Alles Paletti …

Publishing II Kriegt Altmeister QuarkXPress noch die Kurve?

Publishing II Kriegt Altmeister QuarkXPress noch die Kurve?Seit ihrem Aufkommen gab es bei den Layout-Programmen bezüglich Führungsanspruch ein ständiges Hin und Her. Die von Aldus entwickelte erste Desktop-Publishing-Applikation PageMaker war nach dem Verschwinden des Ventura Publisher lange allein auf weiter Flur. Dann ist PageMaker mit XPress von Anbieter Quark ein Konkurrent erwachsen, der dem «Seitenmacher» in der Vorstufe schliesslich den Rang ablief. Daran änderte sich nichts, als sich Adobe mit der Aldus-Übernahme auch den PageMaker einverleibte. Mit InDesign 1 meldet Adobe seit 1999 Ansprüche auf den Thron an. Der Launch der Version 1.0 missglückte Adobe allerdings. Trotz neuer Features hatte das Unternehmen damals nach allzu weit entfernten Sternen gegriffen. Unklug war etwa die Anforderung nach den damals neuen Level-3-Rips für die Ausgabe, die die meisten Betriebe schlicht und einfach nicht erfüllen konnten – oder wollten. InDesign musste hier zurückbuchstabieren, punktete allerdings bereits in der 1.0-Version u. a. mit starken typografischen Funktionen und einer gegenüber XPress (bis heute) deutlich besseren Darstellung von importierten Elementen. Mit zuerst InDesign 1.5 und dann InDesign 2 konnte Adobe seither viele Anwender überzeugen.
Quark setzt auf Version 7Fatal für die heute schwierigere Position von QuarkXPress war der späte Wechsel auf Apples moderne Plattform OS X. Adobe hatte InDesign zu diesem Zeitpunkt schon längst fit für Mac OS X gemacht. Als cleverer Schachzug muss Adobe das Schnüren der Creative Suite zugestanden werden. Als Teil dieses Software-Bundles ist das Preis-Leistungs-Verhältnis von Adobe InDesign CS unerreicht. Das schnelle Nachdoppeln mit der Creative Suite 2, die soeben in den USA und in Kürze auch bei uns verfügbar sein wird, dürfte Adobes Marktposition erneut verbessern.
Von Quark ist bekannt, dass es sich bei der in Arbeit befindlichen Version XPress 7 um die umfangreichste Neuauflage handelt, seit es XPress gibt. Nachfolgend einige bekannt gegebene Neuerungen:
OpenType: Wichtige und zentrale Neuerung ist die Unterstützung von Unicode, der den vollumfänglichen Einsatz der neuen OpenType-Fonts ermöglicht (unter XPress 6.5 konnte nur auf die «ersten» 256 Zeichen zugegriffen werden). XPress wird gar programmintern auf Unicode basieren – das belegt die Bedeutung, die Quark Unicode/OpenType beimisst. Alleine diese Änderung zieht einige Konsequenzen nach sich: So können nun einzelne Zeichen statt wie bisher nur einzelne Absätze in verschiedenen Sprachen gesetzt werden, Gleiches gilt für die Verwendung von Ligaturen, echten Kapitälchen etc.
Transparenz/Schlagschatten: Vor allem Gestalter bzw. Grafikdesigner werden sich über die bald auch in XPress verfügbaren Transparenzfunktionen freuen. Dazu hat Quark die für die Darstellung zuständige Graphic Engine komplett erneuert. Das XDraw genannte Darstellungsmodell sorgt bald sowohl bei Windows- als auch Mac-OS-X-Systemen für eine deutlich bessere Darstellung als die vorhergehende Graphic Engine. Dank XDraw halten auch Transparenzfunktionen Einzug in XPress. Diese beschränken sich aber nicht etwa auf Bilder, sondern ermöglichen auch die Anwendung von Transparenzeffekten auf gruppierte Elemente wie auch auf Tabellen. Auch Schattenwürfe können nun Objekten ohne Zusatz-Tools zugefügt werden.
Paletten: Neue Wege geht Quark bei den Paletten. Sie sind «smarter» und logischer zusammengefasst. So können diese als Bündel per Knopfdruck aufgerufen werden. Aber sie lassen sich ebenfalls nach Anwender, Gruppen und Workflow zusammenstellen.
Noch kein Erscheinungstermin
Sehr viel mehr ist bislang von Quark noch nicht bekannt. Nur noch, dass dies weniger als 30 Prozent der noch in diesem Jahr veröffentlichten neuen Software sein sollen. Das reicht aber noch nicht aus, um ehemalige Quark-User, die mit InDesign arbeiten, zum erneuten Umsteigen bewegen zu können.
Bald wird es auch in XPress Schlagschatten geben, ohne dass separate XTensions bemüht werden müssen.

Paletten lassen sich neu als Set zusammenfassen und speichern.
Der Umgang mit OpenType-Schriften wird in XPress 7 kaum Wünsche offen lassen.
Die neue Masspalette, die in der finalen Version noch kompakter werden soll, erlaubt einen deutlich optimierten Zugang auf sämtliche Funktionen.
Das Duell: XPress vs. InDesign
Mit InDesign CS2 macht Adobe beim Werksatz – speziell bei der Herstellung von Publikationen mit Fussnoten und Marginalien – einen grossen Schritt nach vorne. Vorteilhaft ist die Integration in die Creative Suite, die dank der Adobe Bridge die Software zum Teil einer Arbeitsumgebung werden lässt.
XPress 7 zeichnet sich, nach den ersten Informationen zu urteilen, durch eine konsequente Weiterentwicklung aus, die auch viele bisherige Alleinstellungsmerkmale von InDesign kompensiert (z. B. Schattenwurf). Das Programm überzeugt bis heute vor allem dadurch, dass die Applikation schlanker und stringenter aufgebaut ist. Dies wird scheinbar bleiben. So lässt sich immer noch grob definieren, dass XPress mehr das «Satzprogramm» und InDesign das «Programm für die Kreativen» ist – wenn sich auch diese Aufteilung zusehends verwischt. (jf)
Jürgen Franck

Sulzer Sutter wirbt für American Express

Kreditkarten Nach einer Agenturevaluation hat sich die Swisscard AECS AG für Sulzer Sutter entschieden.

Kreditkarten Nach einer Agenturevaluation hat sich die Swisscard AECS AG für Sulzer Sutter entschieden.Die Zürcher Werbeagentur wurde mit der Betreuung von Direktmarketingprojekten für die Marke American Express betraut. Swisscard AECS ist ein Joint Venture der US-Kreditkartenfirma American Express und der Credit Suisse.

Diplome und viele Awards

Die Stabsübergabe bei der Schule für praxisorientierte Kommunikation SPOK fand zwar schon vor einiger Zeit statt.

Die Stabsübergabe bei der Schule für praxisorientierte Kommunikation SPOK fand zwar schon vor einiger Zeit statt.Dennoch war die Diplomfeier der Planerinnen und Planer Marketingkommunikation der erste offizielle Event der neu besetzten Geschäftsstelle mit Julia Köpfli und Marianne Aebli. Und sie haben einen guten Event hingelegt – SPOK-Mitbegründer Ronny Schmid meinte gar, dass man für die Diplomübergabe noch nie an so einem schönen Ort wie der Blumenhalle gewesen sei. Vorgängerin Ursula Krebs hatte halt eher ein Faible für schummrige Räume, wie beispielsweise im Vorjahr der Club Aera.Peter Döbeli erinnerte in seiner Rede daran, dass vor zehn Jahren zum ersten Mal eine Klasse der SPOK an die Assi-Prüfung ging und stellte zur Feier des Tages mit dem SPOK-Directory ein neues Tool vor. Ein gröberer Adressführer sei es, so Döbeli, denn darin enthalten sind die Namen sämtlicher bisheriger Absolventen. Am liebsten würde er eigentlich jedes Jahr ein gröberes Schulfest machen, falls dafür ein Sponsor gefunden werde. Jedenfalls hätten NZZ und Edipub schon mal die erste gröbere Rechnung für die Basisarbeit am ersten Directory bezahlt. Bei den guten Beziehungen, über die die SPOK-Begründer Schmid, Döbeli, Monica Jäggi und Peter W. Bächtiger verfügen, dürfte das Angeln weiterer Geldgeber kein gröberes Problem sein. Und die Party wird wohl nicht lange auf sich warten lassen.
Ein Vergnügen war die präsentierte Diplomarbeit zur WOZ. Noch vor zehn Jahren hätte man das locker als Lizentiat einreichen können. Professionelle Lösungsansätze mit fantasievollen Massnahmen und einer starken Multimedia-Präsentation. Das Pikanteste dabei: WOZ-Leser klauen gern! Eine Umfrage bei Beizern habe nämlich ergeben, dass die WOZ diejenige Zeitung ist, welche Restaurantgäste am liebsten mitlaufen lassen. Hony soit qui mal y pense!
Um Diplome, Letters of Distinct genannt, ging es auch an der Award Night des Schweizer Dialogmarketing-Preises. Dabei fiel vor allem Philipp Skrabal auf – der Publicis-Mann räumte diverse Trophäen ab, allerdings noch für Ex-Arbeitgeber Matter & Partner. Ganz stark waren dabei die Arbeiten für die Tribis-Hundeschule, von denen letztlich die eine auch den Publikumspreis abholte. Daneben gewannen mit Eugster Kommunikation, Lowe Direct, Fisch Meier Direkt, Euro RSCG Dialog oder OgilvyOne weitere alte Bekannte ebenfalls mehrere Auszeichnungen.
Einmal mehr erfreulich an den DM-Awards: Man hat dort das Event-Business begriffen. Zwar verschlug es einem zu Beginn des Abends nach der Ankündigung, dass 32 Awards vergeben würden, erst mal die Sprache. So viele Preise ziehen im Normalfall einen Abend qualvoll in die Länge. Nicht so, wenn Sandra Studer moderiert. Dank geschicktem Script und Bühnendramaturgie schafft man es beim SDV jeweils, in nicht mehr als drei Stunden alle Awards zu vergeben sowie eine Gala-Rede und zwei Show-Blocks unterzubringen – und das erst noch mit Essenspausen. Ein gelungener Abend. Chapeau Messieurs!
Beat Fritschim Telefonstress? Scheint, dass die ganze Welt vom Shortlistautor wissen wollte, wie die Abräumer beim Schweizer Dialogmarketing-Preis hiessen.
Und die Award-Trophäen, so wollte es der Gestalter, sind halt schlicht und einfach Telefonhörern nachempfunden. Abgeräumt haben auch die PlanerInnen Marketingkommunikation der SPOK. Sie feierten in der vergangenen Woche in der Blumenhalle den Abschluss und erhielten dabei das schulinterne Diplom ausgehändigt.
Beat Fritsch

Fehlstart von Sie+Er?

Presse Das Anfang Mai gelaunchte Hochglanz-Supplement des SonntagsBlick scheint im Anzeigenmarkt nicht optimal aus den Startblöcken gekommen zu sein:

Presse Das Anfang Mai gelaunchte Hochglanz-Supplement des SonntagsBlick scheint im Anzeigenmarkt nicht optimal aus den Startblöcken gekommen zu sein:Konnten in der ersten Ausgabe von Sie+Er rund 27 bezahlte (von insgesamt 96) Seiten verbucht werden, waren es in der Folgenummer nur noch 23 und in der von vergangenem Sonntag nur mehr 13. Für Ringiers Zeitungschef Bernhard Weissberg liegt die neue Beilage dennoch im Plansoll.Auch der erhoffte Aufschwung im Einzelverkauf des Mutterblatts ist laut gut unterrichteten Quellen bislang ausgeblieben. Nach einem kurzen Sprung in Richtung des Mittelwerts 100 haben sich die Indexwerte des SonntagsBlick demnach wieder bei den üblichen 85 eingependelt, was Weissberg allerdings energisch dementiert.
«Am Kiosk liegen wir im Mai über dem Durchschnitt der Vormonate», sagt der Ringier-Zeitungschef. Im Übrigen sei Publizistik ein langfristiges Geschäft und Sie+Er «ein sich inhaltlich von Mal zu Mal steigerndes Magazin», an dem er viel Freude habe.
(oc)

Der Storch bringts schneller

Fernsehen McCann Erickson zeigt: Mit Cablecom kann man intelligenter fernsehen.

Fernsehen McCann Erickson zeigt: Mit Cablecom kann man intelligenter fernsehen.Seit ein paar Tagen hat Cablecom sein TV-Angebot stark erweitert. Den Kunden von Cablecom Digital TV stehen eine Reihe neuer Sender zur Auswahl wie zum Beispiel zwei Spartensender von Walt Disney oder die Sender AXN von Sony Entertainment, The History Channel, National Geographic, Eurosport 2, ESPN Classic Sports sowie NASN. Ebenfalls beinahe alle in der deutschen Schweiz und im Tessin analog ausgestrahlten Programme können neu über die digitale Plattform von Cablecom Digital TV empfangen werden. So erhöht sich das digitale Angebot auf rund 130 Fernsehprogramme. Damit die Zuschauer bei so viel Fernsehen weiterhin die Übersicht im Nahbereich behalten können, liefert Cablecom gleichzeitig mit dem Programmausbau auch einen neuen elektronischen Programm- Guide EPG. Das ganze System kostet im Abonnement 25 Franken pro Monat.
McCann Erickson hat zur Einführung des Electronic Program Guide eine umfassende Kampagne realisiert mit zwei TV-Spots, vier doppelseitigen Anzeigen sowie Below-the-line-Material zur ausführlichen Erklärung des Produktes. Die Kampagne basiert auf einem klar definierten Verbrauchernutzen und formuliert das mit dem Claim: «Sehen Sie immer sofort, was Sie am liebsten sehen.»
Mit dem Wunderkästchen EPG findet man in der gewaltigen Programmauswahl das, was man am liebsten sieht, innert Sekunden: Spielfilme, Shows, News, Cartoons, Action- oder Dokumentarfilme. Anstatt endlos im Diffusen zu zappen, programmiert man seine Wünsche und bekommt umgehend auf dem Bildschirm angezeigt, auf welchen Kanälen entsprechende Sendungen angeboten werden. So wird man mit Cablecom Digital TV in Zukunft «intelligenter fernsehen».
Aufwändig gestaltete SpotsIm ersten Spot wird das demonstriert mit einer der Superagentin Lara Croft nachempfundenen Actionheldin, die in Sekunden die von ihr geliebten Actionfilme findet. Der zweite Spot zeigt einen Sportler, der nach einem Salto in den TV-Sessel blitzschnell eine Lieblingssendung mit Kunstturnen findet. Weitere Filmgenres wie zum Beispiel Cartoons auf dem Disney-Channel oder Tiersendungen kommen in den Inseraten zum Einsatz. Diese sind von Julien Vonier fotografiert worden.
Die Sujets arbeiten jeweils mit einer witzigen Verbindung zwischen dem Geschehen im Fernsehen sowie dem jeweiligen Zuschauer. Zur informellen Ebene im Text kommt somit eine Unterhaltung im Bildteil, wenn die Actionfigur Lara Croft Actionsfilme schaut oder eine schwangere Frau sich über einen Storch in einer Tiersendung freut. Für den mit Digital TV von Cablecom angebotenen Cartoon-Channel von Disney zeigt das Inserat eine Trickfilmfigur, die wie im Film «Roger Rabbit» in eine reale Umgebung hineinkopiert worden ist und dort auf dem Bildschirm einen Animationsfilm von Disney verfolgt. «Wenn man das Produkt verkaufen will, muss man mit dem Genre arbeiten», meint dazu CD Peter Rettinghausen bei McCann Erickson.
Die aufwändig gestalteten Spots sind von Snap Film in Prag realisiert worden, in den gleichen Studios, wo auch grosse Actionfilme wie «Mission Impossible», «xxx» oder «Van Helsing» gedreht worden sind. Für den präzisen Salto des Turners in seinen Sessel haben die Action-Spezialisten etwa einen Stuntman an Schnüren geführt.
Zu jedem Spot wird im Fernsehen ein Reminder geschaltet, der die Zuschauer gezielt zum Bestellen weiterer Informationen auffordert.
In einer zusätzlichen, bewusst konventionellen Anzeige mit solchen Infos wird das neue Wunderkästchen EPG als Zappgerät abgebildet. In den Programmzeitschriften Tele und TV Star wird dieses Sujet mit einem raffiniert eingeklebten Leporello ergänzt, in welchem im Detail der Unterschied zwischen dem EPG und einem herkömmlichen Zappgerät erklärt wird.
Die Kampagne ist eine konkrete Reaktion auf den Konkurrenten Bluewin, der mit einer ähnlichen Offensive das «intelligentere Fernsehen» populär machen will (siehe Seite 8). Der Kampf um das Publikum ist also voll entbrannt, denn auch Cablecom hat für das zweite Halbjahr des laufenden Jahres die Einführung eines Digital-TV-Recorders als noch einmal weiteren Schritt in «Richtung intelligentes Fernsehen» angekündigt. Auch dieses Gerät ermöglicht das einfache Aufnehmen und Archivieren von Sendungen, die anschliessend zeitversetzt gesehen werden können. Natürlich wird dieser neuartige Recorder mit den Funktionalitäten des EPG optimal ergänzt.
Bereits Ende des letzten Jahres hatten bei Cablecom 109000 Kunden Digital TV abonniert. Ende 2003 betrug der Kundenstamm noch 87000. Auch ein Wachstum an Interesse erscheint somit digital programmiert.
Das Kästchen zum Erfolg: Auch Superheldinnen und Schwangere wissen um die Schnelligkeit des EPG.

Andreas Panzeri

Für unterwegs

Subnotebook Die neuen Subnotebooks der Sony-Vaio-VGN-S4-Serie bieten mit der neuen Intel-Centrino-Plattform und Sonys eigener X-black-LCD-Bildschirmtechnologie reichlich Leistung im mobilen Einsatz.

Subnotebook Die neuen Subnotebooks der Sony-Vaio-VGN-S4-Serie bieten mit der neuen Intel-Centrino-Plattform und Sonys eigener X-black-LCD-Bildschirmtechnologie reichlich Leistung im mobilen Einsatz.Subnotebook Die neuen Subnotebooks der Sony-Vaio-VGN-S4-Serie bieten mit der neuen Intel-Centrino-Plattform und Sonys eigener X-black-LCD-Bildschirmtechnologie reichlich Leistung im mobilen Einsatz. Verpackt im eleganten Magnesiumgehäuse, macht das Notebook mit dem 13,3- Zoll-Breitbild-Display nicht nur auf Reisen eine gute Figur.

Fernsehen per Faustrecht

TV Mit dem Bluewin-Videorecorder wird gezieltes, werbefreies Fernsehen möglich. JvM/ Limmat machts vor.

TV Mit dem Bluewin-Videorecorder wird gezieltes, werbefreies Fernsehen möglich. JvM/ Limmat machts vor. Produktspezifische Mediaplatzierungen haben es oft in sich: Im Multimediabund der letzten SonntagsZeitung buhlten zwei konkurrenzierende Produkte hintereinander um die Gunst der nahezu deckungsgleichen Zielgruppe – junge, aktive Multimedia-begeisterte, deren Lebensstil vom modernen Multitasking geprägt ist. Masse vs. Individualität
Weil diesen zielloses Herumzappen und sinnloses Glotzen nicht erlaubt ist, kann ihnen die Kommunikationstechnologie künftig zwei Lösungen anbieten: Cablecoms «intelligenteres TV-Erlebnis» (siehe Seite 7), welches das Programmangebot so stark ausweitet, dass jederzeit jeder Geschmack getroffen wird, oder Swisscoms Alternative – «selbst bestimmtes TV-Erlebnis». Mit dem Videorecorder Bluewin TV 300 der Internetprovider-Tochter soll sich der Konsument aus dem bestehenden TV-Angebot sein individuelles Programm in Eigenregie zusammenstellen können. Anschauen kann er es, wann und wie es ihm gefällt.
Dank ein paar Fernbedienungstasten läutet der Videorecorder mit eingebauter Festplatte das Ende der Unterbrecherwerbungära ein. Denn, nicht nur lässt sich das Programm stoppen und zeitversetzt weiterverfolgen, Passagen können zudem jederzeit wiederholt oder übersprungen werden. Bis zu 200 Stunden TV-Programm kann das Gerät speichern. Entsprechend dürfte sich die Nutzungsart des TVs der eines Printmediums annähern, weil sich Inhalte gezielt anwählen und anschauen lassen. Nötig dafür sind nicht nur der mietbare Recorder, sondern auch ein Internetanschluss, durch das der elektronische Programmführer die Auswahl und Aufzeichnung der Sendungen ermöglicht.
Doch zurück zur «zufälligen» Nähe der Anzeigenplatzierung. Die widerspiegelt auch das ähnlich dichte Distributionsnetz und die Preispolitik der beiden Innovationen – zehn Rappen günstigere Monatsmieten bei Swisscom und jeweils 95 Franken für die Einrichtungsgebühr, wobei Cablecom diese in der Launchphase ihren Kunden erlässt.
Nahe liegend ist denn auch, dass die Launchkampagnen in ihrem Multimediamix verwandt sind: Nebst der informativen PR- und Onlineschiene setzt auch Jung von Matt/Limmat (JvM) auf zwei TV-Spots mit fünf Tagons. Letztere sind hier das Filetstück der Kampagne. Denn verglichen mit den publireportageartigen Anzeigen – in denen letztlich ein eher belangloses Testimonial von Bertrand Piccard eine bessere Betriebsanleitung aufzuwerten versucht – glänzen die Spots mit bester kybernetischer Ironie in ihrem Umfeld.
Deus ex machina
Unter dem Motto «Sie machen das Programm» hat das Kreativteam der CDs Tom Seinige und Alexander Jaggy die Vorteile des Bluewin TV 300 offensichtlich gemacht. Im einen sieht man ein Liebespaar in der 174. Folge der schmalzigen Seifenoper «The Filthy & The Rich». Plötzlich erscheint eine riesige Hand – Deus ex machina – und wischt das inbrünstig küssende Paar vom Set. Im anderen Streifen nervt ein Klugscheisser in einer Dutzendquiz-Show. Noch bevor der Quizmaster seine Fragen ausformuliert hat, beantwortet sie der Nerd mit massloser Selbstgefälligkeit. Bis ihn eine riesige Hand aus heiterem TV-Studio-Himmel einstampft.
Die Spots zeigen, dass im anbrechenden TV-Zeitalter der Zuschauer dem Programmdiktat der Sender ein Ende setzt. «Was er nicht sehen will, wirft er einfach raus und gestaltet sein eigenes Programm», erklärt Seinige. Der Benefit liegt auf der Hand: Missliebige Sendungen aus dem Programm zu werfen, macht Spass.
Einen Werbeblock per Faustrecht aus dem Programm zu spedieren, war den Werbern wohl zu heiss. Dafür kommen die Reminder auf die Produktefeatures des Harddiscrecorders zurück, die auch im Internet mit einer Produktdemo und in verschiedenen unterstützenden Druckprodukten veranschaulicht werden.
Publireportagen für Bluewin TV 300: Ballonfahrer Bertrand Piccard adelt die Gebrauchsanweisung.
Handstreich: JvM/Limmat zeigt, wie man Programmdirektor wird.

Heisses Teil

TMT Gegen die Preiserosion in der Handybranche will sich Nokia mit mehr Sexyness wehren. Greys Kampagne betont die Features mit Produkterotik.

TMT Gegen die Preiserosion in der Handybranche will sich Nokia mit mehr Sexyness wehren. Greys Kampagne betont die Features mit Produkterotik.Der weltweit führende Handyhersteller verbindet Menschen – so der Claim. Und seit kurzem auch positive Ergebnisse zu einer tendenziell steigenden Absatzkurve. Trotz einer umstrittenen Produktepolitik konnten die finnischen Mobiltelefone ihre verlorenen Marktanteile zurückgewinnen. Im letzten Quartal 2004 trug jedes dritte Handy, das über den Ladentisch ging, die Marke Nokia. In absoluten Zahlen: 66,1 Millionen Einheiten. Dass der Brand gemäss Business Week zu den Top Ten der globalen Marken zählt, rundet das Bild ab.Umdenken bei Produkt und Auftritt
Allerdings war der Weg zurück zur Leadposition steil und mit Opfern verbunden. Während die Konkurrenten wie Sony-Ericsson, Samsung oder
Motorola mit ihren Klappen-, Digitalkamera- und MP3-Modellen mehrere Verkaufserfolge in Serie feiern konnten, lancierte Nokia Modelle mit gewöhnungsbedürftigem Design, brachte Verbesserungen an den Zwittern aus mobilen Spielkonsolen und Handys und liess die Preise verschiedener Modelle mächtig purzeln. Fehler, die schnell die Poleposition kosten können. Nokia konnte die halten, nicht jedoch ihre Betriebsmarge.
Um diese und den Umsatz wieder abheben zu lassen, wurde bei Nokia nicht nur die Produktpolitik überdacht. In der Folge erkannte man auch, dass die zentral entwickelten und gesteuerten Markom-Massnahmen den verschiedenen Marktgegebenheiten und -bedürfnissen zu wenig Rechnung getragen hatten. Dass also den lokalen Agenturen für die Kampagnenkonzeption mehr Freiheit gewährt werden sollte. «Bis vor wenigen Monaten galt alles, was aus Finnland kam, als sakrosankt und war zu adaptieren», blickt Grey-CD Enrico Bachmann zurück. Ihm waren die austauschbaren Lifestyleanzeigen für die verschiedenen Nokia-Modelle längst ein Dorn im Auge.
Erst mit dem Launch von Nokias Ngage wurde einer Schweiz-relevanten Grey-Umsetzung mit mehr Impact – Teaser-Kampagne und Trade-Marketing-Massnahmen – zugestimmt. Langsam fing die Arbeit an Früchte zu tragen. Für die Einführung des Modells 6230i wurde der Zürcher Agentur erstmals völlig freie Hand geboten. Sogar auf die blauen und grünen Balken wurde plötzlich verzichtet.
«Mit minimalistischem und neuem Look and Feel wollen wir uns für die kommenden Modelle aufs Produkt und seine wichtigsten Features konzentrieren», sagt Bachmann. Die EyeCatcher-Motive dramatisieren den Benefit. Themenbereiche wie Imaging, Videokamera-Funktionen oder Musikwiedergabe ergänzen das Styling, das wie in der Autowerbung die Produkterotik steigert. Im eigenständigen Layout dürften künftig Bandelkampagnen wie auch einzelne Modelle auftreten. Nicht nur Nokia Schweiz scheint auf den Geschmack gekommen zu sein: Nebst der Sponsoring-Anzeige im sexy Look wurde ein Motiv bereits von den Verantwortlichen in Österreich gebucht.
Handys mit Kompetenzen: Die neue Nokia-Werbung stellt sie vor.

Nicht mehr die ganze Welt: Nokia verzichtet auf uniformen Lifestyle.
Luca Aloisi

Mit der Pinzette

Gastkommentar Das Lifting der SonntagsZeitung tut allen gut. Bloss: Mit ihrem Redesign ist das Blatt in de Wecks Sackmesser gelaufen, findet Peter Rothenbühler.

Gastkommentar Das Lifting der SonntagsZeitung tut allen gut. Bloss: Mit ihrem Redesign ist das Blatt in de Wecks Sackmesser gelaufen, findet Peter Rothenbühler.
Ein genialer Wurf ist das neue Layout der SonntagsZeitung nicht. Muss es auch nicht. Denn das Blatt hatte schon immer eine gute Optik. Und wäre auch schlecht beraten, den Versuch zu unternehmen, das fantastische Design der NZZ am Sonntag zu toppen. Mission impossible.In diesem Bewusstsein sind die Gestalter offenbar auch ans Werk gegangen: beinahe etwas zögerlich. Design mit der Pinzette würde ich das nennen. Das Resultat sieht entsprechend nach «changer pour changer» aus. Gut, der sechsspaltige Umbruch ist lesefreundlicher. Sonst bringt das Lifting allerdings keine wesentlichen Besserungen. In der Blattstruktur bleibt alles beim Alten (danke!). Neu sind ein paar Kurzfutterrubriken und zwei, drei neue Kolumnisten (ich freue mich auf Markus Gisler).
Als ich verschlafen zur SonntagsZeitung griff und über dem Logo «heute neu» las, dachte ich erst: Wie in der Migros. Und dann: Das wollen wir doch hoffen. Es dauerte, bis ich merkte: Aha, Layout aufgemotzt! Wer dann genauer hinguckt, stellt fest: Am auffälligsten sind die Farbbalken auf den Bundauftaktseiten. Ähnlich wie bei den englischen Quality-Sonntagsblättern. Kann also nicht falsch sein. Bloss sind die Farben ein bisschen pastelliger als bei der Sunday Times, auch das Logo-Blau auf Seite eins hat etwas Hungriges (die sattere Variante gefiel mir besser).
Ärgerlich hingegen ist die Grossbuchstabenorgie in diesen Anrissbalken. Tut weh in den Augen. Dumme Modesache, widerspricht allen Regeln der Kunst, muss überdacht werden. Zeitungspsychologen lesen aus kleinsten Veränderungen Hochpolitisches heraus: Warum hat man den Namenszug DE WECK so massiv verkleinert, und sogar das Foto von «RdW»? Ranküne oder Dummheit? DE WECK war vorher eine Marke, kam – bumm! – daher wie ein Logo. Heute ist der Name nur noch mageres Obertitelchen.
Ich tippe auf Dummheit. Denn die neue Gestaltung der Kolumnenköpfe ist auch sonst hirnlos: Um bei Roger de Weck zu bleiben. Da liest man also undifferenziert: «De Weck, Wir laufen ins Sackmesser, Der Publizist Roger de Weck lebt in Zürich und Berlin, Er kam, sah und ging …». Sicherlich gehört der Titel «Wir laufen ins Sackmesser» nicht zum guten Roger de Weck, sondern direkt zum «Er kam, sah und ging», also zum Textanfang. Die Leserinnen und Leser lesen bekanntlich von oben nach unten. Und sie möchten Ordnung!
Doch das sind lediglich Details. Im Ganzen ist die neue SonntagsZeitung aus dem Hause Tamedia eleganter und schöner geworden. Doppelleser können jetzt auch das Original und das «Me Too»-Produkt von der Falkenstrasse viel besser (und auf jeder Seite) unterscheiden. Fazit: Das Lifting tut allen gut.
> Peter Rothenbühler ist Chefredaktor von Le Matin und Le Matin Dimanche.

Musqueteers sprechen für Hitachi

Datenspeicher Die Zürcher Agentur Musqueteers ist ab sofort für die PR- und Medienarbeit von Hitachi Data Systems (HDS) Schweiz im Einsatz.

Datenspeicher Die Zürcher Agentur Musqueteers ist ab sofort für die PR- und Medienarbeit von Hitachi Data Systems (HDS) Schweiz im Einsatz.Sie erhielt das Mandat nach einem mehrstufigen Pitch innerhalb der PR-Netzwerke der Werbeholding WPP. Musqueteers gehört zu Grey Worldwide Switzerland und vertritt das Grey-Netzwerk GCI in der Schweiz. HDS bietet Speicher-Hardware und -Software sowie Dienstleistungen in diesem Bereich an. Der Schweizer Sitz der japanischen Firma ist in Dübendorf.

Riesenschritt nach vorne

Publishing III Das Programm InDesign CS geht mit neuen Funktionen, besserer Integration und zahlreichen Verbesserungen in die nächste Runde.

Publishing III Das Programm InDesign CS geht mit neuen Funktionen, besserer Integration und zahlreichen Verbesserungen in die nächste Runde.Es geht im Laufschritt voran. 18 Monate nach InDesign CS bringt Adobe nun InDesign CS2. Beim Update handelt es sich um eine weit gehend neue Version mit vielen zusätzlichen Funktionen wie Marginalien, Objektstilen und Fussnoten. Die erneuerte Layoutapplikation wird wiederum als Bestandteil der ab Juni erhältlichen Adobe Creative Suite (CS2) oder separat erhältlich sein. Neue Objektstile: Profis verwenden zum Auszeichnen bzw. Formatieren von Texten Zeichen- und Absatzformate. Für wiederkehrende grafische Elemente (Textkasten, Bildrahmen, Randnotizen) mussten sie sich bisher mit einer Bibliothek behelfen. Das ändert sich nun in der neuen InDesign-Version. Mit den so genannten Objektstilen lassen sich Objekte nach Wunsch formatieren und daraus ein Objektstil erzeugen. Der Vorgang funktioniert ähnlich wie bei den Textformaten: Die Software sammelt sämtliche Attribute des Objekts (Füllung, Kontur, Transparenzeigenschaften, Textrahmenoptionen) und verknüpft es mit dem neu angelegten Objektstil. Änderungen am Format wirken sich dann auf alle Objekte aus, die mit dem Objektstil versehen wurden.
Mauslos formatieren: «Schnell anwenden» nennt sich eine neue Methode zum Formatieren von Texten. Durch Drücken der Apfel- (Mac) oder Ctrl-Taste (Windows) zusammen mit der Zeilenschaltung kann direkt auf alle Absatz- und Zeichenformate oder die Objektstile zugegriffen werden. Ein Pull-down-Menü, das nach dem Betätigen der beiden Tasten erscheint, ermöglicht nun eine Texteingabe. Tippt man jetzt zum Beispiel ein «G», dann zeigt die Palette nur noch Formate/Stile, in denen ein «G» vorkommt – zum Beispiel «Grundtext». Eine Zeilenschaltung weist das Format dem zu formatierenden Text zu. Das macht die Maus arbeitslos – und die Anwender schneller.
Zusammenspiel: InDesign CS2 unterstützt Kompositionen im PSD-Format (Photoshop-eigenes Datenformat), zudem kann auf Ebenen in PDF-Dokumenten (PDF-Version 1.5) zugegriffen werden. Durch Importoptionen und nach dem Import mittels Objektmenü lässt sich definieren, welche Ebene einer platzierten Datei sichtbar sein soll. Weiter lässt sich bei der Aktualisierung von platzierten Objekten wahlweise beibehalten, was im Bild beziehungsweise im PDF-Dokument zu sehen ist. Stattdessen kann auch auf die in Photoshop oder im PDF-Dokument angelegten Ebenen/Kanäle zurückgegriffen werden.
Auch lassen sich nun einzelne Seiten aus mehrseitigen PDF-Dokumenten bequem importieren bzw. auf der Layoutseite platzieren. Zur Auswahl genügt beim Import ein Mausklick zum Blättern.
Textimport: InDesign CS2 löst selbstständig Namenskonflikte bei Zeichen- oder Absatzvorlagen, die beim Import von Dokumenten im Microsoft-Word-Format öfters auftreten. Besonders praktisch ist, dass die Word-Vorlagen InDesign-Vorlagen zugewiesen werden können. Konkret kann eine Vorlage «Titel 1» beim Import direkt in die Vorlage «Haupttitel» des InDesign-Dokuments verwandelt werden. Diese Importeinstellungen lassen sich zudem speichern.
Smart Text: Die einen werden es lieben, andere sich daran stören: Wie aus Office-Applikationen oder QuarkXPress bekannt, kann man nun auch in InDesign CS2 Text per «Drag&Drop» verschieben. Dank der Funktion «Textbearbeitung durch Ziehen und Ablegen» muss dazu der Text lediglich markiert und kann dann an eine andere Stelle im Dokument gezogen werden. Gleichzeitiges Drücken der Alt-Taste kopiert den Text – und falls ein neuer Textrahmen erstellt werden soll, kann das elegant durch Drücken der Apfel/Ctrl-Taste erfolgen. «Textbearbeitung durch Ziehen und Ablegen» ermöglicht auch eine dynamische Rechtschreibkontrolle und einen verbesserten Umgang mit Benutzerwörterbüchern.
Echte Fussnoten: Layouten von mehrseitigen Dokumenten war bisher eine relativ einfache Angelegenheit – zumindest solange keine Fussnoten verlangt waren. InDesign CS2 befreit auch von diesem Manko. Mit einem einfachen Befehl («Fussnote einfügen») können nun mit der Fussnotenreferenz mitlaufende Fussnoten erzeugt werden. Diese lassen sich einfach global formatieren.
Marginalien: Neben den Fussnoten waren bisher die Marginalien (Texte in Randspalten) eine weitere Hürde. Adobe nennt eine Funktion, die hier Abhilfe schaffen soll, trefflich «verankerte Objekte». Dazu muss der Textcursor an die entsprechende Position gesetzt und ein verankertes Objekt eingefügt werden. InDesign fragt dann ab, mit welchem Versatz zum Cursor der Rahmen platziert werden soll.
Neben im Text mitlaufenden Grafiken ist auch ein Versatz ausserhalb der Spalte möglich. Das geht so weit, dass man InDesign anweisen kann, verankerte Rahmen immer an der Seiten-Aussenkante zu positionieren: Bei linken Seiten also links, bei rechten rechts. Rutscht die Verankerung im Lauftext nun von einer linken auf eine rechte Seite, wechselt auch die Marginalie automatisch die Seite bzw. wird gespiegelt.
Vektorgrafiken: Viele Elemente/Grafiken, die früher mit z. B. Illustrator oder Freehand erstellt wurden, können heute direkt in InDesign produziert werden. Um das Handling mit Vektorpfaden nochmals zu verbessern, hat Adobe den Pathfinder ausgebaut. Damit können nun auch in InDesign zum Beispiel mehrere Vektorobjekte zu einem zusammengefügt oder ein Vektorobjekt von einem anderen rechnerisch abgezogen werden.
Farbmanagement: Adobe hat das ICC-Farbmanagement in der Creative Suite 2 praxisbezogener gestaltet. Auch die ungewollten CMYK-zu-CMYK-Transformationen gehören damit der Vergangenheit an. Wichtig zu wissen ist, dass bei sämtlichen Applikationen der Creative Suite (inklusive InDesign CS2) das Farbmanagement standardmässig eingeschaltet ist.
Farben: Wer sich in Illustrator mühevoll Farbfelder anlegt, kann auf diese jetzt direkt in InDesign, Photoshop und GoLive zugreifen. Dazu müssen die Farbfelder im Adobe-Swatch-Exchange-Format (*.ase) exportiert werden.
Metadaten: Um seine Daten künftig schneller zu finden, beschreibt man diese sinnvollerweise mit Metadaten. Für den Umgang mit diesen Objekte, Bilder und Dokumente beschreibenden Daten hat Adobe bereits seit längerem das XMP-Metadatenformat entwickelt und in früheren InDesign-Versionen zugänglich gemacht. InDesign CS2 geht mit gutem Beispiel voran und trägt gleich selbstständig die verwendeten Farben und Fonts in die Metadaten jeder Datei ein. Clever, denn so werden in der Adobe Bridge (in Creative Suite 2 integrierter Datei-Browser) bereits wichtige Informationen zum Dokument ersichtlich. Das geht so weit, dass man künftig nach InDesign-Files suchen kann, die etwa eine bestimmte Sonderfarbe oder Schrift verwenden.
Kompatibel mit CS1InDesign CS2 ist mit InDesign CS1 kompatibel. Adobe verwendet dafür das InDesign-Interchange-Format, eine komplette XML-Abbildung («Extensible Markup Language») der InDesign-Datei. InDesign CS1 kann eine solche Datei öffnen. Voraussetzung ist allerdings ein entsprechendes Update der Creative Suite. Dieses kann bereits auf der Adobe-Website heruntergeladen werden. Aber oft muss nicht das ganze Dokument ausgetauscht werden: Wer InDesign-Objekte per Drag&Drop auf den Schreibtisch oder in die Adobe Bridge zieht, erzeugt so genannte Snippets (kleine XML-Files mit InDesign-Inhalt). Diese Snippets können dann in andere InDesign-Files platziert werden. Dabei wird sogar die Position des Ursprungsdokuments übernommen.
Fortschritte bei XMLAdobe hat auch den XML-Import und -Export stark überarbeitet. Mit Hilfe der zum Markieren von Dateien mit Metadaten konzipierten XML lassen sich nun Tabellen durchgehend «taggen», also mit dem Original verknüpfen, und auch exportieren. Weiter wird es so möglich, Inhalte aus Datenbanken in Tabellen einfliessen zu lassen. Die XML-Files können beim Import nun auch wie Bilder und Grafiken verlinkt werden. Dadurch ist eine einfache Aktualisierung möglich.
Beim XML-Import gibt es weitere spannende Erweiterungen. Wer viele Datensätze aus einer Datenbank als XML-Inhalt ins Layout übernimmt, braucht dazu nur einen Mustersatz zu formatieren. Die nachfolgenden Datensätze übernehmen automatisch die Formatierung/das Aussehen des ersten. Weiter können auf Wunsch nur Elemente importiert werden, die auch in der Struktur von InDesign vorkommen – oder es lassen sich Elemente aus InDesign löschen, die nicht im XML-File vorkommen.
Der Austausch von Inhalten mit Adobe GoLive, der schon mit der Creative Suite 1 Einzug hielt, ist ebenfalls verbessert worden. Zum einen können nur selektierte Objekte oder ein Seitenbereich für GoLive exportiert werden, zum anderen kann GoLive CS2 jetzt direkt XHTML-Sites (eine HTML-Erweiterung) erzeugen. Für einfache Print-Web-Integration ist dies eine besonders hilfreiche Funktion.
InDesign CS2 ermöglicht das Auslesen von Ebenen aus Photoshop- und PDF-Dokumenten.

Absatz-, Zeichenformate und Objektstile sind zentral zugänglich.
In InDesign CS2 kann das Aussehen von Objekten als Stil gesichert werden.
Word-Formatvorlagen können InDesigns Zeichen- und Absatzformaten zugewiesen werden.
Verankerte Objekte (für Marginalien zu verwenden) sind auch ausserhalb der Satzkante positionierbar.
InCopy CS2Auch Adobe InCopy wurde erneuert. Das separat erhältliche Programm InCopy CS2 ist für Redaktoren, was Adobe InDesign für Gestalter ist. Aufbauend auf der gleichen Text-Engine, lassen sich in InCopy von InDesign freigegebene Artikel zeilengenau schreiben. Noch während der Gestalter an der Seite arbeitet, kann der Redaktor mit dem Abfüllen der Texte beginnen. Die Verbindung zwischen InCopy und InDesign stellt in grösseren Umgebungen ein Redaktionssystem her.
Für kleinere Arbeitsgruppen gibt es Adobe LiveEdit (früher: InCopy-Bridge), eine auf dem File-System basierende Verbindung zwischen InDesign CS2 und InCopy CS2. Beim Einsatz der Creative Suite 1 muss der Redaktor bei dieser File-System-Lösung Zugriff auf die InDesign-Datei haben, um zeilenverbindlich schreiben zu können. Neu schaffen hier Assignments Abhilfe. Assignments sind eine Art Mini-InDesign-Layouts für InCopy. Sie beinhalten nur noch das, was für den jeweiligen Redaktor wichtig ist. Dies ist vor allem dann eine wichtige Erweiterung, wenn Redaktion und Produktion örtlich getrennt sind.
Darüber hinaus lassen sich mit dem Positionierungswerkzeug Bilder in bestehende Rahmen platzieren oder darin verschieben. Mit InCopy CS2 kann auch auf in InDesign angelegte Ebenen zugegriffen und können Dokumente im Word- als auch im RTF-Format geöffnet werden. Zudem ermöglicht die Applikation erstmals den Text-vor-Layout-Workflow, ohne dass dafür zusätzliche Werkzeuge von Drittherstellern notwendig wären.
(hu)
Haeme Ulrich

Tiger im Scheinwerferlicht

Publishing I Mit der Version 10.4 von Mac OS X liefert Apple ein richtungsweisendes, wichtiges Update ab.

Publishing I Mit der Version 10.4 von Mac OS X liefert Apple ein richtungsweisendes, wichtiges Update ab.Von Apple-Konkurrent Microsoft ist zu hören, dass deren Nachfolge-Betriebssystem von Windows XP erst spät im kommenden Jahr fertig sein soll. Longhorn, so der Codename des Updates, wird dann bestimmt zu einer besonders ernst zu nehmenden Herausforderung für Apple. Das in Mac OS X integrierte, auf Unix basierende Sicherheitssystem gilt bis dato als wichtiges USP für das bereits fünfmal erneuerte Betriebssystem. Doch auch Longhorn soll mit einem umfassenden Systemschutz vor Viren und anderen Schädlingen ausgestattet werden. Da ist es vor der Markteinführung von Longhorn für Apple besonders wichtig, noch einmal den Abstand bei der Technologieführerschaft auszubauen, um dann vor oder nach Erscheinen von Longhorn nachlegen zu können. Oren Ziv, Director Product Marketing (verantwortlich für Europa, den Mittleren Osten und Afrika), sprach in Zürich bei der Vorstellung von Mac OS X zu einer in der Schweiz nie da gewesenen grossen Schar von Journalisten. Das Interesse am mit Tiger bezeichneten Betriebssystem-Update ist gross.
Mit Mac OS X v10.4, so der offizielle Name, bringt Apple ein bedeutendes Update auf den Markt. Ziv spricht von über 200 «bahnbrechenden» Neuerungen. Das ist natürlich relativ; bei den Funktionen Spotlight, Automator und vielleicht auch Dashboard trifft dies aber mit Sicherheit zu.
Wer sucht, dem wird gefundenDer Suchscheinwerfer Spotlight ermöglicht eine neue Art des Suchens. Statt wie bisher nur nach Bezeichnungen von Dokumenten, Bildern, Musikstücken oder Videos bzw. in Kontakten oder Terminen zu suchen, ist Spotlight in der Lage, selbst im Inneren von Dokumenten nachzuschauen – ohne das entsprechende Dokument zu öffnen. Wer sich vage an ein PDF-Dokument erinnert, welches das Berner Oberland zeigt, hat vielleicht Glück mit der Suche nach «Schilthorn». Wenn der Name des 2970 Meter hohen Bergs innerhalb eines Dokuments oder als Teil des Dokumentnamens verwendet wurde, dann findet Spotlight diesen – wo immer der Begriff auch vorkommt. Auf Wunsch werden die Treffer in einer Übersicht nach Dokumenttypen geordnet und mit Vorschaubild dargestellt. Ein Klick auf den zum Beispiel zugänglichen und als PDF vorliegenden Ferienprospekt markiert das gesuchte Wort sogar im Dokument. Gleiches gilt für die Suche nach Daten im Finder (auf Betriebssystemebene), in der Applikation Mail (Outlook Express/ Entourage funktioniert auf Anfrage noch nicht) oder in anderen Applikationen.
Damit ist Spotlight fast schon ein kleines Assetmanagementsystem – wer nach ordentlich mit Schlagworten (Metadaten) versehenen Bildern sucht, wird auf Spotlight nicht mehr verzichten wollen. Auch lassen sich so genannte intelligente Ordner erstellen und damit verschiedenste Dateien (Mails, Bilder, Adressen, Word-Dokumente etc.) projektorientiert und dynamisch/automatisch verwalten. Auf diese Art können zum Beispiel auch Backups von Daten erstellt werden.
Konfigurierbares DashboardEine «aufgesetzte» Angelegenheit sind die Mini-Applikationen innerhalb des weiteren Tiger-Highlights Dashboard (zu deutsch: Armaturenbrett), so genannte Widgets. Als neue Ebene landen die kleinen Helfer per Tastendruck oder «Hot Corner» (wenn man mit der Maus in eine definierte Ecke rutscht) zwischen Mattscheibe und eigentlicher Betriebssystem-Oberfläche. Dort verrichten zuerst einmal einige von Apple mitgelieferte Widgets ihren Dienst und helfen beim Umrechnen von Währungen, zeigen Temperaturen in Los Angeles an oder aktuelle Börsenkurse (für die beiden Letzteren ist eine Internetverbindung erforderlich) oder dienen als Spiele schlicht der Unterhaltung.
Praktische Spielereien? Ja, auf den ersten Blick bestimmt. Aber nicht nur. Interessant an den Widgets ist nämlich, dass diese (relativ) einfach selbst erstellt werden können. Die Mini-Applikationen sind, wenn man es genau nimmt, Miniatur-Websites. Sie können mit gewöhnlichen HTML-Kommandos erstellt, mit Cascading Style Sheets (CSS) formatiert und mit JavaScript programmiert werden. Es ist bestimmt nur eine Frage der Zeit, bis eine ansehnliche Anzahl branchenspezifischer Widgets zur Verfügung steht und der clevere Ansatz aus der Ecke der verspielt wirkenden Tools ins richtige Licht gerückt wird (siehe Kasten Seite 24).
Visuelles AppleScriptDie Script-Sprache AppleScript ist seit langem eines der herausragenden Features des Apple-Betriebssystems – nur wurde es in der Vergangenheit seitens der Anwender viel zu selten benutzt. Wenn auch die Aktionen im neuen Werkzeug Automator nicht unbedingt AppleScripts sind (aber solche enthalten können), so wird der Ansatz des einfachen Automatisierens von Routineaufgaben auf fruchtbareren Boden bei den Anwendern fallen. Der Automator stellt dafür den Rahmen zur Steuerung von Applikationen zur Verfügung. Nach der Wahl des kleinen und besonders einfach zu bedienenden Programms werden die mit Automator zugänglichen und logischen Aktionen/Funktionen sichtbar. Der Rest ist «Drag & Drop» und das Hinterlegen von Parametern. So lassen sich einfach Arbeitsabläufe (direkt) oder Programme (indirekt nachträglich veränderbar) speichern.
Auch der Automator mag auf den ersten Blick nach Spielerei aussehen. Bereits sind aber herunterladbare Aktionen zum Steuern von zum Beispiel Adobe InDesign verfügbar. Richtig eingesetzt, lassen sich damit dann Produktivitätsfortschritte bei sich wiederholenden/wiederkehrenden Abläufen erzielen.
Neuerungen en masseWie erwähnt, sollen mehr als 200 neue Features insgesamt in das grosse Update eingeflossen sein. Zu den wichtigeren zählen hier noch Safari RSS und iChat AV.
Der deutlich schnellere Browser Safari kann die immer beliebter werdenden RSS-Feeds (Really Simple Syndication; auch Rich Site Summary) direkt darstellen, filtern, sortieren etc. Zudem kann man sich mit der Safari-Funktion «Privat Surfen» spurlos im Web bewegen: Die History wird nicht geführt, keine Daten werden heruntergeladen und auch keine Formulare einfach automatisch ausgefüllt.
Die Audio- und Videokonferenz-Software iChat AV ermöglicht, mit mehreren Personen gleichzeitig zu sprechen bzw. sich per Videokonferenz auszutauschen. Nachteilig sind hier die hohen System-/Hardware-Anforderungen und die Tatsache, dass beide Seiten ein .Mac- (von Apple), AIM- (von AOL) oder Jabber-Account (Jabber Inc.) benötigen. Dafür profitieren die Anwender von einem neuen Code (H.264), der auch in der neuen Version QuickTime 7 zu deutlich besseren Ergebnissen bei der Wiedergabe von Bewegtbildern führt.
Apple bekennt sich nach wie vor zu Industriestandards. Zudem wurde auch im Tiger die Kompatibilität mit Windows-Systemen verbessert. Namentlich wurden beim Home Directory, bei SMB, VNP sowie beim Zugriff auf Microsoft Exchange Server Verbesserungen erzielt. Mehrheitlich für den privaten Gebrauch erweitert wurden die Programme .Mac Sync (Synchronisieren zwischen Macintosh-Computer und Daten auf einem iDisk genannten Datenträger im Internet oder Abgleichen zwischen zwei Macs). Damit sind im kleineren Rahmen auch Datensicherungen möglich oder lassen sich Daten dezentral speichern, auf die dann von jedem Webzugang aus zugegriffen werden kann.
An der neuen Mail-Applikation gefällt am besten, dass Bilder vor dem Verschicken noch im Datenvolumen bzw. in ihrer Bildgrösse verändert werden können – das ursprüngliche Bild aber im Originalzustand bleibt. Überhaupt präsentiert sich die neue E-Mail-Software ausgereifter, erwachsener.
Hingegen missfallen die inzwischen sehr verwässerten Oberflächen vieler Apple-Programme: Verläufe, Aluminium-Look und «Quartz»-Buttons driften immer mehr auseinander – die Pro-Applikationen präsentieren sich wiederum anders.
Insgesamt sind es aber nicht die mehr als 200 Features, die Apples neues Betriebssystem 10.4 auszeichnen, sondern vielmehr die neuen Ansätze und Möglichkeiten beim Umgang mit dem Computer (Spotlight, Automator und Dashboard). Dazu zählt auch die Entlastung des Anwenders bei Routinearbeiten, was zu einer verbesserten Produktivität führt.
Geblieben ist ein moderater Preis. Für 189 Franken ist eine Einzelplatz- und für 279 Franken eine 5-Benutzer-Lizenz erhältlich. Das ist nicht viel für so viel Tiger. Und für 699/1399 Franken gibt es den Tiger ebenfalls als rundum erneuerten Server für zehn bzw. eine unlimitierte Anzahl Clients. Zum Schluss ist eine Frage noch offen, die aber unbeantwortet blieb: Wie heisst wohl die nächste Katze – und wann wird sie aus dem Sack gelassen?
Die Software Dashboard ermöglicht das Einblenden von Mini-Applikationen, so genannten Widgets.

Eine weitere zentrale Neuerung in OS X 10.4 ist das neue Suchwerkzeug Spotlight.
Mit dem Automator lassen sich auf einfache Art und Weise Arbeitsabläufe zusammenstellen.
Widgets und Automator-AktionenWidgets sind per Tastendruck zugängliche Miniprogramme. Technisch sind sie eine Zusammenfassung mehrerer Dateien. Neben einer HTML-basierenden Seite für Layout und Struktur sorgt eine CSS-Datei für die Formatierung. Mit JavaScript können Programmierungen vorgenommen werden. Dazu kommen Hintergrundbilder (im .png-Format) sowie ein als .plist bezeichnetes Dokument, womit sich weitere das Widget betreffende Funktionen definieren und Parameter voreinstellen lassen. Diese Dokumente müssen in einen Ordner kopiert, dieser mit .wdgt bezeichnet und im entsprechenden Verzeichnis (…/Library/Widgets) beim User oder auf Systemebene abgelegt werden – fertig ist das Widget. Erste für den Schweizer Markt adaptierte oder neue Widgets hält die Website Macprime unter www.macprime.ch/widgets bereit.
Mit dem Automator können zur Verfügung stehende Funktionen von Programmen zu Aktionen zusammengefasst werden. Neben den mit OS X v10.4 mitgelieferten Apple-Applikationen können auch z. B. InDesign oder Photoshop dirigiert werden. Von Drittanbietern sind bereits vorgefertigte, kaufpflichtige Aktionen zum Download erhältlich. (jf)
Jürgen Franck

get_footer();