Versicherungen Wirz und Wirz ziehen um – und machen Fotos für die Mobiliar.
Wirz Werbung hat mit Regisseur Ernst Wirz
(nicht verwandt) zwei neue Filme für die
Schweizer-Mobiliar- Versicherungen realisiert. Es sind dies bereits Spot
Nummer 10 und 11 mit den witzigen Schadenskizzen «Liebe Mobiliar …».
Das Agenturteam um AD Andrea Reinhart, Texter/Konzepter Thomas
Kurzmeyer und CD Matthias Freuler fühlte sich deshalb gefordert, trotz
des bekannten Grundkonzepts einmal mehr eine nicht voraussehbare
Handlung zu inszenieren.
Beim Spot «Umzug» machen es die Filmer spannend. Eine Familie schaut am
Strassenrand interessiert zu, wie ihr gesamter Hausrat in einen
Zügelwagen geladen wird. Dabei wartet das Publikum vergeblich auf einen
gröberen Lapsus der überaus hektischen Zügelmänner. Es passiert bis zur
Abfahrt des Transporters rein nichts, was für eine Versicherung von
Belang sein könnte. Die Pointe kommt erst, als der Zügelwagen
abgefahren ist – und plötzlich noch ein zweiter kommt, nämlich der
richtige …
«Eine Situation, die sich bei einem Kunden der Mobiliar tatsächlich
schon einmal ereignet hat», weiss Matthias Freuler. Es gehört nämlich
zum Konzept der Spotserie, dass alle verfilmten Schadenskizzen zwar
möglichst humorvoll, aber trotzdem realistisch sein müssen.
Erstens kommt es anders und …
Der zweite Spot «Fotograf» spielt ebenfalls mit einer bisher in der
Serie noch nie gezeigten Dramaturgie. Ein Fotograf soll für eine
Versteigerung eine wertvolle Porzellansammlung ablichten. Akribisch
sind die 400 Teile auf dem Boden ausgelegt. Natürlich erwartet jeder,
dass irgendeinmal eine Leiter oder einer der aufgestellten Scheinwerfer
umfällt und auf das Porzellan kracht. Die 08/15-Erwartung wird aber
getäuscht. Stattdessen gibt es beim Blitzlichtgerät einen Kurzschluss.
Volle 12 Sekunden lang bleibt das Bild schwarz. Und der Fotograf steht
mitten in den 400 Teilen … Der am dümmsten Ort überraschte
Unglücksrabe hat keine andere Wahl, als sich im Dunkeln einen Weg durch
das Porzellan zu einem nächsten Lichtschalter zu suchen.
«Dieser Effekt mit scherbelndem Porzellan bei 12 Sekunden Dunkelheit
wird vor allem im Kino eine dankbare Wirkung erzielen», hofft Freuler.
Der Gag passiert im Kopf. Das Stilmittel und die Story des Films sollen
auch ein jüngeres Publikum ansprechen können. Internetusern sind solche
Bilder vertraut, wo für Auktionen zum Beispiel auf Ebay ganze
Sammlungen in einer gleichen Auslege wie hier im Film für
Präsentationen abgebildet werden.
Der Regisseur Ernst Wirz von Wirz + Fraefel hat damals bereits dem
ersten Mobiliar-Spot den Stempel aufgedrückt. Angefangen hat es mit dem
verwechselten Garagentor. Matthias Freuler, der damals noch bei
Publicis zusammen mit Jean Etienne Aebi die Mobiliar betreute, hat
inzwischen nach dem Wechsel zu Wirz Werbung kleine Retouchen am
Basiskonzept angebracht. Das laute Schreibmaschinen- geklapper
wurde durch eine diskretere Computertastatur ersetzt und damit
verbunden auch die Soundebene der Handlung wesentlich aufgewertet.
JingleJungle ist es mit einem neuen Sounddesign gelungen, dass die alte
Filmidee trotz des schon vielfach variierten Grundmusters weiterhin
frisch und zeitgemäss wirkt.
Andreas Panzeri