepackt. So ist die Firma weder im elektronischen Telefonbuch aufgeführt, noch verfügt sie über eine aufgeschaltete Website. Auf Switch.ch sind lediglich mehrere Domainvarianten reserviert. Den derzeit wohl einzigen Wegweiser zu Ecran Pub finden potenzielle TV-Werbekunden auf der Website des Lausanner Senders TVRL, wo ein Ecran-Logo, eine unpersönliche Mailadresse sowie die Telefonnummer 021 921 66 00 angegeben sind. Letztere entpuppt sich jedoch als Anschluss von Ici-TV, einem der drei Waadtländer Sender, deren Regie Ecran Pub übernommen hat. Kein Wunder, denn Bertrand Froidevaux, Marketingleiter von Ici-TV, soll auch die Ecran-Geschäftsführung übernehmen. Zudem sitzt er mit Ici-Direktor Thierry Bovay im Ecran-VR.
(mk)

Alle wollen SRG lesen

Reichweite Beim kleinen Medium Teletext ist der Marktanteil der SRG-Seiten weitaus am grössten.

Reichweite Beim kleinen Medium Teletext ist der Marktanteil der SRG-Seiten weitaus am grössten.In der deutschen Schweiz ist Teletext am stärksten: Täglich nutzen dort 28,3 Prozent der Personen ab 15 Jahren das Informationsmedium. In der Suisse romande sind es 20,5 Prozent, in der Svizzera italiana 25,0 Prozent, welche Teletext täglich einschalten. Die durchschnittliche Nutzungs- oder Lesedauer beträgt in allen drei Sprachregionen zwischen 6 und 7 Minuten pro Tag. Überall erzielen die Angebote der SRG mehr als 50 Prozent Marktanteil, am stärksten gefragt sind die Rubriken News, Sport und Meteo. Dies lässt sich aus den Telecontroldaten 2004 des SRG-Forschungsdienstes ableiten.Demnach schalten in der Deutschschweiz rund 1,15 Millionen Personen ab 15 Jahren oder 28,3 Prozent der Bevölkerung täglich ein Teletext-Angebot ein. Die Teletext-Dienste der SRG erzielen insgesamt einen Marktanteil von 59,4 Prozent. Davon nutzen 9,1 Prozent der Personen täglich die Rubrik Sport, die Nachrichten werden von 7,7 Prozent abgerufen, das TV- und Radioprogramm und das Wetter schauen 7,3 beziehungsweise 7,1 Prozent durch. Mit deutlich weniger Reichweite, nämlich 1,8 Prozent, werden die Finanz- und Wirtschaftsinformationen genutzt.
In der Suisse romande schalten 273000 Personen oder 20,5 Prozent täglich ein Teletext-Angebot ein. Die Teletext-Dienste der SRG erzielen insgesamt einen Marktanteil von 79,8 Prozent. Die Rubrikenrangliste ist ähnlich wie in der Deutschschweiz.
Im Tessin nutzt genau ein Viertel (25%) derjenigen Personen ab 15 Jahren, welche Teletext empfangen können, dieses Medium täglich. Das sind rund 64000 Personen. Die Teletext-Dienste der SRG erzielen im Tessin insgesamt einen Marktanteil von 51,5 Prozent. Im Tessin wird scheinbar noch mehr aufs Wetter geschaut, jedenfalls erreicht diese Rubrik im Teletext von TSI 1 die meisten Menschen: 8,6 Prozent aller Personen, die TXT im Haushalt empfangen können. Dahinter folgen mit
8,1 Prozent die Nachrichten und erst an dritter Stelle der Sport mit 8,0 Prozent.
(mk)

Drillen für neun Prozent

Recycling Igora und ViznerBorel engagieren sich mit einer neuen Kampagne für mehr Alurecycling. Angepeilt werden weltmeisterliche 100 Prozent.

Recycling Igora und ViznerBorel engagieren sich mit einer neuen Kampagne für mehr Alurecycling. Angepeilt werden weltmeisterliche 100 Prozent.Dem Kaffeekapselboom zum Trotz, die Schweiz ist im Recyclen von Aluminiumverpackungen unangefochtener Weltmeister. Die höchste Rücklaufquote erreichen seit Jahren die Getränkedosen mit über 90 Prozent. Selbst die Empa hat Igora, der Genossenschaft für Alurecycling, in einer Studie gute Noten gegeben. «Das tatsächliche Verhalten der Konsumenten entspricht in sehr hohem Masse jenen argumentativ vorgetragenen Empfehlungen, welche die Igora seit Jahren kommuniziert», heisst es in der Studie. An diese Leistung erinnerten Igora und ihre Hausagentur ViznerBorel in der Plakatkampagne 2004: «Spenden Sie uns kein Geld, spenden Sie uns Ihr Alu» oder «Die Volksgesundheit liegt uns am Herzen. Joggen Sie zum Alu-Sammelcontainer» witzelte man.Bereits da prognostizierte das Sujet – «100% Wirtschaftswachstum ist nicht möglich. 100% Alu-Recycling-Quote schon» – das hehre Ziel, das sich die 1989 gegründete Genossenschaft gesetzt hatte. Nimmt man die Sammeldisziplin der Schweizer genauer unter die Lupe, stellt man fest, dass das Potenzial bei den Aluschalen und vor allem Alutuben, bei denen es keine Verordnung gibt, noch sehr gross ist (siehe Grafik). Andererseits ist der Druck auf die Unternehmen der Lebensmittel-, Tiernahrungs- und Aluindustrie nicht so gross wie 1989, als der Bundesrat mit einem Verbot der Alugetränkedosen drohte.
Immerhin: Seit Igora auf Initiative der Hersteller und Vertreiber nicht mehr nur zu Getränkedosen kommuniziert, steigt auch bei anderen Verpackungstypen die Wiederverwertung – wenn auch bei den Tuben deutlich weniger stark. Das überrascht Markus Tavernier, Geschäftsführer von Igora, kaum: «Alutuben landen wegen ihrer geringen Grösse im gebührenpflichtigen Abfallsack statt im Sammelcontainer.»
Trotzdem hoffen die Verantwortlichen, dass sich das Konsumentenverhalten dem Sammelsystem noch besser anpasst. Und so geht Igora aufs Ganze. Erstmals auch im TV. Im gleichen ironischen Duktus wie die bisherigen Kampagnen hat Igora «eine Partei gegründet», die sich für eine Alurecyclingquote von 100 Prozent einsetzt. In den drei TV-Spots veranstaltet Igora für die Schweizerinnen und Schweizer Lektionen, in denen sie lernen, wie man das Alusammeln zur Perfektion treiben kann.
Das Ziel – ein vollständiges Alu-recycling – gibt dort der Lehrer in konservativer Drillform durch. Denn um das zu erreichen, muss sich die ganze Bevölkerung noch mächtig anstrengen. Das heisst: Üben, üben, üben bis zum Umfallen. Mit witzig überdrehten Übungen à la «Spiel
ohne Grenzen» und einer gehörigen Portion Turnhallenmief will Regisseur Charley Stadler den Betrachtern das Alusammeln und -entsorgen noch näher bringen. Begleitet werden die TV-Spots von neuen Plakaten, bei denen Werbebotschaft und Aktualitätsaspekte mit subtilem Humor verwoben wurden.
Luca Aloisi

Zahl der Woche

31 Prozent

31 ProzentBerufsansehen Den Journalisten vertrauen in der Schweiz 35 Prozent der Leute, was dem Gesamtschnitt in Europa von 36 Prozent entspricht. Den Werbern trauen in der Schweiz 31 Prozent. Dieser Wert ist aber doppelt so hoch wie der gesamteuropäische Schnitt, der bei 16 Prozent liegt. Dies ergab Europas grösste repräsentative Konsumentenstudie «Reader’s Digest European Trusted Brands 2005». Die Vertrauensfrage wurde den Leserinnen und Lesern von Das Beste/Reader’s Digest gestellt. Wie schon im Vorjahr haben in der Schweiz die Feuerwehrleute mit 97 Prozent Nennungen die Nase vorn. Auf Rang 2 sind mit 95 Prozent Vertrauen die Krankenschwestern. Am Ende der Rangliste findet man die Autoverkäufer und die Finanzberater mit je 28 Prozent sowie weit abgeschlagen die Politiker mit 18 Prozent.

Schnelle Sprüche

Auto Neben 1er-, 3er-, 5er- und 7er-Reihe kennt BMW die M-Reihe. M wie Muskelpaket. Hochleistungsautomobile, «die man selber erfahren haben muss», so der Autobauer aus München.

Auto Neben 1er-, 3er-, 5er- und 7er-Reihe kennt BMW die M-Reihe. M wie Muskelpaket. Hochleistungsautomobile, «die man selber erfahren haben muss», so der Autobauer aus München.Für die beiden neuen Speerspitzen der Marke – M5 und M6 –, die einen fliessenden Übergang zur Formel-1-Technologie darstellen, kam Jung von Matt/Limmat ohne Zahlenakrobatik aus. CD Alexander Jaggy und sein Team fanden das emotionale Werbeaggregat im Tacho. Mit Freude am Texten ersetzten sie die Geschwindigkeitsangaben bis im roten Bereich durch PS-Prosa wie «Kein Fahrzeug fährt schneller, wenn es steht» oder «Geschwindigkeit kann elektronisch begrenzt werden. Gefühle niemals».
get_footer();