«Fusion light» in der Westschweiz

Regionalpresse Die Titel Tribune de Genève und 24 Heures legen Rubriken zusammen statt voll zu fusionieren.

Regionalpresse Die Titel Tribune de Genève und 24 Heures legen Rubriken zusammen statt voll zu fusionieren.Pierre Ruetschi heisst der neue Chefredaktor der Tribune de Genève. Der 47-jährige bisherige Vize ist seit Anfang 2006 unter Direktionsmitglied Eric Hoesli verantwortlich für die Projektgruppe, die an der Neugestaltung der Edipresse-Regionalzeitungen Tribune de Genéve und 24 Heures (in Lausanne) arbeitet. Die erste sichtbare Etappe dieser Renovation wird bis Ende Jahr verwirklicht: die Zusammenlegung der drei Rubriken Schweiz, Wirtschaft und International. Dabei geht die Leitung der Rubrik Schweiz nach Lausanne, jene der Rubriken Wirtschaft und International nach Genf. «Beide Redaktionen behalten die redaktionelle Freiheit und zwei, drei Spezialis-ten im jeweiligen Bereich», unterstreicht Ruetschi. So wird es auch keine gemeinsamen Seiten geben.
Ausbau der OnlinepräsenzSeit Edipresse in den Neunzigerjahren das Genfer Blatt kaufte, sorgte die gefürchtete Fusion des überregionalen Bundes immer wieder für Aufregung in den Redaktionen. Man befürchtete einen massiven Stellenabbau. Gründe für die Verunsicherungen waren auch wieder die strikte Geheimhaltung der Pläne rund um die multimediale Ausrichtung der beiden Titel. Was jetzt kommt, ist eine «sanfte», auf einzelne Rubriken beschränkte Zusammenlegung.
Ruetschi, der als Favorit von Hösli die Umsetzung der Multimediastrategie bei Edipresse garantiert, war in der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre Washingtoner Korrespondent der beiden Zeitungen. Er erlebte dort den Internet-boom und war fasziniert von den neuen multimedialen Möglich-keiten. Die nächste Etappe im Umbauprozess ist denn auch bereits festgelegt: der Aufbau einer gemeinsamen Onlineredaktion für die beiden Zeitungen. Das ehrgeizige Projekt wird ab März 2007 zusätzlich 22 bis 23 Leute beschäftigen. Diese grösste Onlineredaktion der Westschweiz soll verschiedene Aktivitäten entwickeln, etwa eine durchgehende News-Produktion und ihre Verbreitung über verschiedene multimediale Kanäle.
Bereits abgeschlossen ist eine erste Etappe in der Reorganisation der Redaktionen: Die Beschäftigten der beiden Tageszeitungen hatten bis Ende August die Möglichkeit für einen freiwilligen Abgang oder eine Reduktion der Arbeitszeiten unter finanziell interessanten Bedingungen. Zahlreiche Mitarbeiter nahmen das Angebot wahr. Laut Angaben aus den Redaktionen resultiert daraus eine Stelleneinsparung von zusammen rund 18 Stellen. «Durch die Annäherung zwischen den Rubriken werden weitere Mittel für die Onlineredaktion frei», schätzt Ruetschi. «Unser Ziel ist aber in keiner Weise, das Printangebot zu vermindern.»
Helen Brügger

Madeleine von Arx ist neuer Managing Direktor von TBWA Zürich

Madeleine von Arx-Richter (41) ist seit September Managing Director bei TBWA\Zürich.

Madeleine von Arx-Richter (41) ist seit September Managing Director bei TBWA\Zürich. Nach einem kurzen Westschweiz-Abstecher zu Saatchi& Saatchi Simko in Genf wieder zur Zürcher Agentur zurückgekehrt, bei der sie bereits zuvor fünf Jahre tätig war. Zuvor trug sie als Head of Marketing Communications die Gesamtverantwortung für die Marketing-Kommunikation von diAx Telecommunications.

Podcast: Die neue Macht des Jekami

Internet Werber müssen Podcasting kennen: Es wird ihre Strategien beeinflussen. Bericht vom 1. Schweizer Podcast-Tag.

Internet Werber müssen Podcasting kennen: Es wird ihre Strategien beeinflussen. Bericht vom 1. Schweizer Podcast-Tag.Medienmanager beobachten derzeit ein kurioses Phänomen. Es heisst Podcasting. User produzieren ohne grossen Aufwand eigene Radioshows und stellen sie ins Internet. Die Goldbach Media Gruppe lud letzten Donnerstag zum 1. Schweizer Podcast-Tag ein. Für die Referenten und die Organisatoren steht fest: Podcasting wird die Mediennutzung und letztlich die Werbung verändern und massgeblich beeinflussen.Doch was ist Podcasting? Obwohl das Wort Podcast letztes Jahr von den Redaktoren des New Oxford American Dictionary zum Wort des Jahres gekürt wurde, wussten viele Kommunikationsexperten an der Goldbach-Media- Veranstaltung nicht so recht, was man unter Podcasting genau verstehen muss. Als ein Teilnehmer fragte, ob ein Podcast als MP3 definiert werden könne, antwortete der Referent: «Wenn für Sie Papier eine Zeitung ist, ja.»
Kurz: Podcasting ist ein Kunstwort. Es setzt sich zusammen aus dem englischen Begriff «broadcasting» und dem Namen des populären Audioplayers iPod. Wikipedia definiert so: Podcasting bezeichnet das Produzieren und Anbieten von Mediendateien in einem Newsfeed über das Internet.
Konkret: Der Hörer von Podcasts kann über eine Empfangssoftware wie iTunes Audiobeiträge herunterladen und konsumieren. Zudem hat er die Möglichkeit, Podcasts zu abonnieren, sodass die Software automatisch nach neuen Episoden sucht und das Archiv aktualisiert. Ein Mikrofon und eine Produktionssoftware ermöglichen es aber auch, einfach und schnell eigene Radiosendungen zu produzieren und aufs Netz zu stellen. Experten sprechen daher oft auch vom Bürgerfunk. Ganz nach der Hörfunkidee Berthold Brechts.
Die Entwicklung und die Verbreitung von Podcasts macht den Verlegern Angst. Der deutsche Verleger Dr. Hubert Burda gilt als Vordenker und Pionier, wenn es um die Einbindung und Entwicklung von digitalen Medien geht: «Ich glaube, dass ich in den letzten 40 Jahren, in denen ich in diesem Geschäft bin, keinen Moment erlebt habe, der so im Umbruch ist und so viele Chancen und Risiken birgt, wie die Zeit, in der wir leben.» Burda meint mit Risiken die Verbreitung von Weblogs und die vielen neuen Angebote, die dank Breitband und Digitalisierung möglich geworden sind.
Die Mediennutzung, so waren sich auch die Referenten des Goldbach-Media-Anlasses einig, werde sich von Grund auf ändern. Denn noch nie war es so einfach, sich der Welt mitzuteilen. Und nie zuvor haben so viele Menschen diese Gelegenheit genutzt. Nach Beispielen muss man nicht lange suchen. Mehr als 35000 User laden täglich Videos auf Youtube.com. Tag für Tag werden diese mehr als 35 Millionen Mal abgerufen.
Es ist aber nicht nur die Technik, die zum Umdenken treibt. Für viele überraschend, sind aus den Zuschauern, Zuhörern und Lesern plötzlich eifrige Produzenten und damit auch Konkurrenten geworden. Seit die neue Generation iPod auf dem Markt ist, hat sich die Reichweite von Podcasts verdreifacht. Bereits sieben Prozent aller deutschen Internetuser sollen bereits täglich Podcasts hören. Nach Angaben des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft (Eco) sollen es im Jahr 2010 mehr als drei Millionen sein.
Die Zahl der Podcasts ist nur schwer zu schätzen. Allein im Apple-Online-Store iTunes gibt es mehr als 40’000 davon, die regelmässig aktualisiert werden. Die Themen reichen von der Wissenschaft bis zur Comedy.
Beim Grossteil der derzeit erhältlichen Podcasts handelt es sich um Redebeiträge, wie man sie aus herkömmlichen Radiosendungen kennt. Beispielsweise berichtet Annik Rubens, Podcast-Pionierin aus München, in ihrem täglich aktualisierten Podcast «Schlaflos in München» vom Alltag in der Grossstadt. Thomas Wanhoff hat sich der «Wunderbaren Welt der Wissenschaft» verschrieben und klärt per Podcast über schwarze Löcher, Urzeitorganismen sowie die Wald- und Wiesenforschung in Jena auf. Daneben finden sich Sprachkurse, Hörspiele, Regionalnachrichten und vieles mehr.
Der typische Podcast-Nutzer, so beschreiben ihn die Experten, ist männlich, knapp 30 Jahre alt, überdurchschnittlich gebildet, lebt mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit als Single, verdient gut, abonniert acht Podcasts im Schnitt und lauscht rund dreieinhalb Stunden pro Woche Podcasts.
Dass die meisten Podcasts von Amateuren gemacht werden, ist hörbar. Da wird gehustet und gestottert. Für Thomas Wanhoff, Gastredner am 1. Schweizer Podcast-Tag und Podcast-Pionier der ersten Stunde, macht es das gerade aus. «Die Hörer schätzen die Authentizität», sagt er. Er glaubt, dass die Podcast-Szene die «cleanen» Beiträge eher verabscheue, weil sie Ehrlichkeit fordere.
Für Alexander Wunschel, Betreiber des Podcast «Markendreiklang», sei damit auch die Faszination Podcasting schnell und kurz zu erklären. «Der Trend zum Podcasting ist auch aus einem Massenmedienfrust entstanden, wo die Sprache und die Sendungen perfekt sind. Die Hörer von Podcasts wollen keine Schnitte. Sie wollen die Versprecher. Das schafft Vertrauen.»
Vertrauen sei für die Werbebranche interessant, sagt Wunschel. Podcasts seien gerade wegen ihrer Ehrlichkeit und ihrer Machart ein Medium, das die Markenbildung stark beeinflussen könne. Dank des Multiplikationseffekts könne ein Podcast mit einer Reichweite von 100 regelmässigen Hörern mehr leisten als teure Werbung in Form von Inseraten. Komme hinzu, dass 76 Prozent der Podcast-Hörer Werbung akzeptieren würden. Geld ist in der Podcast-Szene ein heikles Thema. Denn Podcaster produzieren in erster Linie für sich und ihre Community. «Das ist auch gut so», sagt Wanhoff, «Briefmarkensammler fragt man auch nicht, warum sie sammeln und wie sie Geld damit verdienen.»
Christian Lüscher

Heute will auf die Google-Startseite

Die kostenlose Lektüre für Nachmittagspendler und zeitlich umlimitierte Onlinereisende namens «heute» wartet mit einem neuen Gadget auf. Einem PlugIn für die Google-Startseite.

Die kostenlose Lektüre für Nachmittagspendler und zeitlich umlimitierte Onlinereisende namens «heute» wartet mit einem neuen Gadget auf. Neu kann man die «Singles des Tages» mitsamt den Links zu den neusten News in einem PlugIn für die Google-Startseite bewundern. Besitzt man ein Google-Konto, lässt sich die Google-Startseite personalisieren und mit dem Gadget von Heute-online.ch ergänzen.

Die Bahn hat den schönsten

Geschäftsberichte Im Rating der Bilanz hat dieses Jahr die SBB Platz 1 erobert.

Geschäftsberichte Im Rating der Bilanz hat dieses Jahr die SBB Platz 1 erobert.Das haben die SBB gut aufgegleist: Aus dem diesjährigen Geschäftsberichte-Rating der Wirtschaftszeitschrift Bilanz gehen sie als Sieger hervor. Es folgen auf den Plätzen 2 und 3 UBS und Valora. Das Gesamt-Rating ergibt sich aus der Bewertung der Gestaltung und des Value Reporting. Die SBB führen auch die Liste der am schönsten gestalteten Berichte an. Darauf folgt auf Platz 2 die Espace Media Groupe, auf Platz 3 die Migros. Beim Value Reporting hat die UBS die Nase vorn, gefolgt von Roche und der ZKB. Neu zeigt die Bilanz dieses Jahr, welche zehn Geschäftsberichte über die letzten fünf Jahre am besten waren. Platz 1 nimmt hier die Novartis ein.
Leiter der Jury für Gestaltung war Designer Peter Vetter. Rudolf Volkart, Wirtschaftsprofessor und Direktor des Schweizerischen Ban-keninstituts der Universität Zürich, leitete die Jury Value Reporting. Die Bilanz veröffentlicht seit 1988 eine Rangliste der besten Schweizer Geschäftsberichte.

Zwischen den Disziplinen

Daniel Brüngger will als neuer Managing Director bei TEQUILA\ die Dialog-Agentur bei TBWA\ zu einer führenden Adresse für «Connections-Marketing» in der Schweiz machen.

Daniel Brüngger will als neuer Managing Director bei TEQUILA\ die Dialog-Agentur bei TBWA\ zu einer führenden Adresse für «Connections-Marketing» in der Schweiz machen.«Wieso kaufst du dir nicht einfach eine Messingtafel, lässt deinen Namen eingravieren – und fertig ist die eigene Agentur», meinten ein paar Kollegen, als Daniel Brüngger als Geschäftsführer von Lowe Direct dem Restrukturierungsentscheid des internationalen Netzwerks nichts mehr entgegen halten konnte.Aber das war nicht seine Lösung. «Ich bin nicht der Einzelkämpfer», meint Brüngger, der ab dem 1. Oktober lieber als neuer Managing Director bei TEQUILA\ im grossen Netzwerk von TBWA\Omnicom wirkt. «Hier habe ich Kunden, bei denen ich auf breiter Ebene viel bewegen kann. Diese Arbeit in einem professionellen Team interessiert mich mehr als noch einmal der jahrelange Aufbau einer Kleinagentur.»
Kunden wie SBB, für welche
TEQUILA\ das «Magic Ticket» betreut, oder neu McDonald’s fordern Lösungen, bei denen Brüngger auf allen Registern spielen kann, die er in der DM-Branche seit 20 Jahren verfeinert hat.Nach einer Ausbildung als Elektrotechniker hat Daniel Brüngger seine Laufbahn im  Rechenzentrum Datron angefangen, einem führenden Dienstleistungsbetrieb für Dialogmarketing. Er betreute als Verkaufsleiter Datenbanken für grosse Kunden wie Quelle Europa, Kurfürst Warenversand oder das Rote Kreuz. «Wir machten CRM, wussten aber noch nicht, was das ist», meint er heute lächelnd. Die Idee, dass ein Konsument über die Verbindungen einer Datenbank zu einer Marke kommt und dass man über Datenstrukturen einen Dialog steuern kann, faszinierte ihn schnell. Diese Möglichkeiten entwickelte er später weiter als Leiter des Profit Centers Direct Marketing bei AT&T/NCR.
Vor acht Jahren fühlte der Techniker die Zeit gekommen, um aus dem reinen Database-Marketing in die Werbung zu wechseln. Zusammen mit Guido Wietlisbach hat er die eigene Agentur schnell erfolgreich entwickelt, so dass die Newcomer im Jahre 2000 bereits den Konkurrenten OgilvyOne Schweiz dazu kaufen konnten. Nach diesen Jahren des Aufbaus war im Jahre 2004 die Beziehung «ein bisschen strapaziert». Man suchte nach einem Weg, wie die Firma am besten weiter geführt werden könnte.
Brüngger stieg in der Folge aus und wechselte zu Lowe. Dort übernahm er in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Lowe Direct. Das war in der Phase, als das  «Karussell» in der DM-Branche mit Kunden und Personal sehr heftig drehte und sein Vorgänger zur Konkurrenz wechselte.
Daniel Brüngger musste sehr schnell ein Team ersetzen, Kunden beruhigen und das bei Lowe bekannte Klumpenrisiko in den Griff kriegen. Dies ist ihm mit sechs namhaften neuen Kunden gelungen. Er konnte auch ein neues Kernteam aufstellen.
Als Lowe aber im Zuge der internationalen Entwicklungen beim Netzwerk immer mehr in die Schlagzeilen kam, nützte auch dieser Erfolg nichts mehr. Brüngger war an einem MBO der Lowe Advertising nicht interessiert, wollte aber Lowe Direct & Interactive isoliert übernehmen. Die Vorstellungen über die Konditionen haben aber zu weit divergiert. «Glücklicherweise sind nach der schmerzvollen Schliessung alle Leute bei namhaften Agenturen gut untergekommen.»
Natürlich erfüllt es Brüngger mit Stolz, dass auch er «viele Angebote» aus allen Schweizer Regionen und verschiedenen Kommunikationsdisziplinen bekommen hat. Er fand dann sehr schnell heraus, dass bei TBWA\ der Groove für ihn am besten ist. «Es herrscht eine inspirierende Aufbruchstimmung.» Er hat «sehr gute Leute vorgefunden, welche die klassische Kommunikation beherrschen» und auch gesehen, dass Daniel Huber «eine TEQUILA\ hingebaut hat, die gut ist und solid».
Für den neuen Managing Director besonders wichtig: «Unter den Unitleitern ist ein grosses Verständnis auch für andere Disziplinen vorhanden.» Das hat Brüngger während ein paar Schnuppertagen bei TEQUILA\ bereits sehen können. Viele Spezialisten wollen sonst oft alles mit dem gleichen Werkzeug erledigen. Ein Dialogmarketer sagt zum Kommunikationsproblem: «Machen wir Mails, und das Problem ist gelöst.» – «Und eine Eventagentur wird sagen: Fliegen wir den Pavarotti ein – und das Problem ist gelöst», witzelt Brüngger.
Sein Ansatz ist es nun, über die Kommunikationsdisziplinen hinweg und für alle Consumer Touchpoints die relevanten Connections zu definieren. Bei TEQUILA\ und TBWA\ sieht er «gute Chancen, Connections Marketing in der Schweiz führend anzubieten. Wir haben mit eigenen neuen Tools, einem professionellen Team und einem in Kooperation entwickelten Instrument namens Connex eine solide Basis dazu.»
Brüngger glaubt an sein Metier: In Deutschland haben im ersten Halbjahr 2006 bereits 35 Prozent aller Werbetreibenden direkte Kommunikationskanäle gewählt. «Über ein Drittel, das sehe ich als Chance», meint der «Mann zwischen den Disziplinen».
Motiviert für seine Arbeit wird der Spezialist, wenn dank DM zum Beispiel mit 300’000 Franken Budget für eine karitative Organisation über fünf Millionen gesammelt werden können. «Wenn man das sieht, macht es Spass. Beim Direct Marketer liegt die Befriedigung mehr in der Lösung, und ein Effie zählt mehr als andere Preise – auf welche man natürlich trotzdem auch stolz ist.»
Wenn er nicht zwischen CRM, Dialog und Werbung steckt, dann findet man Brüngger oft auch am Markt, zum Beispiel beim Helvetiaplatz, und abends dann hinter den Kochtöpfen oder vor dem Weinregal. Auch in irgend einem Opernhaus dieser Welt kann er sehr gut abschalten. Weil «das Essen und Trinken der Figur nicht förderlich ist», sucht er zum Ausgleich gerne Bewegung – mal im Wald, mal im Berg, meistens aber zwischen Loch 1 und 18.
Andreas Panzeri

Die Wahrheit liegt im Eis

Umwelt Im Auftrag des WWF sensibilisiert Spinas, Gemperle die Schweiz für die Problematik des Klimawandels.

Umwelt Im Auftrag des WWF sensibilisiert Spinas, Gemperle die Schweiz für die Problematik des Klimawandels.Wie weit ist der Klimawandel bereits fortgeschritten? Die dramatische Antwort auf diese Frage gibt ein Hologramm. Wenn man die grafisch hübsch gemachte Karte bewegt, kann man ein erschreckendes Bild entdecken: Das Polareis schmilzt. Und zwar mit alarmierenden 40 Prozent seit 1950. Die aktuelle Kampagne für den WWF Schweiz von Spinas, Gemperle argumentiert mit einer überzeugenden Bildidee «vorher – nachher». Die nördlichen Polarkappen im Jahre 1979 und 2005 werden zum Vergleich abgebildet. «Dem Verharmlosen widersprechen», will Spinas, Gemperle mit solchen Kampagnen. Die Kommunikations-Spezialisten im Bereich Fundraising müssen mit ihrer Arbeit für den WWF «den Gap zwischen Forschung und Volk überwinden».
Klimaerwärmung ist für die meisten eine abstrakte Umweltbedrohung. Tote Fische und abgeholzte Regenwälder sieht man. Aber alle Menschen lieben die warme Sonne. Damit assoziieren sie allerdings Ferien und weniger den Klimawandel. Spinas, Gemperle hat deshalb die drohende Erwärmung der Erde schon in ihrer letztjährigen Kampagne mit dem Abschmelzen der Gletscher in den Schweizer Alpen verständlich visualisiert.

Die Polarfotos der NASA in der neuen Kampagne bilden aber nur die «Spitze des Eisbergs», wenn der WWF mit Plakaten und Inseraten die Bevölkerung in der Schweiz zu einem Engagement bei den Umweltschützern motivieren will.
Die Publikumskampagne legt den Teppich. «Auf ein Inserat spendet niemand etwas», weiss Lorenz Spinas. Nach der Aufklärung wird deshalb mit Streuwürfen und adressierten Mailings nachgedoppelt. Auch das Internet spielt beim Sammeln eine wachsende Rolle. Hier kann man auch per Kreditkarte spenden.
In der Branche gilt die Berechnung, dass mindestens 2 Prozent der Direct-Mailings eine Spende auslösen sollen. Beim Erstkontakt ist das Ziel die Kostendeckung. «Das ist wie bei der Abo-Werbung», erklärt Spinas. Ist ein Adressat einmal als Gönner registriert, spendet er in der Folge bis zu 80 Prozent automatisch weiter, wenn die jährlichen Einzahlungsscheine dann gezielt verschickt werden.
Der Fundraising-Markt ist «zu einem sehr harten Verdrängungsmarkt» geworden. Da braucht es erfahrene Spezialisten. Mit seinen «Sammelprofis» arbeitet Spinas, Gemperle aufwändiger als eine herkömmliche Agentur, die gelegentlich als Goodwill eine prestigeträchtige Sammelaktion unterstützt. Dafür lässt sich nachrechnen, dass Spinas, Gemperle für ihre Kunden mehr Spenden generieren als gelegentliche Goodwill-Agenturen. Aus diesem Grund lassen sowohl WWF als auch Greenpeace ihre Sammelaktionen bei Spinas, Gemperle betreuen.
Das Schweizer Budget des WWF hat Spinas, Gemperle vor drei Jahren in einem Pitch gewonnen. Die «Werte-positionierte Agentur» arbeitet ausschliesslich für gesellschaftliche und politische Anliegen. Zu den Kunden zählen Caritas, Arbeiterhilfswerk, Krebsforschung und viele ähnliche.
Lorenz Spinas hat früher bei GGK Basel gearbeitet und vor sechs Jahren mit dem freien AD Oliver Gemperle die Spezialagentur gegründet. Aus dem zweiköpfigen Team hat sich schnell ein Unternehmen von heute rund 20 Fachleuten entwickelt. Die Agentur hat auch vom allgemeinen Einbruch der letzten Jahre rund um die Wirtschaftskrise «nichts abbekommen» und konnte im Gegenteil sogar noch wachsen. Bereits sucht man wieder neue Kreative, «die für ein bisschen weniger Geld ihr Können anbieten und damit ihren Idealismus ausleben wollen…»
Früher stammten die Kunden nur aus der Schweiz. Heute finden auch deutsche Nonprofit-Organisationen den Weg zum Spezialisten in Zürich. Eben hat die Agentur einen Pitch für die Stiftung Heinz Sielmann in Deutschland gewonnen, ebenso für Caritas International.
Andreas Panzeri

Zürich HB – Milano Centrale

Plakate Eine Ausstellung zeigt die verschiedenen gestalterischen Tendenzen italienischer und schweizerischer Prägung, die sich zwischen 1945 und 1970 in Mailand herausbildeten.

Plakate Ein bedeutsames Kapitel der Entwicklung der visuellen Kommunikation in Europa spielt zwischen 1945 und 1970 in Mailand. Wesentlichen Anteil daran hatten Grafikerinnen und Fotografen aus der Schweiz. Ausgestattet mit einer fundierten Ausbildung, die Italien damals nicht anbieten konnte, sowie einem am «Swiss Style» geschulten Auge, trafen sie in Milano auf eine inspirierende Haltung. Der Bedarf an visueller Kommunikation war in Mailand in der Phase des Wiederaufbaus und des wirtschaftlichen Aufschwungs im Wachsen begriffen. Die Ausstellung «Zürich HB – Milano Centrale» zeigt nun diesen fruchtbaren Austausch der Mentalitäten und der verschiedenen gestalterischen Tendenzen italienischer und schweizerischer Prägung mit ausgewählten Arbeiten aus den Beständen der Plakatsammlung und der Grafiksammlung des Museums für Gestaltung Zürich. Vernissage ist am 23. Oktober.

D&AD Awards eröffnen Einreichung

Das Rennen um die begehrten D&AD Awards ist eröffnet. Bis zum 10. Januar 2007 läuft die Eingabefrist.

Das Rennen um die begehrten D&AD Awards ist eröffnet. Bis zum 10. Januar 2007 läuft die Eingabefrist für Arbeiten die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2006 publiziert oder lanciert wurden. Zugelassen sind kreative Werke von Poster Advertising über Games bis hin zu Fernseh-Grafiken. Ende März bewertet die Jury unter der Leitung von Michael Johnson (Johnson Banks, London) die eingereichten Arbeiten. Gekürt werden die Gewinner am 24. Mai 2007 in London. 

ARC ohne Quotidien Jurassien

Der Quotidien Jurassien verzichtet auf den neuen Mantel seiner drei Nachbarblätter und will weiter alle Teile selbst produzieren. Damit hat die Tageszeitung die Einladung, sich am Projekt «ARC» zu beteiligen, abschlägig beantwortet.

Der Quotidien Jurassien verzichtet auf den neuen Mantel seiner drei Nachbarblätter und will weiter alle Teile selbst produzieren. Damit hat die Tageszeitung die Einladung, sich am Projekt «ARC» zu beteiligen, abschlägig beantwortet und verzichtet auf einen neuen Inland-, Ausland- und Sport-Mantel, den das Journal du Jura, der Impartial und der Express ab Februar herausbringen. Das Welschbieler Journal du Jura und die beiden Neuenburger Blätter legen beim Mantel-Projekt «ARC» ihre Redaktionen teilweise zusammen (siehe ). Künftig wird jedes Blatt nur noch den Lokalteil einzeln herstellen, die bisherigen Druckorte bleiben bestehen. Die drei Zeitungen kommen zusammen auf eine Auflage von rund 50 000 Exemplaren in Biel, im Berner Jura, im Kanton Neuenburg und in den Freibergen.

Verband Schweizer Presse ruft zum Young-Creative-Wettbewerb

Die Kampagne «Das kann nur ein Inserat» geht 2007 in die vierte Runde. Wie bereits letztes Jahr sollen die zwölf Sujets von jungen Kreativduos realisiert werden.

Die Kampagne «Das kann nur ein Inserat» des Verbandes Schweizer Presse geht 2007 in die vierte Runde. Wie bereits letztes Jahr sollen die zwölf Sujets von jungen Kreativduos realisiert werden. Bis zum 4. Dezember können Teams bis Jahrgang 1978 ihre Entwürfe einreichen. Eine hochkarätige Jury bestimmt anschliessend bis Mitte Dezember, welche Inserate in fast allen Publikationen im Land geschaltet werden. Die drei besten Teams dürfen zudem am europäischen Finale von «BestYET» teilnehmen, bei dem als Hauptpreis eine Reise nach Cannes winkt.Der Wettbewerb der Schweizer Presse wird in diesem Jahr von Matter & Gretener beworben. Für ihre Sujets hat die Agentur legendäre Werber zu Ikonen im Stil von Heiligenbildchen gestylt. Posiert haben Erik Vervroegen, der Creative Director von TBWA/Paris, Alex Bogusky von Crispin Porter + Bogusky sowie Marcello Serpa von AlmapBBDO. Der 2. Young-Creative-Wettbewerb wird auch vom Verband BSW Leading Swiss Agencies, von Schweizer Werbung SW, der Allianz Schweizer Werbeagenturen (ASW), Publimedia und der Werbewoche unterstützt.
 
Abstimmen und gewinnen Der Verband Schweizer Presse lässt auf seiner Website zudem das Lieblingsinserat der beendeten Kampagne 2006 ermitteln. Abgstimmt werden kann per Mausklick, gewonnen werden kann ein Auto. Alle Inserate für die Kampagne 2006 wurden von den Kreativen bis Jahrgang 1977 gestaltet. Teilnahmeschluss ist der 13. November 2006. 

Burson Marsteller mit neuer Agentur in Genf

Eine der führenden PR-Agenturen der Schweiz, Burson Marsteller, hat mit Genf einen weiteren Agenturstandort eröffnet. In Genf werden vier Personen das Netzwerk verstärken, das in der Schweiz bereits in Zürich und Bern vertreten ist.

Eine der führenden PR-Agenturen der Schweiz, Burson Marsteller, hat mit Genf einen weiteren Agenturstandort eröffnet. In Genf werden vier Personen das Netzwerk verstärken, das in der Schweiz bereits in Zürich und Bern vertreten ist. In Genf, wo Burson Marsteller 1961 das erste europäische Büro eröffnet hatte, werden PR-Dienstleistungen für den Westschweizer Markt sowie für international ausgerichtete Unternehmen und Organisationen angeboten. Der Standort Genf soll das Angebot für Kunden auf nationaler und internationaler Ebene komplettieren. Das Team in Genf besteht aus der Leiterin Joanna Corsaro und dem PR-Berater Thomas Maginnis. Neu ist Public Affairs Spezialistin Kate Lipsitz zu Burson Marsteller gestossen.
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