Autor: admin
Bakom klärt Bedürfnis nach DAB ab
Radio Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) bereitet den Ausbau des digitalen Radioangebots (T-DAB) vor. Es klärt als Erstes die Bedürfnisse der interessierten Kreise ab. Wenn sich ausreichendes Interesse an einer zweiten DAB-Bedeckung in de...
Weblogs unter Beobachtung
Die deutsche Medienbeobachtungsfirma Ausschnitt erweitert ihr Programm um 60'000 deutschen Weblogs. Und in der Schweiz?
Ausschnitt erweitert ihr Medienprogramm mit der suchmaschinengestützten
Recherche in 60’000 deutschen Weblogs. Neben den klassischen
Massenmedien werde das Internet und damit auch Weblogs als «vormedialer
Raum» immer wichtiger. Hier würden sich häufig unternehmensrelevante
Sachverhalte entwickeln, bevor sie in den Medien überhaupt thematisiert
werden, schreibt Ausschnitt in einer Mitteilung. Die Beobachtung der
Weblogs soll den Nutzern helfen, diese Themen aufzugreifen und
Konfliktpotenziale frühzeitig zu erkennen.
In der Schweiz wird die
Thematik Weblogs von den Medienbeobachtern unterschiedlich gehandhabt:
Swissdox hat die Internettagebücher nicht im Programm. «Wir behalten
diese Frage im Auge, aber das Monitoring von Weblogs hat momentan nicht
höchste Priorität. Als Tochter der Schweizer Mediendatenbank (SMD) haben wir
vor allem den Auftrag, die Erzeugnisse der Schweizer Medienhäuser unter
die Lupe zu nehmen», sagte Swissdox-Geschäftsleiter Jürg Mumprecht auf
Anfrage der Werbewoche.
Die Medienbeobachterin Argus hingegen hat
Weblogs schon im Programm, seit die ersten auf den Seiten von Schweizer
Medien auftauchten. Wer den Onlinedienst von Argus abonniert hat, erhält also auch Auswertungen aus Blogs. «Unser Panel an
Netztagebüchern wächst ständig. Wir nehmen aber nur welche auf, denen
wir eine gewisse Relevanz attestieren. Das Qualitätsgefälle unter den
Blogs ist relativ gross und wir erheben deswegen nicht den Anspruch,
sie vollständig zu erfassen. Wir beschränken uns ausserdem auf den
Schweizer Raum», erklärte Linard Campell, Entwicklungsleiter bei Argus.
„Wir suchen stets selbst nach neuen Quellen oder ergänzen unseren
Bestand nach Hinweisen von Kunden. Es ist auch schon vorgekommen, dass
Autoren von Weblogs uns vorgeschlagen haben, ihre Site in unser Angebot
aufzunehmen.»
Carole Scheidegger
Der weisse Riese
Magazine Geschmacksverirrungen gehören zur Pubertät wie Kitsch zum Katholizismus.
verächter wie mich.
(oc)
Sturmböen bei ExpressPost
Post Das Angebot für schnelle Sendungen ist breit, aber wenig bekannt. Nebst der Schnelligkeit soll jetzt auch der Abholservice beworben werden.
Zwei Windrichtungen
Zusammen mit dem Freelance-CD André Benker und dem Regisseur Rainer Binz entwickelte das LGK-Kreativteam eine einfache und einleuchtende Idee, um die Spotserie in die dritte Runde zu führen: Neu wird der Kurier nicht mehr nur einmal durch die Szenerie fegen, sondern gleich zweimal – hin und zurück beziehungsweise holen und bringen.
Auf dieser Grundidee baute das Team zwei überraschende Geschichten auf: von den brausenden Windstössen wird einmal ein Floh vom Clochard zum Businessman und wieder retour spediert, und im anderen Spot drapiert der Wind die schüttere Haarpracht wieder sorgfältig über die Glatze, die der gleiche Expresswagen kurz zuvor freigelegt hatte. Der neue Kampagnenansatz der beiden Windrichtungen wurde auch auf den Printbereich adaptiert. Windzerzauste Models auf der Vorder- und Rückseite einer Zeitungs- und Zeitschriftenseite stellen den Abholungs- und Auslieferungsdienst von ExpressPost dar.
Auch bei den neuen Spots treibt der Wind ein freches Spiel: Einmal wird eine Glatze freigelegt, das andere Mal ein Floh aufgewirbelt.
Luca Aloisi
Ohne Bilder
Versicherungen Wenn man den Schaden nicht mehr zeichnen kann: Wirz bewirbt Mobilife mit kreativem Respekt.
Für Freuler ist diese Lösung auch ein guter Beweis dafür, dass man selbst einem so langjährigen Konzept wie den Mobiliar Schaden-skizzen noch neue Seiten abgewinnen kann. Das Sujet «Lebensversicherungen» arbeitet ansonsten mit allen bisher etablierten Elementen der Schadenskizzen wie karierter Hintergrund, Büroklammer, Erinnerungszettel und Logo Die Mobiliar. Beruhigt haben die Kreativen beim Gestalten des «schwarzen Blocks» auch zur Kenntnis nehmen können, dass die Drucktechnik heute solche Ideen ohne weitere Komplikationen wie zum Beispiel Durchscheinen oder schwarze Finger lösen kann.
Andreas Panzeri
Auf die nächsten 80 Jahre
Jubiläen IIKSSJ und Coop backen Kuchen für die Migros.
sieben Uhr, Limmatplatz. Ein Tag wie jeder andere? Weit gefehlt. Denn:
Ein Lieferwagen fährt vor, und rund 30 Leute von Coop und deren neuer
Hausagentur KSSJ betreten mit 80 Betty-Bossi-Kuchen das Hauptgebäude
der Migros. Die Geburtstagswünsche von Coop-Chef Hansueli Loosli
verteilte Migros-Chef Herbert Bolliger mit den mitgelieferten Kerzen
und einem Schmunzeln im Gesicht an die Mitarbeiter. Die Aktion wurde
zudem von einer witzigen Seitenhiebanzeige begleitet.
Medienmogule leben nicht ewig
US-Medien Früher kauften Amerikas Medienkonglomerate alles auf, was nicht niet- und nagelfest war. Jetzt schrumpfen sie wieder.
Den prominentesten Vorstoss unternahm vergangene Woche der von Forbes als «corporate raider» klassifizierte Carl Icahn. Er ist ein milliardenschwerer Shareholder-Aktivist, der schon in der Vergangenheit Anteile an bedeutenden Konzernen kaufte und diese anschliessend als wichtiger Aktionär unter Reformdruck setzte. Von Richard Parsons, dem Time-Warner-Chef, fordert er die Abkopplung des gesamten Kabelfernsehens, um den Aktienpreis des Konzerns wieder in die Höhe zu treiben – eine Strategie, die auch Viacom mit seiner Abkopplung der MTV-Gruppe verfolgt. «Es ist eine allgemein übliche Praxis, Geschäftsteile, die dynamischer sind und ein höheres Risiko mit sich führen, abzutrennen», meint Ted Magder, Professor für Medienökonomie an der New York University und wertet dies als «einen brillianten Schachzug.»
Die Businessmodelle der 90er-Jahre sind schnell veraltet. Fernsehsender wie auch Filmstudios, wichtige Bestandteile der Konglomerate, sehen sich mit sinkendem Zuschauerinteresse konfrontiert, und auch die Werbegelder fliessen verstärkt in Richtung Online-Medien. Die Wachs- tumsraten bei erfolgreichen Internetunternehmen wie Google und Yahoo setzen die Branchenkolosse unter Druck, deren Wachstumsraten von 23 Prozent in den Boomjahren auf durchschnittlich 5 Prozent in den kommenden Jahren sinken soll. Jene Konzerne, die bisher keine Spin-offs planen, wie die News Corporation oder NBC Universal, versuchen verstärkt, ihre Umsätze aus den Bereichen Internet und digitale Medien zu vergrössern.
Medienmogule haben langsam ausgedient
Gleichzeitig steht bei vielen Medienunternehmen ein Generationswechsel bevor. Die als Mogule gefeierten Persönlichkeiten wie Sumner Redstone bei Viacom oder Rupert Murdoch bei der News Corporation werden nicht ewig leben, und die Frage der Nachfolge ist ein zähes Problem. Erst vor wenigen Wochen verliess der designierte Thronfolger Lachlan Murdoch die News Corporation, zum Teil, so Branchenbeobachter, weil Rupert Murdoch seine Macht nicht schmälern will. Auf diese Weise bleibt offen, ob die Familie in Zukunft die Geschicke des Unternehmens dominieren wird, glauben einige doch, dass auch die News Corporation nach dem Tod des Alten auseinander brechen wird. Darüber hinaus geben mehr und mehr Verlegerfamilien, die lange Zeit das Gesicht renommierter US-Zeitungen prägten, ihren Machtanspruch auf. Überlegt doch nach den Pulitzers derzeit auch die Brancroft-Familie, ob sie ihre «Goldene Gans», das Wall Street Journal, verkaufen soll.
Diane Mermigas glaubt, dass es in einem börsenkotierten Unternehmen wie der NewsCorp längst nicht mehr auf Familienbande ankommt. «Die nächste Generation von Medien- und Entertainmentmanagern muss eine Kombination aus Unternehmergeist und einem Gefühl für die technologischen Wunder mitbringen. Das brauchts, um die digitale Welt einem Massenpublikum zugänglich zu machen», meint sie. «Es ist nicht unbedingt ersichtlich, dass dies auch ausreichend gefördert wird, denn es wird noch viel zu sehr nach den alten Regeln gespielt.»
Gerti Schön
Günstlinge der grossen Flut
Kolumne Hochwasser verdrängt Geheimdienst aus den Schlagzeilen: Oliver Fahrni über Günstlinge der grossen Flut.
profitierten nicht nur die Medien. Auch unsere Staatsschützer freuten
sich über die Umlenkung kollektiver Aufmerksamkeit zur rechten Zeit. Da steht einem für einmal nicht nur
metaphorisch das Wasser am Hals, und was sieht man? Viele fröhliche
Gesichter. Es hat eine merkwürdige Bewandtnis mit Natur- und anderen
Katastrophen: Menschen sterben, Existenzen werden vernichtet, die
Schäden sind enorm – und doch ersehnen wir den Unfall. Er nimmt uns für
einen Augenblick (oder ein paar Tage) aus dem Tretrad der
Selbstverwertung. Er unterbricht die Jagd. Er gibt uns ein kleines
Stück Zeit zurück. Die eiskalte unsichtbare Hand hat auf «Pause»
gestellt.
Nun holt der Wachmann Kaffee für alle. Man schleppt Sandsäcke über den
Luzerner Schwanenplatz und bekocht sich gegenseitig. Ein schwarzer
Strommarkt zieht seine Kabel vom trockenen Teil der Stadt in den
nassen. Boutique-Verkäuferinnen auf Nachtwache pumpen das Kleiderlager
aus und debattieren den Sinn des Lebens. Piera holt Luciano De
Crescenzo aus der Handtasche und liest vor. Die Bäckerin mit den hohen
Preisen macht Pläne für ein kommerzfreies Quartierfest: «Das darf jetzt
nicht einfach vorbei sein.»
Auch Urs von Däniken («Blochers Amok-Spitzel») wird sich über die Flut
gefreut haben. Sie zog die Aufmerksamkeit von seinem Schnüffelstaat ab.
Niedliches Wort für das Vorhaben: Was der Chef des Inlandgeheimdienstes
formuliert, hebelt mit freiheitsmörderischer Energie sämtliche
Persönlichkeitsrechte aus. Bevor der Regen den Mann erlöste, hatte er
damit seinen Chef, Christoph Blocher, kurz in Erklärungsnot versetzt.
Da schien so etwas wie die Öffentlichkeit noch zu funktionieren.
Doch das Thema ging den tosenden Bach runter (nicht die Sache,
freilich: Staatsschützer versuchen ohnehin nur, legal festzuzurren, was
sie längst treiben). Der übliche Erregungsjournalismus tat sein Werk,
samt branchenüblichem Metaphernsalat von Flut und Rache der Natur.
Tränenseliges und Gemeinplätze statt Zusammenhänge und Erhellung.
«Schweiz in Not – wo aber ist unser Bundesrat?», fragte der Blick in
einer Titelstory, die nichts, aber auch gar nichts klärte. Die
Recherchekapazitäten scheinen derzeit mit ein paar aufgeregten Quotes
erschöpft.
Da lässt sich ein Blocher nicht zweimal bitten. Dank Fürsorgestopp,
liess er verlauten, würden immer weniger Asylsuchende die Schweiz
heimsuchen. («Hier nix mehr Rolex», sagt der gefolterte Kurde zur
massenvergewaltigten Kongolesin, «du fahren besser nach Portugal.») Das
ist, in der behaupteten Kausalität, eine grobe Unwahrheit. Überall in
Europa sinkt die Zahl der Asylgesuche seit Jahren, unabhängig vom
Asyl-Regime. Diesen Fakt kennt jeder halbwegs sachkundige
Inlandredaktor. Dennoch wurde die blochersche Rosstäuscherei fraglos
rapportiert. Selbst jene Medien, die dem rechten Minister wenig
Freundliches nachsagen, liessen die Lüge stehen. So wie sie dem
bizarren Gedanken aufsassen, von Däniken habe seinen Anschlag auf die
Demokratie ohne Blochers Plazet in die Ämter geschickt. Doch keine
Bange: Bei Gelegenheit werden sie Blocher wieder mit furchtbar bösem
Kommentar überziehen, was ihm allerdings gleich doppelt dient.
Hier tritt die Essenz von Öffentlichkeit zu Tage – und unser Problem
damit. Können die Medien ohne Zensur senden und schreiben, ist das noch
keine Öffentlichkeit. Im fortgeschrittenen Kapitalismus kann jeder
schwätzen, was er lustig ist. Öffentlichkeit verlangt mehr: Klare
Begrifflichkeiten. Wissen. Zusammenhänge. Medien, die ihre Rolle der
Ver-Öffentlichung bewusst wahrnehmen…
Das tun sie nur noch selten. Lieber rapportieren sie. Firmen-PR,
Blocher-PR, Eigen-PR. So gesehen ist die wachsende Zahl von
Nicht-Lesern, Medien-Verweigerern und Blogologen unbewusst Teil einer
neuen medienökologischen Bewegung. Besser wäre, sie wüssten es.
> Oliver Fahrni ist freier Publizist und Medienökologe.
AdSpot
Kommet zu Kreuze: Wirz Werbung predigt, dass neben Fussball, Luxus und Partys auch die reformierte Kirche von dieser Welt ist.
Gerangel um Nordostschweiz
Zeitungen Das Ringen zwischen NZZ und Tamedia um regionale Zeitungstitel geht in die nächste Runde
Tamedia am Landboten in Winterthur (20%) und mit dem Einstieg der NZZ
beim Zürcher Oberländer wichtige Weichen im Ringen um die
Vormachtstellung im erweiterten Einzugsgebiet von Zürich gefallen. Das
hat zu einem vorläufigen Patt geführt.
Jetzt steht die nächste Runde an. Diese wird in der Nordostschweiz
ausgetragen. Dort buhlen sowohl Tamedia wie NZZ um die Schaffhauser
Nachrichten (SHN) und um die Thurgauer Zeitung (TZ). «Wir werden von
allen umworben», bestätigt dies Norbert Neininger, CEO und Chefredaktor
der SHN.
Die TZ hingegen hat derzeit ein vitales Problem: Urs Lüdi,
Verwaltungsratsdelegierter der Thurgauer Medien AG, Herausgeberin der
TZ, beklagt den Verlust eines einträglichen Inseratekombis vorab mit
SHN und mit dem Landboten, welches den Frauenfeldern jährlich über eine
Million Werbefranken beschert hat. «Der Verlust des Kombi I betrifft
unmittelbar unseren näheren Wirtschaftsraum», sagt Lüdi. Er bangt auch
um die Anbindung an das nationale Inserategeschäft, das bis anhin
Publicitas besorgte. Kommt der Inserateverbund mit SHN und Landbote
erneut zu Stande – die Verhandlungen sollen bereits in der ersten
Septemberwoche positive Ergebnisse bringen –, so wird in Frauenfeld als
nächster Schritt auch eine Zusammenarbeit zum Beispiel mit dem
Tages-Anzeiger denkbar. «Wir prüfen die Kooperationsfrage» erklärt
Lüdi.
Über Modalitäten lässt sich erst spekulieren. Ein plausibles Modell
wäre, dass Inserenten den Verbund der drei Blätter zusammen mit dem
Tages-Anzeiger buchen könnten. Ob sich Tamedia im Gegenzug in
Frauenfeld einkaufen kann, ist derzeit offen. Immerhin hat das
Unternehmen jüngst für das erste Halbjahr steigende Umsätze und
erstmals für alle Unternehmensbereiche positive Betriebsergebnisse
präsentiert (vergl. S. 21). Eine Beteiligung in Frauenfeld muss sich
für die Tamedia-Strategen geradezu aufdrängen, denn Lüdi ist
gleichzeitig auch mit dem St. Galler Tagblatt, und damit mit der NZZ,
über mögliche Kooperationen im Gespräch.
Für den Moment hat man in Frauenfeld mindestens das Druckproblem
gelöst: Die TZ läuft über die Rollen einer einzigen Rotation. Doch
längerfristig könnte man sich auch eine Kooperation im Druckbereich mit
dem einen oder anderen Grossen vorstellen. Sowohl Landbote wie auch SHN
tun dies bereits mit Tamedia. Lüdi macht keinen Hehl daraus, dass ihm
eine Kooperation, ob mit Tamedia oder aber mit der NZZ, behagen würde.
René Worni
Jetzt macht Tamedia Ernst
Die jüngst kommunizierten Personalentscheide bei Tamedia bringen etwas
Licht ins Dunkel der strategischen Überlegungen an der Zürcher
Werdstrasse. Fest steht, dass mit dem Wechsel in der Verlagsleitung des
Tages-Anzeigers ein neuer Wind wehen soll. Mit der bisher wenig
wirkungsvollen Regionalstrategie soll es jetzt endlich ernst werden
(siehe Interview Seite 17). Wann und vor allem wo Tamedia neue
Lokalredaktionen ihres Flaggschiffes eröffnen wird, bleibt jedoch
Gegenstand von Spekulationen. Dem Vernehmen nach wurde Tagi-intern der
Wechsel in der Verlagsleitung kaum kommuniziert. Dort hegt man auch
Bedenken, die redaktionellen Inhalte könnten unter «Mister 20 Minuten»
kommerzialisiert, das heisst Beiträge mit Werbegeschäften verknüpft,
werden.
Dagegen wurde der Generationenwechsel an der Verlagsspitze mit Pietro
Supino, der als neuer VR-Präsident und Verleger den bisherigen Hans
Heinrich Coninx Anfang 2007 ablösen wird, fast feierlich begangen.
Beobachter beurteilen den Wechsel positiv: «Supino startet aus einer
guten Position, aber er muss sich zuerst beweisen», sagt etwa Klaus I.
Stöhlker. Für den Unternehmensberater ist klar, dass für Tamedia grosse
Integrations- und Qualitätssteigerungsprozesse anstehen. Angesichts der
positiven Geschäftsergebnisse (siehe S. 21) sähen, so steht zu
vermuten, viele Beschäftigte nach Jahren gerne wieder einmal einen
Teuerungsausgleich in der Lohntüte. (rw)
Nur für Abonnenten: Interview mit Rolf Bollmann
Hört, hört – die SRG!
Radiocontrol Im ersten Halbjahr 2005 wurde weniger Radio gehört. SRG-Sender erhöhten den Marktanteil leicht.
Medium Radio ist minim rückläufig. Die Marktanteile haben sich leicht
zu Gunsten der SRG verschoben. Repräsentativ für die gesamte Schweizer
Bevölkerung tickte an den Handgelenken von 15189 Personen während total
103351 Messtagen die Radiocontrol-Uhr (Romandie: 8007 Personen und
54481 Stunden. Tessin: 2793 Personen und 19005 Stunden). Die Auswertung
der Uhren für das erste Halbjahr 2005 zeigt, dass Herr und Frau
Schweizer dem intimsten Medium im Durchschnitt 1,5 Stunden weniger,
nämlich 114,3 Stunden, Gehör schenkten. In der Romandie waren es
1,9 Stunden und im Tessin gar 3,7 Stunden weniger. Das Radiopublikum
beachtete die Deutschschweizer SRG-Programme um 0,2 Minuten länger
(101,3 Min.), während ihre Aufmerksamkeit für die Privaten um 2,4 auf
50,2 Minuten sowie für die ausländischen
Radios um 1,3 auf 19,6 Minuten Hördauer schmolz. In der Romandie
verzeichneten sowohl SRG wie Private einen leichten Rückgang, während
im Tessin die Hördauer allgemein leicht anstieg.
Marktanteilsmässig hat sich die SRG SSR idée suisse gegenüber den
Privaten leicht verbessert: Sie kommt in der Deutschschweiz auf 66,7%
(+1,4%), während die Privatradios 1,2% (neu 25,5%) sowie die
ausländischen Stationen 0,2% (neu 7,8%) Marktanteile verloren.
Auch in der Romandie hat die SRG ihren Marktanteil leicht verbessert
(+1%), während der Trend im Tessin umgekehrt verläuft. Hier legten die
Privaten um 0,7% und die auländischen um 1% zu, während die SRG 1,7%
verlor.
Obwohl die Radiocontrolstatistik ausnehmend stabil ist, weist sie
dennoch einige relevante Veränderungen aus. So hat die Nettoreichweite
(NR) ausländischer Radiostationen in der Schweiz um einen Prozentpunkt
auf 41,3% zugenommen. Beim öffentlich-rechtlichen Sender verzeichnet
DRS 2 einen Zuwachs von 1,1 Prozent (neu 9,8%). Dagegen weisen die
signifikanten Werte der Privaten alle nach unten: Energy Zürich neu
4,5% (–0,5%), Radio BeO neu 1,6% (–0,3%), Radio 105 neu 0,9% (–0,3%)
sowie Radio Tropic neu 0,7% (–0,2%). In der Westschweiz scheinen
Lausanne FM mit neu 7,0% (–0,8%), Fréquence Jura mit neu 2,9% (–0,5%)
sowie NRJ Léman mit neu 5,1% (–1,1%) in der Statistik auf. Im Tessin,
wo die Marktanteile der Privaten verschwindend klein sind, hat als
einziges SRG-Programm RSI 1 2,4% Reichweite verloren (neu 51,6%). RSI 3
hat dagegen um 2,5% auf neu 25,1% zugelegt.
Ein aussagekräftigeres Bild über die Entwicklung der privaten Sender
zeigen die Marktanteile im jeweiligen Verbreitungsgebiet. Im Vergleich
zum 1. Halbjahr 2004 haben Radio BE 1 (+1,4%), Radio Ri (+2,1%), Radio
Zürisee (+1,2%), Fribourg (+3,5%), Rhône (+1,6%) und RTN-2001 (+3,5%)
zugelegt. Marktanteile über einem Prozentpunkt verloren haben dagegen
Radio Basilisk (–1,4%), BeO (–2,4%), Extra Bern (–1,5%), Fréquence Jura
(–2,9%), und Jura Bernois (–1,6%).
René Worni
