Bei Model dreht sich alles um die Welle
Verpackungen In Weinfelden ist ein führender Wellkarton-Verpackungsanbieter Europas zu Hause.
Verpackungen In Weinfelden ist ein führender Wellkarton-Verpackungsanbieter Europas zu Hause.Während sich der Erfolg von Akzidenzdrucksachen nicht oder nur selten unmittelbar messen lässt, geben Erfolge von Verpackungen schnell Auskunft darüber, ob sie «ankommen». Verpackungen und deren Verbraucherfreundlichkeit sowie das Verpackungsdesign haben erwiesenermassen einen grossen Anteil am Verkaufserfolg von Produkten. Das fordert die Marketingstrategen und Produkteentwickler – aber auch die Verpackungsdesigner. Kreativität ist deshalb gefragt, ebenso ist das Verständnis über die Herstellung von Verpackungen wie auch das Abfüllen hilfreich.Model setzt auf die WelleUnangefochten an oberster Stelle bei den Verpackungen stehen die Transportverpackungen. Wir haben ein Unternehmen besucht, das sich zum einen auf die Produktion von Verpackungen aus Wellkarton spezialisiert und zum anderen modern eingerichtet hat. Diese Verpackungen können gestanzt, geschlitzt, aber auch vielfältig bedruckt sein. Model hat bereits nationale wie auch internationale Auszeichnungen für die kreativen Ideen erhalten. Als Besonderheit werden bei der in Weinfelden TG ansässigen Model AG –Tochtergesellschaft der in vielen Ländern Europas aktiven Model Gruppe – auch die Rohmaterialien der Verpackungen und/oder Displays hergestellt.
Basis der bei Model hergestellten Verpackungen ist eine Vielzahl von verschiedensten Rohpapiersorten. Der Rohstoff dieses mehrlagigen Packmittels sind entweder Primärfaser- oder Sekundärfaserpapiere (siehe Kasten rechs). Diese Sekundärfaserpapiere produzieren zwei Maschinen der Thurpapier, die sich zwar auf dem Gelände der Model AG befindet, aber als Profitcenter für ihre eigene Wirtschaftlichkeit sorgen muss. Die eine Papiermaschine stellt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 600 m/Minute das Trägermaterial Testliner her, die zweite Maschine produziert das Wellenstoff-Rohpapier. Der Ausstoss beträgt hier 400 m/Minute. Das Papier wird nach der Produktion zu Papierrollen mit 2,5 m Breite aufgewickelt. Derart entstehen 120 Rollen Rohmaterial täglich oder 138’000 Tonnen/Jahr.
In der Wellkarton-Herstellanlage entstehen mit diesen Wellkarton-Rohpapieren mittels Riffelwalzen die gewellten Papierbahnen. Von der 1,2 mm dicken F-Welle bis zur 5,2 mm dicken A-Welle und diversen Wellen-Kombinationen werden hier die entsprechenden Papiere miteinander mit Stärke verklebt. Der so entstandene Wellkarton wird zuerst mit einem Längs- und anschliessend mit einem Querschneider auf das erforderliche Format geschnitten.
Exakte PlanungMittels Produktionsplänen können die Kunden darüber informiert werden, wann ihre benötigte Wellkartonsorte gerade in Weinfelden produziert wird. Teilweise hat Model online Zugriff auf die Systeme ihrer Kunden und kann die Disposition des Verpackungsbedarfs übernehmen: «Wir können auf Wunsch den Bedarf des Kunden in dessen System feststellen und danach disponieren. Das hilft uns bei der Kapazitätsplanung, und bei den Kunden minimieren wir damit den Lagerbedarf», erklärt Markus Rechsteiner, Leiter Anwendungstechnik bei der zur Firmengruppe gehörenden ModelTec.
Nach der Produktion wird der Wellkarton während zirka 24 Stunden zwischengelagert, damit die Papierlagen sich verfestigen und nachtrocknen können. Was nun passiert, hängt vom Auftrag ab: Die Produktion von Standard- und individuellen Verpackungen erfolgt je nach Ausführung im Bereich Inline-Fertigung oder im Bereich gestanzte und geklebte Verpackungen.
Im Direktdruckverfahren können mit Flexodruck bis zu sechs Farben aufgebracht werden. Mittels einer eigenen Farbmischanlage und entsprechenden Clichées werden hochwertige Sujets direkt auf die Wellkartonbogen gedruckt. Die Schwesterunternehmung Inoflex, die sich auf dem gleichen Areal befindet, stellt die Stanzformen her. Bei der Inliner-Fertigung hingegen erübrigen sich kundenspezifische Werkzeuge, denn hier werden einstellbare, rotative Schneidmesser verwendet.
Auf die besonderen Merkmale von Wellkarton angesprochen, erklärt Rechsteiner: «Wellkarton ist im Vergleich zu anderen Packmitteln vorteilhaft und überzeugt durch die enorme Stabilität.» Er sieht die Model Gruppe zum einen als einen Massenproduzenten von Verpackungen, zum anderen als Lösungsanbieter für ganz spezifische Bedürfnisse.
So viel Verpackung wie notwendig Ob eine einzige Verpackung oder grössere Mengen individuell gefertigter Verpackungslösungen, die Philosophie bei Model lautet immer: Beratung, Optimierung – und nur so viel Verpackung wie notwendig. Dies löst Model mit einem grossen Standardsortiment, das sofort ab Lager erhältlich ist, oder auf Wunsch des Kunden findet man eine individuelle Lösung.
Als besonderen Vorteil bezeichnet Rechsteiner die Effizienz der Entwicklungsabteilung. «Dank CAD-Unterstützung, Know-how und entsprechenden Schneideplottern sind wir in der Lage, schnell und originalgetreu Verpackungsmuster herzustellen». Parallel wird in dieser Phase dem Kunden das Optimierungspotenzial aufgezeigt.
Aktion statt Reaktion«Um kreative Verpackungslösungen pro abgepackte Leistungseinheit herstellen zu können, sind Marktnähe, Analyse der Kaufgewohnheiten und Wissen über den Einsatz der Verpackungen die Basis zum Erfolg», so Karin Bächer, zuständig für Kommunikation in der Model Gruppe. Um dies zu erreichen, sind laufend Marktbeobachtungen und Mitarbeit in Entwicklungsplattformen die Regel. Bei allen diesen Aktivitäten ist eine eingehende fundierte Prozessbetrachtung des Abpackvorganges unerlässlich.
Verschiedene Auszeichnungen bestätigen diesen proaktiven Entwicklungsgeist bei allen Model-Gesellschaften. So konnte die Weinfelder Gruppe in diesem Jahr gleich zwei Auszeichnungen entgegennehmen: Im Mai den iF Product Design Award 2006. Die vom Ableger Model PrimePac hergestellten Verpackungen «Papillon Maxi Twist» und «Sprüngli Grand Cru» konnten sich gegenüber ihren Mitbewerbern behaupten.
Zudem konnte das Unternehmen mit einem am Hauptsitz in Weinfelden für Kraft Food entwickelten Toblerone-Display kürzlich punkten. Die Display-Lösung war Gewinnerin des Swiss Star 2006, die jährlich vom Schweizerischen Verpackungsinstitut (www.svi-verpackung.ch) in diversen Kategorien vergeben wird. Zitat der Juroren: Viel Produkt und wenig Display.
Entwicklungen wie das für Kraft Foods entwickelte Display stellen bei Model die Spitze der Wertschöpfungspyramide dar: «Die Display-Lösungen sind technologisch am interessantesten – und sie sind dazu noch imagefördernd. Allerdings ist die Entwicklung auch am kostenintensivsten», erklärt Rechsteiner. «Der Trend der letzten Jahre hat dank enormem kreativem Einsatz und verbesserten Druckmöglichkeiten im Direktdruck dazu geführt, dass sich Model heute als ausgewiesener Display-Produzent einen Namen gemacht hat» erklärt Markus Rechsteiner.
Model GroupDie Model Gruppe
hat sich auf die Herstellung und Produktion von Voll- und Wellkarton-Verpackungen und -Displays spezialisiert. Unter dem Dach der Model Holding befinden sich Produktionsstätten an diversen Standorten in der Schweiz: Model AG, Inoflex und Thurpapier (Weinfelden), Model Emballages SA (Moudon), Model PrimePac AG (Au/Romanel-sur-Lausanne), Model InoPac AG (Flamatt) sowie PackShops in Dietikon, Flamatt, Genf, Romanel und Weinfelden. Produktionsstätten und/oder PackShops befinden sich zudem in Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen, Kroatien und der Slowakei.
Die Wurzeln der Gruppe, die insgesamt 2700 Mitarbeitende beschäftigt, reichen ins Jahr 1882 zurück.
Kraft- oder Testliner als BasisZur Herstellung von Well- oder auch Vollpappe
setzen Faltschachtelproduzenten je nach Anforderung auf Kraft- oder Testliner-Papiere. Kraftliner bestehen aus gebleichtem oder ungebleichtem Sulfatzellstoff, der auch Kraftzellstoff genannt wird. Diese Papierart besitzt eine besonders hohe Festigkeit und ist auch sehr widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit. Testliner werden als Deckenpapiere eingesetzt und bestehen zu 100 Prozent aus Altpapier. Diese Papiere sind heute der wichtigste Rohstoff in der Wellpappenindustrie. Je nach Qualität der Recycling-Materialien unterscheiden die Hersteller drei Sorten von Testlinern, die als T1, T2 und T3 bezeichnet werden. Jürgen Franck
Basis der bei Model hergestellten Verpackungen ist eine Vielzahl von verschiedensten Rohpapiersorten. Der Rohstoff dieses mehrlagigen Packmittels sind entweder Primärfaser- oder Sekundärfaserpapiere (siehe Kasten rechs). Diese Sekundärfaserpapiere produzieren zwei Maschinen der Thurpapier, die sich zwar auf dem Gelände der Model AG befindet, aber als Profitcenter für ihre eigene Wirtschaftlichkeit sorgen muss. Die eine Papiermaschine stellt mit einer Geschwindigkeit von bis zu 600 m/Minute das Trägermaterial Testliner her, die zweite Maschine produziert das Wellenstoff-Rohpapier. Der Ausstoss beträgt hier 400 m/Minute. Das Papier wird nach der Produktion zu Papierrollen mit 2,5 m Breite aufgewickelt. Derart entstehen 120 Rollen Rohmaterial täglich oder 138’000 Tonnen/Jahr.
In der Wellkarton-Herstellanlage entstehen mit diesen Wellkarton-Rohpapieren mittels Riffelwalzen die gewellten Papierbahnen. Von der 1,2 mm dicken F-Welle bis zur 5,2 mm dicken A-Welle und diversen Wellen-Kombinationen werden hier die entsprechenden Papiere miteinander mit Stärke verklebt. Der so entstandene Wellkarton wird zuerst mit einem Längs- und anschliessend mit einem Querschneider auf das erforderliche Format geschnitten.
Exakte PlanungMittels Produktionsplänen können die Kunden darüber informiert werden, wann ihre benötigte Wellkartonsorte gerade in Weinfelden produziert wird. Teilweise hat Model online Zugriff auf die Systeme ihrer Kunden und kann die Disposition des Verpackungsbedarfs übernehmen: «Wir können auf Wunsch den Bedarf des Kunden in dessen System feststellen und danach disponieren. Das hilft uns bei der Kapazitätsplanung, und bei den Kunden minimieren wir damit den Lagerbedarf», erklärt Markus Rechsteiner, Leiter Anwendungstechnik bei der zur Firmengruppe gehörenden ModelTec.
Nach der Produktion wird der Wellkarton während zirka 24 Stunden zwischengelagert, damit die Papierlagen sich verfestigen und nachtrocknen können. Was nun passiert, hängt vom Auftrag ab: Die Produktion von Standard- und individuellen Verpackungen erfolgt je nach Ausführung im Bereich Inline-Fertigung oder im Bereich gestanzte und geklebte Verpackungen.
Im Direktdruckverfahren können mit Flexodruck bis zu sechs Farben aufgebracht werden. Mittels einer eigenen Farbmischanlage und entsprechenden Clichées werden hochwertige Sujets direkt auf die Wellkartonbogen gedruckt. Die Schwesterunternehmung Inoflex, die sich auf dem gleichen Areal befindet, stellt die Stanzformen her. Bei der Inliner-Fertigung hingegen erübrigen sich kundenspezifische Werkzeuge, denn hier werden einstellbare, rotative Schneidmesser verwendet.
Auf die besonderen Merkmale von Wellkarton angesprochen, erklärt Rechsteiner: «Wellkarton ist im Vergleich zu anderen Packmitteln vorteilhaft und überzeugt durch die enorme Stabilität.» Er sieht die Model Gruppe zum einen als einen Massenproduzenten von Verpackungen, zum anderen als Lösungsanbieter für ganz spezifische Bedürfnisse.
So viel Verpackung wie notwendig Ob eine einzige Verpackung oder grössere Mengen individuell gefertigter Verpackungslösungen, die Philosophie bei Model lautet immer: Beratung, Optimierung – und nur so viel Verpackung wie notwendig. Dies löst Model mit einem grossen Standardsortiment, das sofort ab Lager erhältlich ist, oder auf Wunsch des Kunden findet man eine individuelle Lösung.
Als besonderen Vorteil bezeichnet Rechsteiner die Effizienz der Entwicklungsabteilung. «Dank CAD-Unterstützung, Know-how und entsprechenden Schneideplottern sind wir in der Lage, schnell und originalgetreu Verpackungsmuster herzustellen». Parallel wird in dieser Phase dem Kunden das Optimierungspotenzial aufgezeigt.
Aktion statt Reaktion«Um kreative Verpackungslösungen pro abgepackte Leistungseinheit herstellen zu können, sind Marktnähe, Analyse der Kaufgewohnheiten und Wissen über den Einsatz der Verpackungen die Basis zum Erfolg», so Karin Bächer, zuständig für Kommunikation in der Model Gruppe. Um dies zu erreichen, sind laufend Marktbeobachtungen und Mitarbeit in Entwicklungsplattformen die Regel. Bei allen diesen Aktivitäten ist eine eingehende fundierte Prozessbetrachtung des Abpackvorganges unerlässlich.
Verschiedene Auszeichnungen bestätigen diesen proaktiven Entwicklungsgeist bei allen Model-Gesellschaften. So konnte die Weinfelder Gruppe in diesem Jahr gleich zwei Auszeichnungen entgegennehmen: Im Mai den iF Product Design Award 2006. Die vom Ableger Model PrimePac hergestellten Verpackungen «Papillon Maxi Twist» und «Sprüngli Grand Cru» konnten sich gegenüber ihren Mitbewerbern behaupten.
Zudem konnte das Unternehmen mit einem am Hauptsitz in Weinfelden für Kraft Food entwickelten Toblerone-Display kürzlich punkten. Die Display-Lösung war Gewinnerin des Swiss Star 2006, die jährlich vom Schweizerischen Verpackungsinstitut (www.svi-verpackung.ch) in diversen Kategorien vergeben wird. Zitat der Juroren: Viel Produkt und wenig Display.
Entwicklungen wie das für Kraft Foods entwickelte Display stellen bei Model die Spitze der Wertschöpfungspyramide dar: «Die Display-Lösungen sind technologisch am interessantesten – und sie sind dazu noch imagefördernd. Allerdings ist die Entwicklung auch am kostenintensivsten», erklärt Rechsteiner. «Der Trend der letzten Jahre hat dank enormem kreativem Einsatz und verbesserten Druckmöglichkeiten im Direktdruck dazu geführt, dass sich Model heute als ausgewiesener Display-Produzent einen Namen gemacht hat» erklärt Markus Rechsteiner.
Model GroupDie Model Gruppe
hat sich auf die Herstellung und Produktion von Voll- und Wellkarton-Verpackungen und -Displays spezialisiert. Unter dem Dach der Model Holding befinden sich Produktionsstätten an diversen Standorten in der Schweiz: Model AG, Inoflex und Thurpapier (Weinfelden), Model Emballages SA (Moudon), Model PrimePac AG (Au/Romanel-sur-Lausanne), Model InoPac AG (Flamatt) sowie PackShops in Dietikon, Flamatt, Genf, Romanel und Weinfelden. Produktionsstätten und/oder PackShops befinden sich zudem in Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen, Kroatien und der Slowakei.
Die Wurzeln der Gruppe, die insgesamt 2700 Mitarbeitende beschäftigt, reichen ins Jahr 1882 zurück.
Kraft- oder Testliner als BasisZur Herstellung von Well- oder auch Vollpappe
setzen Faltschachtelproduzenten je nach Anforderung auf Kraft- oder Testliner-Papiere. Kraftliner bestehen aus gebleichtem oder ungebleichtem Sulfatzellstoff, der auch Kraftzellstoff genannt wird. Diese Papierart besitzt eine besonders hohe Festigkeit und ist auch sehr widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit. Testliner werden als Deckenpapiere eingesetzt und bestehen zu 100 Prozent aus Altpapier. Diese Papiere sind heute der wichtigste Rohstoff in der Wellpappenindustrie. Je nach Qualität der Recycling-Materialien unterscheiden die Hersteller drei Sorten von Testlinern, die als T1, T2 und T3 bezeichnet werden. Jürgen Franck
