Vifer Stratege
Sven Oeschger hat mit seinem Planning Shop die erste Schweizer Agentur für strategische Planung gegründet.
Sven Oeschger hat mit seinem Planning Shop die erste Schweizer Agentur für strategische Planung gegründet.Die Zeit der freien Spielwiese und der reinen Bauchbegründungen in der Werbung sind vorbei. «Auf Kundenseite werden immer mehr nachvollziehbare Erklärungen gefordert, wieso man auf ein bestimmtes kreatives Ergebnis kommt. Es ist deshalb die Aufgabe des strategischen Planers, zu analysieren, zu reduzieren und mit einer fundierten Idee zu inspirieren», weiss Sven Oeschger und fügt augenzwinkernd an: «Ich habe gelesen, dass das Vertrauen in uns Werber ja bedeutend gestiegen ist. Mittlerweile rangieren wir vor dem Autoverkäufer und Finanzberater. Die Bemühungen scheinen ihre Früchte zu tragen. Das macht Hoffnung.»Im Januar dieses Jahres hat Sven Oeschger mit dem Planning Shop die erste Schweizer Agentur für strategische Planung gegründet. Das Angebot reicht von Brainstormings über die Begleitung von Pitches bis zum Erarbeiten umfangreicher strategischer Projekte.
Vor seiner Selbstständigkeit hat der Stratege zuletzt vier Jahre bei Wirz Werbung gearbeitet. Irgendwann kam dann die Frage auf: neuer Job oder eigene Agentur? Er wagte den Sprung ins kalte Wasser. «Mit einer Agentur für strategische Planung betrete ich in der Schweiz Neuland. Die Reaktionen sind bis jetzt sehr positiv, ob sich dieses Konzept auch bei uns etablieren wird, kann ich aber erst in einem Jahr sagen.»
Oeschger ist als erster Schweizer an der renommierten Miami Ad School in den USA zum Strategic Planner ausgebildet worden. Dort hat sich auch der Kontakt zu der Strategie-Agentur Red Spider ergeben. Seither hat ihn der Gedanke nie mehr richtig losgelassen, dass es auch in der Schweiz einen Markt für eine Planning-Agentur geben müsste.
Als potenzielle Kunden sieht er «viele tolle kleinere Agenturen in der Schweiz, die vor der Problematik stehen, dass sie einen strategischen Planer brauchen». Zudem ist im Ausland die Tendenz zu beobachten, dass strategische Planer zunehmend für den Werbetreibenden arbeiten. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Auftraggeber in der Schweiz den Wert eines strategischen Planers erkennen und sich für die Entwicklung ihres Markenauftritts so eine neutrale Person als Bindeglied zwischen sich und der Agentur zur Seite holen.»
Neben der Beratung von kleineren und mittelgrossen Agenturen, die keinen eigenen Strategen haben, unterstützt der Planning Shop auch grosse Agenturen. «Gerade wenn mehrere Pitches gleichzeitig laufen, ist man froh, die Agentur mit einer externen Kompetenz etwas entlasten zu können.»
Sven Oeschger hat in Basel Jura studiert und im Anschluss das Anwaltspatent erworben. Schon bald wurde ihm aber klar, dass die Arbeit bei einer Anwaltskanzlei nicht seiner Welt entsprach. Aus Strategien für Menschen mit ihren Problemen wurden dann etwas kreativere Strategien für Marken. Eine Chance zum Einstieg in die Werbung fand er bei Harry Sulzer und Bonaparte. Dieser fand es «spannend, dass ein Anwalt Werbung machen will». Zudem liebten beide schnelle Autos.
Eindruck machte Sulzer auch, dass Oeschger sich sein Studium mit der Gründung eines Pizza-Kuriers selber finanziert hat. Weil er als Fahrer für einen anderen Bäcker ständig unschuldig die Reklamationen für falsche oder zu späte Lieferungen anhören musste, ist er den Ursachen dieser Fehler auf den Grund gegangen. Die Erkenntnisse hat er mit zwei Kollegen zusammen in ein eigenes Unternehmen eingebracht. Nach kurzer Zeit wuchs die Firma zum grössten Anbieter der Nordwestschweiz mit rund 50 Mitarbeitenden und durfte sich in einem Konsumenten-Test der TV-Sendung Kassensturz als «bester Kurier» feiern lassen.
Bereits zum zweitenmal wirkt Oeschger in diesem Jahr in der Jury des Euro Effie mit. Ab dem 9. Mai wird er über «ein sehr gut organisiertes Online-Tool» grenzüberschreitende Arbeiten bewerten. Oeschger leis-
tet sich diesen Zeitaufwand, weil er beim Einblick in die internationalen Arbeiten «viel lernen» kann.
In seiner Freizeit fährt Oeschger Autorennen. In seinem Rallyewagen aus den 70er-Jahren jagt der lizenzierte Rennfahrer mit seinem Copiloten nach Bestzeiten. «Rallyefahren hat viel mit Strategie zu tun. Nur dass die Strategie nicht von mir kommt, sondern von meinem Copiloten. Er sagt mir, was ich hinter der nächsten Kurve zu erwarten habe und danach fahre ich. Ich überlege mir dabei nicht, ob es nicht auch eine andere Möglichkeit gibt, sondern konzentriere mich voll auf seine Ansage. Das hat viel mit Vertrauen, aber auch mit Teamgeist zu tun. Das Ziel ist, die Kurve optimal und möglichst schnell zu nehmen.»
Sven Oeschger betritt mit dem Planning Shop in der Schweiz Neuland.
Andreas Panzeri
Vor seiner Selbstständigkeit hat der Stratege zuletzt vier Jahre bei Wirz Werbung gearbeitet. Irgendwann kam dann die Frage auf: neuer Job oder eigene Agentur? Er wagte den Sprung ins kalte Wasser. «Mit einer Agentur für strategische Planung betrete ich in der Schweiz Neuland. Die Reaktionen sind bis jetzt sehr positiv, ob sich dieses Konzept auch bei uns etablieren wird, kann ich aber erst in einem Jahr sagen.»
Oeschger ist als erster Schweizer an der renommierten Miami Ad School in den USA zum Strategic Planner ausgebildet worden. Dort hat sich auch der Kontakt zu der Strategie-Agentur Red Spider ergeben. Seither hat ihn der Gedanke nie mehr richtig losgelassen, dass es auch in der Schweiz einen Markt für eine Planning-Agentur geben müsste.
Als potenzielle Kunden sieht er «viele tolle kleinere Agenturen in der Schweiz, die vor der Problematik stehen, dass sie einen strategischen Planer brauchen». Zudem ist im Ausland die Tendenz zu beobachten, dass strategische Planer zunehmend für den Werbetreibenden arbeiten. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Auftraggeber in der Schweiz den Wert eines strategischen Planers erkennen und sich für die Entwicklung ihres Markenauftritts so eine neutrale Person als Bindeglied zwischen sich und der Agentur zur Seite holen.»
Neben der Beratung von kleineren und mittelgrossen Agenturen, die keinen eigenen Strategen haben, unterstützt der Planning Shop auch grosse Agenturen. «Gerade wenn mehrere Pitches gleichzeitig laufen, ist man froh, die Agentur mit einer externen Kompetenz etwas entlasten zu können.»
Sven Oeschger hat in Basel Jura studiert und im Anschluss das Anwaltspatent erworben. Schon bald wurde ihm aber klar, dass die Arbeit bei einer Anwaltskanzlei nicht seiner Welt entsprach. Aus Strategien für Menschen mit ihren Problemen wurden dann etwas kreativere Strategien für Marken. Eine Chance zum Einstieg in die Werbung fand er bei Harry Sulzer und Bonaparte. Dieser fand es «spannend, dass ein Anwalt Werbung machen will». Zudem liebten beide schnelle Autos.
Eindruck machte Sulzer auch, dass Oeschger sich sein Studium mit der Gründung eines Pizza-Kuriers selber finanziert hat. Weil er als Fahrer für einen anderen Bäcker ständig unschuldig die Reklamationen für falsche oder zu späte Lieferungen anhören musste, ist er den Ursachen dieser Fehler auf den Grund gegangen. Die Erkenntnisse hat er mit zwei Kollegen zusammen in ein eigenes Unternehmen eingebracht. Nach kurzer Zeit wuchs die Firma zum grössten Anbieter der Nordwestschweiz mit rund 50 Mitarbeitenden und durfte sich in einem Konsumenten-Test der TV-Sendung Kassensturz als «bester Kurier» feiern lassen.
Bereits zum zweitenmal wirkt Oeschger in diesem Jahr in der Jury des Euro Effie mit. Ab dem 9. Mai wird er über «ein sehr gut organisiertes Online-Tool» grenzüberschreitende Arbeiten bewerten. Oeschger leis-
tet sich diesen Zeitaufwand, weil er beim Einblick in die internationalen Arbeiten «viel lernen» kann.
In seiner Freizeit fährt Oeschger Autorennen. In seinem Rallyewagen aus den 70er-Jahren jagt der lizenzierte Rennfahrer mit seinem Copiloten nach Bestzeiten. «Rallyefahren hat viel mit Strategie zu tun. Nur dass die Strategie nicht von mir kommt, sondern von meinem Copiloten. Er sagt mir, was ich hinter der nächsten Kurve zu erwarten habe und danach fahre ich. Ich überlege mir dabei nicht, ob es nicht auch eine andere Möglichkeit gibt, sondern konzentriere mich voll auf seine Ansage. Das hat viel mit Vertrauen, aber auch mit Teamgeist zu tun. Das Ziel ist, die Kurve optimal und möglichst schnell zu nehmen.»
Sven Oeschger betritt mit dem Planning Shop in der Schweiz Neuland.
Andreas Panzeri
