Zweihochdrei kreiert Neue Medien

Der Softwareentwickler Rainer Rombach und der Webdesigner Maurits de Wijs haben in Basel Anfang Mai 2006 Zweihochdrei, eine Agentur für Neue Medien, gegründet.

Der Softwareentwickler Rainer Rombach und der Webdesigner Maurits de Wijs haben in Basel Anfang Mai 2006 Zweihochdrei, eine Agentur für Neue Medien, gegründet. Das Unternehmen lanciert und realisiert Projekte im Bereich Webdesign, Multimedia, E-Commerce, Content Management Systeme und Suchmaschinen-Optimierung. Einen Schwerpunkt bildet die Gestaltung von Multimediauftritten wie CD-Roms und DVDs. Die Kundenliste von Zeihochdrei umfasst Auftraggeber aus Kunst und Kultur, der Privatindustrie, der Gastronomie oder Handwerksbetrieben.

Zielorientiert – und trotzdem nichts tun

Business Campaigning Immer mehr Firmen wollen effizienter und effektiver kommunizieren als bisher. Ein Ansatz, mit weniger Budget mehr zu bewirken, ist Business Campaigning.

Business Campaigning Immer mehr Firmen
wollen effizienter und effektiver kommunizieren als bisher. Ein Ansatz,
mit weniger Budget mehr zu bewirken, sei Business Campaigning, schreibt
Peter Metzinger.Auch wenn sich am Horizont ein leichter
Silberstreifen abzeichnet: Jeder Franken wird zweimal, dreimal oder
noch öfters umgedreht, bis er für Kommunikationsmassnahmen ausgegeben
wird. Die Kunden wollen für dieselbe Wirkung weniger ausgeben, mit
demselben Budget mehr bewirken oder, am liebsten, weniger ausgeben und
mehr bewirken. Was wie die Quadratur des Kreises tönt, fordert die
Agenturen heute, morgen und übermorgen heraus.
Integriert kommunizieren
Ein Ansatz, um diese Herausforderung zu meistern, ist Business
Campaigning. Diese Methodik hat sich aus der erfolgreichen
Kampagnenarbeit von Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace weiter
entwickelt und geht letztlich auf Massnahmen zurück, wie sie
beispielsweise Mahatma Gandhi eingesetzt hat: Direkt in Prozesse oder
Umstände eingreifen und sie verändern, um sein Ziel zu erreichen. Dank
diesem Ansatz hat Greenpeace mit wenig Geld und viel Engagement mehr
erreicht als Weltkonzerne mit unbeschränkten Ressourcen.

Business Campaigning konkurriert klassische Kommunikationskonzepte und
-massnahmen nicht, wie manche Agentur befürchtet, sondern ergänzt sie
und führt sie in einer integrierten Kommunikationsstrategie zusammen.
Die Methodik verknüpft Kommunikation und Intervention strategisch,
orientiert sich an ihrer Wirkung und baut auf einer Konzeption auf, die
umfassend und systematisch die Unsicherheiten in der Planung minimiert.
Ausserdem schafft Business Campaigning die Voraussetzungen, um den
Erfolg von Kampagnen zu messen.

Über 20 Jahre Erfahrung
Peter Metzinger hat die Kampagnenarbeit von der Pike auf gelernt. Nach
seinem Physikstudium arbeitete er von 1984 bis 1997 für Greenpeace;
zuerst ehrenamtlich, dann als Campaigner, zuletzt als Campaigns
Director für nationale und internationale Kampagnen. 1997 machte er
sich selbstständig und begann, Firmen und Organisationen zu beraten.
Heute ist Metzinger der Business Campaigner schlechthin, unterrichtet
an mehreren Fachhochschulen und ist Präsident des Branchenverbandes
pro:campaigning. Der Mann weiss also, worüber er schreibt.

Und was er schreibt, lohnt sich zu lesen. Das galt schon für die erste
Auflage seines Buches, doch die zweite ist lesbarer, weil weniger
wissenschaftlich geschrieben. Ausserdem ist «Business Campaigning» dank
konkreten Beispielen und neuen Werkzeugen, die Metzinger seit der
ersten Auflage entwickelt hat, praxisorientierter. Trotzdem ist das
Buch keine leichte Kost und gehört kaum auf das Nachttischchen – aber
auf den Schreibtisch aller, die für Kommunikations-, Veränderungs-,
Management- oder Krisenmanagementprojekte verantwortlich sind.

Roger Hausmann
 

Business Campaigning (2. Auflage) von Peter Metzinger; Springer, 2006, 296 Seiten, 76.50 Franken.

Das Medienhaus Radio e Televisiun Rumantscha erhält ein Corporate Design

Die Agentur Trimarca Kommunikation aus Chur wird in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Architekten das Corporate Design für das neue Medienhaus von Radio e Televisiun Rumantscha gestalten.

Die Agentur Trimarca Kommunikation aus Chur wird in Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Architekten das Corporate Design für das neue Medienhaus von Radio e Televisiun Rumantscha – «Chasa RTR» – gestalten. Geplant sind Hausbeschriftungen, Fensterstopper, Flyer und Einladungen. Am 6. Juni wurde das Medienhaus offiziell an einem Festakt mit Bundesrat Christoph Blocher und der SRG-Spitze eingeweiht. Am 9. und 10. Juni öffnet «Chasa RTR» die Türen für alle Interessenten, die einen Einblick in die architektonischen und technischen Einrichtungen sowie in die Arbeit von RTR erhalten möchten.

Pimp your Mobile

Motorrad Jung von Matt/Limmat will Jugendlichen auf dem Land über das Handy ein Töffli verkaufen.

Motorrad Jung von Matt/Limmat will Jugendlichen auf dem Land über das Handy ein Töffli verkaufen.Am liebsten machen sie Videospiele.
Schöner könnte vielleicht nur noch das Herumkurven mit einem Töffli
sein. Und damit bei den Girls auffallen. Natürlich mit einem neuen NRG
Power Special Edition von Piaggio.

Der coole Roller im «Racy Look» wird ab dieser Woche in der Schweiz
absolut zielgruppengerecht mit einem Mobile Game beworben. Keine
Plakate, keine Inserate. Nur ein Flyer, auf welchem steht: «Mach es wie
die Profis: Präg dir den Kurs ein, um ganz vorne dabei zu sei.»

Wer gemäss Anleitung auf dem Flyer ein SMS mit dem Wort «Race» an die
Nummer 266 schickt, erhält umgehend einen WAP-Link, mit dem man ein
Game gratis downloaden kann. Auch das SMS kostet nur 20 Rappen. In
einem Markt, wo Jugendliche über ihre Handys von immer mehr Verführungen finanziell
geschröpft werden, dürfte deshalb das Gratis-Game bald einmal zum Kult
werden, ist Unit-Leiter Jan Schmocker bei Jung von Matt/ Frontend
überzeugt. Denn das von den Werbern entwickelte Free-Game kann
tatsächlich auch gegen die teuersten Rennspiele an vorderster Stelle
mithalten.

Kommunikation übers Handy
Drei Motorräder speeden über einen Parcours. Dabei kann über die Tasten
des Handys der Kampf in den Kurven gesteuert werden. Wer glaubt, eine
gute Rundenzeit gefahren zu haben, bestätigt sein Resultat per SMS an
die Rennleitung. Wer unter den besten 100 im Highscore ist, nimmt
automatisch an der wöchentlichen Verlosung teil. Zu gewinnen gibt es
natürlich das Töffli, einen Integralhelm oder originellen
«Wackel-Che-Cazzo». Das Spiel funktioniert auf Sunrise, Orange und
Swisscom.

Die Web-Unit Jung von Matt/Frontend hat bei dieser Kampagne für «den
schnellsten und trendigsten Roller seiner Klasse» voll auf die neuen
Kommunikations- und Spielmöglichkeiten des Handys gesetzt. Nur
stützende Massnahmen sind Banner auf Bluewin und Tilllate sowie eine
Website www.nrg-race.ch, auf der alle Details zum Spiel erklärt sind.
Dort gibt es auch einen verträumten Videoclip zu sehen, in welchem zwei
Boys mit ihren Piaggios durch die Landschaft kurven und schliesslich
mit ihrem coolen Untersatz bei zwei hübschen Girls auffallen.

Vorwiegend die Jugend auf dem Land wolle man mit dieser Kampagne
erreichen, erklärt Jan Schmocker. Als Basis für die Kommunikation
dienen die lokalen Töffli-Händler. Von dort aus sollen die Lehrlinge in
ihren Cliquen Flyer verteilen. Sobald das Gratis-Game dann in
Jugendclubs bekannt wird, dürfte die Handy-zu-Handy-Werbung wohl
automatisch in einen höheren Gang geschaltet werden. Bei ihren Treffs
sollen die Jugendlichen mit dem Game auch in der Gruppe gegeneinander
antreten. Über das Handy können ebenfalls ein Ringtone mit dem
Motorgeräusch des Piaggio sowie der Videoclip heruntergeladen werden.

Die Web-Unit Frontend bei Jung von Matt ist vor fünf Jahren als
Schnittstelle für crossmediale Kampagnen gegründet worden. Mit diesem
Schritt wollte die Agentur ihr Think-Tank-Modell mit integrierten
Spezial-Units weiter verankern und ihre Positionierung im Bereich der
Online-Kommunikation stärken. Seit Januar 2006 wird die Web-Unit von
Jan Schmocker geführt. Der eidgenössisch diplomierte visuelle Gestalter
HfG gründete 1994 das Unternehmen Scopo Intermedial für
medienübergreifende Lösungen, welches später mit Pixelpark (Schweiz)
zusammengeführt wurde. In seiner letzten Position war er als CD bei
Unic Internet Solutions AG tätig.

Frontend bei Jung von Matt ist bereits mit einem Africa-Game für Manor
aufgefallen und hat mit einer Applikation für den Fotografen Alessandro
Fischer kürzlich eine Auszeichnung «Best Web» gewonnen.

Andreas Panzeri

Das Meer braucht mehr

Umweltschutz Lowe in Zürich hat für Greenpeace eine Kampagne für den ganzen deutschsprachigen Raum lanciert.

Umweltschutz Lowe in Zürich hat für Greenpeace eine Kampagne für den ganzen deutschsprachigen Raum lanciert.«Jeder für sich ist ein Tropfen, zusammen
sind wir ein Ozean», sagt der japanische Dichter Ryunosuke Satoro.
Seine Weisheit steht als Headline über der aktuellen
Greenpeace- Kampagne «SOS Weltmeer». Das Projekt ist die längste
Expedition, die Greenpeace je unternommen hat. Sie wird ein ganzes Jahr
dauern und von der Krise unserer Ozeane erzählen – von den Azoren bis
zur Antarktis.

Auf Initiative von Greenpeace Schweiz haben sich die drei
deutschsprachigen Länder für einen gemeinsamen, länderübergreifenden
Auftritt entschieden. Anfang Jahr wurde ein Pitch durchgeführt, den die
Agentur Lowe in Zürich für sich
gewinnen konnte.

Als Botschaft musste kommuniziert werden: Unsere Ozeane werden
leergefischt, vollgemüllt, vergiftet, aufgeheizt und keiner schaut hin.
Keiner?

Die weltweite Greenpeace-Expedition «SOS Weltmeer» segelt ein Jahr lang
gegen Gier und Gedankenlosigkeit und für einen umfassenden Schutz der
Ozeane. Hauptziel dieser grössten Expedition der Greenpeace-Geschichte
ist die Schaffung eines weltweiten Netzwerks von Meeresschutzgebieten,
in denen sich die Natur wieder ungestört entfalten kann. Auf dem Weg zu
diesem Ziel will Greenpeace weltweit eine Million Meeresschützer
mobilisieren, die sich mit ihrem Namen hinter die Initiative stellen. Denn «nur so kann der nötige Druck
auf Politik und Wirtschaft ausgeübt und ein klares Signal gesetzt
werden», meint Muriel Bonnardin als Gesamtverantwortliche von
Greenpeace Schweiz. Der Claim zur Kampagne ruft somit auf: «Komm an
Bord. Werde Meeresschützer.»

Die Crossmedia-Kampagne von Lowe unter CD Valentina Hermann
dramatisiert die Krise der Weltmeere auf immer wieder neue Weise. Sie
sensibilisiert ein breites Publikum fürs Thema Meeresschutz,
mobilisiert Meeresschützer und aktualisiert dabei das Image von
Greenpeace als wichtigster Organisation für den Schutz der Meere.

In der Schweiz, in Deutschland und Österreich kommen insgesamt
sieben Anzeigenmotive zum Einsatz. Ein Sujet zeigt zum Beispiel
drastisch, wie zu jedem Stück Fisch im Einkaufsnetz massenweise weitere
Meerestiere im Fangnetz sterben müssen. Ähnlich funktionieren Plakate,
Banner, Radiospot, TV-Spot und Mailings. Die Kampagne nimmt die
Schwerpunkte der Expedition auf und kommuniziert sie teilweise zeitlich
auf die Expedition abgestimmt: zur Ferienzeit beispielsweise mit dem
Thema Mittelmeer, im Herbst mit dem Schwerpunkt Fischerei. Die erste
Welle in der Schweiz ist im Mai gestartet.

Das grosse Entgegenkommen aller Partner macht diese Kampagne möglich.
Bei der Umsetzung wurden weitgehend Greenpeace-Bilder verwendet.

Der Unterwasser-Spot mit faszinierenden Aufnahmen der bald bedrohten
Fauna wurde vom britischen Kameramann Gavin Newman in Bonaire
aufgenommen und von Michael Fueter bei Condor Films als Consultant
betreut. Die Schauspielerin Bibiana Beglau lieh Greenpeace im Zürcher
Hastings-Tonstudio ihre Stimme als Sprecherin für den TV- und
Radiospot.

Alle weiteren Infos zur Kampagne finden sich auf www.sosweltmeer.org,
wo man sich auch persönlich als «Tropfen» in den grossen Ozean der
engagierten Umweltschützer eintragen kann.    

Andreas Panzeri

Stand der Dinge
Lowe Worldwide hat im April 06 bekannt gegeben, sich auf 8 Hubs in den
Wachstumsmärkten zu konzentrieren, mit affiliated Agenturen in den
europäischen Märkten. Lowe Schweiz prüft zurzeit mehrere Möglichkeiten auf ihre Nachhaltigkeit für Mitarbeiter und Kunden und
wird sich für die beste Lösung entscheiden.

CEO Kurt Gallus Schmid

«PubliQuiz» geht in die Sommerspielrunde

Das im März 2005 zum vierzigsten Geburtstag der Publisuisse lancierte Ratespiel rund um die Fernsehwerbung wird auch diesen Sommer gespielt.

Das im März 2005 zum vierzigsten Geburtstag der Publisuisse lancierte Ratespiel rund um die Fernsehwerbung wird auch diesen Sommer gespielt. Werbeauftraggeber können die Plattform als Preissponsor nutzen oder einen aktuellen TV-Spot als Wettbewerbsfrage einreichen. Vom 19. Juni bis am 16. Juli kann in den Werbeblöcken der SRG SSR TV-Sender mitgerätselt werden. Als Rätsel wird ein Ausschnitt aus einem bekannten TV-Spot ausgestrahlt. Die Zusehenden erraten das beworbene Produkt oder die richtige Marke aus drei vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Jeweils am letzten Sonntagabend des Monats respektive am ersten des Folgemonats wird das Quiz in den Werbeblöcken aufgelöst und der TV-Spot in voller Länge gezeigt.
Seit dem Start von «PubliQuiz» hätten bereits rund 500’000 Zusehende mitgespielt. Eine monatliche telefonische Befragung durch das Institut Konso habe ferner gezeigt, dass rund 25 Prozent der Schweizer das Quiz kennen und 28 Prozent davon spontan und ungestützt den jeweiligen Preissponsor nennen können, teilt Publisuisse am Donnerstag mit.

Hochschule Liechtenstein wirbt in der Ostschweiz

Die Hochschule Liechtenstein wirbt zur Zeit von Chur bis St. Gallen mit Grossplakaten – und zwar um die qualifiziertesten Studierenden.

Die Hochschule Liechtenstein wirbt zur Zeit von Chur bis St. Gallen mit Grossplakaten – und zwar um die qualifiziertesten Studierenden. Als Mitglied im Verband Fachhochschule Ostschweiz (FHO) konkurrenziert die liechtensteinische Hochschule mit dieser Werbeaktion andere FHO-Fachhochschulen im offenen Bildungsmarkt. Der Grund: Wirtschafts- und Finanzunternehmen im Fürstentum Liechtenstein brauchen qualifizierte Arbeitskräfte. Die Hochschule bildet den akademischen Nachwuchs aus und wird von den Unternehmen über Drittmittelprojekte und Lehrstuhl-Sponsoring mitfinanziert.

Baselbieter Landrat will Plakatwerbeverbot für Alkohol- und Tabakwerbung

Im Kanton Thurgau wurde eine entsprechende Gesetzesvorlage diesen April vom Grossen Rat angenommen – und in Graubünden tritt das Werbeverbot für Alkohol und Tabak bereits am 1. Juli in Kraft. Nun ziehen auch die Baselbieter nach.

Im Kanton Thurgau wurde eine entsprechende Gesetzesvorlage diesen April vom Grossen Rat angenommen – und in Graubünden tritt das Werbeverbot für Alkohol und Tabak bereits am 1. Juli in Kraft. Nun ziehen auch die Baselbieter nach: Am Donnerstag, 8. Juni, hat der Baselbieter Landrat entschieden, dass Plakatwerbung für Alkohol und Tabak weitgehend verboten werden soll. Nach einer kontroversen Debatte ist der Landrat in erster Lesung mit 43 zu 34 Stimmen auf eine entsprechende kantonale Gesetzesvorlage eingetreten – allerdings dürfte am Ende das Volk darüber entscheiden.
Gemäss der Vorlage soll Plakatwerbung für Tabak und Alkohol auf öffentlichem Grund und in öffentlichen Gebäuden verboten werden. Das Verbot soll auch für privaten Grund gelten, sofern dieser öffentlich einsehbar ist.
Die Befürworter argumentierten insbesondere mit dem Jugendschutz. Zudem sei die Regelung ein Kompromiss, der dem Gesetz entspreche, das im Nachbarkanton Basel-Stadt schon gelte.

Ich google, du googelst…

Online Google hat erreicht, was Microsoft wohl nie erreichen wird: Der ehrwürdige Dudenverlag hat das Verb «googeln» in den Duden aufgenommen.

Online Google hat erreicht, was Microsoft wohl nie erreichen wird: Der ehrwürdige Dudenverlag hat das Verb «googeln» in den Duden aufgenommen. Larry Page und Sergey Brin – zwei
Charaktere, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten – studierten an
der Stanford University. Page, introvertiert und nachdenklich, baute
während der High School einen (funktionierenden) Tintenstrahldrucker
aus Lego-Steinen; Brin, extrovertiert, sportlich, selbstbewusst,
schloss Mathematikstudium und Doktorandenvorprüfungen ab, ehe er 20
Jahre alt war. Doch eines ist ihnen gemeinsam: Sie wuchsen mit
Computern, Naturwissenschaft, Technologie auf, ihre Eltern waren
Mathematiker, Informatiker, Datenbankexperten.

BackRub, die Basis für Google
Im Frühjahr 1995 lernten sich Page und Brin kennen. Und merkten bald,
dass sie noch etwas gemeinsam hatten – die Vision, eine
funktionstüchtigere Suchmaschine für ihre Universität zu entwickeln.
Während ihrer Arbeit begannen sie, Daten über die Links von Website zu
Website zu analysieren. Je häufiger andere Websites auf eine Website
verwiesen und je öfter Surferinnen und Surfer diesem Link folgten,
desto relevanter war diese Website und stieg in der Rangfolge der
Suchergebnisse.

Zwei Jahre später war es so weit. BackRub, so hiess ihre Suchmaschine
damals, wurde an der Stanford University eingeführt. Die Suchmaschine
bewährte sich, Page und Brin entwickelten sie weiter. Weil sich dennoch
kein Internetportal für ihre Suchtechnologie interessierte, gründeten
sie am 7. September 1998 mit 1,25 Millionen Franken Startkapital
Google. Der Name leitet sich von der amerikanischen Aussprache des
Wortes «Googol» für 10100 ab und steht für die schier unendliche Menge
an Informationen, die dank Google gefunden werden können.

Der Rest ist Erfolgsgeschichte. Im Februar 1999 beziehen Page und Brin
mit acht Mitarbeitenden ihr erstes Büro in Palo Alto, im September
besiegeln sie ihre Zusammenarbeit mit AOL und Netscape, am 21.
September 1999 beenden sie offiziell die Betatestphase, im Juni 2000
übernimmt Google mit mehr als einer Milliarde indexierten Websites die
Marktführerschaft. Und dann, im August 2004, geht Google an die Börse –
der IPO macht Page und Brin über Nacht zu Milliardären, im zarten Alter
von 31 Jahren.

Seither indexiert Google laufend mehr Websites, inzwischen sind es über
acht Milliarden, bietet immer wieder neue Online-Dienstleistungen vom
kostenlosen E-Mail-Dienst Gmail bis zu Google Earth an und kauft die
eine oder andere Firma dazu, die ihr Portefeuille sinnvoll ergänzt. Aus
der Suchmaschine ist ein Suchimperium geworden, das die Art und Weise,
wie wir im Internet nach Informationen suchen, grundlegend verändert
hat. Für viele Surferinnen und Surfer ist Internet ohne Google
undenkbar.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Ohne Google würden sich viele im
Internet verirren, doch mit jeder Suche verrät die Surferin, der Surfer
mehr über sich, als ihr oder ihm lieb sein dürfte. Jede Suchanfrage und
jede aus den Suchergebnissen aufgerufene Website landet in einer
unersättlichen Datenbank und gibt Google die Chance, ein gläsernes
Profil jedes Surfers, jeder Surferin zu erstellen. Google weiss wohl
mehr über uns als wir über Google. Zum Glück lautet Pages und Brins
Motto «Don’t be evil . . .»

Auch die Werbeagenturen bekommen Googles Erfolg zu spüren. Nicht in
Form riesiger Etats, denn Page und Brin setzten von Anfang an auf
Mundpropaganda, die heute Viralmarketing heisst. Nein – Google
konkurriert mit Programmen wie Google AdWords die Agenturen, weil
Werbekunden ihre Online-Kampagnen selber gestalten, planen, betreuen
und laufend anpassen können. Die Werbung erscheint oberhalb oder rechts
der Suchergebnisse nicht als Banner und ist ohne Streuverlust auf den
einzelnen Suchbegriff massgeschneidert.

Zwei Helden wider Willen
David Vises und Mark Malseeds «Google-Story» liest sich spannend wie
ein Roman und lehrreich wie ein Fachbuch – nicht zuletzt dank ihren 23
wichtigsten Google-Suchtipps. Leider haben Vise, der 1990 den
Pulitzer-Preis gewonnen hat, und Malseed, der an zwei von Bob Woodwards
Bestsellern mitgearbeitet hat, an der einen oder anderen Stelle etwas
gar dick aufgetragen. Sie machen Page und Brin zu Helden, die diese gar
nicht sein wollen.

Roger Hausmann

Die Google-Story von David Vise und Mark Malseed; Murmann Verlag, 2006, 304 Seiten, 34.90 Franken.

«Le Monde» 2005 mit weniger Auflage und Defizit

Die französische Zeitungsgruppe hat im Geschäftsjahr 2005 ihren Verlust auf 27,9 Mio. Euro halbiert. Die Auflage des Flaggschiffs «Le Monde» ging um knapp 12'000 auf 360'000 Exemplare zurück.

Die französische Zeitungsgruppe hat im Geschäftsjahr 2005 ihren Verlust auf 27,9 Mio. Euro halbiert. Die Auflage des Flaggschiffs «Le Monde» ging um knapp 12’000 auf 360’000 Exemplare zurück. Nur knapp unter Vorjahreswert kam der Umsatz zu liegen. Er belief sich auf 638,5 Mio. Euro. Wie der Verlag am Donnerstag mitteilte, sei das Betriebsergebnis aus den roten Zahlen gekommen und die Verschuldung um 34 Mio. auf 66 Mio. Euro gesunken. Dank frischem Kapital sei die Finanzstruktur gestärkt und die Sanierung eingeleitet worden, heisst es in einer Mitteilung. Zu den Titel der Gruppe gehören «Le Monde», «Midi libre», «L’ Indépendant», «Centre Presse» und «La Vie».

«heute» meldet erfolgreichen Start

Die Ringier Gratiszeitung für Abendpendler sei stark gestartet und komme bei den Lesern gut an, teilt Ringier am Donnerstag mit. Nach dem ersten Erfahrung-Sammeln geht es jetzt an die Optimierung der Verteilboxen.

Die Ringier Gratiszeitung für Abendpendler sei stark gestartet und komme bei den Lesern gut an, teilt Ringier am Donnerstag mit. Täglich werden durchschnittliche 180’000 Exemplare der gedruckten knapp 200’000 Exemplare verteilt. Eine Stichprobe des Link Instituts habe ergeben, dass 80 Prozent der Leser die Abendzeitung auch weiterhin lesen möchten. 90 Prozent der Leser konsumieren die Pendlerzeitung unterwegs in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wie Leiter Corporate Communications, Marco Castellaneta der Werbewoche mitteilte, bestand die Stichprobe aus 264 Interviews, die sich auf die gleiche Ausgabe von «heute» bezogen.
Keine Anpassungen sind an der Auflage geplant, optimierten will Ringier aber die Standorte der derzeit 450 Zeitungsboxen. Bis zum 11. August werden die Verteilboxen abends ein weiteres Mal gefüllt. Diese Testphase soll zutage bringen, wie stark die Abendzeitung nach 24 Uhr oder noch an folgenden Morgen bezogen wird. Erwartungsgemäss laufen aber nicht alle Standorte gleich gut, bestehende Standorte werden auf mögliche Optimierungen hin überprüft. Gemäss Castellaneta werden an gut frequentierten Plätzen weitere einzelne Standorte geprüft werden, so lange, bis die Verteilung den Pendlerströmen optimal angepasst sei.

Das PR-Urgestein

Peter P. Knobel erklärt als Präsident des BPRA die Public Relations auch weiterhin zur Chefsache.

Peter P. Knobel erklärt als Präsident des BPRA die Public Relations auch weiterhin zur Chefsache.Die PR-Agentur des neuen Verbandspräsidenten kann 2007 das 20-Jahr-Jubiläum feiern. «In einer Branche, die aus vorwiegend jungen
Betrieben besteht, ist das ein Leistungsausweis», meint Peter P.
Knobel. Sein Unternehmen ist in der Schweizer PR-Landschaft die Nummer
8. Die grösste Agentur in der Zentralschweiz ist mittlerweile die
einzige in der Schweiz, die sowohl ISO- wie CMS-zertifiziert ist. «Das
ist eine wesentliche Positionierung im Markt. Wir haben einen ganz
klaren Qualitätsfokus», erklärt der Chef. Von den 14 Mitarbeitenden
sind 8 Akademiker. Seine Crew ist interdisziplinär aufgestellt; sie stammt aus verschiedensten
Studienrichtungen. Knobel selber hat Wirtschaftswissenschaften
studiert.

Die PR-Beratung der Dr. Peter P. Knobel AG fokussiert in den vier
Bereichen IT/Telecom, Financial Relations, Healthcare und
Lifestyle-Produkte. «Viele Unternehmen mit Rang und Namen haben hier in
Zug ihren Schweizer Sitz oder gar die Europazentrale», weiss Knobel. «Da sitzen wir natürlich goldrichtig.
Als Hauptgrund für die Standortwahl Zug sieht er nicht so sehr die
steuerlichen Vorteile als insbesondere «die äusserst
unternehmerfreundliche Haltung der Behörden».

In Zukunft soll Healthcare mit Fokus Biotechnologie noch weiter
ausgebaut werden. «Nicht zuletzt deshalb, weil es viel fehlendes
PR-Know-how in diesem Bereich gibt.» Weiteres Wachstum plant Knobel bei
den Small Caps. Mit einem «cleveren Redaktionssystem» kann die Agentur
ein «enorm gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis» beim Realisieren von
IR-Publikationen anbieten. Das patentierte Programm mit einem Partner
in der Druckvorstufe ermöglicht es, Geschäfts- und Quartalsberichte
effizient und interaktiv mit dem Kunden zu erstellen.

Exemplarisch im Healthcare-Markt ist die Kampagne «Chronischer Schmerz»
verlaufen, die Knobel bereits seit drei Jahren schweizweit betreut. Im
kommerziellen Bereich ist er auf Chiquita stolz. Deren schlechtes Image
ermöglichte Max Havelaar den Einstieg in den Schweizer Markt mit Coop.
Chiquita musste also reagieren. Zusammen mit der Migros hat der
Früchtemulti in Costa Rica eine ehemalige Bananenplantage wieder zu
einem Regenwald aufgeforstet. Knobel hat das aufgezeigt – ebenso die
Tatsache, dass Chiquita schon seit Jahren nach den rigorosen
Umweltschutzbestimmungen der Rain Forest Alliance arbeitet. Knobels
Arbeit wurde zu einem internationalen CSR-Showcase für Chiquita und
Pilotprojekt für mehrere Länder in Europa.

Vor seiner Agenturgründung war Peter P. Knobel zehn Jahre im Marketing tätig. «Ich
habe somit keine Berührungsängste mit Werbung. Eine solche Zusammenarbeit wird in unserer Agentur geradezu gefördert.»

Peter P. Knobels PR-Agentur wurde gegründet als Joint Venture mit
Advico. Die Werber waren mit 40 Prozent beteiligt, Knobel mit 60
Prozent. Als Advico zu AY&R mutierte und Burson-Marsteller aus dem
gleichen Netzwerk durch den Kauf von Dieter Jäggi Fuss in der Schweiz
fasste, war Knobel «das 5. Rad am Wagen». Er kaufte die Advico-Anteile
zurück und fand vor sechs Jahren einen neuen Partner in Hill &
Knowlton. «Eine spannende Zusammenarbeit, weil es kein anderes
weltweites Netzwerk gibt, das in Europa dermassen starke Präsenz hat», erklärt Knobel. Die Zusammenarbeit mit H&K bringe
deutlich mehr Aufträge, als andere Schweizer PR-Agenturen aus ihren
Netzwerken erhalten. «Toll daran ist auch, dass wir behandelt werden
wie eine H&K-Tochter. Wir nutzen alle Services und internationalen
Trainingsangebote. Aber wir haben keine weitere Verpflichtung zum Reporting.»

Und wie hat alles angefangen? In St. Gallen studierte Knobel
Wirtschaftswissenschaften mit Akzent auf Marketing. Weil damals
«Industrieluft schnuppern» als förderlich galt, hat er sich bei den
Rotariern um ein Stipendium in den USA beworben. Dort studierte er
zusätzlich Industrial Management.

Zurück in St. Gallen dissertierte Knobel mit einem Thema zum
Konsumentenverhalten. Im ersten Job leitete er ein grosses
Reorganisationsprojekt bei der Migros Zürich. Um wieder etwas mehr
internationale Luft schnuppern zu können, wechselte er zur
Pharmabranche. Bei Schering war er europaweit zuständig für die
Marktforschung und dafür permanent im Flugzeug. «Man muss das mal
erlebt haben. Damals hat dieser Lebensstil für mich gestimmt.»

Wieder sesshafter machte ihn ein Job bei der deutschen Hoppe-Gruppe.
Für die europäische Nummer 1 im Bereich Baubeschläge hat er in Zug das
Marketing-Headquarter aufgebaut. Als der Sitz ins Südtirol verlegt
wurde, wechselte Knobel als Brandmanager zu Estée Lauder in Zürich.
Dann folgte elf Jahre nach dem Studium ein Assessment: Wie soll es
beruflich weitergehen?

Knobels «klare Antwort» war: Kommunikation. Er fand «eine Chance» bei
Dieter Jäggi und leitete für die PR-Agentur zusammen mit Ulrich
Bollmann das Zürcher Büro bis 1987.

Zurzeit betätigt sich Peter P. Knobel auch publizistisch. Er hat
letztes Jahr mit einem Buchprojekt den Public Relations Book Award
gewonnen. «Das bedeutete, dass ich es auch schreiben muss», lacht er.
Im August kommt «Public-Relations-Agenturen führen» auf den Markt. Wie
kann ich am meisten aus der Agentur rausholen als Kunde? Wie kann eine
Agentur geführt werden, damit der Kunde zufrieden ist und langfristig
bleibt? Zu diesen Fragen doziert er auch an der Fachhochschule in
Winterthur. Ein zweites Buch im Oktober wird das Thema Krisen-PR
behandeln. «Ich bin in der Branche mittlerweile ein Urgestein. Da kann
schon das Bedürfnis aufkommen, sein Wissen an jüngere Generationen
weiterzugeben.»

Aus einer ähnlichen Motivation heraus hat Knobel in diesem Jahr das Präsidium des BPRA
angenommen. «Der Verband steht an einem Scheideweg. Es ist unser
Erfolg, dass immer mehr Agenturen bereit sind, die CMS-Zertifizierung
zu machen. Viele sagen aber auch: PR sind eine aussterbende Disziplin.
Das Zeitalter der integrierten Kommunikation sei angebrochen.» Hier ist
der BPRA klar anderer Meinung: Eine ganzheitliche Unternehmensberatung
auf analytischer Grundlage, wie sie nur PR Professionals bieten können,
wird langfristig den Takt angeben. Weitere Disziplinen nehmen kompetent
Teilaufgaben wahr. Es braucht aber oben den
Corporate-Relations-Verantwortlichen, der die gesamte Kommunikation
bündelt.

In diesem Sinne will Knobel den BPRA zu einem starken Verband entwickeln, auch als interessanten Partner zum BSW.

Knobels inspirierendes Hobby ist die Literatur. Er nennt sich einen
«Bücherfresser» und besitzt eine grosse Bibliothek mit deutscher und
englischer Gegenwartsliteratur. Zusammen mit seiner Frau ist er auch in
der halben Schweiz unterwegs, um die «sehr lebendige und zeitkritische
Szene» der Kleintheater zu verfolgen. Seine dritte Leidenschaft ist
«primitiv reisen». Möglichst einfach mit Trekking und Biwak. So hat er
zum Beispiel mit Maultieren den Antiatlas durchquert oder ist quer
durch die Yukon Territories im Kanu gefahren. «In der Natur mit
möglichst wenig auskommen» möchte er dabei, um «mit beiden Füssen auf
dem Boden zu bleiben statt ein Überflieger zu werden».

Andreas Panzeri

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