Beromünster verstummt

Radio Die «DRS Musigwälle» steigt auf digitales Radio um. 2008 wird der Sender Beromünster definitiv stillgelegt.

Radio Die «DRS Musigwälle» steigt auf digitales Radio um. 2008 wird der Sender Beromünster definitiv stillgelegt.Die «DRS Musigwälle», die in diesen Tagen ihr zehnjähriges Bestehen feiert, ist eine Erfolgsgeschichte. Schweizer Radio DRS (SR DRS) hat sie 1996 als Komplementärprogramm zu DRS 1 lanciert, um jenes Publikum zu erreichen, dem selbst das behäbige erste DRS-Programm noch zu modern daherkommt. Sie sendet ein meist unmoderiertes und daher kostengünstiges Musikprogramm, das sich aus Volksmusik und traditionellen Schlagern zusammensetzt. Ein erwünschter Nebeneffekt: Der Anteil schweizerischer Musik in diesem Programm beträgt 34 Prozent, und dies schönt die Gesamtbilanz von SR DRS, das in keinem anderen Programm so viele Schweizer Produktionen ausstrahlt. Mit diesem Mix erreicht die «Musigwälle» einen Marktanteil von erstaunlichen vier Prozent, was täglich über 300 000 Hörerinnen und Hörern entspricht.
Diese Zahlen sind vor allem deshalb erstaunlich, weil die «Musigwälle» nicht über terrestrische UKW-Sender ausgestrahlt wird. Rund die Hälfte ihres Publikums erreicht sie über Mittelwelle, den Rest über Kabel, Satellit, Internet und Digitalradio.
Und dies ist auch der Haken der Erfolgsgeschichte: Der Mittelwellensender nahe beim luzernischen Beromünster muss nach 75 Jahren Betrieb saniert werden, weil er die im Jahr 2000 festgelegten Grenzwerte für elektromagnetische Wellen nicht einhält. Messungen riefen damals die gut vernetzten Mobilfunkgegner auf den Plan, die Proteste und Eingaben organisierten.
Die Swisscom Broadcast AG, die den Sender im Auftrag der SRG SSR betreibt, hätte den Sender mit einer Ausnahmebewilligung gern bis 2015 laufen lassen – bis die Mittelwellen-Technologie endgültig veraltet gewesen wäre. Doch die Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons Luzern stieg darauf nicht ein. Begründung: zu hohe Belastung der Umgebung durch Elektrosmog. Sie legte fest, dass der Sender bis Ende des Jahres 2008 entweder saniert oder stillgelegt werden müsse.
In eine veraltete Technologie zu investieren, schien der Swisscom Broadcast AG aber nicht sinnvoll, weil eine Sanierung ohnehin auf eine Reduktion der Sendeleistung und damit auch der Reichweite hinausgelaufen wäre. Deshalb wird der Sender in zwei Jahren abgeschaltet.
Segmentspezifische KommunikationÜbrig bleiben der «Musigwälle» danach nur noch die Verbreitungswege über Kabel, Satellit, Internet und vor allem das Digital Audio Broadcasting (DAB). «Die DRS Musigwälle wird die DAB-Technologie intensiv benötigen, um die ab 2008 wegfallende Verbreitung über Mittelwelle zu kompensieren», sagt Ursula Kottmann, Leiterin Kommunikation von SR DRS.
Angesichts der rund 150’000 Hörerinnen und Hörer, die zum Umstieg motiviert werden müssen, sind das keine rosigen Zukunftsaussichten. Die «Musigwälle» hat «hauptsächlich ein mittleres und älteres Publikum», wie Kottmann sagt. Dieses hat sich in Grossbritannien zwar gegenüber der digitalen Technologie durchaus aufgeschlossen gezeigt, weil sie leicht zu bedienen ist. Trotzdem hat SR DRS schon jetzt mit Werbemassnahmen für DAB begonnen, um einem befürchteten Einbruch der Hörerzahlen zu begegnen.
«Wir sind daran, die Digitaltechnologie bekannter zu machen. Was die ’DRS Musigwälle’ betrifft, gehen wir die Kommunikation zur Zeit sehr segmentspezifisch an, zum Beispiel mit Informationen an die Volksmusikverbände», sagt Ursula Kottmann. Eine solche «segmentspezifische» Kampagne läuft momentan: Unter dem Titel «Glück im Stall» werden 100 Digitalempfänger für Bauernhöfe verlost. Vorläufig scheint dies zu reichen. Langfristig ist jedoch eine breitere Kommunikation geplant. Die Detailplanung beginne im Dezember dieses Jahres, erklärt Kottmann.
Was mit dem markanten Sendeturm bei Beromünster geschieht, wenn er 2008 stillgelegt wird, sei zur Zeit noch offen, sagt Swisscom-Sprecher Sepp Frey. Interessengruppen möchten einen Abbruch verhindern. «Der Landessender ist ein Kulturdenkmal, das unbedingt erhalten werden muss», meint Hanspeter Bürki, Präsident des Fördervereins HistoriAV. Im Verein sind Sammler von historischen Radiogeräten zusammengeschlossen.
Auch der Schweizer Heimatschutz setzt sich für einen Erhalt ein. «Die Swisscom ist als Bundesbetrieb gesetzlich verpflichtet, ihre Kulturdenkmäler zu erhalten», sagt Philipp Maurer, Geschäftsführer des Schweizer Heimatschutzes. Eine Lösung für die hohen Unterhaltskosten hat vorderhand jedoch noch niemand gefunden.
Eine starke Marke verschwindetWenn der Landessender Beromünster
den Betrieb einstellt, verschwindet auch eine einst hervorragend etablierte Marke. Seit über vierzig Jahren nennt sich das Schweizer Radio nicht mehr Beromünster, sondern DRS. Dennoch ist der Begriff immer noch tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Seine Geburt war im Jahr 1931 ein Zufall. In der Frühzeit des Rundfunks trugen die meisten Sender den Namen ihrer Standortgemeinde. Der schweizerische Sender lag jedoch auf Gemeindegebiet von Gunzwil – kein klingender Name. Und auch den Namen der Nachbargemeinde Münster konnte man nicht verwenden, weil im deutschen Münster bereits ein Sender in Betrieb war. So erinnerte man sich an den mittelalterlichen Namen Beromünster und benannte Münster kurzerhand um. Keine andere Gemeinde dieser Grösse wurde in der Folge so bekannt.
Adrian Scherrer

Revolte gegen die Revolution

Käse Harry Sulzers Kampagne für Tilsitskij war den Produzenten des Originals offenbar zu erfolgreich. Wer aber ist wirklich original?

Käse Harry Sulzers Kampagne für Tilsitskij war den Produzenten des Originals offenbar zu erfolgreich. Wer aber ist wirklich original?Mit nur wenigen Plakaten schaffte es Harry Sulzer, dass seine Kampagne für Tilsitskij zu einem heftig diskutierten Thema in den Medien wurde. «Efficient creativity» nahm Sulzer freudig zur Kenntnis. Schliesslich ist das auch der Name seiner kleinen, aber feinkostigen Agentur. Die Freude wird aber nicht von allen geteilt. An der Olma, wo der Tilsiter aus Russland mit einem Stand präsent ist und mit den revolutionären Sujets beworben wird, mussten diese Plakate am Mittwoch dieser Woche von der APG überklebt werden. Um «juristische Auseinandersetzungen zu vermeiden» steht jetzt «Tilsitskij Syr» statt «Tilsiter» als Marke über den Sujets, «und die Kirche bleibt im Dorf», wie Sulzer mitteilt. Verkauft wird der Käse trotzdem weiterhin in ausgewählten Schlemmertreffs.
Ist diese Aufregung rund um das Label Tilsiter allerdings überhaupt berechtigt? Laut Wikipedia wanderten einst Schweizer Käser aus dem Emmental in die Region nördlich der Stadt Tilsit im damaligen Ostpreussen aus. Sie «exportierten» auch das Rezept für Käseherstellung in das Gebiet an der Grenze zu Litauen.
Die Stadt Tilsit heisst seit 1946 Sowjetsk, und Käse wird dort auch heute noch hergestellt. Dieser heisst Sowjetski. Über andere Wege ist das Rezept für Tilsiter bereits vorher 1893 aber wieder in die Schweiz zurück gebracht worden – von Otto Wartmann und Hans Wegmüller. Diese lernten diesen Käse im obigen Tilsit kennen. Später wurde er hier als Tilsiter Switzerland geschützt. Womit wieder alles Käse ist, oder was?
Andreas Panzeri

Mrg tankt Coop Mineralöl und fährt auf KV Baselland ab

Gleich zweimal war die Basler Werbeagentur Mrg in Konkurrenzpräsentationen erfolgreich und kann zwei neue Werbemandate für sich verbuchen: Coop Mineralöl und die KV Schulen Baselland.

Gleich zweimal war die Basler Werbeagentur Mrg in Konkurrenzpräsentationen erfolgreich und kann zwei neue Werbemandate für sich verbuchen: Coop Mineralöl und die KV Schulen Baselland. Die Coop Mineralöl der Coop Gruppe betreibt die Coop-Tankstellen und die Prontoshops. Mrg wird für für sie die achte Rubbellosaktion durchführen. Die Kampagne umfasst acht Millionen Lose, nationale Plakataushänge, Anzeigen in der Coop Presse sowie diverse POS-Werbemittel.
Die Schulen des KV Baselland, zu denen das KV Liestal, Muttenz und Reinach zählen, haben Mrg den Auftrag erteilt, die Öffentlichkeitsarbeit der Schulen zu überprüfen und eine grundlegende Neuausrichtung der Kommunikation auszuarbeiten.

Lukrativer Blickfang an bester Lage

Megaposter Baugerüste bieten eine attraktive Plattform für grosse Werbeauftritte. Die einstige Nische wächst.

Megaposter Baugerüste bieten eine attraktive Plattform für grosse Werbeauftritte. Die einstige Nische wächst.Im Maximum hängen in der Schweiz gleichzeitig an rund 60 Stellen Megaposter, verkleiden an möglichst prominenter Lage die Gerüste von Bauobjekten, werben für Produkte und Dienstleistungen. In der Werbebranche gehören Poster über 12 m2 in diese Kategorie, meistens sind sie jedoch mindestens 60 m2 gross und bedecken bis zu 400 m2 oder noch grössere Flächen. Gegenwärtig fallen besonders viele auf, doch liegt das nicht daran, dass mehr Stellen verfügbar sind. Die Konjunkturlage liess in den vergangenen Jahren die Werbebudgets sinken, Gelder wurden vor allem bei Spezialaktionen gestrichen, so eben auch bei Megapostern. Das ist passé, Werbebudgets und Interesse sind wieder vermehrt da. Doch bestimmen vielerlei Faktoren, ob eine derartige Werbefläche an einem Gerüst vermarktet werden kann.
Knifflige StandortsucheBevor ein Standort überhaupt in Frage kommt, sind einige Abklärungen notwendig. «Interessant sind nur Objekte an erstklassiger Lage, sonst ist keine Vermarktungschance gegeben», erklärt Felix Rothweiler, Geschäftsführer Clear Channel Felice GmbH, eine der Vermittlungsfirmen für Megaposter. In erster Linie ist ein städtisches Umfeld erforderlich. Besonders interessant sind Zürich, Basel und Bern, doch auch in Luzern, St. Gallen, Winterthur und Lugano ist ein Absatzmarkt zu finden. Genf und Lausanne wären laut Rothweiler bei den Werbern hoch im Kurs, doch werden in diesen beiden Städten vorläufig keine Bewilligungen für Werbeflächen an Baugerüsten erteilt.
Schliesslich ist der Standort auch innerhalb einer Stadt ausschlaggebend: Einkaufsstrassen, Fussgängerzonen und stark frequentierte Strassen. Zum Beispiel das Bellevue in Zürich, auch der Barfüsserplatz in Basel oder in Bern die Altstadt. «Interessant sind vor allem die Anzahl Blickkontakte sowie deren Qualität», sagt Rothweiler.
Mit dem Finden eines idealen Standorts ist es nicht getan, es gilt vielerlei Bestimmungen zu beachten. Gerade in der Nähe von Sehenswürdigkeiten erteilen die Behörden restriktiv Bewilligungen. Involvierte Ämter sind die Baupolizei, die Verkehrspolizei sowie eine Fachstelle Reklameanlagen des Amts für Städtebau (o.ä., je nach Kanton). Entscheidend ist auch, ob sich ein geplantes Megaposter an einem Gebäude befinden würde, das auf öffentlichem Grund oder aber auf privatem Boden steht. In beiden Fällen werden Bewilligungsgebühren fällig, bei ersterem eine zusätzliche für das Benützen des öffentlichen Grundes.
«Die Gebühren können bis zu einem Drittel des Gesamtpreises ausmachen», weiss Rothweiler aus Erfahrung. Nicht nur der Standort machts aus, auch darf nicht irgendein Sujet gedruckt werden. Es wird genau geprüft, ob dieses in die Umgebung passen könnte. Je nach Standort gelten andere Prüfansätze. Am Bellevue in Zürich beispielsweise sind in der Regel nicht mehr als fünf Wörter erlaubt, plus Logo.
Der Besitzer entscheidetZu viele Bäume im Paragrafenwald? Es gibt diverse Vermittlungsagenturen, die sich der Sache annehmen, Kunden kontaktieren, wenn sie ein geeignetes Objekt sichten, mit Immobilienverwaltungen und Besitzern Möglichkeiten und Interessen abklären. 
Die Kunden – Firmen der 300 grössten Marken – gelangen, teils über Werbe- und Media-Agenturen, zu den Vermittlern. Stehen die Chancen für einen Standort und ein Plakat gut, bewilligt zu werden, ist der Besitzer gefragt. Dieser entscheidet nicht nur, ob er grundsätzlich ein Megaposter möchte, sondern auch, was für eine Werbung für ihn überhaupt in Frage kommt.
«Der Besitzer ist in 90 Prozent der Fälle Entscheidungsträger, sagt, was auf seiner Baustelle gemacht werden darf und was nicht», bestätigt Rothweiler. Termine und örtliche Begebenheiten werden mit dem Bauleiter und dem Gerüstbauer abgesprochen, auch was die Bauplatzinstallation betrifft. Möglicherweise ist die Benutzung eines Krans im Rahmen der Montage hilfreich.
Fassadenkletterer selten gefragtGewisse Voraussetzungen muss eine Gerüstfassade bieten. So sollte sie möglichst gerade sein, frei von – in diesem Fall störenden – Gerüsttreppen, Liften, Splitterschutz oder Spenglerläufen. Können Kabel nicht anders angebracht werden, etwa von Tramleitungen oder Strassenbeleuchtungen, müssen Schlitze und dergleichen bereits beim Druckprozess des Posters vorgenommen werden, entsprechend wichtig ist eine sorgfältige Vorabklärung.
Weil die Windlast ins Gewicht fallen kann, müssen die betroffenen Gerüste doppelt so stark verankert werden. Für jeweils 10 m2 Werbefläche wird mit einer Verankerung gerechnet. Selten – wie etwa beim Messeturm Basel – sind zur Montage spezialisierte Fassadenkletterer notwendig, meist wird klassisch montiert.
Geld verdient vor allem der Gebäudebesitzer respektive die Bauherrschaft, der grösste Teil der Mieterträge geht in deren Tasche. Die Preise für die Werbefläche sind unterschiedlich. Entscheidend sind in der Regel folgende Faktoren: Stadt, genaue Lage/Quartier, Blickkontakte pro Monat, frontale oder schräge Sicht und die Grösse des Posters. Die Mietpreise bewegen sich zwischen 10’000 und knapp 60’000 Franken für einen Monat. Höchstpreise werden für Standorte wie das bereits genannte Bellevue in Zürich bezahlt. Hinzu kommen die Gebühren, diese sind laut Rothweiler in Zürich mit 60 Franken/m2/Monat am teuersten, gefolgt von Basel mit 33 Franken/m2/Monat.
Berechnet werden auch die Medialeistung, die Produktion sowie die Kosten für die Montage und die Demontage. Weil das Plakat Eigentum des Auftraggebers ist, entscheidet dieser auch, was nach der Demontage mit den Postern aus Netzvinyl passiert. «Etwa die Hälfte wird vernichtet, der Rest wird zur Weiterverarbeitung frei gegeben», sagt Rothweiler. Häufig landet das Material bei sozialen Institutionen, welche die Planen in geschützten Werkstätten oder Beschäftigungsprogrammen zu Taschen oder Ähnlichem verarbeiten.
Mega beliebtZürich ist äusserst begehrt,
wenns um Megaposter an Baugerüsten geht. Entsprechend früh hat das Amt für Städtebau ein Konzept für den Umgang mit Megapostern erstellt. Laut Bernhard Lüthi, Leiter Fachbereich Reklameanlagen beim Amt für Städtebau, betreffen rund 90 Prozent der in Zürich bewilligten Megaposter Baugerüste. Die Hälfte von diesen stehen auf öffentlichem Grund. Im Schnitt sind zu jeder Zeit etwa sechs Anlagen anzutreffen, pro Jahr werden rund 30 Poster bewilligt. «Weil die Rahmenbedingungen klar definiert sind, bilden Verweigerungen die Ausnahme», erklärt Liechti. «Wir versuchen in der Regel, die Bewilligbarkeit von Anlagen bereits vor Gesuchseingabe zu klären.»
Eine Methode, die gut funktioniert, in den letzten Jahren seien jeweils bloss ein oder zwei Anfragen zurückgewiesen worden. Die meisten wegen verkehrssicherheitstechnischen Gründen bei Baugerüsten an exponierter Lage, manchmal vermochten die Anlagen die baurechtlichen Vorgaben nicht zu erfüllen.
Nie würde Liechti ein Megaposter in der Altstadt (Baugerüste und Fassaden) bewilligen, an Fassaden von kunst- und kulturhistorisch wertvollen Bauten oder überall dort, wo die gesetzlichen Vorgaben gemäss Planungs- und Baugesetz des Kantons Zürich (PBG) punkto Einordnung und die verkehrssicherheitstechnischen Aspekte (SSV/ SVG) nicht erfüllt werden.     
Sandra D’Arienzo

Doping für Private?

Gastkommentar Kein anderer Sender bietet ein so gutes Werbeumfeld wie jene der SRG, meint Matthias Künzler.

Gastkommentar Kein anderer Sender bietet ein so gutes Werbeumfeld wie jener der SRG, meint Matthias Künzler.Service public durch die SRG – Kommerz durch Private. So sieht die Aufgabenteilung zwischen öffentlichem und privatem Rundfunk zumindest bei der Regulierung der kommerziellen Finanzierung im neuen Radio- und Fernsehgesetz und der dazugehörigen Verordnung aus: Neu werden die Werbe- und Sponsoringmöglichkeiten der SRG beschränkt, jene der Privatsender erhöht. Die beim öffentlichen Rundfunk frei gewordenen Werbegelder könnten dem privaten Rundfunksektor zufliessen, so die Hoffnung. Dies müsste sich stimulierend auf die Entwicklung von Privatradios und -fernsehen auswirken – wie das Dopingmittel EPO auf die Leistung von Velofahrern. Die Logik der Gleichung ist einleuchtend, doch in der Realität wird sie kaum funktionieren: Irland hat bereits 1988 versucht, mit Werbebeschränkungen beim öffentlichen Rundfunk den Privatsektor zu fördern. Ein rascher Anstieg der Einnahmen irischer Privatsender blieb jedoch aus. Dies hat mit kleinstaatlichen Strukturproblemen zu tun, von denen auch die Schweiz betroffen ist: Wie in Irland sind die Entwicklungsmöglichkeiten der Privatsender wegen des kleinen Markts und der aus dem gleichsprachigen Ausland einstrahlenden Konkurrenz beschränkt (dem deutschen Privatsender RTL etwa steht bereits heute sechsmal mehr Geld zur Verfügung als SF mit Gebühren- und Werbefinanzierung zusammen).
Zweitens ist die Schweiz immer noch ein Printland. Über 70 Prozent der gesamten Werbeeinnahmen fliessen in die Presse, weniger als 20 Prozent in den Fernsehbereich. Anders in Deutschland: Der Gesamtanteil der Presse liegt bei unter 50, jener des Fernsehens dafür bei über 40 Prozent.
Drittens stellt sich die Frage, ob zu starke Werbebeschränkungen für die SRG überhaupt im Interesse der Werbewirtschaft sind. Denn: Kein anderer Schweizer Sender kann im Fernsehbereich ein so gutes Werbeumfeld hinsichtlich Marktanteil, Reichweite und Reputation der Sendungen bieten – daran wird auch der neue Privatfernsehsender 3+ so schnell nichts ändern können.
Fazit: Dopingähnliche Wirkungen für die Leistung des privaten Rundfunksektors sind von den zusätzlichen Werbebeschränkungen beim öffentlichen Rundfunk nicht zu erwarten. Jene, die langjährige Erfahrung in der schweizerischen Medienbranche haben, scheinen dies zu wissen: Die grossen schweizerischen Verlagshäuser haben entgegen ihrem sonst üblichen Credo, staatliche Markteingriffe abzulehnen, für die Beibehaltung und Erhöhung des Gebühren-Splittings gekämpft. Schliesslich wollen sie dafür sorgen, dass ihre Beteiligungen an Regionalradio und -fernsehstationen auf einer soliden finanziellen Basis stehen.
Matthias Künzler ist Lehrbeauftragter am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung (IPMZ) der Universität Zürich.

Wider den Mief

Wohnkultur Exxtra Kommunikation lüftet für die Migros wirkungsvoll durch mit Fresh Neutro.

Wohnkultur Exxtra Kommunikation lüftet für die Migros wirkungsvoll durch mit Fresh Neutro.  FIGAGESG könnte man frei interpretieren mit «Fondue isch gut, aber git e schlächte Gruch…» So sehr wir unser Nationalgericht lieben, auf die Duftwolken nach dem FIGUGEGL könnten wir alle bestens verzichten. Schlechte Gerüche begleiten uns aber auch sonst überall. Dem will die Migros jetzt Abhilfe schaffen mit einem neuen Geruchsneutralisierer. Fresh Neutro gibt dicker Luft keine Chance. Bei der Einführungskampagne für den neuen Spray dramatisiert Exxtra den Produktenutzen humorvoll mit zwei Situationen, die aus dem Leben gegriffen sind. Auf dem ersten Printsujet ist eine Kuh im Stil heimeliger Bauernmalkunst auf einem Fonduecaquelon zu sehen. Wegen dem Käsegeruch muss sie sich die Nüstern zuhalten.
Totschläger auf BestellungDas zweite Sujet nimmt eine Situation in einer typischen Schweizer «Beiz» auf. Selbst der Steinbock auf dem Stammtisch-Aschenbecher hält die Rauchschwaden kaum mehr aus. So kann auch er sich nur noch die Nase zuhalten, um sich vor dem aufdringlichen Geruch zu schützen. Den Steinbock musste die Agentur Exxtra übrigens extra bei einem Kunstschmied herstellen lassen, da es in der Schweiz kaum noch Beizen mit solchen massiven «Totschlägern» gibt, wie man im Volksmund die Stammtisch-Aschenbecher auch nennt.
Fresh Neutro soll lästigen Gestank nicht einfach mit einem Parfüm überdecken, sondern ihn dank einem speziell entwickelten Wirkstoffsystem reduzieren.
Die zwei Sujets sind in diversen Zeitschriften ab Mitte Oktober bis Ende Jahr zu sehen. Zudem sind Hängekartons in Trams vorgesehen.
Andreas Panzeri

Leone Ming ohne Barriere

Websites Der Internet-Auftritt der Gemeinde Schaan hat von der Stiftung «Zugang für alle» eine Auszeichnung erhalten.

Websites Der von Leone Ming gestaltete Internet-Auftritt der Gemeinde Schaan hat von der Stiftung «Zugang für alle» die höchste zu vergebende Auszeichnung AA+ für barrierefreie Websites erhalten. Mit dem neuen Zertifikat werden Websites ausgezeichnet, die auch für Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen barrierefrei zugänglich sind. Das Zertifikat «Geprüfte barrierefreie Website» schafft einen verbindlichen Massstab für die barrierefreie Gestaltung von Websites in der Schweiz und in Liechtenstein.

Die Zukunft wartet nicht

Breitband Glamour Engineering lanciert mit Malcolm McLaren und Jurczok eine virale Kampagne für Sunrise.

Breitband Glamour Engineering lanciert mit Malcolm McLaren und Jurczok eine virale Kampagne für Sunrise.Mobile Breitbandtechnik gilt als «the next big thing». Das Handy wird zum Alleskönner und Kommunikator. An vorderster Front mit dabei ist Sunrise. Jetzt hat die Werbeagentur Glamour Engineering rund um mobiles Broadband von Sunrise eine Serie von ungewöhnlichen Spots gestaltet. In der viralen Kampagne werden die Videos, die in den Sunrise Centers zu sehen sind, auch im Internet verbreitet und so dem breiten Publikum vorgestellt.Das mobile Internet von Sunrise gewinnt jeden Tag neue Kunden. Die Musik-Downloads über das mobile Breitband sind gefragt. Mittlerweile werden pro Monat über 10’000 MP3-Songs von der Musikplattform Sunrise Musicworld direkt aufs Handy geladen. Die mobile Erlebniswelt Sunrise live verzeichnet monatlich bereits 135’000 Unique-User.
Egal, ob News, E-Mails, Live TV oder MP3-Downloads: Immer mehr Kunden entdecken die Vorteile dieser Dienste. Seit der Lancierung des mobilen Breitbandnetzes im Dezember 2005 ist der Datenverkehr um das 7-Fache gestiegen, nicht zuletzt dank der erfolgreichen Markteinführung der Sunrise Mobile Broadband Card.
Slammen, rappen, dissen für Sunrise liveGlamour Engineering hat für seine Spots die kultige Legende Malcolm McLaren und den Zürcher Rap-Poet Jurczok gewinnen können.
«Thank you Sunrise»: Malcolm McLaren, Ex-Manager und Erfinder der Sex Pistols, ist darauf angewiesen, mit allen in Verbindung zu sein und sich die Welt mit den Sunrise-Breitbanddiensten aufs Handy zu holen. Denn er ist ständig hinter «the next big thing», dem nächsten grossen Ding, her. Ende der 70er gelang ihm das mit den Sex Pistols. Deren Hits «Anarchy in the UK» und «God save the Queen» machten die Punk-Revolte massentauglich.
Das grosse Ding heute ist die Dominanz von Kinderkultur und Videospielen, die McLaren in seinem Fashionlabel Fashionbeast umsetzt. Oder die Anti-Fast-Food-Bewegung, die in seinem ersten Hollywood-Film «Fast Food Nation» nach dem Roman von Eric Schlosser mit Bruce Willis und Avril Lavigne Anfang 2007 in die Kinos kommt.
Malcolm McLaren ist damit «der überzeugende und überzeugte Kommunikator und Promoter für das Breitband-Serviceangebot für Geschäftskunden», meinen Rudolph Schürmann, Michelle Nicol und Erich Baumgartner bei Glamour Engineering. 
Genau so ins Konzept passt Jurczok 1001. Der Zürcher Spoken-Word-Pionier slammt und rappt hart, aber poetisch über die Vorzüge der Breitbanddienste und Musik-Downloads für Privatkunden. Der welsche Slammer Roberto Roccobelly, bekannt für seine aktuelle Show «Love Gangsta Club», tritt für Sunrise als César Vegas auf. Und Toni Caradonna, omnipräsent als Stunt Comedian, gibt den Tessiner.
Diese Wortakrobaten agieren in den Spot-Clips als Moderatoren und kommentieren intelligent und treffend Songs von Pink und Placebo, die es als Realtones und MP3-Songs auf Sunrise live zum Downloaden gibt.
Zu überprüfen ist die Wirkung auf der Sunrise-Website
www.sunrise.ch/mobilesbreitband_kampagne
, auf der mobilen Erlebniswelt Sunrise live, in den Sunrise Centers wie auch in verschiedenen Online-Videoplattformen wie zum Beispiel .Andreas Panzeri

Botschaften im grossen Stil

Plakatdruck Vom Offset- über Sieb- zu Digitaldruck bieten Plakatdruckereien die gesamte Palette.

Plakatdruck Vom Offset- über Sieb- zu Digitaldruck bieten Plakatdruckereien die gesamte Palette.Normale Akzidenz- oder Digitaldruckereien müssen bei der Realisierung des in der Schweiz sehr beliebten Werbemittels oft passen – zumindest in den klassischen Plakatformaten. Dies, weil der Maschinenpark oft nicht auf die grossen Formate ausgerüstet ist und sich deshalb Plakate entweder überhaupt nicht oder nicht kostendeckend produzieren lassen. Dennoch ist der Plakatdruck kein Nischengeschäft. Die hier tätigen Anbieter unterscheiden sich neben den Druckverfahren oder -systemen auch durch unterschiedliche Dienstleistungen. Die Werbewoche hat diverse Plakatdruckereien danach sowie nach Spezialitäten, Daten-Handling (siehe unten) und Services befragt.
PlakatproduktionGemeinsam ist den Plakatdruckern, dass sie alle über grossformatige Maschinen verfügen. Damit hat es sich oft aber schon. Das Spektrum reicht von Firmen, die sich dem Plakatdruck zu 100 Prozent verschrieben haben (etwa Seriplakat AG), über Unternehmen, die rund zwei Drittel (Setaprint AG, JCM Offsetdruck AG) oder circa ein Drittel ihres Umsatzes (Christinger Partner AG, ComRo Rohner AG, Graphische Anstalt J. E. Wolfensberger AG) mit der Herstellung von Plakaten erwirtschaften, bis zu Firmen, bei denen der damit generierte Umsatz zwanzig, zwölf oder zehn Prozentanteile ausmacht (Gamper AG, Karl Schwegler AG, Rutschi AG).
Offsetdruck für GrossauflagenDer Offsetdruck ist vor allem für grosse Auflagen das geeignetste Druckverfahren. Hier kommen der Plakatgrösse entsprechend grossformatige Maschinen zum Einsatz.
Sämtliche Plakate in den Formaten F4, F12, F200 NP + LP mit Diadruck – auch Rollingstar, GF und diverse Sonderformate – werden bei der Setaprint inhouse gedruckt: «Wir produzieren unsere Plakate zu 95 Prozent im Offsetdruck auf einer MAN Roland 900 XXL – mit einem maximalen Druckformat von 130 x 185 cm», informiert Werner Heschel. Dank der grossformatigen Maschine kann das Unternehmen die Formate mit teilweise weniger Teilen produzieren (zum Beispiel F12-Plakate in zwei statt drei Teilen) und Plakate bis und mit F200-Format gar einteilig drucken.
Die Vorteile grossformatiger Offsetmaschinen nutzt auch die Karl Schwegler AG: «Wir stellen auch fünffarbige Plakate in einem Durchgang her», ist von Paul Seliner zu erfahren. Deren Fünffarbenmaschine MAN Roland XXL-905-8-LV wird vom Unternehmen neben dem Plakatdruck aber auch für Akzidenzdruckaufträge eingesetzt.
«Wir drucken auf den weltweit grössten Offsetmaschinen», teilt Manfred Sollberger, JCM Offsetdruck AG, mit. Dort steht mit der KBA Rapida 205 (Format 150 x 205 cm) als Fünffarbenmaschine die formatgrösste Maschine der Schweiz. Im weiteren werden Plakate mit einer MAN Roland 900 (Format 100 x 140 cm) produziert. Kleinere und damit besser für den Digitaldruck geeignete Auflagen realisiert JCM entweder auf einem Hewlett Packard Design Jet 3500 CP oder greift auf Partnerbetriebe zurück.
«80 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir durch die Produktion von Strassenplakaten (F4/F12/ F200) und 20 Prozent durch die Herstellung von POS-Plakaten», erklärt Robert Wernli, Seriplakat AG. «Was die Druckverfahren angeht, setzen wir sowohl auf Offset- als auch auf Siebdruck.»
Bei der Wolfensberger AG werden gemäss Luciano Faoro Plakate mit einer Bogenoffsetmaschine MAN Roland 905-LV gedruckt. «Bei kleinen Auflagen in den Formaten F4, F12, GF und F200 setzen wir auf einen Plotter.»
Dazwischen: SiebdruckDas Siebdruckverfahren eignet sich ebenfalls sehr gut, um Plakate herzustellen. Es zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass hohe Farbschichtdicken gedruckt und sehr unterschiedliche Papiere/Substrate bedruckt werden können. Bezüglich der Druckgeschwindigkeit zwischen Digital- und Offsetdruck positioniert, ist es ideal für mittlere Auflagen.
F4-, F12- und 12-m2-Plakate sowie als Besonderheit Leuchtplakate und Direktkopien ab Daten stellt die Gamper AG mit einem Siebdruck-Vollautomaten her.
Auf beides, Sieb- und Digital-druck, setzt die Rutschi AG: Plakate bis zu den Formaten F12 und GF (in nur sechs Teilen) in mittleren Auflagen werden inhouse produziert. Die Druckform für die Siebdruckmaschine wird mit einem Computer-to-Screen-Verfahren hergestellt. Alle Formate deckt das Unternehmen mit dem Digitaldruckverfahren ab. «Wir drucken auch viele Plakate, die in Leuchtkästen ausgehängt werden (Leuchtplakate), und haben hier auf diese Bedürfnisse abgestimmte Papiere, Folien und Druckkennlinien im Zugriff, um eine optimale Brillanz und Leuchtkraft zu erreichen», erklärt Kurt Rutschi.
Professionelle DigitaldruckerNeben Offset- und Siebdruckern gibt es etliche Unternehmen, die Plakate nur noch digital drucken. Etwa die ComRo Rohner AG: «Wir drucken mit einem HP Scitex TurboJet, dem weltweit schnellsten digitalen Plakatdrucksystem», erklärt Silvan Rohner. Dieser Drucker überzeuge aber nicht nur durch die Geschwindigkeit, sondern auch durch die Druckqualität. Das Resultat unterscheide sich von mit anderen Digitaldruckern realisierten Plakaten, weil das gleiche, leicht glänzende Papier wie etwa die Siebdrucker verwendet werden kann. «Und dank des Farbauftrags wirken sie gar kräftiger als Plakate, die im Offset oder im normalen Digitaldruck hergestellt werden. Der Workflow – drucken und schneiden – läuft bei uns vollautomatisch!»
Auch die Stutz Foto Color Technik AG in Bremgarten setzt ausschliesslich auf den Digitaldruck. Eingesetzt werden diverse Inkjet-Drucksysteme – darunter befinden sich Grossformatdrucker von Scitex zur Realisierung von zum Beispiel Gigaposters.
Bei Christinger Partner stehen für den Plakatdruck elf verschiedene Digitaldrucksysteme im Einsatz. Grössere Auflagen druckt das Unternehmen jeweils auf dem HP Turbojet 8300: «Die hier heute erreichbare Qualität – bei uns verknüpft mit dem PDF-Workflow und dem ISO-Standard 12647 Fogra Matt – ist einzigartig», informiert Toni Fricker. Dank vorhandener Infrastruktur können grosse Plakatauflagen mit vielen Wechseln in Format und Motiv rationell bewältigt werden. Einfarbige Plakate mit speziellen Farbtönen stellt das Unternehmen mit Siebdruckmaschinen her.
Unterschiedliche Services Die Plakatdrucker unterscheiden sich neben den Druckverfahren durch das Dienstleistungsangebot. Dieses erstreckt sich bei der JCM Offsetdruck AG von der Bereitstellung eines FTP-Servers für den Daten-Upload samt PDF-Workflow bis zur Lagerhaltung und dem Versand.
Ebenfalls einen PDF-Workflow sowie das Einlagern von Plakaten bietet Wolfensberger an – plus als weitere Spezialität den Goldbronce-Druck im Akzidenzdruck.
Christinger Partner versteht sein Angebot als einen Vollservice. Dieser erstreckt sich von der professionellen Datenübernahme und Aufbereitung inkl. Bildscans über den Druck bis hin zur Ausrüstung, Kommissionierung, Lieferung und dem Versand. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über eine «Print& Cut»-Abteilung. Dort entstehen Plakate, die mit individuellen zwei- oder dreidimensionalen Elementen bestückt werden. Zudem kümmert sich das Unternehmen um die Projektierung für das Bewilligungsprozedere von grossformatigen Anwendungen sowie um deren individuelle Montage. Das Angebot bei den Grossformaten reicht vom Druck bis zur Konfektion.
Seine Services definiert Stutz Foto Color Technik mit «Beratung und Dienstleistungen rund um Bilder». Damit deckt das Unternehmen von der Entwicklung über die Produktion bis zur Montage in jeder vom Kunden gewünschten Grösse sämtliche Bedürfnisse im Bereich der Aussenwerbung ab.
Daten-Upload, Daten-Nachbearbeitung, Druck von kleinen und mittleren Auflagen im Siebdruck- und Digitaldruckverfahren, Laminieren, Aufziehservice, Lieferservice, Verteilung und Versand sowie Archivierung von Plakaten – das alles zählt die Rutschi AG zu ihren Stärken. Dazu werden Vorabklärungen und Montageservice für Megaposter angeboten und Leuchtplakate für den Langzeiteinsatz hergestellt. Im Bereich Megaposter/Textildruck kooperiert das Unternehmen mit in- und ausländischen Firmen.
Ein Full Service ist bei ComRo selbstverständlich. Das heisst Beratung, das Zurverfügungstellen von Layout-Vorlagen für sämtliche Programme und Formate auf der eigenen Website – samt einfach zu bedienendem Upload-Tool. Der Kunde kann auf Wunsch das Gut zum Druck an der Maschine abnehmen. Ein sich über die ganze Schweiz erstreckender Kurierdienst mit 24-Stunden-Lieferservice plus eine enge Zusammenarbeit mit der APG und der Clear Channel Plakanda gehören zum Angebot von ComRo Rohner.
Neben Beratung, dem eigentlichen Plakatdruck und einem Lieferservice zählt die Gamper AG das Einlagern von Plakaten zu ihren erweiterten Dienstleistungen.
Full Service bei Beratung, Auftragsbegleitung und Daten-Handling sind bei Setaprint Standard, ebenso die Versandabwicklung, Lieferservice, Datenentgegennahme via FTP-Server, ISDN, Mail oder CD-ROM.
Schwegler Druck bietet Dienstleistungen von der Beratung (Vorstufe, Material, Druck) über den Daten-Upload samt Datenaufbereitung bis zur Druckabstimmung und dem Versandservice an. Als Besonderheit nennt das Unternehmen neben dem fünffarbigen Offsetdruck in einem Durchgang den Druck von Leuchtplakaten.
Last but not least bietet Seriplakat alle Dienstleistungen an, die ein Kunde in Anspruch nehmen will: Neben der Realisierung von Plakaten unter Einhaltung der APG-Richtlinien gehört hier die Beratung, die Möglichkeit eines FTP-Daten-Uploads sowie das Erstellen eines Gut zum Druck zum Standard.
Ein gutes Druckergebnis erfordert eine entsprechende Datenqualität
Plakate werden heute ab offenen oder zunehmend ausgehend von PDF-Daten hergestellt. Proofs sind mehr als gerne gesehen, ebenso wie ausreichende Auflösungen.
Toni Fricker, Christinger Partner AG, würde es begrüssen, wenn sich Kunden bereits im Vorfeld über die Datenanlieferung informierten. «Wir beraten den Kunden gerne, wenn er wissen möchte, in welchem Massstab die Daten angeliefert werden sollen, welche Auflösung für das gewünschte Produkt am besten ist oder nach welchen Standards wir drucken. Dazu gehört natürlich auch ein farbverbindliches Proof.» Als die häufigsten Probleme beim Datenaustausch nennt er ungenügende Auflösungen, fehlende Schriften oder im falschen Format abgespeicherte Bilder. «Wir empfehlen unseren Kunden, PDF/X-3-Dateien anzuliefern. Denn dieser Standard gewährleistet ein optimales Druckresultat im Digital- wie auch im Offsetdruck.»
Keine oder kaum Probleme bei der Datenübernahme kennt Silvan Rohner, ComRo Rohner AG. «Wichtig ist allerdings eine ausreichende Bildauflösung. Mindestens 72 ppi (im Endformat!) sind notwendig.»
Als grösstes Problem bei der Datenübernahme sieht Werner Gamper, Gamper AG, ungenügende Bildauflösungen, fehlende Dateien (Schriften, Logos etc.). «Damit auch unmögliche Termine eingehalten werden können», so Gamper, «begrüssen wir es, wenn wir frühzeitig in die Planung mit einbezogen werden.»
Dass Pantonefarben und im RGB-Farbraum abgespeicherte Bilder nicht in den CMYK-Farbraum aufgelöst/separiert und das Überdrucken oder Aussparen oft falsch gewählt wird, stellt Manfred Sollberger, JCM Offsetdruck AG, fest. «Um gute Resultate zu erzielen, sollten Bilder daher mit mindestens 355 ppi abgespeichert und dem Auftrag ein farbverbindliches Kontrollmittel beigelegt werden. Darüberhinaus haben wir mit High-End-PDF die besten Erfahrungen gemacht.»
Paul Seliner, Karl Schwegler AG, fordert ein farbverbindliches Proof, das das Unternehmen auf Wunsch auch selbst herstellt. «Bei Fotos und Logos stellen wir oft eine ungenügende Qualität fest. Öfters fehlen auch Angaben betreffend der Sprachvarianten oder der Sortenvielfalt; dies ist insbesondere bei mehrteiligen Plakaten sehr wichtig.» Grundsätzlich gelte auch bei Plakatproduktionen: Gut geplant ist halb gewonnen.
Eine genügende, dem Endformat entsprechende Auflösung sollte gemäss Kurt Rutschi, Rutschi AG, gewählt werden: «Und möglichst Proofs mitliefern …»
Robert Wernli, Seriplakat AG, würde sich freuen, wenn alle Kunden die Druckvorgaben beachten würden. «Hin und wieder werden Daten mit ungenügender Auflösung, ohne Beschnitt, mit falschen Farbendefinitionen oder nicht im Mutterlithoformat angeliefert.»
«Die Daten sollen professionell aufbereitet und das Proof möglichst ISO-zertifiziert sein. Wir bieten dazu ein technisches Datenblatt mit unseren Parametern (ICC-Profil etc.) an», ist von Werner Heschel, Setaprint AG, zu erfahren. «Dabei betrachten wir offene Daten als vorteilhafter, weil an PDFs kein Einfluss auf fehlende Überfüllungen, Farbanpassungen etc. genommen werden kann.»
Luciano Faoro von der Graphischen Anstalt J.E. Wolfensberger AG verlangt «eine einwandfreie Datenlieferung mit Kontrollmitteln». Fehlende Schriften, Grobdaten, falsche Verknüpfungen und das Fehlen farbverbindlicher Vorlagen zählen zu den häufigsten Datenproblemen.
Plakat-StandardformateCityformat
F200: 116,5 x 170 cm
F200L: 119 x 170 cm
F200LR: 119 x 170 cm
F200P: 116,5 x 170 cm
Breitformat
F12: 268,5 x 128 cm
F12L: 268,5 x 128 cm
F12P: 268,5 x 128 cm
Grossformat

GF: 388 x 295 cm
Weltformat
F4: 89,5 x 128 cm
Abkürzungen:
L = Leuchtplakat (Hinweis: die sichtbare Fläche ist minimal kleiner)
P = Plakate, die auf Blachen (Planen) gedruckt werden sollen
LR = Drehautomat für Leuchtplakate
Quelle: Allgemeine Plakatgesellschaft
Jürgen Franck
Weitere Informationen:

Auf zur Werbereise!

Daniel Donati hat seine Firma Code_Agentur für Kommunikation in ZürichTokio umbenannt und will mehr klassische Werbung machen.

Daniel Donati hat seine Firma Code_Agentur für Kommunikation in ZürichTokio umbenannt und will mehr klassische Werbung machen.Sämtliche Formen der Kommunikation bedienen sich Codes. Code war deshalb der ideale Name, als sich die beiden freien Designer Daniel Donati und Reto Gehrig vor zehn Jahren zu einem Kreativ-Duo zusammenschlossen. Die Agentur hat sich schnell entwickelt: 2001 beschäftigte Code bereits sieben Leute. Daniel Donati und Reto Gehrig wurden im gleichen Jahr von der SonntagsZeitung auf Platz 40 im viel beachteten Rating «Köpfe des Jahres» gehievt. Auslöser dazu bildeten eine Kampagne für das Migros-Kulturprozent, ein CD-Cover für die eben berühmt gewordenen Lovebugs sowie mehrere Würfel auf Anhieb gleich beim ersten Einreichen von Code beim ADC. Gold gab es zum Beispiel für das Modebuch «The Skin I’m in». So entwickelte sich Code zu einer Erfolgsgeschichte mit 14 Mitarbeitenden, internationalem Ansehen und spannenden Kunden – und trotzdem ist dieser Code jetzt nicht mehr gültig.
«Wer stehen bleibt und sich auf den Lorbeeren ausruht, verkratzt sich seinen Hintern», meint Daniel Donati dazu. An der gleichen Adresse und mit den mehrheitlich gleichen Leuten ist er jetzt mit einer neuen Agentur unter dem Namen ZürichTokio durchgestartet. Ihm sei klar, dass ein solcher Relaunch in der Branche «zu Fehlinterpretationen» führen könne. Aber: «Es muss Bewegung da sein, das passt zu unserem Konzept.»
Eine neue Firma aufzubauen ist für den jetzigen Alleinbesitzer «viel spannender als eine bestehende zu leiten», meint Donati. Die Entscheidung, den erreichten Bekanntheitsgrad auf einen Schlag zu vernichten, war ihm deshalb egal. «Vor zehn Jahren stimmte die Zielsetzung. Heute nicht mehr. Jetzt wollen wir neue Wege gehen.»
Mit der Marke ZürichTokio will Donati eine eigene, neue Welt kreieren. Dies mache man schliesslich auch immer wieder für seine Kunden. Dabei geht es in erster Linie nicht um Tokio, obwohl Tokio für Donati «seit 20 Jahren im Design und in der Technologie tonangebend ist».
Vielmehr basiert der ganze Auftritt von ZürichTokio auf dem Reisegedanken. Dies aus mehreren Gründen: Zum einen sei die Agentur sehr kosmopolitisch geprägt, und man lasse sich aus aller Welt inspirieren. Und zum andern sei der kreative Prozess wie eine Reise: Man habe ein Ziel vor Augen, mache sich damit auf den Weg und werde dann ständig von Neugier und Entdeckungslust weiter getrieben. So sei man immer in Bewegung, stets auf der Suche nach neuen Perspektiven und interessanten Möglichkeiten.
Bei jedem Auftrag, für jeden Kunden und jedes Produkt will ZürichTokio eine eigenständige Welt erschaffen. Dementsprechend lautet der Leitsatz der Agentur: «creating new worlds». An die Grenzen des neuen Namens sei man lediglich einmal gestossen, erzählt Donati mit einem Schmunzeln. Als nämlich der bei ihm angestellte japanische Grafiker Ryo Kawaguchi ausnahmsweise einmal das Telefon abnahm und sich mit ZürichTokioRyo meldete.
War Donatis Wirken früher vor allem grafisch bestimmt, soll ZürichTokio jetzt «umfassender und ein bisschen breiter und grösser» werden. «Wir haben Spitzenleute und ein grosses Potenzial. Das wollen wir nun voll ausschöpfen und mit mehr Full Service nutzen.» Was als Gestaltungsidee auf dem Plakat erfolgreich war, will Donati somit in Zukunft auch in die Radiowerbung oder in einen TV-Spot einbringen können.
Mit einer Bildsprache, «die auf den Punkt kommt», hat die alte Agentur bereits klassische Werbekampagnen für Manor, Swiss Olympics oder Xbox realisiert. Ein Projekt für Mercedes-Benz in Stuttgart gilt als Pilotkampagne für das Unfallmanagement in ganz Europa. Im Bereich Branding hat Donatis Team für das Schweizer Fernsehen soeben ein neues Logo für die Rundschau und die Sendung Reporter gestaltet.
Die bisher designlastige Agentur – 12 von 14 Mitarbeitenden waren Grafiker – soll nun beruflich offener durchmischt werden. ZürichTokio soll aber vor allem stark im Bereich der jungen Zielgruppe bleiben. Denn das zieht auch in der Agentur immer wieder junge Mitarbeitende aus aller Welt an. Und diese haben immer die neusten Trends im Rucksack. «Dieses Potenzial wollen wir in die klassische Werbung tragen», erklärt Donati.
Andreas Panzeri

Aegis wird Mediaagentur für GM Suisse

General Motors Europe wählt die Zürcher Agentur Aegis für die Marken Opel, Saab und Cheverolet als Mediaagentur in allen Ländern Europas.

General Motors Europe wählt die Zürcher Agentur Aegis für die Marken Opel, Saab und Cheverolet als Mediaagentur in allen Ländern Europas.  
Die Vereinbarung tritt auf den 1. Januar 2007 in Kraft. Aegis Media Switzerland wird verantwortlich für die gesamte Kommunikationsplanung (Strategie, Planung und Einkauf) für alle Medien in der Schweiz.

Publicis kocht für Gault Millau

Guides Publicis wurde damit beauftragt, den neuen Gastro-Führer Gault Millau einem breiten Kreis von Feinschmeckern zu servieren.

Guides Wie jedes Jahr erscheint auch diesen Herbst wieder der Guide Gault Millau für die Schweiz. Der Reiseführer für Gourmets listet 800 Restaurants auf, die für die Ausgabe 2007 neu getestet und bewertet wurden. Und wie jedes Jahr wurde Publicis damit beauftragt, den neuen Gault Millau einem breiten Kreis von Feinschmeckern zu servieren – überraschend und auffällig angerichtet in einer Anzeige. Gaststätten gibt es in der Schweiz viele, aber um die wahren kulinarischen Perlen zu finden, ist professioneller Rat sehr nützlich. Weshalb also nicht den Restaurantführer selbst zu einer unwiderstehlichen Köstlichkeit machen, die es zu entdecken gilt? Für die Umsetzung dieser Idee wurde der wohl sensibelste Feinschmecker gewählt: das Trüffelschwein. So wird der Gault Millau im Anzeigensujet zur begehrten Kostbarkeit.
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