100 Millionen Einzelfälle

Paketpost Ein gut geschnürtes Paket mit neuen Sujets hat die Berner Agentur LangGysiKnoll in diesen Tagen aufgegeben.

Paketpost LangGysiKnoll macht die bisherige Kampagne der PaketPost mit neuen Sujets um eine ganze Dimension reicher.Ein gut geschnürtes Paket mit neuen Sujets
hat die Berner Agentur LangGysiKnoll in diesen Tagen aufgegeben. Damit
lanciert PaketPost die Fortsetzung ihrer Plakat- und Printkampagne.
Beibehalten wurde das attraktive Bildelement «Paketstrasse» aus dem
Beginn der Kampagne 2003.  Modernisiert hat die Werbeagentur den
Auftritt der Branchenleaderin aber mittels einer überraschenden neuen
Optik.
Seit ihrer erfolgreichen Einführung vor zwei Jahren wurde die primär an
Geschäftskunden gewandte Imagekampagne von PaketPost konsequent
weiterentwickelt. Zog sich die gelbe Paketstrasse bei ihrer Premiere
noch durch individuell ausgewählte Betriebe, wurde sie im zweiten
Laufjahr bereits in Unternehmungen repräsentativer Branchen angelegt.
In der aktuellen Serie hat sich der Fokus nun auf allgemeinere Lebens-
und Geschäftssituationen ausgeweitet. Ins Bild übertragen: Die Pakete
fliegen zum ersten Mal zielstrebig durchs Freie.
Bei der Entwicklung des neuen Kreativkonzeptes bestand die
Herausforderung darin, das kundennahe Erscheinungsbild von PaketPost
mit dem innovativen und
modernen Dienstleistungsangebot auf einen Nenner zu bringen. In der
treffenden Lösung haben CD Text Daniela Jakab und ihr Team die
Paketstrassen vervielfacht und vom Boden gelöst, «was einen dynamischen
und futuristischen Look vermittelt», wie CD Art Jean-Marc
Demeulemeester meint.
«Über 100 Millionen Pakete pro Jahr – und trotzdem wirds für Sie immer
einfacher», heisst es im Text. Zwei weitere Versionen bringen die
Pakete näher zum Menschen mit der Erklärung: «… und wir behandeln
jedes als Einzelstück» oder «… wir wissen von jedem, wo es gerade
ist.» Im Bild pickt sich dazu ein Kunde sein persönliches Paket direkt
von einer der Transportstrassen.

Bildstarke Sujets
In Zusammenarbeit mit den Fotografen und Postproduction-Spezialisten
Scheffold & Vizner hat LangGysiKnoll für die Marktleaderin in der
Paketspedition drei bildstarke Aufnahmen realisiert: Während im Sujet
«Altstadt» das Gewicht eher auf Kleingewerbe und privatem Alltag liegt,
zeigt das Sujet «Business» eine hochmoderne Geschäftsumgebung. Mit
eindrücklicher Szenerie rundet das Sujet «Berg» die Reihe ab. Die neue
Imagewerbung von PaketPost erscheint breit gestreut in der Schweizer
Presselandschaft und an zahlreichen Plakatstellen.

Andreas Panzeri

Alea iacta est

AgenturenSpielerisch lädt die Zürcher Agentur Publicis zum Umzug ein.

Agenturen Wer ist zuerst im neuen
Publicis-Haus an der Stadelhoferstrasse 25? Spielerisch lädt die
Zürcher Agentur zum Umzug ein. Ganz nach der Unternehmensphilosophie
«La Holistic Différence», das die Gruppe zum viertgrössten
Kommunikationsnetzwerk der Welt gemacht hat, teilen sich ab Oktober
auch in der Schweiz die Bereiche Werbung und DM ein gemeinsames Dach.
Ab 2006 sollen auch Media Agenturgruppe Optimedia, BG-Media, Zenith
More Media als Dritte im Bunde dazustossen. 

«Wir haben politische Fehler gemacht»ww:

TV Peter Kölbel, Projektleiter von U1, spricht über seine Unerreichbarkeit, U1-Investoren und den Flop von Intro TV.


Herr Kölbel, für die Schweizer Presse sind Sie ein Mister X, von dessen
Existenz man zwar weiss, der aber stets unerreichbar blieb. Wer sind
Sie?
Peter Kölbel: Der Grund für
meine schlechte Erreichbarkeit liegt in meiner Tätigkeit als
Start-up-Manager beim liechtensteinischen Mitsui Securities Eastern
Europ Fund, für den ich in den letzten Jahren diverse Medienprojekte
aufgleiste und deshalb viel unterwegs war. Zu Ihrer Frage: Ich bin
Österreicher, 53 Jahre alt, wohne in Wien. Meine berufliche Laufbahn
führte mich über Immobilien zu Medien. Für Mitsui bin ich seit 1989
tätig, ohne selbst Teilhaber zu sein. Ich bin aber am Mitsui-Erfolg
beteiligt.

ww: Es heisst, Mitsui stehe oder stand im Dienst des Kärntner Immobilienhändlers Hanno Soravia.
Peter Kölbel: Das
ist falsch. Mitsui ist eine eigenständige Investmentgesellschaft im
Besitz von Familienstiftungen aus dem EU-Raum und der Schweiz, die aber
nicht genannt werden wollen. Mitsui investiert in Finanzgeschäfte und
Medienprojekte. Für Letzteres gründeten wir zusammen mit Soravia die
Kanal 1 Fernsehbetriebsgesellschaft Wien. Soravia zogen wir deshalb als
Partner und Mehrheitsaktionär bei, weil wir uns damals um eine
österreichische TV-Lizenz bewarben, die wir dann aber nicht erhielten.
Später beteiligten wir uns mit Soravia an den Sendern TV Berlin und TV
München und starteten das Projekt U1 TV in der Schweiz. Vor einem Jahr
ist Soravia dann bei der Wiener Kanal 1 vollständig ausgestiegen. Mit
U1 hat er also nichts mehr zu tun.

ww: Mitsui ist über die Kanal 1 Fernsehbetriebsgesellschaft Wien zu 49 Prozent an U1 beteiligt. Wer sind die übrigen U1-Aktionäre?
Peter Kölbel: Der
frühere Tennis-Crack Jakob Hlasek ist mit etwa 20 Prozent der grösste
Aktionär neben Kanal 1. Auch Thomas Sadecky, der bis im Mai
U1-Geschäftsführer war, ist weiterhin dabei. Die andern wollen nicht
genannt werden. Derzeit einziger Verwaltungsrat ist der
Motivationstrainer Martin Betschart, der bei U1 einen Talk moderiert.
Er hat den Auftrag, zwei bis drei weitere Verwaltungsräte zu suchen.

ww: Warum treten Ihre Investoren nicht transparenter auf?
Peter Kölbel: Weil
sie nicht den Eindruck erwecken wollen, sie würden mit ihrem
Medienengagement andere als finanzielle Interessen verfolgen. Bisher
hat sich auch keiner von ihnen operativ bei U1 eingemischt. Hlasek zum
Beispiel nimmt aber sein Engagement sehr ernst und verlangt
vierteljährlich Einblick in die Bücher.

ww: Kanal 1 ist mittlerweile bei TV München und TV Berlin ausgestiegen. Was lief schief?
Peter Kölbel: Wir
haben viele politische Fehler gemacht. Zum einen hätten wir diese
Zukäufe mit einheimischen Partnern statt mit Soravia tätigen sollen.
Der bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber nahm uns beispielsweise
übel, dass wir TV München nicht als strammen CSU-Sender weiterführten.
Solche Dinge haben wir unterschätzt. Auch in der Schweiz: Ich hätte nie
gedacht, dass wir wegen einiger hochdeutsch gesprochener Sendungen, die
wir von TV München oder TV Berlin übernahmen, als deutscher Sender
wahrgenommen würden. Dieses Imageproblem ist mit ein Grund, weshalb wir
nun U1 neu positionieren.

ww: Der Flop mit Intro TV kommt noch dazu.
Peter Kölbel: Intro
TV kauften wir mit der Absicht, den Lokalsender als beschränktes
Testfeld für neue Formate sowie für die Ausbildung einzusetzen. Letztes
Jahr entzog dann aber das Bundesamt für Kommunikation Intro TV
rückwirkend per Januar 2004 den Gebührensplitting-Anteil von 500000
Franken, was dem Sender das Genick brach. Wegen dieser rückwirkenden
Aberkennung ist noch ein Gerichtsverfahren gegen den Bund hängig.

ww: Wie hoch sind denn nun die Einnahmen von U1?
Peter Kölbel: Ab
Sendestart 1. März 2004 bis Ende 2004 machten wir maximal 300000
Franken Umsatz. Dieses Jahr werden wir wohl knapp die
Ein-Millionen-Grenze erreichen. Für 2006 sind zwei Millionen Franken
budgetiert. Die jährlichen Betriebskosten bewegen sich im einstelligen
Millionen-Bereich.

ww: Wie lange machen die Investoren noch mit?
Peter Kölbel:
Mit der Neupositionierung von U1 haben wir noch einmal eine Chance
erhalten. Alle Investoren, die uns übrigens letztes Jahr das
Aktienkapital von 100000 auf eine Million Franken erhöhten, sicherten
uns im Juni neu die vollständige Finanzierung bis Ende 2006 zu –selbst,
falls wir keine Einnahmen generieren würden. Wenn wir aber die
budgetierten Umsätze erreichen, sollte U1 spätestens Ende 2008 am
Break-even sein.

ww: Wie viel Geld werden die Investoren ab Projektbeginn vor drei Jahren bis zum Break-even insgesamt für U1 aufwerfen müssen?
Peter Kölbel: Ungefähr 30 bis 35 Millionen Franken.

Interview: Markus Knöpfli

Nationale Marketingvision

Krisenbewältigung Genau 17 Tage hat es gedauert, bis das Tourismusbureau von New Orleans nach den verheerenden Auswirkungen des Hurrikans Katrina zu einem optimistischen Ausblick auf die Lage zurückkehrte.

Krisenbewältigung Das Wasser ist noch nicht
abgepumpt. Das Marketing für ein New Orleans der Zukunft lässt aber
bereits allen Schrecken vergessen.Genau 17 Tage hat es gedauert, bis das
Tourismusbureau von New Orleans nach den verheerenden Auswirkungen des
Hurrikans Katrina zu einem optimistischen Ausblick auf die Lage
zurückkehrte. «Wir können es kaum erwarten, unsere Stadt wieder zu
eröffnen und Sie in der für New Orleans einzigartigen Art und Weise
wieder willkommen zu heissen», ist seit Mitte der vergangenen Woche auf
der Webseite des Conventions and Visitors Bureaus der überfluteten
Stadt zu lesen. «Es wird besser sein als je zuvor.»  

Wiederaufbau als oberstes Ziel
Auch für Laurence Geller, Präsident der Investorengruppe Strategic
Hotel Capital, gibt es nach dem «Disaster» nur eine Devise:
Wiederaufbau. Und das gilt nicht nur für eines seiner Projekte, das
Hyatt Regency Hotel in New Orleans, von dem die Bilder des
zerschmetterten Gebäudes um die ganze Welt gingen. «Es wird einen Boom
in New Orleans geben. Dies wird die erste moderne Stadt des 21.
Jahrhunderts werden», sagte er auf einer Konferenz des
Tourismusverbandes HSMAI in New York. Seiner Ansicht nach wird im
nächsten Frühjahr nicht nur die Business Conventions Branche zurückkommen, die einen wichtigen Teil der
Besucherindustrie in New Orleans ausmacht. Auch alle grossen
Markenfirmen werden sich hier niederlassen, sofern ein Fehler vermieden
wird: «Dies ist nicht die Zeit für schnelle Ad-hoc-Ausbesserungen,
sondern für eine umfassende, nationale Vision.»
Richard Copland, früherer Präsident der Reiseagentur-Vereinigung ASTA,
sieht in der gegenwärtigen Zerstörung sogar eine potenzielle
Touristenattraktion. «Das French Quarter ist trocken, und schon zu
Weihnachten kann die Industrie mit günstigen Reisepaketen werben. Für
abenteuerlustige Besucher kann man sogar Touren in die Aussenviertel
anbieten, um zu sehen, was noch übrig ist.» Er verweist auf den 11.
September und dass noch heute Touristen nach New York reisen, um Ground
Zero zu sehen. «Die Leute kamen, um ihre Unterstützung zu
demonstrieren.»

Schwierige Kontaktaufnahme
Während die Tourismusindustrie schon die weisse Flagge für zukünftige
Besucher hisst, bemühten sich zahlreiche andere Unternehmen noch, mit
der Schadensbegrenzung fertig zu werden. Während herkömmliche
Kommunikationswege wie Post, Telefon und mangels Strom auch das
Internet ausfielen, versuchten Firmen wie Shell, Visa, Cox
Communications und lokale Banken und Versicherungsunternehmen mit ihren
im ganzen Land verstreuten Angestellten und Kunden Kontakt aufzunehmen.

Das beste Kommunikationsmittel waren hier Anzeigen auf den Seiten der aus der Stadt evakuierten
Regionalzeitung Times-Picayune. Kabelkunden wurden darin zum Beispiel
unterrichtet, dass sie für den Monat September keine Gebühren zahlen
müssen. Angestellte wurden angehalten, bei ihrem Arbeitgeber zu melden, wie die
Lohnzahlungen abgewickelt werden sollten. Viele Unternehmen drückten
damit schlichtweg ihre Unterstützung und Hilfsbereitschaft in einer
Zeit des nationalen Traumas aus.

Besucher zurückbringen
Auch Florida hat im letzten Jahr eine Reihe verheerender Hurrikans gesehen, die grossen Schaden für die
Tourismusindustrie angerichtet haben. Hier sprang der Bundesstaat
Florida mit Zuschüssen von insgesamt 450000 Dollar ein, die eigens für
das Marketing der betroffenen Gemeinden genutzt werden, um die Besucher
zurückzubringen. Allein die Agentur von Santa Rosa County etwa, ID
Group, verschickte über 20000 Postkarten an frühere Besucher, in denen
sie für die weiterhin bestehenden Attraktionen warb und auf die
Webseite www.beaches-rivers.com verwies, wo aktuelle Infos über
Wiederaufbau und Hotelkapazitäten abrufbar waren. Die Printwerbung
wurde auf die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr reduziert. «Wir wollen
die Leute ja nicht erst anlocken, um ihnen dann sagen zu müssen, wir
haben nicht genug Unterbringungen», sagt Tina Lombardo, die bei der ID
Group für die Werbekampagne zuständig ist. Viele der betroffenen
Regionen haben auf ihren Webseiten ausserdem aktuelle Fotos oder
Webcams, um den Besuchern ein Live-Bild zu vermitteln, wie die Strände
und Hotels aussehen.
Für alle Betroffenen von Katastrophenzonen gilt: die Situationen ernst nehmen, sagt Laurence Geller.
«Denken Sie an alles, was schief gehen kann, multiplizieren Sie es um
ein Zehnfaches, dann hat man die Situation halbwegs im Griff.» Ist der
Sturm dann vorbei, ist das Entscheidende, schnell zu handeln. «Sofort
nachdem ein Hotel oder ein Vergnügungspark renoviert ist, muss man die
Botschaft unter die Leute bringen», sagt Todd May von der Agentur
Identity Travel in Miami. «Wenn es nicht anders geht, ruft jeden
einzelnen Kunden an und gebt ihnen ein Update.»  

Gerti Schön

Gossage der Grosse

Kolumne Robert Louis Stevenson bemerkte einmal, dass jeder Künstler zuerst den Affen macht. Aber wie stehts in unserer Gebrauchsartikelbranche, Mbwana?

Kolumne «Die Leute lesen, was sie
interessiert – manchmal sogar den Artikel auf der Rückseite der
Anzeige», könnte man in Anlehnung an Howard Luck Gossage sagen. Das hat
für Schreiber Folgen.Robert Louis Stevenson bemerkte einmal,
dass jeder Künstler zuerst den Affen macht. Aber wie stehts in unserer
Gebrauchsartikelbranche, Mbwana? Das Seltsame beim Journalismus ist,
dass es kaum Klassiker gibt. Jede Generation beginnt alle vier Jahre
von vorn. Sicher, in der Bibliothek fin-
den sich Sammlungen von Tucholski bis Thompson,
Capote bis Sprecher. Aber erstaunlich wenig Berufsleute haben sie
gelesen – und kaum je mit dem gierigen Blick des Kopisten. Kein Wunder,
gilt für Journalismus immer noch der schöne Satz von Kaspar von der
Lueg: «Altpapierabfuhr. Und ich bin dabei!»
Der vielleicht lehrreichste Kopf für Journalisten ist kein Journalist,
sondern ein Werber: Howard Luck Gossage. Gossage war Anarchist, lebte
von 1918 bis 1969, warb für Hemden, Whiskey und Range Rovers, machte
für sich und seine Kunden enorm viel Geld, und das, obwohl er sich
blendend amüsierte und aus der Werbung «eine begrenzte, aber trotzdem
eine Kunstform» machte.
Gossages Spezialität war, praktisch alle geschriebenen oder
ungeschriebenen Gesetze seiner Branche zu brechen. An Stelle schneller
Slogans entwarf er kundennahe. Etwa für Fina-Tankstellen: «Wenn Sie
eine Strasse hinunterfahren, und Sie sehen eine Fina-Tankstelle und sie
ist auf Ihrer Strassenseite, so dass Sie keine Spitzkehre machen
müssen, und es warten nicht schon fünf oder sechs Autos, und Sie
brauchen Benzin oder sonst was, dann kommen Sie vorbei.» Das war
Gossages kürzeste Anzeige. Für die Irisch-Whiskeybrauer entwarf er eine
Kampagne, die in der weitschweifigen Weise der Iren das Problem
erörterte, ob irischer Whiskey nicht den nachdrücklichen, polierten
Geschmack des Whiskeys ermorde, ob also sie, die irischen
Whiskeybrauer, also nicht aus Profitgier ihren Stolz an eine
brasilianische Beere verraten hätten … Die Anzeige brach jeweils mitten
im Satz ab und wurde wie ein Fortsetzungsroman wochenlang
weitergeführt. Gossage parodierte auch
als Erster Anzeigen der Konkurrenz. Aus Ogilvys berühmter Anzeige für Rolls-Royce «Bei 100 Stun-
denkilometern ist das lauteste Geräusch das Ticken der elektrischen
Uhr» wurde Gossages Range-Rover-Plädoyer «Bei hundert Stundenkilometern
ist das lauteste Geräusch das Gedröhn des Motors».
Zudem schaltete Gossage jede Anzeige strikt nur einmal. Sein Argument:
«Wenn man wirklich etwas zu sagen hat, zum Beispiel ‹Feuer!›, muss man
sich
auch nicht wiederholen.» Sein Arbeitsmotto war: «Die Leute lesen, was
sie interessiert – und manchmal ists eine Anzeige.» Diese Art von
Frechheit gestattete ihm nicht nur den epischen Fortsetzungsroman,
sondern auch verspielte Dinge wie die Fina-Kam-
pagne, in der er für eine langweilige Tankstellenkette den letzten
entscheidenden Zusatz der Branche erfand, seit vor zwanzig Jahren
saubere Toiletten eingeführt wurden: rosa Luft. Finas Fünfjahresplan,
rosa Luft in die Reifen zu pumpen, die Berechnungen für die rosa
Rohrleitung, die rosa Radkappen und die Vorschau auf das Endprodukt –
rosa Ballons – verkauften sich wie wild. Beweisbar, denn Gossage
pflegte an jede Anzeige einen Coupon zu hängen: 9 der 10
erfolgreichsten Kampagnenrückläufe seiner Zeit stammten von ihm.
Was Gossage für Journalisten interessant macht, ist genau das – seine
Haltung: «Die Leute lesen, was sie interessiert – und manchmal ist es
sogar der Artikel auf der Rückseite der Anzeige.» Und letztlich
interessiert Leser fast immer, was dem Schreiber selbst Spass macht.
Und das ist fast immer das Gegenteil der erprobten, mechanischen
Spielregeln der eigenen Branche.
Abgesehen davon, Mbwana, besticht Gossages Werk mit vielen Anzeigen
plus alle Tricks vermittelnden Essays. Falls Sie ihn studieren wollen,
suchen Sie antiquarisch sein Buch «Ist die Werbung noch zu retten?»
oder – falls Sie vorsichtig sind – schicken Sie ein E-Mail an
[email protected], um die ausführliche Version dieses Artikels zu erhalten.

Constantin Seibt Kolumnist und (noch) freier Autor.

Keiner zu klein …

Corporate Publishing Was die Grossen können (und auch bereits zelebrieren), können die KMU allemal.

Corporate Publishing Auch für KMU können sich Unternehmenspublikationen lohnen.Was die Grossen können (und auch bereits
zelebrieren), können die KMU allemal. Das Zauberwort heisst Corporate
Publishing. Bei den Grossen ein fester Bestandteil im Marketingmix,
bleibt es für die kleineren Unternehmen oft ein Fremdwort. Und so
scheuen viele KMU-Patrons aus Kostengründen den Aufwand, sich überhaupt
mit dem Thema zu befassen.

Fehlender Bezug
In erster Linie sprechen wir von einem Kundenmagazin. Wo lassen sich
Dienstleistungsangebote, Kundenbindungsmassnahmen und
Mitarbeiterinformationen, aber auch Unternehmenskultur, Branding und
Image besser darstellen als in einem Kundenmagazin? Und wo, wenn nicht
in einem Kundenmagazin, lassen sich Strategien, Visionen, Geschäfts-
und Umsatzziele sowie Produktinnovationen optimal positionieren?

Die Bedeutung des Corporate Publishing ist auch in der Schweiz
gewachsen, doch was in Deutschland bereits zu einem Milliardenmarkt
herangewachsen ist, steckt hier zu Lande noch in den Kinderschuhen.

Der Stellenwert von Kundenmagazinen lässt sich mittlerweile durch
repräsentative Umfragen messen. Kein Wunder also, dass Unternehmen, die
bereits ein Kundenmagazin herausgeben, dieses Marketinginstrument nicht
mehr missen möchten.

Vor allem den KMU fehlt in den meisten Fällen der Bezug zum Corporate
Publishing. Dabei hat die Herausgabe eines Kundenmagazins nichts mit
der Grösse eines Unternehmens zu tun, sondern damit, was es zu sagen
hat.

Zielgruppenadäquate Medien
So unterschiedlich Kundenmagazine sind, so unterschiedlich sind auch
ihre Ziele. Die Ansprüche der Unternehmen an Individualität,
Professionalität und gestalterische Qualität steigen. Im heutigen
wirtschaftlichen Umfeld, das von Budgetrestriktionen im
Marketingbereich geprägt ist, stellt sich für die meisten KMU die
Frage, mit welchen Massnahmen sich die gesetzten Ziele erreichen
lassen. Fest steht, dass – von Ausnahmen abgesehen – heute nicht mehr
geklotzt wird. Vielmehr setzt man auf verschiedenen Ebenen vermehrt
zielgruppenadäquate Medien ein. Umso erstaunlicher mutet es deshalb an,
dass in vielen KMU das brachliegende Potenzial noch nicht erkannt wird.
Dabei ist ein Kundenmagazin doch gerade für KMU das strategisch beste
Kommunikationsinstrument, wenn es darum geht, die unternehmerischen
Ziele von Profis darstellen und umsetzen zu lassen.

Geld sollte dabei keine Rolle spielen, denn wir wissen ja, dass es für
ein Unternehmen ohnehin günstiger kommt, die Wirkungsebene im
intermedialen Vergleich eines Kundenmagazins aufzuzeigen. Natürlich
möchte jedes Unternehmen die Investitionen in eine Kundenzeitschrift
auf irgendeinem Weg wieder zurückbekommen. Eine gern diskutierte
Möglichkeit sind Anzeigen von Dritten. Im Gegensatz zu
Pressemitteilungen oder Geschäftsberichten sind diese in
Kundenmagazinen nicht tabu – sie werten das Heft sogar auf. Der
Entscheid zur Refinanzierung hängt jedoch immer von der Strategie und
Philosophie des betreffenden Unternehmens ab.

Dass Corporate Publishing funktioniert, beweisen die USA: 6,5 Prozent
Wachstum trotz rezessiven Märkten – diese Bilanz der dortigen Corporate
Publisher kann sich sehen lassen.

Jorge Chaves, Inhaber und Geschäftsführer der Mediax AG. Spezialgebiet
Special Interest und Corporate Publishing; Mitglied Forum Corporate Publishing.

Clear Channel Plakanda bietet neu Wochenaushang

Ab dem 1. Januar 2006 gibt es bei Clear Channel Plakanda ein zusätzliches Angebot zum Zweiwochentakt.

Ab dem 1. Januar 2006 gibt es bei
Clear Channel Plakanda zusätzlich zum Zweiwochentakt einen Wochenaushang. Er kann vorerst in Zürich, Bern, Basel,
Genf, Lausanne, St. Gallen, Luzern, Winterthur, Locarno/Ascona, Lugano
und Bellinzona gebucht werden. «Wir tragen mit dem Wochenaushang einem vielfach
geäusserten Kundenwunsch Rechnung. In einer ersten Phase konzentrieren
wir unser Angebot auf die zehn am meisten
nachgefragten Städte in der Schweiz», kommentiert Beat Sulzer,
Geschäftsleiter der Clear Channel Plakanda, die neue Dienstleistung.

Web2index ging zurück im August

Der Indikator für die Entwicklung der kommerziellen Online-Werbung sinkt zum ersten Mal im Jahr.

Der Web2index ist im August um 1,1 Punkte
auf 114 Punkte gesunken. Es ist das erste Mal in diesem Jahr, dass der
Indikator für die Entwicklung der kommerziellen Online-Werbung
nachgibt. Der Online-Vermarkter Web2com erklärt dies mit der «normalen
sommerlichen Werbeflaute». Im Juli hatte die Internetwerbung der Flaute
noch mit einem Anstieg von 1,8 Punkten getrotzt.

Papierproduzenten vor Ort

Papier Neben den Händlern wickeln auch die Landesvertretungen der Papierhersteller Aufträge ab.

Papier Neben den Händlern wickeln auch die Landesvertretungen der Papierhersteller
Aufträge ab.In der Schweiz werden Druckereien
hauptsächlich vom Papiergrosshandel mit Papieren und den zugehörigen
Dienstleistungen versorgt. Dank grosser Lager und ausgefeilter
Logistikkonzepten sind diese Handelsunternehmen in der Lage, Papier
innert kürzester Zeit anzuliefern. Um ihre Dienstleistungen herum haben
einige findige Papierhändler Papermanagement oder ähnlich genannte
Konzepte entwickelt und im Angebot, die die Druckereien von der teuren
Lagerhaltung befreien. Diese Lösungen gehen zum Teil so weit, dass die
Papierhändler für die Druckereien auch die Logistik für die
abzuliefernden Drucksachen übernehmen, überzähliges Papier zurücknehmen
oder sich gar um das Recycling von Papierabfällen kümmern. Ein Segment,
das der Papiergrosshandel aber nicht abdeckt, sind Rollenpapiere für
Betriebe, die Akzidenzrollen- oder Zeitungsdruckmaschinen einsetzen.
Dieses Geschäft übernehmen die Papierproduzenten meist selbst, weil die
Abwicklung über den Papiergrosshandel hier keinen Sinn macht: Die
Lagerung der Papierrollen wäre zu kostspielig, dazu kommt der dann
insgesamt aufwändigere Transport. Die Papierfabrikanten liefern daher
Rollenpapiere direkt bis an die Rotationsmaschinen.
Für den Kontakt zu den lokalen Papiergrosshändlern und Kunden sowie für
die Abwicklung von Rollengeschäften sind viele Papierproduzenten mit
kleinen Ländervertretungen vor Ort.
 

Arctic Paper setzt auf drei Marken – und auf Ökologie
Papierproduzent Arctic Paper ist in der Schweiz mit einer
Verkaufsniederlassung ansässig – seit Juni 2005 im Zürcher Technopark,
davor in Basel. Drei, bald vier Personen widmen sich explizit dem
Schweizer Markt. Die 100-Prozent-Tochter Arctic Paper Schweiz AG
verfolgt dabei eine ähnliche Strategie wie andere Papierproduzenten,
die hier eine Niederlassung haben: Die im Mutterkonzern hergestellten
Papiere werden auf dem Schweizer Markt entweder direkt (Rollengeschäft)
oder indirekt (Bogengeschäft) über den Papiergrosshandel verkauft. Die
erst vor drei Jahren zu Arctic Paper firmierte, in Privatbesitz
befindliche Firmengruppe führt Papiere seiner beiden schwedischen
Standorte Munkedal (Marke Munken) und Håfreström (Arctic) sowie des
polnischen Werks Kostrzyn (Amber) im Sortiment. Das Munken-Sortiment
ist dabei das breiteste; es besteht aus sieben verschiedenen
Naturpapierqualitäten. Zum Arctic-Sortiment gehören vier
doppeltgestrichene Bilderdruckpapiere, das Amber-Sortiment umfasst drei
holzfreie, weisse Offsetpapiere.

Geschäftsführer Urs Hochuli zitiert, nach der Strategie der Arctic
Paper Schweiz AG befragt, die Firmenbroschüre: «Wir sind klein genug,
um flexibel zu sein – und wir sind gross genug, um effizient zu sein.
Das ist unsere Stärke und gleichzeitig auch unsere Strategie.»

Als eine Besonderheit bietet Arctic Paper Schweiz zusammen mit dem
Papiergrosshändler Fischer Papier zueinander passende Papiere an und
verwendet dazu den von Fischer Papier (in der Schweiz) und Arctic
Papier (im restlichen Europa) geschützten Begriff Corporate Paper.
Neben Briefschaften und Geschäftsdrucksachen über Prospekte bis zu
Büchern können sich so Firmen eine «Papier-Identität» verpassen. Eine
gleiche und aufeinander abgestimmte Optik und Haptik der
zusammengefassten Papiere ermöglicht dies. Arctic Paper Schweiz
arbeitet in der Schweiz aber nicht nur mit Fischer Papier zusammen,
sondern auch mit den Papierhändlern Antalis und Sihl + Eika.

Innovativ zeigt sich Arctic Paper bei Hilfestellungen rund um das
Bedrucken ihrer Papiere. So können Agenturen oder Druckereien sich
entsprechende Colormanagement- respektive ICC-Profile von der
Arctic-Website herunterladen, um in Drucksachen verwendete Bilder
optimal an den Bedruckstoff anzupassen. «Verschiedene Agenturen und
auch Druckereien nutzen diesen Service. Das Interesse am Download der
ICC-Profile ist zwar insgesamt noch bescheiden; die Kunden hingegen,
die mit den Profilen arbeiten, möchten diesen Service nicht mehr
missen», erklärt Hochuli dieses beispielhafte Angebot.

Als Produktneuheit bezeichnet Hochuli das neue Sortiment Glacier. Diese
Papierqualität ist eine Kombination zweier Arctic-Papiere. Damit kann
etwa die Umschlag-vorderseite einer Broschüre im ansprechenden
Naturpapier erscheinen, während die Umschlaginnenseite gleich wie der
Inhalt daherkommt. Dies kann vor allem bei über den Bund
hinauslaufenden oder doppelseitigen Sujets/Inseraten im Magazindruck
ein wichtiges Kriterium sein, ist zudem auch ein sehr schöner Effekt.
Hierzu bietet Arctic verschiedene Kombinationen an. Hochuli ergänzt:
«Kunden, die mehr als eine Tonne vom Glacier-Papier abnehmen, können
jede Kombination von zwei Papieren aus unserem Sortiment bekommen.»

Nach weiteren Dienstleistungen gefragt, erklärt die
Marketingverantwortliche Tosca Winkler: «Wir bieten unseren Kunden im
Internet auf der Site
einen
kostenlosen Musterservice (Dummyshop) an. Die Anfrage nach einem
Blindmuster – zum Beispiel eine 20-seitige Broschüre – kann dort
in Auftrag gegeben werden. Per Post erhält der Kunde
48 Stunden später ein Musterexemplar zugesandt – nach Wunsch geheftet oder gebunden.»

M-real verfügt in der Schweiz über das breiteste Sortiment
Auch die finnische M-real, bis zur Umbenennung 2001 bekannt als Metsa
Serla, vertreibt ihre Papiere in der Schweiz über eine
Tochtergesellschaft. In Nord- und Osteuropa distribuiert der
Papierproduzent seine Produkte über ein eigenes, MAP genanntes
Handelsunternehmen, das allerdings in der Schweiz nicht aktiv ist. Das
in Baar, Kanton Zug, ansässige Tochterunternehmen M-real Schweiz AG ist
daher hier Schnittstelle zwischen Papiergrosshändlern und Kunden
einerseits und den über ganz Europa verteilten Papierproduktionsstätten
andererseits.

Als Besonderheit produziert M-real auch in der Schweiz. Patrick Dober,
Marketing Manager Commercial Print, erklärt: «Die Papierfabrik M-real
Biberist im solothurnischen Biberist stellt mit den Produkten Allegro,
Cento und Furioso hochwertige Papiere her. Der grösste Teil dieser
Papiere wird hauptsächlich ins europäische Ausland exportiert, erfreut
sich aber auch in der Schweiz einer grossen Nachfrage.» Für sämtliche
bei M-real Biberist produzierten Papiere bringt der Geschäftsbereich
Commercial Printing auch neue Produktemappen und Broschüren heraus, die
im M-real-Design neu aufgelegt wurden.

Fast noch bekannter als die Fabriken sind im Markt deren Marken: Sie
heissen Allegro (erhältlich bei Baumgartner und Biber Papier) und
Furioso (Baumgartner), EuroArt und EuroBulk (Fischer Papier), Orsay
Plus (Baumgartner Papier) oder Zanders Mega (Antalis). Auch die
Papierhändlerin Sihl + Eika verkauft Papiere von M-real – allerdings
unter den eigenen Markennamen wie LuxoArt (Allegro) und LuxoSamtoffset
(Furioso) sowie Cento Plus (PlanoJet), Senlis (Plano Print) und Tauro
(Plano Speed).
M-real Schweiz bearbeitet die Segmente Commercial Print (Papiere für
die Unternehmenskommunikation, Kunstdruckbücher etc.), Office
(Bürokommunikation, Gebrauchsanleitungen), Publishing (Fein- und
Zeitschriftenpapiere) und Consumer Packaging (Kartonagen für
Verpackungslösungen von zum Beispiel weltweit operierenden
Markenartiklern). Commercial Print ist mit 60 Prozent Umsatzanteil vor
Office (20%) und Publishing (15%) dabei das wichtigste Segment.

Auf den im Sommer dieses Jahres von einem in diesem Ausmass in Finnland
nie dagewesenen Streik in der Papierproduktion angesprochen (siehe
Kasten), antwortet Peter Tschabay, Sales Manager Commercial Print :
«Der Streik konnte im für die Schweiz wichtigsten Segment Commercial
Print durch im Lager befindliche Kapazitäten zu einem grossen Teil
kompensiert werden. Inzwischen hat sich die Situation glücklicherweise
wieder beruhigt.» M-real setzt derzeit alles daran, um die in Verzug
geratenen und aktuellen Aufträge zu produzieren. Etwas schwieriger
stellt sich die Lage im Packaging-Bereich dar: «Hier waren auf Grund
der Auseinandersetzungen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern
die Reserven rascher aufgebraucht, weil der Karton ausschliesslich in
Finnland produziert wird. In der Folge haben wir, wie andere finnische
Papierhersteller auch, leider den einen oder anderen Auftrag verloren»,
fasst Tschabay die Situation zusammen. «Wenn die Nachfrage nach Papier
oder Karton im Herbst nicht unerwartet stark ansteigt, dann sind auch
sämtliche vom Streik betroffenen Kartonsorten wieder innerhalb der
üblichen Lieferzeiten verfügbar», schätzt Tschabay die derzeitige Lage
ein.

Stora Enso baut Aktivitäten im Papierhandelsgeschäft aus
Ziel der Vertriebsaktivitäten der Stora Enso Schweiz ist es, mittels
eines kundennahen Auftritts die lokalen Marktbedürfnisse bestmöglich
abzudecken. Dies gilt in über
40 Ländern und natürlich auch in der Schweiz. Das Stora-Enso-Papier-
und Kartonsortiment umfasst Produkte für zum Beispiel Rollen- und
Akzidenzdruckereien sowie für Papierverarbeiter.

«Der Schweizer Markt ist bezüglich Papieranwendungen und
Pro-Kopf-Verbrauch sehr hoch entwickelt. Da macht es Sinn, unsere sehr
breite Produktepalette den Kunden vor Ort näher zu bringen», erklärt
Wolfgang Bürgers, Sales Director Fine Paper, bei Stora Enso Schweiz.
Auf den Vertrieb angesprochen, ergänzt er: «Rollenware und
Kartonqualitäten verkaufen wir überwiegend direkt, Feinpapiere setzen
wir zu einem grossen Anteil über den Papiergrosshandel ab.» Bürgers
weist auch auf die Service- und Logistikleistungen des Papierhandels
hin, die entscheidend für eine schnelle und bedarfsgerechte
Belieferungsform für viele Endkunden mit kleineren Aufträgen seien.
Der aus der finnischen Stora und schwedischen Enso hervorgegangene,
heute finnische Konzern Stora Enso – der ebenfalls vom Streik betroffen
war – setzt derzeit offenbar auf eine Wachstumsstrategie im
Papierhandelsgeschäft. Die im April 2005 angekündigte Übernahme des
deutschen Papiergrosshändlers Schneidersöhne hat das Unternehmen
inzwischen abgeschlossen – sie ist der dritte Zukauf in Folge: Zuvor
hat der Konzern die niederländische Scaldia Papier und die
französischen Papéteries de France erworben. Schneidersöhne – und damit
auch die mehrheitlich zu dieser deutschen Firmengruppe gehörende Sihl +
Eika Papier AG – wird dabei in das Stora-Enso-Handelsunternehmen
Papyrus eingegliedert.

Strategisches Ziel der Akquisitionen sei es, Stora Enso in der
Wertschöpfungskette näher an die Kunden und Endverbraucher
heranzubringen und so die Rentabilität von Stora Ensos
Grosshandelsgeschäft zu verbessern, erklärt der Konzern seine
Strategie. Pekka Laaksonen, Senior Executive Vice President der
Division Stora Enso Fine Paper, verspricht sich von der Übernahme, noch
mehr über die Anforderungen von Druckhäusern und Büropapierverbrauchern
zu erfahren. Der Konzern soll damit in die Lage versetzt werden,
Produkte und Dienstleistungen entsprechend weiterzuentwickeln.
   

Jürgen Franck

Mediaholding Aegis führt Übernahmegespräche

Für die Mutter des Medianetzwerks Carat werden rund 3,7 Milliarden Franken geboten.

Die Aegis-Gruppe, Mutterholding des
Medianetzwerks Carat, hat eine Übernahme-Anfrage erhalten. Der nicht
namentlich genannte potenzielle Käufer hat laut einer Mitteilung von
Aegis rund 1,6 Milliarden Pfund (3,7 Milliarden Franken) geboten. Es
handle sich um Vorsondierungen, und ob es zu einer Offerte komme, sei
unsicher, heisst es weiter. Das US-Fachblatt Advertising Age schreibt
unter Berufung auf «mit der Situation vertraute Manager», bei dem
Kaufinteressenten handle es sich offenbar um die französische
Werbeholding Publicis. Interesse an Aegis dürften auch die Konkurrenten
Havas und Omnicom haben. Omnicom hatte letztes Jahr ein etwas tieferes
Angebot gemacht, das abgelehnt wurde. Havas-Hauptaktionär Vincent
Bolloré hat kürzlich einen Anteil von 6 % an Aegis erworben. Der
Aktienkurs der Mediaholding stieg nach der Bekanntgabe der neuen
Übernahmegespräche um fast 20 % und über den gebotenen Preis hinaus.

Werbeausgaben haben im August zugenommen

Besonders ausgabefreudig zeigte sich beispielsweise der Bereich Verkehr mit einem Plus von 100,3 %.

Der Werbemonat August hat im Vergleich zum
Vorjahr um 4,4 % zugelegt. Das kumulierte Plus 2005 per August beträgt
3,2 %. Besonders ausgabefreudig zeigte sich beispielsweise der Bereich
Verkehr mit einem Plus von 100,3 %. Auch die Unterhaltungselektronik
(+37 %), IT (+34,7 %), Einrichtung und Möbel (+30,3 %), Tourismus (+27,8 %)
und Telekommunikation (+24,2 %) legten im Vergleich zum Vorjahr kräftig
zu. Mit einem Minus von 65,8 % hielt sich jedoch die Energieindustrie
stark zurück. Die Werbeausgaben der Bereiche Bekleidung und Tabakwaren
sanken um 35,7 % und 26,9 %. Auch die Fahrzeugindustrie investierte im
Vergleich zu letztem Jahr eher wenig und verbuchte ein Minus von 17,8 %.
Media Focus hat im August die Erfassung der Eigenwerbung von Medien
rückwirkend eingestellt. Da somit die Fülleranzeigen entfallen, werden
die Entwicklungen des Gesamtmarktes noch aussagekräftiger.

Beim Barte der Prophetin

GleichstellungPublicis macht emanzipierte Werbung für die 75-jährige Zürcher Frauenzentrale (ZF).

Gleichstellung Bereits seit drei Jahren
betreut Publicis die Kampagnen für die 75-jährige Zürcher
Frauenzentrale (ZF). Jedes Jahr haben Markus Gut und seine Frauen und
Männer dafür nicht nur emanzipierte Werbung gemacht, sondern auch
Preise gewonnen beim ADC und sogar ADC NY. Die Organisation bietet
neben Buget- und Rechtsberatung auch Laufbahn- und
Weiterbildungscoaching an. Und wie die selbstironische Kampagne
beweist, soll diese sicherer und attraktiver sein als der Bart für die
Businessfrau. Letzerer garantiert kaum einen Platz in der Teppichetage.
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