Erweitertes Angebot

Papier/Karton Seit Mitte Juni führt die Sihl + Eika Papier AG (Sihl + Eika) drei Kraftkarton-Sorten von AssiDomän Frövi im Sortiment.

Papier/Karton Seit Mitte Juni führt die Sihl + Eika Papier AG (Sihl + Eika) drei Kraftkarton-Sorten von AssiDomän Frövi im Sortiment.Die Qualität Frövi Bright, geschaffen für Luxusverpackungen, ist dabei ein idealer Karton für hochwertige Produkte. Frövi Light hingegen eignet sich besonders für kreative Verpackungen und ist ideal, wenn Aufreiss-, Perforations- oder andere verbraucherfreundliche Verpackungsöffnungen integriert werden müssen. Frövi Carry schliesslich ist ideal für Schwergutverpackungen: Durch eine spezielle Herstellungsweise werden dem Karton extreme Reissfestigkeit verliehen. Muster und eine Sortimentsübersicht können bei Sihl + Eika nachgefragt werden.

Cannes: TBWA vor DDB vor DDB

Awards Der grosse Gewinner am 52. Werbefestival in Cannes (siehe auch Seiten 8 und 26/27) heisst «Grrr».

Awards Der grosse Gewinner am 52. Werbefestival in Cannes (siehe auch Seiten 8 und 26/27) heisst «Grrr».Der animierte Spot von Wieden + Kennedy für Honda mit der Botschaft «hate something – change something» erhielt nicht nur den Grand-Prix in der Kategorie Film, sondern auch den Sonderpreis der Journalisten und einen von vier Titanium Lions für integrierte Kampagnen. Den ersten Radio-Grand-Prix der Geschichte holte DDB Chicago mit einer Spotserie für die Biermarke Bud Light. Anhand der Zahl der gewonnenen Gold-, Silber- und Bronze-Löwen in den Kategorien Press, Outdoor und Film wird die Agentur des Jahres ermittelt. Das Podest ist ausschliesslich von Omnicom-Agenturen besetzt: Auf Rang 1 TBWA Paris, dahinter DDB London und DDB Paris.

Absolut zweckfreie Propaganda

Wahlwerbung Während sich die grossen deutschen Parteien noch programmatisch für die vorgezogene Bundestagswahl rüsten, bat Ringiers Politmagazin Cicero schon mal vier namhafte Agenturen

Wahlwerbung Während sich die grossen deutschen Parteien noch programmatisch für die vorgezogene Bundestagswahl rüsten, bat Ringiers Politmagazin Cicero schon mal vier namhafte Agenturen, die (bislang) nicht in diesem Bereich tätig sind, um provisorische Plakate für den Wahlkampf. Besonders gelungen ist CDU-Aufforderung aus dem Hause Publicis, dem Kanzler seinen paradoxen Wunsch zu gewähren. Ebenfalls in der Juli-Ausgabe finden sich Porträts der realen Agenturen der Volksparteien. Die sind allerdings nicht halb so witzig ausgefallen.

Nomination für Event-Award

Shortlists Die Zürcher Event-Agentur X-Act ist für den Esprit Award nominiert. Der Preis wird jährlich von der International Special Events Society (ISES) verliehen, die weltweit mehr als 4000 Mitglieder hat.

Shortlists Die Zürcher Event-Agentur X-Act ist für den Esprit Award nominiert. Der Preis wird jährlich von der International Special Events Society (ISES) verliehen, die weltweit mehr als 4000 Mitglieder hat.X-Act steht mit zwei Mitbewerbern im Final der Kategorie Corporate Event (über 100000 Dollar Budget) und zwar mit dem Mitarbeiter-Event für PricewaterhouseCoopers.

Initiative Media mit Samsonite im Gepäck

Reisezubehör Der amerikanische Hersteller von Reisezubehör Samsonite hat Initiative Media mit seinem weltweiten Mediabudget betraut. Initiative Media betreut sowohl Planung als auch Einkauf.

Reisezubehör Der amerikanische Hersteller von Reisezubehör Samsonite hat Initiative Media mit seinem weltweiten Mediabudget betraut. Initiative Media betreut sowohl Planung als auch Einkauf.Das Netzwerk setzte sich laut dem Branchendienst New Business in einem Pitch gegen OMD und Mediaedge CIA durch. Eine neue, weltweite Kampagne soll im Verlauf des Jahres unter der Federführung von TBWA gelauncht werden. Geplant sind Print- und Outdoor-Werbung sowie Onlinemassnahmen.

Das neue Wunder von Bern

Fussball Mit der Eröffnung des neuen Nationalstadions im Berner Wankdorf-Quartier soll die ruhmreiche Geschichte fortgeschrieben werden,

Fussball Mit der Eröffnung des neuen Nationalstadions im Berner Wankdorf-Quartier soll die ruhmreiche Geschichte fortgeschrieben werden,die 1954 als «Das Wunder von Bern» in die Annalen einging und Bern als WM-Final-Stadt in die gleiche Reihe mit Buenos Aires, London, Madrid oder Rio de Janeiro setzte. Mit dem komfortableren Stade de Suisse sollen neue Besuchersegmente angezogen werden. Spektakel, Show und Fussball heisst die Kurzformel für das Eröffnungsweekend, das jetzt mit einer Promotionskampagne lanciert wird. Auf dem Key Visual: drei Besucher aus den unterschiedlichen Zielgruppen mit den Daten als klassische Trikotrückennummer. Für Strategie und Planung zeichnet Fisch Meier Promotion, für Kreation, Realisation und Ausführung Freiburghaus und Partner verantwortlich.

Werbung für Sport und Alkohol trennen

Werberecht Sportvereine, -verbände und -veranstaltungen, die sich mittels Alkoholwerbung finanzieren, sollen vom Bund keine Subventionen mehr erhalten.

Werberecht Sportvereine, -verbände und -veranstaltungen, die sich mittels Alkoholwerbung finanzieren, sollen vom Bund keine Subventionen mehr erhalten.Das verlangt SP-Nationalrat Peter Vollmer in einer Motion. Alkoholwerbung widerspreche der Präventionspolitik des Bundes, begründet Vollmer sein Anliegen, das radikal formuliert ist: Wirbt ein einzelner Verein für Alkohol, sollen auch seinem Verband die Subventionen gestrichen werden. Auch die Fussball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und in der Schweiz ist im Visier.

Zahl der Woche

Marktforschung Wirz Corporate und das Marktforschungsinstitut Publitest haben zusammen mit BBDO Europa das Lebensgefühl der Twentysomethings (bis 29-jährig) ermittelt.

Marktforschung Wirz Corporate und das Marktforschungsinstitut Publitest haben zusammen mit BBDO Europa das Lebensgefühl der Twentysomethings (bis 29-jährig) ermittelt.75 Prozent Laut den Ergebnissen glauben 83 Prozent der Schweizer (der europäische Durchschnitt liegt bei 60), persönlicher Erfolg liege in den eigenen Händen. Nur 29 Prozent glauben, dass sie ein besseres Leben als ihre Eltern haben werden (Europa 50 Prozent). Für drei Viertel zählt die Bereicherung durch Erlebnisse angeblich mehr als Materialismus. Der Paradigmenwechsel von «Ich habe» in den Achtzigerjahren zu «Ich bin» in diesem Jahrzehnt scheint vollzogen. Ideal für Marken, die den Geist treffen und eine Erlebnisplattform «als Bestandteil des Ich-Projekts» bieten.

Eine doppelte Rosstäuscherei

Aufgefallen Wie Journalisten die Wirklichkeit beugen, um den Neoliberalismus zu zelebrieren. Und wie dabei Zeitungen entstehen, die jung aussehen, sich aber alt lesen.

Kolumne Wie Journalisten die Wirklichkeit beugen, um den Neoliberalismus zu zelebrieren. Und wie dabei Zeitungen entstehen, die jung aussehen, sich aber alt lesen.Der Zyklus vom rebellischen Entwurf zum Produkt wird kürzer, im späten Kapitalismus. Brauchte der Ché noch 20 Jahre, bis ihn die Werber von den Wänden ihrer Kinderzimmer nahmen und in Reklamen für Nippes & Tand steckten, war das französische Non zur Europa-Verfassung schon zehn Stunden nach Auszählung in drei Werbungen verwurstet. Der Journalist reifte, so schien es früher, gemächlich von einer stürmischen Phase zum Feuilletonisten (bei Journalistinnen war das anders, Frauen werden mit Verstand geboren) – heute springt der Redaktor von der Adoleszenz direkt ins Greisenalter.
Anders möchte man kaum verstehen, wie jung viele Zeitungen aussehen und wie alt sie sich lesen.
Da wird, mit dem Gestus eines Biertrinkers, der mit dem Luftgewehr auf nächtliche Randalierer schiesst, auf Ausgesteuerte, Randständige, Beamte, Fremde und andere Bedrohungen gehalten. Angststarr, aber gut getarnt. Im Namen der Modernisierung sollen konservative Verkrustungen aufgebrochen, bremsende Behinderungen ausgeräumt, der fürsorgliche Staat geschleift, den Starken und Initiativen der Weg geebnet werden. Eine rechte Revolution mithin.
Doch was sich hier als Wille zu Veränderung gebärdet, ist nur, jedenfalls bei den besseren Köpfen, ein Gespür für den prekären Moment, die Furcht also, bald selbst zu den Ausgesteuerten zu gehören. Der Reflex ist alt: Indem man die Schwächeren ausgrenzt, hofft man den eigenen sozialen Status länger zu halten.
Fast möchten sie einem Leid tun: Sie zelebrieren den neoliberalen Aufbruch – und merken nicht, dass der längst abgesagt wurde. Inbrünstig hängen sie einer toten Religion an.
Das wäre eigentlich kaum der Rede wert. Nicht einmal, dass ihr Credo, obschon durch die wirtschaftlichen Realitäten widerlegt, inzwischen zum Mainstream wurde. Mainstreams vergehen, und Kopfarbeiter haben eine hohe Neigung, sich den Wünschen ihrer Zeit dienstbar zu zeigen. Man dürfte also hoffen.
Wäre da nicht ein weniger banaler Umstand: Die Beugung der sperrigen Wirklichkeit zum neoliberalen Dogma hin ist nur um den Preis völliger Entwertung aller Begriffe zu haben.
Darüber, wie die Gesellschaft erneuert, wie Hemmnisse gebrochen, die Solidarität neu geregelt werden müsste, liesse sich interessant streiten und schreiben. Im Denken ist Bewegung das Prinzip. Freilich müsste man einen Begriff davon haben, was eine Gesellschaft treibt. Etwa: dass sich derIndividualismus nur in einer funktionierenden Gesellschaft entwickeln kann, wo der Einzelne hinreichend vor Unwägbarkeiten geschützt ist. Für unsere Frühvergreisten in den Redaktionen aber existiert keine Gesellschaft – darin halten sie es mit der ganzen Riege neurechter Denker.
So wird die Kälte des globalen Marktes zur Kälte des Sozialstaates umgedeutet. New Speak grassiert, nicht nur in der Weltwoche, dem Magenblatt des erregten Kleinbürgertums: Krieg ist Frieden. Überwachung ist Freiheit. Diktat des Marktes ist Demokratie.
In der Branche nennt man diese Rosstäuscherei den «doppelten Köppel». Der geht so: Du bist privilegiert, du bist Mainstream. Aber behaupte, das hilflose Opfer eines habgierigen Staates und seiner
Sozialhilfeempfänger zu sein. Der-art kannst du, mit einem revolutionären Gestus, das eigene Privileg und den Mainstream zum Ziel menschlicher Emanzipation erklären.
So zerfällt die Bedeutung der Wörter. So entwertet sich die Debatte als Mittel demokratischer Konfrontation. So wird die Wirklichkeit unlesbar.
Die Medien, die eigentlich Öffentlichkeit herstellen sollten, tragen heute zu ihrer Vernichtung bei.
PS: Herr K. aus Z., der die Medienökologie entdeckt hat, kündet in einem entflammten Leserbrief an, eben den «Verein Opfer der Verdummungsindustrie» gegründet zu haben. Er wolle gegen das Privatfernsehen klagen und sei zuversichtlich, dass «organisierte Verblödung» mit Körperverletzung gleichgestellt werde. Ich habe ihm zurückgeschrieben, Prohibition sei vielleicht der falsche Weg. Möglicherweise mache es mehr Sinn, sich um die Medien zu kümmern, die noch vorgeben, der Information und Erhellung der Welt zu dienen.
> Oliver Fahrni ist freier Publizist und Medienökologe.

Genuss kommt vor der Line Extension

Food Die Léger-Linie der Migros soll nicht bloss Linienbewussten schmecken. Exxtra betont mit einem neuen Spot den Genuss.

Food Die Léger-Linie der Migros soll nicht bloss Linienbewussten schmecken. Exxtra betont mit einem neuen Spot den Genuss.Bei Gourmets stehen fettreduzierte Nahrungsmittel nicht hoch in der Gunst. Was die Low-Fat-Produkte leichter macht, erschwert ihnen zugleich den Zugang zu diesem grossen, eher älteren Segment, das «den vollen Geschmack» vermisst. Bisherige Kampagnen für die 2001 lancierte Léger-Linie wirkten dem Problem nicht entgegen, sondern vermittelten die Botschaft, dass schweres Essen unliebsame Folgen haben kann, und versuchten der Dachmarke emotionale Werte zu verleihen. Zwar vertieft auch der neue TV-Spot von Exxtra die Aussage «Für Genuss ohne Reue», doch peilt die neue Umsetzung ein weiteres Ziel an: die Line Extension der Marke. Zum Milchproduktesortiment wer-den neu auch Aufschnitt, Dressing, Kuchen- und Blätterteig sowie Fleischwaren angeboten.
Exxtra positioniert das Produkt Léger im sympathischen Umfeld einer Hochzeit. Die Braut macht einen fröhlichen und aufgeschlossenen Eindruck, während der leicht angeheiterte Bräutigam bereits einige Fauxpas begangen hat. Er schneidet Grimassen auf dem offiziellen Hochzeitsbild, stösst ein volles Serviertablett vom Geländer herunter, oder er pfeift in Richtung seiner Braut, damit sie ihm ins Schlafgemach folgen soll. Peinlich berührt wendet sie sich ab und geniesst das, was das Festessen – mitunter Léger-Produkte – anbietet. Selbst von den eindeutigen Zeichen, dem Bräutigam in Richtung Schlafzimmer zu folgen, lässt sie sich nicht abbringen.
Nach einiger Zeit, die Gäste haben die Hochzeit verlassen und die Kellner räumen die letzten Reste ab, sieht man die Frau ganz allein am Tisch sitzen und in aller Ruhe den Käsedessert geniessen. Der Spot endet denn auch mit der Aussage «Gut, wenn man manchmal ein bisschen mehr essen kann.»
Die Leichtigkeit des Seins: Statt ihren frisch angetrauten Ehegatten lässt Exxtra die Braut lieber Léger-Käse geniessen.
Luca Aloisi

Nicht die reine Wahrheit

Internet Die Statistik Net Audit der Wemf zeichnet ein verzerrtes Bild der Reichweite von Schweizer Sites. Sie weist Besuche ausländischer User nicht aus.

Internet Die Statistik Net Audit der Wemf zeichnet ein verzerrtes Bild der Reichweite von Schweizer Sites. Sie weist Besuche ausländischer User nicht aus.Das Internet boomt, die zweite Internetwelle ist gerade im Begriff, über die Marktwirtschaft hereinzubrechen. Die Werbung hat das Worldwideweb nach dem Untergang der Dotcom-Ära erneut entdeckt und sucht nach wirkungsvollen Methoden, die virtuellen Märkte zu erschliessen. Doch die Sache ist knifflig, denn die Messdaten über den Beachtungsgrad von Internetseiten sind bis dato nicht zuverlässig. «Die Zahlen zwischen den einzelnen Messmethoden weichen bisweilen in absurden Dimensionen voneinander ab, so, als ob es so viele Reichweiten ein- und derselben Website gäbe, wie Reichweitenmessungen existieren», sagt Peter Wälty, der stellvertretende Chefredaktor von 20 Minuten.
Ein Vergleich zwischen NZZ und 20 Minuten zeigt: Gemäss der monatlich von der Wemf publizierten elektronischen Messung der Internetzugriffe brachte es NZZ online im vergangenen Mai auf 812000 Unique Clients (PCs, von denen auf eine Website zugegriffen wird). Wemf-Daten darf 20 Minuten aus statutarischen Gründen nicht publizieren, weil das Pendlerblatt die
Erhebung nicht mitfinanziert. Gemäss Werbevermarkterin Adlink weist jedoch 20 Minuten mit 288000 etwa 2,8-mal weniger Unique Clients aus als NZZ online.
Adlink stützt sich dabei auf das Tool «Dart» des weltweit operierenden Ad-Management-Spezialisten Doubleclick, dessen Werte gemäss Erfahrungen von Adlink mit Net-Audit-Zahlen vergleichbar sind. Auf diese Weise wird weiter ersichtlich, dass die NZZ auf ihrer Website auch etwa 3,3-mal mehr Visits (zusammengehöriger Nutzungsvorgang auf einer Website) als 20 Minuten verzeichnet.
Bei der ebenfalls von der Wemf mittels Publikumsbefragungen erhobenen MA Comis, bei der auch 20 Minuten dabei ist, verschieben sich die Relationen drastisch: Im September 2004 bezifferte die Wemf im MA Comis Jahresreport den weitesten Nutzerkreis von NZZ online mit 302000 Usern, jenen von 20 Minuten jedoch 1,3-mal höher (396000). Grund: Net Audit unterscheidet nicht zwischen Internetzugriffen aus dem Ausland und aus der Schweiz, während MA Comis ausschliesslich im Inland Internetgewohnheiten abfragt. Demnach ist es unmöglich, Internetseiten auf Grund ihrer schweizweiten Marktrelevanz miteinander zu vergleichen. «Diese Situation ist im Grunde unhaltbar, besonders für Werbeauftraggeber», sagt Wälty.
Schönen demnach international ausstrahlende Verlagshäuser die Statistiken ihrer Webportale, um auf dem Schweizer Markt Potenz zu markieren? Insider beziffern die Zugriffe ausländischer User auf NZZ online mit immerhin 25 Prozent. Kurt Busslinger, Web-Marketingchef der NZZ, will die Zahl korrigiert wissen: «Wir haben ungefähr zehn Prozent Zugriffe aus dem Ausland.» Das liege zur Hauptsache an der führenden Stellung der NZZ im deutschen Sprachraum, räumt Busslinger ein, bestätigt aber den «sehr grossen Unterschied» der beiden Wemf-Erhebungen.
Heute ist es technisch möglich, anhand der IP-Adresse zu 95 Prozent nachzuweisen, ob ein User aus dem Ausland oder dem Inland eine Website besucht. «Für Vergleiche wärs hilfreich, aber im Moment können wir das noch nicht», erklärt Christine Diemand, Projektleiterin von Net Audit.
«Die Aufregung der Verleger besteht zu Recht», sagt Vanessa Marr, Leiterin Internet Research bei SRG-Tochter Publica Data, zum gegenwärtigen Datendschungel. Zwar haben die neuen Messmethoden das Internet zum Boomen gebracht, doch die Werbebranche investiere der unterschiedlichen Messwerte wegen noch zu wenig, urteilt Marr. Heute kann zudem jeder seine Website selber messen und die Daten auch kommunizieren. Die Flut von unbeglaubigten Reichweiten-Hitparaden ist dabei eine zusätzliche Erschwernis, zu einheitlichen Daten und damit zu Messstandards zu kommen. In Deutschland funktioniert das bereits mit der Methode der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (Agof), welche sitezentrierte Daten und soziodemografische Erhebungen miteinander kombiniert.
Mit neuer Lösung im VerzugGegenwärtig laufen Verhandlungen zwischen den Protagonisten der beiden in der Schweiz vorherrschenden Forschungsrichtungen (siehe Werbewoche 17/05): einerseits der Wemf, zur Hauptsache mit Net Audit, sowie andererseits dem SRG Forschungsdienst mit MMXI, einem System, das Werte am Heimcomputer misst. Beide Systeme miteinander zu einem Modell wie Agof in Deutschland zu verbinden, ist das Ziel. Ein Entscheid wurde schon im Februar erwartet, jetzt rechnen die Beteiligten mit Juli.
Wegen der Datenunsicherheit machen einige der grossen Websitebetreiber insbesondere bei Net Audit der Wemf nicht mit. «Man ist sich nicht einmal einig über den Begriff ‹unique clients›», kommentiert Bernhard Wüthrich, Verlagsleiter von Blick online. Wüthrich lässt das Ringierportal, das über 26 Millionen Seitenaufrufe (page impressions) im Monat verzeichnet, in Deutschland bei Agof erheben: «Das sind im Prinzip Zahlen wie bei Net Audit.» Wüthrich fährt damit preislich günstiger als bei der Wemf. Auch bei Bluewin (141 Millionen Seitenaufrufe per Ende März) wertet man die verschiedenen Messansätze als problematisch und lässt daher durch Nielsen Netratings erheben.
Der Ball liegt bei einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Verlegern (NZZ, Tamedia, Espace etc.), der Wemf, der SRG, aber auch aus Vermarktern (Adlink, PubliGroupe etc.). «In ein bis zwei Monaten wissen wir mehr», sagt Christine Diemand von der Wemf.
Auch Qualität zählt Als erste Mediaagentur hat Optimedia vor fünf Jahren das Internet in die Mediaplanung eingebaut und eine eigene Internetabteilung gegründet. «Es geht auch ohne genaue Zahlen», relativiert Patrick Theuss, Leiter der interaktiven Abteilung
bei Optimedia, die Bedeutung der Reichweite einer Website für die Werbung. «Natürlich wäre es wünschenswert, man hätte ein neutrales Tool, das vom Markt und von den Auftraggebern akzeptiert ist.» Viel wichtiger seien aber qualitative Überlegungen, sagt Theuss, etwa, wie man das Internet geschickt in den Werbemix einbringe. Die gegenwärtige Situation bedinge jedoch eine engere Zusammenarbeit mit den Vermarktern. (rw)
Welche Sites werden von wem besucht? Net Audit kann nicht zwischen Besuchern aus der Schweiz und dem Ausland unterscheiden.
René Worni

Scubasex

Aufgefallen Hatten hier die Swatch-Kreativen alle Rädchen im Werk? Was bitte hat Sex mit der Billigtickermarke zu tun?

Uhren Hatten hier die Swatch-Kreativen alle Rädchen im Werk? Was bitte hat Sex mit der Billigtickermarke zu tun?Sachte, sachte! Vielleicht ist es ja so, dass im Aids-Zeitalter auch Uhrwerbung auf die verdrängten Risiken von ungeschütztem Beischlaf hinweisen darf. Schliesslich wissen wir spätestens dank Oliviero Toscanis Strickwarenkampagnen, dass Mafia und Krieg ähnlich blutrünstig sind, dass die Herzgefässe aller Rassen gleich verkalkt aussehen und dass Aids ebenso tödlich sein kann wie eine US-Todeszelle. Vor allem haben wir gelernt, dass in der originellen Branche alles mit allem zusammenhängt – irgendwie. Irgendwie hing selbst der Abgang des Werbechefs beim Textilgiganten mit den von ihm verursachten Imageproblemen zusammen. Aber damit wollen wir den Bieler Werbern keine ähnliche Zukunft prophezeien. Wer sind wir denn schon?Immerhin haben wir den ursächlichen Zusammenhang zwischen Safe Sex und Zeitmesser in weniger als 57 Sekunden entdeckt: 1. positioniert sich Swatch als «surprising», was 2. ein Begriff ist, der ebenso dehnbar ist wie ein Taucheranzug, weshalb 3. der CD um 8:23 Uhr auf die Idee kam, dass er mit Scuba-safer-Sex mehr Scubas verkaufen kann. Ob er wohl den gleichen Kurs an der Zürcher Hochschule für Gestaltung besucht hat wie Toscani in den Sechzigerjahren?
(la)
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