Ogilvy sichert sich Lenovo-Budget

Computer Der Computerkonzern Lenovo hat Ogilvy & Mather mit seinem weltweiten Kommunikationsbudget betraut.

Computer Der Computerkonzern Lenovo hat Ogilvy & Mather mit seinem weltweiten Kommunikationsbudget betraut.Damit setzt Lenovo auf Kontinuität: Ogilvy ist die Stammagentur von IBM, deren PC-Geschäft das chinesische Unternehmen übernommen hat. Die Agentur soll einerseits Lenovo als weltweite Marke aufbauen und anderseits für die «Think»-Produktreihe mit den ThinkPad-Laptops und ThinkCentre-Desktoprechnern werben. Für Dialogmarketing wird OgilvyOne zuständig, für Online-Massnahmen Ogilvy Interactive und für Media die Schwesteragentur Mindshare. Ausserdem hat Lenovo Ogilvy PR Asia-Pacific zur Leadagentur für Investor Relations ernannt. Über die Höhe des Mandats wurde nichts bekannt. Laut Advertising Age hat IBMs PC-Division im vergangenen Jahr über 113 Millionen Dollar brutto für Werbung ausgegeben.

Deutsche Regierung untersagt Tabakwerbung

Werbeverbote Die deutsche Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf für ein grundsätzliches Verbot von Tabakwerbung in Rundfunk, Presse und Internet

Werbeverbote Die deutsche Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf für ein grundsätzliches Verbot von Tabakwerbung in Rundfunk, Presse und Internetsowie von Tabaksponsoring an grenzüberschreitenden Veranstaltungen verabschiedet. Sie folgt damit einer EU-Richtlinie, die bis Ende Juli umgesetzt werden muss. Die Regierung hält aber an ihrer Klage gegen die Richtlinie beim Europäischen Gerichtshof fest. Sie ist der Ansicht, dass die EU keine Kompetenzen hat bei Medien, die ausschliesslich den inländischen Markt bedienen. Man gehe davon aus, dass die Klage erfolgreich sein werde, heisst es, doch sei vor Ende 2005 nicht mit einem Urteil zu rechnen …

IPM vermarktet Kiosk-Screens lokal

Point of Sale Ab sofort übernimmt IP Multimedia Schweiz (IPM) exklusiv die lokale Vermarktung der Swiss Kiosk Screens (SKS).

Point of Sale Ab sofort übernimmt IP Multimedia Schweiz (IPM) exklusiv die lokale Vermarktung der Swiss Kiosk Screens (SKS).IPM war bisher bereits im nationalen Verkauf für SKS tätig. Das Netzwerk von 17-Zoll-Bildschirmen umfasst demnächst 200 Kioske in der ganzen Schweiz.

Die Aargauer schieben gut

Banken II In kaum einem anderen Kanton ist die Bankenvielfalt und -dichte so hoch wie im Aargau. Mit der ersten Kampagne von FCBLK will sich die Neue Aargauer Bank top of mind halten.

Banken II In kaum einem anderen Kanton ist die Bankenvielfalt und -dichte so hoch wie im Aargau. Mit der ersten Kampagne von FCBLK will sich die Neue Aargauer Bank top of mind halten.
Mehrere, ausschliesslich in ihrem Kanton tätige Banken, kümmern sich um die Geldangelegenheiten der Aargauer. Neben Aargauer Kantonalbank, Hypobank Lenzburg und der kantonal aktiven Raiffeisenbank ist die Neue Aargauer Bank (NAB) – eine Tochtergesellschaft der CS-Gruppe mit einer Bilanzsumme von über 16 Milliarden Franken und rund 300000 Kundenbeziehungen – die Nummer eins im Kanton. Ausserdem ist sie die zweitgrösste Regionalbank der Schweiz. Dazu kommen all die national tätigen Institute, die ohne Aargauer Seele im viertgrössten Kanton der Schweiz aktiv sind.Allerdings ist der Vorteil der kantonalen Ausrichtung und Markenpersönlichkeit der NAB durch ihre Grösse für manchen Aargauer und manche Aargauerin nicht immer einfach erkennbar. Wer ist wer, und welche Bank bietet was an? Zur allgemein herrschenden Verwirrung haben unter anderem die ähnlichen CIs der bekanntesten Aargauer Banken beigetragen. Die meisten benützen zum Beispiel ein blaues Logo und Blau als Hausfarbe.
Grundhaltung als AusgangspunktTrotz der grossen Anbietervielfalt und der Wahlmöglichkeit – die Aargauer schätzen vor allem eine Bank, die einen starken Bezug zur Region hat, nah ist und sich für ihre Kunden persönlich engagiert. Vorausgesetzt allerdings, sie ist leistungsfähig und kompetent.
Die Neue Aargauer Bank, deren Wurzeln bis 1812 zurückreichen, bietet beides – Nähe und Professionalität. Die Kreativplattform der neuen Kampagne fand die Walliseller Agentur FCB Leutenegger Krüll aber nicht im Lokalkolorit, das von anderen Instituten bis zu holprigen Claims ad absurdum geführt wurde, wie im Claim «Wir Aargauer». Viel- mehr rückte Mike Krülls Team das Konzept auf die übergeordnete Geschäftsphilosophie der NAB – ihre Lösungsorientierung. Auf dieser Metaebene positioniert, schwingen Dienstleistungsangebote mit, die vom persönlichen Kontakt bis zum Coaching reichen.
Der neue Claim «Wir lösen das» ist denn auch Versprechen und Verpflichtung zugleich, Werte wie Nähe und Professionalität für Kundschaft einzubringen. Entwickelt hat die Agentur eine Kampagne, die das Lösungsmanagement sehr spielerisch und für verschiedene konkrete Bedürfnisse umsetzt – für Private Banking, Hypotheken wie für Firmenkunden. Die Kampagnenidee, hergeleitet aus dem Schiebespiel, bei welchem Zahlen durch Verschieben geordnet werden müssen, unterstreicht diesen Ansatz direkt und plakativ.
«Wir lösen das» wird somit intern wie extern zum Programm der NAB und spornt an, zu jedem Kundenbedürfnis tatsächlich die beste Lösung zu finden, ein Versprechen, das es einzulösen gilt.
Lösungsorientierung statt Lokalkolorit im Vordergrund: FCBLK setzt im Aargau neue Akzente.

Luca Aloisi

Tagi relauncht Zueritipp.ch

Online Der Züritipp, der Ausgehführer des Tages-Anzeigers, relauncht seine Website.

Online Der Züritipp, der Ausgehführer des Tages-Anzeigers, relauncht seine Website.In aufgefrischtem Layout soll Zueritipp.ch ab 19. Mai noch mehr nützliche Informationen aus den Tagi-Datenbanken bereitstellen. Neu sind auch interaktive Angebote wie «Movie Rating» und «City Blog».

Kleine Kamera mit grossem Display

Digitalfotografie Die Dimage X60 ist eine elegante und hochauflösende Digitalkamera mit einem 5-Megapixel-CCD und einem perfekt im Kameragehäuse geschützten optischen 3fach-Zoomobjektiv.

Digitalfotografie Die Dimage X60 ist eine elegante und hochauflösende Digitalkamera mit einem 5-Megapixel-CCD und einem perfekt im Kameragehäuse geschützten optischen 3fach-Zoomobjektiv.Highlights sind ihr 6,3 cm grosses Display, die vielseitigen Funktionen, der integrierte Speicher (15 MB) und die hochwertige Verarbeitung. Erhältlich ist die Kamera in den Farbtönen Blau, Rot und Silber.

Echt wie das Leben

Design Bildbearbeitung ist eine Kunst, die viel Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen, ein gutes Auge und modernste technologische Arbeitsmethoden erfordert.

Design Bildbearbeitung ist eine Kunst, die viel Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen, ein gutes Auge und modernste technologische Arbeitsmethoden erfordert.In dieser Branche hat sich das Atelier Straumann bei Kennern einen Namen geschaffen. Mit Publicis’ Kampagne soll der Bekanntheitsgrad weiter steigen. Die gewählte Lösung verzichtet auf spektakuläre Bildmanipulationen und stellt stattdessen subtile Bildbearbeitungen ins Zentrum. «Echt wie das Leben selbst», lautet der Claim, auch wenn nicht die Zeit, sondern das Atelier Straumann seine Spuren hinterlassen hat. Weitere originelle Anzeigen werden folgen.

Solothurner Verwirrspiel

Beteiligungen Das Seilziehen um Vogt-Schild ist nahezu beendet: Peter Wanner ist Sieger. Mit seinem Jubel hätte er allerdings besser zugewartet.

Beteiligungen Das Seilziehen um Vogt-Schild ist nahezu beendet: Peter Wanner ist Sieger. Mit seinem Jubel hätte er allerdings besser zugewartet.Was am 11. Mai in der Solothurner Zeitung und in deren Partnerblättern Aargauer Zeitung (AZ), Oltner Tagblatt (OT) und Zofinger Tagblatt (ZT) verlautbart wurde, kam für SZ-Verleger Fritz M. Schuhmacher eher überraschend. «Die vier Partner sind sich einig geworden, die Mittelland Zeitung langfristig weiterzuführen», war da zu lesen. «Diesen Satz habe ich mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, ist doch punkto Verlängerung des MZ-Verbundes noch nichts entschieden. Die Gespräche laufen», hielt Schuhmacher auf Anfrage der Werbewoche fest.Das wirft eine Frage auf: Wie kam dieser Satz ohne Wissen von Schuhmacher ins gemeinsame Communiqué der MZ-Partner. Ein Nachfragen zeigt schnell: Seitens Vogt-Schild (VS/H) hat CEO Christian Müller den Wortlaut abgesegnet. «Ich auf meiner Ebene halte die MZ für ein erfolgreiches Produkt. Ich muss nichts anderes haben», sagt er. Dessen sei er sich mit den Partner-CEOs einig. Doch auch er weiss: Der MZ-Vertrag wurde seinerzeit auf Verwaltungsratsebene unterschrieben. CEOs haben hier nicht vorzuprellen.
Dass sich VS/H-CEO und VS/H-VR-Präsident punkto Kommunikation nicht abstimmen, ist zwar merkwürdig. Noch befremdender wirkt aber, dass auch Peter Wanner, immerhin VR-Vizepräsident der AZ-Medien und Gallionsfigur der MZ, der Verlautbarung ebenfalls zustimmte, obwohl er davon Kenntnis haben muss, dass sein Verlegerkollege Schuhmacher noch zuwarten will – oder muss. Kommt dazu, dass Wanner mit der Aussage, er wolle sich an der VS/H beteiligen, Schuhmacher quasi als Zögerer hinstellt.
Auch wenn Wanner bloss eine Beteiligungsabsicht äusserte: Er würde eine solche Aussage nie machen, wenn er sich seiner Sache nicht sicher wäre. Wanner wollte sich dazu gegenüber der Werbewoche nicht mehr äussern. Er habe sich schon zu weit aus dem Fenster gelehnt und seitens der MZ-Partner und der PubliGroupe Geharnischtes zu hören bekommen. Das alles deutet darauf hin: Wanner weiss mehr als Schuhmacher.
Letzteres erstaunt nur auf den ersten Blick. Wenn man sich jedoch Schuhmachers heikle Situation vor Augen hält, wird sein Nichtwissen durchaus nachvollziehbar: Schuhmacher ist ja nicht nur SZ-Verleger, sondern zugleich VR-Vizepräsident der PubliGroupe, die zu 35 Prozent an VS/H beteiligt ist. Wegen dieser Doppelrolle bei VS/H ist Schuhmacher bekanntlich im Visier der Wettbewerbskommission. Kein Wunder deshalb, dass der Jurist darauf bedacht ist, sich in seiner heiklen Mission äusserst korrekt zu verhalten. Aus diesem Grund, so betont er, trete er bei den PubliGroupe-VR-Sitzungen «nachweislich in den Ausstand, wenn die VH/S traktandiert ist.»
Wenn dem so ist – und daran ist eigentlich nicht zu zweifeln – dann ist Schuhmacher derzeit nicht im Bild, wie die Verhandlungen der PubliGroupe mit AZM und Espace Media bisher liefen. Wanners Äusserung, das vorprellende MZ-Communiqué sowie die Reaktion aus Bern (siehe Kasten) weisen jedoch darauf hin, dass Wanner mit der PubliGroupe so gut wie handelseinig geworden ist. Unklar bleibt, wie genau.
Offen ist vor allem die Frage, wie denn die von Wanner angebotenen Kreuzverflechtungen am Ende aussehen werden. Fest steht bisher: Die AZ Medien beteiligt sich zu je 5 Prozent an der OT-Herausgeberin Dietschi AG und an der Zofinger Tagblatt AG. Mehr gibts nicht, denn bei beiden Verlagshäusern existiert in den Statuten je eine entsprechende Vinkulierungsklausel. Beide sind aber daran interessiert, sich ebenfalls an AZM zu beteiligen, zudem werden sie sich voraussichtlich auch untereinander verflechten – wiederum zu maximal 5 Prozent.
Das bestätigen die Herausgeber Arthur Tabeling (OT) und Hans Gresch (ZT). Bleibt die Kreuzbeteiligung mit dem Vierten im Bund, der SZ. Hier wird es heikel: Wie viel von ihrem Anteil verkauft die PubliGroupe? Alles – oder nur 15 Prozent, also je fünf Prozent an die drei MZ-Partner? Und was erhält sie dafür? Anteile der AZM sowie von OT und ZT? Die AZ-Regie? Oder die Möglichkeit, das ganze Paket bei der NZZ-Tochter Freie Presse Holding (FPH) einzubringen, um damit die junge Partnerschaft mit der NZZ zu stärken?
Wanner will sich dazu nicht äussern. Arthur Tabeling hingegen wagt sich vor: «Wir haben kein Interesse, der PubliGroupe über die wenigen Freundschaftsaktien, die sie bei uns schon heute hält, noch mehr Anteile abzugeben. Zudem hat sie schon 100 Prozent beim Stadtanzeiger Olten. Das genügt für diesen Raum.» Und zur Spekulation, die PubliGroupe könnte die MZ quasi bei der FPH integrieren wollen, sagt er dezidiert: «Die PubliGroupe wird die MZ vorwärts und sonst nirgendwohin bringen.» In eine ähnliche Kerbe schlägt Hans Gresch: «Wie sehr das ZT selbstständig bleiben will, zeigen die Investitionen von über 20 Millionen Franken für unseren Neubau und die neue Zeitungsrotation.»
Nichts Neues für das Solothurner TagblattWas bedeutet die Absage aus Solothurn für die Espace Media Groupe? Und wie reagiert sie darauf? Sieht man in Bern einen Spielraum, um das Blatt doch noch zu wenden? Und wie geht es mit dem Solothurner Tagblatt weiter, das seine Todesanzeigen nach wie vor gratis druckt? Diese Fragen schickte die Werbewoche nach Bern.
Die Antwort kam postwendend von Albert P. Stäheli, VR-Delegierter der Espace Media. Er schrieb: «Auch wenn die Solothurner Zeitung beziehungsweise die VS/H zur Überwindung ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten nun die Unterstützung der AZ sucht, heisst das nichts Neues für das Solothurner Tagblatt. Seine Entwicklung – wir rechnen bei der nächsten Auflage-Beglaubigung bereits mit einem Wert um die 5000 Exemplare (!) – zeigt, dass für diese redaktionell gut gemachte Zeitung ein echtes Bedürfnis vorhanden ist. Es ist für die Solothurner Bevölkerung offenbar eine Bereicherung, täglich die Wahl aus zwei Zeitungen zu haben. Der erst kürzlich eingeführte Tarifverbund im öffentlichen Verkehr bringt Solothurn und Bern einander noch näher. Und es sieht nicht danach aus, dass sich dieser Trend in absehbarer Zeit ändern würde.» (mk)
Markus Knöpfli

Viva betreut Jugendcamp im Jahr des Sports

Events /Das Kinderdorf Pestalozzi und die Direktion für Zusammenarbeit und Entwicklung (Deza) haben die Zürcher Agentur Viva mit der Gesamtkommunikation für das Jugendcamp «Play for Peace» beauftragt.

Events /Das Kinderdorf Pestalozzi und die Direktion für Zusammenarbeit und Entwicklung (Deza) haben die Zürcher Agentur Viva mit der Gesamtkommunikation für das Jugendcamp «Play for Peace» beauftragt.Events Das Kinderdorf Pestalozzi und die Direktion für Zusammenarbeit und Entwicklung (Deza) haben die Zürcher Agentur Viva mit der Gesamtkommunikation für das Jugendcamp «Play for Peace» beauftragt. Viva erhielt den Zuschlag nach einer Agenturevaluation. Das Jugendcamp wird vom Kinderdorf im Rahmen des Deza-Sonderprogramms «Sport und Entwicklung» organisiert. Es findet vom 13. bis 27. August statt und bildet einen Höhepunkt im Jahr des Sports, das die Uno 2005 ausgerufen hat. Zum Camp werden rund 200 benachteiligte Kinder und Jugendliche aus über 20 Nationen und der Schweiz nach Trogen eingeladen.

Gekaufter Goodwill

Aufgefallen Wie viel kommerzielle Botschaften verstecken sich wirklich in redaktionellen Beiträgen? Eine Untersuchung dieses grassierenden Phänomens tut heute mehr Not denn je.

Kolumne Wie viel kommerzielle Botschaften verstecken sich wirklich in redaktionellen Beiträgen? Eine Untersuchung dieses grassierenden Phänomens tut heute mehr Not denn je.Vor einiger Zeit veröffentlichte meine Kollegin Gabriele Siegert in der Neuen Zürcher Zeitung einen Forschungsbericht über so genannte «hybride Werbeformen». Gemeint ist damit das, was wir früher mit dem solideren Begriff Schleichwerbung bezeichnet haben, also versteckte Werbung im redaktionellen Teil.Zu Recht bemerkt die Zürcher Kommunikationswissenschaftlerin: «Aktuelle Studien gehen davon aus, dass der Einsatz hybrider Werbeformen in vielen Ländern seit einigen Jahren stark zugenommen hat. Dann sagt sie allerdings: «Im Gegensatz zu diesen Ergebnissen gehen die befragten Werbeexperten davon aus, dass dieses Phänomen in der Schweiz nur eine geringe Rolle spielt.» Nur ein Experte (von zwanzig) habe zugegeben, schon einmal mit Druckmitteln gegenüber Redaktionen gearbeitet zu haben, zum Beispiel dem angedrohten Abzug von Inseraten.
Die Frage ist, ob man mit Experteninterviews überhaupt etwas über kommerzielle Botschaften im Redaktionellen herausbekommt. Es kann gar keine Zweifel darüber geben, dass die sowohl an zunehmendem Lesermangel als auch einem schwächeren Anzeigenmarkt kränkelnden Zeitungen und Zeitschriften anfälliger für Druck geworden sind. Nur: Welcher Vertreter eines Grossunternehmens, das viele Anzeigen schaltet, wird einem Interviewer treuherzig erzählen, welche Art Druck er ausübt? Nicht einmal der gedrückte Redakteur wird es sagen, weil er dann Schwierigkeiten mit seinem Anzeigen- oder Verlagsleiter bekommen dürfte.
Die Zahl der Schweizer Printprodukte, die es sich heute leisten kann, wegen eines kritischen Beitrags auf Inserateserien (etwa im Zusammenhang mit Börsengängen) zu verzichten, kann man an den Fingern einer Hand abzählen. Das Problem betrifft im Übrigen auch die Fernsehanstalten. Sogar das öffentlich-rechtliche ZDF hat hunderttausende Euro dafür bezogen, dass irgendwelche Firmen in «Wetten dass …?» vorgekommen sind. Wenn selbst dort solche (inzwischen heftig bedauerte) Sitten einreissen, kann man sich vorstellen, was bei RTL oder Pro 7 abgeht.
Im Klartext: Wer sich mit einem echten, unvoreingenommenen Experten zusammensetzt und unsere Lifestyle-Zeitschriften durchblättert, dürfte zum Ergebnis kommen, dass jeder zweite Artikel irgendwie «gesponsert» ist.
Bei Auto- und Gastronomiejournalismus hatten wir diesen Verdacht ja bereits lange. Mittlerweile greift diese Unsitte allerdings weit darüber hinaus. Auch Tages- und Wochenzeitungen sind längst davon betroffen. Wer die Beilage eines bestimmten Energieanbieters will, kann sich nur schwer weigern, im redaktionellen Teil einen hübschen Artikel über eben dieses Unternehmen zu platzieren. Da versteht es sich natürlich von selbst, dass weder Sponsoren noch Gesponserte daran interessiert sind, dass ihre Gegengeschäfte publik werden.
Wer also die Problematik von «Sonderwerbeformen» (ein Weichspülerbegriff) untersuchen will, sollte an den unterschiedlichsten Ecken und Enden ansetzen. Er wird Werbestrecken und redaktionelle Beiträge inhaltsanalytisch vergleichen müssen, um die Ergebnisse anschliessend mit Agenturen, Verlagen und auch Redaktionen zu diskutieren. Wahrscheinlich muss er sogar an die Grenze zwischen Sozialforschung und journalistischer Recherche gehen.
Anbieten würden sich beispielsweise Interviews mit abgesetzten und pensionierten Kommunikationschefs oder Chefredaktoren. Die Frage ist lediglich, wer solche aufwändigen Studien bezahlt. Verlage, Fernsehanstalten und Werbeagenturen wohl kaum. Also der Schweizer Nationalfonds? Für den dürfte das Thema zu praktisch sein. Wer also legt ein paar hunderttausend Franken auf den Tisch, um uns wahrheitsgemäss über «Sonderwerbeformen» zu informieren? Freiwillige vor.
> Peter Glotz ist Publizist und emeritierter Professor für Medienmanagement der Universität St. Gallen.

«Die nächste Generation ist im Anmarsch»

Frank Foster von Erin Media über konsumentenspezifische Werbung.

Frank Foster von Erin Media über konsumentenspezifische Werbung.WW Was kann die Technologie von Erin Media leisten?Frank Foster Wir können genau herausfinden, was der einzelne Zuschauer gerade sieht, wann er den Kanal wechselt, wo er hinzappt und wie lange er da bleibt.
Was hat die werbungtreibende Industrie davon?
Wir können etwa mit Hilfe von Video on demand spezifische Gruppen von Zuschauern identifizieren. Jene Gruppe etwa, die an Formel-1-Rennen interessiert ist und was sie sonst sieht. Und sie bekommen unsere Daten sehr viel günstiger und schneller als von anderen Anbietern, wo sie mitunter monatelang warten müssen. Mittelständische Unternehmen wie ein Restaurant oder ein lokaler Autohändler können Daten von einer sehr kleinen geografischen Region bekommen und ihre Werbung direkt darauf zuschneiden.
Sind Video on demand und Tivo nicht Technologien, die heute erst in sehr wenigen Fernsehhaushalten zur Verfügung stehen?
Das gilt für heute, ja, aber die nächste Generation ist schon im Anmarsch. Meine Kinder zum Beispiel sehen kaum noch fern, wie wir es kennen, sie nutzen den Festplattenrekorder wie selbstverständlich und wechseln zwischen Informationsquellen wie Internet, Handy oder TV hin und her. Es ist die Technologie der Zukunft.
Interview: Gerti Schön

BaZ verkauft Rittmann

Fachpresse Die Edition Colibri in Wabern übernimmt Ende Juni den Verlag Rittmann von den Basler Zeitung Medien (BZM).

Fachpresse Die Edition Colibri in Wabern übernimmt Ende Juni den Verlag Rittmann von den Basler Zeitung Medien (BZM).Rittmann gibt die Internationale Transport-Zeitschrift und die Fachzeitschrift Fördertechnik heraus. In der Edition Colibri, einer Tochter des Süddeutschen Verlags, erscheinen die Technische Rundschau und das Magazin Logistik. Für die BZM bedeute der Verkauf die Fortsetzung der Konzentration auf das Kerngeschäft in der Nordwestschweiz, heisst es. Die Publikationen der Rittmann AG würden in gewohntem Rahmen weitergeführt.
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