Züri im Brasil-Fieber

Sponsoring Nicht nur in Weggis grassierte das Brasil-Fieber. Auch das diesjährige Caliente-Festival dürfte – angesteckt von der Fussball-Euphorie – ziemlich gelb-grün gefärbt sein.


Sponsoring Nicht nur in Weggis grassierte
das Brasil-Fieber. Auch das diesjährige Caliente-Festival dürfte –
angesteckt von der Fussball-Euphorie – ziemlich gelb-grün gefärbt sein.
Am Weekend vom 16. bis 18. Juni sorgen 15
Live-Orquestras und 30 DJs für
heisse Rhythmen. Das Festival fällt heuer auch durch die attraktive
Sponsorenliste auf. Neben den Hauptpartnern Helvetic Tours, Western
Union, SBB und Miller Bier hat Caliente-Manager Roger Furrer Guide4me,
Radio 24, 105, Argovia, Tele M1 und für ein spontanes Vorkonzert am 15.
Juni auch Tele- Züri als Mediapartner gewinnen können. Damit wird
offensichtlich, wie sich Caliente zur wertvollen Marke entwickelt hat.
Mit dieser Marke gebrandet
werden auch eine CD-Reihe, Ferienreisen, das Caliente-Tram und weitere
Festivals – demnächst zum Beispiel in Bern oder im Grand Casino
Baden. 

Jahreschronik auf Etiketten

Packaging Madeleine Gay, eine der wichtigsten Winzerinnen der Schweiz, hat die Lagerweinkollektion «Mémoire du Temps» kürzlich um den Jahrgang 2004 erweitert.


Packaging Madeleine Gay, eine der
wichtigsten Winzerinnen der Schweiz, hat die Lagerweinkollektion
«Mémoire du Temps» kürzlich um den Jahrgang 2004 erweitert.
Charakteristisch für die Walliser Produktion ist neben dem Inhalt auch
die Etikettengestaltung, die eine Rückblende ins vergangene Jahr
erlaubt. Die sechs Momentaufnahmen – vom neuen BR Christoph Blocher bis
zur umstrittenen Hirschhorn-Ausstellung in Paris – durfte heuer der
Zürcher Architekt und Comic-Künstler Matthias Gnehm umsetzen.

240 TV-Sender, 220 Radios –  Fussball total

WM-Übertragung Die Fussball-Weltmeisterschaft wird in mehr als 200 Länder übertragen. Schätzungen zufolge werden die Spiele weltweit 10 Prozent mehr Zuschauer haben als 2002.

WM-Übertragung Die heute beginnende
Fussball-Weltmeisterschaft wird in mehr als 200 Länder übertragen
werden. Infront Sports & Media, der Exklusivvermarkter der Fifa für
die Ausstrahlungsrechte, schätzt, dass weltweit insgesamt 32,5
Milliarden Zuschauer die Spiele verfolgen werden. Das sind rund zehn
Prozent mehr als 2002.
240 TV-Stationen, 220 Radios und mehr als 50 Anbieter im Bereich neuer
Medien (Internet und Mobile) werden die Spiele übertragen. Stark
zugelegt haben vor allem die Übertragungen durch Radios und die neuen
Medien. Allein in Deutschland werden die Spiele von rund 80 regionalen
und lokalen Sendern übertragen. Beschränkten sich 2002 die
Ausstrahlungen bei den neuen Medien auf die offizielle Website der Fifa
sowie einige Testübertragungen in Japan, werden die Zuschauer dieses
Jahr in mehr als 100 Ländern die dramatischsten Momente der einzelnen
Spiele auf ihrem Mobile-Gerät sehen können. (pcm)

Köppels Fatwa

Kolumne Erst wurde der Attentatsversuch auf den Chefredaktor der Welt wochenlang verheimlicht und dann von den Schweizer Medien quasi ignoriert: Zur Logik der journalistischen Schweigespirale.

Kolumne Erst wurde der Attentatsversuch auf
den Chefredaktor der Welt wochenlang verheimlicht und dann von den
Schweizer Medien quasi ignoriert: Zur Logik der journalistischen
Schweigespirale. Die Telefonnummer von Roger Köppel suchte
man schon zu seinen Zürcher Zeiten vergebens im Twixtel. Zwei Jahre
nach dem Umzug in die
Berliner Teppichetage des Springer-Konzerns hat der Ex-Chefredaktor von
Magazin und Weltwoche nun auch sein Namensschild am Wohnsitz im
grossbürgerlichen Stadtteil Charlottenburg abmontiert. Dies
rapportierte Ringiers Schweizer Illustrierte jüngst in
einer Homestory über den
«Gockel in allen journalistischen Hühnerställen». Das war nach dem von
Köppel persönlich veranlassten Nachdruck der umstrittenen
Mohammed-Karikaturen im Springer-Blatt Die Welt, aber noch vor dem
dadurch motivierten Attentatsversuch vom 20. März.

An diesem verregneten Montag stürmte ein 28-jähriger Pakistani, der in
Mönchengladbach Textilmanagement studierte, das Foyer des
Springer-Hauptsitzes, bedrohte das Wachpersonal mit einem Küchenmesser
und verlangte den «Schänder heiligster
islamischer Werte» zu sehen – und zu töten.

Der nach Auskunft seiner Freunde und Verwandten bislang unauffällige Einzeltäter wurde überwältigt und kam
in Untersuchungshaft, wo er sich am Morgen
des 5. Mai mit seiner
Jogginghose erhängte. Publik gemacht wurde der ganze Fall erst zwei
Tage später auf Spiegel online. Und das nur, weil sich die Sache auf
Grund von Foltervorwürfen pakistanischer Parlamentarier an die deutsche
Justiz inzwischen zur Staatsaffäre ausgeweitet hatte.

In Erinnerung rufen muss man die Geschichte, weil hier zu Lande bislang
auffällig wenig und wenn, dann nur äusserst oberflächlich, darüber
berichtet wurde: Auf den Schweizer Primeur im SonntagsBlick vom 7. Mai
folgte einzig eine kurze Erwähnung in einem NZZ-Artikel über «Medien
unter islamistischem Druck» (12. 5. 2006). Weitere drei Tage später
erst berichtete auch der Tages-Anzeiger – allerdings nur über den
Märtyrerstatus, den der Täter in seiner
Heimat erlangt hat. Im deutschen Blätterwald hingegen rief der Fall
mächtiges Rauschen hervor. Allein Spiegel online fasste dreimal nach
und lieferte zahlreiche Details, vom genauen Hergang über die
Umfeldanalyse bis zum (erschreckend normalen) Täterprofil.

Bis zum Selbstmord und seinen Folgen herrschte aber auch nördlich des
Rheins ein «Nichtberichterstattungspakt». Immerhin passierte alles
nicht nur coram publico, sondern direkt unter den Augen diverser
Springer-Reporter, die sonst bekanntlich keine Story anbrennen lassen.
Womit klar wäre, dass neben dem zumal von Roger Köppel gern beklagten
Lemmingeffekt auch eine journalistische «Schweigespirale» existiert.

Interessanter noch als der Befund ist freilich die Frage nach den
Motiven insbesondere des Schweizer Schweigekartells. Handelt es sich um
eine kollektive Solidarisierung mit einem Branchenliebling, der selber
ja ebenfalls keine Stellung zur faktischen Fatwa nimmt, die
verschiedene Terrorexponenten via Internet über ihn verhängt haben?
Oder will man keine hiesigen «Schläfer» wecken, da es im Namen einer
absolut verstandenen Pressefreiheit irgendwann auch an die eigene Haut
gehen könnte? Vermutlich jedoch möchten es
seine sonst nie um hämische Seitenhiebe verlegenen Kollegen aus
Pietätsgründen vermeiden, den radikalen Anti-Etatisten Köppel daran zu
erinnern, dass ausgerechnet er
nun bis auf weiteres (staatlichen) Polizeischutz braucht.

Für seine jüngste Provokation zahlt der Don Quichotte der Denkverbote
also einen hohen Preis – den der Angst. Man darf gespannt sein, ob und
wie er dieses Schicksal journalistisch meistert. Zuzutrauen wäre ihm
etwa ein Rushdie-Interview. Aber wir lassen uns gern überraschen.

Oliver Classen ist Pressesprecher der
entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern. Zuvor
arbeitete er als Medienjournalist u. a. für die Werbewoche.

Mittelland Zeitung lanciert WM-Blog

Aus Anlass der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 lancieren die Internetportale der Mittelland Zeitung (MZ) einen Weblog.

Aus Anlass der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 lancieren die Internetportale der Mittelland Zeitung (MZ) einen Weblog, auf dem Fussballfans über die Leistungen der Schweizer Nati und über andere Themen rund um die Weltmeisterschaft diskutieren können.Unter der Adresse www.wmblog.ch analysiert und kommentiert Peter Blunschi, Online-Redaktor und langjähriger Fussball-Journalist, das Geschehen rund um den Mega-Event.
Die News-Portale der Mittelland Zeitung sind kommerziell mit dem Mittelland-Kombi verbunden, der von Adlink vermarktet wird, treten aber am Markt mit regional fokussierten Marken und Inhalten auf. Der Weblog zur Fussball-WM ist über alle Portale zugänglich und wird im Rahmen der WM-Berichterstattung der MZ-Titel bekannt gemacht. Ferner werden die Blog-Beiträge in den Printtiteln zweitverwertet.

Fussball-Fastentag beim «St. Galler Tagblatt»

Die Redaktion des «St. Galler Tagblatts» hat am Donnerstag einen WM-Fastentag eingeschaltet, heisst es in einer Mitteilung. In der Zeitung ist kein einziger Bericht über die Fussball-WM erschienen.

Die Redaktion des «St. Galler Tagblatts» hat am Donnerstag einen WM-Fastentag eingeschaltet, heisst es in einer Mitteilung. Damit demonstriere die Redaktion gegen die «Fussball-WM-Medienlawine», die sich seit Wochen ergiesse, lautet die Begründung des Chefredaktors Gottlieb F. Höpli.
In der Ausgabe von Donnerstag findet sich denn auch keine einzige Meldung über die Fussball-WM, auch nicht im Sportteil. Im Editorial auf der Titelseite schreibt Höpli, die Medien gebärdeten sich als Erfüllungsgehilfen des Fifa-Konzerns. Und wirft daselbst die Frage auf, ob nach einer solchen Vorspeisen-Opulenz überhaupt noch jemand Lust auf dem Hauptgang habe. Statt freudige Erregung herbeizuschreiben, machen sich nur Verdruss am Überfluss breit.

Grenzen verbinden

Gastkommentar Die Medienlandschaft Schweiz hat Potenzial für eine vertiefte Zusammenarbeit mit Europa, sagt Manuel Friesecke.

Gastkommentar Die Medienlandschaft Schweiz hat Potenzial für eine vertiefte Zusammenarbeit mit Europa, sagt Manuel Friesecke.Wie praktisch sind doch Landesgrenzen: Sie
definieren für Verleger und Redakteure wie auch für Marketingfachleute
den Markt, den es hauptsächlich zu
bearbeiten gilt, und gewährleisten einen relativen Schutz vor
ausländischer Konkurrenz. Wer im Nachbarland Medien verkaufen oder
seine Kommunikationsprodukte verbreiten will, sieht sich mit anderen
rechtlichen Rahmenbedingungen und anderen kulturellen Hintergründen
konfrontiert.

Trotz stetig wachsendem Informationsaustausch und zunehmender
Globalisierung bleiben nationale Grenzen deutlich spürbar. Herkömmliche
Medien haben in der Regel ein beschränktes Einzugs- und
Verbreitungsgebiet. Anzeigenmärkte funktionieren fast ausschliesslich
national. Die Spielregeln für professionelles Marketing oder die
Kommunikation zwischen Kultur- und Medienschaffenden variieren von Land
zu Land. Es sind nicht zuletzt die Sprachgrenzen und die damit
einhergehenden interkulturellen Unterschiede, welche auch wesentliche
Hindernisse für den grenzüberschreitenden Informationsaustausch
darstellen. So dominieren z. B. in der Schweiz und in Deutschland
ausser bei Gratis- und Sonntagszeitungen die Abonnemente. In Frankreich
dagegen ist bei den Tageszeitungen der Kiosk-Verkauf dominant, was auf
die Gestaltung der Titelseiten abfärbt.

Die Funktion und das Verständnis von Grenzen haben sich in Europa in
den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Grenzen sind nicht mehr
Trennlinien, sondern führen mit dem gemeinsamen Binnenmarkt die
Menschen in einem
gemeinsamen Europa zusammen. Auch für den Bereich der Medien und
Kommunikation haben sich dadurch grenzüberschreitend zahlreiche
Schnittstellen ergeben.

Als europäische Pilotregion für grenzüberschreitende Zusammenarbeit
gilt die Oberrheinregion mit den Städten Karlsruhe, Freiburg,
Strasbourg, Colmar und Basel. Zahlreiche Medien- und
Kommunikationsprojekte wurden hier in den letzten zwanzig Jahren
realisiert und die Vernetzung der Medienverantwortlichen gefördert.
Diese Zusammenarbeit ist ein Spiegelbild der verstärkten gemeinsamen
grenzüberschreitenden Identität. 100 000 Grenzgängerinnen und
Grenzgänger überqueren täglich die Grenze am Oberrhein, um im
Nachbarland einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Schwarzwald, Vogesen
und Jura sind Ausflugs- und Naherholungsziele. Was am Oberrhein
offensichtlich ist, gilt auch für die Schweiz. In der Schweiz gibt es
keinen Punkt, der weiter als 100 Kilometer Luftlinie von der
Landesgrenze entfernt ist. Diese Tatsache zeigt das Potenzial einer
vertieften Zusammenarbeit in einer Schweiz und einem Europa der Zukunft
auf – auch im Bereich der Medien und der Kommunikation.

 Manuel Friesecke ist stv. Geschäftsleiter des Vereins Regio Basiliensis, Schweizer Partnerin für die Oberrheinkooperation.

Gefragte IT-Entscheider

IT-Markt Mit der Media-Analyse IT Business zeigte die Wemf, wie IT-Verantwortliche zu erreichen sind. Ob es eine dritte Ausgabe geben wird, ist unklar.

IT-Markt Mit der Media-Analyse IT Business (2000 und 2003) zeigte die Wemf, wie IT-Verantwortliche zu erreichen sind. Ob es eine dritte Ausgabe geben wird, ist unklar.Jährlich werden in der Schweiz rund 30 Milliarden Franken in die Informations- und Telekommunikations- technologie investiert. Entsprechend wird auch für die Produkte geworben. Aber wo geschieht das am besten? Eine Antwort für den Printbereich gaben bisher die Media-Analysen MA IT Business 2000 und 2003 der Wemf. Mit diesen Studien wurde jeweils untersucht, mit welchen Tageszeitungen, Wochentiteln und Fachzeitschriften sich IT-Verantwortliche in Schweizer Firmen auf dem Laufenden halten.Alleingang ausgeschlossenVom Rhythmus her wäre nun eigentlich wieder eine MA IT Business fällig. Doch die Wemf, die nur im Auftrag handelt, ist bis anhin mit keiner neuen Studie betraut worden. Dies bestätigt man auch beim Verlag IDG Communications, Herausgeber der IT-Titel Computerworld und PC-Tipp. IDG hatte die letzte Studie von 2003 allein bezahlt. IDG-Anzeigenleiter Urs Flückiger: «Wir haben zwar ein starkes Interesse an einer weiteren Reichweitenstudie, aber wir machen das nicht mehr im Alleingang. Sonst heisst es wieder, es sei bloss eine Auftragsstudie.»
Flückiger spricht damit einen Konflikt an, der vor drei Jahren in der Branche für böses Blut gesorgt hatte. Immerhin hat Flückiger aber an der Orbit-iEx-Messe im Mai wieder mit einigen andern IT-Verlagen Tuchfühlung aufgenommen. Die ersten «losen Kontakte» seien ermutigend, sagt er, die Branche sei ebenfalls an Daten interessiert, allerdings müsse die Studie deutlich preisgünstiger werden. Er werde deshalb versuchen, mit den Verlagen Neue Mediengesellschaft Ulm (Online PC Zeitung), Compress (Infoweek) und Netzmedien (Netzwoche) einen gemeinsamen Nenner zu finden.
Zudem möchte er auch die Tages-, Sonntags- und Wirtschaftstitel einbinden. Die Chance, dass eine von der Branche getragene Studie zu Stande kommt, hält er für «sehr gut». «Denn falls wir es nicht schaffen, wird es kaum eine weitere Studie geben», meint er. Vor Herbst werde sie allerdings nicht stehen, Flückiger sieht vielmehr Frühjahr 2007 als Zeithorizont.
Und wie reagiert man bei den andern Verlagen? Ingo Rausch von der Online PC Zeitung ist «auf jeden Fall für Gespräche aufgeschlossen». Ob sein Verlag sich aber beteilige, hänge primär von den Kosten ab. «Das ist für uns eine finanzielle Frage, denn im Gegensatz zu den meisten andern IT-Titeln sind wir schon bei der Mach Basic dabei», sagt er. Vorsichtiger tönt es bei Compress. Verleger Michael von Babo würde zwar ebenfalls eine Gemeinschaftsstudie begrüssen. «Davon könnte die IT-Fachzeitschriftenbranche nur profitieren», sagt er. Doch das Zu-Stande-Kommen hänge davon ab, ob eine geeignete Trägerschaft gefunden werde. «Nach den bisherigen Erfahrungen wird das nicht einfach sein, aber wir sind auf jeden Fall zu Gesprächen bereit», sagt er. Heinrich Meyer, Verleger der Netzwoche, doppelt nach: «Wenn die Studie modifiziert wird und auch unser Zielpublikum abdeckt, sind wir gerne zu Gesprächen bereit.»
Konflikt bleibtDamit wird deutlich: Der alte Konflikt ist nicht vergessen. Meyer und von Babo stellen deshalb weitere Bedingungen: Bei der Studienanlage wollen sie ein Mitspracherecht, konkret etwa bei der Definition, wer befragt werden soll und wie diese Personen ausfindig gemacht werden. «Es reicht nicht mehr, bei Telefoninterviews einfach zu fragen, wer im Betrieb für die Computer zuständig sei, um dann den Investitionsverantwortlichen zu erreichen», sagt Meyer. Aber auch bei den einzelnen Fragen will er mitreden. Meyer: «Der bisherige Fragebogen war allzu technik- und hardwarelastig ausgerichtet.» Von Babo könnte sich auch eine jährliche Studie vorstellen, sofern das Konzept der Umfrage deutlich – auch kostenmässig – gestrafft würde. Zudem fordert er «einen gerechten Finanzierungsschlüssel».
Käme für die beiden auch die Wemf als Forschungsinstitut wieder in Frage? «Ja, aber auch andere Institute», sagt von Babo. «Wir wären für eine offene Ausschreibung.» Meyer pflichtet bei: «Wenn die Kosten und die Studienqualität stimmen, ja. Ob das Label MA IT Business weiter verwendet werden soll, ist eine andere Sache. Zwei fehlerhafte Durchführungen, zweimal Streit nach der Publikation der Daten – das ist kein guter Track Record.»
Den IT-Titeln fehlt es an MarktdatenAbgesehen von den drei Jahre
alten und angezweifelten Daten der MA IT Business 2003 verfügen die meisten IT-Titel über keine offiziellen Reichweitendaten. Bei der Mach Basic lassen sich einzig die auflagenstarken Blätter Online PC Zeitung und PC-Tipp ausweisen – sie kommen aktuell auf 125000 beziehungsweise 313000 Leser. In der MA Leader kommen dagegen gar keine IT-Titel vor. Bis vor kurzem behalf sich die Branche deshalb mit einer Umfrage unter 300 Orbit-Besuchern, die Messeveranstalter Reed jeweils durchführte. Gefragt wurde dort jeweils auch nach den regelmässig gelesenen Fach-, Wirtschafts- und Tagestiteln. Doch das ist passé. Diese Frage habe man wegen des zu langen Fragebogens dieses Jahr gestrichen, teilte die Messeleitung auf Anfrage mit.«Diese Situation ist für die Branche von Nachteil», sagt Othmar Fischlin, Leiter der Abteilung Media und Forschung bei Publimedia. «Aus der Optik der Mediaplanung fehlt mir heute etwas.» Jede Anstrengung für eine weitergehende Transparenz sei deshalb wünschenswert – vorausgesetzt, die Branche kann sich auf eine regelmässige und möglichst umfassende Studie einigen. «Die wesentlichen Titel sollten jedenfalls nicht fehlen», meint Fischlin.
Eine Studie mit KnalleffektDie MA IT Business
wurde bisher zweimal durchgeführt, 2000 und 2003, zweimal mit starken Nebengeräuschen. Die Wemf habe die unterschiedlichen Zielgruppen der Titel nicht oder zu wenig berücksichtigt, lautete die Hauptkritik. Ein Beispiel: In der ersten Studie wurde auch der Titel IT Reseller von Compress einbezogen, der nicht an Anwender, sondern ausschliesslich an Händler vertrieben wird. Weil aber keine Händler befragt wurden, schnitt der IT Reseller schlecht ab. Compress protestierte.Bei der Studie von 2003 beteiligten sich zunächst IDG (mit PC-Tipp und Computerworld), Compress (mit Infoweek) und Netzmedien (Netzwoche). Letztere wollten allerdings die Studienanlage modifizieren und der aktuellen Branchensituation anpassen. Offenbar waren IDG und Wemf dazu nicht bereit, weshalb sich Compress und Netzmedien zurückzogen. Mit IDG als einzigem Auftraggeber wurde die Studie durchgeführt, wobei die Wemf auch Daten der Netzwoche publizierte, obwohl sie vorher zugesichert hatte, dies nicht zu tun. Später entschuldigte sie sich dafür. Die Kritik von Compress und Netzmedien zielt jedoch tiefer: Dass die Studienanlage nicht und die Resultate nur teilweise publiziert wurden, sei bei einer Media-Analyse nicht akzeptabel.
Markus Knöpfli

«Tages-Anzeiger» mit neuer Gebietsverkaufsleitung

Isabelle Kropf (34) ist die neue Gebietsverkaufsleiterin für den nationalen Werbemarkt des «Tages-Anzeiger».

Isabelle Kropf (34) ist die neue Gebietsverkaufsleiterin für den nationalen Werbemarkt des «Tages-Anzeiger». Stationen ihrer Karriere waren neben der Publicitas der Nouveau Quotidien. Seit 2005 war sie bei der NZZ als Kundeberaterin tätig. Sie tritt ihre neue Stelle per 7. August 2006 an.

Condor Communications wird wieder zu Condor Films

Condor, eine der führenden Filmproduzentinnen der Schweiz, nennt sich wieder mit dem Zusatz „Films“ im Firmennamen.

Condor, eine der führenden Filmproduzentinnen der Schweiz, nennt sich wieder mit dem Zusatz „Films“ im Firmennamen. Diese Tage wurde die Umfirmierung von Condor Communications zu Condor Films im Handelsregister eingetragen, heisst es in einer Mitteilung. In diesem Zuge wurde auch der Internetauftritt komplett erneuert.
Condor Films wurde 1947 gegründet und gliedert sich heute in fünf Profit Center: Commercials, Corporate, Documentaries, Fiction und Studio Bellerive. Die Sparte TV-Formate wird von Faro TV betreut, die kürzlich übernommen wurde.

Assai für Mobiliar: Schadensskizzen zur Fussball-WM

Die Multimediaspezialistin Assai programmiert für die Schweizerische Mobiliar eine interaktive Promo-Website, auf der Schadensskizzen zur Fussball-WM online gezeichnet werden können.

Die Multimediaspezialistin Assai programmiert für die Schweizerische Mobiliar eine interaktive Promo-Website, auf der Schadensskizzen zur Fussball-WM online gezeichnet werden können. Auf diese Weise wird die populäre Kampagne der Mobiliar im Internet weiter geführt. Am Ende der Promotion entscheidet eine Fachjury, welche Schadensskizzen welchen Preis gewinnen, heisst es in der Mitteilung. Der Wettbewerb wird zielgruppengerecht per Crossmedia-Promotion auf «20 Minuten» beworben.

Zeit sparen mit Anna

Food Mit zwei Werbeauftritten spannt Exxtra einen Image-Schirm über Convenience Leader Anna’s Best.

Food Mit zwei Werbeauftritten spannt Exxtra einen Image-Schirm über Convenience Leader Anna’s Best.Ready-to-eat- und Ready-to-cook-Produkte
haben es den Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten angetan. Laut
Marktforschungsinstitut AC Nielsen sind Akzeptanz und Absatz ständig am
Steigen. Je mehr Multitasking zur Normalität wird, desto eher werden
scheinbar umständliche Aufgaben ausgelagert, um kostbare Zeit für
geistig spannendere Aktivitäten zu sparen. Und Zeit spart der moderne
Mensch am liebsten bei der Zubereitung von Mahlzeiten. So bieten die
Hersteller ein immer breiteres Produktesortiment für alle möglichen
Lebensstile, Haushalts- und Portemonnaiegrössen an, von den exotischen
bis zu den diätetischen Lebensmitteln.

So umfangreich das Sortiment der Convenience-Produkte, so
unterschiedlich sind ihre Benefits und Eigenschaften von den
Herstellern und Vertreibern in der Werbung umgesetzt worden. Kaum eine
andere Marke blieb ihrer Positionierung über die Jahre so treu wie
Anna’s Best von der Migros mit dem Konzept, der im Brandclaim «Mehr
Zeit zum Leben» zusammengefasst ist. Mit Erfolg: Gemäss Nielsen-Zahlen
ist Anna’s Best seit einigen Jahren die meistgekaufte Convenience-Marke
der Schweiz.

Als besonders profilierend hätten sich die kontinuierlichen
Produkteinnovationen erwiesen, so Exxtra-Berater Gian Marco Juon.
Beispielhaft dafür stehe auch die im vergangenen Herbst eingeführte
India-Linie, die das Angebot von nahezu 400 Anna’s-Best-Produkten mit
sechs neuen Fertiggerichten und einem Drink erweitert hatte. Im März
2006 wurde die inzwischen weiter ausgebaute Linie bei der Marketing
Trophy mit Silber ausgezeichnet.

Stellvertretend für die ganze orientalische Spezialitätenlinie wird
jetzt die neue Linsensuppe Delhi Dal Shorba mit einem neuen TV-Spot
beworben. Das Ziel der Werbeoffensive besteht darin, die Bekanntheit
der Marke zu steigern und ihre Leaderposition im Markt zu festigen.
«Insbesondere die Frauen um die 30 gilt es verstärkt anzusprechen»,
definiert Juon die primäre Zielgruppe. Parallel zum TV-Auftritt
startete Exxtra auch eine Print- und Poster-Kampagne, die aber die
kürzlich neu lancierte Zwischenmahlzeit-Linie Hot-Snack bewirbt und ein
jüngeres Publikum ansprechen will. Mit dem Resultat, dass die
vielfältige Präsenz auf den Werbekanälen die Spannbreite des Sortiments
– von der Currysuppe bis zur Focaccia – ausdrückt.

Dementsprechend heterogen präsentiert sich die Dramatisierung und
Tonalität der beiden Linien. Hier das India-Produkt, für das CD Dieter
Hofmann mit Regisseur Alberto Colombo die Werbeidee des letztjährigen
Spots aufnimmt und den semantischen Kontext um die Welt der Wellness
erweitert. In stilvollen Bildern zeigt der Streifen eine junge, indisch
aussehende Frau, die sich eine Suppe zubereitet und zugleich ein wenig
Entspannung gönnt. Parallel zu ihren Handlungen – Duftöl in ein
Tontöpfchen träufeln, Wasser für ein Dampfbad eingiessen, eine
Gesichtsmaske auftragen – beschreibt die Off-Stimme metaphorisch
Tätigkeiten, die sich aber eindeutig aufs Kochen beziehen. Die
Diskrepanz zwischen Bild und Wort wird am Schluss aufgelöst, wenn die
Frau besagte Suppe in einem Teller schön angerichtet auftischt.

Eine sehr saubere, plakative Umsetzung zur Verknüpfung von
Zeitersparnis und Verpflegung ist Hofmann und AD Grischa Rubinick bei
den Print-Motiven gelungen. Hier weisen die «leicht» modifizierten,
zielgruppenrelevanten Küchengeräte auf Freizeitaktivitäten hin, für die
man dank Anna’s Best mehr Zeit haben soll: Sport, Fernsehen oder
Clubbing. Wunderbar beiläufig: die Berücksichtigung der Uhrzeit als
Detail für den modernen Tagesablauf.   

Luca Aloisi

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