Autor: admin
Vitaminbombe für Denner: Neuer TV-Spot von ViznerBorel
Nach dem umstrittenen TV-Spot Anfang Jahr, in dem Migros und Coop bei Denner einkaufen, hat ViznerBorel für Denner erneut einen unterhaltsamen Spot lanciert.
Vitaminreiche Sortimenterweiterung bei Denner wird den Konsumenten auf witzige Art und Weise kommuniziert.Nach dem umstrittenen TV-Spot Anfang Jahr, in dem Migros und Coop
bei Denner einkaufen, hat ViznerBorel für Denner erneut einen
unterhaltsamen Spot lanciert. Er soll Denner auf witzige
Weise als Vollversorger in der Schweiz positionieren. Diesen Sommer hat
Denner Früchte und Gemüse in sein Sortiment eingeführt. Der Spot zeigt,
wie Denner-Konsumenten plötzlich reihenweise stürzen, gegen Regale
stossen und sich gegenseitig zum Umfallen bringen. Die vielen
Missgeschicke sorgen dafür, dass frische Früchte wie Orangen und Äpfel
durch die Denner-Filiale rollen und so prominent im Bild zu sehen sind.
In der letzten Einstellung wird deutlich, dass jemand auf einer
Bananenschale ausgerutscht sein muss und so eine Kettenreaktion von
Unfällen ausgelöst hat. Der Spot «Früchte und Gemüse in allen Filialen»
wurde am 29. August erstmals am TV ausgestrahlt. Ab September wird die
vitaminreiche Kampagne mit Radiospots, Anzeigen, Flugblättern und
POS-Werbemitteln komplettiert. Reduziert und ganz in Grün gehalten,
überraschen die Werbemittel mit der temporären Absenz des typischen
Denner-Rots.
Denner AG: Gesamtverantwortung; Stefan Maegli, Leiter Marketingkommunikation.
ViznerBorel: Gesamtverantwortung; Lajos Vizner, Guillaume Borel.
Konzept; Guillaume Borel, Hansjörg Zürcher. Beratung; Lajos Vizner,
Andrea Vizzarro. Art Direction; Livio Reutlinger. Grafik; Florian
Steiner. FFF; Daniela Berther. Regie; Michael Fueter. Produktion;
Condor Communications.
24m2
Agenturen Purer Durchschnitt: Jung von Matt hat das «häufigste Wohnzimmer der Schweiz» 1:1 nachgebaut.
«häufigste Schweizer Wohnzimmer» gebaut.
Am 1. April 1998 zog eine Familie namens
Biundo an eine der besten Adressen in Zürich – in ein
Jelmoli-Schaufenster. Dort sollte sie, so Werber Frank Baumanns Pläne,
während eines Monats für ein Möbelhaus leben und werben.
Bereits am ersten Tag besuchte Frank Baumann die Biundos. Gerade noch
rechtzeitig. Denn schon am zweiten Abend erwies sich die famose
Werbeaktion – ein Vorläufer von Endemols Voyeur-Formaten – als
Rohrkrepierer. Repräsentativ war das gläserne Heim alleweil nicht.
Durchschnitt bis ins Detail
Völlig anders präsentiert seit letztem Montag die Zürcher Agentur Jung
von Matt das «häufigste Wohnzimmer der Schweiz»: ohne Skandal und ohne
Versuchsobjekte, auf 24 statt auf 40 Quadratmetern, zu Marktforschungs-
und wohl auch zu Akquisitions- statt zu Belustigungszwecken und alles
hinter den dicken Agenturmauern statt im Schaufenster eines
Warenhauses.
Um immer ganz nah bei der Zielgruppe zu sein, soll das Wohnzimmer
fortlaufend den neusten Forschungsergebnissen angepasst werden. Am
Interieur sei kein Detail zufällig, sondern Resultat von Statistiken,
qualitativen Untersuchungen, Expertengesprächen und Hausbesuchen.
Künftig wird das Wohnzimmer der Schweizer Durchschnittsfamilie, das
zwei Jahre auf das deutsche Pendant in Hamburg folgt, als
Sitzungszimmer und Inspirationskulisse für JvM-Mitarbeiter, Kunden und
Gäste dienen. Dort tauchen sie dann in die Agglo-Welt von Thomas,
Claudia und Sohn Pascal Müller (10) ein – notabene die häufigsten Namen
der jeweiligen Jahrgänge – und sind mitten in der zum Leben erweckten
Marktforschungsstudie.
Luca Aloisi
Strassenreklame wird neu geregelt
Aussenwerbung Der Bundesrat hat die Bestimmungen zur Strassenreklame in der Signalisationsverordnung geändert.
Das Kreuz mit der Botschaft
Religion Wie Partys und Fussball ist auch die reformierte Kirche durchaus etwas für Leute von heute, findet Wirz.
reformierte Kirche, dass wir nicht nur falschen
Götzen huldigen sollen.Die Werber von Wirz glauben nicht, dass
man mit Plakaten Heiden zu Christen machen kann. Ihre Mission für die
evangelisch-reformierte Landeskirche der Nordwestschweiz ist deshalb
eine andere. «Wir wollen Menschen ansprechen, die ein etwas
ambivalentes Verhältnis zur Kirche haben. Viele wollen austreten, tun
es aber doch nicht. Solche Leute soll die Kampagne noch einmal zum
Nachdenken anregen», versucht CD Matthias Freuler die Botschaft zu
erklären.
Der Kirche laufen die Gläubigen in Scharen davon. Allerdings nicht nur,
wie der überwältigende Erfolg des Weltjugendtages in Köln mit dem neuen
Papst Benedikt gezeigt hat. Ob katholisch oder reformiert: Es wird auch
wieder nach einem seelischen Halt gesucht.
Die Plakatkampagne, mit der Wirz Werbung im Rahmen einer
Konkurrenzpräsentation vier namhafte Agenturen ausstechen konnte, kommt
demnächst auf die Strasse. Sie richtet sich in erster Linie an wenig
verbundene, aber noch zugehörige Mitglieder der reformierten Kirchen
und will die Stärken der Reformierten wie Toleranz, Offenheit oder
Transparenz hervorheben. Die reformierte Kirche ist nicht vor tausend
Jahren stehen geblieben. Ihre Haltung war schon vom Namen her immer
offener und transparenter. «Ein solcher Geist hat nun auch eine solche
Kampagne möglich gemacht», glaubt Freuler.
Die Sujets mit ihrer modernen Botschaft arbeiten mit Kreuzen, die sich
an einer neuen Welt orientieren. Diese Kreuze sollen zeigen, dass die
Kirche nicht mehr die Kirche ist, die man von damals kannte, als man
das letzte Mal auf ihren harten Bänken weilte. «Die Kirche von heute
ist ausgerichtet auf die Menschen und ihre Bedürfnisse von heute»,
verkünden die Plakate. Die mit solchen Sujets «beworbene» Kirche ist
somit alles andere als weltfremd. Credo: Die einen vergöttern Popstars,
die andern Sportler, wieder andere huldigen der Mode oder den
Pferdestärken. Die Meinung der
reformierten Kirche: Alles okay! Sollen unsere Gläubigen doch und
dürfen sie auch! Aber die Frage muss erlaubt sein: «Ist das wirklich
alles?»
Ganz gezielt holt die Kampagne mit dieser weltlichen Öffnung die
Menschen mit Themen aus ihrem Alltag ab und fordert sie zum Nachdenken
auf. «Aber – und das ist sehr wichtig – tolerant, offen und
aufgeschlossen, wie die Reformierten sind, belehren sie die Leute nicht
einfach eines Besseren oder verteufeln ihren Ersatzglauben», meinen die
Auftraggeber. Die Kampagne soll niemandem etwas wegnehmen, sondern im
Gegenteil «dem Leben etwas sehr Gewichtiges dazugeben».
Andreas Panzeri
Horst Stasny erhält Kurt-Römer-Ring
Horst Stasny, der derzeit die neue Ferienkampagne für Graubünden und deren Werbeagentur Reinhold fotografiert, wurde mit dem Kurt-Römer-Ring ausgezeichnet.
Ferienkampagne für Graubünden und deren Werbeagentur Reinhold
fotografiert, wurde mit dem Kurt-Römer-Ring ausgezeichnet. Dieser Preis
ist nach dem langjährigen Bundesinnungsmeister Kurt Römer benannt, der
zum 65. Geburtstag von der österreichischen Bundesinnung der Fotografen
einen Ehrenring erhalten hat. Dieser Ring soll nun jährlich an einen
Berufskollegen weitergereicht werden. Dieses Jahr fiel Römers Wahl auf
Stasny, da dieser sich durch langjährige fotografische Leistungen im
In- und Ausland profiliert habe, wie es in einer Medienmitteilung der
Reinhold Werbeagentur lautet.
Neukunden landen bei Eugster Kommunikation
Agentur Über die Sommermonate hat Eugster Kommunikation vier neue Kunden gewonnen. Die «Agentur am Flughafen» in Altenrhein SG realisiert den Unternehmensauftritt ...
Entzweite Plakatforschung
Plakatwerbung Die beiden Schweizer Plakatanbieter forschen je auf eigene Faust weiter. Darum muss nun wohl der Markt einen Währungsentscheid fällen.
Damit ist der Graben zwischen den beiden Plaktanbietern deutlich markiert. In einem zweiten Punkt liegen die Standpunkte von APG und CCP ähnlich weit auseinander – bei der Frage nämlich, ob es möglich wäre, auf das von CCP favorisierte Forschungsdesign (siehe auch WW 27/05) der Deutschen Forschungsträgerschaft AGMA umzuschwenken. Voraussetzung dazu wären quantitativ und qualitativ genügende Mobilitätsdaten für die Schweiz. Zeier sagt dazu: «Im Vergleich zu Deutschland verfügen wir in der Schweiz über eine wesentlich tiefer reichende Datenbasis für die Mobilität der Bevölkerung.» Er verweist zum Beispiel auf die Pendlerangaben bei der Volkszählung, auf
30000 fünfjährliche Microzensus-Interviews, auf offizielle Verkehrszählungen und auf Mobilitätsmodelle, wie sie zurzeit an Schweizer Universitäten und bei spezialisierten Firmen entwickelt würden. Martial Pasquier hält dem entgegen, dass die derzeit erhältlichen Daten den Anforderungen der Plakatforschung nicht genügen könnten. Dies sei – auch zusammen mit CCP – eingehend abgeklärt worden. «Natürlich werden wir irgendwann neue Daten haben – aber wollen wir so lange warten?», fragt er.
Auch hier steht also Aussage gegen Aussage. Von deutscher Seite gibt es dazu keine klare Stellungnahme. Lothar Hannen, Vorstand Plakat bei der AGMA, sagte auf Anfrage lediglich: «Wir können und wollen die Schweizer Mobilitätsdaten nicht bewerten.»
Einigung erwünscht
In dieser schier ausweglosen Situation öffnet CCP immerhin eine kleine Tür: CCP sei an einer einheitlichen Plakatforschung für die Schweiz interessiert und bleibe für Gespräche offen. Voraussetzung dafür sei, dass man sich über die grundlegenden Anforderungen an das Forschungskonzept einigen könne – zusammen mit den Auftraggebern. «Das ist ein Angebot an alle, die an marktgerechten, international einigermassen vergleichbaren Schweizer Leistungswerten für Plakatstellen und -netze interessiert sind», sagt Zeier.
Ob dieses Angebot bei APG, SWA oder BSW auf offene Türen stösst, ist allerdings fraglich. SWA-Direktor Jürg Siegrist jedenfalls zeigt sich «enttäuscht darüber, dass CCP beim SPR nicht weitermacht», gleichzeitig ist er aber «froh, dass das Projekt von der APG durchgezogen wird». Es mache jedenfalls keinen Sinn, nochmals neu anzufangen, zumal BSW und SWA das SPR-Projekt von Beginn weg im Rahmen des SWA-Plakatteams und über die eigens eingesetzte SPR-Usercommission begleitet hätten.
Das weitere Vorgehen sieht nun wie folgt aus: SPR erhebt und validiert noch in diesem Herbst die Daten von Genf. Danach dürfte wohl ein juristisches Hickhack über die Liquidation der einfachen Gesellschaft SPR losgehen. Die APG hat jedoch bereits angekündigt, eine neue Gesellschaft zu gründen und bis Mitte 2006 mit zusätzlich 150 GPS-Geräten die übrigen neun Agglomerationen zu erheben. Anfangs 2006 soll zudem ein Planungstool vorerst für das WG 43 (Zürich) und ab Herbst 2006 für die ganze Schweiz zur Verfügung stehen. Darin sollen auch Daten für Plakatstellen von CCP und anderen Anbietern ausgewiesen werden. Deren Standorte wird die APG selbst erfassen.
Auch CCP gibt nun Gas und führt weitere Gespräche mit der AGMA. Zu einem Zeithorizont für das Vorliegen von Zahlen und ob diese auch die Stellen der APG beinhalten werden, wollte Zeier nichts sagen.
Deutliche WorteDas Fraunhofer Institut hat nicht nur den SPR-Ansatz, sondern auch das Plakatforschungskonzept der AGMA unter die Lupe
genommen. Dabei liess es sich aber auf keine Rangierung ein, sondern kommt zum sibyllinischen Schluss, dass «die in den jeweiligen Ländern verfolgten Ansätze die jeweils plausibelste Lösung darstellen». Beides seien «innovative Lösungen, die weltweit ihresgleichen suchen». Im Institut hofft man deshalb, «dass die Plakatforschung in Deutschland und in der Schweiz ihren Innovationsvorsprung … nicht durch Diskussionen aufs Spiel setzt, die in keiner Weise zielführend sind.» (mk)
Die Meinung von Christian Kauter (l.) und Urs Zeier geht auseinander, was die ursprünglich gestellten Anforderungen betrifft.
Markus Knöpfli
FishWishion für TIC.ch
IT Der Internetprovider TIC.ch aus Kriens feiert dieses Jahr sein 11-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums sind ab 22. September für 11 Wochen Werbeaktionen geplant.
Coninx geht, Supino kommt
Tamedia Hans Heinrich Coninx tritt nach 18 Jahren als VR-Präsident und Verleger des Medienunternehmens Tamedia per 2007 zurück. Dies gab er jüngst aus Anlass seines 60. Geburtstages bekannt.
Plakatmaler am Stadelhofen; der dritte Streich folgt sogleich
Heye hat am zukünftigen McDonald’s-Standort beim Bahnhof Stadelhofen wieder zugeschlagen.
McDonald’s Standort beim Bahnhof Stadelhofen wieder zugeschlagen. Seit
Anfang dieser Woche hängen dort die neusten Plakatsujets. Und wie
bereits zuvor, wurden die neuen Streiche mit Pinsel und Farbe gleich
vor Ort verübt.
Analog den ersten Serien, sprechen die Plakate die verschiedenen
Zielgruppen direkt an und sorgen dafür, dass der neue Zürcher Standort
schon jetzt zum Begriff wird.
Die offizielle Schweizer DDB-Vertretung bewirbt mit dieser Kampagne das
neue McDonald’s Restaurant, welches im Herbst 2005 eröffnen wird.
Auftraggeber: McDonald’s Suisse Restaurants Sàrl, Crissier;
Verantwortung: Thomas Truttman, Marketing Director; Yvonne Maurer,
Local Marketing Consultant.
Werbeagentur: Heye, Zürich AG; CD: Daniel Bieri; AD: Dominik Krattiger; Text: Urs Zwyssig; Beratung: Willy Tanner.
Ein stolzer Stand-alone
Privatfernsehen Star TV wird als erster nationaler Privatsender 10 Jahre alt – ein Grund zum Feiern.
Paul Grau mit Star TV als erstem nationalem Privatsender der Schweiz
das 10-Jährige feiern.
«Nach zehn Jahren Star TV kann ich
zurückblicken, dass quasi jedes Jahr irgendein Konzern oder ein
Konsortium sich an einer Beteiligung interessiert gezeigt hat»,
sinniert Paul Grau. Leider seien diese Interessen aber immer «im
Macho-Bereich gelandet». Will sagen: Es ist jeweils um die
Aktienmehrheit gegangen. Ein konkretes Angebot hat kürzlich auch ein
grosser Verlag gemacht. Aber für Paul Grau war es wieder die schon oft
erlebte Geschichte. «Man zeigt sich bewundernd, dass ich so lange
überlebt habe, und im nächsten Satz will man mich vom Fenster weghaben.
Ich brauche aber noch mindestens zehn weitere Jahre diesen Kick mit
einem eigenen Sender.»
Bereits 1985 initiierte Paul Grau zusammen mit den Filmverleihern UIP,
Warner Bros., 20th Century Fox, Rialto Film und Monopole Pathé die
Kinovorschau «Trailer Cinema Highlights». Diese hat sich schnell in den
zwölf grössten Kabelnetzen der Schweiz etabliert.
1991 wurde Werbung und Sponsoring auch im Privatfernsehen erlaubt. Paul
Grau baute seine Kinovorschau zu einem werbefinanzierten einstündigen
Filmmagazin aus.
1994 präsentierte er das Projekt eines landesweiten schweizerischen
Fernsehsenders, der die Bereiche Film und Entertainment abdecken
sollte. Partner mit 49 Prozent war der grösste Schweizer
Kabelnetzbetreiber Rediffusion. Grau: «Eigentlich wäre es eine
Fifty-Fifty-Beteiligung gewesen, aber das Bakom hat das
im letzten Moment geändert, weil die Mehrheit am Privatfernsehen
schweizerisch sein musste – und Rediffuson war in der Hand der
französischen Alcatel.»
Der Entscheid des Bakom entpuppte sich im Nachhinein als günstig. «Nur
mit dieser Mehrheit konnte ich später die Turbulenzen beim Verkauf der
Rediffusion an Cablecom überleben», weiss Grau.
Am 3. Mai 1995 erhielt der Pionier in Schlieren vom Bundesrat die
Konzession für einen nationalen Fernsehsender. Am 31. August 1995 geht
Star TV als erster nationaler Privatfernsehsender der Schweiz «on air».
Und damit begann der harte Kampf in einer Szene, in der bis jetzt
einzig die Sender mit einem starken Verlag im Hintergrund überleben
konnten. Aber: «Alle Angebote für eine Übernahme waren jeweils im Stil
einer Schnäppchenjagd zu sehen.» Auch Roger Schawinski habe einmal per
Telefon ein Angebot gemacht. Das war noch vor der Konzessionserteilung
an Tele 24, und der damalige Chef von TeleZüri telefonierte spontan von
einer Skipiste aus.
Eine Figur, die in dieser Zeit eine wichtige Rolle auch für Star TV
spielte, war Beat Curti. Dieser hatte kurz nach Star TV mit der
Rediffusion den Sender Züri 1 gegründet. In dieses Konglomerat mit den
Produzenten Urs Emmenegger und Martin Weiss floss auch Eden TV ein.
Diesen Kanal hat Paul Grau als seinen zweiten Sender zusammen mit dem
damaligen Werbewoche-Chefredaktor Piero Schäfer und Helmi Sigg
betrieben. Grau konnte sich «dieses Hobby» leisten, weil er nicht nur
viele Videoclips für Yello, Udo Jürgens oder Nina Hagen produziert hat,
sondern auch RTL in Deutschland regelmässig mit Beiträgen aus der
Schweiz beliefern konnte. «So habe ich ohnehin einen Pool von
Filmtechnikern beschäftigt.»
Ausgestrahlt wurde das Programm von Eden TV Anfang Neunzigerjahre auf
dem Info-Kanal der Rediffusion. Grau wollte die Idee allerdings
professionalisieren. «Wir hatten die Vorstellung, dass wir aus diesem
Copain-Fernsehen rauswachsen und richtiges Privatfernsehen machen
wollten.» Dazu brauchte es aber einen Investor mit Geld oder einen
Verlag. Also klapperte man ausser der NZZ jeden Verlag ab und landete
schliesslich bei Beat Curti. «Unsere Bibel für die Partnersuche war die
Bilanz mit ihrer Ausgabe der damals hundert reichsten Schweizer.»
Tatsächlich nahm Beat Curti die Idee eines privaten Fernsehens auf und
schlug sie Roy Simmens, dem damaligen Generaldirektor der Rediffusion,
vor. Daraus entstand Züri 1. Doch Beat Curti hatte Grösseres im Sinn.
«Mit seiner IP Multimedia hatte er bereits die
RTL-Programmfenstergeschichte im Kopf und dazu ein Konzessionsgesuch
laufen», verrät Grau. Nachdem das Fenstergesuch von RTL erstmals
abgewiesen worden war, war bei den Investoren auch das Interesse an
Züri 1 nicht mehr da. Der Sender wurde eingestellt.
«Uns hat das enttäuscht. Wir haben aber allein weitergemacht und Eden TV in das bereits existierende Star TV integriert.»
Dieses wurde zuerst weiterhin durch die IP Multimedia vermarktet. Dann
wurde nach etwas mehr als zwei Jahren Rediffusion von Cablecom
aufgekauft. Als Folge wollte sich
Cablecom auch von der damit übernommenen 49-Prozent-Beteiligung an Star
TV lösen. So kam Grau 1997 «wie die Jungfrau zum Kind» zu 100 Prozent
der Aktien von Star TV, weil sein Sender in dieser Pionierzeit noch
rote Zahlen schrieb und niemand anderer mitbieten wollte.
«Das war die grösste Herausforderung meines Lebens», sagt Grau. «Ich
bin auf den 100 Prozent gesessen und wollte das Schicksal von Star TV
in die Hand nehmen.» Aber keine Bank und kein Investor wollten weiteres
Geld für Star TV geben.
Der nun noch mehr geforderte CEO fing ein körperliches Fitness-Programm
an und sprach auch bei Beat Curti vor, um sich aus dem langjährigen
Vertrag mit der IP Multimedia zu lösen.
1996 wurde der Programmloop auf vier Stunden ausgebaut. 1998 erteilte
der Bundesrat eine erweiterte Konzession, die dem Sender die
Weiterentwicklung in Richtung Vollprogramm ermöglichte. 1999 erwarb der
Werber und Journalist Walter Bosch 29 Prozent der Aktien. Diese hält er
immer noch. Grau meint über seinen Partner: «Walter Bosch ist für
unseren Sender sehr wertvoll und einer meiner besten Geschäftsfreunde.
Man kann mit ihm zusammen Probleme sehr gut besprechen und lösen.»
Star TV hat jeweils als einer der ersten Sender auf neue Entwicklungen
reagiert. Man positionierte sich neu zum Zielgruppenfernsehen für
Lifestyle und Entertainment. Auch interaktive Tools und Formate werden
immer wichtiger. Seit geraumer Zeit besitzt Star TV auch eine
zusätzliche Konzession für den Ausbau als Game-Kanal. Und weil der Name
Programm ist, stehen natürlich noch viele weitere Pläne in den
Sternen.
Andreas Panzeri
