PDF trumpft ganz schön auf
Publishing Adobe hat die Produktfamilie Acrobat 8, die im Herbst auf den Markt kommen soll, kräftig aufgewertet.
Publishing Adobe hat die Produktfamilie Acrobat 8, die im Herbst auf den Markt kommen soll, kräftig aufgewertet.
Aufgeräumter und stringent präsentiert sich die Produktfamilie Acrobat, die diesen Herbst in neuer Version auf den Markt kommen soll. Acrobat 8 Professional, das kürzlich von Adobe einer kleinen Schar von Fachjournalisten vorgestellt wurde, bezeichneten denn auch Lonn Lorenz, Produktmanager der Creative Suite, und Chris Gulker, Produktmanager Acrobat, treffend als eine erweiterte PDF-Komplettlösung.End-to-End PDF-WorkflowAcht Tasks – den Begriff Task verwendet bereits Acrobat 7 in den eingedeutschten Versionen – kennt das neue PDF-Werkzeug aus dem Hause Adobe. Die Tasks, die den PDF-Workflow vom Erzeugen bis zum Überprüfen und Kommentieren abbilden, stehen im Vordergrund der neuen Version und sind gleichzeitig die optisch auffälligsten Änderungen. In einer einzigen, standardmässig sichtbaren Taskleiste werden diese wichtigsten Funktionen zusammengefasst. Und damit die Anwender die Tasks auch wirklich nicht übersehen, werden diese nach dem Aufstarten des Programms auf einem Startfenster – das den Anwender auf Wunsch in die jeweilige Thematik einführt – dem eigentlichen Dokumentenfenster nochmals vorgehalten.
Wer sich von links nach rechts durch die Tasks arbeitet – das wohl der Hintergedanke dabei –, nutzt automatisch die wichtigsten Funktionen der kommenden Acrobat-Version. Produktmanager Gulker spricht dann auch von einem End-to-End-Workflow, den Adobe damit adressiert: «Acrobat 8 Professional ermöglicht einen umfassenden PDF-Workflow – von der PDF-Erzeugung bis zur vielfältigen Nutzung auf dem Monitor, im Web oder auf dem Handy.»
PDF-Pakete schnürenWar in Acrobat 7 die Verschmelzung verschiedener Dokumente zu einem PDF-Dokument bereits vorhanden, so geht Acrobat 8 Professional einen deutlichen Schritt weiter. Eine insgesamt grössere Zahl von Dokumententypen und damit Inhalte aus Präsentationen, Textdokumenten, Tabellenkalkulationsprogrammen, aber auch aus Webseiten, CAD-Zeichnungen, Flash-Animationen plus natürlich aus anderen PDF-Dokumenten lassen sich nun zu einem so genannten PDF-Paket zusammenführen. Ein Auswahlfenster, wie man es sonst auch zum Öffnen von Dokumenten verwendet, macht diesen Vorgang deutlich einfacher als unter Version 7. Damit können nun nicht nur komplette Dokumente gewählt, verknüpft, komprimiert und integriert werden, sondern neu auch einzelne Seiten davon. Die PDF-Pakete können schliesslich leichter durchsucht, bearbeitet oder etwa elektronisch signiert werden.
Zu Archivierungszwecken lassen sich auch aus E-Mails PDF-Pakete schnüren. Jedes Mail – mit oder ohne Attachments – wird dabei ein eigenständiges PDF-Dokument innerhalb eines PDF-Pakets. Einen Haken gibt es hier für Mac-Anwender: «Einzelne Funktionen stehen leider nur auf der Windows-Plattform und damit nicht oder teilweise nur eingeschränkt für das Mac-OS-Betriebssystem zur Verfügung. Die Programmierung lässt dort die gleichen Funktionen wie bei Outlook einfach nicht zu», erklärt Lonn Lorenz die plattformbedingten Unterschiede. «Dafür», ergänzt Lorenz, «wird Acrobat 8 als Universal-Applikation und damit nativ auf den neuen Intel-Rechnern von Apple laufen.»
Das Einbinden von Dokumenten aus den Windows-Applikationen AutoCAD, Microsoft Visio, Microsoft Project, Internet Explorer, Access, Publisher und Lotus Notes wird neu ebenfalls möglich.
Ideal für das Teamwork Deutlich weiter als die aktuelle Version geht Acrobat 8 auch, was die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit an PDF-Dokumenten und das Kommentieren der integrierten Inhalte angeht. Sollen PDF-Dokumente von mehreren Personen überprüft werden, können diese in Acrobat 8 – notwendig ist für solche Szenarien mindestens Acrobat 8 Standard (siehe unten «Acrobat-8-Familie») – auf einen Dateiserver (entsprechender Webserver, Microsoft SharePoint-Workspace, WebDAV-Server oder aber nur ein freigeschalteter Ordner in einem Netzwerk ) zur Bearbeitung, Kommentierung und inhaltlichen oder formellen Abstimmung übertragen werden. Vorgenommene Änderungen und Kommentare werden dabei dynamisch dargestellt.
Berechtigte Personen können sich nun untereinander über die Dokumentenprüfung abstimmen. Adobe verspricht, dass dadurch unnötige Mehrfachkommentierungen vermieden werden, da die Dokumente nicht mehr weitergereicht werden müssen. Der Ersteller des Dokuments kann die Überprüfung alleine schon durch die Übertragung eines Dokuments an einen Server initiieren. Im Gegensatz zu ähnlichen Lösungen zur gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten ist es hier egal, ob der Anwender auf Windows oder Mac arbeitet.
Die Kommentierung eines Dokuments lässt sich dabei auch ohne Internetzugang erledigen. Sobald dem Anwender wieder eine Internetverbindung zur Verfügung steht, kann ein offline bearbeitetes Dokument mit seinen Kommentaren mit nur einem Klick hochgeladen werden. Umfangreiche Änderungen können neu mit Hilfe eines Texteditors auf leere Seiten geschrieben werden, die sich in Acrobat 8 nun auch erstellen lassen.
Damit man als Initiant solcher Dokumentenüberprüfungen noch den Überblick behält, können sämtliche Kommentare zusammengefasst und sortiert werden. Zudem wird es in Acrobat 8 deutlich einfacher, Adobe-PDF-Kommentare beispielsweise in ein Word-Dokument zurück zu übertragen. Mit der Professional-Version von Acrobat 8 können darüber hinaus Abgabetermine festgelegt und die an einer Überprüfung Beteiligten daran erinnert werden.
Bereit für PDF/X-4Darüber hinaus bietet Acrobat 8 Professional Neuerungen, die besonders Inhouse-Publisher in Unternehmen, Produktioner in Werbeagenturen und Desktop Publisher in grafischen Unternehmen interessieren dürften. Hierzu zählen neue Möglichkeiten bei der Erzeugung von professionellen PDF-Dokumenten sowie beim Austausch solcher Dokumente zum Beispiel mit Druckvorstufenbetrieben. Bekannterweise wurde zu diesem Zweck mit PDF/X ein ISO-Standard geschaffen (siehe unten «PDF-Sonderformen»), der im Portable Document Format vorliegende Dokumente in eine ausgabetaugliche Form verwandelt.
Leider ist der Weg zur Erzeugung von PDF/X-Dateien in Acrobat 7 zwar umfassend, dafür aber auch sehr umständlich gelöst. In Acrobat 8 hat nun Adobe für die Erstellung von PDF/X-Dateien den wohl nahe liegendsten Weg gewählt: Das Dokument wird mit «Sichern unter …» einfach als PDF/X-Dokument gespeichert. Das Dokument kann dabei nach unterschiedlichen PDF/X-Rezepten und -Geschmacksrichtungen erstellt werden, die sich im Vorfeld als Set zusammenfassen und abspeichern lassen. Eine bessere Gliederung der Parameter vereinfacht dabei im Vergleich zu Version 7 die Erstellung solcher Sets deutlich.
Technisch basiert Acrobat 8 auf der neuen PDF-Version 1.6 und wird bei seinem Erscheinen bereits PDF/X-4 unterstützen – auch wenn dieser ISO-Standard derzeit noch nicht in seiner finalen Version verabschiedet ist. PDF/X-4 adressiert vor allem den Problemkreis Transparenzen und die noch hängigen Probleme bei der Verwendung von Schriften im OpenType-Format.
Auch das Überprüfen einer PDF-Datei (Preflighting) hat Adobe vereinfacht. Zudem können Acrobat-8-PDF-Dokumente nicht nur nach potenziellen Fehlern untersucht werden, das Dokument kann auch gleich korrigiert werden. Sämtliche Funktionen zur Bearbeitung sind hierzu in einer gesonderten Taskleiste zusammengefasst.
JDF-gestützter Prepress-Workflow Einen ersten Hinweis darauf, dass Acrobat einmal zu einer Drehscheibe im Vorstufen-Workflow werden könnte, gab Adobe etwas zaghaft in Acrobat 7. Nach einer dort noch rudimentären Unterstützung des Job Definition Formats (JDF) geht Adobe bei der Erzeugung von auftragsrelevanten Daten in Version 8 nun einen grossen Schritt weiter.
«Mit Acrobat 8 Professional können nun kleinere Workflows definiert werden», erklärt Lorenz eine der herausragendsten Neuerungen des neuen Release. Lorenz zeigt an einem Beispiel, dass in Acrobat ein Arbeitsablauf definiert werden kann, der ein im Jobticket festgelegtes InDesign-Dokument öffnet, InDesign wird dann daraus ein PDF/X-Dokument erzeugen. Das Dokument wird zum einen nach dessen drucktechnischer Verwendbarkeit überprüft und zum anderen wird gecheckt, ob das Dokument auch die im Jobticket hinterlegte Anzahl Seiten enthält.
Wird dieses Jobticket bzw. JDF-Dokument vom Ersteller samt dem damit erzeugten PDF aus Acrobat Professional 8 heraus zum Beispiel an eine Druckerei weitergeleitet, dann kann diese viele auftragsrelevante Informationen herauslesen. Im Jobticket ist etwa hinterlegt, ob das mitgelieferte und mit dem JDF verknüpfte Dokument den Vorgaben der Druckerei genügt. Erkennbar ist auf der Empfängerseite in Acrobat 8 oder einem JDF-kompatiblen Prepress-Workflow, ob im verknüpften PDF-Dokument die Seitenzahlen stimmen und ob das PDF-Dokument zum Beispiel den PDF/X-3-Vorgaben entspricht. Die Druckerei kann sich auf diese Angaben verlassen und muss keine erneute Datenprüfung (Preflighting) mehr durchführen.
FazitAdobe ist, nach den ersten Eindrücken der Betaversion zu urteilen, mit Acrobat 8 Professional ein grosser Wurf gelungen. Die für den Herbst angekündigte Version vereinfacht das Zusammenführen von unterschiedlichen Dokumenten, das Preflighting von PDF-Dokumenten wurde deutlich verbessert. Der in Version 8 deutlich erweiterte JDF-Workflow ist wohl auch ein strategischer Schritt, um Acrobat 8 Professional innerhalb der grafischen Industrie noch besser zu verankern. Hier muss man abwarten, wie schnell diese Ansätze nun auch wirklich in der Praxis Einzug finden.
Acrobat-8-FamilieAdobe Acrobat 8 besteht aus fünf Familienmitgliedern.
Der
Acrobat 8 Reader, wie bisherige Reader frei verfügbar, ist zur Ansicht, zum Drucken und Durchsuchen von PDF-Dateien geeignet. Ab
Acrobat 8 Elements lassen sich dann auch PDF-Dokumente erzeugen und verschlüsseln. Die erweiterte Erstellung aus Office- und Mail-Applikationen sowie die Durchführung von Abstimmungsprozessen ist von Acrobat 8 Standard an möglich. Acrobat 8 Professional
erlaubt ergänzend neben dem Erstellen von PDFs aus speziellen CAD- und Projektmanagement-Applikationen die erweiterte Erstellung von PDF-Formularen sowie die Möglichkeit zur Freischaltung von Funktionen im Acrobat Reader 8 (der Empfänger kann dadurch mehr Funktionen im Reader nutzen). Acrobat 3D, Version 8
erlaubt zusätzlich die Erstellung komplexer, interaktiver Dokumente und beinhaltet Funktionen, die für Anwender interessant sind, die dreidimensionale Objektdaten austauschen wollen.Sonderformen PDF/X- … und PDF/A- …PDF/X ist eine auf die Anforderungen der grafischen Industrie hin angepasste, genormte Version des Portable Document Formats. Das Druckergebnis negativ beeinträchtigende Elemente dürfen darin nicht enthalten sein.
PDF/X
ist in den ISO-Standards 15929 und 15930 genormt:Den PDF/X-Ansatz als solchen definiert ISO 15929, konkrete Normteile werden in ISO 15930 spezifiziert.
Die ISO-Norm 15930 ist weiter untergliedert:
ISO 15930-1:
PDF/X-1a:2001 ist auf Farbangaben im CMYK-Farbraum und Sonderfarben beschränkt. Basis ist PDF 1.3.Die Norm ISO 15930-2 wurde nie veröffentlicht.
ISO 15930-3:
PDF/X-3:2002 unterstützt zusätzlich zu PDF/X-1a Lab- und ICC-basierte Farbangaben. Basis: PDF 1.3.ISO 15930-4:
PDF/X-1a:2003 ist eine überarbeitete Variante von PDF/X-1a:2001. Basis ist hier PDF 1.4.ISO 15930-5:
PDF/X-2:2003 kann ausser integrierten Bildern auch Referenzen/Verknüpfungen zu Bildern enthalten (OPI). ISO 15930-6:
PDF/X-3:2003 ist eine ebenfalls überarbeitete Variante. Basis ist PDF/X-2:2002 und PDF 1.4.Nächstes Jahr ist mit
PDF/X-4 (ISO 15930-7, unterstützt Transparenzen und Ebenen, das JPEG2000-Bildformat und 16-Bit-Bilddaten; zudem sind OpenType-Fonts erlaubt; Basis: PDF 1.6) und PDF/X-5 (erlaubt die Verwendung von Mehrkanal-ICC-Profilen mittels eines referenzierten Zielprofils im OutputIntent) zu rechnenPDF/A
(ISO 19005-1:2005) ist ein ebenfalls durch die ISO genormter Standard. Diese PDF-Variante trägt vor allem den Anforderungen an eine Langzeitarchivierung Rechnung. Die Dokumente sind zudem für die Wiedergabe auf mobilen Endgeräten optimiert. Basis ist PDF 1.4.Kompakt: Was ist neu an Acrobat 8?Startfenster für die acht Hauptfunktionen
Ansichten, Navigieren, Suchenneuer Look & Feel, Statusanzeigen, Navigationspalette (wie bei Illustrator, Photoshop) Anleitungen («How-to- …»)nach eigenen Wünschen konfigurierbare Werkzeugleistenneu gestaltetes Suchfensterneues File ManagementVersion Cue 2.0: File- und Versionenverwaltung und Integration in Adobe Bridge, um die Zusammenarbeit mit Creative-Suite-Projekten zu verbessernMetadaten können in Dokumente und/oder Objekte eingebettet werden; interessant hier die Einbindung von Farbräumen und Schriftinformationenoptimierter Umgang mit Farbe, Transparenzverbessertes Preflighting und DruckenFarbmanagement wurde verbessert; ebenso die Synchronisation mit der Creative SuiteZugriff auf und Zurverfügungstellung von Flattening-Einstellungen in anderen Adobe-Applikationen Möglichkeiten für das Booklet Printing (inkl. Ausschiessen)verbessertes Preflight neu nach konfigurierbaren Gruppen; darunter diverse Inspektoren, die etwa die PDF-Struktur und die Schriften-Strukturen prüfen; neu lassen sich die bereis unter Version 7 verfügbaren Droplets auch nachträglich editierenverbessertes Erstellen, Zusammenfügen und Bearbeiten von PDF-DokumentenSerienbrief-Dokumente können in einem Schritt in ein PDF verwandelt und per E-Mail verschickt werden; gleiches gilt für Mails aus Microsoft Outlook und Lotus NotesPDF-Pakete: Zusammenführen von PDF- und «Nicht-PDF»-Dokumenten zu einem PDF-Paketzusammengehörende Dokumente lassen sich zudem mit Labels kennzeichnen; derartigen Sammlungen können jeweils auf der ersten Seite Kopf- und Fusszeilen zugefügt werdenSchwärzung: Inspizieren von PDFs nach Metadaten, Notizen, Anhängen und anderen Parametern, um diese sicher herauszulöschen, zu «schwärzen»neue Überprüfungs- and Kommentierfunktioneninitiieren und teilnehmen an gemeinsamen Überprüfungennachverfolgen von Überprüfungen (Review Tracker)neue Kommentier- und Markierungswerkzeugeneue FormularmöglichkeitenAd-hoc-Erstellung von Formularen (mit Wizzards, Templates) und weiteren Neuerungen im Bereich Formulareverbesserte Verteilung und verbessertes Signieren von PDF-DokumentenVorschau signierter Dokumente Jürgen Franck
Aufgeräumter und stringent präsentiert sich die Produktfamilie Acrobat, die diesen Herbst in neuer Version auf den Markt kommen soll. Acrobat 8 Professional, das kürzlich von Adobe einer kleinen Schar von Fachjournalisten vorgestellt wurde, bezeichneten denn auch Lonn Lorenz, Produktmanager der Creative Suite, und Chris Gulker, Produktmanager Acrobat, treffend als eine erweiterte PDF-Komplettlösung.End-to-End PDF-WorkflowAcht Tasks – den Begriff Task verwendet bereits Acrobat 7 in den eingedeutschten Versionen – kennt das neue PDF-Werkzeug aus dem Hause Adobe. Die Tasks, die den PDF-Workflow vom Erzeugen bis zum Überprüfen und Kommentieren abbilden, stehen im Vordergrund der neuen Version und sind gleichzeitig die optisch auffälligsten Änderungen. In einer einzigen, standardmässig sichtbaren Taskleiste werden diese wichtigsten Funktionen zusammengefasst. Und damit die Anwender die Tasks auch wirklich nicht übersehen, werden diese nach dem Aufstarten des Programms auf einem Startfenster – das den Anwender auf Wunsch in die jeweilige Thematik einführt – dem eigentlichen Dokumentenfenster nochmals vorgehalten.
Wer sich von links nach rechts durch die Tasks arbeitet – das wohl der Hintergedanke dabei –, nutzt automatisch die wichtigsten Funktionen der kommenden Acrobat-Version. Produktmanager Gulker spricht dann auch von einem End-to-End-Workflow, den Adobe damit adressiert: «Acrobat 8 Professional ermöglicht einen umfassenden PDF-Workflow – von der PDF-Erzeugung bis zur vielfältigen Nutzung auf dem Monitor, im Web oder auf dem Handy.»
PDF-Pakete schnürenWar in Acrobat 7 die Verschmelzung verschiedener Dokumente zu einem PDF-Dokument bereits vorhanden, so geht Acrobat 8 Professional einen deutlichen Schritt weiter. Eine insgesamt grössere Zahl von Dokumententypen und damit Inhalte aus Präsentationen, Textdokumenten, Tabellenkalkulationsprogrammen, aber auch aus Webseiten, CAD-Zeichnungen, Flash-Animationen plus natürlich aus anderen PDF-Dokumenten lassen sich nun zu einem so genannten PDF-Paket zusammenführen. Ein Auswahlfenster, wie man es sonst auch zum Öffnen von Dokumenten verwendet, macht diesen Vorgang deutlich einfacher als unter Version 7. Damit können nun nicht nur komplette Dokumente gewählt, verknüpft, komprimiert und integriert werden, sondern neu auch einzelne Seiten davon. Die PDF-Pakete können schliesslich leichter durchsucht, bearbeitet oder etwa elektronisch signiert werden.
Zu Archivierungszwecken lassen sich auch aus E-Mails PDF-Pakete schnüren. Jedes Mail – mit oder ohne Attachments – wird dabei ein eigenständiges PDF-Dokument innerhalb eines PDF-Pakets. Einen Haken gibt es hier für Mac-Anwender: «Einzelne Funktionen stehen leider nur auf der Windows-Plattform und damit nicht oder teilweise nur eingeschränkt für das Mac-OS-Betriebssystem zur Verfügung. Die Programmierung lässt dort die gleichen Funktionen wie bei Outlook einfach nicht zu», erklärt Lonn Lorenz die plattformbedingten Unterschiede. «Dafür», ergänzt Lorenz, «wird Acrobat 8 als Universal-Applikation und damit nativ auf den neuen Intel-Rechnern von Apple laufen.»
Das Einbinden von Dokumenten aus den Windows-Applikationen AutoCAD, Microsoft Visio, Microsoft Project, Internet Explorer, Access, Publisher und Lotus Notes wird neu ebenfalls möglich.
Ideal für das Teamwork Deutlich weiter als die aktuelle Version geht Acrobat 8 auch, was die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit an PDF-Dokumenten und das Kommentieren der integrierten Inhalte angeht. Sollen PDF-Dokumente von mehreren Personen überprüft werden, können diese in Acrobat 8 – notwendig ist für solche Szenarien mindestens Acrobat 8 Standard (siehe unten «Acrobat-8-Familie») – auf einen Dateiserver (entsprechender Webserver, Microsoft SharePoint-Workspace, WebDAV-Server oder aber nur ein freigeschalteter Ordner in einem Netzwerk ) zur Bearbeitung, Kommentierung und inhaltlichen oder formellen Abstimmung übertragen werden. Vorgenommene Änderungen und Kommentare werden dabei dynamisch dargestellt.
Berechtigte Personen können sich nun untereinander über die Dokumentenprüfung abstimmen. Adobe verspricht, dass dadurch unnötige Mehrfachkommentierungen vermieden werden, da die Dokumente nicht mehr weitergereicht werden müssen. Der Ersteller des Dokuments kann die Überprüfung alleine schon durch die Übertragung eines Dokuments an einen Server initiieren. Im Gegensatz zu ähnlichen Lösungen zur gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten ist es hier egal, ob der Anwender auf Windows oder Mac arbeitet.
Die Kommentierung eines Dokuments lässt sich dabei auch ohne Internetzugang erledigen. Sobald dem Anwender wieder eine Internetverbindung zur Verfügung steht, kann ein offline bearbeitetes Dokument mit seinen Kommentaren mit nur einem Klick hochgeladen werden. Umfangreiche Änderungen können neu mit Hilfe eines Texteditors auf leere Seiten geschrieben werden, die sich in Acrobat 8 nun auch erstellen lassen.
Damit man als Initiant solcher Dokumentenüberprüfungen noch den Überblick behält, können sämtliche Kommentare zusammengefasst und sortiert werden. Zudem wird es in Acrobat 8 deutlich einfacher, Adobe-PDF-Kommentare beispielsweise in ein Word-Dokument zurück zu übertragen. Mit der Professional-Version von Acrobat 8 können darüber hinaus Abgabetermine festgelegt und die an einer Überprüfung Beteiligten daran erinnert werden.
Bereit für PDF/X-4Darüber hinaus bietet Acrobat 8 Professional Neuerungen, die besonders Inhouse-Publisher in Unternehmen, Produktioner in Werbeagenturen und Desktop Publisher in grafischen Unternehmen interessieren dürften. Hierzu zählen neue Möglichkeiten bei der Erzeugung von professionellen PDF-Dokumenten sowie beim Austausch solcher Dokumente zum Beispiel mit Druckvorstufenbetrieben. Bekannterweise wurde zu diesem Zweck mit PDF/X ein ISO-Standard geschaffen (siehe unten «PDF-Sonderformen»), der im Portable Document Format vorliegende Dokumente in eine ausgabetaugliche Form verwandelt.
Leider ist der Weg zur Erzeugung von PDF/X-Dateien in Acrobat 7 zwar umfassend, dafür aber auch sehr umständlich gelöst. In Acrobat 8 hat nun Adobe für die Erstellung von PDF/X-Dateien den wohl nahe liegendsten Weg gewählt: Das Dokument wird mit «Sichern unter …» einfach als PDF/X-Dokument gespeichert. Das Dokument kann dabei nach unterschiedlichen PDF/X-Rezepten und -Geschmacksrichtungen erstellt werden, die sich im Vorfeld als Set zusammenfassen und abspeichern lassen. Eine bessere Gliederung der Parameter vereinfacht dabei im Vergleich zu Version 7 die Erstellung solcher Sets deutlich.
Technisch basiert Acrobat 8 auf der neuen PDF-Version 1.6 und wird bei seinem Erscheinen bereits PDF/X-4 unterstützen – auch wenn dieser ISO-Standard derzeit noch nicht in seiner finalen Version verabschiedet ist. PDF/X-4 adressiert vor allem den Problemkreis Transparenzen und die noch hängigen Probleme bei der Verwendung von Schriften im OpenType-Format.
Auch das Überprüfen einer PDF-Datei (Preflighting) hat Adobe vereinfacht. Zudem können Acrobat-8-PDF-Dokumente nicht nur nach potenziellen Fehlern untersucht werden, das Dokument kann auch gleich korrigiert werden. Sämtliche Funktionen zur Bearbeitung sind hierzu in einer gesonderten Taskleiste zusammengefasst.
JDF-gestützter Prepress-Workflow Einen ersten Hinweis darauf, dass Acrobat einmal zu einer Drehscheibe im Vorstufen-Workflow werden könnte, gab Adobe etwas zaghaft in Acrobat 7. Nach einer dort noch rudimentären Unterstützung des Job Definition Formats (JDF) geht Adobe bei der Erzeugung von auftragsrelevanten Daten in Version 8 nun einen grossen Schritt weiter.
«Mit Acrobat 8 Professional können nun kleinere Workflows definiert werden», erklärt Lorenz eine der herausragendsten Neuerungen des neuen Release. Lorenz zeigt an einem Beispiel, dass in Acrobat ein Arbeitsablauf definiert werden kann, der ein im Jobticket festgelegtes InDesign-Dokument öffnet, InDesign wird dann daraus ein PDF/X-Dokument erzeugen. Das Dokument wird zum einen nach dessen drucktechnischer Verwendbarkeit überprüft und zum anderen wird gecheckt, ob das Dokument auch die im Jobticket hinterlegte Anzahl Seiten enthält.
Wird dieses Jobticket bzw. JDF-Dokument vom Ersteller samt dem damit erzeugten PDF aus Acrobat Professional 8 heraus zum Beispiel an eine Druckerei weitergeleitet, dann kann diese viele auftragsrelevante Informationen herauslesen. Im Jobticket ist etwa hinterlegt, ob das mitgelieferte und mit dem JDF verknüpfte Dokument den Vorgaben der Druckerei genügt. Erkennbar ist auf der Empfängerseite in Acrobat 8 oder einem JDF-kompatiblen Prepress-Workflow, ob im verknüpften PDF-Dokument die Seitenzahlen stimmen und ob das PDF-Dokument zum Beispiel den PDF/X-3-Vorgaben entspricht. Die Druckerei kann sich auf diese Angaben verlassen und muss keine erneute Datenprüfung (Preflighting) mehr durchführen.
FazitAdobe ist, nach den ersten Eindrücken der Betaversion zu urteilen, mit Acrobat 8 Professional ein grosser Wurf gelungen. Die für den Herbst angekündigte Version vereinfacht das Zusammenführen von unterschiedlichen Dokumenten, das Preflighting von PDF-Dokumenten wurde deutlich verbessert. Der in Version 8 deutlich erweiterte JDF-Workflow ist wohl auch ein strategischer Schritt, um Acrobat 8 Professional innerhalb der grafischen Industrie noch besser zu verankern. Hier muss man abwarten, wie schnell diese Ansätze nun auch wirklich in der Praxis Einzug finden.
Acrobat-8-FamilieAdobe Acrobat 8 besteht aus fünf Familienmitgliedern.
Der
Acrobat 8 Reader, wie bisherige Reader frei verfügbar, ist zur Ansicht, zum Drucken und Durchsuchen von PDF-Dateien geeignet. Ab
Acrobat 8 Elements lassen sich dann auch PDF-Dokumente erzeugen und verschlüsseln. Die erweiterte Erstellung aus Office- und Mail-Applikationen sowie die Durchführung von Abstimmungsprozessen ist von Acrobat 8 Standard an möglich. Acrobat 8 Professional
erlaubt ergänzend neben dem Erstellen von PDFs aus speziellen CAD- und Projektmanagement-Applikationen die erweiterte Erstellung von PDF-Formularen sowie die Möglichkeit zur Freischaltung von Funktionen im Acrobat Reader 8 (der Empfänger kann dadurch mehr Funktionen im Reader nutzen). Acrobat 3D, Version 8
erlaubt zusätzlich die Erstellung komplexer, interaktiver Dokumente und beinhaltet Funktionen, die für Anwender interessant sind, die dreidimensionale Objektdaten austauschen wollen.Sonderformen PDF/X- … und PDF/A- …PDF/X ist eine auf die Anforderungen der grafischen Industrie hin angepasste, genormte Version des Portable Document Formats. Das Druckergebnis negativ beeinträchtigende Elemente dürfen darin nicht enthalten sein.
PDF/X
ist in den ISO-Standards 15929 und 15930 genormt:Den PDF/X-Ansatz als solchen definiert ISO 15929, konkrete Normteile werden in ISO 15930 spezifiziert.
Die ISO-Norm 15930 ist weiter untergliedert:
ISO 15930-1:
PDF/X-1a:2001 ist auf Farbangaben im CMYK-Farbraum und Sonderfarben beschränkt. Basis ist PDF 1.3.Die Norm ISO 15930-2 wurde nie veröffentlicht.
ISO 15930-3:
PDF/X-3:2002 unterstützt zusätzlich zu PDF/X-1a Lab- und ICC-basierte Farbangaben. Basis: PDF 1.3.ISO 15930-4:
PDF/X-1a:2003 ist eine überarbeitete Variante von PDF/X-1a:2001. Basis ist hier PDF 1.4.ISO 15930-5:
PDF/X-2:2003 kann ausser integrierten Bildern auch Referenzen/Verknüpfungen zu Bildern enthalten (OPI). ISO 15930-6:
PDF/X-3:2003 ist eine ebenfalls überarbeitete Variante. Basis ist PDF/X-2:2002 und PDF 1.4.Nächstes Jahr ist mit
PDF/X-4 (ISO 15930-7, unterstützt Transparenzen und Ebenen, das JPEG2000-Bildformat und 16-Bit-Bilddaten; zudem sind OpenType-Fonts erlaubt; Basis: PDF 1.6) und PDF/X-5 (erlaubt die Verwendung von Mehrkanal-ICC-Profilen mittels eines referenzierten Zielprofils im OutputIntent) zu rechnenPDF/A
(ISO 19005-1:2005) ist ein ebenfalls durch die ISO genormter Standard. Diese PDF-Variante trägt vor allem den Anforderungen an eine Langzeitarchivierung Rechnung. Die Dokumente sind zudem für die Wiedergabe auf mobilen Endgeräten optimiert. Basis ist PDF 1.4.Kompakt: Was ist neu an Acrobat 8?Startfenster für die acht Hauptfunktionen
Ansichten, Navigieren, Suchenneuer Look & Feel, Statusanzeigen, Navigationspalette (wie bei Illustrator, Photoshop) Anleitungen («How-to- …»)nach eigenen Wünschen konfigurierbare Werkzeugleistenneu gestaltetes Suchfensterneues File ManagementVersion Cue 2.0: File- und Versionenverwaltung und Integration in Adobe Bridge, um die Zusammenarbeit mit Creative-Suite-Projekten zu verbessernMetadaten können in Dokumente und/oder Objekte eingebettet werden; interessant hier die Einbindung von Farbräumen und Schriftinformationenoptimierter Umgang mit Farbe, Transparenzverbessertes Preflighting und DruckenFarbmanagement wurde verbessert; ebenso die Synchronisation mit der Creative SuiteZugriff auf und Zurverfügungstellung von Flattening-Einstellungen in anderen Adobe-Applikationen Möglichkeiten für das Booklet Printing (inkl. Ausschiessen)verbessertes Preflight neu nach konfigurierbaren Gruppen; darunter diverse Inspektoren, die etwa die PDF-Struktur und die Schriften-Strukturen prüfen; neu lassen sich die bereis unter Version 7 verfügbaren Droplets auch nachträglich editierenverbessertes Erstellen, Zusammenfügen und Bearbeiten von PDF-DokumentenSerienbrief-Dokumente können in einem Schritt in ein PDF verwandelt und per E-Mail verschickt werden; gleiches gilt für Mails aus Microsoft Outlook und Lotus NotesPDF-Pakete: Zusammenführen von PDF- und «Nicht-PDF»-Dokumenten zu einem PDF-Paketzusammengehörende Dokumente lassen sich zudem mit Labels kennzeichnen; derartigen Sammlungen können jeweils auf der ersten Seite Kopf- und Fusszeilen zugefügt werdenSchwärzung: Inspizieren von PDFs nach Metadaten, Notizen, Anhängen und anderen Parametern, um diese sicher herauszulöschen, zu «schwärzen»neue Überprüfungs- and Kommentierfunktioneninitiieren und teilnehmen an gemeinsamen Überprüfungennachverfolgen von Überprüfungen (Review Tracker)neue Kommentier- und Markierungswerkzeugeneue FormularmöglichkeitenAd-hoc-Erstellung von Formularen (mit Wizzards, Templates) und weiteren Neuerungen im Bereich Formulareverbesserte Verteilung und verbessertes Signieren von PDF-DokumentenVorschau signierter Dokumente Jürgen Franck
