Republica gewinnt Pitch um Capital FM

Die Berner Agentur gestaltet die Visual Identity und die Launchkampagne des neuen Espace-Media-Radios.

Die Berner Agentur Republica konnte sich
in einem Pitch um die Launchkampagne und den Gesamtauftritt von Capital
FM, dem neuen Radio in Bern, gegen seine Konkurrenten durchsetzen. Die
Agentur wird neben der breit angelegten Kampagne auch
die Visual Identity des Senders gestalten. Capital FM soll in Bern als
dynamisches und frisches Radio mit einem abwechslungsreichen und
unverwechselbaren Vollservice-Programm positioniert werden, wie es in
einer Pressemitteilung heisst. Erste Arbeiten erscheinen zu Beginn des
neuen Jahres. Der neue Sender geht am 23. Januar 2006 erstmals auf
Sendung und ersetzt Radio Extra Bern, das nach 22 Jahren den Betrieb
einstellt.

Markus Eisenhut ergänzt Chefredaktion der Berner Zeitung

Telebärn und Radio Extra Bern werden zur Berner Zeitung ziehen.

Markus Eisenhut wird per 1. Mai 2006
zweiter Chefredaktor der Berner Zeitung. Er wird das Blatt gemeinsam
mit Michael Hug leiten, dessen Ernennung per 1. Januar 2006 bereits
letzte Woche kommuniziert wurde. Der 43-jährige Markus Eisenhut leitet gegenwärtig für Tamedia die
Lancierung von 20 Minuten in der Westschweiz. Er war davor in leitender
Funktion in Ungarn und Rumänien für das Vorarlberger Medienhaus tätig.
Zu seinen Karriereschritten gehörten ausserdem der Posten des
Sportchefs bei Blick/Sonntagsblick, Nachrichtenchef bei der
Sonntagszeitung sowie Chefredaktor der Pendlerzeitung 20 Minuten.
Die
Doppelspitze für die Berner Zeitung begründet das Verlagshaus Espace
Media mit zusätzlichen organisatorischen und konzeptionellen
Herausforderungen im Zusammenhang mit geplanten Multimedia-Aktivitäten.
Espace Media will nämlich die Redaktionen von Telebärn und Radio Extra
Bern, das im Januar zu Capital FM wird, am jetzigen Standort von Berner
Zeitung und Espace.ch zusammenziehen. Dort ist nach dem Wegzug des
Druckbetriebs in ein eigenes Druckzentrum Platz vorhanden, wie
Unternehmenssprecher Christopher Wehrli gegenüber der Werbewoche sagte.
«Wir wollen die Zusammenarbeit zwischen den Redaktionen stärken und
Synergien stärker nutzen, zum Beispiel bei den Lokalnachrichten.» Das
Projekt soll in etwa eineinhalb bis zwei Jahren abgeschlossen sein. Zu
den Aufgaben der neuen BZ-Chefredaktion wird denn auch die Koordination
mit den anderen Redaktionen gehören. Michael Hug und Markus Eisenhut
werden die Rollenverteilung aber selbstständig und nach eigenem
Ermessen gestalten.

Keine Stellen mehr in der Mittwochs-NZZ

Neue Zürcher Zeitung und NZZ am Sonntag bündeln ihre Stellenanzeigen am Wochenende.

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) bündelt
ihre Stellenanzeigen am Wochenende. Ab Januar erscheint NZZexecutive
als gemeinsamer Stellenbund von NZZ (samstags) und NZZ am Sonntag. Er
soll über 638’000 Leser erreichen. Ein innovatives Redaktionskonzept
werde eine hohe Beachtung des Stellenbundes durch die Leserschaft
sicherstellen, heisst es in einer Mitteilung. Verantwortlich ist ein
«Kompetenzteam» aus Redaktoren beider Blätter. Der
Mittwochs-Stellenteil der NZZ wird aufgegeben, das bisherige Kombi
Executive Weekend überflüssig. Auch lassen sich die beiden Titel
nicht mehr einzeln mit Stellenanzeigen belegen. Weshalb die NZZ am
Mittwoch auf Jobinserate verzichtet, wie sich NZZexecutive gegenüber
dem Tamedia-Konkurrenten Alpha positioniert und was aus dem Kombi mit
der HandelsZeitung wird, lesen Sie in der Werbewoche vom 8. Dezember.
Kein Abo? Einzelausgaben der Werbewoche können per E-Mail bei
Ginette Peter () bestellt werden (CHF
8.00+MwSt./Porto).

Volvo Schweiz legt die Leitung von Marketing und PR zusammen

Die neue gemeinsame Führung wird mit den fliessenden Schnittstellen zwischen Marketing und PR begründet.

Georg L. Redlhammer, der bisherige
Marketingdirektor von Volvo Automobile Schweiz, übernimmt mit
sofortiger Wirkung auch das Ressort Public Affairs. Sein neuer
Verantwortungsbereich umfasst neben dem Marketing auch die Pressearbeit
und den Bereich Sponsoring, der interimistisch seit August 2005 direkt
vom neuen Managing Director Peter Rask verantwortet wurde. Die
bisherige PR-Managerin Pia Unternährer geht in Mutterschaftsurlaub.
Mit den fliessenden Schnittstellen zwischen Marketing und PR begründet
Redlhammer die neue gemeinsame Führung. Er werde aber Wert darauf
legen, Pressearbeit und Marketing «dort, wo es sein muss», deutlich zu
trennen. Der 39-Jährige hatte die Stelle als Marketingdirektor bei
Volvo Schweiz im Mai 2002 angetreten. Zuvor wechselte er aus dem
Journalismus ins Marketing für Audi in Österreich. Redlhammer war unter
anderem als Redaktor und Moderator beim ORF tätig.

X-Act gewinnt eine EVA in Bronze

Die Zürcher Agentur für Live-Kommunikation wird für einen Mitarbeiter-Event von PricewaterhouseCoopers ausgezeichnet.

Die Zürcher Agentur für Live-Kommunikation
X-Act ist am deutschen Event-Award (EVA) ausgezeichnet worden. Sie
erhielt Bronze für den Mitarbeiter-Event «eXperience 04», den sie für
die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers realisiert hatte. Gold
und Silber wurden in dieser Kategorie nicht vergeben; insgesamt
verteilte die Jury jedes Edelmetall sechsmal.  X-Act ist die
einzige Schweizer Agentur unter den Preisträgern. Bei «eXperience 04»
bauten 1500 Mitarbeitende gemeinsam eine Ketteninstallation aus 5000
Metern Dachlatten. «Die unmittelbare Erfahrung der Arbeit am
gemeinsamen Grossprojekt und ihr Gelingen vermittelte ein starkes
Wir-Gefühl. Gleichzeitig fühlten sich die Mitarbeiter menschlich
wahrgenommen, da sie Fähigkeiten einbringen konnten, die sie sonst nur
in ihrem Privatleben nutzen», urteilte die Jury. «Wir freuen uns sehr,
dass wir nach der Nomination für den Esprit-Award in Los Angeles und
dem silbernen Xaver in der Schweiz nun auch noch einen EVA aus
Deutschland mit nach Hause nehmen dürfen», schreibt
X-Act-Geschäftsführer Andrej Isler.

Gyselroth hilft Difference Model Agency beim Start

Die Zürcher Agentur für digitale Medien und Print wurde mit der Konzeption und Umsetzung des gesamten Workflows beauftragt.

Die Zürcher Agentur für digitale Medien
und Print Gyselroth hat Difference Model Agency als Kunden gewonnen.
Das Unternehmen wurde im August gegründet und hat seinen Sitz an
derselben Adresse wie Gyselroth. Es ist spezialisiert auf die
Vermittlung von Models für Foto- und Filmproduktionen im Bereich
Werbung. Gyselroth wurde mit der Konzeption und Umsetzung des gesamten
Workflows der Modellagentur beauftragt. Dazu gehören laut Mitteilung
die Entwicklung des Corporate Design, die Programmierung der
Modeldatenbank und das Konzept für die IT-Infrastruktur. In einer weiteren Phase werden sämtliche Printprodukte umgesetzt und ein Internetauftritt erstellt.

BAG präsentiert umstrittenen Ernährungsbericht

Der 5. Schweizerische Ernährungsbericht, der unter anderem Werbeverbote und Sondersteuern für Werbung vorschlägt, ist jetzt erhältlich. Die Schweizer Werbung protestiert.

Am Montag wurde der 5. Schweizerische
Ernährungsbericht zuhanden des Bundesamts für Gesundheit (BAG) der
Öffentlichkeit vorgestellt. Wie die SonntagsZeitung schon vor einer
Woche berichtete, schlagen die Autoren des Berichts unter anderem
Werbeverbote für dick machende Nahrungsmittel oder eine Sondersteuer
auf Werbung für entsprechende Produkte vor. Massnahmen müssten ohne
eine langwierige Vernehmlassung und ohne Berücksichtigung von
Lobby-Interessen durchgesetzt werden. Der Verband Schweizer Werbung
versandte nach der offiziellen Präsentation noch einmal seine
Stellungnahme gegen diese Forderungen:  Man sehe die zunehmend
spürbare Tendenz bestätigt, dass gewisse Kreise die Verantwortlichkeit
für individuelles Handeln allein auf die kommerzielle Kommunikation
abwälzten. Der Ernährungsbericht werde die gesamte
Kommunikationsbranche in ihrem Kampf gegen übertriebene
Regulierungsmassnahmen bestärken. Die Mitteilung des BAG zum Bericht
verzichtet auf die Erwähnung von Werbeeinschränkungen, betont dagegen
den Nutzen von Präventionsprogrammen. Der 5. Schweizerische
Ernährungsbericht (1070 Seiten) kann als Buch und auf CD-ROM für 55
Franken beim Bund bestellt werden. Zudem gibt es eine Populärfassung
mit Fokus auf Kinder und Jugendliche und einen Flyer mit den
Kernaussagen sowie Gesundheitstipps.

Tamedia ernennt Geschäftsführer für 20 Minutes

Joseph Crisci, zurzeit Generaldirektor von La Côte, wird die Geschäfte von 20 Minuten Romandie führen.

Joseph Crisci wird Geschäftsführer von 20
Minuten Romandie. Er tritt seine Stelle am 1. März 2006 an. In dieser
Funktion übernehme er die Gesamtverantwortung für die Pendlerzeitung 20
minutes, die ab März 2006 mit einer Startauflage von 120’000 Exemplaren
erscheinen werde, heisst es in einer Mitteilung des Medienhauses
Tamedia. Crisci ist seit 1992 Generaldirektor der Westschweizer
Tageszeitung La Côte. Vorher arbeitete er bei Publi annonces in Genf,
OFA in Lausanne und bei der Publicitas Vevey.

Neun Verlagsfachleute nach neuer Formel diplomiert

Der langjährige Prüfungsleiter Walter Althaus tritt von seinem Amt zurück.

Das Medieninstitut des Verbandes Schweizer
Presse hat erstmals Diplomprüfungen für Verlagsfachleute nach neuer
Prüfungsordnung durchgeführt. Von elf Kandidatinnen und Kandidaten
haben neun die Prüfung mit guten bis sehr guten Resultaten bestanden.
Sie dürfen ab sofort den neu geschaffenen Titel «Verlagsfachmann/-fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis» führen.
Gleichzeitig tritt der langjährige Prüfungsleiter Walter Althaus von
seinem Amt zurück. Zum Nachfolger wurde der diplomierte Verlagsfachmann
Andreas Spycher von der Publicitas Bern bestimmt.
Die frischgebackenen Verlagsfachleute sind:
Judith Belser (Friedrich Reinhardt Verlag)
Peter Dürrenmatt (Anzeiger Amt Aarwangen)
Irene Erni (Südostschweiz Presse AG)
Jolanda Fasel (Freiburger Nachrichten)
Cristina Kabas Bösch (Publicitas International Switzerland)
Jörg Kilchenmann (Zofinger Tagblatt)
Claudia Mascherin (Rosenfluh Publikationen)
Monika Müller (Verlag Helbing & Lichtenhahn)
Alex Triner (Bote der Urschweiz).

Capital FM löst Radio Extra Bern ab

Mit einem „dynamischen, frischen Radio“ wird die Aufholjagd zum Konkurrenten BE1 fortgesetzt.

Das Berner Lokalradio Extra Bern wird an
Silvester nach 22 Sendejahren zum letzten Mal zu hören sein. Die
Nachfolge auf den gleichen Frequenzen tritt Capital FM am 23. Januar
2006 an. Trägerin ist weiterhin Espace Media; die Radio Extra Bern AG
soll anlässlich einer ausserordentlichen Generalversammlung im Januar
2006 in Espace Media Radio AG umgewandelt werden.
Begründet wird die Neulancierung mit einer Analyse zum Radiomarkt Bern:
Die heutigen Marktteilnehmer seien imagemässig festgefahren, ohne beim
Publikum durchschlagenden Erfolg zu haben. Der Anteil von Hörern,
welche permanent zwischen verschiedenen Radioprogrammen hin- und her
wechseln, sei in Bern und Umgebung überdurchschnittlich hoch. Das
nehmen die Macher von Capital FM als Indiz dafür, dass ein Grossteil
der Bernerinnen und Berner stets auf der Suche nach dem «richtigen»
Sender sei. Das neue Hauptstadtradio will diese Lücke füllen, der
Hörerschaft ein verlässlicher Begleiter und dem Werbemarkt
mittelfristig als Marktführer ein sicherer Partner sein.
Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass Espace Media zuerst einmal
die Lücken in der eigenen Statistik füllen will. Ihr Sender war in
letzter Zeit nicht mit übermässigem Erfolg gesegnet. «Zur Überwindung
der stagnierenden Hörerzahlen lancierte Radio Extra Bern eine Reihe von
Massnahmen. (…) Trotzdem konnte die im Hörermarkt angestrebte
Steigerung noch nicht erreicht werden. Radio Extra Bern stagnierte mit
einer Tagesreichweite von 81’308 Personen, währenddem Mitbewerber Radio
BE1 leicht zulegen konnte», heisst es im Geschäftsbericht 2004 des
Verlagshauses. Auch 2005 konnte Radio Extra Bern den Konkurrenten nicht
überflügeln: Im ersten Semester erzielte die Station laut Publica Data
eine Nettoreichweite von 1,7 %, BE1 hingegen konnte 2,5 % für sich
verbuchen.
Mit einem «dynamischen, frischen Radio» soll die Situation nun
verbessert werden. Capital FM will laut Mitteilung ab Januar Themen und
Leben in der Hauptstadtregion aufnehmen, abbilden und selbstbewusst
mitprägen. Details zum genauen Programmangebot des neuen Senders werden
allerdings erst kurz vor Sendestart kommuniziert.
Verantwortlich für Konzept und Programm des neuen Senders ist Frederik
Stucki. Das bisherige Team von Extra Bern wurde bis auf drei
Moderatoren übernommen (vgl. Newsmail vom 2.11.2005). Zur zukünftigen
Crew gehören ausserdem Produktionsleiter Sacha Gamper (Hitradio Ö3,
Energy Zürich), Musikchef Nicola Bomio (Radio 24), Moderationscoach
Gregor Loser (Radio L) sowie die Morgenstimmen Michèle Burri (TeleBärn)
und Pascal Rötheli (Radio 32). Die Geschäftsleitung des neuen Senders
liegt bei Marc Friedli, dem Leiter audiovisuelle Medien der Espace
Media Groupe.
Carole Scheidegger

St. Galler Tagblatt schluckt Appenzeller Medienhaus

Die beiden Blätter kooperieren bereits seit 1998, das Tagblatt hielt bisher 40 %. Es wird keine Entlassungen geben. Der 75-jährige Peter Schläpfer, letzter Erbe des Familienunternehmens, geht in Pension.

Der Verlag des St. Galler Tagblatts
übernimmt auf den 1. Januar 2006 sämtliche Aktien der Appenzeller
Medienhaus Schläpfer AG. Seit 1998 hält das St. Galler Tagblatt bereits
40 % am Herisauer Druck- und Verlagsunternehmen und erscheint im
Verbund mit der Appenzeller Zeitung. Den überregionalen Zeitungsmantel
verantwortet die Zentralredaktion in St. Gallen, die Kantons- und
Lokalseiten werden vor Ort in Herisau produziert.
An diesem Konzept wird auch nach der Übernahme nicht gerüttelt. Die
drei Geschäftsfelder des Appenzeller Medienhauses – Appenzeller
Zeitung, Appenzeller Verlag und Appenzeller Druckerei – sollen durch
den Besitzerwechsel keine Veränderungen erfahren, wie dem St. Galler
Tagblatt zu entnehmen ist. Geschäftsleiter des Medienhauses bleibt wie
anhin Marcel Steiner. Auch die 70 Arbeitsplätze in Herisau bleiben
erhalten. «Hier werden ja nicht zwei Unternehmen verschmolzen, sondern
in erster Linie Aktien übertragen», kommentiert Hans-Peter Klauser,
Geschäftsleitungsvorsitzender der St. Galler Tagblatt AG, den Kauf in
seinem Blatt. «Es kann überhaupt keine Rede davon sein, die
Appenzeller Zeitung nach dem Zusammenschluss ins Hauptblatt
einzuverleiben.» Klauser wird im kommenden Frühjahr Peter Schläpfer,
den bisherigen Verwaltungsratspräsidenten des Appenzeller Medienhauses,
in seiner Funktion ablösen.
Schläpfer trat 1976 in fünfter Generation die Geschäftsleitung des
Familienunternehmens an und ist seit 1984 Mehrheitsaktionär. Nun geht
der 75-Jährige in den Ruhestand. «Für den Verkauf an das St. Galler
Tagblatt war die bestehende Zusammenarbeit ausschlaggebend», betonte
Schläpfer gegenüber der Werbewoche. Die Frage nach weiteren
Interessenten an seinem Medienhaus habe sich gar nicht gestellt: «Damit
haben wir uns letztmals Anfang der 90er Jahre beschäftigt. Die
Übernahme durch den bisherigen Kooperationspartner war der einzige
logische Schritt.» Er habe stets sehr viel Wert darauf gelegt, dass das
Appenzeller Medienhaus bestehen bleibe, was er nun gewährleistet sehe.
«Für die Mitarbeiter wird sich im täglichen Leben kaum etwas ändern»,
erklärte Schläpfer. Etwas wehmütig fühle er sich nun, da der
traditionsreiche Familienbetrieb verkauft werde, aber schon. 
Carole Scheidegger

Tamedia droht mit Klage gegen Pendlerzeitungsparodie

Die Redaktion der Westschweizer Satirezeitschrift La Distinction hat Post vom Rechtsdienst des Zürcher Medienhauses erhalten.

Die Redaktion der Westschweizer
Satirezeitschrift La Distinction hat Post vom Rechtsdienst der Tamedia
erhalten. La Distinction hatte zum Launch von Le Matin Bleu Ende
Oktober eine Parodie auf Pendlerzeitungen veröffentlicht. Die
Gestaltung des Hefts namens Zéro Absolu, das der Genfer Tageszeitung Le
Courrier beigelegt wurde, orientierte sich wesentlich an 20
Minuten.  Tamedia sieht laut Le Courrier daher eine
Verwechslungsgefahr und eine Verletzung des Urheberrechts. Komplett als
Spielverderber will das Zürcher Verlagshaus aber nicht dastehen: Da 20
Minuten noch nicht in der Westschweiz erscheine und sich der Inhalt von
Zéro Absolu nicht gegen Tamedia richte, verzichte man auf eine Klage,
schreibt der Rechtsdienst. Einen Wiederholungsfall werde man aber
keinesfalls tolerieren. La Distinction kontert die Drohung respektlos:
«Wir fragen uns, ob dieser Brief nicht gefälscht ist. Wie könnte die
Zeitung mit der grössten Auflage des Landes das Recht auf Parodie nicht
kennen?», wird die Redaktion in Le Courrier zitiert. Sie vermute
deshalb ein Manöver von Edipresse dahinter, um den Konkurrenten
lächerlich zu machen. Dass eine Klage tatsächlich wenig Aussicht auf
Erfolg hätte, meint auch Medienrechtsanwältin Regula Bähler. Das
Urheberrecht sehe ausdrücklich Ausnahmen für Parodien vor, solange sie
als solche erkennbar seien, erklärte sie gegenüber Le Courrier.
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