Award Die Werbewoche-Abonnenten verleihen
auch dieses Jahr den begehrten Egon. Einmal mehr stehen nur männliche
Anwärter zur Wahl. Nach Auftraggeber Beat Mühlemann (MGB) sind heuer
wieder ausschliesslich Werber nominiert.
Frank Bodin
Eigentlich ist von ihm alles bekannt. Als Frank Bodin 1996 als CD an
den Genfersee zu McCann Erickson zog, wurde er belächelt – drei Jahre
später war die bis dato graue Agentur eine der kreativsten und
erfolgreichsten. Als er diese 2001 verliess, um als junger CEO die in
Schräglage geratene Euro RSCG Gruppe mit Agenturen in Zürich, Genf und
Basel auf einen neuen Kurs zu bringen, wurde dem Topkreativen
wirtschaftliches Scheitern prophezeit – inzwischen ist die Agentur mit
über 70 Mitarbeitenden wieder flott unterwegs und weist auch im Jahr
2005 ein enormes Wachstum aus dank Neugeschäftserfolgen wie SBB Cargo,
Stop Aids, Global Asset Management, 20 Minuten, HSG, Riposa, M-Budget
Mobile, Kronenbourg und Michel Fruchtsäfte.
Als der mit über 400 Awards
Dekorierte den ADC kritisierte, wurde er mit anonymen Mails überhäuft –
inzwischen wird mit qualitativen Kriterien juriert. Und wenn er
häufiger von den Medien angefragt wird als andere, wird ihm nicht wenig
Neid und Missgunst zuteil – dabei setzt er sich als Vorstandsmitglied
des IAA sowie der BSW Leading Swiss Agencies für intelligente Werbung
ein, welche die Menschen nicht für dumm verkauft, und er macht Werbung
für das Ansehen der Werbebranche.
Sicherlich ist er deshalb zum siebten
Mal nominiert worden. Und womöglich war ihm aus demselben Grund der
Titel bis jetzt nicht vergönnt.
Es liegt an seiner Bescheidenheit, dass es
nicht alle wissen: Alfi Burkard (68) ist der erfahrenste Kreative der
Schweiz. Dabei ist seine Arbeit von ausserordentlicher Qualität.
Alfi Burkard arbeitete in Topagenturen wie DDB (New York), FCB und BBF
(Stockholm), um schliesslich fester Bestandteil der Geschichte der GGK
Basel zu werden. Er sammelte seine Erfahrungen bei Werbegrössen wie
Bill Bernbach, Helmut Krone, Sam Katz und vertiefte sie in der Schweiz
bei Paul Gredinger, Robert Stalder, Martin Suter, Reinhold Weber und
anderen mehr. Burkard ist Mitglied des ADC Schweden und des ADC
Schweiz, sammelte und sammelt Auszeichnungen, bisher über 250, darunter
Gold, Silber und Bronze in Cannes. Trotz seines Alters ist Burkard
immer noch ein Aktivposten, vom Burn-out weit entfernt und als freier
Art
Director voller Ideen, die sich niemals selbst zitieren.
Im Semester 2004/05 hat Alfi Burkard den Schülern der Kreativschule
erstmals seine Erfahrung vermittelt. Mit Erfolg. Die Schüler waren von
seiner Person ebenso begeistert wie von seinen Lektionen und dem eigens
dafür komponierten Handbuch «Kochen mit Alfi». Mit seinen lebendigen,
klugen und praxisgerechten Lehrstunden hat er neue Massstäbe gesetzt.
Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr, denn neben seiner
reichen Werberkarriere hat Alfi Burkard auch noch Pädagogik,
Psychologie, Soziologie, Philosophie und Statistik an der Universität
Stockholm studiert.
Ihn kennt man, den Creative Director und
Mitinhaber der – gemäss Ranking – kreativsten Werbeagentur der Schweiz
Ruf Lanz. Markus Ruf, Jahrgang 1963, ist einer der herausragenden
Werber der Schweiz. Für seine Verdienste als freier Konzepter wurde er
bereits im Jahr 2000 zum Werber des Jahres gewählt. 2001 gründete
Markus Ruf zusammen mit Danielle Lanz, der Werberin des Jahres 1999,
die Werbeagentur Ruf Lanz. Und bewies, dass er auch unternehmerisch
eine gute Nase hat. Die Agentur wurde innert kurzer Zeit zu einer der
gefragtesten Adressen des Landes und stellt Qualität konsequent vor
Quantität. Zu sehen an den pointierten Kampagnen für Suva, VBZ, NZZ
Folio, McKinsey, Bank Coop, Hotel Dolder Waldhaus und vielen anderen
mehr. Ein Liedchen singen von Rufs Qualitäten können auch die
Bewohnerinnen und Bewohner des Blindenheims Mühlehalde in Zürich: Ihre
Coverversion von Stevie Wonders Welthit «I just called» erhöhte das
Spendenvolumen markant und wurde zum Liebling von Publikum und
Werbejurys. Bis heute hat Markus Ruf über 500 nationale und
internationale Auszeichnungen gewonnen, darunter im Jahr 2005 gleich
drei Löwen in Cannes.
Im April 2004 gründete Uwe Schlupp
zusammen mit Daniel Krieg die Zwei-Mann-Agentur Krieg Schlupp Springer
& Jacoby. Mit Budgetgewinnen und kreativen Highlights für
Auftraggeber wie Maurice Lacroix, MZSG Malik Management Zentrum
St. Gallen, die Tierwelt, Siemens Mobile, die Snowboardfahrschule Laax,
die Bilanz und Viva errang die Agentur schnell erste Achtungserfolge
und wuchs beständig.
Der Gewinn des Coop-Pitches im vergangenen Sommer verhalf der
inzwischen von Uwe Schlupp, Daniel Krieg und Christoph Bürge geführten
Agentur zum definitiven Durchbruch. Im Januar 2006 wird KSSJ bereits 34
Mitarbeitende beschäftigen.
Vor seiner Zeit bei KSSJ arbeitete Uwe Schlupp während seiner
inzwischen zehnjährigen Schweizer Zeit als Art Director und Creative
Director bei den Zürcher Agenturen Publicis und Weber Hodel Schmid. In
gleicher Funktion war Uwe Schlupp zuvor in namhaften Agenturen in
seiner Heimatstadt Düsseldorf tätig.
Uwe Schlupp ist seit 1998 Mitglied des ADC Schweiz und hat schon viele
nationale und internationale Awards gewonnen.Alexander Jaggy (35) startete seine
Karriere 1990 als Texter bei BBDO in Zürich. Weitere Stationen waren
GGK Zürich, Springer & Jacoby in Hamburg, Jung von Matt in Hamburg
sowie Springer & Jacoby International in London. Nach sieben Jahren
im Ausland kehrte er 2001 für den Start von Jung von Matt/Limmat nach
Zürich zurück.
2004 wurde er zum Executive Creative Director ernannt. Unter seiner
Führung entstanden unter anderen Kampagnen für Bluewin, Panasonic,
Julius Bär und SBB. Für Letztere konnte er dieses Jahr beim ADC Schweiz
den Goldwürfel sowie den begehrten Pressepreis entgegennehmen. Erstmals
in der Firmengeschichte schaffte seine Agentur 2004 im Kreativ-Ranking
den Sprung auf Rang 3. Auch im Neugeschäft war JvM/Limmat erfolgreich.
In den letzten zwölf Monaten kamen Kunden wie Avia, Interpharma/VIPS,
BMW und Mini, Bucherer und Rivella international dazu.
Mit seiner Werbung hat Jaggy weit über 200 nationale und internationale
Preise gewonnen. Seit 2004 ist er Mitglied im ADC Schweiz und im ADC
Deutschland, seit 2005 Member des englischen D&AD. Im September
wurde er in den Schulrat der ADC/BSW-Kreativschule gewählt. Ab 2006
wird er Teilhaber von JvM/Limmat. Jaggy ist verheiratet und hat zwei
Kinder.
Markus Gut ist Geschäftsführer Kreation
von Publicis, der grössten Schweizer Werbeagentur, und als Chief
Creative Officer auch Mitglied des Verwaltungsrates der Publicis Gruppe
Schweiz.
Nach dem Phil.-I-Studium und einer Ausbildung zum Grafiker führte ihn
seine Laufbahn über renommierte Werbeagenturen zu Publicis. Unter der
Leitung von Markus Gut ist es Publicis gelungen, sich einen permanenten
Spitzenplatz bei den Kreativ-Rankings der Schweizer Agenturen zu
sichern und bei der Zusammenführung der Publicis Gruppe Schweiz die
Verpflichtung zu Topleistungen hochzuhalten. In seinem Portefeuille
finden sich zahlreiche Kampagnen, die Werbegeschichte geschrieben
haben, etwa der blaue NZZ-Bleistift, Angie Becker für APG oder der
weltweite UBS-Auftritt.
Als einer der meistausgezeichneten Kreativen der Schweiz ist er
Vorstandsmitglied des ADC, Dozent an Fachschulen und immer wieder Juror
bei Kreativfestivals im In- und Ausland. Zudem ist er Member des
12-köpfigen Creative Board von Publicis Worldwide.
Dass kreative Stärke den wirtschaftlichen Erfolg einer Agentur
bestimmt, zeigt Gut immer wieder mit dem Gewinn von wichtigen
Werbebudgets, in letzter Zeit etwa Rivella oder Odlo, sowie neuen
Mandaten von UBS und Nestlé.
Markus Gut ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und schätzt auch
privat das Erstklassige. Sei es ein Tropfen aus dem familieneigenen
Weingut im Tessin oder ein Single Malt der schottischen Distillery Isle
of Arran, an der er beteiligt ist.