Die Süddeutsche ehrt den Beginn der Fernsehwerbung in Deutschland vor 50 Jahren. Sie bezeichnet den Werdegang des Fernsehspot als Erfolgsgeschichte und nennt sie eine Abbildung der Gesellschaft im Kleinformat.
«Wenn man wollte, könnte man mit dem, was Fernsehwerbung war und ist, die ganze Kulturgeschichte der neuzeitlichen Deutschen kleinformatig erklären», schreibt Christopher Keil. Man würde herausfinden, dass Fernsehwerbung Konsumwellen darstellte, beginnend mit der Fresswelle in den 50ern, nachfolgend die Bekleidungs-, Reise-, die Autowelle, die Gesundheits-, Ernährungs- und die globalisierte Lifestylewelle.
Keil erinnert daran, wie 1984 zu den öffentlich-rechtlichen Sendern die Privaten dazu kamen und so auch die Fernsehwerbung zu neuen Höhen aufschwang. Für 2006 vermeldet der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft, dass 120 bundesweite, regionale und lokale Programmanbieter vier Milliarden Euro einnehmen werden, zwischen 3,6 und 3,7 Milliarden fallen dabei den Privaten zu.
Vor 50 Jahren, am 3. November 1956, war der erste Werbespot im Fernsehen, beim Bayerischen Rundfunk, zu sehen. Es ging, gespielt von den Volksschauspielern Beppo Brem und Liesl Karlstadt, um Persil, um, huch, Hausfraulichkeit und Familie. Beim Minikanal History Channel präsentiert der Schauspieler Axel Milberg jetzt die Anfänge des Produktmarketings. Das Manipulative hat in diesem Jurassic Park der Werbung einen rührend ehrlichen Charme. Aber damals ging es auch noch ums Produkt, nicht ums: Image.