Zwei Segel-Etats für dCTRL

Website Die Zürcher New-Media-Agentur dCTRL meldet zwei Budgetgewinne im Profi-Segelsport. Zum einen erhielt sie den Auftrag zum Relaunch der Website desSt. Moritz Matchrace.

Website Die Zürcher New-Media-Agentur dCTRL meldet zwei Budgetgewinne im Profi-Segelsport. Zum einen erhielt sie den Auftrag zum Relaunch der Website desSt. Moritz Matchrace.Website Die Zürcher New-Media-Agentur dCTRL meldet zwei Budgetgewinne im Profi-Segelsport. Zum einen erhielt sie den Auftrag zum Relaunch der Website des St. Moritz Matchrace. Nachdem der Anlass dieses Jahr erstmals Austragungsort der europäischen Swedish Match Tour sein wird, soll die bereits vor zwei Jahren von dCTRL realisierte Website den Bedürfnissen angepasst und ausgebaut werden. Beim zweiten Auftrag handelt es sich um eine Flash-Website für den Schweizer Profisegler Christian Scherrer. Scherrer segelte 2003 für Alinghi und wird 2007 am Americas Cup in Valencia für das italienische Team «Piu 39 Challenge» starten.

Auch für Wechselobjektive

Fotografie Mit der neuen, digital aufnehmenden Spiegelreflexkamera D50 wird schnell und problemlos eine herausragende Bildqualität erreicht.

Fotografie Mit der neuen, digital aufnehmenden Spiegelreflexkamera D50 wird schnell und problemlos eine herausragende Bildqualität erreicht.Die Bedienung gestaltet sich trotz grosser Funktionsvielfalt verblüffend einfach. Dank der Tatsache, dass Nikkor-Wechselobjektive verwendet werden können, bleiben kaum mehr Gestaltungs- oder Qualitätswünsche offen.

Mehr Zündstoff

Zeitschriften Ein Jahr nach der Gründung weitet das Basler Jugendmagazin Zündstoff sein Erscheinungsgebiet aus.

Zeitschriften Ein Jahr nach der Gründung weitet das Basler Jugendmagazin Zündstoff sein Erscheinungsgebiet aus.Ab der Doppelnummer April/Mai wird die kostenlose Monatszeitschrift hauptsächlich in den Agglomerationen Basel, Bern, Zürich und Luzern verteilt. Daneben werden auch Biel, Solothurn, Olten, St. Gallen und Chur abgedeckt. Die Auflage steigt von 10000 auf 35000. Den Vertrieb übernimmt die Zürcher Firma Propaganda. Durch attraktive Promoangebote will das Magazin rasch zahlende Abonnenten generieren.

Erfolgreiches Ganzes

Corporate Publishing Bâloise, der Banken- und Versicherungskonzern, geht bei seinem aktuellen Geschäftsbericht einen neuen, ungewohnten Weg.

Corporate Publishing Bâloise, der Banken- und Versicherungskonzern, geht bei seinem aktuellen Geschäftsbericht einen neuen, ungewohnten Weg.Jedes Jahr versuchen die Macher von Geschäftsberichten, aus der Masse herauszuragen. Und wie erreichen sie dies am besten? Mit tollen Bildern, gewagten Layouts und gestalterischen Gadgets. Der Inhalt bleibt oft auf der Strecke. Aber sollte es nicht das Ziel sein, dass Geschäftsberichte gelesen werden? Dazu müssen die Inhalte für die Zielgruppen von Relevanz sein: Texte und Bilder sollten Gemeinsames aussagen – auf schöne Symbolbilder kann verzichtet werden. Dies ist ein Anspruch, der gar nicht so einfach zu realisieren ist – zumal der Bericht vor seinem Erscheinen meist bereits veraltet ist. Corporate Publishing bietet hier ein journalistisches und dokumentarisches Vorgehen an.
Die Bâloise als WerkstätteDie Verantwortlichen beim Banken- und Versicherungskonzern Bâloise haben sich überlegt, wie der Geschäftsbericht nicht nur zu einem einmaligen gestalterischen Highlight wird, sondern den verschiedenen Zielgruppen gleichzeitig auch relevante Inhalte über die Umsetzung der Geschäftsstrategie vermitteln kann. Grundlage war eine Analyse der Zielgruppen. Es galt herauszufinden, welcher Personenkreis wichtig ist und was diese Personen vom Jahresbericht erwarten. Dabei stellte sich heraus, dass Finanzanalysten und Journalisten mehr darüber wissen wollen, was sich konkret im Unternehmen abspielt.
Es galt nun, die Phase der Umsetzung erklär- und erlebbar zu machen. Externe Beobachter sollten aufzeigen, wie die Strategien im Unternehmen umgesetzt wurden.
Authentizität und TransparenzInhaltlich wurde die Transparenz verbessert. Nicht werbende, sondern journalistische Tonalität soll den Geschichten rund um die Geschäftsstrategie die nötige Authentizität verleihen. Externe Beobachter waren bei Sitzungen oder Workshops dabei. Grenzen wurden nur dort gesetzt, wo es um Geschäftsgeheimnisse ging. Damit wurde eine grösstmögliche Transparenz erreicht – Leser und Leserin gewinnen einen authentischen Blick in den Alltag der Bâloise.
Die Bildaussagen gehen dabei Hand in Hand mit dem Text. Dokumentarisch begleitend ergänzen sie den Inhalt und ergeben ein Gesamtbild. Zudem dokumentieren sie Eigenständigkeit. Sie sind weder austausch- noch kopierbar, sondern «100-prozentig Bâloise».
Das Beispiel Österreich zeigt den angestrebten Weg: An einem Managementmeeting erörterten die Teilnehmer Umsetzungsmassnahmen für die Kundenoffensive 2005. Journalistin und Fotograf nahmen daran teil. Bereits nach kurzer Zeit wurden sie nicht mehr als Externe wahrgenommen. Als Teil des Workshops erlebten sie den Alltag 1:1. Echt, nah und ohne Zensur. Nur so war es möglich, einen authentischen Bericht zu schreiben und echte Bilder zu erhalten.
Einbezug des TopmanagementsUnerlässlich bei dieser Vorgehensweise ist die Akzeptanz im Management, welches früh eingebunden wurde. Ein Umdenken war dahingehend nötig, auch mal Probleme oder Knackpunkte anzusprechen. Nur so lässt sich die Umsetzung der Strategie glaubwürdig transportieren. Um Worthülsen und Allerweltsaussagen zu verhindern, musste Position bezogen und Klartext geredet werden. So zum Beispiel im Credo des Vorsitzenden der Konzernleitung, Frank Schnewlin, in welchem dieser seine Gedanken klar zu Papier bringt.
Mit dieser Vorgehensweise erhält der Geschäftsbericht auch innerhalb der Bâloise mehr Bedeutung und Gewicht. Projekte werden greifbar, und die Arbeit einzelner Mitarbeiter respektive kleiner Teams ist nicht mehr nur eine Erwähnung in einem Nebensatz. Der Einbezug der Ländergesellschaften stärkt das gegenseitige Vertrauen und ermöglicht es, voneinander zu lernen. Zugleich ist der Geschäftsbericht Ansporn für andere Projektteams, denn er zeigt, dass nur die Summe der Einzelteile ein erfolgreiches Ganzes ergeben.
> Dominik Marbet leitet bei der Bâloise (Basel) das Corporate Publishing und ist unter anderem für den Geschäftsbericht verantwortlich. Partner von Bâloise für Konzept und Design ist die Corporate-Publishing-Agentur Primafila (Zürich und München).
Die Inhalte von Geschäftsberichten müssen für die Ziel-gruppe relevant sein.
Dominik Marbet

Neue Dimensionen erschliessen

Innovation Die Hediger AG produziert auf einem Flachbett-Inkjetsystem erstmals mit Deckweiss und erobert so die letzte Siebdruckbastion.

Innovation Die Hediger AG produziert auf einem Flachbett-Inkjetsystem erstmals mit Deckweiss und erobert so die letzte Siebdruckbastion.Wo andere Druckverfahren an ihre Grenzen stossen, erschliesst sich der Inkjettechnologie ein weites Einsatzgebiet. Hinsichtlich Formaten und Bedruckstoffen gab es bereits in der Vergangenheit kaum Einschränkungen; einzig das direkte Bedrucken sehr dicker und starrer Materialien war im Inkjet bis anhin nicht möglich und blieb weit gehend die Domäne des Siebdrucks. Mit dem bei der Hediger AG eingesetzten und von der Lüscher AG gelieferten JetPrint 3530 UV ist dies jetzt möglich. Die beiden im Aargau ansässigen Unternehmen arbeiten seit der im Juni 2004 erfolgten Installation des grossformatigen Inkjetdruckers bei der Entwicklung intensiv zusammen.
Möglich ist nun etwa die Verwendung von Deckweiss – analog zum Siebdruck. Damit ergibt sich eine grössere Freiheit in der Gestaltung sowie bei der Wahl farbiger und transparenter Substrate. Neben der damit weitestgehend freien Wahl des Materials wird die Produktion damit erheblich beschleunigt, vereinfacht und beherrschbar; bis anhin getrennt ablaufende Prozesse lassen sich auf nur einen Druckvorgang reduzieren.
Alternative zum SiebdruckDer von Lüscher entwickelte und vertriebene Grossformatdrucker ist für das Bedrucken von 350 x 305 cm grossen Flächen ausgelegt. Das Flachbettprinzip erlaubt es, Materialstärken mit Dicken bis zu 80 mm zu verarbeiten. Das System produziert wahlweise mit vier (CMYK), sechs (CMYKLcLm) oder acht Farben (CMYKLcLmLyLk, CMYKLcLm plus 2 x Weiss, CMYKLcLmLk plus 1 x Weiss, 2 x CMYK). Damit ist das Verfahren insgesamt eine echte Alternative zum Siebdruck.
Für die Weiterentwicklung des JetPrint 3530 UV zur Marktreife hat Lüscher in Peter Hediger einen innovativen Partner gefunden. Nach der fast einjährigen Pilotphase mit der an der Fachmesse drupa ausgestellten Maschine konnte im April das neue, im Wesentlichen für die Anwendung von Deckweiss modifizierte Modell in Betrieb genommen werden.
Inkjet attackiert SiebdruckMit Flachbettdruckern wie dem JetPrint erobert das Inkjetverfahren die letzte Siebdruckbastion, denn damit können Materialien für Kulissen (auf Sperrholz), Banner (auf Gewebe), Plakate, Karton, Styropor, Glas, Stein oder andere Werkstoffe bedruckt werden. Neben der Verarbeitungsmöglichkeit dicker und starrer Materialien bietet Lüschers Grossformatdrucker in Verbindung mit der Piezo-Technologie zugleich die Voraussetzungen für den Einsatz von Tinten, die unter Einwirkung ultravioletter Strahlung innerhalb kurzer Zeit vollständig durchhärten.
Die normalerweise verwendeten Inkjettinten basieren auf lasierenden Bindemitteln. Dieser Umstand führt insbesondere bei glasklaren Materialien zu einem erheblichen Zusatzaufwand, weil opake Folien bzw. opakes Plexiglas hinterklebt werden müssen oder im Anschluss an den Druckprozess mittels Spritztechnik eine deckende Schicht aufgetragen werden muss. Dieser Vorgang kann beim Einsatz UV-härtender Tinten komplett entfallen.
Von der Hediger AG wurde damit insgesamt ein grosses Stück Pionierarbeit geleistet. Sie mündete in eine Technologie, welche der visuellen Kommunikation neue kreative Felder öffnen wird.
UV-Inkjet noch in den KinderschuhenIm Offset-, Flexo- und Siebdruck wird seit über 20 Jahren mit UV-härtenden Druckfarben gearbeitet. Die Reduktion flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) durch den Wegfall von Lösemittel ist dabei eine der treibenden Kräfte für die rasch fortschreitende Entwicklung. Demgegenüber befinden sich UV-Anwendungen im Inkjet erst in den Anfängen. Zurzeit sind lösemittelbasierende Tinten, die so genannten Solvent-Inks, vorherrschend.
Um den Kriterien wie Wetter- und Lichtbeständigkeit sowie den hohen Qualitätsanforderungen zu genügen, sind entweder aggressive, in den Bedruckstoff eindringende Lösemittel oder Substrate mit einer Tintenempfangsschicht und nachträglicher Laminierung vorausgesetzt. Hinzu kommt, dass Werkstoffe mit vollkommen geschlossener Oberfläche wie Plexiglas, Glas, Acryl etc. den Direktdruck nicht zulassen. Hier müssen Folien seitenverkehrt bedruckt und diese in einem weiteren Arbeitsgang auf das gewünschte Material aufgezogen werden. (jm)
Hediger AGDie im Kanton Aargau ansässige Hediger AG kann im Umgang mit Technologien rund um die visuelle Outdoor- und Indoor-Kommunikation auf eine über 60-jährige Erfahrung zurückblicken. Das Unternehmen zählt auch die Fertigung dreidimensionaler Objekte zu seinem Kompetenzbereich. Das dazu eingesetzte Schneidsystem mit Wasserstrahltechnik hat Peter Hediger in wesentlichen Teilen selbst auf seine Bedürfnisse hin konzipiert.
Neben dem JetPrint 3530 UV stehen zwei Vutek-Maschinen mit 3,2 bzw. 5 Meter Breite für das Bedrucken von Lkw-Planen und -Folien, Frontlit- und Backlit-Drucken sowie Megapostern für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete im Einsatz. Eine vor kurzem erstellte Halle bietet Raum, um gleichzeitig zwei Sattelschlepper mit Folien auszustatten. (jm)
Mit dem Einsatz von Deckweiss ergibt sich eine weit grössere Freiheit bei der Gestaltung und eine grössere Auswahl bei den sowohl farbigen als auch transparenten Werkstoffen.
Der JetPrint bei Hediger verwendet UV-Farben.
Jürg Marti

Dritter im Bund

Aussenwerbung Erst jetzt wurde bekannt, dass der Aussenwerber Affichage einen dritten Grossaktionär hat: Per 31. Dezember 2004 meldete die Firma Arnold and S. Bleichroeder Advisers in New York eine Beteiligung von 5,04 Prozent.

Aussenwerbung Erst jetzt wurde bekannt, dass der Aussenwerber Affichage einen dritten Grossaktionär hat: Per 31. Dezember 2004 meldete die Firma Arnold and S. Bleichroeder Advisers in New York eine Beteiligung von 5,04 Prozent.Der Value-Investor halte schon länger Affichage-Aktien, letztes Jahr habe er erstmals die 5-Prozent-Marke überschritten, erklärt Ulrich von Bassewitz, CFO von Affichage. Anders als die andern Grossaktionäre hat Arnold and S. Bleichroeder Advisers kein Stimmrecht beantragt. «Deshalb steht auch kein Verwaltungsratssitz zur Diskussion», so von Bassewitz.Seit 2002, als der US-Aussenwerber Clear Channel Plakanda seine 8-Prozent-Beteiligung beim Schweizer Konkurrenten abstiess, hatte Affichage nur zwei Grossaktionäre: den französischen Aussenwerber JCDecaux (30 Prozent) und die Grisobi Holding des Ehepaars Béatrice und Paul-Henry Binz (6 Prozent). Beide verfügen über ein auf 5 Prozent beschränktes Stimmrecht. Zudem sind sie im Affichage-VR mit je einem Sitz vertreten, Paul-Henry Binz bekleidet das Amt des VR-Vizepräsidenten.
(mk)

Bundesrat konzessioniert Teleclub provisorisch

Triple Play Der Bundesrat hat dem Bezahlfernsehen Teleclub nur eine befristete Sendeerlaubnis erteilt. Die Konzession, die am 30. April ablief, wurde um ein Jahr verlängert.

Triple Play Der Bundesrat hat dem Bezahlfernsehen Teleclub nur eine befristete Sendeerlaubnis erteilt. Die Konzession, die am 30. April ablief, wurde um ein Jahr verlängert.In dieser Frist soll abgeklärt werden, ob der Einstieg der Swisscom – als mehrheitlich dem Bund gehörendes Unternehmen – bei der Teleclub-Mutter Cinetrade mit dem Grundsatz der Staatsunabhängigkeit von Radio und Fernsehen vereinbar ist.

Vom Drang, abzufallen

Aufgefallen 20 Prozent der jungen Frauen sind von Magersucht betroffen, so die Schätzungen von Psychiatern. Tendenz steigend. Bei Printmedien dürfte der Prozentsatz ähnlich hoch sein.

Medien 20 Prozent der jungen Frauen sind von Magersucht betroffen, so die Schätzungen von Psychiatern. Tendenz steigend. Bei Printmedien dürfte der Prozentsatz ähnlich hoch sein.Sicher ist, dass die nicht mehr so junge Hörzu auch an übermässigem Gewichts-, sprich Auflagenverlust leidet. Deshalb ist dort Kompromisslosigkeit angesagt. Was der Programmie und seine Werber darunter verstehen, ist erstklassig in seiner Tiefsinnigkeit.Nicht alleine bei der TV-Magazin-wahl wird den Konsumenten Konsequenz ans Herz gelegt. Pragmatik empfiehlt Hörzu auch in Herzensangelegenheiten – Liebe sei heutzutage nur zeitgemäss, wenn gleichgeschlechtlich. Selbst beim Teint sind halbe Sachen out: Todgeweiht, statt nur morbid kränkelnd, das sei chic.
Während die halbe Welt die kalkulierten Tabubrüche der kollektiven
Pop-Szene längst verdaut und ausgeschieden hat, scheint man bei Hörzu eine sichere Zeitverzögerung für die herzschwächeren Segmente einzukalkulieren. Diesen könnten ob des knutschenden und essgestörten Lesbenpaars nämlich Hören und Sehen vergehen, haben sie wohl befürchtet. Auch wenn wir weder Moralisten noch Gerontologen sind, können wir diese Vorsicht begreifen. Die Botschaft der Anzeige bleibt uns aber trotzdem schleierhaft.
(la)

Post schnürt Paket gegen die AZO

Distribution Vier Monate war es still um die Alternative Zustellorganisation der Grossverlage. Jetzt jedoch zwingt ein Manöver der Post die AZO-Projektmacher, aus der Reserve zu kommen.

Distribution Vier Monate war es still um die Alternative Zustellorganisation der Grossverlage. Jetzt jedoch zwingt ein Manöver der Post die AZO-Projektmacher, aus der Reserve zu kommen.
Am 21. Dezember 2004 erteilten die Spitzen von NZZ, Tamedia, Ringier, Südostschweiz und Valora einem Ausschuss den Auftrag, in Konkurrenz zur Post per 2006 eine eigene Alternative Zustellorganisation (AZO) für Zeitschriften auf die Beine zu stellen. Denn gemäss Machbarkeitsstudie würde die AZO in der Lage sein, an zwei Tagen pro Woche sämtliche Haushalte der Deutschschweiz zu bedienen – zu einem Tarif, der mindestens 10 Prozent unter den heutigen Posttaxen liegt. Doch die Auftraggeber verordneten auch einen Informationsstopp. In den letzten vier Monaten war deshalb fast nichts mehr von der AZO zu hören – bis letzte Woche: Innerhalb weniger Tage wurde das Projekt in den Hauszeitungen von Ringier und der St. Galler Tagblatt Medien sowie im Newsletter des Verbands Schweizer Presse (VSP) breit thematisiert. Der Hintergrund der Aktion dürfte sein, dass der AZO-Ausschuss zeigen will, dass sein Projekt nicht eingeschlafen ist. Zudem demonstriert er den Verlagen und der Schweizerischen Post weiterhin Entschlossenheit, eine Alternative zu realisieren. Denn auch die Post blieb nicht untätig, sondern reagierte auf den AZO-Auftrag, indem sie begann, die Verleger mit Zückerchen zu ködern.
Sie tat dies bisher auf zwei Ebenen: Zum einen lockt sie mit Tarifsenkungen, andererseits bietet sie den Verlagen mit grossauflagigen Zeitungen und Frühzustellorganisationen Kooperationen an. Mit beiden Massnahmen bringt sie diese in eine Sandwichposition zwischen AZO und Post, zudem sät sie Zwietracht.
Das aktuellste Beispiel: Die Post ist bereit, ihren Tarif für Zeitschriften und Zeitungen leicht zu senken. Sie tut dies, indem sie von allen Preiskomponenten das kleinste Element, den so genannten Tarifzuschlag, per 1. Juli 2005 halbieren will. Einen entsprechenden Antrag hat sie an die Aufsichtsbehörde UVEK gestellt. Dieser Zuschlag gilt für Periodikas, deren Versandformat grösser ist als B5, und er beträgt zurzeit je nach Gewicht des Produktes 1 bis 5 Rappen pro Exemplar. Bei einer durchschnittlichen Tageszeitung macht dies maximal 8 Prozent des Gesamttarifs aus, bei Zeitschriften weniger. Dass diese Tarifsenkung die Verleger dennoch freut, ist klar, käme sie doch fast allen ihren Periodikas zugute.
Angebote an VerlageAuf der Kooperationsebene bietet die Post den Verlagen offenbar an, den Frühzustellorganisationen das Leeren von Postbriefkästen und andere Dienstleistungen zu übertragen, zudem zeigt sie sich interessiert, bei temporären Engpässen Personal der Frühzusteller «auszuleihen» (Bodyleasing). Derzeit laufen entsprechende Gespräche.
Beides stellt eine Attacke gegen die AZO dar. Denn durch jede Tarifsenkung der Post verliert das AZO-Angebot an Attraktivität. Erst recht, wenn die Post den Verlagen auch noch Zusatzeinnahmen anbietet. Kommt dazu, dass dieselben Frühzusteller, mit denen die Post neuerdings kooperieren will, schon früher vom AZO-Ausschuss aufgefordert worden waren, beim Alternativprojekt mitzuwirken und eine Offerte einzureichen.
Es verwundert deshalb nicht, dass die AZO wieder einmal Präsenz markierte. Dies umso mehr, als der Beitrag im VSP-Newsletter den Eindruck vermittelt, dass der Verband die AZO als Druckmittel für tiefere Posttarife verwendet. VSP-Jurist Hanspeter Kellermüller schrieb dort, dass sich die Verleger nach der Halbierung des Formatzuschlags noch «weitere freiwillige Tarifsenkungen» erwarten, da das AZO-Projekt ja gezeigt habe, «dass die Kosten bei der Post deutlich überhöht sind, was sich auch auf die Zeitungsdistribution auswirkt.»
Bei der Post zeigt man sich allerdings unbeeindruckt. «Wir planen keine weiteren Tarifreduktionen, auch hat die Halbierung des Formatzuschlags keinen Zusammenhang mit AZO, sondern mit der im Sommer 2004 eingeführten neuen Zeitungslogistik», sagt Post-Sprecher Dario Ballanti.
Erstaunlich ist, dass der VSP nun beginnt, die AZO für seine Politik zu instrumentalisieren, hatte er doch bisher immer betont – selbst im erwähnten Newsletter – dass die AZO «eine rein private Initiative» sei. Das nährt die Vermutung, dass die AZO den Verlagen doch nur als Druckmittel dient. AZO-Sprecher Walter Lütolf stellt dies in Abrede, den Eindruck kann er jedoch nachvollziehen, zumal Post-Chef Ulrich Gygi von den involvierten Verlegern detailliert informiert wurde, wie die AZO kalkuliert und wo Einsparungspotenzial besteht.
Vorstösse der Post einkalkuliertAm Auftrag, die AZO auf die Beine zu stellen, habe sich dadurch aber nichts geändert. «Indirekt gibt die Post mit ihrem Antrag ja zu, dass Kosten reduziert werden können und damit ein gewisser Spielraum für Preissenkungen entsteht», freut sich Lütolf. Aber er warnt davor, dem Gelben Riesen bloss zu drohen, ohne die AZO realisieren zu wollen. «Letztlich kann nur Wettbewerb zur Entwicklung beitragen.» Durch die neusten Vorstösse der Post sei die AZO jedenfalls nicht gefährdet. «Solche Dinge haben wir einkalkuliert. Auch haben wir mittlerweile viele interessierte Logistikanbieter, so dass sich die AZO auf jeden Fall aufbauen liesse», sagt er.
Dennoch kann Lütolf nicht viel Konkretes zum Stand des Projektes sagen. Hat er etwa die für die AZO so wichtigen Auflagenriesen Coop-Zeitung, Migros-Magazin, die TCS-Zeitung Touring oder die Schweizer Illustrierte an Bord? «Gespräche mit diesen Titeln kommen gut voran», sagt Lütolf bloss. Tatsächlich zeigt sich Coop-Sprecher Felix Wehrli «interessiert an einer Lösung, die die hohen Kosten für die Verteilung von 2,2 Millionen Coop-Zeitungen reduziert». Das scheint aber alles zu sein. Auch Marius Hagger, Leiter Redaktionen und Verlage Migros-Medien, hat noch keine Zusagen gemacht, sondern «erwartet erst mal eine Offerte der AZO».
Das zeigt genau das Dilemma des Projekts: Solange keine Kunden zusagen, kann die AZO den Logistikanbietern keine definitiven Preise angeben – und umgekehrt. Lütolf lässt denn auch durchblicken, dass die Zeit zu drängen beginnt. «Im Spätsommer» müsse die AZO wieder vor das Auftraggebergremium, bis dahin müssen Kunden und Logistikanbieter feststehen, «sonst hören wir auf zu arbeiten», sagt er. «Oder jemand anderer als wir gleist das Projekt auf, eventuell ohne Verlage und deren Frühzusteller.»
Postverteilzentrum: Wie viele Zeitungen inskünftig von hier aus versandt werden, steht in den Sternen.
Markus Knöpfli

Die Ölgemälde werden entstaubt

Finanzen Wirz Werbung zeigt mit moderner Kunst, wie die VP Bank in Liechtenstein «The Modern Art of Private Banking» versteht.

Finanzen Wirz Werbung zeigt mit moderner Kunst, wie die VP Bank in Liechtenstein «The Modern Art of Private Banking» versteht.Klassische Privatbanken wenden sich an ältere Leute. In ihren diskreten Räumen zeugen schwere Ölgemälde von schwerem Reichtum. Die VP Bank Gruppe aus Liechtenstein sieht ihr Kundenpotenzial mehr bei jüngeren Erfolgreichen sowie bei der modernen Erben-Generation. «The Modern Art of Private Banking» fasst deshalb der Claim von Wirz Werbung zugleich auch den Stil der VP Bank zusammen. Die Kampagne richtet sich an eine jüngere Welt, die arbeitet und nicht mehr nur das Geld arbeiten lässt.Umgesetzt wird diese Idee mit Illustrationen der New Yorker Künstlerin Anja Kroencke. Weltberühmt und mittlerweile oft kopiert, zeichnet diese auch für Wallpaper oder die Zeitschrift Vogue. Auch in der Schweiz sollte sie schon mehrmals für gepflegte Werbung eingesetzt werden, doch Wirz hat mit der Illustratorin einen Exklusiv-Vertrag für das umworbene Territorium der VP Bank abgeschlossen, wie CD Matthias Freuler erwähnt.
Die Verwaltungs- und Privat-Bank Aktiengesellschaft wurde erst 1956 gegründet und beschäftigt rund 600 Leute. Neben dem Hauptsitz in Vaduz gibt es Repräsentanzen in der Schweiz, Luxemburg, Deutschland, British Virgin Islands und Urugay. Als Vision will die VP Bank «zu
den besten Privatbanken gehören». Wichtige Werte sind «flexibel in Bezug auf Kundenbedürfnisse und eine dialogorientierte Beziehung zu den Kunden». Als Ziele nennt sie neben einer wettbewerbsfähigen Eigenkapitalrendite eine «offene Kommunikation».
Die Szene hat sich gewandeltDie moderne Bank arbeitet mit moderneren Tools und wollte deshalb auch eine andere Werbung als herkömmliche Privatbanken mit einem eher verstaubten Image. Trotzdem ist auch die VP Bank natürlich aus der Tradition der Liechtensteiner Vermögensverwalter entstanden. Diese mussten noch nie Marketing betreiben, geschweige denn Kommunikation. Man brachte ihnen einfach das Geld. Inzwischen hat sich die Szene allerdings extrem gewandelt. Die reichen Leute kamen nicht mehr automatisch, weil es nicht nur mit der Entwicklung der Börse zum Beispiel auch andere Möglichkeiten gegeben hat, sein Geld zu deponieren. Was gibt es also für Motive, eine neue Bank zu suchen?
Die Strategie der Kampagne baute schliesslich auf die Erkenntnis: Je mehr Geld man hat, umso grösser werden auch die Sorgen rund um
deren Verwaltung. Ins Private umgesetzt: «Du hast immer Sorgen gehabt, aber wenn du heute zurück-schaust, kannst du darüber lachen. In fünf Jahren ist das auch mit den heutigen Sorgen so.» Die VP Bank versteht das – und kann ihren Kunden diese Sorgen abnehmen.
Da Szenen rund um diese Idee mit Fotografien sofort kitschig wirken, hat Wirz Werbung die Aussagen mit abstrahierenden Illustrationen dramatisiert. In der Agentur sind die Sujets entworfen worden. Anja Kroencke in New York hat daraus einen ersten Entwurf gefertigt. Die Bank hat das Layout begutachtet. Dann sind die Korrekturwünsche zurück nach New York. «Ein Arbeitsstil, der erst mit der elektronischen Bildübermittlung möglich geworden ist», freut sich Matthias Freuler über dieses internationale Netzwerk seiner Kreation.
Mit dem Start der Kampagne hat sich die VP Bank gleichzeitig bei einer Pariser Agentur für Corporate Design ein neues CI gestalten lassen. Dieses ist parallel zur Entwicklung der Anzeigen mit eingeflossen und äussert sich heute im violetten Punkt für die Botschaft im oberen Teil des modernen Kunstwerks.
Von Wien in die weite WeltAnja Kroencke wurde 1968 in Wien geboren. Schon als Kind soll sie die Wände ihrer elterlichen Wohnung mit bunten Farben verändert haben. Später als Teenager hat sie ihre Freizeit in den Wiener Kaffeehäusern verbracht, wo sie heimlich Gäste skizzierte. Das führte zu einem Studium an der Wiener Hochschule für Mode und Design.
Erste professionelle Arbeiten folgten für verschiedene Design-Studios, bevor sie bei der Wiener GGK zur AD befördert wurde. 1994 ist Kroencke nach New York ausgewandert. Zuerst Freelance, nach zwei Jahren AD bei Stein Rogan & Partners. In dieser Zeit begann sie halbzeitlich als Illustratorin zu arbeiten. Seit 1997 betätigt sich Kroencke ausschliesslich auf diesem Gebiet.
Ein Titelblatt zum Mode-Bund der New York Times ist mit einem Silver Award für Newspaper Design ausgezeichnet worden. Weitere Preise folgten vom Creative Club Austria, Merit Award, ADC New York.
Namhafte Arbeiten finden sich in American Illustration, Society of Illustrators, Communication Art, Luerzer’s Archive. Mehr dazu auf:
www.anjakroencke.com
Die neue Kampagne mit den Illustrationen der renommierten New Yorker Künstlerin Anja Kroencke wendet sich an ein junges Publikum.
Werk aus Kroenckes Portfolio.
Andreas Panzeri

Tamedia trennt sich vom Anzeiger von Uster

Zeitungen Die Zürcher Tamedia hat ihren zehnprozentigen Anteil am Anzeiger von Uster an die Mehrheitseignerin Zürcher Oberland Medien AG (ZOM) verkauft.

Zeitungen Die Zürcher Tamedia hat ihren zehnprozentigen Anteil am Anzeiger von Uster an die Mehrheitseignerin Zürcher Oberland Medien AG (ZOM) verkauft.Konzernchef Martin Kall tritt auf die ordentliche Generalversammlung im Mai aus dem Verwaltungsrat zurück. Tamedia hatte 1991 die Mehrheit beim Anzeiger von Uster übernommen. 1996 übergab sie die Verantwortung für das defizitäre Blatt an die ZOM und reduzierte ihre Beteiligung schrittweise. Seit Ende Januar ist die Neue Zürcher Zeitung substanziell an der ZOM und damit indirekt am Anzeiger von Uster beteiligt

Clear Channel bringt Outdoor an die Börse

Aussenwerbung Der US-Medienkonzern Clear Channel (CC) gliedert seine Bereiche Outdoor und Entertainment aus.

Aussenwerbung Der US-Medienkonzern Clear Channel (CC) gliedert seine Bereiche Outdoor und Entertainment aus.Per Ende 2005 soll das weltweite Aussenwerbegeschäft – zu dem in der Schweiz Clear Channel Plakanda gehört – unter dem Namen Clear Channel Outdoor an der New Yorker Börse notiert werden. Allerdings will CC vorerst nur zehn Prozent der Aktien in den Handel bringen. Der Bereich Entertainment soll zum gleichen Zeitpunkt vollständig an die Börse gehen.
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