PDF trumpft ganz schön auf

Publishing Adobe hat die Produktfamilie Acrobat 8, die im Herbst auf den Markt kommen soll, kräftig aufgewertet.

Publishing Adobe hat die Produktfamilie Acrobat 8, die im Herbst auf den Markt kommen soll, kräftig aufgewertet. 
Aufgeräumter und stringent präsentiert sich die Produktfamilie Acrobat, die diesen Herbst in neuer Version auf den Markt kommen soll. Acrobat 8 Professional, das kürzlich von Adobe einer kleinen Schar von Fachjournalisten vorgestellt wurde, bezeichneten denn auch Lonn Lorenz, Produktmanager der Creative Suite, und Chris Gulker, Produktmanager Acrobat, treffend als eine erweiterte PDF-Komplettlösung.End-to-End PDF-WorkflowAcht Tasks – den Begriff Task verwendet bereits Acrobat 7 in den eingedeutschten Versionen – kennt das neue PDF-Werkzeug aus dem Hause Adobe. Die Tasks, die den PDF-Workflow vom Erzeugen bis zum Überprüfen und Kommentieren abbilden, stehen im Vordergrund der neuen Version und sind gleichzeitig die optisch auffälligsten Änderungen. In einer einzigen, standardmässig sichtbaren Taskleiste werden diese wichtigsten Funktionen zusammengefasst. Und damit die Anwender die Tasks auch wirklich nicht übersehen, werden diese nach dem Aufstarten des Programms auf einem Startfenster – das den Anwender auf Wunsch in die jeweilige Thematik einführt – dem eigentlichen Dokumentenfenster nochmals vorgehalten.
Wer sich von links nach rechts durch die Tasks arbeitet – das wohl der Hintergedanke dabei –, nutzt automatisch die wichtigsten Funktionen der kommenden Acrobat-Version. Produktmanager Gulker spricht dann auch von einem End-to-End-Workflow, den Adobe damit adressiert: «Acrobat 8 Professional ermöglicht einen umfassenden PDF-Workflow – von der PDF-Erzeugung bis zur vielfältigen Nutzung auf dem Monitor, im Web oder auf dem Handy.»
PDF-Pakete schnürenWar in Acrobat 7 die Verschmelzung verschiedener Dokumente zu einem PDF-Dokument bereits vorhanden, so geht Acrobat 8 Professional einen deutlichen Schritt weiter. Eine insgesamt grössere Zahl von Dokumententypen und damit Inhalte aus Präsentationen, Textdokumenten, Tabellenkalkulationsprogrammen, aber auch aus Webseiten, CAD-Zeichnungen, Flash-Animationen plus natürlich aus anderen PDF-Dokumenten lassen sich nun zu einem so genannten PDF-Paket zusammenführen. Ein Auswahlfenster, wie man es sonst auch zum Öffnen von Dokumenten verwendet, macht diesen Vorgang deutlich einfacher als unter Version 7. Damit können nun nicht nur komplette Dokumente gewählt, verknüpft, komprimiert und integriert werden, sondern neu auch einzelne Seiten davon. Die PDF-Pakete können schliesslich leichter durchsucht, bearbeitet oder etwa elektronisch signiert werden.
Zu Archivierungszwecken lassen sich auch aus E-Mails PDF-Pakete schnüren. Jedes Mail – mit oder ohne Attachments – wird dabei ein eigenständiges PDF-Dokument innerhalb eines PDF-Pakets. Einen Haken gibt es hier für Mac-Anwender: «Einzelne Funktionen stehen leider nur auf der Windows-Plattform und damit nicht oder teilweise nur eingeschränkt für das Mac-OS-Betriebssystem zur Verfügung. Die Programmierung lässt dort die gleichen Funktionen wie bei Outlook einfach nicht zu», erklärt Lonn Lorenz die plattformbedingten Unterschiede. «Dafür», ergänzt Lorenz, «wird Acrobat 8 als Universal-Applikation und damit nativ auf den neuen Intel-Rechnern von Apple laufen.»
Das Einbinden von Dokumenten aus den Windows-Applikationen AutoCAD, Microsoft Visio, Microsoft Project, Internet Explorer, Access, Publisher und Lotus Notes wird neu ebenfalls möglich.
Ideal für das Teamwork Deutlich weiter als die aktuelle Version geht Acrobat 8 auch, was die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit an PDF-Dokumenten und das Kommentieren der integrierten Inhalte angeht. Sollen PDF-Dokumente von mehreren Personen überprüft werden, können diese in Acrobat 8 – notwendig ist für solche Szenarien mindestens Acrobat 8 Standard (siehe unten «Acrobat-8-Familie») – auf einen Dateiserver (entsprechender Webserver, Microsoft SharePoint-Workspace, WebDAV-Server oder aber nur ein freigeschalteter Ordner in einem Netzwerk ) zur Bearbeitung, Kommentierung und inhaltlichen oder formellen Abstimmung übertragen werden. Vorgenommene Änderungen und Kommentare werden dabei dynamisch dargestellt.
Berechtigte Personen können sich nun untereinander über die Dokumentenprüfung abstimmen. Adobe verspricht, dass dadurch unnötige Mehrfachkommentierungen vermieden werden, da die Dokumente nicht mehr weitergereicht werden müssen. Der Ersteller des Dokuments kann die Überprüfung alleine schon durch die Übertragung eines Dokuments an einen Server initiieren. Im Gegensatz zu ähnlichen Lösungen zur gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten ist es hier egal, ob der Anwender auf Windows oder Mac arbeitet.
 
Die Kommentierung eines Dokuments lässt sich dabei auch ohne Internetzugang erledigen. Sobald dem Anwender wieder eine Internetverbindung zur Verfügung steht, kann ein offline bearbeitetes Dokument mit seinen Kommentaren mit nur einem Klick hochgeladen werden. Umfangreiche Änderungen können neu mit Hilfe eines Texteditors auf leere Seiten geschrieben werden, die sich in Acrobat 8 nun auch erstellen lassen.
Damit man als Initiant solcher Dokumentenüberprüfungen noch den Überblick behält, können sämtliche Kommentare zusammengefasst und sortiert werden. Zudem wird es in Acrobat 8 deutlich einfacher, Adobe-PDF-Kommentare beispielsweise in ein Word-Dokument zurück zu übertragen. Mit der Professional-Version von Acrobat 8 können darüber hinaus Abgabetermine festgelegt und die an einer Überprüfung Beteiligten daran erinnert werden.
Bereit für PDF/X-4Darüber hinaus bietet Acrobat 8 Professional Neuerungen, die besonders Inhouse-Publisher in Unternehmen, Produktioner in Werbeagenturen und Desktop Publisher in grafischen Unternehmen interessieren dürften. Hierzu zählen neue Möglichkeiten bei der Erzeugung von professionellen PDF-Dokumenten sowie beim Austausch solcher Dokumente zum Beispiel mit Druckvorstufenbetrieben. Bekannterweise wurde zu diesem Zweck mit PDF/X ein ISO-Standard geschaffen (siehe unten «PDF-Sonderformen»), der im Portable Document Format vorliegende Dokumente in eine ausgabetaugliche Form verwandelt.
Leider ist der Weg zur Erzeugung von PDF/X-Dateien in Acrobat 7 zwar umfassend, dafür aber auch sehr umständlich gelöst. In Acrobat 8 hat nun Adobe für die Erstellung von PDF/X-Dateien den wohl nahe liegendsten Weg gewählt: Das Dokument wird mit «Sichern unter …» einfach als PDF/X-Dokument gespeichert. Das Dokument kann dabei nach unterschiedlichen PDF/X-Rezepten und -Geschmacksrichtungen erstellt werden, die sich im Vorfeld als Set zusammenfassen und abspeichern lassen. Eine bessere Gliederung der Parameter vereinfacht dabei im Vergleich zu Version 7 die Erstellung solcher Sets deutlich.
Technisch basiert Acrobat 8 auf der neuen PDF-Version 1.6 und wird bei seinem Erscheinen bereits PDF/X-4 unterstützen – auch wenn dieser ISO-Standard derzeit noch nicht in seiner finalen Version verabschiedet ist. PDF/X-4 adressiert vor allem den Problemkreis Transparenzen und die noch hängigen Probleme bei der Verwendung von Schriften im OpenType-Format.
Auch das Überprüfen einer PDF-Datei (Preflighting) hat Adobe vereinfacht. Zudem können Acrobat-8-PDF-Dokumente nicht nur nach potenziellen Fehlern untersucht werden, das Dokument kann auch gleich korrigiert werden. Sämtliche Funktionen zur Bearbeitung sind hierzu in einer gesonderten Taskleiste zusammengefasst.
JDF-gestützter Prepress-Workflow Einen ersten Hinweis darauf, dass Acrobat einmal zu einer Drehscheibe im Vorstufen-Workflow werden könnte, gab Adobe etwas zaghaft in Acrobat 7. Nach einer dort noch rudimentären Unterstützung des Job Definition Formats (JDF) geht Adobe bei der Erzeugung von auftragsrelevanten Daten in Version 8 nun einen grossen Schritt weiter.
«Mit Acrobat 8 Professional können nun kleinere Workflows definiert werden», erklärt Lorenz eine der herausragendsten Neuerungen des neuen Release. Lorenz zeigt an einem Beispiel, dass in Acrobat ein Arbeitsablauf definiert werden kann, der ein im Jobticket festgelegtes InDesign-Dokument öffnet, InDesign wird dann daraus ein PDF/X-Dokument erzeugen. Das Dokument wird zum einen nach dessen drucktechnischer Verwendbarkeit überprüft und zum anderen wird gecheckt, ob das Dokument auch die im Jobticket hinterlegte Anzahl Seiten enthält.
Wird dieses Jobticket bzw. JDF-Dokument vom Ersteller samt dem damit erzeugten PDF aus Acrobat Professional 8 heraus zum Beispiel an eine Druckerei weitergeleitet, dann kann diese viele auftragsrelevante Informationen herauslesen. Im Jobticket ist etwa hinterlegt, ob das mitgelieferte und mit dem JDF verknüpfte Dokument den Vorgaben der Druckerei genügt. Erkennbar ist auf der Empfängerseite in Acrobat 8 oder einem JDF-kompatiblen Prepress-Workflow, ob im verknüpften PDF-Dokument die Seitenzahlen stimmen und ob das PDF-Dokument zum Beispiel den PDF/X-3-Vorgaben entspricht. Die Druckerei kann sich auf diese Angaben verlassen und muss keine erneute Datenprüfung (Preflighting) mehr durchführen.
FazitAdobe ist, nach den ersten Eindrücken der Betaversion zu urteilen, mit Acrobat 8 Professional ein grosser Wurf gelungen. Die für den Herbst angekündigte Version vereinfacht das Zusammenführen von unterschiedlichen Dokumenten, das Preflighting von PDF-Dokumenten wurde deutlich verbessert. Der in Version 8 deutlich erweiterte JDF-Workflow ist wohl auch ein strategischer Schritt, um Acrobat 8 Professional innerhalb der grafischen Industrie noch besser zu verankern. Hier muss man abwarten, wie schnell diese Ansätze nun auch wirklich in der Praxis Einzug finden.
Acrobat-8-FamilieAdobe Acrobat 8 besteht aus fünf Familienmitgliedern.
Der
Acrobat 8 Reader, wie bisherige Reader frei verfügbar, ist zur Ansicht, zum Drucken und Durchsuchen von PDF-Dateien geeignet. Ab
Acrobat 8 Elements lassen sich dann auch PDF-Dokumente erzeugen und verschlüsseln. Die erweiterte Erstellung aus Office- und Mail-Applikationen sowie die Durchführung von Abstimmungsprozessen ist von Acrobat 8 Standard an möglich. Acrobat 8 Professional
erlaubt ergänzend neben dem Erstellen von PDFs aus speziellen CAD- und Projektmanagement-Applikationen die erweiterte Erstellung von PDF-Formularen sowie die Möglichkeit zur Freischaltung von Funktionen im Acrobat Reader 8 (der Empfänger kann dadurch mehr Funktionen im Reader nutzen). Acrobat 3D, Version 8
erlaubt zusätzlich die Erstellung komplexer, interaktiver Dokumente und beinhaltet Funktionen, die für Anwender interessant sind, die dreidimensionale Objektdaten austauschen wollen.Sonderformen PDF/X- … und PDF/A- …PDF/X ist eine auf die Anforderungen der grafischen Industrie hin angepasste, genormte Version des Portable Document Formats. Das Druckergebnis negativ beeinträchtigende Elemente dürfen darin nicht enthalten sein.
PDF/X
ist in den ISO-Standards 15929 und 15930 genormt:Den PDF/X-Ansatz als solchen definiert ISO 15929, konkrete Normteile werden in ISO 15930 spezifiziert.
Die ISO-Norm 15930 ist weiter untergliedert:
ISO 15930-1:
PDF/X-1a:2001 ist auf Farbangaben im CMYK-Farbraum und Sonderfarben beschränkt. Basis ist PDF 1.3.Die Norm ISO 15930-2 wurde nie veröffentlicht.
ISO 15930-3:
PDF/X-3:2002 unterstützt zusätzlich zu PDF/X-1a Lab- und ICC-basierte Farbangaben. Basis: PDF 1.3.ISO 15930-4:
PDF/X-1a:2003 ist eine überarbeitete Variante von PDF/X-1a:2001. Basis ist hier PDF 1.4.ISO 15930-5:
PDF/X-2:2003 kann ausser integrierten Bildern auch Referenzen/Verknüpfungen zu Bildern enthalten (OPI). ISO 15930-6:
PDF/X-3:2003 ist eine ebenfalls überarbeitete Variante. Basis ist PDF/X-2:2002 und PDF 1.4.Nächstes Jahr ist mit
PDF/X-4 (ISO 15930-7, unterstützt Transparenzen und Ebenen, das JPEG2000-Bildformat und 16-Bit-Bilddaten; zudem sind OpenType-Fonts erlaubt; Basis: PDF 1.6) und PDF/X-5 (erlaubt die Verwendung von Mehrkanal-ICC-Profilen mittels eines referenzierten Zielprofils im OutputIntent) zu rechnenPDF/A
(ISO 19005-1:2005) ist ein ebenfalls durch die ISO genormter Standard. Diese PDF-Variante trägt vor allem den Anforderungen an eine Langzeitarchivierung Rechnung. Die Dokumente sind zudem für die Wiedergabe auf mobilen Endgeräten optimiert. Basis ist PDF 1.4.Kompakt: Was ist neu an Acrobat 8?Startfenster für die acht Hauptfunktionen
Ansichten, Navigieren, Suchenneuer Look & Feel, Statusanzeigen, Navigationspalette (wie bei Illustrator, Photoshop) Anleitungen («How-to- …»)nach eigenen Wünschen konfigurierbare Werkzeugleistenneu gestaltetes Suchfensterneues File ManagementVersion Cue 2.0: File- und Versionenverwaltung und Integration in Adobe Bridge, um die Zusammenarbeit mit Creative-Suite-Projekten zu verbessernMetadaten können in Dokumente und/oder Objekte eingebettet werden; interessant hier die Einbindung von Farbräumen und Schriftinformationenoptimierter Umgang mit Farbe, Transparenzverbessertes Preflighting und DruckenFarbmanagement wurde verbessert; ebenso die Synchronisation mit der Creative SuiteZugriff auf und Zurverfügungstellung von Flattening-Einstellungen in anderen Adobe-Applikationen Möglichkeiten für das Booklet Printing (inkl. Ausschiessen)verbessertes Preflight neu nach konfigurierbaren Gruppen; darunter diverse Inspektoren, die etwa die PDF-Struktur und die Schriften-Strukturen prüfen; neu lassen sich die bereis unter Version 7 verfügbaren Droplets auch nachträglich editierenverbessertes Erstellen, Zusammenfügen und Bearbeiten von PDF-DokumentenSerienbrief-Dokumente können in einem Schritt in ein PDF verwandelt und per E-Mail verschickt werden; gleiches gilt für Mails aus Microsoft Outlook und Lotus NotesPDF-Pakete: Zusammenführen von PDF- und «Nicht-PDF»-Dokumenten zu einem PDF-Paketzusammengehörende Dokumente lassen sich zudem mit Labels kennzeichnen; derartigen Sammlungen können jeweils auf der ersten Seite Kopf- und Fusszeilen zugefügt werdenSchwärzung: Inspizieren von PDFs nach Metadaten, Notizen, Anhängen und anderen Parametern, um diese sicher herauszulöschen, zu «schwärzen»neue Überprüfungs- and Kommentierfunktioneninitiieren und teilnehmen an gemeinsamen Überprüfungennachverfolgen von Überprüfungen (Review Tracker)neue Kommentier- und Markierungswerkzeugeneue FormularmöglichkeitenAd-hoc-Erstellung von Formularen (mit Wizzards, Templates) und weiteren Neuerungen im Bereich Formulareverbesserte Verteilung und verbessertes Signieren von PDF-DokumentenVorschau signierter Dokumente Jürgen Franck

Neuer X-ready-Partner

Netzwerk Als neuer Partner der Schweizer Initiative PDFX-ready wurde das Berliner Unternehmen Callas Software gewählt.

Netzwerk Als neuer Partner der Schweizer Initiative PDFX-ready wurde Ende Juni das Berliner Unternehmen Callas Software gewählt. Die Gruppe mit rund 20 Partnern und über 290 Mitgliedern aus dem deutschsprachigen Raum hat sich zum Ziel gesetzt, die PDF/X-3-Norm in der gesamten Schweizer Druckindustrie flächendeckend einzuführen.

Sawiris first

Kolumne Manchmal funktioniert Kommunikation sogar vorausgesetzt, man handhabt sie redlich, schreibt Karl Lüönd.

Kolumne Manchmal funktioniert Kommunikation sogar vorausgesetzt, man handhabt sie redlich. 
Thomas Matter hat viele Millionen und seine Zukunftsperspektive verloren, weil er geschäftlich so raffiniert war, dass er in den Augen der Öffentlichkeit alles falsch gemacht hat. Leider spielt es im Kontext der öffentlichen Meinung keine Rolle, was dereinst irgendwelche Untersuchungen ergeben werden. Und wenn sie ihn rein wüschen – ein Makel bliebe hängen. Das Urteil der öffentlichen Meinung (ein qualliger Begriff!) kennt keine Berufungsmöglichkeit. Am besten macht man von Anfang an alles richtig. Hoffentlich kommt Martin Bisang auch noch auf die Idee. Der Unterschied zwischen ihm und Matter ist bloss: Matter hat es schon hinter sich.Samih Sawiris dagegen ist einer, der alles richtig zu machen scheint. Sawiris ist dieser Ägypter, der in Andermatt das grosse Freizeitdorf bauen wird. Ein Ägypter in der Schweiz, in diesen Zeiten – das sieht nicht wie eine Erfolgsnummer aus in einem Land, wo SVP-Eiferer schon gegen virtuelle Minarette kämpfen. Da genügen ein falscher Zungenschlag und ein verschlagener Gegner, und schon stürzt der Wunderknabe von der Spitze ins Bodenlose, und der Wert seines Unternehmens schwindet unwiderruflich um Dutzende von Millionen. Im Swissfirst-Fall konnte man beobachten, wie sehr es heute auf die «weichen Faktoren» ankommt, wenn man in der Öffentlichkeit etwas zu vertreten oder zu erklären hat: Offenheit, Glaubwürdigkeit, Plausibiliät, Beweglichkeit. Und Feingefühl im Umgang mit Andersdenkenden.
Der kluge Ägypter, der im Urserental investieren will, ist natürlich in einer komfortableren Lage als Swissfirst-Chef Thomas Matter. Er muss sich nicht verteidigen, er steht nicht unter Beschuss. Aber ein paar weitere Unterschiede sind schon bemerkenswert. Natürlich hat Sawiris auch seine hochkarätigen Berater (hier u. a. Franz Egle von www.konsulenten.ch.). Aber immer, wenn es wichtig wird, kommt Sawiris selber. Er versteckt sich nicht hinter irgendwelchen Sprechern, er steht persönlich und in tadellosem Deutsch Rede und Antwort, ist greifbar und befragbar. Das macht das, was er sagt, verbindlich und glaubwürdig.
Zweitens: Der Mann ist bei aller Zielstrebigkeit beweglich und offen. Pro Natura brummt in der Ecke? Kein Problem – versteh ich doch! Kommt, lasst uns zusammensitzen. Die Bauern, die Land abtreten sollten, zögern? Sorry, versteh ich, da sind wir wohl zu schnell vorgegangen, tut uns leid! Wir verlangsamen unseren Fahrplan und gewinnen drei Monate für zusätzliche Abklärungen.
Daraus folgt, drittens: Der Mann redet nicht nur nett, er handelt auch entsprechend. Er hat, viertens, möglicherweise ein Buch gelesen, das kaum über den Kreis der Fachhistoriker hinaus bekannt geworden ist, das aber gerade im aktuellen Zusammenhang grösste Bedeutung besitzt*. Es schildert die Geschichte des Urserenwerk-Projekts. Vor sechzig Jahren sollte der gleiche Boden in Andermatt der Elektrowirtschaft zuliebe unter Wasser gesetzt werden. Und die auswärtigen Projektträger gingen ganz anders vor. Mit den entsprechenden Folgen: «Wir verhandeln nicht! Wir verkaufen nicht! Wir gehen nicht!». Der Widerstand der Urschner Bevölkerung gegen dieses Grossvorhaben der Elektrowirtschaft war kompromisslos und so militant, dass er in Gewalttätigkeiten gegen beauftragte Landaufkäufer und in den bekannten Urschner Krawall ausmündete. Es war ein ausgewachsener Krawall mit anschliessendem Prozess.
Das Projekt für das grösste Wasserkraftwerk in den Alpen besass zwar alle technischen und energiewirtschaftlichen Vorteile, jedoch einen gewichtigen Nachteil: Der Stausee hätte das gesamte Urserental mit den Dörfern Andermatt, Hospenthal und Realp überflutet.
Das Buch geht der Frage nach, warum das Urserenprojekt nicht realisiert werden konnte. Die Auseinandersetzung um das Kraftwerk Urseren war der Ausdruck einer Modernisierungskrise: Technischer Fortschritt stand gegen die traditionsverbundene Heimatliebe, das Interesse der Urschner an der Erhaltung ihrer Existenzgrundlage gegen das Interesse einer gesicherten Landesversorgung mit Elektrizität. Letztlich entscheidend für das Scheitern war die Tatsache, dass ein technisches Grossprojekt, das derart massiv in die Interessenssphäre anderer eingreift, sich gegen den Willen der Betroffenen nicht durchsetzen lässt.
Es sieht so aus, als hätten beide aus der Geschichte gelernt: die Einheimischen und die auswärtigen Initianten. Manchmal funktioniert Kommunikation ja auch, vorausgesetzt, sie wird redlich gehandhabt.
Karl Lüönd ist freier Publizist
* Erich Haag: Grenzen der Technik. Der Widerstand gegen das Kraftwerkprojekt Urseren. Chronos Verlag 2004, Zürich

Zu guter Letzt: Jux spült nur im Film

Produkte wie «Tendental» oder «Aktiv Tabs» sieht man nur auf der Leinwand oder dem Bildschirm. In Haushalten oder Warenhäusern kann man lange nach ihnen suchen.

Produkte wie «Tendental» oder «Aktiv Tabs» sieht man nur auf der Leinwand oder dem Bildschirm. In Haushalten oder Warenhäusern kann man lange nach ihnen suchen. Kreiert werden sie von drei jungen Berliner Designern – in einem Atelier im Stadtteil Prenzlauer Berg. Auftragsgeber und Abnehmer der Fantasieprodukte sind Film- und Fernsehproduktion, um den Verdacht der Schleichwerbung auszuschliessen, schreibt Spiegel Online. Allein die RTL-Serie «Gute Zeiten, Schlechte Zeiten» benötigt wöchentlich 20 Produkte, die auf den Bildschirm kommen. Und umgehen mit Spülmitteln wie «Jux» und Bierdosen wie «Sandini» das Product Placement.

Sfax Frisurenmacher mit überarbeitetem Design von Rotor

Im Zuge der Eröffnung eines neuen Salons am Stauffacher in Zürich entwickelt die Kommunikationsagentur Rotor ein neues Corporate Design.

Im Zuge der Eröffnung eines neuen Salons am Stauffacher in Zürich entwickelt die Kommunikationsagentur Rotor ein neues Corporate Design. Die Zürcher Agentur wird dem Sfax-Credo «Hairstyling mit Stil» in verschiedener Weise Rechnung tragen. Schritt für Schritt wird Rotor mit der Überarbeitung der Gesamtkommunikation an die Öffentlichkeit treten.

Für mich und dich und alle Fälle

Detailhandel Coops Werbeauftritt erfuhr vor einem Jahr einen radikalen Wechsel. Die Umsetzung des Projekts Effkomm+ führte drei Formatmarken unter einem gemeinsamen Markensegel zusammen.

Detailhandel Coops Werbeauftritt erfuhr vor einem Jahr einen radikalen Wechsel. Die Umsetzung des Projekts Effkomm+ führte drei Formatmarken unter einem gemeinsamen Markensegel zusammen. Rückblick auf den Strategiewechsel. 
2002, als selbst der Detailhandel gegen Umsatzrückgang und Stagnation zu kämpfen hatte, fingen die Schweizer Top-Five-Detaillisten an, sich auf noch härtere Zeiten vorzubereiten. Die starken ausländischen Harddiscounter hatten es auf ihre Marktanteile abgesehen und ihre Fühler schon weit in den Schweizer Markt gestreckt, Einstiegspläne ausgeheckt. Für Coop, die Nummer zwei der Branche, wurde nebst dem Wandel im Wettbewerbsumfeld auch jener bei den Konsumenten spürbar, allerdings spät. Denn gerade im Lebensmittelbereich fing der Konsument an, sich immer mehr nach den Preisen zu orientieren statt nach den emotionalen Zusatznutzen. Weil sich aber die ökologischen und sozialen Kompetenzmarken für Coop zu wahren Image- und Wachstumstreibern mauserten und die 2001 neu geschaffene Geschäftsstruktur (Coop Forte) substanzielle Effizienzgewinne erzielte, drängte sich der Launch der Dauertiefpreislinie Prix Garantie nicht auf. Er fand erst 2005 statt.
Der Kurswechsel in Sachen Preis-image hatte sich auch bei Coop längst abgezeichnet – die wachsende Preispromotionslawine hatte alle Verteiler längst erfasst. Von den Medien und den Konsumenten aber wurden die zeitweiligen und dauerhaften Preisabschläge meist als zögerlich wahrgenommen. Unter der Überbetonung der Aktionskommunikation litten die Imagebotschaften. Ein Fakt, der dem mit Abstand zweitgrössten Werbetreibenden des Landes zu denken gab.
Effizienzsteigerung Die BBDO Consulting wurde deshalb für das Effkomm+-Projekt zugezogen, das zum Ziel hatte, die Effektivität und Effizienz in der Kommunikation ganzheitlich zu steigern. Die Umsetzung des Projekts beurteilen heute nicht nur Heino Peier, Leiter Werbung bei Coop, und Sandro C. Principe, Managing Partner bei BBDO, als lehrbuchwürdig.
Die Projekt-Mitglieder  hatten vier zentrale Themenkreise durchleuchtet: die Effizienz des Werbebudgets, die Effektivität der Werbeinhalte, Organisation und Prozesse sowie die Transparenz und das Marken-Controlling. Das Projektziel war unbescheiden: Die Kommunikationseffizienz sollte um mindestens 15 Prozent gesteigert werden. Das Expertenteam setzte sich aus allen wesentlichen kommunikationsrelevanten Bereichen bei Coop zusammen, um die Kernaufgaben integrativ zu bewältigen.
Im interdisziplinären Coop-Team nahm das Topmanagement aus allen Formaten mit deren Daten und Expertise Einsitz. Von BBDO Consulting kamen die Methoden und Tools. Dieser integrative Ansatz schaffte Aufmerksamkeit und Commitment auf der höchsten Führungsebene. Zur Sicherstellung des Erfolges sollten von einem anfänglichen Quick Audit bis zur Umsetzung der abgeleiteten Inhaltsstrategie, des Werbekonzepts, der Kommunikationsziele sowie den verschiedenen Pitches (Werbe- und Media-Agentur) und Konsumententests nicht mehr als vier Monate verstreichen.
Im Rahmen des Quick Audit, das sechs zentrale Handlungsfelder auf deren Kommunikationseffizienz und -effektivität überprüft hatte, identifizierten die Experten die Stärken der Coop-Kommunikation 2004: die sehr hohe Markenbekanntheit und  -stärke der Dachmarke, die sehr gut positionierten Kompetenzmarken, die schnelle Umsetzung eines einheitlichen Markenauftritts, die reichweitenstarke und imageprägende Coop-Presse, ein hohes Marketing-Know-how in allen Direktionen. Dem gegenüber standen zum Teil wenig integrierte Kommunikationsmassnahmen, die gering differenzierte Wahrnehmung der Formatmarken und das Marken- und Kommunikations-Controlling, das nicht ganzheitlich erfolgte.  
Über alle Handlungsfelder hinweg hiess das für die Markom konkret vor allem: Reduktion der Vielzahl an Botschaften, der dominanten Aktionskommunikation sowie der TV-Formate mit ihrer tiefen Zielgruppenaffinität und Verbesserung des Preisimages. Zugleich sollte die neue Mediastrategie die Inter- und Intramediaselektion und somit die Schaltkonditionen, sprich: die Kontaktpreise optimieren und die Kostenstrukturen in der Planung transparenter gestalten. Im Zentrum standen daher einerseits die Inhaltsstrategie und das Werbekonzept und andererseits die Mediastrategie sowie Planung undControlling.
Projektmassnahmen Auf der Basis der Absatzmarktstrategie von Coop wurden formatübergreifende Kommunikationsziele identifiziert: die Positionierung der Formatmarken – Coop Retail, Coop City (Warenhäuser) sowie Coop Bau + Hobby – sowie der Kompetenz-, Sortiments- und Zielgruppenmarken wie Lifestyle, Öcoplan oder Betti Bossy. Nebst diesen beiden Ebenen sollten das Einkaufserlebnis gesteigert und die Promotionen bekannt gemacht werden. Der Begriff «Vielfalt» wurde den vier Ebenen als alles umfassendes Positionierungsthema übergeordnet. Er stellt die inhaltliche kommunikative Klammer mit hohem Relevanz- und Differenzierungsgrad für Coop und für alle Dimensionen seiner strategischen Stossrichung (Angebot, Preis und Service) dar.
Im mehrstufigen Pitch unter acht namhaften Agenturen mit insgesamt 13 vor dem Pitchgremium präsentierten Kreativkonzepten setzte sich nach den Konsumententests die junge Zürcher Agentur KSBSJ als klarer Sieger durch. Ihre Kreativplattform – «Coop – Für mich und dich» – ging vor rund einem Jahr in die Launch-Vorbereitungen. Nach nur sechs Monaten, in denen die Art und Kadenz der Werbemittel je Ebene, die Verantwortlichkeiten der Lead-Agentur sowie der operativ Verantwortlichen und der Entscheidungsträger bei Coop definiert, das Werbekonzept erweitert, die Adaptionen und die Finalisierung sowie eine interne Roadshow durchgeführt wurden, fiel der Startschuss der Kampagne in den Massenmedien.
 
Das Launchkonzept sah eine etappierte Einführung vor: Während die alte Kommunikation vom Sommer bis in den Winter 2005 stufenweise abgebaut und das TV-Format Telescoop stillgelegt wurden, startete Coop mit strategischen Anzeigen, welche die neue Stossrichtung erkennbar machten und zugleich die deutsche Discounterkette in der Schweiz augenzwinkernd willkommen hiessen.
Die Einstellung des traditionellen TV-Formats «Coop Studio» folgte wenige Tage auf den Big-Bang-Launch der «Für mich und dich»-Kampagne mit zweiminütigen TV-Silvester-Spots.
Die stark integrierte Kampagne von KSBSJ führte das konzise «Für mich und dich»-Konzept mit seinem freundlichen Humor in alle Formatebenen ein, von deren Image-, Label- und Promotionskommunikation bis hinunter zum POS – auf Tragtaschen, Kassenzetteln oder Einkaufswagen. So breit gefächert die Medien, so vielfältig und unterhaltsam waren und sind auch die Umsetzungen, die mit der weit offenen Klammer auf das zentrale Thema Vielfalt eingehen.
Nicht minder einschneidend sollten die Änderungen bei der Mediastrategie sein, mit der man die Werbeerinnerung steigern wollte. Die Imagekommunikation sollte zu Lasten der Aktionswerbung intensiviert und beim Basismedium Fernsehen sollten die Magazinformate durch neue TV-Spots ersetzt werden. Aus dem Pitch unter drei Media-Agenturen ging Initiative als Siegerin hervor. Da sie schon bald in den Planungsprozess der neuen Kampagne eingebunden wurde, gewann sie schnell ein Verständnis für die Gesamtstrategie und das Kreativkonzept und konnte die detaillierte Kampagnen- und Flightplanung auf Basis mediaspezifischer Kompetenzen vornehmen. Parallel dazu stellte man ein Kontrollinstrument bereit, dank dem das Kommunikationsbudget stärker mit der Werbewirkung verknüpft werden konnte.
Resultate des Effkom+-ProjektsUnd was hat der Strategiewechsel bewirkt? Eine ganze Menge: Dank des integrierten Kommunikationskonzepts konnten die Leistungswerte Kosten/Wirkung deutlich gesteigert werden. Das neue Positionierungsthema «Vielfalt» werde von den Konsumenten wahrgenommen und habe bereits eine gute Verankerung, erfährt man bei Coop. Bestätigt sahen sich die Verantwortlichen auch durch die ersten Kampagnenwerte, die gerade in Bezug auf Sympathie, Wahrnehmung und Recall gut waren.
Rückblickend heben Heimo Peier und Sandro C. Principe vor allem vier organisatorische und prozessuale Faktoren hervor, die entscheidend zum Erfolg beigetragen haben. Zu den ersteren zählen sie die Integration des Topmanagements sowie die Beteiligung sämtlicher relevanter Geschäftsbereiche und Funktionen. Nur dadurch hätten Aufmerksamkeit und Commitment von der höchsten Führungsebene bis zu den beteiligten Geschäftsbereichen erreicht werden können. Dies habe die Durchsetzungskraft enorm beeinflusst, erklärt Peier.
Das Verbinden von Unternehmenswissen und -expertise mit methodischem Know-how sowie der frühzeitige Einbezug der Werbe- und Media-Agenturen haben ihren Teil zum Gelingen beigetragen. Auf der Seite des Projektprozesses waren das professionelle Management und das Quick Audit auf breiter Analysebasis ebenso matchentscheidend wie die Schaffung objektiver Entscheidungsgrundlagen sowie die integrierte Optimierung des Gesamtprozesses.   
Wie aus dem LehrbuchWas hat das Effkom+-Projekt
Coop gebracht? Vor allem in fünf Punkten konnten messbare Verbesserungen erzielt werden: Signifikante Verbesserung der Leistungswerte Kosten/Wirkung
Erhöhung des wahrgenommenen Werbedrucks durch integrierte KommunikationPositionierungsthema «Vielfalt» wird von den Konsumenten wahrgenommenProfessionalisierung der Budgetierungs- und Controlling-ToolsGute erste Kampagnenwerte bezüglich Sympathie und Recall Luca Aloisi

Chirat sucht die Super-Gurke

Food Gurken sind Klasse. Sie schmecken zwar sauer, sind aber lustig. Denn sie parodieren den Casting-Boom.

Food Gurken sind Klasse. Sie schmecken zwar sauer, sind aber lustig. Denn sie parodieren den Casting-Boom.  
Castingshows haben Hochkonjunktur, ob in Deutschland oder in der Schweiz. Hier zu Lande sind es mittlerweile vier Formate: 3+ mit «Superstar», SF 1 mit «MusicStar», Sat1 mit «mobileAct – die Bandshow» und Coca-Cola mit «Soundcheck». Auf Ende Jahr kommt nun gar eine fünfte Castingshow hinzu: «Chirat sucht die Super-Gurke». Damit kein Missverständnis aufkommt: Diese Castingshow wählt nicht den Super-Loser aus. Es handelt sich um die neue Chirat-Werbekampagne, die Unilever Schweiz zeitgleich mit den anderen Castingshows lanciert. Da lacht die GurkeZu sehen werden die Trickfilmspots gegen Ende Jahr sein. Dann zeigen die musikalischen Chirat-Gürkchen nach fast 20 Jahren Pause, dass Gurken nicht unbedingt sauer sein müssen, sondern Humor haben. In vier Folgen singen vier Super-Gurken-Kandidaten um den Platz im Chirat-Glas. Motto: Nur die besten und knackigsten schaffen es ins Glas. Dabei werden sie von einer Super-Gurken-Jury bewertet, die übrigens an die DSDS-Jury erinnert.
Konzipiert hat die Trickfilm-Werbekampagne die Werbeagentur JWT+H+F aus Zürich. Chirat und Trickfilm hat Tradition. In den 80-er Jahren startete Chirat schon einmal eine Trickfilm-Kampagne. An diese hat jetzt JWT+H+F angeknüpft. So wurde der Comicstil als visuelles Element, die Gurke als Held und nicht zuletzt der Jingle der singenden Gurken beibehalten. Das kreative Konzept stammt von Remy Fabrikant. Produziert wurden die Spots von Le-Studio Production in Genf. Die Vertonung kommt von Tonstudio Jingle Jungle aus Zürich.
Seit Jahrzehnten steht die Schweizer Marke Chirat für Qualität. Im Essiggemüsebereich sind die Chirat-Gurken in der Schweiz Marktleader. Auf Grund ihres Geschmackes und ihrer Knackigkeit sind Chirat-Gurken in fast jedem Schweizer Haushalt anzutreffen. Raclettes ohne Chirat-Essiggurken sind genau so undenkbar wie das Fondue ohne Kirsch. Seit ein paar Jahren schrumpft jedoch der Markt. Nicht zuletzt deshalb, weil er kaum kommunikativ gestützt wird. Mit den neuen Spots soll der Markt wieder belebt werden und in der Folge neuen Schwung in die Gurkengläser der Konsumenten bringen.
Bauern haben nichts zu lachenBegonnen hat die Unternehmensgeschichte von Chirat vor fast 150 Jahren. 1859 gründete Charles Chirat gemeinsam mit zwei Freunden die Firma Gardy, Chirat et Cie. 1900 begann man mit der Produktion von Feinwaren in Essig. Heute hat die Essiggurke in der Schweiz ein Existenzproblem. Anfangs September konnte man folgende Schlagzeile lesen: «Gibts dieses Jahr die letzten Schweizer Essiggurken?» Grund: Das Nachtschattengewächs ist zu wenig rentabel für Schweizer Bauern. Der grösste Schweizer Produzent denkt ans Aufgeben.
 
Auch wenn die Bauern nicht mehr wollen und der Schweizer Markt am Schrumpfen ist – mit der neuen Castingshow-Kampagne «Chirat sucht die Super Gurke» wird auf Ende Jahr eine lustige Kampagne gestartet. Eine gleichzeitige Promotion und eine Casting-Website (
) mit Handy-Downloads der Filme begleiten den neuen Auftritt und machen ihn sicherlich zu einem spannenden Crossmedia-Erlebnis.Christian Lüscher

Innovate 06

Digitaldruck Am 6. und 7. September veranstaltete Xerox am Hauptsitz in Kloten sowie in Embrach seine Kundenveranstaltung «Innovate 06».

Digitaldruck Am 6. und 7. September veranstaltete Xerox am Hauptsitz in Kloten sowie in Embrach seine Kundenveranstaltung «Innovate 06». Der erste Tag des Events richtete sich an Kunden aus der Print- und Publishing-Industrie. Referate informierten über die Produktstrategien von Xerox, über neue Bedruckstoffe und gaben auch einen Ausblick in das Büro der Zukunft. Vorgestellt wurden auch Xerox-Lösungen im Grossformatdruck. Seine Europapremiere feierte das Farbdrucksystem DocuColor 5000, erstmals in der Schweiz waren der Schwarzweissdrucker Nuvera 144 und das vor allem für den Transaktionsdruck konzipierte Drucksystem Xerox 4110 EPS zu sehen. Die Besucher konnten sich zudem im Xerox-Werk in Embrach von neuen Produkten und Druckanwendungen überzeugen, die dort live produziert wurden. Der zweite Tag war ganz auf die Bedürfnisse der Office-Anwender ausgerichtet.

Heads gestaltet Erfolgsbericht und Imageanzeigen für Buechweid Stiftung

Die Stiftung für Kinder- und Jugendschutz erhält authentischen Erfolgsbericht und drei eindrückliche Anzeigensujets, realisiert durch die Zürcher Corporate Identity-Spezialisten Heads.

Die Stiftung für Kinder- und Jugendschutz erhält authentischen Erfolgsbericht und drei eindrückliche Anzeigensujets, realisiert durch die Zürcher Corporate Identity-Spezialisten Heads.  
Mit dem von Heads gestalteten Erfolgsbericht bietet die Stiftung Buechweid einen authentischen Einblick in den Betrieb des Kinderheims in Russikon/ZH, welches rund 70 Kinder und Jugendliche mit einer Lernbehinderung und sozialen Auffälligkeiten betreut. Die Authentizität des Berichtes wird verstärkt durch die von der Lehrerschaft im Buechweid-Alltag gemachten Fotografien. Sie vermitteln eindrücklich, in welch fragilem Gleichgewicht die beschriebenen Erfolge erzielt wurden. Die drei von Heads gestalteten Anzeigensujets vermitteln überdies in Kurzform die drei wichtigsten Anliegen der Stiftung: Den Kindern und Jugendlichen Schutz, Wärme und eine zweite Heimat bieten. Wachstum und Selbstvertrauen Fordern. Wege und Chancen eröffnen.

Internet-Zeitung Appenzell24.ch startet

Am Donnerstag 21. September wird die erste tagesaktuelle Online-Zeitung für die Kantone Appenzell Ausser- und Innerrhoden lanciert.


 
Am Donnerstag 21. September wird die erste tagesaktuelle Online-Zeitung für die Kantone Appenzell Ausser- und Innerrhoden lanciert. Die werbefinanzierte Internetpublikation berichtet an 365 Tagen im Jahr über aktuelle Ereignisse aus der Region. Appenzell24.ch ist die Online-Ausgabe der Zeitungen Herisauer Zeitung und Appenzeller Rundschau. Die Internet-Zeitung will mit Tempo und Aktualität die beiden Wochenpublikationen ergänzen. Im Zentrum stehen Meldungen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft. Das redaktionelle Angebot wird durch Bildreportagen, Umfragen und einem Serviceteil und vielem mehr angereichert.
 
Gleichzeitig soll die neue Online-Zeitung eine attraktive Plattform für die Wirtschaft werden. Dank der klaren regionalen Ausrichtung erreichen Betriebe mit ihrer Werbung exakt ihr Publikum. Lanciert und vermarktet wird Appenzell24.ch durch die Online-Medienagentur Insomnia aus St. Gallen.

Cash-Tochter findet Freunde

Zeitungen Cash daily findet Abnehmer. Etwa die Hälfte der Kioskauflage wird abgeholt.

Zeitungen Cash daily findet Abnehmer. Etwa die Hälfte der Kioskauflage wird abgeholt.Eine Umfrage der Werbewoche bei je 20 k-Kiosken in Zürich, Bern und Basel zeigt: Cash daily, die neue tägliche Gratis-Wirtschaftszeitung aus dem Hause Ringier, stösst auf Interesse. Jedenfalls ist die Nachfrage an den k-Kiosken, dem Hauptdistributionskanal des Blattes, relativ hoch. Auf Grund der Angaben des Kioskpersonals wird knapp die Hälfte der Kioskauflage von Cash daily abgesetzt, Tendenz zunehmend. Zahlen zur Kioskauflage gibt es nicht, fest steht nur: Cash daily startete mit über 100’000 Exemplaren, von denen aber nur ein Teil über Kioske verteilt werden. Ringier lässt auch Exemplare an Postfächer sowie über weitere Kanäle streuen und garantiert bis in einem Jahr rund 75’000 verteilte Exemplare.
In Basel scheint man am wenigsten am neuen Druckerzeugnis interessiert zu sein: Unter den 20 angefragten Kiosken fand sich nur einer, dessen Cash-daily-Box regelmässig leer wird. In Bern sind es zwei und in Zürich sechs k-Group-Verkaufsstellen, die ohne Remissionen auskommen oder gar nachbestellen. Insgesamt 15 weitere Kioske haben weniger als einen Drittel Überschuss.
Zahlenmässig am meisten Cash-daily-Exemplare werden erwartungsgemäss an Bahnhöfen sowie in der Nähe von Banken und bei grossen Firmen abgesetzt, etwa am Bellevue in Zürich oder in der Umgebung des Aeschenplatz in Basel – je nach Standort gehen pro Tag zwischen 100 bis 500 Exemplare weg. An den Flughafenkiosken in Basel-Mulhouse und Kloten hingegen vermag Cash daily nur gerade 70 bis 100 Exemplare abzusetzen.
An den Flughäfen ist denn auch die Nachfrage nach Cash daily klar geringer als von Valora und Ringier erwartet: Etwa zwei Drittel der Exemplare müssen retourniert werden. Von Bahnhofkiosken geht etwa die Hälfte der Gratiszeitungen an den Absender zurück. Ähnlich sieht es in Einkaufszentren aus.
Markus Knöpfli

201 Arbeiten streiten sich um die Edis

Ingesamt sind dieses Jahr 201 Arbeiten im Rennen um den Schweizer Auftrags- und Werbefilmpreis Edi. Der Award in Gold, Silber und Bronze geht an die jeweils besten Arbeiten in drei Kategorien.


Ingesamt sind dieses Jahr 201 Arbeiten im Rennen um den Schweizer Auftrags- und Werbefilmpreis Edi. Der Award in Gold, Silber und Bronze geht an die jeweils besten drei Arbeiten in den Kategorien «Commercials», «Corporate Films» sowie «Clips & Trailers». Ausserdem werden spezielle Edis für besondere Leistungen in einzelnen filmischen Disziplinen verliehen. In der Sparte «Clips & Trailers» kämpfen 43 Arbeiten um die Auszeichnung, letztes Jahr waren es gerade mal 28. Der Bereich «Corporate» ist mit 45 angemeldeten Arbeiten vertreten. Mit 115 «Commercials» ist die Werbebranche bei der kommenden Ausmarchung Ende Oktober etwas weniger stark vertreten als in der Vergangenheit – 2005 gab verzeichnete der Filmpreis die Rekordzahl von 147 Commercials bei insgesamt 225 Einreichungen. Drei Jurys bewerten Anfang Oktober die eingereichten Filme. Mitte Oktober darf man sich dann auf die Veröffentlichung der Shortlist freuen. Am 16. November findet die festliche Preisverleihung statt.
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