P und Tamedia tauen auf

Anzeigen Trotz der Kündigung des Vertrags für die Inseratekommission laufen wieder Verhandlungen zwischen Tamedia und Publicitas.

Anzeigen Als Antwort auf den Deal
zwischen PubliGroupe und NZZ hatte Tamedia den Vertrag für die
Inseratekommission mit Publicitas ausser Termin auf Ende 2004
gekündigt. Dennoch laufen wieder Verhandlungen für eine allfällige
Neuaufnahme. Man sei sich «in den Grundsätzen einig», so Jürg Brauchli,
bis Ende August Leiter Zeitungen. Im Mai hatte er moniert, die P habe
seinen Vorschlag sechs Monate lang nicht beantwortet.
Hans-Peter Rohner, CEO der PubliGroupe, tut hingegen so, als herrsche
Courant normal: Die Zusammenarbeitsverträge mit den
Tamedia-Publikationen würden jeweils für ein weiteres Jahr festgelegt.
Dies sei seit Jahren so. Zurzeit verhandle man über 2006. «Nachdem
beide Parteien an einer sachlichen und professionellen Zusammenarbeit
interessiert sind, zweifle ich nicht daran, dass demnächst eine
Regelung gefunden werden wird», sagt Rohner. (mk)

Coole Promotion

Getränke Da staunten selbst hart gesottene Zürcher: Plötzlich stand ein vier Meter hoher und vier Tonnen schwerer «Rhäzünser-Plus-Berg», bekannt aus der SFLB-Kampagne, im Herzen der Limmatstadt.

Getränke Da staunten selbst hart gesottene Zürcher: Plötzlich stand ein vier Meter hoher und vier Tonnen schwerer «Rhäzünser-Plus-Berg», bekannt aus der SFLB-Kampagne, im Herzen der Limmatstadt.Verantwortlich für den coolen Gag war Brand Emotion, die laut Agentur-Credo die klassische Werbung mit kreativen Plattformen anreichert. In diesem Fall auch tags darauf – als Auflösung – mit Gratis-Rhäzünser für alle.

Volle Transparenz

Gastkommentar Die Vorwürfe gegen «die längste Werbesendung der Schweiz» (Tele) entbehren jeglicher Grundlage, verwahrt sichNiklaus Schlienger.

Gastkommentar Die Vorwürfe gegen «die längste Werbesendung der Schweiz» (Tele) entbehren jeglicher Grundlage, verwahrt sichNiklaus Schlienger.
Wer schleicht sich da bei Nacht und Nebel ins Fernsehprogramm, um uns hinterrücks zum Kauf überflüssiger Produkte zu animieren? Ganz besonders finstere Gesellen sind hier am Werk, gesteuert von geldgierigen Agenten und ihren Hintermännern. Bei der deutschen ARD-Tochter Bavaria haben sie jahrelang ihr Unwesen getrieben, ohne dass ihren Auftraggebern in Redaktionsstuben und Führungsetagen das Geringste aufgefallen wäre. Und kaum ist die Sache aufgeflogen, sucht man auch hier zu Lande nach skandalträchtig platzierten Requisiten. Bei «Lüthi und Blanc» haben sie wirklich welche mit bekannten Markennamen gefunden. Einen Skandal gab es dabei jedoch nicht aufzudecken.Das Schweizer Fernsehen hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass es fürs Requisiten-Placement Partnerschaften eingeht – auch bei «Lüthi und Blanc», und zwar von der ersten Folge an. Kein Wunder, hatte das Bakom nur «zu beanstanden», dass unsere Partner nur mehr im Abspann statt – wie bisher – auch im Vorspann aufgeführt werden. Im neuen RTVG ist dies ohnehin nicht mehr Vorschrift. Woher also die Aufregung? Natürlich ist Misstrauen gegen versteckte Werbung berechtigt. Die Zuschauer melden jedoch kaum Unbehagen an. Denn Marken und Werbebotschaften sind Teil unserer täglichen Realität. Wer diese abbildet, wie jede in der Gegenwart spielende Serienhandlung, kann die Produktwelt nicht künstlich ausblenden. Aseptische Realitätsferne wäre das Ergebnis. Wenn in einer Szene Schokolade gegessen, telefoniert oder Auto gefahren werden muss – die Beispiele sind frei erfunden! –, wird unvermeidlich eine Marke sichtbar, egal, ob dafür Geld fliesst oder nicht.
Niemand kann im Ernst etwas dagegen haben, dass ein Fernsehsender aus dieser Not eine Tugend macht und so Programmgelder erwirtschaftet, die dem Gebührenzahler letztlich einen Mehrwert bringen. Die entscheidende Frage ist, wer dabei das erste und das letzte Wort hat, der Requisiten-Placer oder die Redaktion; ob etwas erzählt wird, um einem Produkt eine Plattform zu schaffen, oder ob ein Placement erst nach Vorliegen des fertigen Drehbuchs geprüft und beschlossen wird. Bei SF DRS verhindert eine kluge Einrichtung, dass redaktionelle Gelüste aufkommen, das Budget mit Placements zu äufnen: Alle Sponsoring- und Placement-Einnahmen kommen in einen zentralen, bei der Fernsehdirektion angesiedelten Topf. Und werden von dort auch in Sendungen reinvestiert, die ohne diese Gelder gar nicht finanzierbar wären.
Mit Schleichwerbung hat das Requisiten-Placement bei «Lüthi und Blanc» also nichts zu tun. Weil es mit maximaler Transparenz erfolgt, und weil wir unsere Zuschauer zweitens nicht für so blöd halten wie gewisse deutsche Produktionsfirmen ihre Auftraggeber in der ARD. Immer vorausgesetzt, die haben wirklich nichts gewusst.
Fernsehen.
> Niklaus Schlienger ist Redaktionsleiter Soap beim Schweizer

Schneider Berthoud verstärkt die Beratung mit Susanna Wittwer

Die Werbeagentur Schneider Berthoud rüstet mit Susanna Wittwer auf.

Die Werbeagentur Schneider Berthoud rüstet
auf. Susanna Wittwer nimmt ab Herbst 2005 ihre neue Tätigkeit als
Account Director auf. Wittwer hat ihre
Karriere in der Produktion von JWT+H+F in Zürich gestartet, bevor sie
bei Dorland als Beraterin eingestiegen ist. In den letzten drei Jahren
war sie bei der Favo in Basel als Beraterin und
Beratungsgruppenleiterin tätig.

Automobil Revue schreibt für 20 Minuten

Ratgeber Seit Anfang Juli erstellt die Automobil Revue alle 14 Tage den Autoratgeber für 20 Minuten.

Ratgeber Seit Anfang Juli erstellt die Automobil Revue alle 14 Tage den Autoratgeber für 20 Minuten.Die Tipps rund um Auto, Zubehör und Verhalten am Steuer erscheinen jeweils am Montag und füllen eine Drittelseite in der Autoberichterstattung des Pendlerblatts. Weitere Fragen der Leserschaft beantwortet die Redaktion der Wochenzeitschrift aus dem Haus Espace Media in einem Online-Forum.

ProSieben Sat 1 mit HDTV

TV Die deutschen Fernsehsender ProSieben und Sat 1 werden ab Ende Oktober auch im hochauflösenden Standard HDTV ausgestrahlt.

TV Die deutschen Fernsehsender ProSieben
und Sat 1 werden ab Ende Oktober neben dem gewöhnlichen Format auch im
hochauflösenden Standard HDTV ausgestrahlt. Das Angebot soll
gebührenfrei, aber zunächst nur über das Astra-Satellitensystem zu
empfangen sein. Ende 2006 will die ProSieben-Sat-1-Gruppe Bilanz ziehen
und eine Ausweitung auf Kabel und terrestrische Ausstrahlung prüfen.

Der Web2index klettert munter weiter

Online Der Web2index steigt kontinuierlich an. Der Indikator für die Entwicklung der kommerziellen Online-Werbung,...

Online Der Web2index steigt kontinuierlich an. Der Indikator für die Entwicklung der kommerziellen Online-Werbung,…Online Der Web2index steigt kontinuierlich an. Der Indikator für die Entwicklung der kommerziellen Online-Werbung, der bis letzten Monat PWA-Index hiess, ist im Juli um 1,8 Punkte auf 115,1 Punkte geklettert. Damit trotzten die Werbeausgaben im Internet der Werbeflaute, die stets in den Sommermonaten zu verzeichnen sei, kommentiert der Online-Vermarkter Web2com.

Fremdsprachen gibt es nicht

Corporate Publishing in diversen Sprachenbedeutet nicht einfach Logistik und (Sprach)Technik, sondern primär Kulturtransfer.Dinner im Schlosshotel in der kroatischen Provinz. Die schwere Speisekarte aufgeschlagen.

Corporate Publishing in diversen Sprachenbedeutet nicht einfach Logistik und (Sprach)Technik, sondern primär Kulturtransfer.Dinner im Schlosshotel in der kroatischen Provinz. Die schwere Speisekarte aufgeschlagen.Corporate Publishing in diversen Sprachen bedeutet nicht einfach Logistik und (Sprach)Technik, sondern primär Kulturtransfer.Dinner im Schlosshotel in der kroatischen Provinz. Die schwere Speisekarte aufgeschlagen. Der Gast sichtet die Erläuterungen zum Haus
sowie zu Speis und Weintrank auch auf Deutsch. Mit charmant eigenen Schreibweisen. K.u.k.-Überbleibsel? Wie auch immer, der Gast fühlt sich aufgehoben. Umsorgt werden tut bisweilen gut.
Chinesisch gehört dazuSzenenwechsel: Niederönz (BE), Kommunikationssitzung bei Bystronic Laser AG. Der global tätige Maschinenhersteller gibt seine Mitarbeiterpublikation «BystronicPeople» nicht nur englisch und deutsch, sondern auch chinesisch heraus. Ein Entscheid, der seinesgleichen sucht: Von den 1150 Mitarbeitenden sind rund 150 Chinesinnen und Chinesen in der Volksrepublik. Die meisten dieser Mitarbeitenden in China beherrschen, im Gegensatz zu jenen am Standort Singapur, die englische Sprache nicht.
Das Budget für die chinesische Sprachausgabe ist gesprochen. In-
terne Kommunikation ist bei Bystronic alles andere als zweitrangig. Der Chinesischredaktorin in der Schweiz obliegt die Aufgabe, kulturelle Bedürfnisse und Sprachregelungen in die Redaktion einzubringen. Auch die typografische Gestaltung ist von Ausgabe zu Ausgabe auf den Kulturtransfer angewiesen. Man muss verstehen,
warum man auf Chinesisch einen bestimmten Titel nicht halbfett-fett wie im Englischen und Deutschen lösen kann.
«BystronicPeople» chinesisch ist keine technokratisch durchgezogene Übung. Es geht um mehr als um das redaktionelle Management von Sprachen, die in den Längen trotz umsichtig gemachten Sprachadaptationen nicht alle gleich lang «laufen» (solches wird selbstredend gelöst, aus finanziellen Gründen
lediglich bei Schwarzweisswechsel, also gleichem Bildstand für alle drei Sprachversionen). Es geht vielmehr um ein kommunikatives Credo
eines Unternehmens, das von seiner Internationalität lebt: Fremdsprachen gibt es nicht, es gibt lediglich verschiedene Sprachen. Der Kulturtransfer findet immer in beide Richtungen statt.
Arabisch ist schönSzenenwechsel: Oberhalb des Thunersees Fototermin mit dem hier wohnenden Tuareg-Schriftsteller. Seinen literarisch wunderbaren Text zu Spuren im Sand und im Schnee hat der zwischen den Kulturen Reisende bereits geschrieben. Er hat es nicht in Tifinar (Tuaregschrift), von dessen geheimnisvollen Zeichen er der Fotografin doch ein Muster gönnt, sondern auf Arabisch getan. Schön sieht es aus, das arabische Manuskript.
Die Sprachadaptation verlangt Kultur. Des Schriftstellers Übersetzer und freundschaftlicher Begleiter weiss, wie selten der Kultur- und Sprachtransfer Arabisch-Deutsch gefragt ist. Da mag sich eine ganze Buchmesse dem Sonderthema der arabischen Literatur verschreiben. Die kulturelle Distanz zum arabischen kulturellen Schatz ist trotzdem spürbar.
Globus macht das Bekenntnis für sein Corporate-Publishing-Projekt. «Spuren im Sand, im Schnee, im Stein» ist ein kultureller Höhepunkt im Globus Weihnachtsmagazin 2004.
Rosarot ist für Nichtjapaner nicht schön Szenenwechsel: Sitzungszimmer einer verbandsmässig strukturierten Organisation. Die Corporate Publisher zeigen das Konzept einer Publikation, die japanischen Zielgruppen Schweizerisches nahe bringen soll. Die japanischen Schriftzeichen, ob von links nach rechts, von rechts nach links oder von oben nach unten fliessend, werden nicht hinterfragt (und vermutlich auch nicht verstanden, ausser von einem am Tisch). Hinterfragt wird aber die Gestaltung des nicht anwesenden (inkognito zugezogenen japanischen) Medien-Designers. So viel Rosarot, um Himmels willen, blau wäre doch viel schöner. Es gefällt nur einem am Tisch (wieder dem Gleichen, und der lebt in Japan). Das ist zu wenig. Das Konzept stösst auf Ablehnung.
Die Corporate Publisher bieten keinen Kompromiss an, verlassen den Saal. Am Tisch bleibt ein Dutzend Gastgeber, die ihre japanischen Gäste wohl kaum kennen lernen, sondern lieber am Tisch sitzen bleiben wollen. Die Speisekarte bleibt ungenutzt liegen. Vielleicht gibt es doch Fremdsprachen.
Dr. Viviane Egli wechselte 1989

aus dem Journalismus ins Corporate Publishing. Heute leitet sie die Corporate-Publishing-Agentur Primafila AG, die Mitglied des länderübergreifenden Verbandes Forum Corporate Publishing ist.
«BystronicPeople» als gemeinsames internationales Forum; Sprachen sollen die Mitarbeitenden verbinden, nicht trennen.
Viviane Egli

Sand im Getriebe der P

Radiovermarktung Die bevorstehende RTVG-Debatte macht der PubliGroupe und der Tamedia einen Strich durch die Radiorechnung.

Radiovermarktung Die bevorstehende RTVG-Debatte macht der PubliGroupe und der Tamedia einen Strich durch die Radiorechnung.Auf der Suche nach neuen einträglichen Geschäftsfeldern ausserhalb der Printbranche will die PubliGroupe in den Radiomarkt einsteigen. Der Medienkonzern Tamedia seinerseits hat für die Radios 24 und Basilisk sehr viel bezahlt und will die Refinanzierung vorantreiben. Darum haben beide ein grosses Interesse an einem gestärkten Radiomarkt. Gemeinsame Basis ist die vom Bundesamt für Kommunikation initiierten Goldmedia-Studie zum Schweizer Radiomarkt (Sommer 2004). Diese übte unter anderem Kritik an der primär (verlags-)politisch ausgerichteten Radiopool-Situation, hielt jedoch fest, dass an sich weiteres Potenzial vorhanden sei.Landradios links liegen gelassenGemäss Recherchen der Werbewoche haben die beiden Player deshalb zwei Parallelprojekte zwar koordiniert vorangetrieben, die aber unabhängig voneinander realisierbar wären. Belcom-Chef Andreas Meili versuchte, einen neuartigen Pool auf die Beine zu stellen, der die Zentren Zürich, Basel, Bern mit jeweils beiden Radiokonkurrenten umfasst und weitere Sender im Mittelland, in der Zentral-, Ost- und Westschweiz einbezieht. Landradios wie Grischa, BeO, Sunshine sowie Top, Zürisee, Munot und andere liess Meili hingegen links liegen. Damit spaltet er die urbanen Sender von den kleineren ländlichen Radiostationen ab. Die P ihrerseits arbeitete am Aufbau einer neuen Vermarktungsgesellschaft, in die sie Tamedia, NZZ und den französischen Radiobetreiber NRJ einbinden wollte. Ein interessanter Ansatz: Nachdem die Verleger in der Vergangenheit aus Angst ums Printgeschäft ihre Radios eher gebremst als gefördert hatten, sollten nun die grössten Besitzer direkt in die Radiovermarktung einbezogen werden. Der Nachteil: In der Radiobranche begann sich die Sorge vor dem Diktat der Mächtigen breit zu machen. Weder bei der P noch bei Tamedia wollte man zum Stand der Projekte Stellung nehmen. Stefan Staub, bei der P Projektleiter Elektronische Medien, hielt lediglich fest, dass die P am 25. und 26. August «in grösseren Meetings mit involvierten Personen» (Radiobetreiber und wohl auch Verleger) über den weiteren Fortgang ihrer Radioideen informiere. Bis dahin wünsche er sich keine weiteren Gerüchte und ein Stillhalten der Presse. Was er nicht sagt: Am 29. August, veröffentlicht die börsenkotierte PubliGroupe ihre Halbjahreszahlen, und am 31. August ist die
Radiobranche am Radioday versammelt. Da kommen weitere Vorabinfos natürlich ungelegen. Ähnlich ist es bei Tamedia, dort steht die Veröffentlichung der Halbjahreszahlen bereits am 26. August an.
Die NZZ zieht voläufig nicht mitEines oder beide Projekte könnte sich verzögern, tönte Staub vorsichtig an. Damit nimmt er vorweg, was eh schon die Runde macht: Keines der Projekte wird zu Stande kommen, zumindest dieses Jahr nicht. Fest steht, dass die NZZ trotz ihrer Nähe zur P vorläufig weder beim einen noch beim andern Projekt mitmacht. Dazu Geschäftsleitungsmitglied Beat Lauber: «So, wie die Projekte jetzt vorliegen, sind sie noch unausgereift. Die Absicht, den Radiomarkt voranzubringen, unterstützen wir sehr. Doch sollte man auch regionale Gegebenheiten und gewachsene Strukturen berücksichtigen. Das war bisher noch zu wenig der Fall.» Auch Grischa-Chef Hanspeter Lebrument meldet Vorbehalte an: «Ich befürworte eine klare Trennung von Vermarktern und Medienbesitzern.» Dass mit den Projekten beides gemischt und zudem einige Radios ausgegrenzt würden, hält er dagegen für kontraproduktiv.
Auch bei Tamedia soll Konzernleiter Martin Kall Meilis Eifer etwas gezügelt haben. Möglicherweise aber erst, als sich Lebrument in seiner Rolle als Verlegerpräsident einschaltete und auf Gefahren für die anstehende RTVG-Debatte im Parlament hinwies. Dezidiert hält Lebrument fest: «Im Verlegerverband haben wir eine klare Haltung: Das RTVG soll am Ende möglichst wenig Artikel zum Thema Medienkonzentration aufweisen. Alles, was jetzt nach Konzentration aussieht, gefährdet dieses Ziel.» Abgesehen davon, dass die Projekte das Potenzial hätten, die Radio- und die Verlegerbranche zu spalten. Somit werden die P und Tamedia wohl eine Denkpause ankünden und betonen, dass sie am Ball bleiben, konkrete Schritte aber erst unternehmen, wenn das RTVG unter Dach und Fach ist. So lange bleibt fast alles beim Alten. Einzig die bereits zu Tage getretenen Risse in der Branche müssen wieder mühsam gekittet werden. Zum Beispiel beim One Pool, dem einzigen Radiokombi, das per Ende Jahr aufgekündigt wurde. Der Grund: Die Radios Argovia und 32 hatten auf P und Tamedia gebaut. Jetzt werden sie von diesen im Regen stehen gelassen und müssen selbst sehen, ob und zu welchen Bedingungen sie wieder eine Poolheimat finden.
Markus Knöpfli

Radio spürt Sommerflaute

Werbemarkt TV und Internet starteten gut ins zweite Halbjahr, wie der GEMI zeigt. Einen unerwarteten Taucher machte allerdings die Radiowerbung.

Werbemarkt TV und Internet starteten gut ins zweite Halbjahr, wie der GEMI zeigt. Einen unerwarteten Taucher machte allerdings die Radiowerbung.Die Brutto-Werbeinvestitionen in den elektronischen Medien wurden im Juli weiter erhöht. Der Goldbach Electronic Media Index (GEMI) zeigt für TV, Radio, Internet und Teletext zusammen einen Anstieg von 312 auf 314 Punkte.Seit Januar 2005 ist der Index bei den elektronischen Medien insgesamt um 13 Punkte gestiegen. Im Vergleich zum Gesamtwerbemarkt ist ein deutlicher Zuwachs festzustellen. Der Index des Gesamtwerbemarktes hat seit Anfang Jahr lediglich um 3 Punkte zugenommen und blieb im Juli unverändert auf 164 Punkten.
Die Radiowerbung verbuchte im Juli zum ersten Mal seit langem einen Rückgang, von 273 auf 271 Punkte. Seit Januar 2004 hatte sie konstant zugenommen und sich im bisherigen Jahresverlauf als wachstumsstärkste Gattung präsentiert. Umso erstaunlicher ist deshalb der Verlust um 2 Indexpunkte.
Internet zieht anAuch der Teletext muss einen Verlust hinnehmen. Sein Index ist von 197 auf 196 gesunken. Das Fernsehen legte dafür im Sommermonat Juli überraschend um 3 Punkte auf 315 zu. Aber auch die Internetwerbung vermochte die etwas flachere Wachstumsphase der Vorsommer-monate hinter sich zu lassen. So konnte es mit einer Steigerung um
2 auf 160 Punkte wieder eine viel versprechende Leistung erzielen.
Der GEMI wird vom Werbevermarkter Goldbach Media ermittelt. Er zeigt monatlich die Entwicklung der Werbeausgaben in den elektronischen Medien und im Gesamtmarkt seit der Einführung des ersten TV-Werbefensters 1993. Der Index beruht zu 100 Prozent auf den monatlich erfassten und aufgeschalteten Media-Focus-Daten. In einem zweistufigen Verfahren wird die monatliche Saisonalität aus den Zeitreihen herausgefiltert.
Rona Grünenfelder

GHI im neuen Kleid 

Das Genfer Gratiswochenblatt GHI (Genève home Informations) feiert sein 35jähriges Jubiläum mit einem neuen Layout.

Das Genfer Gratiswochenblatt GHI (Genève
home Informations) feiert sein 35jähriges Jubiläum mit einem neuen
Layout. Die aktuelle Ausgabe präsentiert sich mit einem grösseren
redaktionellen Teil, einem bunteren Design und einem neuen Logo. Die
Neuerungen wirken sich auch auf das redaktionelle Konzept aus: GHI will
mehr Informationen liefern, diese aber in eine kürzere Form verpacken
und auf mehr Bilder setzen. Beibehalten wird laut Communiqué der
vorlaute, manchmal provokative Ton und das Ziel, immer wieder Themen
für das Stadtgespräch zu liefern. Realisiert habe man das neue
Auftreten fast ausschliesslich mit internen Kräften.

Ein Server für viele Fälle

Software-Test Ein Mac-OS-X-Serversystem ist ideal, um die Daten zu zentralisieren und damit die Arbeitsstationen zu entlasten. Aber es kann auch noch mehr.

Software-Test Ein Mac-OS-X-Serversystem ist ideal, um die Daten zu zentralisieren und damit die Arbeitsstationen zu entlasten. Aber es kann auch noch mehr.Apple Computer produziert neben Consumer-Computern und Workstations auch Serversysteme für den Einstiegs- und oberen Midrange-Bereich. Diese Server und die dazugehörige Software Mac OS X Server sind für Agenturen oder Druckereien interessant, die zwei oder mehr Arbeitsstationen (z. B. klassische DTP-Arbeitsplätze) betreiben. Mit Mac-OS-X-Server hat Apple die vormals unter Betriebssys-tem Mac OS 9 noch Apple Share IP genannte Serverlösung abgelöst. Wie bei Apple Share IP kann eine Lizenz für entweder bis zu zehn
Arbeitsplätze/Clients oder eine unlimitierte Lizenz erworben werden. Die wie Mac OS X mit einem grafischen Interface versehene und auf Unix basierende Neuentwicklung ist kurz nach der Einführung des Desktop-Betriebssystems Mitte 2001 vorgestellt worden.
Zu DienstenDie vielen auf Open-Source-Code (frei zugänglicher Quellcode) basierenden Dienste der Server-Software wurden kontinuierlich mit den Updates des Betriebs-
systems verbessert. Insgesamt 20 zu verwendende Dienste enthält die aktuelle Version des Server-
systems. Die im Softwarepaket enthaltenen Dienste – die wichtigsten sind im nebenstehenden Kasten «Server» vorgestellt – erfüllen damit die zentralen Anforderungen an ein Serversystem.
Nach der sehr einfachen Installation der Server-Software präsentiert sich ein normales Betriebs-
system Mac OS X; lediglich zwei Icons fallen in der Programmleiste (Dock) auf. Startet man die Applikation Server Admin, werden im Fenster (siehe Abbildung) die möglichen Dienste angezeigt, welche schliesslich dort konfiguriert werden können. Mit dem Start
eines oder mehrerer Dienste wird der Rechner dann zum Server. Auch wenn diese Einstellungen
gewisse Kenntnisse über die technische Umgebung erfordern, so
ist dennoch die Bedienerführung durch die Menüs sehr einfach gehalten und gut erklärt.
Der wohl am meisten benötigte Dienst, die Funktion als klassischer File-Server, kann durch sehr unkompliziertes Anlegen
und Verwalten von Benutzern bzw. Benutzergruppen erfolgen. Die überaus einfache Freigabe von Dateien, Ordnern oder Volumen mit Sharepoints ist ein herausragendes Feature. Das Hinzufügen von neuen Benutzern und die
Datenfreigabe wird damit zum Kinderspiel. Auch die anderen Dienste sind, wenn man die notwendigen Angaben vorliegen hat, schnell eingerichtet und «up and ready».
Etwas schwachbrüstig präsentiert sich lediglich der Mailserver. Wohl deshalb wird dieser oft nicht verwendet und stattdessen ein Konkurrenzprodukt auf einer anderen Plattform eingesetzt. Was hier vor allem fehlt, ist eine bessere Integration in die etablierte Microsoft Exchange-Lösung, welche die E-Mail-Verwaltung mit den Kalenderfunktionen ideal verbindet.
Der integrierte Dienst Xgrid ermöglicht zudem das Grid-Com-
puting. Damit lässt sich die Rechenleistung mehrerer, innerhalb eines Netzwerks zusammengeschlossener Computer nutzen. Die Verwendung von Xgrid ist vor allem bei rechenintensiven Aufgaben sinnvoll.
Für anspruchsvolle AnwenderEine vor allem flexiblere Verwaltung der Speicherkapazitäten bietet die ebenfalls von Apple separat erhält-
liche Speicherlösung Xsan. Auf Basis eines Storage Area Networks (SAN), einem Netzwerk zur Anbindung von Festplatten, können beliebige und fast beliebig viele Speichersysteme verwendet bzw. integriert werden. Der durch Xsan mögliche Geschwindigkeitsvorteil zahlt sich hauptsächlich bei speicherintensiven Anwendungen aus. Eine Xsan-Umgebung eignet sich von daher besonders gut, zum Beispiel zum professionellen Schneiden von im HD-Format vorliegendem Video-Material.
Ein weiterer Vorteil von Xsan ist, dass die Speicherkapazität sehr
einfach ausgebaut werden kann. Mindestens ein dezidierter und erforderlicher Metadaten-Controller (separater Rechner) kümmert sich dabei eigens um die Datenverwaltung. Als sichere bzw. hochperformante Datenspeicher stehen von Apple dafür Xserve-RAID-Systeme zur Verfügung.
Xsan ist damit aber insgesamt eine grössere Dimension. Neben der Hardware (Metadaten-Conroller, Xserve-RAID) und Software (Xsan) sind auch noch schnellere Leitungen und Steckkarten (FibreChannel-Technologie) erforderlich.
Positives FazitAls Nachteil bleibt für das eine oder andere Unternehmen die Tatsache, dass die Server-Software exklusiv für Apple-Hardware konzipiert ist – und vielleicht der etwas schwache Mailserver, dem eine umfassende, mit Microsoft Exchange vergleichbare E-Mail/Kalender-Lösung fehlt.
Doch alles in allem hat Apple mit dem Mac-OS-X-Server – vor allem in seiner neuen Version 10.4.2 – eine Glanzleistung vollbracht. Vor allem seine Bedienerfreundlichkeit und Zuverlässigkeit ist derzeit unerreicht. Mit dem Serverpaket erhält man eine Komplettlösung, die einfach zu bedienen ist und in der Handhabung Spass macht – und genau das erledigt, was sie soll: dem Anwender auf die eine oder andere Art einen Dienst erweisen. Mit dem integrierten Dienst Xgrid oder der optionalen Xsan-Lösung werden auch weiter gehende Bedürfnisse befriedigt.
ServerDie Server sind die Arbeitstiere in Agenturen, Prepress-Betrieben oder den Vorstufenabteilungen der Druckereien. Dank des zum Einsatz kommenden Client–Server-Prinzips erlauben sie den Zugriff mittels Clients auf einen oder mehrere
zentrale Server. Der Client liefert dazu die Benutzeroberfläche und der Server stellt die passende Funktionalität zur Verfügung. Jeder zur Verfügung stehende Dienst eines Servers erfordert daher den entsprechenden Client. Bekanntestes Beispiel ist hier das Zusammenspiel zwischen Webserver (Server) und Webbrowser (Client).
Nach diesem Client-Server-Prinziparbeiten auch Printserver (Steuerung von Druckaufträgen), Mailserver (Empfangen und Verteilen von E-Mails) oder Streaming-
server (Verteilen von digitalem Content wie zum Beispiel Radio oder Video). Mittels NFS-Server (Network File System)
können Dateien direkt auf dem Server
bearbeitet oder Programme auf dem
Server gestartet werden. (jf)
Mac OS X Server läuft auf iMac, Mac Mini, PowerMac oder dem Xserve-Rechner (Bild) mit mindestens G3-, G4- oder besser G5-Prozessoren, die mit mindestens 256 MB RAM und einem FireWire-Anschluss ausgestattet sind. Foto: Apple Computer
Mit dem Administrator-Tool (Server Admin) lassen sich sämtliche Services starten, konfigurieren oder stoppen; dies ist auch remote (ferngesteuert) über das Internet möglich.
Benutzer können per Drag&Drop Benutzergruppen zugeordnet werden.
Jürgen Franck
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