Studie: Gewaltopfer reagieren negativ auf Medienberichte
Eine Studie der Universität Zürich hat untersucht, was passiert, wenn Opfer von Gewalt ihre Geschichte in der Zeitung lesen oder im Fernsehen sehen.
Der grosse Teil der Gewaltopfer reagiert negativ auf Medienberichte über ihre Geschichte. Dies hat eine Studie der Universität Zürich ergeben. Darin wurde untersucht, was passiert, wenn Opfer von Gewalt ihre Geschichte in der Zeitung lesen oder im Fernsehen sehen. Laut Studie freuen sich nur wenige der Traumaopfer über den Medienbericht (5 Prozent) oder fühlen sich dadurch unterstützt (11 Prozent). Negative Reaktionen wie Trauer, Ärger oder ein Gefühl des Ausgeliefertseins überwiegten. Zwei Drittel der Personen waren nach dem Bericht traurig. Knapp die Hälfte der Personen war erschrocken, ein Drittel war wütend und 10 Prozent liess der Medienbericht indifferent. Schätzten die Opfer die Berichte als eher falsch ein, waren die negativen Reaktionen höher. Gewaltopfer mit stark ausgeprägten Symptomen der Posttraumatischen Belastungsstörung reagierten überwiegend negativ auf die Berichte – und zwar unabhägig davon, ob sie diese als zutreffend oder unzutreffend empfanden. Untersucht wurden 63 Personen. Diese waren Opfer von Raubüberfällen mit und ohne Körperverletzungen sowie Opfer häuslicher Gewalt mit Körperverletzung.
