Affichage allein unterwegs
Aussenwerbung Affichage tätigte Firmenzukäufe in Rumänien und Griechenland ohne Osteuropa-Partner JCDecaux.
Firmenzukäufe in Rumänien und Griechenland ohne Osteuropa-Partner
JCDecaux. Auch bei der Plakatforschung ist der Alleingang nun definitiv.Wenn der Schweizer Aussenwerber Affichage
in den letzten Jahren in Osteuropa expandierte und Zukäufe tätigte,
machte er dies immer gemeinsam mit JCDecaux, seinem
Joint-Venture-Partner bei der gemeinsamen Firma Europlakat
International (EPI). Die neusten Akquisitionen in Rumänien und
Griechenland, die Affichage über die vergangenen Feiertage
kommunizierte, nahm der Aussenwerber nun aber erstmals ausserhalb von
EPI und vollständig auf eigene Faust vor.
«Das ist richtig, wir
handelten autonom», bestätigt Affichage-CEO Christian Kauter. Der Grund
ist einfach: «Griechenland und Rumänien gehören nicht zum klar
definierten Perimeter von EPI», sagt Kauter, der aber sofort hinzufügt:
«Das ist also kein Loslösen von unserem Partner JCDecaux.» Der
französische Aussenwerber sei in beiden Ländern auch gar nicht präsent.
Zudem erinnert der CEO daran, dass JCDecaux ohnehin zu 30 Prozent bei
Affichage beteiligt und so indirekt in den neu erschlossenen Ländern
ebenfalls mit von der Partie sei. Kauter betont ferner, dass Affichage
bei sich bietender Gelegenheit durchaus noch in weiteren Ländern Fuss
fassen könnte. In Rumänien übernahm Affichage die Churchill-Gruppe, die
derzeitige Nummer 3 in der Aussenwerbung, mit 1500 Plakatflächen in
grösseren Städten. In Griechenland stieg der Aussenwerber zu 60 Prozent
beim Megaboard-Anbieter La Strada Outdoor ein. Beide Unternehmen
zusammen erreichen ein Umsatzvolumen von rund 3 Millionen Euro.
Ist die forsche Expansion in Südosteuropa quasi ein Ersatz für den
nicht gelungenen Einstieg bei der Deutschen Eisenbahn-Reklame (DERG)?
«Punkto Volumen natürlich nicht, doch es ist tatsächlich so, dass wir
nun unseren Fokus stärker in andere Richtungen lenken», sagt Kauter.
Dennoch bleibt die DERG weiterhin im Blickwinkel von Affichage. Denn
der deutsche Aussenwerbeprimus Ströer, der den DERG-Zuschlag erhalten
hatte, hat sich möglicherweise übernommen. Jedenfalls nimmt ihn nun das
Bundeskartellamt unter die Lupe.
Auch in einem ganz anderen Bereich, nämlich bei der
satellitengestützten Schweizer Plakatforschung, muss Affichage nun
definitiv allein weiter marschieren. Clear Channel Outdoor Plakanda
(CCOP) stieg, wie Mitte Jahr angekündigt, Ende 2005 bei Swiss Poster
Research (SPR), der gemeinsamen Forschungsfirma, aus. Die früher
angekündigten Datenerhebungen für die Stadt Genf wurden noch gemeinsam
ausgeführt und abgeschlossen. Nun stehen noch die
Liquidationsverhandlungen an, zudem wird Affichage demnächst eine
Nachfolgefirma gründen. Gemäss Kauter steht fest, dass Felix Mende
Projektleiter bleibt. Als «Knacknuss» an der ganzen Sache bezeichnet
der CEO die Frage, ob und wie Affichage künftig die Leistungswerte der
CCOP-Plakatstellen publizieren wird, die auch in künftigen
Datenerhebungen selbstverständlich miterhoben werden. CCOP will eine
Veröffentlichung verhindern.
Markus Knöpfli
