Zahl der Woche: 67,5 Milliarden $

Marken In ihrer neusten Rangliste stuft Interbrand erneut Coca-Cola als wertvollsten Brand der Welt ein.

Marken In ihrer neusten Rangliste stuft
Interbrand zusammen mit der New Yorker Zeitschrift Business Week erneut
Coca-Cola als wertvollsten Brand der Welt ein. Der Markenwert wird mit
67,5 Milliarden Dollar errechnet. Auf den Ehrenplätzen folgen Microsoft
und IBM. Der Elektronikkonzern GE liegt auf Platz 4, gefolgt von Intel
und Nokia. Die Marke Disney wurde auf Rang sieben eingestuft.
McDonald’s, Toyota und Marlboro vervollständigen die Top Ten. Die
Schweizer Marke UBS wird unter den «Aufsteigern» auf Rang 45 gewertet.

Viel Fest und Spektakel

«Wenn mit Körpern jongliert wird und Geräte zu Akrobatikpartnern werden, wenn der ganze Raum ein Zirkusobjekt ist und die Grenze zwischen Mensch und Materie sich auflöst, ...

«Wenn mit Körpern jongliert wird und Geräte zu Akrobatikpartnern werden, wenn der ganze Raum ein Zirkusobjekt ist und die Grenze zwischen Mensch und Materie sich auflöst, …«Wenn mit Körpern jongliert wird und Geräte zu Akrobatikpartnern werden, wenn der ganze Raum ein Zirkusobjekt ist und die Grenze zwischen Mensch und Materie sich auflöst, dann gibts nur eine Diagnose – Anatomie Anomalie.» Mit diesen etwas verwirrenden Worten beschreibt die Homepage des Zürcher Theater Spektakels die Performance der Compagnie Anomalie, welche an der heurigen Spektakel-Vorpremiere des Tages-Anzeigers gezeigt wurde.(Ver)Störend schön sei, was man diesen Abend auf der Bühne zu sehen bekommen werde, leitete Peter Hartmeier denn auch seine Begrüssung ein. Nun, so schlimm wars nicht. Gezeigt wurde ganz einfach eine vife Performance, in welcher akrobatische und tänzerische Elemente in Verbindung mit darauf abgestimmter Musik dargeboten wurden. Ohne Moralin und tiefere Aussage – ganz einfach zum Geniessen. Die meisten Gäste – dieses Jahr warens rund 700 (!) – lassen sich jeweils überraschen, wenn auch mit gemischten Gefühlen. Einige wenige wie Kulturfan Jost Wirz informieren sich aber im Vorfeld via Internet über das Gezeigte.
Weitere Kunde aus dem Munde des Tagi-Chefredaktors. Gerade die Jungen (also die Kernzielgruppe der anwesenden Werber) hätten unter den Tagi-Lesern eine wahnsinnig hohe Kulturaffinität – und sie seien heute geradezu wieder darauf versessen, Qualitätstitel zu abonnieren. Also das wäre wirklich wunderbar, wenn sich diese These bewahrheitete – ansonsten müsste man annehmen, dass hier irgendeine Statistik krass missinterpretiert wurde.
Als erster offizieller Event nach der Sommerpause ist die Tagi-Premiere ein absolutes Must für die Branche und geniesst denselben Stellenwert wie die Dreikönigstagung nach Weihnachten. Die Chance schlechthin nämlich für erste Updates und Klatschwechsel. Kolportiert wurde, dass Kolumnist Kurt W. Zimmermann kurz nach der Publikation einer seiner bissigen Kolumnen, Thema Müssiggang, selbst mit dem Titel «Müssiggänger des Jahres» geehrt worden sein soll. Und die Werber Peter Lesch und Reinhold Weber wiederum sollen sich den ganzen Abend potenziellen Kunden an die Brust geworfen haben. Lustig wars auf alle Fälle, das Wetter spielte mit, und so verliessen einige Gäste die Landiwiese sehr spät.
Tags darauf doppelte die Jean Frey AG mit ihrem Sommernachtsfest nach. Die Hofparty vollführte qualitativ wie quantitativ einen gewaltigen Sprung nach vorne. Viel Spass machte der wunderbare Publikumsmix. Vom CEO des weltweit tätigen Cigarrenfabrikanten über den gereifteren Agenturinhaber bis hin zur 20-jährigen Mediaassistentin gaben sich dort fast sämtliche Exponenten unserer Branche die Klinke in die Hand.
Wie aus Tausend-und-einer-Nacht präsentierte sich auch das Setting des Innenhofs an der Förrlibuckstrasse. Beduinenzelte mit gepolsterten Liegelandschaften, Palmen, typisch marrokanische Tischleuchter und so fort. Schon bei der Einladung hatte man sich stilsicher gezeigt, diese kam in fein ziselierten, arabisch anmutenden Lettern daher. Und so fehlten denn auch die traditionelle Shishas, also die Wasserpfeifen nicht. Die Gelegenheit, mal an diesen Trendinstrumenten zu ziehen, liessen sich die wenigsten entgehen. Eigentlich schade deshalb, dass man nicht auch beim Catering hundertprozentig konsequent war. Da wäre nämlich einzig und allein ein feines Couscous angebracht gewesen. Und über den Harem schweigen wir uns diskret aus. Wetterglück hatte man übrigens auch. Zwar gabs einen kleinen Wolkenbruch, der die Stimmung im gedeckten Innenhof jedoch nicht schmälerte.
Seither hat sich in der Schweiz wettermässig einiges getan. Bekanntlich gibt es ja in Zürich die «Agentur am Wasser» – in Bern gibts jetzt wieder die Agentur im Wasser. Ermutigende Grüsse drum an die Contexta im Matte-Quartier beim Sortieren der aufgeweichten Archivpappen. Wir wollen uns hier aber mitnichten in Spott und Schadenfreude üben, sondern bringen einen konstruktiven Vorschlag an. Arbeits- oder auftragslose Zürcher Werber wie auch andere Müssiggänger könnten eigentlich im Zeichen der interkantonalen Werbersolidarität die Berner bei ihren Aufräumarbeiten unterstützen gehen. Sollte sich mindestens eine weitere Person dieser Idee anschliessen, ist der Shortlistautor der Erste, der den von den Wassermassen gebeutelten Contextanern zur Hand gehen wird.
Prosit zum Ersten: Gastgeber Hans Heinrich Coninx (l.) und Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument genossen den lauschigen Abend.
Und zum Zweiten: Magazin-Chefredaktor Res Strehle (l.) mit MGB-Werbeleiter Beat Mühlemann und dessen Partnerin Vera Lüchinger.
Und nochmals ein Prosit: Alex Oeschger (l.) und Markus Will von der Tamedia beim verdienten Feierabend-Bierchen.
Die fröhlichste Frauenrunde auf der Saffa-Insel bildeten Maili Wolf, Uli Rubner und Isabelle Kaiser (v. l.) von der Tamedia AG.
Weitere Mitglieder der grossen Tamedia-Familie: Claudia Kaczynski-Coninx, Ehemann Daniel Kaczynski und Martin Kall (r.).
Die Werber Heinz Egli (l.) und Victor Rosser umschwärmten während des Spektakel-Apéros Rita Plüer von Rhombus Bindella.
Charmeur vom (Aussen-)Dienst: Jano Berni kümmerte sich vorbildlich um Kundinnen (und Kunden), hier Andrea Brack von Apple.
Martin Coninx (l.), Finanz und Wirtschaft, mit Ruth und Jost Wirz, der sich natürlich über die Performance des Abends vorinformierte.
Rafael Müller vom Werbehaus Zürich, hier mit Manuela Gualeni, genoss die letzte Sommerferienwoche in Zürich und Umgebung.
Alte Kumpels: Mario Buchmann (l.), BG Media und Pascal Baumann, neu mit eigener Agentur P-Formance.
Klassische Werberinnen unter sich: Isabelle Linsi, Danielle Lanz und Katja Puccio an den schönen Gestaden des Zürichsees (v. l.).
Zufriedene Gesichter: Thomas Städeli (l.) von Wirz Werbung mit Event-Zampano Stefan Merz von Merz + Partner.
Spässchen mit der Fotografin trieben Peter Lesch (l.) und Reini Weber (r.) im Beisein von Fridolin Holdener.
Sichtlich allerbeste Laune herrschte auch bei ZKB-Werbeleiterin Bernadette Grossenbacher und Publimedia-CEO Daniel Strobel.
Aufgeräumte Stimmung: ADC-Vorsitzender Andreas Prokesch (l.) mit Partnerin Elisabeth Hubatka und Werber Hansruedi Tanner.
Im Palmengarten an der Förrlibuckstrasse: Walter De Gregorio mit Jean-Frey-CEO und Gastgeber Filippo Leutenegger (r.).
TV-Star-Verlagsleiter Jean-Orphée Reuter (r.) mit seinem Marketingleiter Däni Allemann und Silvia Welti von Mediaschneider.
Demi-Privatier Jean-Etienne Aebi (l.), mit Pub- limedia-Marketingleiter Markus Ehrle, nimmt nur noch Jobs an, die wirklich Spass machen.
Jürg Wildberger, neuer Weltwoche-Chefredaktor, mit Barbla C. Schaerer, ab Anfang Oktober ebenfalls neu Agenturleiterin bei cR.
Ganz schön keck: Alexandra Marra (l.) und Judith Brändle von Vizeum genossen das Sommernachtsfest im Innenhof der Jean Frey.
Publicitas-Mann Werner Schlatter unterhielt sich mit Uschi Ambühl, die von Antalis zum Team der Weltwoche gewechselt hat.
Advico-AD Roland Scotoni (l.) und Account Director Dino Ceccato (r.) mit Beat Ruch, Head of Marketing Communication Sunrise.
«Mister Cigar» Reto Cina, CEO der Oettinger Imex AG (Davidoff, Zino und Avo) mit SI-Marketingleiterin Verena Baumann.
Im Element: Walter Tagliaferri von Lesch + Frei mit den beiden FCBLK-Account-Directors Marc Ziegler und Christoph Bögli (v. l.).
Solches Verhalten lässt jeweils auf ein optimediales Arbeitsklima schliessen: Barbara Hildbrand (l.) und Jana Giacomin, Optimedia.
TV-Star-Chefredaktor (und Papa, siehe Bild links) René Hildbrand (r.) mit Assistentin Francine Bruni und Roger Umbricht, Additiv.
Treten ebenfalls immer bestens gelaunt vor die Werbewoche-Kamera: Heiner Zogg und Partnerin Annemarie Uhlig.
Freuten sich über das gelungene Fest: Konica-Minolta-Werbeleiterin Jacqueline Gervasi und Beobachter-Anzeigenleiter Peter Menzato.
Allem Anschein nach ein bestens eingespieltes Team: Weltwoche-Verlagsleiterin Maike Juchler mit Anzeigenleiter Michael Hermann.
In einer ruhigen Ecke getroffen: Wemf-Marketingleiterin Carine Lins mit Touring-Marketingleiter Reto Kammermann.

«Wir müssen Vollgas geben»

Interview mit «Mr. 20 Minuten» Rolf Bollmann.

«Mister 20 Minuten» Rolf Bollmann (57) wird spätestens per 1. Februar Verlagsleiter des Tages-Anzeigers und soll für Wachstum sorgen. ww: Der
Tages-Anzeiger hat die Redaktion eines Weltblattes, ist aber faktisch
eine Regionalzeitung. Er muss wachsen, doch kann er das?
Rolf Bollmann: Es wäre
unfair, bereits Strategien darzulegen. Ich bin bis Ende Jahr noch für
20 Minuten verantwortlich, doch mache ich mir bereits Überlegungen für
den Tagi. Ich habe ein Konzept im Kopf und glaube, ich bin auf gutem
Weg. Das muss erst zu Papier und dann vor Geschäftsleitung und
Verwaltungsrat. Ich bin überzeugt, dass man innert nützlicher Frist
etwas davon hören wird. Man sammelt ja seit einem halben Jahr erste
Erfahrungen am linken Seeufer.

ww: Dort floriert mit der Tagi-Regionalausgabe derzeit für Tamedia ein Verlustgeschäft.Bollmann: Der Tages-Anzeiger ist eine unglaublich starke Marke. Ich kann Ihnen deshalb garantieren, dass er wieder wachsen wird.

ww:Sie werden diese Strategie trotzdem unterstützen?
Bollmann: Absolut.
Sie ist keineswegs verfehlt. Möglicherweise wird einiges korrigiert,
aber ich werde dafür sorgen, dass es mit Riesenschritten weitergeht.

ww:Gibt
es Richtung Schaffhauser Nachrichten oder Thurgauer Zeitung im
Nordosten Wachstumspozential? Tamedia hält ja bereits 20 Prozent am
Landboten.
Bollmann: Es
ist klar, dass der Tages-Anzeiger im Zweimillionen-Zürich wachsen muss,
deshalb prüft man alle Möglichkeiten. Der Tagi ist jedoch stark genug,
um aus eigener Kraft zu wachsen, denn er ist eine Marke, die weit über
den Kanton hinausstrahlt, ohne dass ich damit sagen will, es gebe eine
nationale Strategie.  

ww: Die gab es ja schon – und die hat nicht funktioniert.
Bollmann: Dennoch:
200000 Leser wohnen ausserhalb des Kantons. Warum lesen die den Tagi?
Zürich strahlt in die ganze Schweiz aus, auch wenn man das in Basel
oder Bern nicht so gern hört. Und das muss man im Blatt abhandeln. Das
geht gar nicht anders.

ww:Also ist der Tagi doch eine Regionalzeitung, aber mit überregionaler Wirkung, wie die viel zitierte Washington Post?
Bollmann: Das
eine schliesst das andere nicht aus. Ich bin überzeugt, man kann eine
Doppelstrategie fahren. Manche haben Angst, mit der Regionalisierung
werde der Tagi provinziell. Das wird sicher nicht der Fall sein.

ww: Ein weiteres Denkmodell, jetzt wo Tamedia schwarze Zahlen schreibt: Wäre eine Beteiligung an der Basler Zeitung ein Modell?
Bollmann: Ich
habe keine Kompetenzen zu sagen, wir müssten jetzt alle Zeitungen
rundherum kaufen. Meine Aufgabe ist, inneres Wachstum zu erzielen –
alles andere ergibt sich von selbst.

ww: Sind Sie zuversichtlich, dass Sie sich mit Martin Kall und Peter Hartmeier finden können?
Bollmann: Ich denke schon, sonst hätte ich den Job nicht angenommen. Beide wissen, dass ich kein Ja-Sager bin.

ww: Unternehmensleiter Kall hat das bereits erlebt.
Bollmann: Wenn
ich etwas im Kopf habe, dann setze ich das meistens auch durch. Man hat
eine Chance nur mit dem Team, das die eigene Überzeugung teilt. Meine
Denkweise ist stark marketinggeprägt, nicht immer zur Freude der
Journalisten, die das manchmal etwas anders sehen.

ww: Wann können Sie mehr sagen?
Bollmann: Ich hoffe, dass wir bis Ende Jahr das Grobkonzept haben.

ww: Die Stimmung beim Tagi ist nach den Sparrunden nicht die beste. Spüren Sie Handlungsbedarf?
Bollmann: Ich
spüre eine gewisse Verunsicherung, das verwundert nicht. Ich sehe es
als eine meiner wichtigen Aufgaben, dass etwas mehr Lebensfreude und
Herzblut für den Tagi einkehrt, denn wir müssen Vollgas geben. 

«Action» für Talent Screen

Film Wirz Werbung promoted einen Pitch für Newcomer mit frischen Ideen für Kino, TV und Werbung.

Film Wirz Werbung promoted einen Pitch für Newcomer mit frischen Ideen für Kino, TV und Werbung.
Wettbewerbe, bei denen fertige Arbeiten prämiert werden, vermehren sich mit inflationärer Tendenz. Neu ist aber ein Filmwettbewerb, bei dem auch die Talente der Zukunft ihre Chance bekommen. Eine herausragende Idee – aber bisher kein Geld für eine professionelle Umsetzung: Wer unter diesem Branchenübel leidet, findet Hilfe mit der ersten Ausgabe von Talent Screen. Ausgeheckt wurde der Event von den jungen Filmproduzenten Stefan Zuber, Min Li Marti und Philip Delaquis und ihrem Projektbüro Das Kollektiv GmbH in Zürich. Talent Screen will sich als Plattform für neue Filmschaffende etablieren und geniesst bereits das Patronat vom Bundesamt für Kultur des EDI.Für die Promotion haben die Filmenthusiasten Wirz Werbung für eine umfassende Kampagne begeistern können, dazu als wichtigste Sponsoren Tages-Anzeiger und Cinecom sowie Ultra Images und JingleJungle Sounddesign für die Gestaltung eines Kinospots.
Das «Grümpelturnier für Filmtalente» wird zeitgleich, aber unabhängig mit der ersten Ausgabe des neuen Zürich Film Festivals lanciert, das vom 5. bis 9. Oktober im Umfeld der Hochschule für
Gestaltung und Kunst stattfindet (www.zurichfilmfestival.org).
Die Talent Screen am 7. Oktober besteht aus zwei verschiedenen Wettbewerben, einem am System «Poetry-Slam» angelehnten «Pitch Battle» sowie einem kreativen Parcours «Movie Marathon».
Publikumsapplaus entscheidet
Beim «Pitch Battle» müssen sich Autorinnen und Autoren mit ihrer Filmidee für einen Spielfilm ab 60 Minuten messen. Die Teilnehmenden treten im Cupsystem gegeneinander an und haben vor dem Publikum nur fünf Minuten Zeit, um ihre Idee zu präsentieren. Zur Verfügung stehen nichts weiter als eine Bühne und ein Mikrofon. Wer eine Runde weiterkommt, entscheidet die Lautstärke des Publikumsapplauses. Am Schluss bleibt das «Pitch Talent 2005».
Dieses Talent wird mit einem Powerbook von Apple sowie einer Flasche Whiskey belohnt und darf drei Wochen gratis im Hotel Lenkerhof wohnen, um dort die Idee in eine drehbuchreife Fassung zu bringen.
Für den «Pitch» sind maximal acht Personen zugelassen. Falls sich mehr Ideenschwangere anmelden, gibt es eine Vorauswahl. In dieser Jury sitzen die Produzenten Meret Nora Burger und Valentin Greutert sowie der eben in Locarno mit einem Nachwuchsleoparden ausgezeichnete Drehbuchautor Micha Lewinsky.
Beim zweiten Wettbewerb geht es neben Ideen auch um handwerkliches Talent. «Movie Marathon» heisst: 48 Stunden Zeit, 0 Budget und die Chance, einen Kurzfilm zu drehen, der gesehen wird. Punkt 12 Uhr, am Dienstag, 4. Oktober, wird den Teilnehmenden ein Umschlag mit einem Thema abgegeben. Dann heisst es «Kamera, Action», und die Teams schwärmen aus, um nach 48 Stunden mit einem höchstens fünf Minuten langen Wettbewerbsbeitrag zurückzukommen.
Die besten Arbeiten werden am 7. Oktober an der Talent Screen im Zürcher Mascotte gezeigt. Das Publikum wählt den Sieger mit Klatschen. Das Siegerteam erhält einen Pokal und die Auszeichnung «Film Talent 2005». Dieser Titel soll bei der Job- und Geldsuche in der Filmszene behilflich sein. Die fünf besten Teams können zusätzlich an einer «Talent Academy» teilnehmen. Hier wollen Branchenprofis Feedbacks vermitteln.
In der Jury des «Marathon» wirken unter anderen der CD Matthias Freuler, Produzent Andres Brütsch, Regisseur Christoph Schaub und die Filmjournalistin Irene Genhart mit. Anmelden für beide Wettbewerbe kann man sich unter www.talentscreen.ch, wo es auch weitere Informationen gibt.
Auch Werber können profitierenBei Talent Screen sind auch junge Talente aus der Werbebranche willkommen, sei es als zukünftiges Regietalent für Spots oder als Ideenlieferanten für Filme. Umgekehrt sollen etablierte Werber rund um den Wettbewerb ins Gespräch mit potenziellen Mitarbeitenden kommen. Um diesen Prozess des Austauschs mit neuen Talenten in Gang zu setzen, hilft Wirz Werbung mit drei Inseraten, die im Tages-Anzeiger plakativ nach neuen Filmstars suchen.
Die Sujets sind wie Kinoschrifttafeln am Broadway gestaltet und sollen zum Mitmachen am Wettbewerb aufrufen. In einer zweiten Phase soll ein Flyer für den 7. Oktober rund 400 Interessierte als Publikum an den Event im Zürcher Mascotte locken.
Der Spot, der von Wirz Werbung mit Ultra Images und JingleJungle realisiert worden ist, wirkt selber bereits preisverdächtig mit seiner Idee, in wenigen Sekunden zu dramatischer Musik nur den Titel und einen Abspann zu zeigen. Dazwischen hört man Wind und einen Schrei. Für den restlichen Inhalt sind die Teilnehmer des Wettbewerbs gefordert. Der Spot wird von Cinecom über das neue digitale Netz deutsch und französisch in allen wichtigen Filmkunstkinos der Schweiz gezeigt. (pan)
Andreas Panzeri

Bunter Durstlöscher

Süssgetränke Um die Marktposition zu halten, setzt Rivella auf Testimonials und die Hausagentur Publicis.

Süssgetränke Um die Marktposition zu halten, setzt Rivella auf Testimonials und die Hausagentur Publicis.
Ihre Wetterabhängigkeit hat die Schweizer Süsswasserbranche 2004 deutlich zu spüren bekommen. Laut ACNielsen gingen im Jahr nach dem Jahrhundertsommer die Umsätze (–7%) noch stärker zurück als die Absätze. Und dem leicht anziehenden Absatz (+1%) im ersten Halbjahr 2005 steht erneut ein Umsatzminus gegenüber, der auf einen immer härter werdenden Preiskampf schliessen lässt.Powermarke Rivella auffrischen
Unterdurchschnittlich gelitten hat der Getränkeausstoss der Traditionsmarke Rivella in Rothrist. Nach den Cola-Softdrinks trifft das Getränk mit Milchserum und dem eigenständigen Farbenkonzept den Geschmack der Schweizer nach wie vor am besten. Wertmässig entwickelten sich die Marktanteile von 19 auf 19,3 Prozent. Gemäss Brand Asset Valuator zählt Rivella seit Jahren zu den stärksten kommerziellen Marken in der Schweiz. Am prägnanten Markenprofil und am Trend zu einheimischen Marken konnte es deshalb nicht liegen, dass Rivella eine völlig neue Imagekampagne durch die neue Agentur Publicis entwickeln liess. Diese hatte in einer Analyse festgestellt, dass die verschiedenen Rivella-Trinker ihrer «Farbe» aussergewöhnlich häufig treu bleiben. Diese Vorliebe und bemerkenswerte Treue zu Rivella sei eine Haltung, die man bei keinem anderen Softdrink in dieser Ausprägung beobachten kann, erklärt CD Markus Gut.
Als hätten die Kreativen den verregneten Sommer und die saisonale Kontaktdelle kompensieren wollen, inszenierten sie, wie schon ihre Vorgänger bei Lowe, einen aufmerksamkeitsstarken Teaser. Anders als früher wurde der relativ späte Start der Kampagne vom Angelpunkt der prominenten Testimonials bestimmt. Diese kündigten nämlich an, genau am Nationalfeiertag Farbe zu bekennen, was die in der Schweiz gebliebenen Betrachter auf eine falsche Fährte setzen sollte: Würde
Boris «Nutella» Becker, der in Deutschland jetzt auch noch für eine Biermarke wirbt, den roten Pass erhalten? Polo Hofer eine «grüne» Partei gründen? Und Alex Frei demnächst für Bayern München kicken? Nichts von alledem traf zu, wie die Auflösung zeigte. Die Anspielung bezog sich auf Rivellas Farbwelten, die mit dem neuen Slogan «Ich bekenne Farbe» tiefer verankert werden sollen.
Zwei Agenturen für RivellaDas gut gezündete PR-Feuerwerk lenkte die Aufmerksamkeit zusätzlich auf die Plakatkampagne, die nach der Auflösung mit Promi-Bekenntnissen im Radio unterstützt wurde. Zugleich wurden die Konsumenten im Rahmen eines Wettbewerbs dazu aufgerufen, gleich auch selber Farbe zu bekennen und originelle Rivella-Beichten abzulegen. Sinnigerweise wurden die Besten unter ihnen mit Monatslieferungen Rivella prämiert.
Einen Schritt weiter gehen dann die TV-Spots, in denen die Protagonisten – diesmal namentlich erwähnte Lifestyle-«Normalos» – nach einem populärphilosophischen Statement sich zu einer Rivella-Farbe bekennen: Rot für den Biker, Blau für die Drachenseglerin und ihre Clique sowie Grün für den Architekten. Die Fernsehspots nehmen dabei die Produkteigenschaften der drei Rivella-Sorten prominent und knapp auf.
Ein wichtiges Standbein im Promotions-Mix bleiben nebst Werbung und Sport- und neu Kultur-Sponsoring die Push-Massnahmen bei den Händlern. Hier bewältigte ein 50-köpfiges Team im vergangenen Geschäftsjahr fast unglaubliche 45000 Verkaufsgespräche.
Während künftig die starke Position im Heimmarkt durch Publicis verteidigt wird, wurde das Kommunikationspaket für die Expansionsstrategie «der kleinen Schritte» kürzlich dem Jung-von-Matt-Netzwerk anvertraut. In Frankreich, Luxemburg, Deutschland, Österreich und dem stärksten Auslandmarkt Holland verfolgen die Verantwortlichen eine Nischenpolitik, bei der Rivella als Schweizer Nationalgetränk im oberen Preissegment positioniert werden soll.
Farbbekenner: Fussball-As Alex Frei steht auf Rivella rot.
Farbbekenner: Fussball-As Alex Frei steht auf Rivella rot.
Luca Aloisi

Differenzieren als Strategie

Druck Ausrichtung auf Technik und Steigerung der Produktivität sind die eine Strategie, das Besetzen von Nischen und damit verbundene Ausrichtungen der andere Ansatz von erfolgreichen Druckereien.

Druck Ausrichtung auf Technik und Steigerung der Produktivität sind die eine Strategie, das Besetzen von Nischen und damit verbundene Ausrichtungen der andere Ansatz von erfolgreichen Druckereien.Die Situation in der Druckindustrie ist alles andere als rosig. Überkapazitäten sind vorhanden, die Preise unter Druck. Kreatives Unternehmertum ist gefragt. Wir haben vier sehr unterschiedliche KMU-Druckereien besucht, die mit sehr unterschiedlichen Konzepten im Markt auftreten: Itin Druck sind die Spezialisten für kreative Umsetzungen, Feldegg Druck hat sich dem umweltgerechten Produzieren verschrieben, Drucksachenmittler Maxiprint setzt auf einen Onlineshop und Heer Druck investiert in eine neue Maschinenplattform. 1. Itin Druck, Bülach, versteht sich als Boutique-Druckerei
Kein feudales Besprechungszimmer, dafür fallen im Showraum der Itin Druck AG Vitrinen mit grafischen Produkten auf, die man nicht alle Tage sieht. Diese Muster sind wichtige Verkaufsargumente für Kunden aus dem In- und Ausland. Das Unternehmen entwickelt und produziert vor allem aufwändige Kartonageprodukte wie Steller oder Rotairs, DirectMailings, Funktionskartonagen, auffällige bzw. die Aufmerksamkeit erregende POS-Materialien, kleine Displays und einiges mehr – neben normalen Akzidenzdrucksachen.
Inhaber und Geschäftsführer Edy Itin erklärt, dass das von ihm geführte Unternehmen sich vor langer Zeit auf Nischenprodukte spezialisiert habe. Dabei stehen die Entwicklung von auf die Kundenbedürfnisse zu-
geschnittener Spezialprodukte, die Beratung vor Ort, ein stetig aus-
gebauter Onlinekatalog von gefertigten Produkten und die permanente Unterstützung des Kunden ganz oben in der Firmenphilosophie. Auf die Frage nach der Strategie des Unternehmens angesprochen antwortet der 41-jährige Geschäftsführer: «Unsere Stärke liegt darin, Produkte herzustellen, die andere Unternehmen auf Grund ihrer Ausrichtung heute nicht mehr produzieren können oder fertigen möchten. Wir sprechen dabei intern nicht mehr nur von Aufträgen, sondern von uns anvertrauten Projekten. Bei den Projekten übernehmen wir von der Entwicklung über die Produktion und Durchführung in unserem Unternehmen bis zum lokalen oder auch weltweiten Versand sämtliche Dienstleistungen. Der Kunde hat dafür, sobald er uns mit einem Projekt betraut hat, mit dessen Abwicklung nichts mehr zu tun. Dieses Vorgehen ist bei uns heute Standard.»
Das Kreieren und Entwickeln von Lösungen sowie die aktive Unterstützung der Produktioner und Drucksacheneinkäufer in den Unternehmungen oder der Kreativen in den Agenturen sieht Edy Itin als Herausforderung: «Je verrückter die Idee und je schwieriger die Umsetzung derselben ist, umso mehr Spass macht so ein Projekt.» Edy Itin, der sein Unternehmen als «klein und innovativ» bezeichnet, hat die Erfolgsfaktoren ausgemacht: die ideale Grösse – und dass es gelungen sei, einen sympathischen Eindruck zu vermitteln. Auch eine gewisse Hartnäckigkeit beim Verkauf, ein Verkaufsgespür sowie das Agieren über die Landesgrenze hinaus, zählt er zu den Erfolgsfaktoren der 11-köpfigen, wie er sie nennt, Boutique-Druckerei.
2. Pioniergeist der Druckerei
Feldegg, Zollikerberg
Den Pioniergeist und die Innovationskraft der Druckerei Feldegg, Zollikerberg, machen sich immer mehr Agenturen und Produktionsverantwortliche zu Nutze. René und Erwin Oberhänsli, geschäftsleitende Mitglieder der Druckerei Feldegg AG (Feldegg) haben somit keinen Grund zum Jammern. Das letzte Jahr war ausgezeichnet, bescherte das beste Geschäftsergebnis in der 50-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Antwort auf die Frage nach dem Erfolgsgeheimnis überrascht: «Vor 16 Jahren hat ein Drucksacheneinkäufer einer Grossbank anlässlich eines Umweltvortrags behauptet, dass Unternehmen, die nicht nachhaltig produzieren, auf lange Sicht keine oder nur reduzierte Überlebenschancen haben.» Das war für die Geschäftsführung der Feldegg ein wichtiges Signal, die Strategie zu prüfen und neu auszurichten. «Wir unternehmen seither alles – auch aus Überzeugung –, um uns diesbezüglich zu verbessern.» Als erstes Unternehmen der Branche hat sich die Druckerei Feldegg vor zehn
Jahren nach ISO 14001 (Umweltmanagementnorm) zertifizieren lassen, im gleichen Jahr erfolgte auch die Zertifizierung nach ISO 9001 (Qualitätsmanagementnorm). Das Unternehmen zählt auch zu den ers-
ten Druckereien der Schweiz, die sich durch die Verwendung von FSC-zertifizierten Papieren einer nachhaltigen, naturnahen und sozial verträglichen Waldbewirtschaftung und Holznutzung verschrieben haben.
Erwin Oberhänsli bezeichnet die Nachhaltigkeitsanstrengungen bei Feldegg gar als Motor für Innovationen. Als konsequente Folge, so René Oberhänsli, sei man dann auch auf Maschinen von KBA gestossen. Die wasserlos druckenden 74 Karat und seit diesem Jahr die Genius 52 produzieren gemäss den Oberhänslis besonders umweltfreundlich: «Überzeugt hat uns aber vor allem, dass wir nach nur sieben Bogen ein «Gut-Bogen» bzw. ein verkaufbares Exemplar vorliegen haben. Das sind Welten im Vergleich zum konventionellen Offsetdruck», erklärt René Oberhänsli. Dadurch sind die Maschinen prädestiniert für kleine Auflagen und für den Druck auf teuren Bedruckstoffen. Um die Maschine herum haben die Verantwortlichen der Druckerei ein Konzept entwickelt, das unter dem Namen «equal» sogar anderen Druckereien, die eine ähnliche Realisierung verfolgen, angeboten wird.
Bleibt da noch Platz für eine Vision? «Ja natürlich», sagt Erwin Oberhänsli, «die Zukunft heisst Distributed Printing – das Verteilen von Druckaufträgen auf weltweite Standorte, die mit den gleichen Daten identische Ergebnisse erzielen.» Weil solche Projekte viel Zeit in Anspruch nehmen, ist er nicht sicher, ob er die Vollendung dieses Vorhabens noch erleben wird. Die Weichen dafür hat er aber gestellt.
3. Bei Maxiprint.ch, Baar,
Drucksachen online ordern
Im Zentrum der Dienstleistungen der Maxiprint.ch AG (Maxiprint) steht die gleichnamige Website. Dank der dort hinterlegten Internettechnologien ist der ganze Ablauf zur Herstellung von Druckerzeugnissen bzw. Werbemitteln inklusive der notwendigen Datenübermittlung, Onlineprüfung und Auftragsabwicklung etc. weitestgehend vereinfacht. Die ausgetüftelte Site führt die Besucher durch das Angebot und macht diesen das Bestellen von Drucksachen so einfach wie nur möglich. Praktisch ist der als Matrix konzipierte Aufbau: In der horizontalen Navigationsleiste können die Drucksachen bzw. Werbemittel nach Kategorie bestellt werden, links lassen sich die Produkte nach Branchenbedürfnissen auswählen bzw. ordern. Zudem kann die Rechnung online eingesehen oder der Empfänger der Werbemittel tages-aktuell mit einem Mail oder SMS automatisch über die bevorstehende Anlieferung informiert werden.
«Einer der grössten Vorteile unserer Lösung besteht darin, dass unsere Kunden die Kuverts, Flyer, Karten, Kleber, Plakate, Prospekte, Membercards und dergleichen nicht nur bestellen, sondern sich vorab mit nur wenigen Klicks auch den Liefertermin zeigen und den Preis kalkulieren lassen können. Sie erhalten dabei alles aus einer Hand zu einem Tiefpreis», erklärt Ingo Grünig, der zusammen mit Marcos Gonzalez die Mehrheit an der Maxiprint.ch AG hält. Das Unternehmen, das im Gebäude der Firmengruppe LZ Medien untergebracht ist (die eine Minderheitsbeteiligung am Unternehmen hält), baut die Produktpalette kontinuierlich aus.
Auf die Frage, wo man denn im Onlineshop die Papierqualität wäh-
len könne, antwortet Grünig: «Die Kunden haben im Standardzugang eine bewusst eingeschränkte Auswahl an Formaten und Papierqualitäten, dafür sind die Drucksachen dank standardisierter Produktion äusserst preisgünstig. Dennoch de-
cken wir damit mehr als 80 Prozent der Marktanforderungen ab.» Und wer druckt? «Wir haben keine Druckmaschinen, die Produktion ist zu 100 Prozent ausgelagert. Maxiprint arbeitet mit mehr als 100 aktiven oder aktivierbaren Partnerfirmen zusammen, die die Drucksachen produzieren, konfektionieren oder – bei Verkehrsmittelwerbung – auch montieren», erklärt Grünig.
An Vorstufendaten können die Standard-Bildformate JPG und TIFF oder ein PDF-Dokument angeliefert werden. Keine InDesign- oder XPress-Dokumente? «Ja und Nein; die Standardabwicklung sieht das nicht vor. Angemeldete Kunden haben die Möglichkeit, auch Layoutdokumente anzuliefern. Diese Möglichkeit nutzen vor allem Agenturen sehr häufig», erklärt Grünig.
Zu den mittel- und langfristigen Plänen sagt Marcos Gonzalez, dass im Herbst eine browsergestützteLösung zur Onlinegestaltung von Dokumenten aufgeschaltet werden soll. Auch eine Lizenzierung des Systems an interessierte Unternehmen ins Ausland prüfen die beiden Inhaber.
4. Heer Druck, Sulgen, investiert in Maschinen
Ein bewährtes Modell, um ein Unternehmen in die Zukunft zu führen, ist die Investition in neue Technik bzw. in neue, leistungsfähigere Maschinen. Diesen Weg beschreitet die in Sulgen TG ansässige Heer Druck AG – sowohl im Offset- wie auch im Digitaldruck. Für nächstes Jahr hat die Druckerei beim Druckmaschinen- und Lösungsanbieter Heidelberg eine Speedmaster XL 105 geordert. Dieser Maschinentyp wurde erst letzten Mai an der Fachmesse drupa vorgestellt. Viktor Heer, Geschäftsführer des Unternehmens, begründet den Entscheid für eine neue Druckmaschine mit einer sehr hohen Auslastung: «Wir konnten in den letzten Jahren die Auslastung unseres Maschinenparks ständig verbessern und stossen nun an Grenzen. Mit der neuen Maschine können wir den Betrieb aufrechterhalten, ohne weiter dreischichtig produzieren zu müssen.» Der Drei-Schichtbetrieb mache für ihn auf Dauer auch betriebswirtschaftlich keinen Sinn,
ergänzt Heer. Von der insgesamt mehrere Millionen Franken teu-
ren Investition verspricht sich der Firmengründer eine nochmals bessere Qualität und eine höhere Produktivität.
Vor allem die Prozessintegration soll im Unternehmen weiter optimiert werden. Bereits heute werden Farbvoreinstellungen aus der Vorstufe – so genannte CIP3-PPF-Daten – zum schnellen Voreinstellen der Druckmaschine herangezogen. Auch die Betriebsdatenerfassung sei im Unternehmen sehr weit fort-
geschritten und erlaube die laufende Kostenkontrolle, erklärt Heer. Color Management, das eine durchgängig farbverbindliche Produktion ermöglicht, ist bereits seit Jahren eingeführt.
Das Unternehmen lebt haupt-
sächlich von der Herstellung von Akzidenz-Drucksachen. Der Verlagsdruck (Zeitschriften und Bücher der im Haus angesiedelten Verlage Niggli, Archithese und du zu den Themen Architektur, Design, Typografie und Kunst) sorgt für die insgesamt sehr hohe Auslastung des Unternehmens. Interessant dabei ist, dass 80 Prozent der Bücher exportiert werden: Japan und China sind für Heer Druck wichtige Märkte. Deshalb ist das Unternehmen auch auf den dortigen Buchmessen präsent.
Zum Erfolg der Heer Druck trägt neben dem Bogenoffset auch eine neue Digitaldruckmaschine Xerox Docucolor iGen3 110 bei. «Der Auftrag bzw. die Anforderungen des Kunden bestimmen bei uns das Druckverfahren», erklärt Viktor Heer. Bereits erwirtschaftet Heer Druck rund 15 Prozent des Umsatzes mit dem Geschäftsfeld Digitaldruck, Tendenz steigend.
Jürgen Franck

Der Generalist

Kopf der Woche Zum zweiten Mal bei AY&R, jetzt aber in neuer Funktion: Lukas Tenger, Director Client Service.

Lukas Tenger ist als Director Client Service zu     
Advico Young & Rubicam zurückgekehrt und will jetzt auch der Beratung den nötigen Punch verleihen.Die Gegend ist ihm auch schon einmal
grüner vorgekommen. Es hat sich einiges getan rund ums Advico-
Young-&-Rubicam-Gebäude, seit Lukas Tenger vor sieben Jahren
weggegangen ist. Trotzdem findet es der neue Director Client Service
nach seinem Comeback in Gockhausen erstaunlich, wie «der gleiche Mood»
immer noch spürbar ist. «Vielleicht hat das mit dieser speziellen Lage
zu tun.» Man kennt sich bei AY&R besser als in anderen Agenturen,
weil man abseits der Stadt fast täglich zusammen im hauseigenen Bistro
am Mittagstisch sitzt.
Lukas Tenger wirkte von 1992 bis 1998 schon einmal bei AY&R.
Weggegangen ist er aus Liebe. «Nach zehn Jahren Zusammenleben musste
sich etwas ändern», verrät er, wie er damals mit seiner späteren Frau
auf eine Weltreise mit unbekanntem Ausgang gestartet ist. «Wir haben
beide unsere Jobs gekündigt und sind einfach losgefahren, ohne weitere
Perspektiven zu haben.»
Nach dem «halbjährigen Honeymoon» durch Südostasien, Australien und
Neuseeland wollte Tenger auch sein berufliches Glück verwirklichen. Bei
einer Kleinagentur hoffte er, mehr selber einbringen und gestalten zu
können. «Die drei Agenturinhaber waren aber stark damit beschäftigt,
sich in ihrer Partnerschaft zu finden», musste er feststellen.
So hat er lieber wieder zu einem Topplayer gewechselt. Bei Publicis
durfte er «mit sehr guten Leuten sehr interessante Arbeiten»
mitgestalten. Tenger blieb sechs Jahre und hat eine der drei Units für
Kunden wie Swisscom Mobile, Migros, Die Post, NZZ oder den Zürcher
Verkehrsverbund geleitet, bevor er jetzt wieder zu AY&R
zurückgekehrt ist.
Eingestiegen in die Werbung war Tenger einst bei Lintas, weitere
Erfahrungen sammelte er bei JW Thompson oder auch kurz bei Gisler &
Gisler. Erst bei AY&R habe er aber «richtig ‹erlickt›, worum es in
der Werbung eigentlich geht». In diese Zeit fiel die Geburt der
Milchkuh Lovely sowie das Aufsehen, das die kecke Mazda-Werbung mit den
Zürcher Posträubern erregte. Solche Werbung habe auch im
internationalen Netzwerk für Furore gesorgt. «Wir waren uns in
Gockhausen bewusst, dass wir die führende kreative Agentur von Y&R
sind. Entsprechend sind wir gepflegt worden.»
Lukas Tenger wollte schon immer in der Werbung arbeiten. Als er nach
der Handelsschule in Basel keinen Platz für ein Praktikum fand,
wechselte er in die Hochburg Zürich. Neben der klassischen
Weiterbildung zum Werbeassistenten und Werbeberater hat der neue
Director Client Service auch die Kaderkurse der Marbach Academy
besucht.
Am Beraten gefällt ihm, dass er als Generalist ein breites Wissen und
die unterschiedlichsten Talente haben muss, um mit Spezialisten dealen
zu können. «Ein Berater muss in der Lage sein, die verschiedensten
Charaktere zusammenzubringen, um ein gutes Produkt zu machen.» Hier
sieht er sich als guter Vermittler mit einem Gespür für
unterschiedliche Bedürfnisse vom Kunden bis zum Mitarbeiter.
Tenger findet es wichtig, dass die Beratung stärker wird. «Der Berater
ist der Einzige in der Agentur, der den gesamten Prozess begleitet und
verantwortet, also nicht nur Teilinteressen vertritt. Deshalb vertraut
der Kunde ihm auch sein Mandat an – aber nur, wenn er entsprechend
kompetent ist.» Zudem: «Auftraggeber sind heute gleich ausgebildet wie
die Werber auf Agenturseite. Viele haben zum Teil auch selber schon auf
Agenturseite gearbeitet und wollen stark mitprägen. Dabei übersehen sie
oft, dass im zu engen Korsett keine gute Werbung entstehen kann.»
Als Kontrast zur Arbeitswelt liebt Tenger das Wohnen auf dem Land mit
eigenen Hühnern und Hasen. Seine Kinder sind viel auf einem nahen
Bauernhof anzutreffen. Eine weitere Gegenwelt zur Werbung findet er
seit 12 Jahren bei der A-cappella-Gruppe Singing Pinguins. Elf Männer
aus unterschiedlichen Berufen proben jeden Sonntag nostalgische Songs.
Eine Zeit lang waren es sogar vier singende Werber, die in Gockhausen
über Mittag im Keller geprobt haben. Heute ist er der einzige. Dafür
sind andere schöne Töne aus Gockhausen zu hören.
«Advico Young & Rubicam ist nach wie vor ein starker Brand. Das
höre ich auch bei Gesprächen in der Branche», führt Tenger seine
Analyse weiter. Die Strategie sei in Gockhausen immer stark gewesen und
die Kreation sende seit einem Jahr wieder die genau richtigen Signale.
«Gute Leute kommen zu uns, und das ist es, was eine gute Werbeagentur
braucht.»  

Andreas Panzeri

ShortCutsAn den Filmtagen geht weiterhin die Post ab

Solothurner Filmtage, Messe X'05


Die Schweizerische Post bleibt Hauptsponsorin der Solothurner Filmtage.
Sie hat den Vertrag mit den Organisatoren bis 2007 verlängert. Die
nächste Auflage des Filmfestivals findet vom 16. bis 22. Januar 2006
statt. Die Post wird auf allen Kommunikationsmitteln der Filmtage mit
ihrem Logo präsent sein, zudem werden Plakate in den Poststellen im
Grossraum Solothurn für den Anlass werben. Ein Nachtbusbetrieb mit
Postautos in verschiedene Schweizer Städte rundet das Sponsoring der
Post ab.
Weniger Leute an X’05
Rund 10500 Personen besuchten die 330 Aussteller an der Messe für
Marketing, Kommunikation und Eventmarketing. Den Besucherrückgang von
10 Prozent erklärten die Verantwortlichen mit dem Ausbleiben von
Ausstellern und Gästen aus den Hochwassergebieten. Dennoch könne die
Stimmung als verhalten optimistisch bezeichnet werden: «Die
konjunkturelle Talsohle ist durchschritten, aber noch besteht bei
Ausstellern wie bei Besuchern eine gewisse Zurückhaltung», erklärte
Messeleiterin Iris Sorgalla.

«Nach dem dritten Keks ist Schluss»

Brady Darvin, Direktor bei Strottman International Marketing, über den Trend bei amerikanischen Nahrungsmittel- konzernen, mit gesunden Neuheiten Produktsortiment und Markenimage aufzubessern.

Brady Darvin, Direktor bei Strottman
International Marketing, über den Trend bei amerikanischen
Nahrungsmittelkonzernen, mit gesunden Neuheiten Produktsortiment und
Markenimage aufzubessern.ww: Was sagen Sie den Leuten von den Marketingabteilungen, wenn sie um Ihren Rat bitten?
Brady Darvin: Die Unternehmen
merken allmählich, dass es ein gutes Geschäft ist, gesunde Gerichte
anzubieten, weil der Trend, gesünder zu essen, sich diesmal wirklich
durchsetzen wird. Wenn sie nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre
solche Angebote in ihrer Produktpalette haben, dann werden die Leute
zur Konkurrenz gehen. Und es dauert schon ein bis zwei Jahre, bis man
solche Gerichte in allen Läden hat. Vor allem Mütter legen sehr viel
Wert darauf, dass gesunde Nahrungsmittel angeboten werden, auch wenn
sie den Kids dann doch die Fritten kaufen statt einen Apfel. Aber es
muss im Angebot enthalten sein, denn in drei oder vier Jahren werden
die meisten dann so weit sein und die Äpfel kaufen.

Warum sind Sie überzeugt, dass sich der Gesundheitstrend diesmal durchsetzen wird?
Brady Darvin:
Es ist eine Sache, wenn die Erwachsenen zu dick sind, aber wenn sich
das auf die Kinder ausweitet, dann fangen die Leute an, sich Sorgen zu
machen. Ausserdem drohen zum ersten Mal zwei Senatoren damit, Gesetze
einzuführen, wenn die Selbstregulierungsmechanismen nicht ausreichen.
Und das rüttelt die Industrie auf, weil sie davon überzeugt ist, dass
sie das selbst besser kann.

Kritiker bemängeln vor allem jene Marketingstrategien, bei denen
Cartoon-Figuren auf den Verpackungen gezeigt werden oder Markensymbole
in Computerspielen vorkommen.
Brady Darvin: 
Spiele können modifiziert werden. Wenn zum Beispiel ein Keks in einem
Oreo’s-Spiel auch beim dritten Mal den Weg durchs Labyrinth nicht
findet, dann ist das Spiel eben vorbei. Auf diese Weise bringt man den
Kindern bei, dass nach dem dritten Keks Schluss ist. Bei der Frage der
Verpackung muss ich sagen, dass irgendwann auch die Eltern anfangen
müssen, Verantwortung zu tragen. Wenn die Mutter im Supermarkt zu den
Kids sagt, wir kaufen keine Frucht-Snacks, wir kaufen lieber richtige
Bananen, dann lernen die Kinder etwas über Ernährung. Man kann den
Unternehmen nicht verbieten, ihre Produkte zu vermarkten. Irgendwann
müssen auch die Eltern anfangen, ihren Kindern vorzuleben, wie man sich
richtig ernähren sollte.
Interview: Gerti Schön

Voll Fett, Mann!

NPO Die Stiftung für soziale Jugendprojekte Schtifti will Jugendliche mit Übergewicht zu mehr Sport animieren.

NPO 
Die Stiftung für soziale Jugendprojekte Schtifti will Jugendliche mit
Übergewicht zu mehr Sport animieren. Etwa mit der «Freestyle-Tour», auf
der sie noch bis September Schulen in der Deutsch- und Westschweiz
besuchen und Schüler via Skateboard-, Breakdance- und Kochunterricht
alles über richtige Bewegung und ausgewogene Ernährung beibringen. Für
das Projekt hat die Zürcher SFLB das passende, plakative Print- und
Poster-Sujet entwickelt. Als Begleitmassnahme liess das Team um CD
Martin Spillmann und AD Tabea Guhl gleich noch ein Onlinegame umsetzen.
Mit welchen Methoden US-Firmen gegen das grosse Fressen von Youngsters
vorgehen, lesen Sie auf Seite 8.

In eigener Sache

Es ist so weit: Nach dem Relaunch der Printausgabe 2003 hat die Werbewoche jetzt auch im Internet den Sprung ins 21. Jahrhundert gemacht.

Es ist so weit: Nach dem Relaunch der
Printausgabe 2003 hat die Werbewoche jetzt auch im Internet den Sprung
ins 21. Jahrhundert gemacht. Überzeugen Sie sich unter der Adresse
werbewoche.ch. Und lassen Sie uns wissen, was Sie von unserem
völlig neuen Online-Auftritt halten (siehe Editorial Seite 5).

1000 Boxen fast auf einen Streich

Die Ausschreibungen der SBB für Pendlerzeitungsboxen in Zürich und Basel sind im Gang.

Vertrieb In Basel, Bern und Zürich bieten die SBB und andere Verkehrsbetriebe rund 1000 Zeitungsboxen an.Die Ausschreibungen der SBB für
Pendlerzeitungsboxen in Zürich und Basel sind im Gang, die Eingabefrist
läuft bis zum 20. September. In Bern ist das Verfahren dagegen Mitte
August abgeschlossen worden. Dies bestätigt Beat-Gaudenz Schwarz, bei
SBB Immobilien zuständig für die Ausschreibungen. Welche oder wie viele
Interessenten in Bern eine Offerte eingereicht haben, war nicht zu
erfahren.
Aus den publizierten Unterlagen geht jedoch hervor, dass die SBB im
Einzugsgebiet der S-Bahn Zürich 350 bis 400 Standflächen vermieten, die
Regio S-Bahn Basel hat 75 bis 100 Standflächen zu bieten, und in Bern
sind es 200 bis 250 Plätze, dazu noch rund 50 Standorte in Postautos.
Denn in Bern sind die SBB nicht Alleinanbieterin: Wie schon vor fünf
Jahren schlossen sich dort sechs regionale Transportunternehmen,
darunter die Postauto Schweiz AG und die Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn
(BLS), zu einer Arbeitsgruppe zusammen. Ausgeschert ist einzig Bern
Mobil, die Verkehrsbetriebe der Stadt Bern. Das Unternehmen machte für
rund 200 Dispenserboxen in allen Fahrzeugen eine eigene
Offerteinladung, «weil sich die beteiligten Transportunternehmen über
die Aufteilung der Einnahmen nicht einigen konnten», sagt Martin Enz,
Marketingleiter von Bern Mobil.
Ganz anders sieht es in Basel und Zürich aus: Stillschweigend
verlängerten die Verkehrsbetriebe Zürich vor einigen Monaten den
Vertrag mit 20 Minuten für Boxen in den Fahrzeugen, während die Basler
Verkehrsbetriebe Pendlerzeitungen schon vor Jahren aus den Trams und
Bussen verbannten und nun kein neues Angebot machen. Die Baselland
Transport AG (BLT) in Liestal dagegen holt wiederum Offerten ein, will
aber anders als vor fünf Jahren kein Exklusivrecht für Boxen mehr
vergeben. «Auch der Basler Stab kann sich wieder melden», sagt Direktor
Andreas Büttiker in Anspielung auf die medienpolitischen Wellen, die
der BLT-Exklusivzuschlag zu Gunsten von 20 Minuten geworfen hatte:
Matthias Hagemann, Verleger von Basler Stab und Basler Zeitung, hatte
persönlich bei der Baselbieter Baudirektorin Elsbeth Schneider
interveniert, allerdings vergeblich.
Bleiben noch die städtischen Behörden, die keine Ausschreibungen,
jedoch Bewilligungen für Boxenstandorte vergeben. Zahlen dazu sind
weder in Basel noch in Zürich erhältlich, wenigstens ist in Basel aber
der Preis zu erfahren: Die Stadt verlangt 550 Franken pro Standort und
Jahr.

Markus Knöpfli

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