Fussballrechte: Premiere behält Champions League und hofft auf Bundesliga

In einigen Wochen wird sich zeigen, ob der PayTV-Sender die Deutsche Fussball Bundesliga ausstrahlen wird oder nicht. Das sagte Vorstandsvorsitzender Georg Kofler in München.

In einigen Wochen wird sich zeigen, ob der PayTV-Sender die Deutsche Fussball Bundesliga ausstrahlen wird oder nicht. Das sagte Vorstandsvorsitzender Georg Kofler in München. Die Situation bezeichnet er als offen. Premiere hat sein operatives Ergebnis gesteigert und den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Mit dem Sportsender DSF hat sich Premiere für die nächsten drei Jahre auf eine strategische Kooperation geeinigt und konnte somit verhindern, dass die Rechte an der Champions League wieder an die Europäische Fussball Union Uefa zurückfallen. Premiere wird dabei unter der Markt Champions TV an jedem der 13 Spieltage ein Partie unverschlüsselt und live im DSF präsentieren. Von Premiere Seite her wird Champions TV als „Keimzelle für FreeTV Aktivitäten“ bezeichnet. Premiere hatte nach dem Erwerb der Champions League Rechte kurzfristig sogar erwogen, das DSF zu kaufen, um auch einen Sender im FreeTV-Bereich zu besitzen. Werbekunden wurden attraktive Angebote aus kombinierten Pay- und FreeTV-Paketen angekündigt. Generell rechnet Premiere mit steigenden Werbeerlösen. In den kommenden Wochen will Premiere die Ergebnisse zu den Verhandlungen mit den Inhabern der Bundesliga-Rechte vorlegen. Die Chancen stehen allerdings nicht gut. Das Medienunternehmen Arena, dem die Rechte anstelle von Premiere überraschend zugesprochen wurden, hatte kürzlich gemeldet, dass es die Rechte nicht weiterverkaufen, sondern selbst verwerten wolle. Ex-ProSieben-Chef Dejan Jocic, der einst beim DSF Sporterfahrung sammelte, soll laut einem Bericht von Spiegel Produktionschef bei Arena werden und das Moderations- und Redaktionsteam zusammenstellen.

Metro International: Betriebsgewinn in 10 von 17 Ländern

Die internationale Gratiszeitung Metro blickt auf ein positives Geschäftsjahr zurück.

Die internationale Gratiszeitung Metro
blickt auf ein positives Geschäftsjahr zurück. Gemäss Geschäftsbilanz
für das Jahr 2005 konnte die Gratiszeitungsfamilie ein Wachstum der
Anzeigenerlöse von 19 Prozent auf 359,7 Millionen US Dollar
verzeichnen. Ebenfalls 19 Prozent gestiegen sind die durchschnittlichen
Tagesauflagen des Blatts: 4,9 Millionen Exemplare wurden im vergangenen Jahr
täglich aufgelegt.
2005 war das Jahr der grossen Investitionen für Metro: 17 neue Ausgaben
wurden lanciert und das Blatt expandierte in 23 neue Städte mit einer
Einwohnerzahl von mehr als 200’000. In zehn von insgesamt 17 Ländern, in denen Metro
International tätig ist, wurden positive Betriebsresultate erreicht. Der Betriebsverlust für das
vergangene Jahr beträgt 2,5 Millionen US Dollar. Laut Eigenangaben ist
Metro die grösste und schnellst wachsende internationale Tageszeitung
der Welt.

Vom Salzsee in die Wüste

Mobiltelefonie Lowe Zürich präsentiert Orange erneut mit einer echten Orange-Kampagne.

Mobiltelefonie Lowe Zürich präsentiert Orange erneut mit einer echten Orange-Kampagne. Die Launch- kampagne von Orange ist mit
ihrer Abgehobenheit in bester Erinnerung. Mit den beiden Spots, die auf
einem Salzsee und in Grönland spielen, ist es Lowe Zürich 1999
gelungen, der internationalen Marke Orange mit Werbung aus der Schweiz
zu einem unverwechselbaren Image zu verhelfen.

Die neue Orange-Brand-Kampagne von Lowe Zürich knüpft nun an diese
äusserst erfolgreiche Launchkampagne mit den nach wie vor vertrauten
mystischen Landschaften an. Die Werbung darf das wagen, weil die innere
Stärke der Marke Orange inzwischen gefestigt scheint. Wobei sich die
Weiterentwicklung noch intensiver mit diesen Stärken auseinander setzt,
den Bedürfnissen der Orange-Kunden noch mehr Gewicht beimisst und auch
am konkreten Produkt und Service «beispielhaft aufzeigt, warum es mehr
Sinn und Spass machen kann, bei Orange zu sein», wie Lowe meint.

Günstiger, noch günstiger, am günstigsten: Der Preiskampf im
Mobiltelefoniemarkt trägt – je länger, je mehr – nicht gerade viel zur
Markenstärkung bei. Das ist gewiss nichts Neues. Aber Orange ist davon
überzeugt, dass sehr viele Kunden attraktive Preise wollen, ohne auf
die Qualität einer echten Marke zu verzichten. «Daher muss erstens für
den Kunden mehr geleistet werden, und zweitens kann es nicht schaden,
das den Menschen mit einer Werbung zu sagen, die ihresgleichen sucht»,
wissen die Strategen von Lowe.

Daraus folgte die Idee, anders für Orange zu werben, ungewöhnlich zu
sein, visuell zu beeindrucken und eben nicht das scheinbar Naheliegende
zu tun. Die Herausforderung heisst: Einen messbaren Erfolg haben – und
gleichzeitig die Herzen der Menschen gewinnen. Lösen wollte Lowe das
nicht mit «witzigen» Pointen, sondern wie bereits bei der ersten
Kampagne mit einer zeitlos wirkungsvollen Idee. Dabei geht Orange von gewissen Prioritäten aus: Wichtig sind als
Hintergrund der Marke ein sehr entgegenkommender Service,
bedürfnisorientierte Lösungen und vor allem faire Preispläne. «Orange
nimmt den einzelnen Kunden ernst und bietet ihm Raum zur Entfaltung»,
heisst es im Briefing. Daher spielen diese Werte die Hauptrolle in der
neuen Kampagne von Lowe Zürich, die wiederum vollständig aus der
Schweiz verantwortet wird.

Die Shootings für Film und Foto fanden in Chile statt. Der im wahrsten
Sinne des Wortes hohe Norden des Landes dient als eindrucksvolle
Kulisse für sehr einfache und eindringliche Filme. Die Drehorte in der
Wüste lagen zwischen 2500 und 3800 Metern über Meer, bei Temperaturen
von nachts minus 10 bis tagsüber plus 40 Grad. Warum Chile? Die Creative Directors von Lowe Zürich, Sebastian Stolp
und David Köder, die auch Urheber der ersten Orange-Kampagne sind,
meinen zuerst witzig: «Weil wir endlich wieder mal im Sandsturm
zusammen Kaffee trinken wollten.» Dann formulieren sie es auf den
Punkt: «Weil eine Marke manchmal ans Ende der Welt reisen muss, um sich
selbst zu finden.»

Berater und Stratege Rolf Jeger ergänzt: «Ein wichtiger Faktor war
auch, dass Chile für diese grosse Film- und Fotoproduktion ein
unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten hatte.» Die Spots
wurden diesmal nicht mehr von der Neuen Sentimental Film, sondern von
Knucklehead in Koproduktion mit Condor realisiert. Die Spots
kommunizieren ihre Botschaft vorwiegend über die Ebene der emotionalen
Bildsprache. In Worte gefasst kann man die Idee übersetzen: Es hat sich
gezeigt, dass Orange-Kunden nach wie vor Menschen sind, die einfach und
unkompliziert kommunizieren und fair behandelt werden wollen. Menschen,
denen Freiheit und Entfaltung höchstes Gut bedeuten.

Für die Kreativen von Lowe zeigt sich auch, dass eine eher feinfühlig
gemachte Werbung auf dem hohen visuellen und konzeptionellen Niveau
internationaler Marken sehr gut ankommt bei potenziellen und
existierenden Orange-Kunden. Man spricht sozusagen dieselbe Sprache:
«Orange» eben. Besonders die Filme sind somit dafür konzipiert, im
generell eher hektischen, trotzdem oft von Langeweile geprägten
Werbeblock mit ruhiger Kraft aufzufallen. «Gelassen und eindrucksvoll
führen die Spots an die besondere Welt von Orange heran und werben
respektvoll um die Aufmerksamkeit des Zuschauers», meint Jeger. Dabei
soll die abschliessende, einladende Frage «Do you speak Orange?»
Bestätigung und Aufforderung zugleich sein.

Wo sinnvoll und nötig, werden die einzelnen Spots von stark
informationsbetonten, kurzen Remindern ergänzt. Aber auch ohne diese
Hilfestellung haben die Filme sowohl in Testsituationen wie im realen
Einsatz aussergewöhnliche Werte erreicht, insbesondere bei
Auffälligkeit, Verständnis und Sympathie. Die Kampagne ist Mitte
Oktober mit dem ersten von sechs TV- und Kinospots gestartet, flankiert
von Plakaten, teilweise Inseraten sowie der ganzen Palette von
angemessenen Below-the-line-Massnahmen bis hin zum POS.

Bereits wenige Monate nach Beginn ist die Wirkung auf die Zahlen bei
Orange Schweiz äusserst erfreulich. Lowe sieht das als Beweis dafür,
dass sich auch in schwierigen Zeiten strategische Investitionen in eine
Marke durchaus bezahlt machen können.

Andreas Panzeri

Finanzierung von TV-Sendung „Traumjob“ nicht zu beanstanden

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat nichts an der Finanzierung der Fernsehsendung „Traumjob“ zu beanstanden.

Das Eidgenössische Departement für Umwelt,
Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat nichts an der
Finanzierung der Fernsehsendung „Traumjob“ zu beanstanden.
Konzessionsrechtliche Bestimmungen seien durch die Lohnfinanzierung des
„Traumjob“-Gewinners vom Schweizer Fernsehen nicht verletzt worden,
meldet die SDA. Die Aufsichtsbehörde des Bundes untersuchte die
finanziellen Abgeltungen des Schweizer Fernsehens an den Ko-Produzenten
und Hauptakteur der Sendung Jürg Marquard. Dieser hatte 600’000 Franken
Produktionsentschädigung bekommen, von denen ein Drittel als Jahreslohn
an den Sieger ging.

Wie riecht eine Marke?

Wettbewerbe Multisensorischem Branding gehört die Zukunft. Davon sind die Agentur MetaDesign und die Interessengemeinschaft Pro Carton überzeugt.

Wettbewerbe Die Agentur MetaDesign und die
Interessengemeinschaft Pro Carton führen derzeit an der Universität der
Künste Berlin einen Studentenwettbewerb durch. Die Aufgabe: Wie klingt
die Marke Chanel? Wie schmeckt die Marke Lego? Wie riecht die Marke
iPod? Und wie lassen sich die verschiedenen Sinne in Verpackungen
einbetten? Im Mittelpunkt steht eine neue Entwicklung in der Betreuung
von Marken und die Originalität der verwendeten Lösungen: Die Marke
soll mit mehreren Sinnen erlebbar gemacht werden, um so die Prägnanz
und den Markeneindruck nachhaltig zu stärken. Denn: Multisensorischem
Branding gehört die Zukunft, ist man bei MetaDesign überzeugt. Gemäss
internen Schätzungen werden schon 2006 etwa 40 Prozent der führenden
Markenartikelhersteller Strategien entwickeln, um eine höhere
Markenloyalität der Kunden durch die Ansprache mehrerer Sinne zu
erreichen.

Enjoy the Swiss Mix

Getränke Die Kreativen von P Formance entwickelten Perfect-Serve-Werbemittel für die Coca-Cola Beverages AG.

Getränke Erstmals führt die Coca-Cola
Beverages AG ihre beiden Lead-Marken Coca-Cola und Valser in einem
Kunden- bindungsprogramm zusammen. Ziel ist es, die beiden Getränke in
der Gastronomie zu pushen. Dazu entwickelten die Kreativen von P
Formance die Perfect-Serve-Werbemittel, die trotz strenger CD-Vorgaben
durch ihre Eigenständigkeit überraschen: von der «Bibel» über den
Präsentierkoffer bis zur Clubkarte.

Tempo, Tempo!

Kolumne Wenn Stress, dann wenigstens in Europa. Das ist nicht nur die Ansicht von Alexander Jaggy, sondern auch das Ergebnis einer amerikanischen Studie.

Kolumne Wenn Stress, dann wenigstens in
Europa. Das ist nicht nur die Ansicht des Autors, sondern auch das
Ergebnis einer amerikanischen Studie.Vor einigen Jahren untersuchten zwei
Psychologen die Lebensgewohnheiten von Südtiroler Bauern. Erstaunt
stellten sie fest, dass diese nicht zwischen Arbeit und Freizeit
unterscheiden. Die Bauern molken ihre Kühe, mähten Wiesen, erzählten
Geschichten, spielten Akkordeon – ohne zwischen Pflicht und Vergnügen
klar zu trennen. Gefragt, was sie denn mit mehr Zeit anfangen würden,
antworteten sie verwundert: dasselbe.

Milch, Mähen, Märchen, Musik.
Zu schön, um wahr zu sein. Quält sich unsereiner nicht ständig mit dem
atemlosen Gefühl, für alles und jedes zu wenig Zeit zu haben? In den
Vereinigten Staaten kursiert bereits der Begriff der Eilkrankheit. Sie
äussert sich im Gefühl, ständig gehetzt zu sein, sowie in der
Unfähigkeit zu angenehmen Erinnerungen.

Es geht auch anders.
Bei den Kapauka in Papua etwa ist es verpönt, an zwei aufeinander
folgenden Tagen zu arbeiten. Auch die Hausa, eine nigerianische
Volksgruppe, nehmen es gemächlicher. Sie benötigen bis zu 20 Minuten,
um sich guten Tag zu sagen.

Um das Lebenstempo unterschiedlicher Kulturen zu vergleichen, ist der
amerikanische Psychologe Robert Levine um die Welt gereist. In ebenso
ausgeklügelten wie bizarren Experimenten mass er in 31 Ländern die
Geschwindigkeit, mit der Fussgänger 20 Meter zurücklegen. Oder wie
lange Postangestellte brauchen, um eine Standardbriefmarke zu
verkaufen. Oder die Genauigkeit öffentlicher Uhren.

Das Resultat: Sämtliche westeuropäischen Länder liegen an der Spitze.
Die Schweiz sogar auf Platz 1. Es folgen die asiatischen Tigerstaaten
und die USA. Während die letzten acht Plätze von
nichtindustrialisierten Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika
belegt werden.
Die Daten zeigen, so Levine, dass man anhand des Lebenstempos eine
relativ verlässliche Vorhersage machen kann, ob eine Person an einer
Herzattacke stirbt. So belegt die Studie einmal mehr das Paradox, dass
in Ländern, in denen die Menschen über sehr viel lebenserleichternde
Technik verfügen, der Alltag viel aufreibender ist.

Die Japaner legen mit das höchste Arbeitstempo vor und bescheiden sich
zudem mit 1,5 Wochen Urlaub im Jahr und sterben schon mal an «karôshi»,
dem Tod durch Überarbeiten. Sie leiden an «nichiyô byô», der
Sonntagskrankheit, und an «kyùjitsu byô», dem Urlaubssyndrom. Für diese
Leute ist es unerträglich, nicht arbeiten zu dürfen.

In einem sicherlich beispiellosen Projekt bemüht sich die japanische
Regierung mit offiziellen Kampagnen, die Arbeitswut im Land zu
drosseln. Mit Plakaten wie «Urlaub ist ein Beweis für Ihre Kompetenz»
appellieren die Regierungsvertreter an die Vernunft der Beschäftigten.
Privatunternehmen sind da schon unzimperlicher. Ansagen wie «Wir
befehlen Ihnen, eine Woche Urlaub zu nehmen» überraschen keinen mehr.

Levine kommt überraschend zum Schluss, dass das Dolce Vita ausgerechnet
in Europa stattfindet. Hier leben die Menschen zwar wesentlich
schneller, haben aber auch mehr Urlaub als etwa in den USA, wo man sich
im Schnitt mit zwei Wochen begnügen muss.
Darüber sollten wir uns freuen. Wenigstens ein paar Sekunden.

Alexander Jaggy ist Geschäftsführer Kreation und Teilhaber bei Jung von Matt/Limmat.

Wortkarge Publisuisse

TV-Vermarktung Rund um die Olympia-Übertragungen aus Turin bietet Publisuisse wohl gegen 2000 Werbeminuten an. Wie viele es tatsächlich sind, wird nicht preisgeben.


TV-Vermarktung 220 Stunden lang berichtet
allein das Schweizer Fernsehen über die Olympischen Winterspiele in
Turin, ähnlich viel sind es in der Westschweiz und im Tessin. Somit
kommen die drei TV-Ketten auf gut 600 Stunden olympische
TV-Berichterstattung, was sich die SRG einschliesslich
Übertragungsrechte 23 Millionen Franken kosten lässt. Im Umfeld dieser
Ausstrahlungen bietet die SRG-Vermarkterin Publisuisse wohl gegen 2000
Werbeminuten an – wie viele es tatsächlich sind, will
Publisuisse-Sprecher Peter Kaufmann allerdings nicht preisgeben.
Auch über den bisherigen Verkaufserfolg, Umsätze oder die
Werbeblock-Auslastung sagt er nichts. «Wir erteilen grundsätzlich keine
Auskünfte zu Einnahmen im Zusammenhang mit einzelnen Events», hält er
fest. Und punkto Crossmedia sagt er nur gerade das, was man selbst
sehen und hören kann. Bleibt zu hoffen, dass Schweizer Sportler und
TV-Kommentatoren in den nächsten Tagen wortreicher sind. (mk)

Swisscom IT Services ist erster Schweizer Partner von Google

Die beiden Unternehmen Swisscom IT Services und Google haben einen Partnerschaftsvertrag für das Enterprise Professional Programm unterzeichnet.

Die beiden Unternehmen Swisscom IT
Services und Google haben einen Partnerschaftsvertrag im Unternehmensbereich für das
Enterprise Professional Programm unterzeichnet. Swisscom wird damit der
erste schweizerische Partner von Google und bietet umfangreiche
Dienstleistungen wie Systemintegration und Hosting rund um das neue
Unternehmensprodukt der bekannten Internet-Suchmaschine an. Die
Enterprise Search Appliance ermöglicht den schnellen und einfachen
Zugriff auf Unternehmensinformationen im Internet und Intranet in allen
Sprachen und mit einem Mausklick. So können Mitarbeiter, Partner oder
Kunden von Unternehmen die gleiche Technologie benutzen, auf der
Googles Suchmaschine basiert. Dabei sorgen Sicherheitsfunktionen dafür,
dass die Benutzer nur Dokumente einsehen, auf die sie tatsächlich
zugreifen dürfen.

Berührungssensitive Schaufenster bieten neue Interaktionsmöglichkeiten

Die in Wallisellen ansässige Frontwork AG führt das berührungssensitive Schaufenster ein.

Die in Wallisellen ansässige Frontwork AG
führt das berührungssensitive Schaufenster ein. Bisher wurden vor allem
statische Informationen durch Schaufenster vermittelt. Die interaktive
Kommunikationsfläche hat jedoch individuell programmierbare Tasten, die
auf Berührung reagieren und funktioniert mit Flachbildschrimen und
Rückprojektionsscheiben. Dank einer Entspiegelungsfolie sind die
vermittelten Botschaften auf bei Tageslicht optimal sichtbar. Mit dem
neuen Kommunikationsmittel sollen Werber ihr Zielpublikum auch
ausserhalb der Ladenöffnungszeiten ansprechen können. Eine grössere
Werbewirkung sowie die Interessenerforschung der Kunden sollen
ermöglicht werden. Eine Referenzinstallation ist bei der
Schweizerischen Baumusterzentrale an der Talstrasse in Zürich zu sehen.

Die TV-Defizite werden kleiner

Privatfernsehen Nicht wenige Lokal-TVs dürften schon bald aus den roten Zahlen kommen – auch ohne Gebührensplitting-Anteile nach neuem RTVG.

Privatfernsehen Die meisten Lokal-TVs sind
zwar defizitär, doch ihre Werbeumsätze legten 2005 markant zu. Nicht
wenige dürften schon bald aus den roten Zahlen kommen – auch ohneGebührensplitting-Anteile nach neuem RTVG. 14 Lokal-TVs hat die Werbewoche zu ihrer
finanziellen Lage im Jahr 2005 befragt, 11 haben zumindest teilweise
geantwortet. TeleZüri darf als Teil eines börsenkotierten Unternehmens
gewisse Zahlen (noch) nicht preisgeben, und vier weitere sind mit ihrem
Jahresabschluss noch nicht so weit. Ein Schluss lässt sich dennoch
ziehen: Obwohl die meisten Lokal-TVs punkto Reichweite und Marktanteil
stagnieren (siehe WW 5/06), legen einige im finanziellen Bereich massiv
zu, zweistellige Umsatzsteigerungen sind die Regel. Dabei steht
TeleTell mit einem Zuwachs von 31 Prozent an der Spitze. TeleBärn
meldet immerhin eine «spürbare» Steigerung, und bei TeleZüri ist von
einem «eindeutigen Plus» die Rede. Letzteres auf hoher Basis: 2004
hatte TeleZüri einen Bruttowerbeumsatz von 21 Millionen Franken
ausgewiesen und schrieb erstmals eine schwarze Null. 2005 dürfte der
Sender gar Gewinn abgeworfen haben.

TeleZüri als Vorzeigegewinner
Damit bleibt TeleZüri der bisher einzige Sender, der aus eigener Kraft
profitabel wurde. Zwar schreibt auch TeleBasel ebenfalls «tiefschwarze
Zahlen», wie Geschäftsführer Willy Surbeck stolz betont, und auch
TeleTicino und TeleSüdostschweiz konnten immerhin eine rote
beziehungsweise schwarze Null erreichen – doch alle drei schafften dies
nur dank Anteilen aus dem Gebührensplitting oder – im Falle von
TeleBasel – dank jährlichen Zwangsgebühren von 90000 regionalen
Cablecom-Kunden.

Alle anderen Sender (TeleBärn vermutlich inklusive) weisen dagegen ein
Defizit aus. Was daran buchhalterische Taktik ist, mit einem
Seitenblick auf das RTVG und die veränderten
Gebührensplittingkriterien, bleibe dahingestellt. Auffallend ist, dass
die Defizite in den meisten Fällen von Jahr zu Jahr kleiner werden.
Selbst bei Léman Bleu, das als einziger der elf Anbieter über gesunkene
Werbeumsätze klagt, rechnet Geschäftsführer Michel Chevrolet spätestens
im 2007 mit einer ausgeglichenen Rechnung.

In einer speziellen Situation steckt der Sender Schaffhausen TV (SHTV):
Seine Zuschauerzahlen können von Telecontrol nicht zuverlässig
ausgewiesen werden, weshalb er auch nicht beim TeleNewsCombi mitmachen
kann. SHTV konnte denn auch seinen Umsatz nur gerade halten. Doch auch
hier kann Geschäftsführer Klaus Winiger für 2006 in den Bereichen
Sponsoring und Publireportagen immerhin eine «leichte Verbesserung»
ausmachen.

Interessant ist zu sehen, von welchen Märkten die einzelnen Stationen
leben. Die Unterschiede sind gross. Während TeleZüri seinen Hauptumsatz
aus dem nationalen Markt generiert, steht das Verhältnis nationaler
Markt zu regionalem Markt bei Léman Bleu 50 zu 50, bei den meisten
Sendern hat der nationale Markt jedoch bloss einen Anteil zwischen 5
und 20 Prozent. Die Gründe für das Wachstum werden ebenfalls sehr
verschieden beurteilt: TeleOstschweiz betont eher seinen
Verkaufseffort, TeleTicino seine programmlichen Leistungen und
Umstellungen, Tele M1 und TeleTell verweisen auf das TNC, und TeleBasel
ist der Meinung, dass «die lärmige Konkurrenz» – gemeint ist NW1 – für
den Basler Sender einen Werbeeffekt hat. In den meisten Fällen halten
sich offenbar die Umsatzzuwächse im nationalen und regionalen Bereich
in etwa die Waage, sodass sich kaum relevante Verlagerungen ergaben.
Einzig Tele M1 meldet, dass sich der Umsatzanteil aus der nationalen
Werbung «fast verdoppelt» habe.

Die Meinungen gehen auch über die Bedeutung von Crossmedia-Angeboten
auseinander. «Sehr wichtig» findet Florenz Schaffner, Leiter
elektronische Medien bei AZ Medien, solche Pakete, besonders für
TeleTell. Bei TeleBasel macht Surbeck geradezu einen «Boom» aus, und
Winiger von SHTV meint euphorisch, Crossmedia sei für seinen Sender
«die Zukunft». Demgegenüber messen etwa TeleOstschweiz oder
TeleSüdostschweiz solchen Angeboten derzeit nur eine «schwache» oder
«kleine» Rolle zu. TeleZüri ist gerade mit der eigenen Website stark
verbunden, nicht jedoch mit Print oder Radio, und auch die Top-Gruppe
hält Radio und TV an separaten Leinen. TeleTicino kennt ebenfalls keine
Crossmedia-Angebote.

Ostschweizer mit grossen Zielen
Und wie lauten die Ziele für 2006? Einige Sender, vorab TeleOstschweiz
und TeleTop, erhoffen sich generell mehr Zuschauer, während Tele M1 und
TeleTell ihre Quoten konkret um 5 Prozent anheben wollen. Eben erst
programmliche Verbesserungen eingeleitet hat TeleOstschweiz, während
TeleBasel, TeleTop und TeleSüdostschweiz hier wohl noch einiges im
Köcher haben. Auf steigende Erträge zielt man bei Tele M1, TeleTell und
TeleBärn ab. Léman Bleu beziffert diese Erwartung gar mit plus 50
Prozent beim Werbeumsatz. Zudem will der Genfer Sender auch bei der
technischen Reichweite Verbesserungen erzielen, ebenso
TeleSüdostschweiz, das grosse Hoffnungen auf das DVB-T-Netz (digitales
Fernsehen) setzt, das derzeit im Aufbau ist.

Noch eine Bemerkung zu TeleTicino: Der Sender hat sich nach einer
vorübergehenden Vermarktungskooperation mit der IP Multimedia nun
wieder unter die Fittiche von Radiotele begeben. Allerdings mit hohen
Erwartungen: «Unser neuer kommerzieller Direktor Davide Lurati, ein
Kenner der deutschen Schweiz, wird zusammen mit Radiotele unser
nationales Werbeangebot neu gestalten. Sie werden davon hören …»,
schreibt Filippo Lombardi, Chef von TeleTicino. Er glaubt zudem bereits
zu wissen, was das bringt: 12 Prozent mehr Werbung im 2006.

Die Gebührensplitting-Empfänger
Noch nie verteilte das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) so viel
Gebührengeld an regionale Privat-TVs wie 2005: 6,2 Millionen Franken.
Der bisherige Höchstbetrag wurde 2002 verteilt, er belief sich damals
auf 5,97 Millionen Franken. TeleTicino, bisher fast immer jener Sender,
der den grössten Anteil erhielt, bezog im 2005 nicht nur den
Rekordbetrag seiner Geschichte, sondern auch die grösste je an einen
Einzelsender abgegebene Subvention: 1,231 Millionen Franken. Zwei
Sender können sich gar nicht mehr am Gebührentopf laben: TeleStein und
Canal 29. Erstmals erhält dagegen TeleNapf etwas.

Der Gesamtbetrag für das Gebührensplitting beträgt gemäss geltendem
RTVG rund ein Prozent der jährlichen Einnahmen aus den
Empfangsgebühren. Davon fliessen 45 Prozent den lokalen/regionalen
Fernsehstationen zu. Unterstützt werden Veranstalter in
Versorgungsgebieten mit geringer Bevölkerung ohne ausreichende
Finanzierungsmöglichkeiten und schwierigen Verbreitungsbedingungen.
Standortbedingte Faktoren und journalistische Kriterien bestimmen den
Betrag der einzelnen Gebührenanteile.

Markus Knöpfli

Patent mit Pferdefuss

Hilfsorganisationen Swissaid will den gesellschaftlichen Diskurs um Bioethik mit einem kontroversen TV-Spot von Lesch+Frei anregen.

Hilfsorganisationen Swissaid will den
gesellschaftlichen Diskurs um Bioethik mit einem kontroversen TV-Spot
von Lesch+Frei anregen.Zu den Träger- organisationen der klar
angenommenen Gentechfrei- Initiative im vergangenen November zählte auch
die Schweizerische Stiftung für Entwicklungszusammenarbeit Swissaid.
Die parteipolitisch und konfessionell unabhängige Organisation
unterstützt zwar Selbsthilfeprojekte benachteiligter Menschen in der
Dritten Welt. Die Sensibilisierung für Themen wie nachhaltige
Verbesserung der Lebensbedingungen, die Entwicklung und Erhaltung der
Umwelt und die Stärkung der Zivilgesellschaft beginnt aber in der
Schweiz. Aktuell beschäftigt sich Swissaid mit dem Thema der Patente
auf Leben. Umstritten ist, dass sich damit nicht Erfindungen, sondern
Entdeckungen schützen lassen.

Nebst der grossen Abhängigkeit von Agro-Chemie-Konzernen würde die
biologische Vielfalt bedroht, und die Auswirkungen der 
gebührenpflichtigen Weiterverwendung von rechtlich geschützten
Gensequenzen wären unabsehbar. Im konkreten Fall könnten Patentinhaber
für das Saatgut von Getreide Gebühren verlangen. Dabei ist die Frage,
wie weit die Patentfähigkeit von Genen und Zellen gehen könnte, nicht
genau beantwortet.

Hier greift Swissaid mit einem kontroversen TV-Spot in den
Meinungsbildungsprozess ein. Die beauftragte Agentur Lesch+Frei dachte
die möglichen Auswirkungen von Patenten auf Leben konsequent zu Ende
und versucht, das abstrakte Thema dem Schweizer Publikum emotional nahe
zu bringen: Während eine Frau am Gebären ist, läuft zwischen einem
geheimnisvollen Fremden und dem Arzt ein Deal ab. Eine Stimme aus dem
Off bemerkt: «Stellen Sie sich vor, es gibt Patente auf Leben und Sie
haben die Gebühren nicht bezahlt.» Kaum ist das Baby geboren, nimmt es
der Fremde in Gewahrsam. Die Mutter bleibt verzweifelt zurück. Die
übertriebene Dramatisierung und die Umsetzung in einem bekannten Umfeld
sei nötig, erklärt CD Thomas Lüber, um das kopflastige Thema in 20
Sekunden wirkungsstark zu platzieren. Den Bezug zum patentierten
Saatgut sollte  dann jeder selbst schaffen.

 
Luca Aloisi

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