Zickzack am Blick vorbei

Gratiszeitungen Ringier ist es mit seinem Gratisprojekt ernst. Was sind die Anforderungen an einen neuen Titel im Zeitalter von 20 Minuten?

Gratiszeitungen Ringier ist es mit seinem
Gratisprojekt ernst. Was sind die Anforderungen an einen neuen Titel im
Zeitalter von 20 Minuten? Es ist ein offenes Geheimnis, dass im
Hause Ringier an einem eigenen Gratisblatt unter dem Arbeitstitel «Day»
gewerkelt wird. Bis jetzt hielten sich die Verantwortlichen jedoch über
Konzept und Lancierungstermine bedeckt. Zeitungschef Bernhard Weissberg
zum Beispiel erklärt nur, es sei das Ziel, ein Gratisblatt noch in
diesem Jahr zu launchen. CEO Martin Werfeli hält im Interview in der
jüngsten Ausgabe der Ringier-Hauspostille Domo fest, dass man auf
Hochtouren an einem entsprechenden Projekt arbeite: «Ich persönlich
gehe davon aus, dass es uns gelingt, eine Schweizer Gratiszeitung zu
realisieren.» No News.

Auch bei den SBB hält man sich zurück. Die Bundesbahnen hatten im
vergangenen Sommer die Standorte der Zeitungsboxen auf Bahnhöfen neu
ausgeschrieben, mit Nutzungsbeginn ab 1. Januar. Welche von zwei,
möglicherweise drei Bewerbern einen Zuschlag erhalten – untrügliches
Indiz für Launchpläne –, ist in der Deutschschweiz offen. «Der
Entscheid fällt in den nächsten Wochen», sagt SBB-Sprecher Roland Binz.
Ende Oktober des letzten Jahres hat Ringier in Tschechien sein erstes
Experiment im Gratisgeschäft mit 24 hodin (24 Stunden) gewagt, um – wie
es hiess – Erfahrungen zu sammeln. Man stand dort mit 200000 Exemplaren
Konkurrentin Metro (160000 Exemplare) gegenüber, die seit 1997 auf dem
Markt ist. Unterdessen wird Metro national verbreitet, ein Szenario,
das laut Unternehmenssprecher Marco Castellaneta absehbar gewesen sei,
doch 24 hodin entwickle sich gut. Analogien für das Verhalten im
Schweizer Markt lassen sich daraus nicht ableiten. Dieser wird vom
derzeit erfolgreichsten und Tamedia gehörenden Printtitel 20 Minuten
beherrscht.

Die zusätzliche Schwierigkeit besteht darin, das in die roten Zahlen
schlingernde Boulevard-Flaggschiff Blick nicht zu kannibalisieren. Weil
Blick keine echte Boulevardpostille ist, sondern in den Untiefen des
«seriösen Boulevard» mäandriert, müssen neue Blätter drumherum
gebastelt werden. Doch Verleger Michael Ringier, der an der
Verlegertagung im vergangenen September noch meinte, journalistische
Inhalte dürften nicht gratis abgegeben werden, scheint seine
Beisshemmung überwunden zu haben. Welche Optionen gibt es?

Sechs mögliche SzenarienDirekte Konkurrenz mit einer zweiten Pendlerzeitung:
Die Situation
bestand bereits während zweier Jahre zwischen 20 Minuten und Metropol.
Dieses verschwand 2002 vom Markt. Ab dem 8. März wird sich die
Konstellation unter anderen Vorzeichen zwischen Le Matin Bleu
(Edipresse) und 20 minutes (Tamedia) am Genfersee wiederholen. Wer das
Leseverhalten von Pendlern beobachtet, stellt fest, dass 20 Minuten bei
allen Altersgruppen Zuspruch findet und nicht mehr ein Jugendphänomen
ist. Der Fokus auf eine Zielgruppe ist damit schwieriger geworden.
Blick wird gratis:
Ein hübsches Gedankenspiel von
Weltwoche-Medienkolumnist Kurt W. Zimmermann. Allerdings verkaufen sich
gegen 60 Prozent der Auflage (262262 Exemplare) im Abonnement, warum
also diese Leserbindungen lösen? Was hätte Ringier einstigen
Blick-Abonnentinnen und -Abonnenten als Ersatz anzubieten? Würde die
Gratisversion scheitern, wäre die Marke Blick zudem für immer verloren.

Ringiers Projekt «Neue Zeitung» kombiniert mit Gratis-Blick: Die
Blick-Abos werden in Abos einer (wie auch immer gearteten) neuen 
Zeitung umgewandelt, gratis gibts den Blick dazu. Um die «neue Zeitung»
ist es jedoch auffallend still geworden. Boulevard müsste zudem neu
definiert und eher auf ein urbanes Publikum ausgerichtet werden. Denn
die Blick-Stammleserschaft lebt mehrheitlich in ländlichen Gebieten und
hat ein relativ hohes Durchschnittsalter. Zu den gängigen
Verteilkanälen (analog 20 Minuten) käme der Postversand an ein nicht
beziehungsweise nicht mit dem öffentlichen Verkehr pendelndes Publikum.

Blick light: Analog zu Le Matin Bleu bestünde die Herausforderung
darin, der Leserschaft den Unterschied zwischen einer Bezahlzeitung und
einem Gratisableger klar zu machen (ansonsten siehe oben).
Abendzeitung:
Hier begibt man sich in eine Nische. Seit Mitte der 90er
Jahre hat kein Verlag mehr den Sprung ins Abendgeschäft gewagt. Ein
Konzept gibt es jedoch mit Cash Daily, dem multimedialen
Ringier-Projekt, das unter anderem als Abendblatt ab 16 Uhr angedacht
ist. Beim Launch von 20 Minuten wurde die Idee verworfen, weil der
Vormittag zu wenig Aktualität generiert. Es ist fraglich, ob Inserenten
wie etwa die Detailhandelsriesen Migros und Coop den Abend attraktiv
finden. Ein Abendblatt böte jedoch die Möglichkeit, thematische Akzente
zu setzen: Wirtschaft, Kultur, Ausgehagenda, Aufarbeiten einzelner News der Konkurrenz und so fort.
Blick am Abend:
Die Idee Abendzeitung wär auch in der Version
Abend-Blick denkbar, vorausgesetzt, das urbane Publikum würde stärker
berücksichtigt. Ob dadurch Leserinnen und Leser wieder eher zum
Mutterblatt greifen würden, sei dahingestellt.

Die Gretchenfrage, wie ein künftiger Gratistitel schonend am
Blick vorbeimanövriert werden soll, ist jedoch mit keinem der genannten
Beispiele schlüssig beantwortet.    

Das sagen Experten
Josef Trappel, Medienwissenschaftler und Leiter von IPMZ Transfer am
Medieninstitut der Uni Zürich, bezeichnet Ringiers Absichten als extrem
schwierig. Die Pendler am Abend während der Rückreise abzuholen,
bewertet er als eher aussichtsreich, als etwa den Blick in ein
Gratisblatt umzuwandeln.

Unternehmensberater Klaus J. Stöhlker sieht Ringiers «Flucht ins
Gratisgeschäft» als «schrecklichen Irrtum», 20 Minuten für «fast
perfekt». Ein neuer Gratistitel müsste Konsumfreude vermitteln oder als
Abendblatt «heiss gekocht» werden.

Für Kommunikationsberater Sacha Wigdorovits, Ex-Blick-Chefredaktor und seinerzeit für Konzept und
Start von 20 Minuten Schweiz verantwortlich, entscheiden Inhaltskonzept
sowie Finanzkraft und Durchhaltewillen des neuen Konkurrenten über den
Erfolg. Wigdorovits schätzt die Investitionskosten auf 50 bis 120 Millionen Franken, Marketing und Vertrieb mit eingerechnet.
Er glaubt, dass neben 20 Minuten ein zweiter Titel Platz hätte.

René Worni

Verluste für PresseTV

PresseTV Fünf von zwölf PresseTV-Sendungen haben Marktanteile, sieben haben Zuschauer verloren.

PresseTV Fünf von zwölf PresseTV-Sendungen haben Marktanteile, sieben haben Zuschauer verloren.Nicht nur SF 1 und SF 2 haben leicht
Marktanteile verloren, auch die Sendungen des Verlegerfernsehens
PresseTV (PTV) wurden in der Mehrheit weniger geschaut. Insbesondere
die PTV-Highlights «Gesundheit Sprechstunde» (GES) und «Konsum.tv»
büssten 2005 beim Gesamtpublikum (3+) je ein Prozent Marktanteil
gegenüber dem Vorjahr ein und kommen nun auf 11 beziehungsweise 10
Prozent. Auch andere Sendungen wie «Café Bâle» und «NZZ Format»
(105000) mussten Federn lassen. Einzige Marktanteilsgewinnerin ist
«Motor Show» – sie steigerte sich um einen Prozentpunkt auf 6 Prozent.

Noch happiger fallen einige Rückgänge im längerfristigen Vergleich aus:
2001 kam GES auf einen Marktanteil von 16 Prozent und 100000 Zuschauer
mehr, und auch «Café Bâle» hatte damals 30000 Fans mehr.
PTV-Geschäftsleiter Hans Jürg Deutsch ist von dieser Entwicklung nicht
überrascht, er sah sie schon vor zwei Jahren voraus. «Das hat damit zu
tun, dass SF wie andere öffentlich-rechtliche Sender auch vor wenigen
Jahren erst das Potenzial des Sonntagabends entdeckte. Viele Leute sind
dann nicht im Ausgang, sondern zu Hause», sagt er.

Statt wie bisher den Sonntagabend mit eingekauften Spielfilmen
(«Tatort» etc.) zu besetzen, habe SF begonnen, grosse Liveproduktionen
wie «MusicStar» und später «Pisa» zu platzieren – mit Erfolg. Damit
stand neu jeweils eine PTV-Eigenproduktion einer attraktiven
SF-Eigenproduktion gegenüber – und die Zuschauermehrheit wählte
tendenziell SF 1. Für Deutsch ist klar: PTV muss sich mit dieser
Situation abfinden. «Wir sehen deswegen bei unseren Sendungen keinen
grossen Handlungsbedarf.» Was nicht heisst, dass man die Hände in den
Schoss legt.

Relaunch für diverse Sendungen
So will er dieses Jahr mit SF-Direktorin Ingrid Deltenre über
Umplatzierungen sprechen – vom Wochenende weg vielleicht auf andere
Tage. Weiteres Potenzial sieht er bei Konzeptrenovationen. Eine solche
hat GES im letzten Sommer hinter sich gebracht, «Café Bâle» wurde eben
mit einer neuen Truppe ausgestattet, und bei «Konsum.tv» denkt man seit
einiger Zeit über einen Relaunch nach. Zudem hat PTV seine Sendungen
auch den privaten Lokal-TVs für Drittausstrahlungen angeboten – zum
Nulltarif. «Nicht viele Stationen machen davon Gebrauch», bedauert
Deutsch. Verdienen würde PTV damit nichts. «Aber mehr Ausstrahlungen
bringen mehr Reichweite – und dies nützt uns im Gespräch mit den
Sponsoren», erklärt Deutsch.

Das ist PresseTV
An PresseTV sind Ringier und die NZZ zu je 30 Prozent, die deutsche
Verlegergruppe DCTP zu 20 Prozent und die Basler Zeitung Medien sowie
die Jean Frey AG zu je 10 Prozent beteiligt. Sie strahlen ihre
Sendungen auf SF 2 aus. PTV könnte auch neue Sendungen auf SF info
ausstrahlen, es nutzt diesen Kanal derzeit aber ausschliesslich für
Wiederholungen.

Für seine Eigenproduktionen erhält PTV von SF jährlich eine Abgeltung
von 4,7 Millionen Franken, eine weitere Pauschale von 7,2 Millionen
fliesst dem Verlagsfernsehen von der Vermarkterin Publisuisse zu.
Publisuisse akquiriert sämtliche Werbung im Umfeld der PTV-Sendungen.
Sponsoring ist dagegen Sache des jeweiligen Produzenten.

Markus Knöpfli

Der Teamplayer

Alexander Krombholz geht als neuer Geschäftsleiter des TPC gleich mit einer Grossproduktion bei der Olympiade in Turin an den Start.

Alexander Krombholz geht als neuer Geschäftsleiter des TPC gleich mit einer
Grossproduktion bei der Olympiade in Turin an den Start.
«Man muss sich den Aufwand in Turin
vorstellen wie 15 Weltmeisterschaften gleichzeitig. Die Olympischen
Winterspiele 2006 sind für die SRG SSR idée suisse die komplexeste und
aufwändigste Produktion, die je realisiert wurde», erklärt Alexander
Krombholz. Insgesamt 220 Mitarbeitende sorgen dafür, dass dem Schweizer
Publikum über Radio und Fernsehen in allen Sprachregionen ein
massgeschneidertes Programm geboten wird. Der neue Geschäftsleiter des
TV Productioncenter Zürich TPC arbeitet dabei mit über 100 Leuten in
Turin. «Hier wollen alle Spitzenleistungen erbringen. Das gilt
natürlich auch für das Fernsehen», freut sich Krombholz auf seinen
ersten Job unter Schweizer Flagge.

Der Diplomingenieur aus München war bisher verantwortlich für die
Herstellung aller Fernsehproduktionen des Bayerischen Rundfunks in
technischer, künstlerischer und gesamtwirtschaftlicher Sicht. In Turin
liefert das TPC aber nicht nur für das Schweizer Publikum die Technik.
In einem harten Qualifikationslauf gegen den ORF ist den Schweizern
auch die weltweite Übertragung der Speed-Events SkiAbfahrt und Super-G
sowohl für Damen wie auch Herren anvertraut worden. Der
konkurrenzfähige Preis sei bei diesem Auftrag ausschlaggebend gewesen
sowie die Tatsache, dass die SRG mit dem Lauberhornrennen regelmässig
international für «das am besten produzierte Skirennen» ausgezeichnet
wird.

«Das TPC hat einen sehr guten Ruf», erklärt Krombholz seinen Wechsel in
die Schweiz. Zur Lebensplanung habe es für ihn und seine Frau – eine
Journalistin – schon immer gehört, dass sie einmal im Ausland arbeiten
wollten. Aber natürlich ist die Schweiz für Leute aus Bayern nicht das
allgemein empfundene Ausland wie zum Beispiel Amerika. «Ausland light»,
würde er sagen. Ein Land, wo die Deutschen normalerweise Urlaub machen.
«Jetzt dürfen wir hier leben und arbeiten. Das ist schon eine
Qualität», freut er sich.

Der letztjährige Vorsitzende der Produktionschefkonferenz von ARD und
ZDF nennt auch eine andere Motivation: «Ich habe einige Quervergleiche
und kann sagen, dass das Schweizer Fernsehen ganz vorne mit dabei ist.
Das TPC ist das wirtschaftlich am weitesten entwickelte
Fernsehunternehmen. Da könnte manche ARD-Anstalt stolz darauf sein.»
Der Fernsehmann, der an der Fachhochschule Würzburg einen Lehrstuhl für
Medienwirtschaft hat, wollte schon immer in dieser Branche arbeiten.
Krombholz hat in München Elektronik und Wirtschaft studiert. Für den
Ingenieur gehören die beiden Bereiche eng zusammen. «Man kann keine
Technik verkaufen, die nicht bezahlbar ist. Umgekehrt funktioniert kein
Wirtschaftsunternehmen ohne Technik. Das ist eine Symbiose, die mich
von Anfang an gereizt hat.»

In seinen 20 Jahren beim Bayerischen Rundfunk hätte Krombholz auch
schon zum Hörfunk oder in die Sendetechnik wechseln können, aber: «Wenn
Sie einmal Fernsehluft geschnuppert haben, dann lässt Sie das nicht
mehr los», meint er. Krombholz war verantwortlich für die technische
Planung von Produktionsstudios. Einen guten Überblick bekam er auch als
Referent beim technischen Direktor des Bayerischen Rundfunks, bevor er
selber quasi in die Rolle des Produzenten gewechselt hat. Eigene Filme
drehen wollte er aber nie. Er betrachtet sich trotzdem künstlerisch als
kompetent. Der Techniker hat sein Studium als Pressefotograf
finanziert. Heute meint er: «Es gehört für mich dazu, die
redaktionellen Anforderungen zu verstehen. Nur dann kann man ein gutes
Programm machen, wenn der Dienstleister auch verstanden hat, was der
Kunde will.»

Als wichtige technische Neuerung in seiner Zeit in Bayern sieht er die
Umstellung von analog auf digital. Den Münchnern hat er «das sicherlich
modernste Sendezentrum Europas» hinterlassen. Zudem ist es Krombholz
«gelungen, mit dem Einführen der internen Leistungsverrechnung und
durch neue Managementmethoden die Produktionstechnik deutlich
wirtschaftlicher zu machen». Damit wollte er «Grundlagen schaffen, dass
die Produktion weiterhin wirtschaftlicher Partner fürs Programm sein
kann». Die künstlerische Produktion hat Krombholz so ausbauen können,
dass Bayern im letzten Jahr mehrere Kamerapreise gewonnen hat.

Auch in Zürich findet der neue Leiter des TPC im Bereich HD bereits den
modernsten Übertragungswagen Europas vor. «Die Entwicklung wird
schneller gehen, als wir erwartet haben», prophezeit er und weiss, dass
sein neuer Arbeitgeber beabsichtigt, ab 2008 erste Sendungen in HD
auszustrahlen. Als wichtigsten Kunden sieht das TPC nach wie vor das
Schweizer Fernsehen, dann die anderen Unternehmenseinheiten der SRG
SSR. Hervorragende Reputation hat das TPC aber auch international bei
den Drahtlosproduktionen wie zum Beispiel Radrennen. Im Bereich Werbung
soll das Feld weiterhin den freien Produzenten überlassen werden. Das
TPC konzentriert sich vor allem auf Sonderformen, für welche es als
Spezialist auftreten kann – wie zum Beispiel Telescope, Amag-News oder
letztes Jahr die Livespots für die Migros. «Wir sind kein klassischer
Spotproduzent. Wir haben auch keine 35-mm-Kamera», meint Krombholz.

Als grösste Herausforderung bei seiner Arbeit empfindet er,
«Kreativität, Technik und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu
bringen». Er versteht Fernsehen als Teamsport. Privat liebt er mehr den Einzelsport. Aus dem Tennis im bayerischen
Juniorenkader ist inzwischen Squash geworden und gelegentlich auch eine
Runde Golf. Sonst spielt er in seiner Freizeit gerne Klavier. Auf den
1. März will er auch seinen Flügel von München in die Schweiz zügeln.
Unsicherer ist hingegen, wie weit er nach wie vor Zeit findet, in
seiner Retro-Band mit Musik aus den 70er- und 80er-Jahren Gitarre zu
spielen. Die Proben in München werden in Zukunft wohl nur noch
sporadisch stattfinden können.

Andreas Panzeri

Schreckschraube mit Krönchen

Aufgefallen Luca Aloisi über erklärungsbedürftige Etepetete-Autoanzeigen, die selbst zum kollektiven Drüberlustigmachen nicht taugen.

Autos Früher, als wir noch Feinstaub und
Oxide atmeten, ja, da gingen noch richtige Boom-Jahre- Frühlinge übers
Land. So mit Schulbeginn und Schlüsselblumen, abendlichen Blustfahrten
quer durch den Osten, Modeschauen mit Kaffeegedeck, unbändiger Lust
aufeinander und viel Trallala. Heute ist alles verdorben, verschoben
oder aufgehoben. Geblieben ist uns nur noch der Genfer Automobilsalon
als flotter Frühlingsbote. Immerhin. Unsere Nachbarn im harzigen Norden
haben nicht einmal den. Können Sie sich das vorstellen? Wir uns auch
nicht.
Die Folgen davon? Erklärungsbedürftige Etepetete-Autoanzeigen wie
diese. Dass sie kein vollwertiger Ersatz für den PS-Frühling sind,
stellt man auf den ersten Blick fest. Wenn überhaupt, dann schaltet das
Motiv (Claim: «shift expectations») die Erwartungen herunter. Die Krone
für die grosse Schönheitskönigin mit der ebenso grossen Ausstattung
haben die knauserigen Kreativen auf das knuffige Micra-Preismass
eingeschrumpft. Aha, eine neckische Version der
Maxi-Auto-Mini-Preis-Botschaft. Im Unterschied zur aufgewühlten Miss
schiessen uns die Gewässer vor Verzweiflung aus den Augen. Wer hätte je
gedacht, dass Auto- und Waschpulver-Werber jemals die gleiche
Leidenschaft für Ramschideen verbinden könnte wie Zwillingskirschen am
Stängel. Selbst zum kollektiven Drüberlustigmachen taugen sie nicht.
(la) 

Journalistenverband Impressum will Urheberrechtsregelung

Eine kollektive Vereinbarung zur Regelung der Urheberrechte fordert der Schweizer Journalistenverband Impressum.

Eine kollektive Vereinbarung zur Regelung
der Urheberrechte fordert der Schweizer Journalistenverband Impressum.
Die Regelung soll angemessene Entschädigungen für qualitativ
hochstehende journalistische Arbeiten von den Verlagen gewährleisten.
Wie die SDA berichtet, verlangen Medienhäuser die Abtretung der
Urheberrechte von Journalistinnen und Journalisten praktisch ohne
Gegenleistung. Impressum appelliert an die Verlage, auf die exklusiven
oder mehrfachen Nutzungsrechte von Arbeiten zu verzichten oder
angemessene Entschädigungen zu bezahlen. Die Verlage sollen sich
ausserdem an der kollektiven Vereinbarung beteiligen.

Landrauchschinken gewinnt Wahlen in Zürich

Fleischprodukte Das Büro Reinhold hat die Zürcher Wahlen augenzwinkernd für Malbuner auf die Schippe genommen.

Fleischprodukte Zürich hat gewählt: 31
Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten schrieben Malbuner
Landrauchschinken auf ihre Einkaufsliste, die zweitstärkste Fraktion
bildet der Bauernsaftschinken mit 24 Prozent. Dies berichtet Onkel
Herbert, Gründer des Hauses Malbuner, einen Tag nach den Wahlen im
Tages-Anzeiger. Schön findet Onkel Herbert auch, dass sein
Krustenschinken wieder vertreten sei (4 Prozent). Sein Fazit: «Nicht
nur die Politiker nehmen ihren Mund also manchmal ganz schön voll.» Die
Zürcher Wahlen augenzwinkernd für Malbuner auf die Schippe genommen hat
das Büro Reinhold.

Deutschland: Bruttowerbemarkt legt zu

Laut Angaben des Medienforschungsunternehmen Nielsen Media Research ist der deutsche Bruttowerbemarkt im Januar um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 1,3 Milliarden Euro angewachsen.

Laut Angaben des Medienforschungsunternehmen Nielsen Media Research ist der deutsche Bruttowerbemarkt im Januar um 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf 1,3 Milliarden Euro angewachsen. Auch die TV-Vermarkter erreichten höhere Bruttoerlöse. Der Umsatz der TV-Sender im Januar ist um fünf Prozent oder 482 Millionen Euro gewachsen. Die von IP Deutschland vermarkteten Sender kamen auf einen Zuwachs von 13 Prozent, während bei SevenOne Media 2,3 Prozent mehr umgesetzt wurde, meldet das Branchenmagazin Werben & Verkaufen. Auch die Radiowerbung entwickelt sich positiver als im Vorjahr. Der Frankfurter Vermarkter ARD-Werbung Sales & Services (AS & S) steigerte den Umsatz mit Radiowerbung im Januar um 18,6 Prozent auf 34 Millionen Euro. Damit wächst AS & S zum Jahresauftakt mehr als die Gattung Radio insgesamt, die einen Zuwachs von 8,1 Prozent verzeichnet.

EU befürchtet Monopol Berlusconis

Die EU-Kommission fordert Informationen über die im italienischen Mediengesetz geregelte Verteilung von Digitalfrequenzen von der italienischen Regierung ein.

Die EU-Kommission fordert Informationen
über die im italienischen Mediengesetz geregelte Verteilung von
Digitalfrequenzen von der italienischen Regierung ein. Das neue
Mediengesetz wurde von Regierungschef Silvio Berlusconi, Eigentümer der
privaten Fernsehgruppe Mediaset, stark unterstützt, meldet die SDA.
Fraglich sei, warum Digitalfrequenzen nur denjenigen Fernsehunternehmen
verteilt wurden, welche sich bereits im normalen Fernsehsystem
betätigen. Der Generaldirektor der europäischen Kartellbehörde Philip
Lowe fordert von der Regierung eine Erklärung dafür. Man befürchtet
eine Verzerrung des Fernsehgeschäfts zu Gunsten Berlusconis. Die
italienische Regierung hat einen Monat Zeit, die Anfrage Brüssels zu
beantworten. 

Ebay Schweiz mit neuer Spitze

Der 38-jährige Marcel Braun ist neuer Country Manager Switzerland von Ebay Schweiz mit Sitz in Bern.

Der 38-jährige Marcel Braun ist neuer
Country Manager Switzerland von Ebay Schweiz mit Sitz in Bern. Braun
übernimmt die Stellung von Anton von Rüden, meldet die SDA. Von Rüden
tritt eine neue Stellung mit internationaler Funktion in der Berner
Europazentrale von Ebay an. Braun verfügt über eine erfolgreiche
berufliche Laufbahn, zuletzt als Managing Director Hong Kong bei Tag
Heuer und Associate Partner bei McKinsey & Company. Der 1995
gegründete Online-Marktplatz ist in 33 Ländern vertreten und hat 181
Millionen registrierte Nutzer.

Kindergarten

Pierre C. Meier über Meinungsdifferenzen und präsidiale Alleingänge.

Pierre C. Meier über Meinungsdifferenzen und präsidiale Alleingänge. An der diesjährigen Dreikönigstagung las
Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Presse (VSP),
seinen Verbandskollegen die Leviten. Man habe in den vergangenen Jahren
zu wenig zur Einheit und damit zur Stärkung des Verbandes beigetragen
und nur gejammert. Diese Disziplinlosigkeit sei mit ein Grund für die
Erfolglosigkeit der Branche zur Erarbeitung von günstigen
Rahmenbedingungen für die Presse. Andere Branchen seien diszipliniert
und würden gemeinsam kämpfen.
An der gleichen Tagung forderte Lebrument den Verzicht auf
Postsubventionen und staatliche Unterstützung der Presse. Es scheint
aber, dass dies mit dem Präsidium nicht abgesprochen war. Denn nur so
lässt sich erklären, dass Präsidiumsmitglied Guido Blumer, Vorsteher
des Departementes Ethik und Verleger des Winterthurer Stadtblatts, nur
gerade einen Tag später in einem offenen Brief Lebrument an den Karren
fährt und eine Lex Lebrument fordert, die ein Co-Präsidium mit einem
KMU-Repräsentanten ermöglichen soll. Auch die Anti-Presserat-Tirade des
Präsidenten am letztjährigen Verlegerkongress (der Presserat sei «eine
geschwätzige und beliebige Institution») kam nochmals aufs Tapet.

Zwei Wochen später veröffentlichte Lebrument im «Persönlich rot» seine
Gedanken zum Thema Presserat, gewohnt holzschnittartig und saftig. Der
Presserat sei ein «Etikettenschwindel», «beliebig und geschwätzig».
Nachdem der VSP sich seit 20 Jahren vergeblich bemüht habe, Einsitz in den Presserat zu bekommen, habe man jetzt genug, und
der VSP habe sich entschieden, eine eigene Selbstkontrolle aufzubauen.
Das Departement Ethik sei damit beauftragt worden. Guido Blumer, Leiter
eben dieses Ethik-Departementes, meint hingegen auf der Website persönlich.com, dass das Präsidium des VSP die Auffassung seines
Präsidenten nicht teile. Man sei von der hohen Qualität und dem Nutzen
dieser Institution überzeugt, und das geplante Selbstkontrollorgan des VSP sei nur als Ergänzung zum Presserat aufzubauen.

Dieses unsägliche Geplänkel in der Öffentlichkeit bringt gar nichts. Es
mindert nur die Chance, als Branche ernst genommen zu werden. Das kann
ja wohl nicht das Ziel sein.

Pierre C. Meier, Chefredaktor

Schlaues von Meier und Meyer

Inserate PubliGroupe kann den Regievertrag mit den Basler Zeitung Medien ausbauen, doch künftig muss sie dafür mit einem Stachel im eigenen Fleisch leben.

Inserate PubliGroupe kann den Regievertrag
mit den Basler Zeitung Medien ausbauen und gewinnt somit an Boden, doch
künftig muss sie dafür mit einem Stachel im eigenen Fleisch leben.Nach über eineinhalb Jahren Verhandlungen
und mit fast einjähriger Verspätung auf den ursprünglichen Fahrplan ist
die Partnerschaft zwischen Basler Zeitung Medien (BZM) und PubliGroupe
doch noch zu Stande gekommen. Auf den ersten Blick mit einem
Punktegewinn für die PubliGroupe. Denn sie behält nicht nur die
Exklusivpacht der Basler Zeitung (BaZ) und der vier zur Gruppe
gehörenden Lokalzeitungen Allschwiler Wochenblatt, Birsfelder Anzeiger,
Muttenzer & Prattler Anzeiger sowie Reinacher Zeitung, sondern sie
wird auch die fünfmal wöchentlich erscheinende Gratiszeitung
Baslerstab, die bisher nur für die nationale Vermarktung einen
Regievertrag mit der P hatte, samt lokalem Verkaufspersonal und
Verkaufsförderungspflichten ganz in ihre Verantwortung nehmen.

Kommt dazu, dass BZM und P neben der Regie auch ihre
Aktionariatsverbindungen «langfristig fest bestätigt» haben, wie es im
Pressetext heisst. «Gut Ding will Weile haben», kommentierte denn auch
Otto Meier, Generaldirektor PubliPresse, den neuen Vertrag
selbstbewusst. Tatsächlich erscheint die P-Position in Basel gefestigt.
Umso mehr, als die BZM in den letzten 18 Monaten «auch mit dem Gedanken
geliebäugelt hatte, sich aus der P-Umarmung zu befreien und eine eigene
Vermarktungsorganisation aufzuziehen», wie der Klein Report am letzten
Freitag schrieb und dann Otto Meier mit den Worten zitierte: «Dieses
Thema ist jetzt vom Tisch.»

Hauseigene Inseratevermittlung
Vielleicht auch nicht. Denn was Meier wusste, aber nicht sagte: Seit
bereits einem halben Jahr existiert eine BZM-eigene
Vermarktungsorganisation, die auch weiterhin bestehen wird. Sie heisst
Key Media, ist eine 100-prozentige BZM-Tochter und wurde im Juli 2005
zuerst unverdächtig als Werbeagentur gegründet. Das passt durchaus ins
Allmediakonzept der BZM. Zwei Monate später wurde Key Media zur
Inseratevermittlung umfunktioniert. Als VR-Präsident amtet BZM-CEO Beat
Meyer, mit im Verwaltungsrat sitzt Roland Steffen, der neue Leiter
Verlage der BZM, und als Geschäftsführer fungiert Harry Zaugg.
Übrigens: Sämtliche Mitarbeitende von Key Media kommen – wie Steffen
und Zaugg – von der P-Filiale Aarau.

Key Media ist ein interessantes Gebilde. Ihre offizielle Aufgabe ist,
Crossmedia-Angebote der BZM (Print, Radio, Online, TV) zu akquirieren,
doch gemäss Beat Meyer ist es möglich, dass sie von Kunden, die nicht
über die P bei den BZM-Titeln buchen wollen, Inserate solo
entgegennimmt. Key Media leitet diese dann an die P weiter und kassiert
– notabene als BaZ-Tochter – die Vermittlungskommission! Das ist nicht
alles: Key Media ist auch eine Mediaagentur. Sie betreut die Mediaetats
von mindestens drei grossen Werbeauftraggebern, darunter Otto’s
Warenposten. In deren Auftrag bucht Key Media nicht nur bei den
BaZ-Titeln, sondern auch in Titeln weiterer Verlage und sogar in
anderen Mediengattungen. Wie gross diese Budgets sind, wollen weder
Meyer noch Steffen sagen.

Die Verbindung von national tätiger Mediaagentur und verlagseigener
Vermittlungsagentur (trotz P-Vollpacht) ist einzigartig in der Schweiz.
Das bestätigt auch Otto Meier. Er weiss zudem, wie Key Media zu diesem
Mix kam: Steffen und Zaugg betreuten die betreffenden Grosskunden schon
bei der P Aarau, auf Grund eines persönlichen Vertrauensverhältnisses.
Als sie dann zur BZM wechselten, gingen diese Kunden mit – und weg von
der P. Beat Meyer sagt offen, dass er bei Gesprächen mit Steffen
plötzlich erkannt hat, welch einmalige Chance sich der BZM eröffnen
würde. Er packte die Gelegenheit und stellte Steffen als Leiter Verlage
ein und dem damaligen BaZ-Verlagsleiter Daniel Sommer vor die Nase. Der
Rest ist Geschichte.

Auf eine Loslösung von der P verzichtete Meyer, sie wäre ohnehin nur
halbbatzig gewesen, da die P zu 37 Prozent an der BZM beteiligt ist.
Doch die P muss die Kröte Key Media schlucken. «Mit dem aktuellen
Vertrag hat Key Media zwar nichts zu tun, aber es ist schon möglich,
dass ein Konkurrenzverhältnis entstehen könnte», sagt Otto Meier. «Das
ergibt zweifellos einen Wettbewerb», bestätigt Beat Meyer. Und er fügt
hinzu: «Das kann mir ja eigentlich nur recht sein.»

Deshalb muss das Thema Loslösung nicht zwingend vom Tisch sein –
beidseitig. Denn wer weiss, vielleicht enthält der neue langfristige
Vertrag ja eine Klausel für eine vorzeitige Auflösung unter bestimmten
Bedingungen. Aus Sicht der BZM etwa für den Fall, wenn die wesentlichen
Umsätze nicht mehr direkt über die P, sondern zuerst über andere
Vermittler kommen sollten. Dann würde die P-Pacht für die BZM zum Klotz
am Bein. Aus Sicht der P wäre dann die Beendigung der Partnerschaft
angesagt, falls die BZM via Key Media eine
«Direktbuchungsentschädigung» für Mediaagenturen anbieten sollte – wie
Tamedia. Doch das sind nur Spekulationen. Über Vertragsinhalte ist
nichts zu erfahren, beide Seiten schweigen sich darüber aus.

Markus Knöpfli

Sport für Couch Potatoes

Sportfachhandel Für Och Sport, das Urgestein unter den Sportgeschäften, hat Felber Kristofori die Präventionskampagne auf das TV-Spot-Format ausgeweitet.

Sportfachhandel Für Och Sport, das
Urgestein unter den Sportgeschäften, hat Felber Kristofori die
Präventions- kampagne auf das TV-Spot-Format ausgeweitet.Och Sport – 1837 gegründet – eröffnete im
Jahre 1912 die ersten Sportgeschäfte der Schweiz. Einen Laden in
Montreux und einen in Zürich. Nach englischem Vorbild lancierte das
Unternehmen acht Jahre später den Och-Cup und prägte damit den
Schweizer Fussball. 1928 kreierte der hauseigene Schneider für das
Schweizer Olympiateam in St. Moritz die Keilhose. Eine Erfindung, die
genauso um die Welt ging wie die Metallkante für Ski, die ebenfalls aus
dem Hause Och Sport stammt und heute ganz selbstverständlich ist.

Sorgte früher auch das Renommee der prominenten Kundschaft – Victor
Emanuel von Italien, die Rockefellers oder Filmschauspielerinnen wie
Audrey Hepburn – für Schlagzeilen für Och Sport, muss sich heute das
Geschäft an der Bahnhofstrasse 56 mit anderen Mitteln gegen
Fachhandels- und Discounterketten  durchsetzen. Im vergangenen
Jahr hatte es wieder an Attraktivität gewonnen, nachdem es teilweise
aus- und umgebaut worden war. Mit einem ausgesuchten und umfassenden
Sortiment für nahezu alle Sportarten und dem grossen Know-how der
Mitarbeitenden will sich Och Sport weiterhin als erste Adresse für
Sportler empfehlen.

Ironischer Aufruf zu mehr Sport
Seit drei Jahren tritt Och Sport mit einer Präventionskampagne auf. Auf
Plakaten, Tramplakaten und in Broschüren zeigt die Zürcher Agentur
Felber Kristofori Group verschiedene Altersgruppen in einer mehr oder
weniger unsportlichen Haltung. Mit dem Aufruf «Treiben Sie wieder mal
Sport» will die Kampagne die Leute motivieren, sich mehr zu bewegen und
damit etwas für ihre Gesundheit zu tun. Diese Print- und Posterkampagne
wurde nun neu umgesetzt. «In drei kurzen TV-Spots inszenieren wir
Situationen, in denen etwas mehr Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer die
Lebensqualität stark verbessern könnte», sagt CD Rudy Felber.

Och Sport wolle mit diesem Ansatz einen Beitrag zur Volksgesundheit
leisten. Dass dies mit der nötigen Portion Humor und nicht
lehrmeisterlich geschieht, versteht sich von alleine. Die drei
Kurzspots zeigen alltägliche Situationen, die auf Unbeweglichkeit,
unnötige Pfunde oder schlappe Muskeln hinweisen. Die Empfehlung für
mehr Sport wird natürlich prompt nachgeschoben. Den ersten Schritt
mache man am besten mit der Anschaffung der Ausrüstung.

Regisseur Reto Salimbeni von Manifesto Films hat mit seiner Crew die
Spots in Toronto mit kanadischen Schauspielern realisiert. Casting,
Location, Kamera – jeder Spot besteht aus nur einer Einstellung – sowie
die Musik sorgen dafür, dass die Spots mit einem grossen Augenzwinkern
und authentisch rüberkommen. Trotzdem oder gerade deswegen werden sie
ihr Ziel nicht verfehlen, hofft Felber. «Der Junge hat sich übrigens
nach dem Dreh fest vorgenommen, sich und seiner Figur zuliebe in
Zukunft mehr Sport zu treiben», kommt er der Kritik von politisch
Korrekten zuvor. Man bleibe jedenfalls gerne mit ihm in Kontakt,
verspricht er.    

Luca Aloisi

get_footer();