Gut oder böse?

Gastkommentar Wird aus dem ehemals anarchisch-sympathischen Google eine Riesenkrake, fragt Gerti Schön.

Gastkommentar Wird aus dem ehemals anarchisch-sympathischen Google eine Riesenkrake, fragt Gerti Schön.Die Beobachter von Amerikas High-Tech-Welt beschäftigt derzeit vor allem eine Frage: Ist Google mit einem Engel oder dem Teufel gleichzusetzen? Sogar die zurückhaltende New York Times  unterstellte Google, hinter einem «400 Milliarden Dollar schweren globalen Werbe-Honigtopf» her zu sein und damit jedes respektable Medienunternehmen zu bedrohen. Schlimmer noch: Niemand könne auf die Dauer Google das Wasser abgraben, nicht einmal Microsoft.Tatsächlich haben die Konkurrenten Grund zur Sorge: Seit einiger Zeit scheint Google sich als Werbebroker für sämtliche Medienplattformen zu positionieren. Letzte Woche wurde eine Zusammenarbeit mit einer ganzen Palette von Zeitungen angekündigt, die es werbetreibenden Unternehmen ermöglicht, über Google Anzeigen in diesen Blättern zu schalten. Mit dem Kauf von YouTube steht Google demnächst eine Videoplattform für den gleichen Zweck zur Verfügung.
Gemäss US-Bloggern plant Google die Produktion unterhaltsamer, von den Nutzern kreierter Videoclips, in die Werbebotschaften eingeflochten werden können. Ein Unternehmen, das Werbebuchungen im Radio ermöglicht, erwarb Google mit dMarc Broadcasting im Januar, und selbst der Einstieg in das Coupon-Business, in den USA ein nicht zu unterschätzendes Geschäft, wurde mit Hilfe von GoogleMaps im August angegangen.
Ob Google damit den etablierten Medienunternehmen unter die Arme greift, wie das im Fall der Zeitungskooperation scheint, oder ob es diesen den Hals zuschnürt, ist offen. «Es hängt alles davon ab, ob man glauben will, dass Google systematisch böse ist oder einfach nur opportunistisch», meint Peter Krasilovsky, Konsultant beim Medienkonzern Knight Ridder.
Wird aus dem ehemals anarchisch-sympathischen Google also die alles verschlingende Riesenkrake, die einen Grossteil des Werbekuchens unter sich und seinen Partnern aufteilt? Die Erfahrungen der Geschichte sehen anders aus. Man erinnere sich an die Krake Microsoft, die teils durch Regierungsinterventionen, teils durch die Konkurrenz in die Schranken gewiesen wurde. Dazu kommt eine fast unumgängliche Dynamik: Je weiter das Unternehmen wächst, desto schwerfälliger wird es – keine guten Voraussetzungen für den ständigen Innovationsdruck in der Branche.
Gerti Schön ist USA-Korrespondentin der Werbewoche.

Italien: Journalisten streiken für Kollektivverträge

Am Mittwoch gingen Journalisten von Nachrichtenagenturen und Zeitungen in den Ausstand. Der Grund: Journalisten und Arbeitgeber diskutieren schon seit Monaten ohne Ergebnis über neue Kollektivverträge.

Am Mittwoch gingen Journalisten von Nachrichtenagenturen und Zeitungen in den Ausstand. Der Grund: Journalisten und Arbeitgeber diskutieren schon seit Monaten ohne Ergebnis über neue Kollektivverträge, die Höhe der Einkommen und über befristete Arbeitsverhältnisse. Der Streik soll bis Donnerstag fortgesetzt werden, berichtet die Nachrichtenagentur SDA. Die Journalistengewerkschaft beschuldigt den Verlegerverband, die Unabhängigkeit der Journalisten zu gefährden und ein Produktionsmodell voranzutreiben, das die Qualität der italienischen Medien und die Rechte der Journalisten schmälert. Die Verleger nutzten immer mehr schlecht bezahlte freiberufliche Journalisten aus, so die Kritik.

Die Oase ruft

Irene Frei will als Leiterin des Zeitschriftenverlags bei den AZ Medien die Marktstellung ausbauen und die Auflagen zum «Kochen» bringen.

Irene Frei will als Leiterin des Zeitschriftenverlags bei den AZ Medien die Marktstellung ausbauen und die Auflagen zum «Kochen» bringen.Am liebsten macht sie mehrere Sachen gleichzeitig. Sonst komme man in eine Routine, werde «träge und betriebsblind». Diese Gefahr hat sich bei Irene Frei noch nie ergeben. Die neue Leiterin des Zeitschriftenverlages bei der AZ Medien Gruppe hat in ihrem Berufsleben viele Jahre lang als «Managerin auf Zeit» gearbeitet. Ihr gefällt es, wie man in neuen Herausforderungen jeweils unterschiedlich an die Aufgaben heran gehen muss und trotzdem Parallelen in der Lösung entdecken kann.Bei den AZ Medien hat Irene Frei eine feste Aufgabe übernommen. Allerdings nur äusserlich. Innerhalb der Aufgaben findet sie in diesem aufstrebenden Verlag genug Möglichkeiten der Abwechslung. Zu ihrem Portfolio gehören neben dem boomenden Magazin Kochen mit einer Auflage von rund 88000 Exemplaren auch die Special-Interest-Titel Natürlich und Fit for Life sowie die fünf gut positionierten Fachzeitschriften MegaLink Precision, Elektrotechnik, hk Gebäudetechnik, technica und Batitech. 
Bei all diesen Magazinen muss sich die Verlagsleiterin zudem «auf zwei ganz verschiedene Märkte ausrichten», die sie jeweils auch mit unterschiedlichen Marketingstrategien bearbeiten muss.
Genau eine solche Dynamik hat Irene Frei gesucht, als sie sich mit 30 zu einer fundierten Laufbahnberatung entschlossen hat. Dort hat sich «klar ein Marketingprofil herauskristallisiert mit einer starken Führungskomponente», fasst Frei das Resultat zusammen.
Vor ihrem Quereinstieg in die Verlagsbranche – von der sie «irgendwie schon als kindliche Leseratte geträumt hatte» – wirkte Irene Frei nach der Handelsschule und einer mehrjährigen berufsbegleitenden Managementausbildung zuletzt als kaufmännische Leiterin in einer international tätigen Generalunternehmung. Sie «führte in der Schweiz den kaufmännischen Part» für Projekte im damaligen Ostblock. Nach Moskau auszuwandern und dort den Erfolg eines expandierenden Bauunternehmens mitzugestalten, wäre auch jetzt noch einmal eine verlockende Alternative gewesen, bevor sie sich für Aarau entschloss.
Ihre Karriere im Verlagswesen startete sie als Projektleiterin beim Tages-Anzeiger Verlag, der heutigen Tamedia. Dort wurde gerade die SonntagsZeitung lanciert, und Frei durfte bei der Vermarktung des Anzeigenraums mitwirken, Forschungen auswerten und Entscheidungsgrundlagen für Verlagsleitung, Redaktion und den Werbemarkt umsetzen. Nach zwei Jahren bewarb sie sich bei Ringier und bekam dort eine Chance, den Marketing Service national und international zu leiten.
Weil sie unbedingt auch einmal ein Profitcenter führen wollte, wechselte sie 1993 zum Weka Verlag und wurde erstmals auch Mitglied der Geschäftsleitung. In einer Turnaround-Situation hat sie «mit einem kleinen Team den Baufach-Verlag saniert». Ein nächster Challenge wartete beim Limmatdruck. Hier bekam Frei ein Jahr lang Zeit, das ursprüngliche PR-Instrument Saison-Küche der Migros zu einem eigenständigen und heute gut etablierten Verlagsobjekt auszubauen. Dann flog sie in die Wüste.
Eine Reise, die mehr als nur ein Ferienabenteuer werden sollte. Erstmals im Leben mit Rucksack und Schlafsack und ohne Dusche zog sie 14 Tage lang mit einer Karawane durch die Sahara. Die unendliche Weite und das Gefühl der eigenen Kleinheit haben noch einmal ganz neue Gedanken ausgelöst. «Als Führungskraft, die neben- und nacheinander in verschiedenen Unternehmen mit ihren unterschiedlichen Kulturen, Mitarbeitern, Strategien und Zielen mitgestaltend tätig ist, erlebe ich in der Wüste die Konzentration aufs Wesentliche.»
Seit dieser ersten Wüstenreise fühlt sie sich «als Nomadin». Sie geht nicht nur regelmässig zurück in die Wüste. Sie weiss jetzt auch, wieso sie am meisten berufliche Lust aus dem «nomadischen Wandern» durch verschiedene Aufgaben ziehen kann. Die Lehren, die sie aus einem Projekt zieht, will sie dabei immer wieder in neue einbringen. Als Managerin auf Zeit und Unternehmensberaterin hat sie seit 1998 viele KMU betreut und auch das Key-Account-Management einer Full-Service-Agentur für internationale TV-Kampagnen mit aufgebaut.
Die letzten drei Jahre war Irene Frei für die Haufe Mediengruppe aus Freiburg im Breisgau tätig. Sie leitete deren Schweizer Tochter und firmierte den Verlag für elektronische Fachinformationen in den Segmenten von Unternehmensführung & Management bis Marketing & Verkauf neu als Haufe BusinessMedia. Diese Firma führte sie schliesslich mit dem Konkurrenten Weka zusammen. 
Bereits im Jahre 2002 war Frei als Projektleiterin massgeblich beteiligt am Aufbau der Zeitschrift Kochen. Einer der gewichtigen Gründe, weshalb sie schliesslich von einem Headhunter zu den AZ Medien zurückgeholt wurde, um die Nachfolge des Interimsleiters Ueli Eckstein anzutreten. 
Jetzt will Irene Frei zusammen mit der AZ Mediengruppe «nachhaltig wachsen».
Andreas Panzeri

Die Post in der Papeterie

Logistik Match Communications macht klar, dass DPD in der Schweiz 70 «Poststellen» betreibt.

Logistik Match Communications macht klar, dass DPD in der Schweiz 70 «Poststellen» betreibt.DPD gilt als die Nummer eins der privaten Paketdienstleister in der Schweiz und ist einer der führenden Paketdienste in Europa. Durch die Partnerschaft mit dem Verband Schweizer Papeteristen (VSP) entstand 2004 eine bestmögliche geografische Abdeckung in der Deutschschweiz und im Tessin. Gut erreichbare Standorte sorgen für hohe Frequenzen und die nötige Nähe zu den privaten Kunden und dem Kleingewerbe. Match Communications hat für DPD (Schweiz) AG nun eine In-Store- Promotionskampagne entwickelt, die in 70 Schweizer Papeterien  zu sehen ist. Ziel der Promotionsoffensive ist neben der Visibilität der DPD-Shops in diesen Papeterien die Steigerung der Bekanntheit bei Papeteriekunden und der Aufbau von Vertrauen in einen privaten Paketdienstleister.
Das international tätige Logistikunternehmen ist seit der ersten Stunde als offizieller privater Paketdienstleister akkreditiert und spediert erfolgreich Pakete in allen Grössen, Formen und Gewichten in der Schweiz.
DPD wurde 1976 als Alternative zu den globalen Integratoren und den traditionellen Postdiensten in Deutschland gegründet. Bereits im ersten Jahr beförderte das Unternehmen 1,4 Millionen Pakete. 1980 waren es schon mehr als 7 Millionen. Heute transportiert DPD täglich mehr als 1,4 Millionen Pakete. DPD ist spezialisiert auf den Paketversand von Business zu Business und bietet mit rund 500 Depots in 35 Ländern und einer Flotte von 15’000 Fahrzeugen Service für etwa 200’000 Kunden. DPD gehört zu 83,32 Prozent zu GeoPost, einer Tochter der französischen Groupe La Poste.
Zur Promotion in der Schweiz hat Christian Staub von Match auch einen interaktiven Wettbewerb ausgearbeitet, der die Teilnehmer auffordert, sich mit dem DPD-Shop-Angebot auseinanderzusetzen. 1200 Digitalkameras und ein Cybershot-Handy schaffen Gewinnanreiz. Die Promotion besteht aus Wettbewerbsflyern, Plakatsujets und prominent platzierten Wettbewerbsurnen.
Andreas Panzeri

Bilderwelten schaffen Werte

Corporate Publishing Professionelle Bildgestaltung ist essenziell für Kunden- und Mitarbeitermedien.

Corporate Publishing Professionelle Bildgestaltung ist essenziell für Kunden- und Mitarbeitermedien.Nur noch 20 Prozent der Leser einer Zeitung lesen einen Artikel über den ersten Absatz hinaus. Bücher scannen wir eher, als dass wir sie aufmerksam lesen. Von einer Anzeige beachten wir nur zwei Sekunden das Bild und die Überschrift, den Text lesen wir fast nie. Stattdessen sind Bilder immer wichtiger geworden, wie Zeitschriften, Fernsehnachrichten und Internet zeigen. Dank Bildern zu SchmuckstückenAuch das Corporate Publishing hat erkannt, dass professionelle Bildgestaltung essenziell für Kunden- und Mitarbeitermedien ist – die Gestaltung von Bildern entscheidet massgeblich über Beachtung und Nutzung der CP-Medien. So haben sich die Magazine zu kleinen Schmuckstücken im Rahmen der Unternehmensdarstellung entwickelt, wie der Blick auf die vielen Bewerbungen für Preise wie den CP-Award zeigt.
So gelungen die Einzelmagazine sind: Was fast immer fehlt, ist der Anschluss an die langfristig aufgebaute Bilderwelt des Unternehmens (Corporate Imagery). Eine in Deutschland durchgeführte Studie und eine Ausschnitt-Medienbeobachtung aus dem Jahr 2005 zeigt, dass es fast keinem der grössten DAX-Unternehmen gelungen ist, starke und eindeutige bildhafte Erinnerungen aufzubauen. Dies ist ein gravierendes Versäumnis, denn solche inneren Bilder sind stark verhaltenswirksam, wie zahlreiche Studien belegen. Zum Beispiel hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in ihrer Imagery-Studie herausgefunden, dass die Kaufbereitschaft für Aktien steigt, je klarer das Bild vom Unternehmen ist.
Damit die Bilderwelt im Corporate Publishing ihre volle Wirkung entfalten kann, muss sie folgende Anforderungen erfüllen:
Langfristig angelegt: Die internen und externen Bezugsgruppen müssen die Bilderwelten lernen, bevor sie diese erkennen und erinnern. Dies erfordert Zeit. Das Thema der Bilderwelt muss langfristig dargeboten sein und wiederholt werden. Die Bilderwelt darf sich nicht mit jeder neuen Broschüre ändern.
Die Bilderwelt ist gezielt geplant und widerspruchsfrei eingesetzt. Hierzu sprechen sich alle Beteiligten ab, die Bilder vom Unternehmen zeigen. Grundlage der Absprache ist das übergreifende Bildkonzept, das die Richtung vorgibt und genügend Raum für Variation und Eigengestaltung lässt.Lebendigkeit: Die Bilderwelt wirkt umso stärker auf das Verhalten, je klarer und deutlicher sie als inneres Bild empfunden wird. Die Lebendigkeit gilt als Superdimension der Bildwirkung.Gefallen: Die Bilderwelt muss die internen und externen Bezugsgruppen positiv ansprechen.Die Bilderwelt ist nicht nur sympathisch und stimmungsvoll, sondern sie drückt auch die Unternehmenspersönlichkeit aus. Sie sollte eine für die Bezugsgruppen emotional bedeutende Aussage vermitteln.Multimodal: Die Bilderwelt sollte auch Eindrücke auf Sehen, Schmecken, Riechen, Tasten und Hören hinterlassen. Spricht die Bilderwelt alle fünf Sinne an, erzeugt dies die zehnfache Wirkung, dies haben aktuelle Studien herausgefunden.Multimedial: Die Bilderwelt muss in der persönlichen Kommunikation ebenso einsetzbar sein wie in gedruckten Medien (Broschüren etc.) und elektronischen Medien (Radio, Fernsehen, Internet etc.).Konsistenz: Widerspruchsfreie Bilderwelten erleichtern den Aufbau von Gedächtnisbildern.Bilderwelten bestimmen den KommunikationserfolgWichtig für den nachhaltig wirkungsvollen Bildeinsatz im Corporate Publishing ist, dass das Thema der Bilder aus der langfristigen Bilderwelt des Unternehmens abgeleitet ist. Das längerfristige Darbieten und die Wiederholung des Themas im CP ist Voraussetzung für Lernen und Behalten. Das Bildthema wird innerhalb der Broschüren gering variiert, aber auch von Broschüre zu Broschüre, denn die Aufmerksamkeit der Betrachter lässt nach drei- bis fünfmaligem Bildkontakt deutlich nach.
Die Erkenntnis: Bilderwelten werden künftig den Kommunikationserfolg von Unternehmen wesentlich bestimmen. Voraussetzung ist aber, dass das Corporate Publishing vermehrt Kompetenz über langfristige Bilderwelten aufbaut und eine langfristige Bildsprache entwickelt, in die sich die bisherigen Gestaltungselemente, wie Logo, Farben und Schriften, integrieren lassen. So verstandene Corporate Imagery, die weit über einmalig eingesetzte Fotos hinausgeht, steht vor faszinierenden Herausforderungen.
Dieter Herbst, Manuela Stier
Manuela Stier ist Geschäftsführerin und Inhaberin der CP Agentur Stier Communications AG in Weiningen (ZH). www.stier.ch
Prof. Dr. Dieter Herbst ist Experte für Bildkommunikation und Dozent an verschiedenen Universitäten, unter anderem Hauptdozent für strategisches Kommunikationsmanagement im MBA-Programm der Hochschule St. Gallen, www.dieter-herbst.de

Kleiner tour d’horizon durch die Blogosphäre

Weblogs Marketing-Experten reden derzeit viel über Weblogs. Die Wenigsten aus eigener Erfahrung, so das Fazit einer Studie von Marketing-Börse. Grund genug für die Werbewoche, ins Netz zu gehen.

Weblogs Marketing-Experten reden derzeit viel über Weblogs. Die Wenigsten aus eigener Erfahrung, so das Fazit einer Studie von Marketing-Börse. Grund genug für die Werbewoche, ins Netz zu gehen.Bürgerportale, Blogger und Podcaster fordern Werber und andere Medienschaffende. Trends künden sich an und verschwinden wieder. Sie sind äusserst schnelllebig. Beim heutigen Durcheinander aus Medien, Plattformen und Lifestyles braucht es viel Geduld. Weblogs haben sich als Trendseismografen bewährt. Oft sind Themen in Weblogs, lange bevor sie von klassischen Medien aufgegriffen werden, im Netz zu finden. Und noch etwas: Blogger würden heute weit mehr Marketinginformationen produzieren als Unternehmen selbst. Man möchte also meinen, Weblogs gehören zur täglichen Lektüre von Marketingexperten. Dem ist nicht so, wie eine Studie des Dienstleistungsverzeichnisses Marketing-Börse behauptet. Von über tausend befragten Marketingexperten kannte nicht einmal jeder Sechste das Basic Thinking Blog. Dieses Weblog steht laut Technorati, der global führenden Weblog-Liste und Suchmaschine, auf Platz drei der einflussreichsten Blogs in Deutschland.
Regelmässiges MonitoringAuch wenn, so die gängige Meinung unter Kommunikationsexperten, Weblogs weit davon entfernt sind, klassischen Fachmedien ernsthafte Konkurrenz zu machen, ist ein regelmässiges Monitoring der wichtigsten Weblogs unerlässlich. Der Grund: Fehler von Unternehmen werden schnell diskutiert, und vor allem Marketingtrends werden je länger, je mehr in Weblogs geboren. Wer denkt, Weblogs müsse man nicht unbedingt beachten, soll nach Jamba googlen oder auf YouTube nach Kryptonite suchen.
Die Werbewoche-Redaktion hat die wichtigsten Weblogs rund um Marketing, Medien und Werbung im Netz ausfindig gemacht. Damit Sie bei der nächsten Diskussion unter Experten die wichtigsten Meinungsmacher im Netz kennen.
Weblogs verfolgen – mit RSSEntscheidet man sich,
regelmässig Weblogs zu lesen und zu beobachten, bietet sich die RSS-Technik an. RSS steht für Really Simple Syndication, zu Deutsch etwa wirklich einfache Verbreitung. Es ist eine Technik, die es dem Nutzer ermöglicht, die Inhalte einer Website – oder Teile davon – zu abonnieren oder in andere Websites zu integrieren. Weblog-Inhalte können beispielsweise im Web-Browser, im Mail-Programm oder in einem speziellen Leseprogramm verfolgt werden. Weblogs zeigen in der Regel ein kleines RSS-Logo an, das per Klick das Abo eröffnet. In Browsern gelangen diese Abos in die Favoritenzeile. Mail-Programme und spezielle Leseprogramme wie NewsBee bieten Optionen, um den Nachrichtenfluss zu sortieren und effizient zu verarbeiten. Christian Lüscher

Zu guter Letzt: Aufklärungsarbeit mit Todsünden-Marketing

Beim Marketing dreht sich alles ums Geld. Geld aber ist schmutzig – und ebenso die sieben Todsünden. Kein Wunder, passt das gut zusammen. Das sagte sich vor drei Jahren auch der Eiscrèmehersteller Langnese.


Beim Marketing dreht sich alles ums Geld. Geld aber ist schmutzig – und ebenso die sieben Todsünden. Kein Wunder, passt das gut zusammen. Das sagte sich vor drei Jahren auch der Eiscrèmehersteller Langnese, nahm die Verführung ins Visier und benannte sieben seiner Magnum-Kreationen nach den Todsünden der Bibel.
 
Neu aufgegriffen hat diese Idee eine neuseeländische Restaurantkette mit ebenfalls nicht ganz koscherem Namen: Hell’s Pizza bietet derzeit zu jeder der sieben Todsünden die passende Pizza: Wollust, Gier, Trägheit, Zorn, Hochmut, Neid und Völlerei heissen die Kreationen. Aufsehen erregt haben jedoch bis anhin in erster Linie nicht die sündigen Speisen, sonder vor allem die Marketing-Strategie für die Wollust-Variante. Als Werbung landete statt einem Stück Pizza ein Kondom inklusive detaillierter Gebrauchsanweisung in den Briefkästen.
 
Ausgelöst hat die Kampagne jedoch, anstelle von einem gesteigerten Pizzakonsum, die grösste Beschwerdeflut in der Geschichte der staatlichen Werbeaufsichtsbehörde. Neben erbosten Elterngruppen protestierten neben anderen – wenn überrascht’s – die Katholische Kirche. Hell’s Pizza rechtfertigt sich derweil mit Schwangerschaftsprävention. Mit den Präservativen wolle man Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen leisten, weise Neuseeland doch unter den Industriestaaten die dritthöchste Rate an Teenie-Schwangerschaften auf. Bleibt zu rätseln, zu welchen Werbemitteln – und damit verbundenen Moralpredigten – die Höllenpizza-Köche wohl noch in Zukunft greifen.

SFLB spart Kosten mit Helvepharm

Nach einer Agenturevaluation hat sich das Schweizer Generika-Unternehmen Helvepharm für eine Zusammenarbeit mit Spillmann/Felser/Leo Burnett entschieden.

Nach einer Agenturevaluation hat sich das Schweizer Generika-Unternehmen Helvepharm für eine Zusammenarbeit mit Spillmann/Felser/Leo Burnett (SFLB) entschieden. Neben strategischen Aufgaben wie der Markenpositionierung entwickelt SFLB zukünftig die B2B- und B2C-Kampagnen für das junge Unternehmen. Erste Arbeiten sollen Anfang 2007 zu sehen sein, heisst es in einem Mediencommuniqué.

Sonys Farben lassen andere verblassen

Fernseher Sony entfacht mit der internationalen Bravia-Kampagne ein Feuerwerk der Farben.

Fernseher Sony entfacht mit der internationalen Bravia-Kampagne ein Feuerwerk der Farben.Die letztjährige Kampagne mit den farbigen «Bouncing Balls» in San Francisco hat internationale Massstäbe für einen neuen Gigantismus im Werbefilm gesetzt. Das will Sony natürlich nicht so schnell verblassen lassen. Die eben angelaufene Kampagne für den neuen LCD-Fernseher Bravia knüpft deshalb thematisch stilvoll weiterführend an die farbenfrohe Werbung an. Der mit Spannung erwartete Spot visualisiert eindrucksvoll das «Colour like no other»-Erlebnis der Marke Bravia, indem ein tristes Hochhaus mit gigantischen Farbkanonen befeuert und von diesem komplett eingehüllt wird. Der Film wurde diesmal in Glasgow im Juli 2006 wieder mit grösstem Aufwand produziert. Unter der Regie des mehrfach prämierten Musikvideo- und Werbefilmers Jonathan Glazer arbeiteten über 300 Menschen zwölf Tage lang mit dem Einsatz von 70’000 Litern Lebensmittelfarbe und Hunderten von Farbbehältern an der perfekten Inszenierung des Spots. Die Grenzen der Kreativität sollten in der neuen Kampagne noch weiter ausgereizt werden – deshalb musste auch der Film noch einmal grösser und spektakulärer sein.
 
Die angelegte «Paint»-Kampagne ist von der Agentur Fallon in London gestaltet und für die Schweiz leicht adaptiert worden. Sie startet mit einer massiven TV-Präsenz in Form von 60- und 30-sekündigen Spots. Diese laufen noch bis Mitte Januar 2007. Der Spot wird auch im Kino zu sehen sein. Dazu gibt es Inserate und Plakate sowie eine Online-Kampagne mit interaktiven Bannern und Games auf der Microsite.
Marco Di Piazza, General Manager Marketing Sony Schweiz, ist überzeugt: «Die intensive Bildsprache dieser Kampagne transportiert auf eindrucksvolle Weise das natürliche Farberlebnis und das Sehvergnügen in HD-Qualität.»
Online-Fans können den Spot zusammen mit aussergewöhnlichem Making-of-Material sowie eine grosse Bildergalerie auf der Microsite www.colourlikenoother.com sehen und herunterladen.
Andreas Panzeri

Cinecom vermarktet Arena Filmpalast

Der Medienvermarkter Cinecom vermarktet exklusiv den Arena Filmpalast, der am 22. März 2007 im Zürcher Sihlcity eröffnet wird.


Der Medienvermarkter Cinecom vermarktet exklusiv den Arena Filmpalast, der am 22. März 2007 im Zürcher Sihlcity eröffnet wird. In neun Kinosälen können zugleich 2172 Zuschauer aktuelle Filme verfolgen. Auch für das Mulitplex Pathé Küchlin in Basel, das am Donnerstag die Pforten von acht Sälen mit 2400 Sitzplätzen öffnet, zeichnet Cinecom verantwortlich. Als Partnerin von über 150 Kinobesitzern rüstet das Unternehmen zudem bis Ende Jahr rund 420 Säle für digitale Kinowerbung um – 404 sind bereits mit der neuen Technologie ausgestattet.

Auto&Technik gewinnt Q-Award für Marktauftritt

Zum dritten Mal wurden am Dienstag am «Tag der Fach- und Spezialpresse» Auszeichnungen für hervorragende Fach- und Spezialpublikationen vergeben.

Zum dritten Mal wurden am Dienstag am «Tag der Fach- und Spezialpresse» Auszeichnungen für hervorragende Fach- und Spezialpublikationen vergeben. Abgeräumt hat auch der Titel Auto&Technik aus dem Hause Springer Science+Business Media für seinen Marktauftritt. Laut Laudatio schafft das Fachmagazin einen Spagat und liefert zugleich betriebswirtschaftliche Informationen für Unternehmen sowie  praktisches Berufswissen für Arbeitnehmer. Auto&Technik erscheint zehn Mal im Jahr.

Wirz Corporate gewinnt IDS Scheer

Die Schweizer Niederlassung eines führenden deutschen Software- und Beratungsunternehmens, IDS Scheer, hat Wirz Corporate mit dem PR-Mandat beauftragt.

Die Schweizer Niederlassung eines führenden deutschen Software- und Beratungsunternehmens, IDS Scheer, hat Wirz Corporate mit dem PR-Mandat beauftragt. Diese umfasst Unterstützung und Beratung in Public Relations auf den Ebenen Marketing und Corporate Communications. IDS Scheer entwickelt Lösungen für Geschäftsprozessmanagement in Unternehmen und betreut derzeit ca. 6’000 Kunden in über 70 Ländern. In der Schweiz hat das Unternehmen Niederlassungen in Zürich, Basel, Lausanne und Genf.
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