Faltschachteln In Sachen Verpackungsart ist die Faltschachtel erste Wahl. Unterstützt werden die Hersteller der dreidimensionalen Verpackungen von ausgefeilten Software-Tools.Jeder Faltschachteldrucker bietet den Service, in engem Kontakt mit Endkunden und Werbeagenturen die «individuelle Verpackungslösung Faltschachtel» nach systematischen Kriterien zu entwickeln:Ist das Packgut fest in Konsistenz und Form (Faltschachtel mit stabilisierendem Konstrukt für den Gegenstand nötig), fest nur in der Konsistenz (Faltschachtel für Streugut) oder flüssig (Faltschachtel für Füllgut, z. B. Getränkekarton)?
Kann die Faltschachtel als Primärverpackung (Packgut wird nur von der Faltschachtel umhüllt) dienen? Oder ist sie nur die Sekundärverpackung? (Packgut wird in der Schachtel zusätzlich von einer Primärverpackung umhüllt, z. B. Beutel, Wickler, Flasche, Tube usw.)Lassen sich Hüllschachtel und stabilisierende Verpackungselemente (z. B. gepresste oder tiefgezogene Kunststoffformteile) in einem einzigen Konstrukt kombinieren? (Dann enthält der Faltschachtelzuschnitt stabilisierende Elemente, die nach innen gefaltet werden.)Welcher Packstoff (einseitig gestrichener Karton, Wellkarton, Verbundmaterial aus Karton und Aluminiumfolie) ist am besten geeignet? Danach richtet sich die Auswahl des Druckverfahrens.Welche Veredelungsmöglichkeiten (Lackieren, Stanzen, Blind- und Folienprägen, Perforieren, Fensterkaschieren) stehen im Betrieb zur Verfügung und können gestalterisch oder als Convenience-Elemente (Aufreisslaschen, Perforationen, Tragegriffe, Sichtfenster) integriert werden?Design und KonstruktionBei der Konstruktion des Faltschachtelkörpers bedienen sich die Verpackungsgestalter einer CAD-Software, z. B. AutoCAD oder SolidWorks 3D-CAD. Das eigentliche visuelle Design – also das Anbringen von Markenmerkmalen, Aufschriften und werblichen Elementen – wird mit spezieller Prepress-Software erledigt. Führend sind die Workflow-Lösungen von Artwork Systems (ArtPro, Nexus, Odystar Packaging) und Esko (Scope). Sie erlauben unter anderem:
das Importieren der CAD-Daten oder sie können selbst welche erzeugen (z. B. Esko ArtiosCAD), woraus auch die späteren Stanzformen samt Perforier- und Nutlinien generiert werden;
die Übernahme nativer Illustrations- und Layout-Informationen aus Publishing-Programmen, z. B. Adobe Illustrator (wird zu 80 % im Verpackungsdesign genutzt) und InDesign, im Gegenzug aber auch das Aufwerten von Illustrator mit 3D-Simulations-Plug-ins (z. B. Esko DeskPack 3-dx);das Integrieren, Prüfen und Editieren von PDF-Dateien aus Publishing-Anwendungen, evtl. samt verpackungsspezifischer PDF-Zertifizierung (Artwork PA:CT);das Über- und Unterfüllen (Trapping) von Schrift und grafischen Elementen;das Verzerren von Designelementen gemäss einer Wölbung der Verpackung;ggf. das pauschale Repetieren (Nutzenkopie) oder das ineinander verschränkte Repetieren des Faltschachtelsujets auf dem Druckbogen oder Bahnabschnitt, um das Druckformat optimal auszunutzen;die Internet-gestützte Kollaboration (Artwork WebWay, Esko WebCenter).Veredelung on topIm Unterschied zu Akzidenzdruckern leiden Faltschachteldrucker wie die meisten anderen Verpackungsdrucker kaum unter Konjunkturflauten und verringerten Werbebudgets, denn verpackt werden muss immer. Diese gewisse Sicherheit führt dazu, dass Faltschachteldrucker stärker bereit sind, in zusätzliche Veredelungstechnologien zu investieren: viel Inline-Technik an den Druckmaschinen, aber auch zahlreiche offline einzusetzende Systeme sind in den Betrieben zu finden. Diese Möglichkeiten, die den Unternehmen helfen, um im anspruchsvollen Marktsegment bestehen zu können, stellen wir in einer späteren Ausgabe vor.
Dieter Kleeberg