«Die Werbeetats werden kaum wachsen»

Daniel Staib, Verfasser der Studie und Senior Researcher am GDI, über die Auswirkungen für die Werbung und die Discount-Kommunikation.

Daniel Staib, Verfasser der Studie und
Senior Researcher am GDI, über die Auswirkungen für die Werbung und die
Discount-Kommunikation.WW: David Bosshart sagte einleitend, dass wir in einer immer
vernetzteren und instabileren Welt nicht sagen können, was morgen sein
wird. Entsprechend gelassen bis lau haben die CEOs der beteiligten
Handelsunternehmen reagiert. Wie interpretieren Sie die Reaktion?
Daniel Staib: Wir haben die
Ergebnisse natürlich stark weitergesponnen. Darüber hinaus haben wir
auch versucht, Widersprüche zu erzeugen. Die Reaktion war tatsächlich
die, dass viele verharmlosten und sagten, dass sich die Lage nicht so
schnell verändert. Diese Art der gespielten Gelassenheit haben wir auch
erwartet. Man muss aber sagen, dass wir die vier Szenarien nicht in
Zusammenarbeit mit den CEOs erarbeitet haben, sondern mit den direkt
unterliegenden Stufen der Geschäftsleitung. Insofern widerspiegeln die
Resultate deren Wahrnehmung.

WW: Und die zeigt, dass, obwohl der Markt nicht mehr stark wächst, die Verkaufsfläche in grossen Schritten zunimmt.
Daniel Staib: Genau.
Und da fragt man sich natürlich: Wo sind die Verlierer? Und das können
schlichtweg nicht nur die Kleinen sein.

WW: In der Studie kommen Sie unter
anderem zum Schluss, dass es die Einkaufszentren sind, die stark unter
den Veränderungen leiden werden. Trotzdem sind mehrere grosse
Erlebnis-Shopping-Centers in der Schweiz geplant. Werden diese auf Sand
gebaut?Daniel Staib:
Man kann nicht verallgemeinernd sagen, dass die Einkaufszentren
verlieren werden. Gute Mall-Konzepte haben durchaus ihre Berechtigung
wie auch der Erlebnis-einkauf. Gerade in Szenarien, die von
Unsicherheiten und Terror geprägt sind, ist die geschützte
Einkaufsatmosphäre in Einkaufszentren ein positiver Faktor. Mein
Einwand ist eher dahingehend, dass alle CEOs heute schon sagen, dass
wir mit mehr Verkaufsfläche ausgestattet sind als alle anderen Länder
ausser den USA. Da stutze ich schon und frage mich nach der
Rentabilität und wie die Investitionen amortisiert werden. Andererseits
hat ein neues Einkaufszentrum eine höhere Attraktivität und gerade,
wenn die neuen Erlebniskonzepte gut umgesetzt werden, erkenne ich darin
durchaus ein grosses Potenzial. Irgendjemand wird aber trotzdem
verlieren. Im Raum Zürich beispielsweise war dies das Shoppiland, das
zwischen 1995 und 2004 knapp 25 Prozent Umsatzrückgang hinnehmen musste.

WW: Unabhängig
von den Szenarien, zwei Key-Trends haben sie alle gemeinsam: 1. Der
Sonderfall Schweiz hat ausgedient und 2. die Zeiten des überschaubaren
Preiswettbewerbs sind vorbei. Welche Folgen werden die Umwälzungen in
der Handelsbranche für den Kommunikationssektor haben?
Daniel Staib: Im
internationalen Vergleich war der Schweizer Markt stärker von einem
Qualitätswettbewerb geprägt, gerade im Food-Bereich. Die Frage ist
jetzt: Wie verhalten sich die Händler, wenn bald Aldi in den Markt
eintritt? Man kann davon ausgehen, dass der intensivere Preiswettbewerb
anfangs auch die Werbebranche daran teilhaben lässt. Auf diese Phase
der Bekanntmachung, in der mehr und
intensiver kommuniziert wird, folgt aber bald schon eine
Konsolidierungsphase. Man muss sehen, dass gerade Discountketten wie
Aldi sehr wenig über die klassischen Werbekanäle kommunizieren. Und
sollten mittelfristig die Umsätze der Händler nicht steigen, werden die
Werbebudgets kaum wachsen. Falls Aldi auf Kosten der Grossverteiler
einen substanziellen Teil des Marktes übernehmen sollte, dann können
bei den beiden Grossen Umsatzeinbussen, erwartet werden, und das wird
sich dann auch früher oder später auf deren Werbeetats durchschlagen.

WW: Wenden
wir uns von den Visionen wieder zur Aktualität. Hier erhält man eher
den Eindruck, dass wir in den nächsten zehn Jahren beim Sonderfall
Schweiz bleiben werden: Lidl verzögert den Markteintritt, Aldi wird die
deutsche Preispolitik für die Schweiz nicht durchziehen können, während
die Zuwachsquoten in seinem Herkunftsland merklich zurückgegangen sind,
und die Geizphilosophie scheint ziemlich ausgereizt.
Daniel Staib: Der
Retail ist ja eigentlich ein lokales Business, insofern wird der
Sonderfall sicher nicht ganz verschwinden. Trotzdem bin ich fest davon
überzeugt, dass sich in den nächsten Jahren in der Handelsbranche
vieles stark ändern wird. Es ist so, dass Aldi in der Schweiz nicht
gleich billig sein kann wie in Deutschland. Aber man muss davon
ausgehen, dass Aldi alles daran setzen wird, um auch bei uns ein sehr
gutes Preisimage zu erhalten.

WW: Aber unsere Kunden sind anspruchsvoller als die Nachbarn im Norden.
Daniel Staib: In
England konnte sich Aldi offenbar wegen ähnlich hohen Ansprüchen nicht
im grösseren Umfang durchsetzen. Jetzt versuchen sie ihre Läden zu
verschönern und die Marke zu «upgraden».

WW: Upgrading
scheint angesagt zu sein: Walmart verbessert sein Kleidersortiment,
Denner tritt neu mit Image-Spots auf. Darauf reagieren die grossen
Detailhändler mit Billig- und Premium-Linien. Verwässert man damit
nicht eine klare Markenpositionierung?
Daniel Staib: Das
hängt davon ab, wie gut man das tut. Wenn man Migros’ Ausbaustrategie
mit M-Budget- bis Premium-Angeboten beobachtet, dann entspricht dies
dem, was Tesco in Grossbritannien mit sehr grossem Erfolg bereits
vollzogen hat. Wenn ein so gut in der Bevölkerung verankertes
Unternehmen wie die Migros, neben dem Standard-, ein Billig- und
Premiumsortiment einführt und diese auch noch gut kommuniziert, dann
kann das funktionieren. In ihrer Pionierzeit war die Migros eigentlich
der Harddiscounter per se und machte dann einen grossen
Umwandlungsprozess durch.

Interview: Luca Aloisi

Inhalt statt Content

Kommentar Es nützt alles nichts. Die Gratiszeitung ist kein vorübergehender Scherz, keine Laune der Pressenatur.

René Worni vermisst publizistische Innovationen der Verleger, die über die Befriedigung crossmedialer Bedürfnisse von Werbekunden hinausgehen.Es nützt alles nichts. Die Gratiszeitung
ist kein vorübergehender Scherz, keine Laune der Pressenatur. Vor den
niederschmetternd positiven Zahlen von 20 Minuten musste auch Michael
Ringier, eben noch Verleger ohne Gratiszeitung, an der jährlichen
Verlegertagung den Hut ziehen und schon länger anhaltende Gerüchte
bestätigen: Man wage in Prag jetzt selber den Test mit einem eigenen
Umsonstblatt. Er machte keinen Hehl aus seinem Unbehagen. Denn
redaktionelle Leistung ist das Einzige, was ein Verleger zu verkaufen
hat und kann deshalb nicht gratis sein.
Doch wer heute an 20 Minuten herummäkelt (selbst im Haus an der
Werdstrasse, wo das böse Kind den Stolz der Familie, den Tagi,
terrorisiert), der wird geächtet wie ein Raucher unter Nichtrauchenden.
Die Kontroversen um journalistische Inhalte geschehen zunehmend im
Durchzug, draussen vor der Tür. Drinnen an der Wärme spricht man
entspannt von Content, der als variable Grösse um knallige Inserate
spielt, sich nach Bedarf dehnen oder verdichten und sich zu Events
schalten lässt, die zuvor gemeinsam von Verlag und Redaktion geplant
wurden. Denn die einst störrische Redaktion sieht jetzt ein, dass alle
im selben Boot sitzen. Wer das nicht begreift, hat als Chefredaktor
oder als Journalistin ausgedient.
Andersherum: Die Zeitung als Gegengewicht zum flüchtigen Fernsehen und
zum allseits beliebigen Internet soll Ort der gesellschaftspolitischen
Debatte bleiben, fordert Michael Ringier. Journalisten sollen folglich
noch näher rangehen, noch mehr Fragen stellen und noch unbequemer sein.
Doch das sind sie schon heute. Entscheidend ist jedoch, wie das Gefäss
ausgestaltet ist, das ihnen der Verleger zur Verfügung stellt,
ernährungssicherndes Einkommen eingeschlossen.
Doch Hand aufs Herz. Wo bleiben die Innovationen, die mehr im Visier
haben als Befriedigung crossmedialer Bedürfnisse von Werbekunden, die
mehr sind als das Resultat von Übernahmen und Beteiligungen? Wann
fühlte sich das Publikum letztmals von einem Verleger mit einem
publizistischen Anliegen oder gar einer Neulancierung ernst genommen?
Die Schubladen der Verleger sind voll von spannenden Projekten, etwa
ein tägliches Wirtschaftsblatt (Cash daily kanns ja nicht sein) oder
Ringiers Neue Zeitung. Man wartet zu und überlässt das Risiko Wolfgang
Fellner mit seinem Tages-Magazin in Österreich. Aber reicht die Zeit,
bis seine Erfahrungen hier zu Lande ausbeutbar sind? Immerhin macht die
Debatte klar: Content ist nicht genug, es braucht Inhalt.

René Worni, Redaktor Media &
Medien

Der Umwelt verpflichtet

Papier wurde wegen einer fehlenden Sensibilisierung in der Bevölkerung lange nicht umweltfreundlich produziert. Urs Hochuli, Geschäftsführer von Arctic Paper, spricht über Ökoaspekte und FSC.

Papier Gespräch mit Urs Hochuli, Geschäftsfüher von Arctic Paper, über Ökoaspekte und FSC. Papier wurde wegen einer fehlenden
Sensibilisierung in der Bevölkerung lange nicht gerade besonders
umweltfreundlich produziert. Das ist heute nicht mehr so. Dank
Umweltauflagen und dank einer Flucht nach vorne seitens der
Papierproduzenten hat sich dieser Sachverhalt grundlegend geändert.

ww: Herr Hochuli, können Sie Arctic Paper kurz vorstellen?
Urs Hochuli: Arctic Paper
ist ein im Privatbesitz befindlicher Papierkonzern. Drei Papierfabriken
samt deren Papiersortimente Munken, Arctic und Amber sind unter der
Dachmarke Arctic Paper vereint.

ww: Gemäss Ihrem Prospektmaterial sind Ökologie und Umwelt herausragende Themen bei Arctic Paper …
Urs Hochuli: Das
ist richtig und gilt für sämtliche Arctic-Standorte. Im schwedischen
Werk Munkedal, das zu den weltweit am ökologischsten produzierenden
Papierfabriken zählt, hat Arctic Paper ein Umweltzentrum errichtet und
zeigt vor Ort, welche Anstrengungen hier unternommen werden, um die
Umwelt so weit wie nur möglich zu schonen.

ww: Umweltgerechte
Produktion ist bei der Papierherstellung ein Schlagwort –
Nachhaltigkeit (FSC) ein anderes, derzeit gar aktuelleres.
Urs Hochuli: Auch
hier setzt Arctic Papier Akzente. Viele Sorten im Papiersortiment von
Arctic sind FSC-zertifiziert. Damit garantieren wir, dass der
verwendete Zellstoff aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft
stammt  und – besonders wichtig – dass wir für die
Papierproduktion auch über ausreichend FSC-zertifizierten Zellstoff
verfügen.

ww: Dennoch ist der Anteil an FSC-Papieren am Gesamtmarkt noch relativ bescheiden.
Urs Hochuli: Das
ist richtig. Dies hängt aber auch damit zusammen, dass die steigende
Nachfrage nach FSC-Zellstoff derzeit nicht vollumfänglich befriedigt
werden kann.

ww: Arctic Paper produziert neben zwei Werken in Schweden auch in Kostrzyn, Polen. Wie sind dort die Umweltstandards?
Urs Hochuli: Dieses
Werk steht den beiden schwedischen Werken in nichts nach und produziert
ebenfalls nach sehr ökologischen Gesichtspunkten. Kostrzyn ist eine
sehr moderne Produktionsstätte in Bezug auf Wasserverbrauch und
effiziente Kreisläufe.

Interview: Jürgen Franck

«Ich bin kein Nestbeschmutzer»

Jürgen Richter, der deutsche Verlagsdoyen und Ex-Springer-Chef, übt harsche Kritik an der Übernahme von ProSieben Sat 1 durch seinen ehemaligen Arbeitgeber.


Jürgen Richter, der deutsche Verlagsdoyen und Ex-Springer-Chef, übt
harsche Kritik an der Übernahme von ProSieben Sat 1 durch seinen
ehemaligen Arbeitgeber. Es ist jedoch nicht die Fusion an sich, die ihn
stört. Vielmehr geht es ihm um den gewählten Zeitpunkt und die dahinter
liegenden Motive. Die Kritik an der eigenen Branche erinnert an Hans J.
Bärs Buch «Seid umschlungen, Millionen», in welchem der Schweizer
Privatbankier unter anderem das Bankgeheimnis hinterfragt. Als
Netzbeschmutzer möchte Richter aber nicht bezeichnet werden: «Um das
Nest zu beschmutzen, aus dem ich selber komme und an dem ich 35 Jahre
mitgebaut habe, liebe ich die Medien und speziell die Presse viel zu
sehr», erklärt Richter im Gespräch mit Werbewoche-Redaktor Oliver
Classen. «Dass sich einzelne Exponenten angegriffen fühlen, wenn ich
auf Anfrage gewisse brancheninterne Abhängigkeitsstrukturen und
Gefälligkeiten benenne, bedeutet das ja nur, dass ich damit nicht
daneben liege», führt der Ex-Springer-Chef weiter aus. Welche
Gefälligkeiten und Strukturen Richter benennt, erfahren Sie in der
Werbewoche vom 22. September 2005.
Kein Abo? Einzelausgaben der Werbewoche können
per E-Mail bei Ginette Peter () bestellt werden
(CHF 8.00+MwSt./Porto).

Vier Visionen für Detaillisten

Detailhandel Das GDI hat in Zusammenarbeit mit Coop, Migros-GenossenschaftsBund, Denner, Manor, Promarca, Rewe Schweiz und Valora die Zukunft des Schweizer Detailhandels zur Diskussion gestellt.

Detailhandel In zehn Jahren werden die
Schweizer anders einkaufen. Wo, wie und mit welchen Folgen für die
Branche? Die neue GDI-Studie «Detailhandel Schweiz 2015» wirft einen
Blick in die Zukunft.Das GDI hat in Zusammenarbeit mit Coop,
Migros-GenossenschaftsBund, Denner, Manor, Promarca, Rewe Schweiz und
Valora in Interviews, Experten- und Szenario-Workshops die Zukunft des
Schweizer Detailhandels zur Diskussion gestellt.
Die Triebkräfte der Veränderungen werden gemäss Einschätzung der Experten vor allem die alternde
Gesellschaft, die immer knapperen Ressourcen, die wachsende Schere
zwischen Arm und Reich, die Bedeutung von Informations- und
Vernetzungstechnologien sowie die Liberalisierung, Globalisierung und
wachsende internationale Wettbewerbsintensität sein. Dabei wurde klar,
dass der Hauptkonkurrent des Detailhandels nicht der Detailhandel
selbst, sondern das frei verfügbare Einkommen, das wegen steigenden
Ausgaben für Krankenversicherungen, Vorsorge, Steuern oder Energie
deutlich zurückgehen wird.
Wachstum ist für den klassischen Handel höchstens möglich, wenn er mit
seinen Kernkompetenzen international expandiert oder in branchenfremde
Märkte diversifiziert. Auf Grund der IT-Revolution wird für den
Anbieter nicht mehr seine Sicht «our price» und sein Produkt im Fokus
stehen, sondern die Kundenbeziehung und dessen «my price». Vier extreme
Zukunftsszenarien haben die Topmanager entworfen:

Die vier Szenarien

Reglobalisierung:
Liberalisierung bringt Standardisierung und Internationalisierung des
Angebots. Grösste Verlierer: die Landwirtschaft und die in der Schweiz
produzierende Industrie sowie die unabhängigen Händler in Kleinstädten
und ländlichen Gegenden. Gewinner werden die stärksten internationalen
Fachmärkte sein (Category-Killers) sowie die Foodanbieter, die wie
Category-Killers funktionieren (Waldi: Fusion von Walmart und Aldi).
Migros und Coop werden schrumpfen, Denner gibt es nicht mehr, Manor
zieht sich auf die grossen Städte zurück. Aber es gibt auch viele
Nischen, die blühen werden und neue Konzepte entstehen lassen. Die
Kunden profitieren insbesondere von tiefen Preisen und einer grossen
Angebotsvielfalt.

Pausenszenario: Der Schweizer
Detailhandel und die Zulieferer entziehen sich den
Globalisierungsprozessen und schotten sich vom Umfeld ab. Allerdings
sind die Folgen langfristig für alle Marktteilnehmer negativ. Denner
ist als der typisch schweizerische Discounter der grosse Gewinner.

Achterbahn: Die Schweiz fährt
kontinuierlich durch die stark schwankende Weltwirtschaft. Swissness,
als Marke für alles, Abgrenzung und Integration bestimmen auch die
Handelslandschaft in der Schweiz. Schweizer Anbieter können sich
behaupten, stehen allerdings zunehmend unter Druck, da das frei
verfügbare Einkommen der Konsumenten und Haushalte deutlich sinkt.

Regio-Patterns: In diesem
Szenario können regionale Anbieter über die Grenzen hinaus blühen,
werden aber die wachsende Dominanz von China als Güterproduktions- und
Indien als Dienstleistungszentrum spüren. Was die Grossverteiler in der
Schweiz verlieren, können sie dank der Öffnung gegenüber der EU
kompensieren. Anbieter mit grossem Einzugsgebiet wie Einkaufszentren
bekommen die internationale vereinfachte Konkurrenz über die Grenze
massiv zu spüren.

Luca Aloisi

Wirbel um Crossmedia-Werbepräsentation

Hat sich Energy Zürich einen Newsbeitrag bezahlen lassen? Tamedia erwägt Massnahmen.

Mit seiner Präsentation über eine
Promotionskampagne auf Radio Energy Zürich hat Heinz Frischknecht,
Inhaber der St. Galler Werbeagentur Ammarkt, am Crossmedia Symposium
vom 7. September in Zürich für Wirbel gesorgt. Frischknechts
Darstellung hatte den Eindruck erweckt, Radio Energy habe sich einen
News-Beitrag über die Neueröffnung einer Zürcher Interdiscount-Filiale
im vergangenen Mai bezahlen lassen.
Das von Frischknecht eingespielte Hörbeispiel sei ein unglücklicher
Zusammenschnitt gewesen, sagt dazu Energy Programm- und Marketingleiter
Dani Büchi. «Der redaktionelle Beitrag über die Eröffnung war nicht
Bestandteil des Promotionspaketes», so Büchi weiter. Die fragliche
Eröffnung der Grossfiliale sei an und für sich newswürdig gewesen.
Andreas Meili, Leiter elektronische Medien bei Tamedia, geht indessen
davon aus, dass der Beitrag Bestandteil der Promotion war. Meili
spricht von einem schweren Verstoss. Er ist überzeugt, dass Radio
Energy damit gegen das Radio- und Fernsehgesetz verstossen hat, und
erwägt eine Beschwerde beim Bakom. Er befürchtet einen Präzedenzfall:
«In Zukunft werden Werbekunden fordern, ebenso wie bei Energy in den
News präsent zu sein.»
René Worni

Neuer Fussball- und Ski-Kommentator bei SF DRS

Dani Kern kommt am Mittwoch, 28. September 2005, erstmals zum Einsatz.

Dani Kern heisst der neue
Sport-Kommentator von SF DRS, der bei Fussball- und Ski-Übertragungen
zum Einsatz kommen wird. Kern arbeitet bereits seit Juni 1999 für die
Sportredaktion des Schweizer Fernsehens. Zuvor war er bei diversen
Lokalradios tätig, zuletzt als Sportchef bei Radio Top. Als Kommentator
der Uefa-Champions-League-Partie FC Liverpool gegen den FC Chelsea wird
Kern am Mittwoch, 28. September 2005, erstmals auf dem Sender zu hören
sein. Ab kommendem Dezember wird Dani Kern regelmässig den
Männer-Ski-Weltcup kommentieren.

Sponsoring wirkt, sofern es richtig eingesetzt wird

Das Potenzial von professionellem, effizientem Sponsoring ist in der Schweiz noch längst nicht ausgeschöpft.

Das Potenzial von professionellem,
effizientem Sponsoring ist in der Schweiz noch längst nicht
ausgeschöpft. Zu diesem Schluss kommt die Sponsoring-Studie von MPM
Sponsoring Consulting, die vom Institut GfS-Zürich durchgeführt
wurde. Die Studie soll einen Überblick über Image und Wirkungen des
Sponsorings in der Schweiz bieten.
Zu den Ergebnissen zählt, dass die Konsumenten in der Schweiz und besonders in der
Romandie Sponsoring als eine Art Werbung betrachten. Im Gegensatz
zu adressierter Werbung oder Radiospots beurteilt jedoch ein grosser
Teil der Befragten das Sponsoring als sympathisch. Weiter ist der
Studie zu entnehmen, dass mit Sponsoring ein deutlicher Imagetransfer
stattfindet. Gemäss Ute Riermeier, Geschäftsführerin von MPM, können
stark kommerzialisierte Sportarten jedoch auch negative Imagewerte
transportieren. So werden Sponsoren, die  Skisport oder
Formel 1 unterstützen, als Unternehmen betrachtet, die lediglich an
Geld interessiert sind. Dieser Imagetransfer beweist laut MPM, dass die
Konsumenten deutlich zwischen passendem und unpassendem Sponsoring
unterscheiden.
Die Studie zeigt ferner deutlich, dass Sponsoring die
Kaufentscheidung
in hohem Masse positiv beeinflusst. Gemäss Umfrage würden 52 % der
Befragten eher ein Produkt eines Unternehmens kaufen, das Sport
sponsert, als von einem Unternehmen, das nicht sponsert. Bei Firmen,
die Kultur sponsern, sind es 46 %, bei Wissenschaftssponsoren 31 %, und
40 % der Befragten würden bevorzugt von Firmen kaufen, die Soziales
sponsern.

Bakom startet Konsultation zu Léman Bleu

Der Markt soll sich zur geplanten Mehrheitsbeteiligung der Stadt Genf äussern.

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom)
startet eine öffentliche Konsultation zur Beteiligung der Stadt Genf am
Lokal-TV Léman Bleu. Dabei geht es um die geplante Übernahme von rund 8
% der Aktien – zurzeit im Besitz der Cablecom – durch den
Kabelnetzbetreiber TéléGenève (TG), wie Yann Lehmans vom Bakom
gegenüber der Werbewoche erläuterte. Durch diesen Handel würde die
Stadt Genf indirekt Mehrheitseignerin des Senders, was das Bakom als
Verstoss gegen die verfassungsmässig garantierte Unabhängigkeit von
Radio und TV wertet. Die Stadt besitzt bereits 15 % an Léman Bleu und
eine Mehrheit an TG, das seinerseits schon über rund 30 % am
Lokalfernsehen verfügt.
Das Bakom sammelt nun Kommentare anderer Marktteilnehmer und wird sie
im zweiten Schritt an Léman Bleu weiterleiten, damit der Sender dazu
Stellung nehmen kann. Das ganze Dossier geht dann ans Departement Uvek.
Mit einem Entscheid von Bundesrat Moritz Leuenberger ist laut Lehmans
erst in zwei oder drei Monaten zur rechnen. Danach stünde Léman Bleu
der Beschwerdeweg offen.
Nicht Bestandteil der Konsultation ist die geplante Beteiligung der
Investoren Philippe Hersant und Stéphane Barbier-Mueller an der Genfer
TV-Station. Gemäss Lehmans ist dafür noch gar kein Gesuch beim Bakom
eingegangen.

Schweizer mögen ihre Berge

Laut APGTouristic haben jede zweite Schweizerin und jeder zweite Schweizer in der Wintersaison 2004/2005 mindestens einen freien Tag in einem Schweizer Wintersportgebiet verbracht.

(pr) Jede zweite Schweizerin und jeder
zweite Schweizer haben in der Wintersaison 2004/2005 mindestens einen
freien Tag in einem Schweizer Wintersportgebiet verbracht. Das ergab
eine repräsentative Befragung bei 1 003 Personen durch Demoscope im
Auftrag von APGTouristic.
Kenner der Szene waren bisher davon ausgegangen, dass sich während der
Wintersaison rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung mindestens
einmal in einem der vielen Wintersportgebiete des eigenen Landes
aufhält. Die in der letzten Aprilwoche 2005 durchgeführte, telefonische
Repräsentativbefragung zeichnet nun ein wesentlich positiveres Bild.
Demnach reisen nicht weniger als 49% der Bevölkerung (Alter 15–74
Jahre) zwischen Anfang Dezember und Ende April mindestens einmal an
einen dieser Orte. Rund jeder/jede Zehnte (11%) fährt mindestens jede
zweite Woche einmal in die Schweizer Berge. 18% beschränken sich auf
einen einzigen Besuch, wobei die Aufenthaltszeit sich zwischen einem
oder mehreren Tagen bewegen kann. Besonders häufig und intensiv tummelt
sich die mittlere Generation (35–54 Jahre) im Schweizer Schnee. Dass
dies nicht immer ganz billig ist, belegt die Tatsache, dass Personen
aus Haushalten mit über 6 000 Franken Monatseinkommen wesentlich öfter
in der einheimischen Bergwelt anzutreffen sind als solche mit kleinerem
Budget.
APGTouristic, eine Unternehmenseinheit der Affichage Gruppe, hat sich
als Vertragspartner grosser Bergbahnen auf Out-of-home Werbung im
Bereich Tourismus spezialisiert und vermarktet Big Posters sowie F12
Posters in den grossen Wintersportgebieten der ganzen Schweiz. Die
Schweizer Tourismusgebiete verzeichnen jährlich rund 317 Mio.
Bergbahn-Personentransporte, 92% davon erfolgen zwischen Weihnachten
und Ostern (Seilbahnen Schweiz, Branchenverband, Bern, 2000). Mit
verschiedenen Spezialstudien will das junge Unternehmen APGTouristic
die heute nur spärlich vorhandene Datenbasis in diesem Segment
verbreitern und neue Grundlagen zur Mediaplanung schaffen.

Mittagszeit ist Primetime der Online-Werbung

Die Tageszeit entscheidet über den Erfolg von Online-Werbung.

Die Tageszeit ist für den Erfolg von
Online-Werbung ähnlich wichtig wie für die TV-Werbung. So neigen die
User mittags und abends am häufigsten zum Online-Einkauf. Am meisten
wird zu Mittag online konsumiert: Die Konversionsrate liegt zwischen 12
und 13 Uhr um 35 Prozent über dem Tagesdurchschnitt. Zu diesem Ergebnis
kommt eine Untersuchung des US-Marktforschers Atlas Solutions. In
Europa ist die Optimierung einer Kampagne nach Tageszeit bereits
üblich. So werde beispielsweise in Österreich sehr genau selektiert, und
die Optimierung nach der Tageszeit sei dabei nur eine Möglichkeit,
erklärt Roland Kreutzer, Präsident des Internet Advertising Bureau
Austria (IAB), gegenüber Pressetext.at. Kreutzer bestätigt jedoch die
Ergebnisse der US-Studie auch für Europa, zumindest was
E-Commerce-Kampagnen betrifft.

Ist Investor Relations messbar?

Am 20. Oktober gehen GIRAS und SIRV der Frage nach, mit welchem Aufwand die Firmen Investor Relations betreiben und ob er sich messbar rechtfertigen lässt.

Am 20. Oktober 2005 organisieren die
Schweizer Investor Relations Vereinigung (SIRV) und die Gesellschaft
der Investor Relations Agenturen der Schweiz (GIRAS) im Hotel
Schweizerhof in Zürich eine Veranstaltung mit dem Titel «Ist Investor
Relations messbar?» Marisa Wilde, Universität Zürich, sowie Victor
Porák, Universität St. Gallen, haben untersucht, mit welchem Aufwand
die Firmen Investor Relations betreiben, und ob sich dieser Aufwand
messbar rechtfertigen lässt. Im ersten Teil der Veranstaltung
präsentiert Wilde die Ergebnisse ihrer Untersuchung «Survey on
companies’ reporting behaviour». Die Studie bietet Einblicke über
Motivationen für Unternehmen, freiwillig Informationen offenzulegen.
Danach zeigt Porák anhand seines Forschungsprojekts «Excellence in
Investor Relations» auf, wie die Bedeutung von IR und der «Return on
Investor Relations» gemessen werden können. Abschliessend findet ein
Podiumsgespräch mit Katharina Deuber (Cash TV), Marco Schaub (Financial
Analyst, Neue Zürcher Bank), Stefan Senn (Head of Investor Relations,
Swiss Re) sowie den beiden Referenten Wilde und Porák statt.
Anmeldungen sind bis zum 14. Oktober 2005 möglich. Entsprechende
Formulare können per E-Mail () bestellt werden.
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