Käse Contexta hat mit dem «Eugen»-Regisseur Michael Steiner eine Zeitreise durch 700 Jahre Appenzeller Käse gedreht.Eher isst ein Appenzeller Emmentaler, als dass er seinen Ohrring links trägt. Das geht gar nie, selbst wenn der goldene Schöpflöffel kaum zu erkennen ist. Die Absicht von Regisseur Michael Steiner, bei seinem neuen Spot für Appenzeller eine Einstellung «zu spiegeln», löste auf dem Set bei den Appenzeller Sennen energisches Kopfschütteln aus. Ob die Szene nun tatsächlich gespiegelt kommt – das bleibt vorderhand das Geheimnis der Appenzeller.Zurück in die Zukunft: Für den Dreh des neuen TV-Spots war halb Appenzell auf den Beinen, um gemeinsam mit der Contexta und Regisseur Michael Steiner eine Zeitreise durch die 700-jährige Geschichte von Appenzeller Käse zu inszenieren.
Christoph Holenstein, Marketingleiter von Appenzeller Käse, «hatte einmal mehr eine gute Nase», wie die Filmcrew zu loben weiss. Pünktlich zum Drehtermin strahlte nämlich die Herbstsonne über dem Alpstein. «Eine grossartige Kulisse für einen ambitionierten Film», schwärmt CD Bene Abegglen.
«Genau richtig» ist das Wetter auch für Michael Steiner. Der neue Shooting-Star des Schweizer Kinos war übrigens schon Hausregisseur von Appenzeller Käse, bevor er mit seinen beiden Erfolgsfilmen «Grounding» und «Mein Name ist Eugen» für Furore sorgte. Gemeinsam mit Kameramann Pascal Walder und seiner Crew setzte er jetzt die Idee der Contexta in prächtige Bilder um: «Es ist eine wahre Freude, mit derart motivierten Darstellern in dieser wunderbaren Landschaft zu drehen.»
Intensive DreharbeitenDer Dreh war aufwändig und intensiv. Das zeigt sich allein schon beim Cast. Über 40 Laiendarsteller gaben ihr Bestes auf dem Set: Sennen, Käser, ein Streichorchester, tanzende Paare und viele Kinder. Dazu kamen 20 Kühe, 6 Geissen und 2 Sennenhunde. Allesamt original Appenzeller. Denn wie das so ist bei der Werbung für Appenzeller Käse: Alles ist echt, nichts ist gekünstelt.
Nicht nur die Sennen wissen ganz genau, wo es langgeht, auch ihre Kühe. So wurde eine Szene mit einer Alpabfahrt zu einer ganz besonderen Herausforderung. Denn Appenzeller Kühe gehen nie einen Weg zweimal. Wäre ja langweilig. Nur mit einem geschickt angelegten Rundkurs konnte der Orientierungssinn der Kühe überlistet werden. Und schon nach drei Takes – respektive Runden – war auch diese Szene abgedreht. Christoph Kempter, Direktor der SO Appenzeller Käse, war begeistert: «Die Filmcrew hat äusserst professionell und mit viel Gespür für die Appenzeller Kultur gearbeitet. Man merkte, dass hier ein eingespieltes Team am Werk ist.»
Im Gegensatz zu den letzten Appenzeller-Spots steht beim neuen Film nicht mehr das Geheimnis der Kräutersulz im Zentrum, sondern die lange Tradition der würzigen Appenzeller Spezialität. Entsprechend ist auch der neugierige Tourist, Uwe Ochsenknecht, dieses Jahr zu Hause geblieben. Für einmal waren die Appenzeller ganz unter sich.
Bene Abegglen: «Wir nehmen die Zuschauer mit auf eine Zeitreise durch die 700-jährige Geschichte von Appenzeller Käse. Und wer könnte eine solche Geschichte besser erzählen als Michi Steiner mit all seinem Talent und seiner grossen Liebe zum Detail?» Das Sequel der Appenzeller Erfolgsgeschichte wird nächstes Jahr im Rahmen der neuen Gesamtkampagne zu sehen sein.
Die Marke AppenzellEgal, ob Käse, Mineralwasser, Bier oder Spirituosen,
wenn «Appenzell» draufsteht, verkauft sich das Produkt überdurchschnittlich gut. Keine andere Region in der Schweiz versteht es so geschickt, sich und ihre Produkte zu verkaufen. «Wir verkaufen neben dem Käse auch noch die ganze Philosophie des Appenzellerlandes», meint man bei der Sortenorganisation. Rund 9000 Tonnen Appenzeller Käse werden jedes Jahr verkauft. 60 Prozent gehen ins Ausland, der grösste Teil nach Deutschland. «Der Appenzeller Käse geniesst seit mehr als 60 Jahren einen strengen Marken- und Gebietsschutz», sagt Christoph Holenstein, der verantwortliche Marketingleiter. Produziert wird er in 70 Käsereien. Mit Argusaugen schaut die Sortenorganisation darauf, dass keine Kopisten auf den Markt kommen. Anders als der Emmentaler, Greyerzer und Sbrinz war der Appenzeller Käse aber immer dem freien Markt ausgesetzt.
Andreas Panzeri