Deutscher TV-Sender für Arbeitslose auf Sendung

JobTV24 widmet sich ausschliesslich der Arbeitssuche und richtet sich an Berufsanfänger und Arbeitslose.

Der erste deutsche Fernsehsender rund um
Job und Karriere ist auf Sendung. JobTV24 widmet sich ausschliesslich
der Arbeitssuche und richtet sich an Berufsanfänger und Arbeitslose. Im
Mittelpunkt des Programms stehen aktuelle Stellenangebote für
Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ausserdem sollen Experten den
Zuschauern zur Verfügung stehen. JobTV24 ist zunächst täglich von 9.30
bis 17.30 Uhr über Astra digital empfangbar. Längerfristig soll auch
über Regionalsender im analogen Fernsehen ausgestrahlt werden. Auch
Österreich und die Schweiz liegen im Blickfeld des Spartenkanals.
Finanziert wird der Sender über Stellenanzeigen und Werbeschaltungen.
Unterstützung erhält er auch von Arbeitgeberverbänden und dem deutschen
Gewerkschaftsbund. Ausserdem bestehen Kooperationen mit der
Süddeutschen Zeitung, der Zeit und der Internet-Jobbörse JobScout24.

10. Januar ist neu BBDO-Tag

Agenturen BBDO wurde gleich von drei Fachblättern zur US- respektive weltweiten Agentur und zum Werbenetzwerk des Jahres gekürt.

Agenturen BBDO wurde gleich von drei
Fachblättern Advertising Age, Adweek und Campaign zur US- respektive
weltweiten Agentur und zum Werbenetzwerk des Jahres gekürt. Diese
Performance nahm der New Yorker Bürgermeister Michael R. Bloomberg zum
Anlass und erklärte den 10. Januar zum «BBDO Day». Laut Wirz Werbung
(BBDO-Ableger in der Schweiz) sei dies das erste Mal, dass diese Ehre
einer Werbeagentur zuteil gekommen ist.

Die Jagd auf die Verlage ist lanciert

Rubrikenmarkt Das Projekt Class ist tot – nun stehen manche Verleger ratlos vor dem anziehenden Rubrikengeschäft. Tool-Anbieter bieten mittlerweile den Verlegern allerlei Lösungen an. Auch PubliGroupe bietet mit.

Rubrikenmarkt Das Projekt Class ist tot –
nun stehen manche Verleger ratlos vor dem anziehenden Rubrikengeschäft.
Tool-Anbieter bieten mittlerweile den Verlegern allerlei Lösungen an.
AuchPubliGroupe bietet mit. Noch liegen für 2005 keine
Ganzjahreszahlen zum Inserateaufkommen vor. Doch die
Wemf-Inseratestatistik vom November 2005 lässt erahnen, dass die
gesamte verkaufte Tages- und Regionalpresse bei den kommerziellen
Inseraten erneut einen Rückgang um mindestens 5 Prozent hinnehmen muss.
Im Rubrikenmarkt dagegen gibt es Anzeichen für eine Besserung: Der
Rückgang hat nachgelassen und in einigen Bereichen, vor allem bei den
Stellen und teilweise auch bei den Immobilien, ist ein – teils sogar
deutliches – Wachstum festzustellen. So legte das Stellenvolumen der
verkauften Tages- und Regionalpresse, kumuliert von Januar bis November
2005, um 7,3 Prozent zu, im Immobilienbereich konnte das Volumen
immerhin knapp gehalten werden (–0,6%).

Gerangel um Branchenlösung
Kein Wunder, überlegen sich auch die Verleger seit einiger Zeit, wie
sie am besten am prosperierenden Onlinerubrikenmarkt partizipieren
können, gerade weil sie wissen, dass nur ein Teil des verlorenen
Rubrikenvolumens wieder zu Print zurückkehrt. Dabei ist klar, dass nur
eine crossmediale Strategie (Print und Online, allenfalls kombiniert
mit Mobile) Erfolg versprechend sein kann. Als im letzten Mai eine
Branchenlösung namens Class lanciert wurde, sprangen PubliPresse und
sechs Verlage (Espace Media Group, Basler Zeitung Medien, Gassmann AG,
Südostschweiz, NZZ, Mittelland Zeitung) darauf an. Class hätte am Ende
als eigenständige Firma die nötige Infrastruktur entwickeln sollen, um
den angeschlossenen Unternehmen (Werbeauftraggeber, Publicitas,
Verlage, Onlinemarktplätze) eine möglichst reibungslose Verarbeitung
der Rubrikeninserate sowohl in Print als auch in Online zu ermöglichen.

Doch mitten in die noch zögerliche Erholung des Rubrikenmarktes platzte
kurz vor Weihnachten die Nachricht, dass das Bemühen der sieben
Class-Partner gescheitert sei. Offiziell hiess es, die von den sieben
Unternehmen zugesagten finanziellen Beiträge hätten für die
Finanzierung nicht ausgereicht. Doch das ist offenbar nur die halbe
Wahrheit.

Albert P. Stäheli, VR-Delegierter der Espace Media Group und Ini-tiant
von Class, nennt einen weiteren Grund für das Scheitern: «Anders als
ursprünglich vereinbart, war PubliPresse nicht mehr bereit, die
Lizenzen und Applikationen in die Class Service AG einzubringen
und selber zum Bezüger von Class zu werden. Damit aber wäre die Class
Service AG in die unerwünschte Abhängigkeit der P geraten, was der
Grundidee einer neutralen Branchenplattform absolut nicht mehr
entsprochen hätte.»

Dass dies dem Herausgeber des Eigenregietitels Berner Zeitung nicht
passen konnte, ist klar. Doch er scheint sich nicht als einziger Verlag
quergestellt zu haben. «Schade ist, dass die Umstände einmal mehr eine
vernünftige Branchenlösung verunmöglicht haben», bedauert Stäheli. Die
Folge sei wohl, dass die Verlage nun Einzellösungen für die
verschiedenen Rubrikenbereiche suchen oder entwickeln würden oder im
Fall der Pachtverlage an die P-Lösung gebunden würden. Auch Espace
Media blieb nicht untätig: Für den Immobilienbereich hat das
Unternehmen eine eigene Lösung entwickelt, und im Stellenbereich wird
es mit dem Applikationshersteller Prospective, der Schwesterfirma von
Jobs.ch, kooperieren.

Branche ist sensibilisiert
Obwohl die Branchenlösung nicht zu Stande kommt, hält sich Stäheli
dennoch zu Gute: «Ich glaube, dass die Idee von Class mindestens einen
rechten Sensibilisierungsschub in der Printbranche ausgelöst hat», sagt
er. Das wird auch andernorts bestätigt. «Das Positive an Class war,
dass die Verlage für das Thema sensibilisiert wurden. Dadurch haben
diese auch Alternativen evaluiert», meint etwa Peter B. Müller, CEO von
Unio, Lösungsanbieter für crossmediales Inserate- und Druckmanagement.
«Class hat zwar die strategische Diskussion der Verleger längere Zeit
gelähmt, jetzt aber haben alle ihre Augen und Ohren für Lösungen
offen», sagt auch Roger Wernli, CEO der Previon AG, die ebenfalls eine
Softwarelösung anbietet. Ähnliches ist auch von weiteren
Applikationsherstellern wie Prospective oder X-Media
(Softwarezulieferer der Scout24-Gruppe) zu hören.

Darum überrascht es auch nicht, dass sie alle in den letzten Wochen und
Monaten tüchtig aufgerüstet haben und nun in das Vakuum, das Class bei
vielen Verlegern hinterlassen hat, vorzustossen versuchen. So lancierte
der mit X-Media verbundene Onlinemarktplatz Scout24 auf Neujahr
motoscout24.ch, einen neuen Marktplatz für Motorräder, und geht mit
erhöhtem Marketingbudget in die Offensive. Previon wiederum ging mit
der deutschen Evolver Media eine strategische Partnerschaft ein, um
sich den Rücken zu stärken und sowohl den schweizerischen als auch den
deutschen Markt besser bearbeiten zu können.

Unio, bisher reiner Toolanbieter, sieht sich neuerdings nach Partnern
unter den Onlinemarktplätzen um – aus der Erkenntnis heraus, dass die
beste Applikation für die Verlage nur dann attraktiv genug ist, wenn
der neu erstellte Onlinemarktplatz von Beginn weg auch einen Grundstock
an Inseraten enthält. Aber auch die PubliPresse-Unit Publiconnect war
aktiv: Zunächst warb sie von der Konkurrenz TopJobScout24.ch
ausgerechnet deren CEO Markus Bieri ab – als Nachfolger von
Class-Projektleiter und Publiconnect-Geschäftsführer Andreas Göldi.
Zudem trieb sie seit Mai 2005 die Weiterentwicklung einer neuen
Applikation voran, so weit, dass sie sich – wie am 9. Januar
verlautbart – trotz des Scheiterns von Class nun mit dem Tool
Publisherconnect doch unter die Softwareanbieter mischen und sich den
Verlagen als potenzielle Partnerin präsentieren kann. Einen anderen Weg
schlägt die nur im Stellenbereich aktive Prospective AG ein: Als
Mediaagentur für Stelleninserate wirbt die Firma andern Konkurrenten
grosse Stellenkunden ab und bindet diese mit dem eigenen, webbasierten
Tool an sich. Der jüngste Erfolg von CEO Matthias Zimmermann: Die
Eidgenössische Bundesverwaltung wechselte per 1. Januar 2006 von der
PubliGroupe zu Prospective. Dem Vernehmen nach wird ihr auch die SBB
folgen.

Entscheidung wohl Mitte Jahr
Alle Softwareanbieter geben denn auch an, mit den Verlagen in
intensiven Gesprächen zu stehen. Einige trumpfen schon mit Partnern
auf: Unio, das bereits von Tamedia und AZ Medien auserwählt wurde, ist
gemäss Peter B. Müller auch bei andern Wunschkandidat Nummer eins,
X-Media weist für ihre Applikation MediaManager über 100
Whitelabelpartner aus, laut CEO Daniel Grossen sollen weitere folgen.
Publiconnect verfügt gemäss Markus Bieri bereits über zwei
unterschriebene Verträge und kann das neue Tool Publisherconnect noch
im ersten Quartal 2006 beim St. Galler Tagblatt und bei der Société
Neuchâteloise de la Presse (limpartial.ch, lexpress.ch, archebdo.ch,
lacote.ch) implementieren. Und Prospective kooperiert – wie erwähnt –
mit der Espace Media Groupe.

Das Rennen ist jedenfalls spätestens seit dem Tod von Class so richtig
eröffnet und wohl schon Mitte Jahr wird sich zeigen, wer von den
Softwareanbietern in welchem Rubrikenbereich die Nase vorne haben und
am meisten Kunden und Partner wird vorweisen können. Besonders viel
steht dabei für PubliPresse auf dem Spiel. Nicht nur, weil sie
zunehmend Rubrikeninserenten an andere Anbieter verliert, sondern auch,
weil einige Pacht- oder Regieverlage die neue Situation nützen könnten,
sich zumindest im Rubrikenmarkt von der P zu lösen oder zu emanzipieren.

Roger Wernli von Previon jedenfalls drückt es so aus: «Wir rechnen uns
durchaus grosse Chancen aus, denn die Verleger werden sich hüten, sich
noch einmal in die Abhängigkeit eines Vermittlers zu begeben.»

Markus Knöpfli

Bildlegende:

gross: Markus Bieri, CEO Publiconnect
klein, o.l.: Peter B. Müller, CEO Unio
klein, o.r.: Matthias Zimmermann, CEO Prospective
klein, u.l.: Roger Wernli, CEO Previon
klein, u.r.: Daniel Grossen, CEO X-Media

20 Prozent bei One-Pool-Waisen

Radio Die verwaisten One-Pool-Mitglieder operieren je für sich allein und probieren ein Rabatt-Modell à la Goldbach aus.

Radio Weil drei Radios per Ende 2005 den
One-Pool verliessen, operieren nun die verwaisten One-Pool-Mitglieder
Energy Zürich, Top, Sunshine, Central und Ri je für sich allein.
Gleichzeitig probieren sie das Goldbach-Modell aus: Jeder dieser Sender
gewährt auf seinen Tarif 20 Prozent Rabatt, wenn er zu mindestens vier
beliebigen Sendern hinzugebucht wird. Dies gilt auch, wenn sie mit
einem Pool, dem vier oder mehr Radios angehören, kombiniert werden.

Spillmann Felser Leo Burnett gewinnt Ringier-Etat

Die Zürcher Werbeagentur Spillmann Felser Leo Burnett wirbt für Ringier Print Zofingen.

Die Zürcher Werbeagentur Spillmann Felser
Leo Burnett wirbt für Ringier Print Zofingen. Der Mediendienstleister
habe sich aufgrund einer Agenturevaluation für SFLB entschieden, wie es
in einer Mitteilung heisst. Laut Angaben der Agentur werden erste
Arbeiten im 1. Quartal 2006 zu sehen sein.

Echte Karrieretypen

NPO Das Strassenmagazin Surprise bietet Obdachlosen Hilfe zur Selbsthilfe. Und Publicis keine Almosen, sondern eine Kampagne mit beeindruckenden Sujets.

NPO Das Strassenmagazin Surprise bietet
Obdachlosen Hilfe zur Selbsthilfe. Und Publicis keine Almosen, sondern
eine Kampagne mit beeindruckenden Sujets.Viele Wege führen in die Obdachlosigkeit –
nur wenige wieder zurück. Seit 1997 leisten die Strassenmagazin
Surprise GmbH und der Förderverein mit der Herausgabe der Zeitschrift
einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit, indem sie auf Themen der
Menschen in prekären Lebensumständen aufmerksam machen. Vor allem aber
versuchen sie, mit Surprise den Teufelskreis aus Sucht, Arbeits- und
Wohnungslosigkeit zu durchbrechen. Die rund 200000 verkauften Exemplare
pro Jahr sind einerseits natürlich ein finanzielles Zubrot.
Andererseits bedeuten sie eine wichtige psychologische Hilfe, mit der
es in den letzten Jahren gelungen ist, unzählige Menschen nachhaltig
wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren oder in eine
strukturierte Tageskultur zurückzuführen.

Klarer Aufwärtstrend
Auf Grund der stetigen Professionalisierung und der daraus erzielten
Umsatz- und Erlössteigerung bleiben die Perspektiven weiterhin intakt.
2004 betreute die gemeinnützige Organisation in ihren vier
Vertriebsstandorten Basel, Zürich, Bern und St. Gallen nahezu 800
Verkäuferinnen und Verkäufer – ein Achtel mehr als zwei Jahre zuvor.

Obwohl die Surprise-Verkäufer längst zum Strassenbild gehören, wissen
viele nicht, dass diese selbstständige Unternehmer sind, sprich: ihre
eigenen Chefs sind, die sich mit dem Magazinverkauf zur IV oder
Sozialhilfe etwas hinzuverdienen und mit Weiterbildung ihre
Reintegration in die Gesellschaft suchen. So gesehen, ermögliche der
Verein Strassenmagazin auch denen eine Karriere, die sonst durch ihre
gegenwärtige Lebenssituation auf der Strasse stehen würden, erklärt
Publicis-CD Markus Gut.

Nach den ersten beiden mehrfach prämierten Kampagnen aus seiner Agentur
spitzte das Kreativteam diesen Aspekt der Auffangarbeit zu. Ein
schwieriges Vorhaben, weil trotz der hohen Authentizität von Porträts
ehemals Obdachloser in selbstbewusster Chefpose und dem entsprechenden
Outfit die Gefahr einer öffentlichen Blossstellung bestand. Diese
Klippe hat der bekannte Fotograf Alberto Venzago mit seinem
Fingerspitzengefühl gekonnt umschifft. Seine Aufnahmen sorgen in ihrer
überraschenden Vermischung von Eleganz und Armut und ihrer brutal
anmutenden Direktheit für Verstörung. Wegschauen ist nicht möglich. An
der Sensibilisierungskampagne beteiligen sich nebst der Agentur auch
die Plakatgesellschaft APG und verschiedene Verlage.

Luca Aloisi

Stellenanbieter mit Profil

Personalrekrutierung Immer mehr Imagekampagnen verweisen auf Career-Sites. Die neusten Beispiele: KPMG und Denner.

Personalrekrutierung Immer mehr Imagekampagnen verweisen auf Career-Sites. Die neusten Beispiele: KPMG und Denner. Der Arbeits- und Lehrstellenmarkt wird
laut Experten auch 2006 stagnieren. Firmen, die in diesem Umfeld
Stelleninserate schalten, können sich einer grösseren Beachtung sicher
sein als sonst. Entsprechend wirkt ihr Kontrastprogramm nicht nur bei
der direkten Zielgruppe, sondern dient auch dem positiven Firmenimage.
Das erklärt teilweise, weshalb trotz des flachen Arbeitsangebots der
Jobbörsen-Gesamtindex seit Sommer 2003 stetig angestiegen ist.
Werbewirkungskriterien wie Aufmerksamkeits-, Erinnerungs- und
Wiedererkennungsleistung haben heute in Stelleninseraten eine grössere
Bedeutung. Und wie lassen sich diese preiswerter und nachhaltiger
erzielen, wenn nicht mit einer Personalrekrutierungskampagne, die zwar
keine explizite Stelle enthält, dafür aber viel Imagefaktoren und die
URL der unternehmenseigenen Career-Site?

Sinnvolle Markenkampagnen
Nicht nur die Top-of-mind-Positionierung bei potenziellen Angestellten
spricht dafür. Auch angesichts des gestiegenen Kosten- und
Controlling-Drucks in den Personalabteilungen machen solche
Markenkampagnen mit zugriffs-steigernder Internetadresse Sinn. Denn es
lassen sich anhand von ausführlichen Onlineinseraten und
Kompatibilitätstests (wie bei PWC) die Bewerbungsströme viel präziser
kanalisieren. Stilbildend war Jung von Matts auffällige
Rekrutierungsanzeige mit den bildhübschen und halbnackten
Mitarbeiterinnen Anfang des Jahrzehnts, nach dem Motto: Zeig, wie sexy
dich der Job bei uns macht!

Dass solche Perspektiven auch mit weit weniger Haut geschafft werden
können, zeigen die Agenturen KSSJ im Fall der Kampagne für die
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungs-Gesellschaft (Audit, Tax, Advisory)
KPMG respektive ViznerBorel für Denner. Letztere setzt frech eine
Auszubildende auf den Stuhl von CEO Philippe Gaydoul und weist auf
wenig bekannte Karrierechancen in seinem Unternehmen hin. Ebenso
überraschend ist der Markenauftritt für KPMG, bei dem der «Human
Factor» unverkrampft als entscheidender Konkurrenzvorteil
herausgeschält und mit der Aussage «Wir suchen die Besten»
augenzwinkernd wiedergegeben wird.

Luca Aloisi

Swisscom erhöht ADSL Bandbreiten im Wholesale

Am Mitte März will die Swisscom als Anbieterin der ADSL-Infrastruktur die Bandbreiten je nach Angebot um mehr als das Dreifache erhöhen.

Am Mitte März will die Swisscom als
Anbieterin der ADSL-Infrastruktur die Bandbreiten je nach Angebot um
mehr als das Dreifache erhöhen. Swisscom Fixnet Wholesale vertreibt
ADSL in der Schweiz über ein Netz von rund 30 Internet-Providern.
Bereits haben die ersten Anbieter mit entsprechenden Ankündigungen auf
die Mitteilung der Swisscom reagiert. Wie sich die Breitbandentwicklung
auf die Preise für Private und Firmen auswirken wird, ist allerdings
noch nicht vorauszusagen. Sunrise begrüsst die Erhöhung der
Bandbreiten, da diese im benachbarten Ausland schon seit längerem viel
höher sind als in der Schweiz. Swisscom rechnet nun mit einer weiteren Steigerung der
Nachfrage
nach der Breitbandtechnologie. Im August 2005 sei die Millionenmarke
der ADSL-Anschlüsse überschritten worden. 98 Prozent der Festnetzanschlüsse seien ADSL-fähig, so die Mitteilung.

Ratlos am Lac Léman

Edipresse-Regionalblätter Unzufriedene Leser führen bei 24 Heures zu ersten Veränderungen. Auch bei der Tribune de Genève brütet man über Sparplänen und der Regionalzeitung der Zukunft.

Edipresse-Regionalblätter Unzufriedene
Leser führen bei 24 Heures zu ersten Veränderungen. Auch bei der
Tribune de Genève brütet man über Sparplänen und der Regionalzeitung
der Zukunft.«Es ist das erste Mal, dass uns die Leser
so klar sagen, dass ihnen der neue Inhalt weniger gefällt als der
alte», sagte Edipresse-Chef Tibère Adler in einem Interview mit Le
Temps anfangs Dezember. Er sprach von der Lausanner Tageszeitung 24
Heures, die seit letztem Frühjahr in vier verschiedenen Splitausgaben
erscheint. Das Blatt reagierte schnell: Ab 20. Januar wird
24 Heures ein anderes Gesicht haben: Typografische Veränderungen
und eine andere Strukturierung des zweiten, regionalen Bundes sollen
mehr Klarheit bringen.

Aus Sicht der Werbekunden sind die vier Ausgaben von 24 Heures
zwar ein Erfolg, wie Publicitas-Direktionsmitglied Georges von
Czernatony versichert. Aus Sicht der Leser ist die Bilanz jedoch
weniger eindeutig. Die Fusion von 24 Heures mit den beiden
früheren Lokalzeitungen in Yverdon und Montreux, Les Presses, hat die
Zielgruppen verunsichert. Treue Leser des früheren Regionalblattes 24
Heures haben den Eindruck, mit ihrer Splitausgabe nicht mehr über alle
Entwicklungen im Kanton informiert zu sein. Anhänger der beiden
Lokalzeitungen haben mit der neuen Vollzeitung «ein Geschenk erhalten,
das sie gar nicht unbedingt wollen», wie es Isidore Raposo, bis vor
kurzem noch Chefredaktor der Splitausgabe für den nördlichen
Kantonsteil, formuliert: «Sie bekommen jeden Tag dreimal mehr Papier
als früher, was nicht nach jedermanns Geschmack ist.» Raposo hat die
Konsequenzen gezogen und warf auf Ende 2005, «nach einem Jahr der
Meinungsverschiedenheiten», wie er sagt, das Handtuch: «Ich bin
enttäuscht über die mangelhafte Umsetzung des ursprünglichen Projekts.»
Aus seiner Sicht kam die Lokalinformation zu kurz. Die verschiedenen
Ausgaben hätten sich zu möglichst eigenständigen Lokalzeitungen
entwickeln sollen. Doch  die geplanten Anpassungen seien nicht in
diese Richtung gegangen.

«Lokalinformation ist ein Bestandteil der Zeitung, aber nicht die ganze
Zeitung», kontert David Moginier, der stellvertretende Chefredaktor von
24 Heures, Raposos Kritik. Die Regionalisierung werde nicht in Frage
gestellt und 24 Heures werde weiterhin in den vier Splitausgaben
erscheinen. Die für den 20. Januar angekündigten Anpassungen zielten
auf einen besser strukturierten Aufbau des zweiten Bundes. Hier soll,
so Moginier, klarer zwischen der eigentlichen Lokalinformation, der
allgemeinen Information über den Kanton sowie dem «best of» aus den
drei anderen Splitregionen unterschieden werden. «Die typografischen
Veränderungen bringen ebenfalls mehr Übersichtlichkeit und verstärken
den Eindruck von grösserer Ordnung», glaubt Moginier. Angesagt sei
«eine kleine Politur, keine Revolution».

Konkurrenz durch Gratistitel
Die Revolution allerdings ist nur aufgeschoben. Denn sowohl bei
24 Heures als auch beim Genfer Schwesterblatt Tribune de Genève
denkt man in der Chefredaktion bereits über weitere Entwicklungen nach.
Es gilt, eine Antwort auf die nachlassende Leserbindung zu finden und
der Konkurrenz durch den Gratistitel Le Matin Bleu – in wenigen Wochen
auch durch 20 minutes – zu widerstehen.

Zwar sind die ersten Auswirkungen von Le Matin Bleu auf die beiden
Tageszeitungen geringer als befürchtet, doch Wachsamkeit ist trotzdem
angesagt. Anders als 24 Heures braucht die Tribune de Genève
jedoch keine unmittelbaren Anpassungen. Sie muss allerdings alles daran
setzen, die sinkenden Leserzahlen in den Griff zu bekommen. «Der
Rückgang wurde gebremst, aber nicht gestoppt», sorgt sich Chefredaktor
Dominique von Burg.

Seit Herbst 2004 nimmt sich die Tribune de Genève gleich einer
Wochenzeitung die Freiheit, Themen auszuwählen und zu vertiefen: «Alle
Medien bringen das Gleiche. Sie erschlagen den Leser mit einer
Überfülle von Informationen, die niemand mehr einordnen kann. Wir geben
die Schlüssel zum Verständnis», erklärte von Burg damals das neue
Konzept. Die Abonnenten machten zwar mit, doch die neue Formel schaffte
es kaum, genügend Neuleser und vor allem auch junge Leser anzusprechen.

Heute sagt von Burg: «Wir überlegen uns, wie eine Zeitung in zehn
Jahren aussehen könnte, und leiten daraus unsere nächsten Schritte ab.»
Das Stichwort dazu lautet Multimedia. Konkret denkt man bei der Tribune
de Genève – und parallel dazu auch bei 24 Heures – darüber nach, einen
Teil der Information via Internet und andern Kanälen wie SMS oder
Grossbildschirm zu verbreiten. In der Zeitung würden dann nur noch jene
Informationen erscheinen, für die Papier der beste Träger ist:
Analysen, Kommentare, vertiefte Informationen, aber auch Fotos und
Grafiken. Das soll möglichst ohne personelle Einsparungen geschehen.
«Was ist besser, bei den Herstellungskosten, also beim Papier und beim
Druck zu sparen, oder aber bei der menschlichen Intelligenz?» Für von
Burg ist das eine Suggestivfrage.

Das Nachdenken über die Multimedia-Zukunft bei beiden Tageszeitungen
hat eben erst begonnen. «Wir sind im Stadium des allgemeinen
Brainstorming, bei dem auch andere Möglichkeiten geprüft werden», sagt
von Burg. Dennoch geht man bei beiden Zeitungen davon aus, bereits im
nächsten Herbst mit neuen «nouvelles formules» zu erscheinen. Es wird
sich weisen, ob hier die Quadratur des Kreises gewagt wird, denn die
Vorgabe der Edipresse-Direktion lautet: «Mehr mit weniger.»

Helen Brügger

BB’s Rezepte zum Erfolg

Medien Im April wird die Antwort auf die Frage «Was soll ich heute kochen?» 50.

Medien Im April wird die Antwort auf die
Frage «Was soll ich heute kochen?» 50. Die Rede ist von der Schweizer
Institution Betty Bossi. Das Werbegefäss – eine beidseitig bedruckte
Zeitungsseite – von Ölherstellerin Sais/Astra (Unilever Schweiz) wurde
von 1956 bis zur Einführung des Abosystems 1966 bei den Detailhändlern
gratis aufgelegt. 1977 ging BB unabhängige Wege und führte mehrere
Neuerungen, vom Kleingerätevertrieb bis zur Kochschule, ein. 1995 wurde
der Verlag an die Ringier AG verkauft und von dieser mit multimedialen
Spin-offs und einer Convenience-Linie angereichert. Zum Jubeljahr
erscheint nun eine Sammlung mit Evergreen-Rezepten.

Das HI-Virus legt Hand an

Prävention SFLB hat für die Zürcher Aids-Hilfe das Thema HI-Virus für einmal anders aufgerollt.

Prävention SFLB hat für die Zürcher
Aids-Hilfe das Thema HI-Virus für einmal anders aufgerollt. Vor dem
Hintergrund wieder ansteigenden Ansteckungsraten erschien es den
Kreativen bei Spillmann Felser Leo Burnett nötig, das fatale Risiko
ungeschützten Geschlechtsverkehrs stärker in den Köpfen der Menschen zu
verankern. Dies tun sie mit einem 37-Sekunden-Spot, der eine
gefährliche Geschichte mit einer simplen Addition aller Hände der
verflossenen Liebhaberinnen und Liebhaber erzählt. «Die Vergangenheit
schläft immer mit», klärt der Abbinder auf.

Design mit Kopfschuss

Forum Uta Brandes, Professorin für Design in Köln und Co-Organisatorin des Summit, über Design in der gesellschaftlichen Verantwortung.

Forum Uta Brandes, Professorin für Design
in Köln und Co-Organisatorin des Summit, über Design in der
gesellschaftlichen Verantwortung.WW: Was waren die wichtigsten Themen dieses Jahr in St. Moritz?

Uta Brandes: Eine erste Diskussion
führte zu Ideen wie Design und Geschwindigkeit. Alles wird immer
schneller. Das führte uns dann zu Design und Sicherheit. Wir haben aus
der kritischen Perspektive gefragt, wie Design im Wahn der Hysterie der
westlichen Gesellschaften zu einer Spirale der Gewalt führen kann, wenn
man alles immer sicherer machen will. Das gibt nämlich Gegenreaktionen.
In Südafrika zum Beispiel führt der Wahn nach Sicherheit und Design
dazu, dass beim Stehlen der Autos die Fahrer sofort in den Kopf
geschossen werden, weil man die Autos so designt hat, dass man sie
sonst nicht mehr stehlen kann. Oder in London führen Videokameras in
allen Läden dazu, dass zwar die Diebstähle dort nachgelassen haben.
Dafür weicht solche Gewalt in die Quartiere aus, wo jetzt die
unbewachten Häuser ausgeraubt werden.

Mit solchen Diskussionen definieren Sie Design sehr politisch?
Genau. Wir sehen, dass wir als Designer da auch gesellschaftliche
Verantwortungen haben. Design löst sicher diese Phänomene nicht aus,
aber wenn man Pech hat, partizipiert es. Es ginge also darum, den
Menschen klar zu machen, dass man in keiner Gesellschaft absolut sicher
sein kann.

Wo sehen Sie weitere wichtige Aufgaben in der Zukunft der Designer?
Mit dem rasanten Wandel der Gesellschaft, zum Beispiel mit dem
Aufkommen der Alterspyramide, muss das Design darauf reagieren. Im
Moment gibt es immer noch diesen Hype von Jugendlichkeit. Wenn man die
Werbung anschaut, will niemand werben mit ältlichen dicken Menschen,
die irgendwie nicht mehr richtig gehen können. Hier wartet eine grosse
Aufgabe auf uns. Nicht im Sinne, dass man sagt, wir machen jetzt für
Alte auch was, sondern überlegen: Kann man nicht Designs machen, die
für alle besser wäre.

War der Summit erfolgreich?
Ja. Es war eine einzigartige Chance, diese Gedankenfreiheit zu haben,
um einfach diskutieren zu können ohne Erwartungsdruck. Drei Tage lang
nur reden ohne Zwang zu einer Präsentation. Das hat viele Anregungen
für Neues gegeben.

Interview: Andreas Panzeri

Bild: Lars Müller (l.) und Garth Walker stossen mit Lisa Strausfeld an.

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