Schaffhausen ist nicht Zürich

Elektronische Medien Die neuen, vom Bakom vorgeschlagenen Radio- und TV-Versorgungsgebiete der Schweiz stossen in Schaffhausen auf Kritik. Man pocht auf Eigenständigkeit.

Elektronische Medien Die neuen, vom Bakom vorgeschlagenen Radio- und TV-Versorgungsgebiete der Schweiz stossen in Schaffhausen auf Kritik. Man pocht auf Eigenständigkeit.«Seit zehn Jahren machen wir TV in  Schaffhausen zur allgemeinen Zufriedenheit. Wenn man jetzt das Fernsehen herausbricht, dann haben wir echt ein Problem», sagt Norbert Neininger, CEO und Chefredaktor der Schaffhauser Nachrichten in Personalunion. Neininger ist verärgert über den Vorschlag des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom), das bei der Neuaufteilung der Versorgungsgebiete für Radio und Fernsehen ausgerechnet den Kanton Schaffhausen, ein Gebiet, das Neininger genüsslich als die letzte Region der Schweiz mit unabhängigen Medien bezeichnet, zu Zürich schlägt. «Es ist eine unmögliche Situation.» Das Bakom hat kürzlich eine Einteilung der Schweiz in 13 Versorgungsgebiete zur Vernehmlassung freigegeben. Der Verlegerverband wollte 14, mit einem
eigenständigen Versorgungsgebiet Schaffhausen. Die räumliche Definition der Versorgungsgebiete bildet die Grundlage, auf welcher sich angestammte Medien für neue Konzessionen ihrer Sender bewerben und dadurch im Rahmen des neuen Radio- und Fernsehgesetzes in den Genuss von Gebührengeldern der SRG kommen.
Biel, auf Grund der Zweisprachigkeit ein versorgungstechnischer Sonderfall für Medien, wurde als eigenständiges Gebiet definiert, Schaffhausen dagegen nicht. Neininger sieht seinen Medienraum jedoch gleichfalls als Sonderfall. «Will man eigenständige Medien erhalten, dann kann man Schaffhausen weder der Ostschweiz noch Zürich zuordnen.»
 Im kleinen Kanton wäre man dringend auf das Attribut angewiesen, denn das  Schaffhauser Fernsehen schreibt jährliche Verluste von 100’000 bis 200’000 Franken. Der Sender ist auf die Zusammenarbeit und den Synergienutzen mit anderen Regionalmedien angewiesen. «Will man in der Region überleben, dann müssen die Medien funktionieren können», sagt Neininger. Multimediale Ausrichtung wird ennet des Rheins bereits seit längerem gross geschrieben.
Als vor zwei Jahren die AG für Werbemedienforschung (Wemf) mit dem Versuch, die Karte der Schweizer Medienplätze mit neu 20 statt 25 Wirtschaftsgebieten neu zu zeichnen, zum Debakel in der Branche geriet, klassierte sie Schaffhausen als eigenständigen Medienplatz. Vor der Frage, wo in der Schweiz Medien überleben, analysierte die Wemf auch die Pendlerströme. Im Fall von Schaffhausen werden die nach Zürich «Abpendelnden» durch «Zupendler» aus dem süddeutschen Raum weitgehend kompensiert. Solche Überlegungen waren Teil der Argumentation, die für einen eigenständigen Medienraum am Rhein sprechen.
Die Bewertung der Wemf hat für Neininger insofern objektiven Charakter, als er sich als Vorstandsmitglied des Verbandes Schweizer Presse und Mitglied der mit den Versorgungsgebieten befassten Arbeitsgruppe schon Parteilichkeit vorwerfen lassen musste.
Neininger will keinen Konflikt Beim Erscheinen dieser Ausgabe der Werbewoche tagt der Verlegerverband zu den Bakom-Vorschlägen. Neininger will nicht von einem Konflikt mit dem Bakom reden, welches in weiten Teilen den Vorstellungen des Verbandes Schweizer Presse folge. Man werde aber noch einmal darauf hinweisen, dass man mit der vorgeschlagenen Aufteilung Schaffhausen betreffend nicht glücklich sei. «Wir gehören nicht zu Zürich, die Zürcher haben wir ja sogar im Fussball geschlagen», meint Neininger.
«Wir wollen vom Verlegerverband aus an unserem Vorschlag mit 14 Gebieten festhalten», sagt auch Südostschweiz-Verleger und Verbandspräsident Hanspeter Lebrument. Verbandsintern seien keine Änderungsanträge eingegangen.
Der Vorschlag der Verleger hatte zuvor im Zusammenhang mit dem Sendegebiet des Ostschweizer Senders von Günther Heuberger, Tele Top, für Unruhe gesorgt. Lebrument gibt sich distanziert in dieser Frage. «Wir haben die Gebiete klar definiert und zu einzelnen Sendern keine offizielle, auch keine offiziöse Stellungnahme abgegeben.» Im Unterschied zum Bakom würdigten die Verleger das Sendegebiet von Tele Top nicht als einheitlichen Raum vom St. Galler Rheintal bis nach Winterthur.
Die Grossagglo finanziert ProgrammfensterDer Vorschlag des Bakom
sieht 13 Versorgungsgebiete für private Fernsehanstalten vor, die später in den Genuss von Gebührengeldern kommen. In einer Meldung des Bakom heisst es: «Die neuen Planungsrichtlinien krempeln die regionale Fernsehlandschaft um: weniger konzessionierte Programme, dafür grössere Versorgungsgebiete für professionelle TV-Stationen mit Gebührenanteil. Die Gebiete umfassen neu auch die Grossagglomerationen. Dort soll die Gebührenunterstützung dazu dienen, Programmfenster für die Kantone Schaffhausen und Glarus zu finanzieren.» Zu weiteren Neuerungen zählt das Bakom, dass in der Ostschweiz ein einheitliches Versorgungsgebiet von Winterthur bis zum St. Galler Rheintal vorgesehen sei und die Kantone Waadt und Freiburg zu einem Versorgungsgebiet zusammengefasst würden. Dasselbe geschehe mit Neuenburg, Jura und dem Berner Jura. Biel behält als zweisprachige Region ein eigenes Versorgungsgebiet.
René Worni

Goldbach Media lanciert neue Crossmedia-Unit

Mit «Crossfactory» lanciert die Vermarktungsorganisation Goldbach Media eine neue Unit für Crossmedia-Dienstleistungen. Peer Dittmar ist Leiter von Crossfactory.

Mit «Crossfactory» lanciert die Vermarktungsorganisation Goldbach Media eine neue Unit für Crossmedia-Dienstleistungen. Peer Dittmar ist Leiter von Crossfactory.Die neu geschaffene Unit versteht sich als Kompetenzzentrum für crossmediale Kommunikationsaktivitäten und konzentriert sich auf die Leistungsschwerpunkte Consulting, medienspezifische Konzeption, Projektmanagement und vollständige Auftragsabwicklung. Crossfactory soll die Erarbeitung und Umsetzung konvergenter, vernetzter und interaktiver Kommunikationslösungen ermöglichen, wie das Unternehmen mitteilt. Im Fokus soll die Unterstützung von Kunden und Agenturen in der Konzeption und Abwicklung crossmedialer Kommunikationsmassnahmen stehen.
Die Basis der Unit bilden zum einen das Cross Network, eine Verbindung unabhängiger Dienstleister aus dem Kommunikationsmarkt sowie die Unternehmen der Goldbach Media Gruppe und zum anderen der Crossmedia Development Process, einer prozessorientierten Methodik zur Entwicklung und Durchführung von Crossmedia Kampagnen.
Peer Dittmar hat Crossfactory seit Februar 2006 aufgebaut und leitet nun die Unit. Zuletzt war Dittmar fünf Jahre lang bei Swisscom Fixnet/ Bluewin im Product Management und Business Development tätig. Zuvor hat er als Kundenberater bei der Avantgarde Gesellschaft für Kommunikation in München gearbeitet und war als Hörfunkspezialist und Nachrichtensprecher bei diversen deutschen Radiostationen tätig, zuletzt bei NRJ Sachsen.

Werbejahr auf Erfolgskurs

Werbeumsätze Wie der August war auch der September ein guter Monat für die Werbeindustrie. Der GEMI zeigt ebenfalls nach oben.

Umsätze Wie der August war auch der September ein guter Monat für die Werbeindustrie. Gegenüber dem Vorjahr liegt er mit 6,6 Prozent im Plus. Dieser Wert bestätigt die bisherige Entwicklung laut Media Focus. Kumuliert weist das Werbejahr bisher ein Plus von 6,5 Prozent auf, was auf einen Rekord hindeutet. Besonders Internet und Fernsehen legen mit Pluswerten von 42,4 bzw. 12,8 Prozent kräftig zu. Auch die Printmedien sind in guter Form, beide konnten im Vorjahresvergleich zwischen 5,8 und 9,3 Prozent zulegen. Einbrüche gab es aber bei der Kinowerbung und Teletext, die beide über 20 Prozent abstürzten. Wachstumssprünge Werbemarkt
Der jüngst publizierte Goldbach Electronic Media Index (GEMI) zeigt die Medieninvestitionen im September beim TV mit 4 und beim Internet gar mit 6 Indexpunkten kräftig im Plus. Elektronische Medien insgesamt ziehen von 332 auf 335 Indexpunkte an. Die Medieninvestitionen insgesamt im September liegen erneut leicht im Plus, der Index kletterte von 172 auf 173 Punkte. Diese Werte bestätigen das kontinuierliche Wachstum der Medieninvestitionen der letzten Monate. Eindeutig die Gewinner des Monats waren wiederum die elektronischen Medien, TV und Internet mit sehr deutlichen Pluswerten, während der Index für das Radio bei 250 verharrte und der Teletext sogar mit 4 Zählern im Minus bei 144 Punkten abschloss. Der Index basiert auf den publizierten Daten von Media Focus für Werbeinvestitionen in der Schweiz und der Werbeaufwandstatistik der WEMF für Adscreen mit Index 100 im Dezember 2004.

Meilenstein für die Plakatplanung

Aussenwerbung Das neue Planungstool von SPR+ könnte Preise und Angebote beim Medium Plakat auf den Kopf stellen.

Aussenwerbung Das neue Planungstool von SPR+ könnte Preise und Angebote beim Medium Plakat auf den Kopf stellen.Sechs Jahre lang wurde bei der Schweizer Plakatforschung an Konzepten gewerkelt, gemessen und gestritten, doch jetzt wird es beim Medium Aussenwerbung erst richtig spannend. Denn letzte Woche stellte SPR+, die Plakatforschungsfirma der Affichage, ihr Planungstool SPR+ Expert vor und machte dieses vorerst testweise zugänglich. Damit erhalten Media-Aagenturen und Werbeauftraggeber erstmals Einblick in die mittels GPS erhobenen Kontaktchancen der gut 40’000 bewerteten F12- und F200-Strassenflächen von APG und Clear Channel Outdoor Plakanda (CCOP).Das Tool SPR+ Expert ist ganz auf die besonderen Abläufe beim Planen des Mediums Plakat zugeschnitten: Weil Plakatflächen pro Zeitperiode nur einmal belegt werden können, müssen Agenturen und Auftraggeber bei den Anbietern jeweils zuerst eine Verfügbarkeitsofferte einholen. Mit SPR+ Expert können jetzt konkrete Offerten der APG digital eingelesen und danach bearbeitet werden.
Mit den Offerten der CCOP, die nach wie vor an einer eigenen Plakatforschung arbeitet, ist das grundsätzlich ebenfalls möglich, allerdings müsste CCOP eine Formatänderung vornehmen, damit dies auch einwandfrei funktioniert. Mit weiteren Aussenwerbern wie Citylights und Starplakat sind gemäss SPR+-Geschäftsführer Felix Mende ebenfalls Gespräche im Gang. Falls also weitere Aussenwerber mitmachen, liesse sich das Medium Plakat in der Schweiz erstmals anbieterübergreifend planen.
Doch eine Teilnahme wäre für die Branche ein Riesenschritt: Erstens würde sie sich unter das – allerdings sehr transparente – Forschungssystem des Marktleaders stellen, und zweitens müssten dann alle teilnehmenden Anbieter über die Bücher gehen. Denn sie erhalten erstmals für jede ihrer Flächen Leistungsdaten, die nach objektiven Kriterien erhoben und somit auch miteinander vergleichbar sind. Wie sich dies auf die Preis- und Angebotsgestaltung auswirkt, lässt sich noch nicht absehen.
Fred Dietiker von den Schweizerischen Milchproduzenten bezeichnete am letztwöchigen SPR+-Anlass das neue Tool denn auch als «Meilenstein» für die Plakatplanung. Allerdings brachte er auch gleich eine Kritik an: Solange die Plakatflächen des Marktleaders APG nur in ganzen Netzen und nicht nach Einzelstellen buchbar seien, diene SPR+ Expert bestenfalls der Optimierung der Plakatofferten und nicht der wirklichen Planung. Worauf ihm Affichage-CEO Christian Kauter antwortete, dass die APG nun erst die Zahlen analysieren müsse, bevor sie über allfällige Angebotsänderungen entscheiden könne.
Bis Ende 2006 können sich Agenturen und Auftraggeber kostenlos mit dem neuen Planungstool vertraut machen. Für 2007 sind abgestufte Lizenzen erhältlich. SPR+ muss ferner noch die letzten Agglomerationen erheben: Bis Mitte 2007 sollen auch die Daten von Bern, Luzern, Lausanne, Lugano und St. Gallen erhältlich sein.
Markus Knöpfli

Doris Leuthard am Tag der Werbung

Events Beim nächstjährigen Tag der Werbung wird die neue Bundesrätin Doris Leuthard der Branche ihre Aufwartung machen und ein Gastreferat halten.

Events Traditionellerweise beehrt jeweils ein Mitglied des Bundesrates die Mitgliederversammlung der Schweizer Werbung SW mit seiner Anwesenheit. Beim Tag der Werbung 2007, am Freitag, dem 4. Mai, wird die neue Bundesrätin Doris Leuthard der Branche ihre Aufwartung machen und ein Gastreferat halten. Die Aargauer Bundesrätin steht der Werbebranche seit Jahren nahe, war sie doch bis zum Eintritt in die Bundesregierung während Jahren Präsidentin der Lauterkeitskommission. Austragungsort der SW-Mitgliederversammlung ist das Schloss Lenzburg.

Mehr Schub für U1

Privat-TV Peter Heeb wechselt von Star TV zu U1 und zieht dort ganz neue Saiten auf.

Privat-TV Peter Heeb wechselt von Star TV zu U1 und zieht dort ganz neue Saiten auf. Nach zehnjähriger Tätigkeit als Marketingleiter bei StarTV hat Peter Heeb per 1. November zum Privat-TV U1 gewechselt. Dies teilte Peter Kölbel, Projektleiter von U1, mit. Heeb, der sich vor kurzem selbständig gemacht hat, wird die Vermarktung von U1 auf Mandatsbasis übernehmen, ebenso das Marketing der Zürcher Gratis-Programmzeitschrift FreeTV. «Heebs Zusage ist für uns ein grosser Erfolg», sagt Kölbel, der schon seit gut einem Jahr nach einer geeigneten Person für die U1-Vermarktung suchte.Heeb verlässt StarTV nicht ganz freiwillig. Dem Vernehmen nach steht sein Abgang im Zusammenhang mit einem Urteil gegen StarTV wegen Werbespots für Pornovideos, die sich als MMS aufs Handy laden lassen. Heeb wurde offenbar Sender-intern vorgeworfen, den MMS-Anbietern zu wenig auf die Finger geschaut zu haben.
So oder so, noch vor seinem Stellenwechsel hat Heeb gemäss Kölbel bei U1 erste Änderungen initiiert: Ab sofort lässt der Sender seine von Telecontrol gemessenen Zahlen tagesaktuell im TC 2000 ausweisen. Bisher bezog U1 bei der Publica Data bloss Quartalszahlen, und diese bescheinigten dem Sender jeweils einen Marktanteil «von unter einem Prozent», sagt Kölbel.
Als Folge dieser Änderung macht der U1-Projektleiter den Werbekunden ein «Einführungsangebot»: Bis Ende Januar 2007 kostet ein 30-Sekunden-Spot mit täglich 54 Ausstrahlungen 1200 Franken. «Wir garantieren in jeder werberelevanten Zielgruppe den tiefsten Tausenderkontaktpreis aller nationalen Sender», sagt Kölbel.
Nebenbei: Das von U1 mitinitiierte Referendum gegen das neue RTVG kam nicht zustande. Bis Mitte Oktober seien nur etwa 1500 statt der erforderlichen 50'000 Unterschriften bei U1 eingetroffen, sagt Kölbel.
Markus Knöpfli

Am Anfang war das Wort

Aufgefallen Andreas Panzeri über Inserate, bei denen die Headlines wieder sprachgewaltig wie zu den besten Zeiten der GGK wirken.

Texte Wenn junge Frauen mit Hotpants durch die Gegend stöckeln und es ist nicht gerade Street Parade und auch nicht 1968, dann darf der Stilkundige von einem Trend zum Retro sprechen. Der Look der Sixties und Seventies drapiert sich quer durch alle Bereiche. Und da Werbung und Trends ja im idealen Fall verwandt sind, müsste man einen solchen Retrolook logisch auch im aktuellen kreativen Schaffen finden.
Aufgefallen sind in diesen Wochen tatsächlich ein paar Inserate, bei denen die Schlagzeile – damals sagte man noch nicht Headline – wieder sprachgewaltig wie zu den besten Zeiten der GGK wirken. Dort wurde dieser werbeliterarische Stil erfunden. «Als Mann werden Sie an Ihren Taten gemessen. Geliebt werden Sie für Ihre Schwächen.» Mit dieser Schlagzeile wird eine Uhr der Marke Glashütte an den Mann gebracht. «Jedes Auto sagt etwas über seinen Besitzer. Dieses hält eine Laudatio.» ist wieder entdeckte Verkaufspoesie für Mercedes. «Eine Flasche Beaujolais nouveau geht immer schnell weg. Eine Million nur mit Angela Salvo.», kommuniziert mit gutem altem Wortwitz für DHL.
Ob die nostalgische Retro-Welle in der Werbung uns auch die damals üblichen Traumsätze der RBK wieder in die Kassen spülen wird, bleibt hier eine offene Frage.
Andreas Panzeri

Passanten erlangen per Handy Kontrolle über eBoard

Werber träumen davon, Plakate interaktiv zu gestalten. Affichage will das mit eBoards und dem City Boomer nun ermöglichen.

Werber träumen davon, Plakate interaktiv zu gestalten. Affichage will das mit eBoards und dem City Boomer nun ermöglichen. So hat die zur APG-Gruppe gehörende eAd Affichage, die in den wichtigsten fünf Schweizer Bahnhöfen digitale Werbeflächen anbietet, auf ihrem 60 m2 grossen eBoard im Zürcher Hauptbahnhof ihre Werbefläche auf Interaktivität getestet. Affichage probierte am vergangenen Samstag eine ganze Reihe neuer Signaleinspeisungen aus. Sie testete das eBoard mit den marktgängigen Spielkonsolen, mit einer PC-Plattform und mit einem neuen Interaktions-Tool namens City Boomer. Der Test verlief erfolgreich, so dass einerseits Werbekunden sich auf eine neue Interaktionsmöglichkeit mit ihren Kunden einstellen können. Andererseits darf sich derweil ein jugendliches Publikum wohl auf zukünftige Videospielmeisterschaften im Grossformat freuen.
Interaktive Aussenwerbung Gespannt waren die Tester am Samstag vor allem auf den Einsatz des City Boomers. Denn dieser gehört zu einer neuen Technologie, die Aussenwerbung attraktiver und interaktiver machen soll. Am Ort des Wartens und Verweilens soll sich der Passant künftig via Handy in das System einwählen und mit ein paar Tasten durch das «virtuelle Schaufenster» surfen und so Inhalte nach Wahl konsumieren können. Der Anwendung sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Mit diesem Werbemittel soll der Schritt zur Push-Pull-Werbung vollzogen werden, wie sie bei anderen elektronischen Werbeformen wie Internet oder SMS-Werbung bereits gang und gäbe ist, wie es in einer Pressemitteilung heisst. So wird beispielsweise auf dem eBoard eine Telefonnummer eingeblendet, über welche der Betrachter mit seinem Handy quasi die Kontrolle über den Bildschirm erlangen kann. Einmal eingeloggt erscheinen auf dem eBoard eine Bestätigung sowie das zur Verfügung stehende Auswahlmenu. Während des Testbetriebs standen hier die Abrufmöglichkeit für zwei Filmtrailer, die Teilnahme an einem Wettbewerb sowie die Möglichkeit, auf dem eBoard das Kult-Tennisspiel Pong zu spielen, zur Verfügung. Lesen Sie mehr zum Thema eBoard in der aktuellen Werbewoche (Nummer 39) oder unter
Handys baggern künftig eBoards an
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Tagblatt der Stadt Zürich mutiert zur Wochenzeitung

Kurz vor Start des Tagi-Stadtsplits hat der Medienkonzern Tamedia am Mittwoch über die Zukunft des Tagblatts der Stadt Zürich informiert. Ab 29. November 2006 erscheint die Gratiszeitung wöchentlich und im Tabloidformat.


Kurz vor Start des Tagi-Stadtsplits hat der Medienkonzern Tamedia am Mittwoch über die Zukunft des Tagblatts der Stadt Zürich informiert. Ab 29. November 2006 erscheint die Gratiszeitung neu wöchentlich und im Tabloidformat. Andeutungen über eine komprimierte Erscheinungsweise waren bereits im Sommer publik geworden (siehe Erste Konturen vom neuen Tagblatt
). Nun sind auch die inhaltlich und formalen Bausteine des neuen Blatts – von Tamedia liebevoll Stadtmagazin genannt – bekannt.  
Mit dem neuen Konzept will sich das Tagblatt künftig auf 19 Seiten klar von einer Tageszeitung unterscheiden. «Im Mittelpunkt sollen Menschen aus Zürich stehen», erklärt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage gegenüber der Werbewoche. Hierfür seien neben Interviews, Reportagen und Portraits auch Geschichten denkbar, die in Bildern erzählt werden. Hinzu sollen interaktive Element im Stil vom Leserforum ZüriEcho kommen. Neben dem redaktionellen Inhalt werden die amtlichen Meldungen und Anzeigen auch weiterhin Bestandteil vom städtischen Publikationsorgan sein.
 
Tamedia und NZZ, die beiden Aktionäre der Tagblatt der Stadt Zürich, reagieren mit der Neupositionierung des Traditionstitels auf den veränderten Medienmarkt in der Stadt Zürich, heisst es in einer Medienmitteilung. In die Konzeptgestaltung wurde die Stadt Zürich miteinbezogen. Neben der Erscheinungsweise bleibt in erster Linie alles beim Alten. Wie bis anhin erscheint die Zeitung in einer Auflage von rund 140’000 Exemplaren und wird frühmorgens in die Stadtzürcher Haushalte geliefert. Markus Hegglin amtet weiterhin als Chefredaktor und auch sämtliche Mitarbeitenden sollen zu unveränderten Kondition weiterbeschäftigt werden. Sogar am Namen des Tagblatts ändert sich nichts – auch trotz neuer wöchentlicher Erscheinungsweise.

Publizieren auf mehreren Kanälen

Publishing Quark nutzt die Gelegenheit und gibt vor der Portierung von InDesign auf die Apple-Intel-Plattform an allen Fronten mächtig Gas.

Publishing Quark nutzt die Gelegenheit und gibt vor der Portierung von InDesign auf die Apple-Intel-Plattform an allen Fronten mächtig Gas.Mit Apples Betriebssystemwechsel von Mac OS 9 auf Mac OS X war seinerzeit das Software-Haus Quark ins Hintertreffen geraten. Die Software-Sammlung Adobe Creative Suite (CS) lehrt seither das bis dahin im Bereich Desktop Publishing/Seitenlayout mit Abstand führende Software-Haus aus Colorado das Fürchten. Mit dem Update CS 2 hatte Adobe dann nochmals nachgelegt. Mitte 2006 ist schliesslich die aus Sicht von Quark dringend notwendige Version QuarkXPress 7 auf den Markt gekommen. Als noch wichtiger für das Unternehmen könnte sich die kürzliche Veröffentlichung einer auf die neuen Intel-Prozessoren angepassten Version herauskristallisieren, die Apple seit Anfang Jahr in seinen Rechnern einsetzt.
Bei dieser Umstellung hat für einmal Quark die Nase vorn, denn QuarkXPress 7 läuft nativ und damit ohne Performance-Verlust auf den neuen Intel-Macs. Während auch das PDF-Tool Acrobat 8 von Adobe bereits an die neuen Chips angepasst wurde, braucht Adobe vermutlich noch mehrere Monate, um mit der Creative Suite 3ebenfalls nachzuziehen.
Die Gunst der Stunde genutztFür Quark ist diese Situation eine gute Gelegenheit, um verlorenen Boden wieder gut zu machen. Schon bei der Vorstellung von XPress 7 prophezeite Jürgen Kurz, Vice President Desktop-Publishing-Produkte bei Quark, dass mit Quark nun wieder zu rechnen sei – und dass um das Hauptprodukt XPress 7 weitere Produkte folgen würden.
Dieses Versprechen hat die Company nun eingelöst. Zum einen bietet die in Privatbesitz befindliche Software-Schmiede mit der «Quark Print Collection» seit Mitte Oktober ein Bundle für XPress 7 und Adobe Acrobat zum professionellen Ausschiessen von Dokumenten an.
Dieses Bundle umfasst vier Produkte: die Programmerweiterungen Quark Imposer für QuarkXPress und für Adobe Acrobat sowie die kleineren XPress-Erweiterungen Quark MarkIt und Quark Item Marks. Mit diesen Ergänzungen können Anwender native QuarkXPress-7-Layouts aus QuarkXPress heraus und PDF-Dateien innerhalb von Adobe Acrobat 7 ausschiessen oder in zwei, vier, sechs und acht Nutzern montieren. Hier sind diverse Binde- und Seitenmontagearten wählbar, ebenso können Einstellungen zum Beispiel für Anschnitte oder Bundzuwachs vorgenommen werden.
Im Unterschied zu anderen Montagelösungen bleiben die Original- bzw. Quelldateien unverändert. Weiter lassen sich mit den XPress-Erweiterungen anwenderdefinierte Druckmarken oder auch Infotextzeilen und Logos platzieren.
Ein weiterer Schritt, um XPress 7 im Publishing-Umfeld zu festigen, ist der QuarkXPress Server 7, der den bisherigen Quark DDS-Server ablöst (siehe unten). Die Technologie soll in der ersten Novemberhälfte zur Verfügung stehen.
Als Preview stellte Quark zudem auf der diesjährigen Ifra Expo das neueste Update ihres Quark-Publishing-Systems vor, das unter der Abkürzung QPS besser bekannt ist. QPS 3.6 enthält etliche neue Funktionen und Verbesserungen. Des weiteren zeigte Quark dort eine Preview einer nächsten Version: «QPS Next Generation» soll auf offenen Standards basieren und komplett plattformunabhängig funktionieren.
Interaktive LayoutsNun hat aber das XPress-Konkurrenzprodukt InDesign gerade bei Werbeagenturen grossen Erfolg. Um auch diese Klientel (wieder) für XPress 7 zu begeistern, beschreitet Quark mit dem neuen und bereits verfügbaren Tool Quark Interactive Designer gänzlich neue Wege.
Die XTension Quark Interactive Designer, die an das früher von Quark angebotene QuarkImmedia erinnert, hat es in sich: Vereinfacht gesagt, bringt Quark damit SWF- bzw. Flash-Technologie und ohne Umwege in einer klassischen DTP-Applikation unter. Verwendet werden für die Erstellung von «interaktiven Layouts» ganz normale XPress-Elemente: importierte Bilder, abgesetzte Texte, erstellte Flächen und Formen.
Hier machen sich einmal mehr die mit Version 6 eingeführten Projekte bezahlt: Ein Printlayout kann mit der neuen XTension einfach in ein interaktives Layout dupliziert und die Daten können dort direkt bearbeitet werden. Damit wird das Dokument zur Zentrale für Print-, Web- und für interaktiven Content. Gleichzeitig profitiert der Anwender von den mit der Version 7 eingeführten Composition Zones, die eine Zusammenarbeit mehrerer Personen an einem für was auch immer konzipierten Layout ermöglicht.
Im weiteren lassen sich damit verwendete Elemente vereinheitlichen/synchronisieren: Wird ein Logo, ein Bild, eine Farbe, ein Stil oder ein Text im Printdokument als «Mehrfach genutzte Inhalte» definiert, schliesslich im Web- oder im Interaktiv-Modus verwendet und an einer Stelle geändert, dann werden diese Änderungen auf sämtliche in allen Projekten verwendeten und damit verknüpften Elemente übertragen. Besonders interessant ist dies für Firmen, die eine einheitliche Corporate Identity einhalten oder sich das Publizieren für unterschiedliche Medien vereinfachen wollen.
In drei Schritten zur SWF-AnimationFür den Einsatz des Quark Interactive Designer spricht zudem, dass man sich in der Quark-Umgebung nicht mit Timelines und Programmierung auseinandersetzen muss. Die Erstellung von interaktiven oder animierten Files ist relativ einfach.
Der Weg zum Ziel, also zum im Flash-Player oder entsprechendem Browser abzuspielenden SWF-File, führt über drei Schritte: Zuerst müssen die zu animimierenden Objekte benannt werden; Objekte können alle Xpress- Elemente sein, so z. B. auch ein platziertes Video oder SWF. Den Objekten werden in einem zweiten Schritt Ereignisse hinterlegt; klassische Ereignisse sind etwa Mausklicks oder Rollovers. Schliesslich kann im dritten Schritt aus mehr als hundert Aktionen der gewünschte Effekt ausgewählt werden.
>> Auf Bild klicken für Demonstration der SWF-Animation.

Mit der XTension lassen sich so interaktive Schaltflächen und Animationen gestalten oder auch Musik- und Filmdaten einbinden. Ermöglicht werden diese Funktionen hauptsächlich durch die erwähnten vordefinierten Aktionen. Auch existierende Flash-, Video- und Musikdateien können eingebunden werden. Damit ist QuarkXPress 7 bislang die einzige Umgebung, mit der Print- und Webinhalte als auch interaktiver Content ohne Programmwechsel erstellt werden können. Das Layoutprogramm wird damit zur ersten erweiterten Multi-Channel-Publishing-Applikation.
Basis ist XPress 7.02Mit einem Einführungspreis von 159 Franken bis zum 1. April 2007 hat Quark die Xtension Quark Interactive Designer preislich sehr attraktiv positioniert. Quark rückt auch damit seine Publishing-Software XPress 7 in ein anderes Licht und stärkt das Hauptprodukt. Voraussetzung ist XPress 7 in Version 7.02 – auf Mac oder Windows.
Wichtiger Schritt: Dynamisches Publishing mit QuarkXPress Server 7Mitte Oktober hat Quark
den Start von QuarkXPress Server 7 bekannt gegeben, einer Technologie für dynamisches Publishing, die auf die in XPress 7 neu eingeführten Funktionen zur Zusammenarbeit/Kollaboration zurückgreift. Quark sieht den Server, der bislang unter dem Namen Quark Dynamic Document Server bzw. QuarkDDS bekannt war, als eine Basistechnologie für die Herstellung webbasierter oder datengesteuerter Inhalte. Auf Basis des QuarkXPress Servers können datengesteuerte Applikationen entwickelt werden, mit denen sich die Herstellung optimieren lässt – zudem lassen sich Inhalte via mehrere Ausgabekanäle publizieren. Der QuarkXPress Server, der die neuen Funktionen von QuarkXPress 7 enthält, lässt sich in bestehende IT-Infrastrukturen integrieren und wird in der Regel von Systemintegratoren als Teil einer Gesamtlösung angeboten. Anwender profitieren in Verbindung mit XPress 7 von zum Beispiel den Job Jackets für die Zusammenarbeit an Projekten, den Neuerungen im Hinblick auf den Druck von variablen Daten oder von einer optimierten PDF-Ausgabe. Quark will auch in Zukunft Partnerschaften mit Software-Entwicklern und Systemintegratoren eingehen, um seine Serverlösung für die Katalogherstellung, Web-to-Print und One-to-One-Marketing bereitzustellen.
Flash und SWFObwohl man oft das gleiche darunter versteht,
sind Flash und SWF nicht identisch. Das von Macromedia entwickelte Flash, seit der Übernahme durch Adobe heisst es Adobe Flash, ist eine proprietäre Entwicklungsumgebung. Als Ausgabeformat damit werden SWF-Daten erzeugt. Die Abkürzung SWF kann sowohl mit Small Web Format als auch mit ShockWave Flash ausformuliert werden. Dahinter verstecken sich vektorbasierende Animationsdaten, die entweder in einem Webbrowser (mit entsprechendem Plug-in) oder in einem speziellen (Flash-) Player abgespielt werden können. Jürgen Franck

«Die Leute wollen mit uns reden»

Fachpresse Ab Januar erscheint das Baublatt nur noch halb so oft, rüstet aber dafür online mächtig auf.

Fachpresse Ab Januar erscheint das Baublatt nur noch halb so oft, rüstet aber dafür online mächtig auf.Im folgenden Interview beschreibt Baublatt-Chefredaktor Uwe Guntern die wichtigsten Veränderungen seines Titels und erklärt, warum dieser praktisch ohne Konkurrenz funktionieren kann.WW: Das Baublatt erscheint ab Januar einmal wöchentlich. Gleichzeitig wird eine Online-Redaktion aufgebaut und der Online-Auftritt um neue Angebote erweitert. Rechnet sich das?Uwe Guntern: Wir hoffen. Die Umstellung hat jedoch keine rein kommerziellen Hintergründe. Wir wollen jetzt agieren und nicht warten, bis um uns herum alles online abläuft und wir die letzten sind. Unseren Lesern, die praktisch alle online sind, wollen wir unsere sämtlichen Möglichkeiten zur Verfügung stellen. WW: Was heisst das konkret?Guntern: Wir sind bisher zweimal pro Woche erschienen, weil die öffentlichen Bauausschreibungen an Termine gebunden sind. Jetzt können Abonnenten diese Submissionen jederzeit online bekommen. Sie werden einmal am Tag aktualisiert. Meines Wissens gibt es ein solches Angebot in der Baufachpresse bisher noch nirgends. Weiter erneuern wir den Online-Auftritt von Grund auf. Wir werden täglich News aufschalten und einen Newsletter einrichten. Die Printausgabe wird mit dem Online-Auftritt verquickt, sodass die Leser des Baublatt auf unserer Website weiterführende Informationen finden können. Das ist für uns ein Riesenschritt und ein grosser Mehrwert für die Leser. WW: Heisst das, dass Sie in der Printausgabe jetzt mit den Recherchen noch tiefer gehen können?Guntern: Ein Magazin wie Facts oder Cash auf die Baubranche zu übertragen, das geht nicht. Klar hat der vordere Teil des Baublatt Magazincharakter mit viel Hintergrundinformationen, so wie man das in der Wirtschaftspresse auch macht. Aber wir sind ein Fachmagazin. Da sind wir Werkzeug und Nutzbringer für die Abonnenten.WW: Arbeitet die Redaktion jetzt weniger für die Printausgabe, dafür mehr für den Online-Bereich?Guntern: Nein. Online kommt zusätzlich dazu. Die Printausgabe wird mehr oder weniger bleiben wie bisher. Das Blatt ist jetzt mit etwa 140 Seiten einfach doppelt so umfangreich wie vorher. Wir werden aber zu einem Wochenmagazin. Die redaktionellen Artikel sind deshalb etwas breiter ausgerichtet, die Hintergrundberichte etwas intensiver, weil wir einen längeren Vorlauf haben. Die Fachartikel hingegen bleiben unverändert. Der Abonnent wird also das Gleiche bekommen plus die ganze Online-Aufbereitung und die Verquickung des Heftes mit unserer Website. WW: Verändert sich die Redaktion?Guntern: Die Redaktion bleibt etwa gleich gross. Wir rüsten online auf mit einem Redaktor, der 100 Prozent arbeitet. Das ist sozusagen ein Produktmanager für den Online-Bereich. So wie wir einen Publikationsmanager für die Baubranche haben, wo wir politisch-wirtschaftliche Themen abhandeln, ebenso wie für den Fachbereich. Der Inhalt wird im Blatt aber nie derselbe wie online sein, weil sonst niemand einen Mehrwert hätte. WW: Wer ist die unmittelbare Konkurrenz des Baublatt?Guntern: Das sind im Prinzip die Verbandszeitungen. Aus Inserentensicht kommt aber keiner am Baublatt vorbei. Was wir an Themen bringen, das findet man in keiner Verbandszeitung. Ich spreche deshalb weniger von Konkurrenz, sondern würde eher sagen, wir sind Marktbegleiter.WW: Wie geht es denn der Baubranche?Guntern: Besser, als es den Anschein macht. Doch keiner will das wahrnehmen. Seit zwei, drei Monaten schon stehen die Zeichen gut und das wird auch noch so bleiben. Der Wohnungsbau hält sich sehr gut, trotz aller Unkenrufe, wieviele Leute wohl immer noch keine Wohnung hätten. WW: Wie hat sich das Baublatt verändert, nachdem Verleger Ueli Schück es verkauft hatte?Guntern: Es ist heute ganz anders. 2001 haben wir das Layout erneuert. Wir haben gemerkt, dass wir mehr Hintergrundinformationen liefern müssen. Die wichtigste Veränderung ist der Journalismus, der hat damals nicht in der Form stattgefunden wie heute. Man beschränkte sich auf den reinen Fachbereich.WW: Heute kommentieren Sie im Baublatt auch, was politisch in der Baubranche abgeht. Guntern: Wir schreiben selbstverständlich aus Sicht der Arbeitgeber, wir sind ja Teil der Baubranche. Doch wenn etwas schief läuft, dann machen wir keine Schönfärberei daraus. Wenn es der Branche gut geht, obwohl es von allen Seiten negativ tönt, dann sagen wir das. Der Fachbereich war schon immer da, wenn auch nicht in der Form. Das Blatt war teilweise noch in Schwarz-Weiss, und man merkte ihm an, dass es aus einer Druckerei kam. Heute ist das Baublatt ein unverzichtbares und umfassendes Medium für die Baubranche geworden. Man hatte früher schon versucht, der Baubranche etwas zu bieten, aber man war nicht aktiv. Man hat nicht recherchiert wie im Magazinjournalismus, wo versucht wird, die Tatsachen klar darzustellen.WW: Gibt es einen Fall, der aus journalistischer Sicht besonders schwierig war?Guntern: Das Schwierigste ist wohl immer, die Leute ans Telefon zu bekommen. Was uns vielleicht vom normalen Magazinjournalismus unterscheidet, ist, dass die Leute ja auch mit uns reden wollen, denn wir sind eine Plattform für sie. WW: Was war der Motor für die jetzige Ausrichtung?Guntern: Wir wollen das Baublatt so lesenswert machen, dass niemand aus der Baubranche mehr drauf verzichten kann.
Umfassender Online-ServiceDas Baublatt ist die erste Bauzeitschrift,
die ihre Printausgabe mit einem umfassenden Online-Service kombiniert. Rund um die Bauauftragsvergabe (Submission) wird ein umfassender Online-Service aufgebaut, wobei die Submissionen täglich aktualisiert werden und online für Abonnenten der Zeitschrift zugänglich sind. Die Daten können dabei individuell selektioniert werden. Die Umstellung auf einmaliges Erscheinen jeweils freitags zeitigt zudem eine Vertiefung und Erweiterung der Inhalte. Künftig werden mehr Hintergründe zu laufenden Bauprojekten geliefert. Mit einer Auflage von 9794 Exemplaren ist das Baublatt die auflagenstärkste Baufachzeitschrift der Schweiz. Das Baublatt erscheint wie auch die Werbewoche im Hause Springer Science and Business Media. Interview: René Worni

Leinwand frei

Kino Film demnächst, ein Gratis-Kinomagazin der Genfer Quorum-Gruppe, hat zwei neue Multiplexkinos als Vertriebspartner gewonnen.

Kino Innert eines Jahres hat Film demnächst, ein Gratis-Kinomagazin der Genfer Quorum-Gruppe, signifikant Reichweite verloren. Nun hat das Heft zwei neue Multiplexkinos als Vertriebspartner gewonnen: das Pathé Küchlin in Basel mit 2’500 Sitzplätzen (Eröffnung 16. November) und das Zürcher Sihlcity mit 2’200 Sitzplätzen (ab März 2007). Das Heft kann so monatlich um mindestens 10’000 Exemplare zulegen. Auch in der Westschweiz legt ein Magazin zu: Avant première wird künftig in den Genfer Kinos Rex und Rialto aufgelegt. Es verdrängt Live, das damit weitere Leser verlieren dürfte. Live und Avant première gehören beide zur Quorum-Gruppe. Markus Knöpfli
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