Zahl der Woche

Film Am 19. Mai ist weltweit gleichzeitig die dritte und letzte Folge der «Star Wars»-Saga in die Kinos gekommen. Nach Schätzungen einer Consultingfirma könnten allein in den USA Millionen von Angestellten an den ersten Premierentagen von «Episode II

Film Am 19. Mai ist weltweit gleichzeitig die dritte und letzte Folge der «Star Wars»-Saga in die Kinos gekommen. Nach Schätzungen einer Consultingfirma könnten allein in den USA Millionen von Angestellten an den ersten Premierentagen von «Episode III – die Rache der Sith» heimlich ihre Arbeit schwänzen. Für die Wirtschaft bedeutet das einen Verlust von 627 Millionen Dollar. Erhärtet werden diese Zahlen, weil bei der Premiere von Teil 2 in nur zwei Tagen 9,2 Millionen Fans ins Kino strömten, was nur dank Besuchen auch tagsüber möglich ist. Nebenwirkungen zeigt der filmische Krieg zwischen Jedi und Sith auch im spirituellen Bereich. Mehr als 30000 Scherzkeckse haben bis jetzt in England auf offiziellen Formularen «Jedi» als ihre Religion ausgefüllt. Mit solchen Zahlen muss diese «Religion» gemäss Gesetz in England als offizielle Kirche anerkannt werden.

Interne Identität

Branding Drei von vier deutschen und Schweizer Topunternehmen messen der internen Markenbildung eine erfolgsentscheidende Bedeutung zu und sehen in ihren Mitarbeitern «Markenbotschafter».

Branding Drei von vier deutschen und Schweizer Topunternehmen messen der internen Markenbildung eine erfolgsentscheidende Bedeutung zu und sehen in ihren Mitarbeitern «Markenbotschafter».Bei den 30 im deutschen Aktienindex (DAX) geführten Grosskonzernen sind sogar 90 Prozent dieser Meinung. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Untersuchung von BBDO Consulting, die der Werbewoche exklusiv vorliegt und die 500 umsatzstärksten Unternehmen dies- und jenseits des Rheins berücksichtigt.Das primäre Ziel von unternehmensinternem Branding sehen die befragten Marketingchefs laut Studie darin, eine stabile Kollektividentität bei ihren Mitarbeitern zu erreichen, die wiederum als Basis für eine konsistente externe Kommunikation dienen soll. Als häufigste Mittel werden dafür das Intranet (24%) und die Mitarbeiterzeitung (22%) eingesetzt. Danach folgen E-Mails, Plakate, Workshops und Corporate TV, wobei letzteres Instrument praktisch nur von DAX-Unternehmen angewendet wird.
(oc)

Effizient produzieren

Publishing IV Die A&F Computersysteme AG (A&F) veranstaltete kürzlich ihr traditionelles Seminar.

Publishing IV Die A&F Computersysteme AG (A&F) veranstaltete kürzlich ihr traditionelles Seminar.Unter dem Titel «Die richtigen Werkzeuge für ein effizientes Produzieren» veranstaltete A&F in Sursee ihre jährliche, ganztägige «Monsterveranstaltung». Über ein Dutzend Referenten informierten mehr als 300 Personen über Trends und Entwicklungen in der Druckvorstufe.InDesign CS2 versus XPress 7
Wie bei A&F üblich wurden Programme vorgestellt, die andernorts noch nirgends präsentiert wurden. So war eines der Highlights eine für den Schluss aufgesparte Vorstellung von Quarks in den Startlöchern befindlichem Layout-Programm XPress 7. Überhaupt war die Diskussion um die Führung unter den Layout-Programmen wichtigstes Tagungsthema unter vielen Seminarteilnehmern: Wird Quark XPress seine Führung im Markt halten können oder sich weitere Anteile von Adobe InDesign abjagen lassen? Da am Seminar nur ein bescheidener Anteil von XPress 7 vorgeführt werden durfte, kann die Frage um die «technische Vorherrschaft» immer noch nicht abschliessend beantwortet werden; das in Sursee von Thomas Neumaier, Quark Product Market Analyst Europe, Gezeigte reicht kaum aus, um InDesign-Anwender zum Umsteigen zu motivieren (siehe Beitrag «Alles paletti …», S. 26).
InDesign konnte deutlich zulegen (siehe Beitrag «Riesenschritt nach vorne», Seite 27) – wie die kurz vor der Veröffentlichung befindliche Creative Suite überhaupt. Bei Adobes neuem Software-Bundle, das am Seminar erstmals in Europa vorgeführt wurde, gefallen vor allem die mitgelieferten Tools Version Cue (für das projektbezogene Arbeiten) und Adobe Bridge (für die Dateiverwaltung plus Colormanagement und Anbindung an Stock-Photo-Anbieter). Referent Patrick Stalder, A&F, verwies auch auf die aktualisierten Versionen Photoshop und Illustrator. Besonders praktisch für den Vorstufen-Workflow: Bilddateien können nun in Photoshop CS2 neu mit Vektorgrafiken verknüpft werden und die Vektordaten bleiben editierbar. Daraus könnte Photoshop wieder mehr Bedeutung bei der Bildmontage/-komposition erwachsen. In Illustrator CS2 wurde das früher als Streamline bekannte Vektorisierungswerkzeug integriert. Damit lassen sich Pixeldaten abpausen und in bearbeitbare Pfade/Grafiken verwandeln.
Digitale HelferleinGrosses Interesse fanden die von Erich Hunkeler und Martin Wicki, beide A&F, vorgestellten «kleinen Helferlein». Diese Programmerweiterungen von Woodwing, Callas, OneVision und Jo Lauterbach helfen den Desktop-Publishern beim Erledigen wiederkehrender Arbeiten oder etwa beim schnelleren Formatieren von Texten und Tabellen. Zu dieser Software-Kategorie zählen auch die vielen Werkzeuge für die Erstellung «brauchbarer» bzw. ausgabeoptimierter PDF-Dokumente. Das an sich leidige Thema wurde eingehend diskutiert, vor allem der ISO-Standard PDF/X bzw. /X-3. Leidig deshalb, weil die Ausgabe druckfertiger Dokumente in etwa gleich fehleranfällig ist wie das Belichten von seitenglatten Filmen mit dem Aufkommen des Desktop Publishing in den 80er-Jahren. Um den Standard PDF/X in der Schweiz stärker zu verankern, wurde eigens ein Verein namens «PDF/X ready» gegründet, dessen Ziele Kurt Obrist, PrintOnline, kurz präsentierte.
Mit dbEdix stellten Guido Steger (A&F) und Karsten Hesse (vom Anbieter Opix) eine so genannte Autoren-Software vor. Damit lassen sich aus Daten von Warenwirtschaftssystemen (z. B. SAP) dynamisch ab einer Datenbank entweder zusammengehörige Elemente oder in einer Layout-Ansicht auch ganze Seiten zusammenstellen. Die Verknüpfung von Textelementen wie Produktbeschreibungen, Preise etc. ermöglicht es Marketingstrategen, die Preislegung erst kurz vor Herausgabe eines Katalogs festzulegen – immer mit der Sicherheit, dass auch nur die festgelegten Preise publiziert werden. Präsentiert wurde auch die weiterentwickelte Opix-Lösung MediaCity für die crossmediale Produktion.
Eine andere Richtung schlägt das erneuerte Remote Publishing System ein. Damit können Geschäftsdrucksachen über das Internet und via Webbrowser erstellt, aktualisiert oder auch personalisiert werden. Das aus den Modulen Quark Document Server, IIS Webserver, Remote Publishing Systems und Acrobat Distiller bestehende System ermöglicht damit Grossunternehmen, ihre Drucksachen auch ohne Kenntnisse von Layout-Applikationen zu erstellen. Möglich ist nun auch das Austauschen von in der Assetmanagement-Lösung Opix verwalteten Bilddaten. Der bekannte Consultant Michael Mittelhaus gab einen Überblick über den Vernetzungsansatz mittels JDF/JMF. Mittelhaus geht davon aus, dass die Vorstufe erneut gewaltige Veränderungen erfahren wird. So glaubt er, dass das Ausschiessen von Einzelseiten zu Druckformen eine aussterbende Tätigkeit ist, weil JDF-gestützte Systeme das heute schon ansatzweise können und dies in naher Zukunft vollumfänglich möglich sein wird.
Geteilter Meinung konnte man über den Vortrag von Berufskollege Hans Georg Wenke, Chefredaktor Druckmarkt Schweiz, sein. Mit seinen provokanten, als fiktiver Rückblick versehenen Ansichten versuchte er, die Branche auf die heutigen Missstände («Können Sie beim Bäcker auch den Preis für ein Brötchen aushandeln?») aufmerksam zu machen. Bei seinem Vortrag durfte trotz vieler ernster Prognosen auch herzlich gelacht werden; was dem Seminar gut tat, es dem Schlussredner aber auch erschwerte, wieder den Anschluss an technische Features und Funktionen zu finden.
Für jeden etwasBei den am A&F-Seminar vorgestellten Programmen und Lösungen ging es vor allem um die Produktivitätssteigerung. Am besten gefallen haben die kleinen Lösungen, mit denen sich einfach und komfortabel etwa Umformatierungen von Texten bewerkstelligen lassen. Die Konzepte von dbEdix oder RPS brauchen dagegen zuerst die entsprechenden Kunden, die diese Konzepte verstehen und benötigen. Ist dies der Fall, dann wächst jedoch dank dieser zunehmend Browser- bzw. Java-basierenden Applikationen das Einsparpotenzial bei der Werbemittelproduktion.
Mit dbEdix können Produktmanager Kataloge und Flyer produzieren.

IntegrationDie Vorteile der zentralen Informationsverwaltung (Managed Client) gegenüber der Einzelplatzverwaltung hat Urs Felber, Geschäftsführer von A&F, an seinem Vortrag vorgestellt. Die Installation und der Support von Arbeitsstationen kann damit erheblich vereinfacht werden. Auch ist es jedem Anwender möglich an einer beliebigen Station seine gewohnte Umgebung vorzufinden. Im Weiteren wurde eine Integration eines Open Directory Systems (OS X) in eine Active Directory Umgebung (Wndows) thematisiert. Felber sieht dies als eine wichtige Herausforderung für mittlere und grössere Agenturen, Verlage und Druckereien. (jf)
Jürgen Franck

JobChange

Urs Peter Stebler ist neuer Leiter Unternehmenskommunikation der Neuen Aargauer Bank. Stebler füllte bis vergangenen Herbst die gleiche Funktion bei der Berner Kraftwerkgrupppe BKW FMB aus. ... Anfang Juli übernimmt Gianni Huber die Chefredak

Urs Peter Stebler ist neuer Leiter Unternehmenskommunikation der Neuen Aargauer Bank. Stebler füllte bis vergangenen Herbst die gleiche Funktion bei der Berner Kraftwerkgrupppe BKW FMB aus. …
Anfang Juli übernimmt Gianni Huber die Chefredaktion des Ostschweizer Privatsenders Radio Top. Er ersetzt Oliver Steffen, der eine neue Herausforderung im Medienbereich annimmt. Huber ist zurzeit als Chef vom Dienst für Radio Top tätig.
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Anfang Juni nimmt die neue Standortmarketing-Organisation für Gossau SG und Andwil den Betrieb auf. Mit ihrer Leitung wurde der selbstständige Strategieentwickler und Kommunikationsberater Max Nadig gewählt. Er ist Gemeinderat in Herisau und ehemaliger Tourismusdirektor der Region Appenzellerland.
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Seit Anfang Mai verstärkt Christoph Meinen die PR-Agentur Piar Bern als Berater. Der gelernte Grafiker und Marketingplaner war zuvor für die Solothurner Marketingagentur Pomcany’s tätig.
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Art Director Sascha Fanetti (Bild) verstärkt die Werbeagentur Lesch + Frei. Er war zuletzt für Ruf Lanz tätig. Als Assistentin steht ihm Karin Hauser zur Seite. Sie kommt von Seiler Zürich, wo sie die letzten vier Jahre als Junior Art Director gearbeitet hat.
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Der deutsch-schweizerische Fachverband für Sponsoring (Faspo)
hat Oskar Gut in den erweiterten Vorstand berufen. Gut ist Mitglied der Geschäftsleitung von Erdgas Ostschweiz. Zusammen mit Jean-Baptiste Felten wird er künftig die Interessen des Faspo in der Schweiz vertreten.

Ausgang ist überall

Internet Das Partyportal Usgang.ch wächst über Zürich hinaus. Ziel: nationale Werbekampagnen.

Internet Das Partyportal Usgang.ch wächst über Zürich hinaus. Ziel: nationale Werbekampagnen.Gefeiert wird in Bern genauso gern wie in Zürich. Die Ausgehplattform Usgang.ch, im Jahr 2000 an der Limmat gegründet, trägt dem Rechnung und expandiert in die wichtigsten Deutschschweizer Städte. Am 7. Mai wurde eine eigene Seite für St. Gallen lanciert, dann folg(t)en im Wochenrhythmus Luzern, Basel und Bern. «Jede dieser Städte hat ihre eigene, starke Partyszene», begründet Karim Zekri die Expansion. Zekri leitet das Business Development der Plattform, die längst vom Studentenprojekt zum florierenden Unternehmen geworden ist. Der Ausbau über die Region Zürich hinaus
soll für weiteres wirtschaftliches Wachstum sorgen. «Für den Werbemarkt sind wir erst richtig interessant, wenn wir die Deutschschweiz abdecken», weiss Zekri. Längerfristig ist sogar der Schritt in die Romandie geplant.
Auf der Seite der Nutzer bestehe aber kein Interesse an einem gesamtschweizerischen Portal, glaubt Zekri: «Einen Basler interessiert nicht, was in Luzern läuft.» Deshalb bekommt jede regionale Seite von Usgang.ch ihre eigenen, lokalen Eventhinweise und Partyfotos und wird von Szenenkennern vor Ort betreut. Den Werbekunden bietet Usgang.ch sowohl die regionale wie die nationale Buchung und auch die Kombination einzelner Sites an.
Einen Teil seiner Einkünfte erzielt Usgang.ch durch Eventpromotion. «Ich vergleiche das jeweils mit dem Kleinanzeigengeschäft von Zeitungen, das diese auch oft selbst pflegen», erklärt Zekri. Das zweite Standbein waren schon bisher Onlinewerbekampagnen, die der Plattform vom Exklusivvermarkter Publicitas webservices vermittelt werden. Die Kundschaft geht dabei laut Zekri «von B wie BMW bis Z wie Zürich Versicherungen». Nach eigenen Angaben verzeichnete Usgang.ch bisher rund 130000 Unique Visitors pro Monat und über 10 Millionen Page Impressions. Ab Mai wird die Nutzung vom Net Audit der Wemf gemessen, so dass den Kunden verlässliche Zahlen vorgelegt werden können.
Die Expansion finanziert Usgang.ch vollständig aus eigenen Mitteln. Gemäss Karim Zekri schreibt das Partyportal schwarze Zahlen und konnte den Umsatz in den vergangenen Jahren jeweils fast verdoppeln. In Zürich beschäftigt das Unternehmen acht Festangestellte, nun kommen zwei pro Regionalseite hinzu. Die 50 Partyfotografen erhalten eine Aufwandentschädigung.
In den nächsten Wochen soll die Expansion, die mit einem Redesign der Site einhergeht, im Partyvolk bekannt gemacht werden. Statt auf klassische Werbung setzt Usgang.ch dabei auf Mundpropaganda und Guerillamassnahmen. So wurden kürzlich vor ausgewählten Clubs chinesische Glückskekse verteilt, die statt einem Orakelspruch einen Werbeslogan für das Portal enthielten. Beste Werbung sind aber wohl immer noch die Partyfotos selbst, die die Feier vom Vorabend nochmals aufleben lassen.
Stefano Monachesi

SRG startet DVB-T am Genfersee

TV Am 1. Juni führt die SRG in der Genferseeregion offiziell das terrestrische Digitalfernsehen (DVB-T) ein.

TV Am 1. Juni führt die SRG in der Genferseeregion offiziell das terrestrische Digitalfernsehen (DVB-T) ein.Erste Tests laufen seit Frühlingsanfang. Nach dem Fahrplan, den der Bund der SRG mit der Konzession erteilt hatte, hätte das Bassin Lémanique eigentlich bereits im Herbst 2004 in den Genuss von DVB-T gelangen sollen. Bereits etabliert ist die Technologie im Engadin und im Tessin. Durch DVB-T können mehr Kanäle als bisher via Zimmer- oder Hausantenne empfangen werden. Dadurch soll in erster Linie die Versorgung mit den anderssprachigen SRG-Landessendern sichergestellt werden. Bis ins Jahr 2009 soll die ganze Schweiz abgedeckt sein.

Auf Erfolgskurs

Papier Sihl + Eika weitet ihr Papermanagement-Angebot auf den Office-Bereich aus – und wird bald Teil eines grösseren Ganzen.

Papier Sihl + Eika weitet ihr Papermanagement-Angebot auf den Office-Bereich aus – und wird bald Teil eines grösseren Ganzen.Papiergrosshändler können vom Kerngeschäft Papierhandel alleine langfristig nicht überleben – diese Erkenntnis bewog 1997 das Unternehmen Sihl+Eika Papier AG (Sihl+Eika), sich einen starken, zuverlässigen Partner zu suchen. Mit der deutschen Papierhandelsgruppe G. Schneider & Söhne (Schneidersöhne) hat Sihl+Eika diesen gefunden. Seit 1998 hält Schneidersöhne 80 Prozent an der in Thalwil ansässigen Sihl+Eika. Dünnere Margen und eine lange nur schleppend laufende Wirtschaft hätten dem reinen Papierhandelsgeschäft in den letzten Jahren zu schaffen gemacht, erklärte Daniel Meier, Delegierter des Verwaltungsrats von Sihl+Eika, kürzlich an einem Pressegespräch.Sihl + Eika steigert Gewinn Obwohl die Sihl+Eika-Gruppe im letzten Geschäftsjahr genau wie seine Marktbegleiter an einem Preiszerfall gelitten hat, konnte der zweitgrösste Schweizer Papiergrosshändler nach drei schwächeren Jahren 2004 wieder mehr Papier absetzen. Trotz des höheren Absatzes ist der Umsatz jedoch um 0,7 Prozent zurückgegangen. Allerdings, führte Daniel Meier weiter aus, habe man dank profitableren Dienstleistungsgeschäften den Gewinn steigern können. Die anhaltende Preiserosion konnte das Unternehmen mit Dienstleistungen auffangen. Dazu verzeichnete Sihl+Eika mit einem Wachstum von 4,2 Prozent eine bessere Entwicklung als die im Verband VSPG organisierten Papiergrosshändler (dazu gehören Antalis, Sihl+Eika, Inapa Schweiz und Fischer Papier), die durchschnittlich «nur» 2,4 Prozent mehr Papier absetzten als im Vorjahr. Zurückführen lasse sich dieser Erfolg von Sihl+ Eika u. a. auf die konsequent weitergeführte Verlagerung vom Streckengeschäft (Lieferungen vom Produzenten direkt zum Kunden) zu Gunsten des lukrativeren Lagergeschäfts, erklärte Meier diesen Sachverhalt.
Lagerlose Druckereien Sehr erfolgreich ist Sihl+Eika auch im Dienstleistungsbereich. Das vom Papierhandelsunternehmen im Jahr 2000 eingeführte Angebot Papermanagement bezeichnet Daniel Meier als «Paradepferd» eines Gesamtangebots, in dessen Zentrum logistische Dienstleistungen stehen. Das Unternehmen liefert dazu die gewünschte Menge Papier zu einem festgesetzten Termin verarbeitungsbereit an die Druckmaschine. Diesen Bereich baut Sihl+Eika jetzt mit dem Paket Papermanagement
Office weiter aus. Wie Peter Meier, verantwortlich für Organisation, Informatik und Controlling, ausführte, hält Sihl+Eika insgesamt 7000 Lagerartikel bereit. Dazu zählen auch kundenspezifische Verbrauchsartikel. Die Bestellung – sowie auf Wunsch auch die Rechnungsabwicklung – erfolgt elektronisch. Sihl+Eika übernimmt hier die Lagerung, Bewirtschaftung, Kommissionierung und Lieferung der vom Kunden via Website bestellten Artikel und liefert diese an die Kunden aus.
Konsolidierung im Europamarkt Rainer Köster, Geschäftsführer
der deutschen Muttergesellschaft Schneidersöhne, orientierte über Veränderungen im Papiergrosshandel. Dieser habe sich längst von einer nationalen in eine kontinentale Angelegenheit verwandelt. Die seit Jahren andauernde Konsolidierung setzt sich fort. So hat sich wie damals Sihl+Eika schliesslich auch das Familienunternehmen Schneidersöhne auf Brautschau begeben. In einem Due-Dilligence-Verfahren hat das sowohl in der Papierproduktion wie auch im Papierhandel (als «Papyrus») tätige Unternehmen StoraEnso den Zuschlag erhalten und will nun Schneidersöhne (und damit indirekt auch die Sihl+Eika-Gruppe) übernehmen. Stimmt die europäische Wettbewerbskommission dem Zusammenschluss zu, wird die fünfköpfige Besitzerfamilie die Mehrheit an Schneidersöhne an den schwedisch-finnischen StoraEnso-Konzern verkaufen. StoraEnso, der weltgrösste Papier- und Kartonhersteller, ist selbst ein Produkt eines 1998 durchgeführten Zusammenschlusses des Kartonherstellers Stora und des Papierherstellers Enzo. Auf Grund von Verschiebungen im Papierhandel und dem Erwerb der deutschen Claasen-Papier durch Schneidersöhne entsteht durch den Zusammenschluss der beiden Händler Papyrus und Schneidersöhne die mit 23 Prozent Marktanteil zweitgrösste Papiergrosshandelsgruppe Europas.
Ändern soll sich für die Schweizer Kunden der Sihl+Eika aber nichts: «Es ist nicht zu erwarten, dass StoraEnso grosse Veränderungen in der Schweiz vornehmen wird», erklären sowohl Rainer Köster als auch Daniel Meier unisono.
Jürgen Franck

Class ist Klasse, aber…

Umfrage Class, das geplante Grossprojekt für einen Onlinerubriken-markt, erntet viel Sympathie. Aber nicht nur.

Umfrage Class, das geplante Grossprojekt für einen Onlinerubriken-markt, erntet viel Sympathie. Aber nicht nur.Rund 40 Personen, vorwiegend aus der Verlagsleiter- und Verlegergilde, nahmen am 4. Mai in Zürich an der Präsentation von Class teil. Sie haben nun bis zum 30. Juni Zeit, sich als Investoren einzuschreiben. Eine kurze Zeit. Die Werbewoche fragte deshalb bei gut 20 Personen nach, wie sie sich zu Class stellen. 14 haben geantwortet. Das Resultat erstaunt nicht: Klar positiv wird Class nur von Firmen gesehen, die auch in der Projektgruppe oder im Leitungsausschuss vertreten sind. So haben erst die Espace Media Groupe, die PubliGroupe, die Basler Zeitung Medien (BZM) und die Südostschweizer Mediengruppe die Grundsatzvereinbarung unterzeichnet. Wobei etwa in Chur erst Ende Mai definitiv entschieden wird. Und nicht ohne Bedingungen: «Wenn sich die Branche engagiert, wird sich auch die Südostschweiz engagieren», so Lukas Joos, Geschäftsführer von Südostschweiz Newmedia. Die Gründe für das Eintreten für Class sind verschieden. BZM-CEO Beat Meyer begründet sein Ja wie folgt: «Eine Verbesserung der Stellung im Online-Bereich kann nur gelingen, wenn wir unseren Kunden medienübergreifende Lösungen im Rubrikengeschäft anbieten können, das heisst eine Verbindung von Print- und Online-Anzeigen.» Einen andern Aspekt bringt Albert P. Stäheli, VR-Delegierter der Espace Media, ein: «Class wird sinnvollerweise den Wettbewerb wieder dorthin führen, wo er hingehört, nämlich auf die Ebene der Medienleistungen (Print- und Online-Features) und nicht auf den unproduktiven Kampf um Kundenschnittstellen!»Generell lobend erwähnt wird die Initiative zu einer offenen Branchenlösung, die auch Nicht-Verleger und P-unabhängige Vermittler mit einbezieht. Aber auch die positiv Denkenden sehen Gefahren für Class. So warnt etwa Meyer, dass unternehmens-politische oder finanzielle Bedenken von Seiten der einzelnen Verleger» das Projekt gefährden könnten. Was damit gemeint sein könnte, zeigt sich am Beispiel von Homegate.ch. Dessen Leiter Immobiliendienstleistungen Heinz M. Schwyter schreibt: «Homegate prüft im Moment die Unterlagen und kann deshalb Ihre Fragen nicht beantworten.» Kein Wort aber, dass Homegate seit kurzem im Besitz von Tamedia und Edipresse ist. Und dass Tamedia vor wenigen Wochen eine Kooperation mit Unio einging, die ein Konkurrenz-Tool zu Class anbietet (siehe nebenstehenden Artikel). Jürg Brauchli, Leiter Zeitungen bei Tamedia, hat denn auch auf die Werbewoche-Anfrage nicht reagiert. Und seitens Edipresse kam nur der Bescheid, dass man noch nicht entschieden habe.
In einem ähnlichen Dilemma steckt die AZ Medien (AZM): «Da wir derzeit mitten im Entscheidungsprozess sind», könne er sich noch nicht äussern, beschied dort Roger Knabenhans. Pikant: Knabenhans ist Projektleiter eines AZM-eigenen Rubrikenmarktplatzes, den er noch nicht näher erläutern will. Und auch er steht mit Unio in Kontakt.
Doch es gibt weitere Hürden. So wird da und dort die Dominanz der PubliGroupe (65 Prozent Aktienanteil) gerügt. Dem hält aber Stäheli, Chef einer der letzten Eigenregiezeitungen, entgegen, dass das Zusammenarbeitsmodell den Minderheitsaktionären «substanzielle Vetorechte» einräume. Das sieht Christan Müller, CEO von Vogt-Schild, anders. «Die Rechte der Minderheitsaktionäre sind sehr beschränkt. Speziell Kleinverlage sollten sich deshalb ein Mitmachen besonders gut überlegen und mindestens auch Alternativen prüfen». In dieselbe Kerbe schlägt Werner Baumann, Managing Director des Vermittlers AdX.
Auch tauchen Bedenken punkto Starttermin Mitte 2006 auf. Norbert Neininger befürchtet, «dass zu viel Zeit verstreicht, bis die Sache läuft. Zeit, welche unsere Konkurrenten zu ihrem Vorteil nutzen können.» Der Verleger der Schaffhauser Nachrichten stellt zudem «eine der wichtigsten Fragen», nämlich, «wie die Einnahmen jener Anzeigen verteilt werden, die im grossen Branchentopf landen». Und Ludwig Turkavka, Inhaber von Schmid Annoncen, kritisiert die Anschluss- und Servicegebühren bei Class als «zu hoch für einen unabhängigen Vermittler». Albert P. Stäheli widerspricht: «Die Tarifpolitik ist so angelegt und vertraglich festgelegt, dass die Vorteile, die sich aus der Summe der Teilnehmer ergeben, wieder via günstigere Transaktionspreise an die Teilnehmer weitergegeben werden. Das erachten wir als faire Tarifpolitik.»
Beratung bleibt wichtigIn ihrer Stellungnahme zu Class, Unio & Co. weisen die beiden P-unabhängigen Vermittler, Werner Baumann (AdX) und Ludwig Turkavka (Schmid Annoncen), auf einen Punkt hin, der in der System- und Technologie-Diskussion leicht vergessen gehen könnte. Egal, wie eine künftige Branchenlösung technisch aussehen wird, «der unabhängige Vermittler, welcher eine kompetente Beratung und tadellose Kundenbetreuung bietet, hat immer eine Berechtigung», schreibt Turkavka. Und Baumann doppelt nach: «Der immer komplexer werdende Multimedia-Rubrikenmarkt erfordert Vermittler mit Fachkompetenz, die den Kunden in der Einkaufspolitik, Strategie und Beratung sämtlicher Mediakanäle zur Seite stehen», so Baumann. (mk)
Markus Knöpfli

Profiteure gesucht

NPOs Die Erklärung von Bern (EvB) setzt sich seit 1968 für globale Gerechtigkeit ein.

NPOs Die Erklärung von Bern (EvB) setzt sich seit 1968 für globale Gerechtigkeit ein.Die Forderungen der Non-Profit-Organisation sind minimale Sozialstandards für Arbeitnehmer rund um den Globus, fairer Handel, respektvoller Umgang mit Mensch und Tier, Medikamente für alle und Steuergerechtigkeit. Die neue Kampagne von Spinas Gemperle für die EvB verdeutlicht, dass hinter den Ungerechtigkeiten häufig Menschen ohne jegliches Verantwortungsbewusstsein stehen. Umgesetzt wird die Botschaft mit fiktiven, sarkastischen Stellenanzeigen, die aufzeigen, wie die Profiteure der Globalisierung ihre Gewinne auf Kosten der Ärmsten steigern. Werbemittel sind Anzeigen mit Coupons und Beilagen in Wochentiteln zur Mitgliedergewinnung.

Bundesgericht bremst Swisscom-Deal

Triple Play Das Bundesgericht hat eine superprovisorische Verfügung gegen den Einstieg von Swisscom bei Cinetrade erlassen.

Triple Play Das Bundesgericht hat eine superprovisorische Verfügung gegen den Einstieg von Swisscom bei Cinetrade erlassen.Es folgte einem Gesuch der Cablecom, die eine Wettbewerbsverzerrung befürchtet, wenn das flächendeckende Swisscom-Netz mit der Marktmacht von Cinetrade im Kinofilmbereich kombiniert würde. Nachdem die Wettbewerbskommission den Handel ohne Auflagen abgesegnet hat, appellierte Cablecom dagegen an die Rekurskommission. Diese verweigerte eine aufschiebende Wirkung, worauf sich der Kabelkonzern ans Bundesgericht wandte. Nun haben beide Parteien bis zum 9. Juni Zeit, sich zur Frage der aufschiebenden Wirkung zu äussern.

Neuer Name festgelegt

Farben Die fusionierten Unternehmen ANI Printing Inks und BASF Drucksysteme haben einen neuen Namen: XSYS Print Solutions.

Farben Die fusionierten Unternehmen ANI Printing Inks und BASF Drucksysteme haben einen neuen Namen: XSYS Print Solutions.Die Firmengruppe entwickelt, produziert und vertreibt Druckfarben, Druckplatten sowie Pigmente und Harze für die Druck- und Verpackungsindustrie. Das Unternehmen verfügt über 65 Standorte in 30 Ländern und über ein umfangreiches Vertriebsnetzwerk in weiteren 50 Ländern. XSYS Print Solutions ist damit der grösste europäische Lieferant von Systemlösungen für die Druck- und Verpackungsindustrie. Unternehmenssitz ist Stuttgart.

PC und Fernseher verschmelzen

Monitor Der multifunktionale 19-Zoll-TFT von Samsung ist PC-Monitor und TV in einem.

Monitor Der multifunktionale 19-Zoll-TFT von Samsung ist PC-Monitor und TV in einem.So ist der neue SyncMaster 930MP standardmässig mit TV- und Radio-Tuner sowie Stereolautsprechern mit Dolby-Klang ausgestattet.
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