KKR und Permira erhalten Zuschlag für ProSiebenSat.1

Der Verhandlungspoker um die Sendergruppe ProSiebenSat.1 scheint beendet zu sein. Das Konsortium der beiden Finanzinvestoren KKR und Permira hat den Zuschlag für das deutsche Medienhaus bekommen, wie die Financial Times Deutschland berichtet.

Der Verhandlungspoker um die Sendergruppe ProSiebenSat.1 scheint beendet zu sein. Das Konsortium der beiden Finanzinvestoren KKR und Permira hat den Zuschlag für das deutsche Medienhaus bekommen, wie die Financial Times Deutschland gestützt auf „Informationen aus verhandlungsnahen Kreisen“ berichtet. Die jetzigen ProSiebenSat.1-Eigentümer rund um den US-Milliardär Haim Saban hätten für das Angebot des Konsortiums entschieden, heisst es weiter. Der Preis liegt bei rund drei Milliarden Euro, wie die dpa am Donnerstag aus Verhandlungskreisen erfuhr. Härtester Konkurrent im Rennen um die Sendergruppe war offenbar bis zum Schluss die türkische Dogan-Gruppe, während das Konsortium um Apax und Goldman bereits früh ausgeschieden sei (siehe
). Möglicher Zusammenschluss mit SBS Nach Angaben der bayerischen Staatsregierung wollen die Käufer ProSiebenSat.1 mit dem europäischen TV-Konzern SBS zu einer der grössten Sendergruppen Europas zusammenlegen. Durch die Zusammenlegung mit SBS entstehe ?eine Sendergruppe, die von Skandinavien bis Osteuropa mit München als Mittelpunkt reicht?, sagte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber. Details eines möglichen Zusammenschlusses von SBS und ProSiebenSat.1 sind noch nicht geklärt. Laut Stoiber soll der Sitz aber München sein.
Durch einen Zusammenschluss von SBS und ProSiebenSat.1 würde einer der grössten europäischen TV-Konzerne entstehen. SBS erreicht mit 19 frei empfangbaren TV-Stationen und 20 Pay-TV-Kanälen nach eigenen Angaben jeden Tag 100 Millionen Menschen in Europa.
Saban profitiert Vertreter von Politik, Medienaufsicht und Belegschaft begrüssten laut SDA den Verkauf an Permira und KKR. Nach Angaben aus Branchenkreisen wollen die neuen Besitzer keinen radikalen Sparkurs fahren und das derzeitige Management um Vorstandschef Guillaume de Posch im Amt lassen. In den vergangenen drei Jahren gehörte ProSiebenSat.1 einem Konsortium um den US-Milliardär Haim Saban. Anfang des Jahres scheiterte der Verkauf an den Springer-Verlag am Veto der Wettbewerbshüter. Nun wurde eine für alle Seiten befriedigende Lösung gefunden.
Für Saban und die Finanzinvestoren, die ihn begleiten, hat sich das Engagement bei ProSiebenSat.1 gelohnt. Beim Einstieg vor gut drei Jahren hatten sie etwa 7.50 Euro je Aktie bezahlt. Der Kaufpreis liegt nun laut Branchenkreisen bei 28 bis 29 Euro für die Stammaktien. Selbst wenn noch Geld in das Unternehmen gesteckt wurde, haben Saban und seine Investoren ihren Einsatz vervielfachen können.
Springer hält sich Optionen offen Der Hamburger Springer Verlag hält sich bei ProSiebenSat.1 alle Optionen offen. Man werde sich mit den neuen Mehrheitseigentümern zusammensetzen und über den weiteren Kurs beraten, sagte eine Sprecherin der Verlagsgruppe. Denkbar sei sowohl ein Verkauf der Anteile als auch eine Aufstockung. Ausserdem könne alles beim Alten bleiben. Springer hält 12 Prozent sowohl der Stamm- als auch der Vorzugsaktien von ProSiebenSat.1 und hat zwei Vertreter im Aufsichtsrat des TV-Konzerns sitzen. Ursprünglich wollte Springer selbst die Mehrheit an ProSiebenSat.1 übernehmen. Der Kauf scheiterte aber am Veto der Wettbewerbshüter.

An der ADC Prediction zeigt der ADC alles

Die Publisuisse und der Art Directors Club Schweiz (ADC) bescheren der Werbebranche einen neuen Event: Die ADC Prediction. Zu sehen gibt es die zur ADC-Jurierung eingreichten Spots, noch bevor sie die Jury sieht.

Die Publisuisse und der Art Directors Club Schweiz (ADC) bescheren der Werbebranche einen neuen Event: Die ADC Prediction. Zum ersten Mal wird dieser Anlass am Montag, 15. Januar 2007, im Zürcher Kaufleuten stattfinden. Jungfräulich, unzensiert und noch vor der ADC Jury kann man sich dort alle zur ADC-Jurierung eingereichten TV-Spots anschauen und die eigene Shortlist zusammenstellen. Ausserdem können die Event-Teilnehmer wetten, welche Filme mit einem ADC-Würfel auszeichnet werden. Wer damit am nächsten liegt, gewinnt selber einen Preis. Das Gratis-Happening startet um 12 Uhr mit einem Imbiss. Als Hauptgang gibt es die rund 120 eingereichten Werbespots zu sehen. Abgerundet wird der Anlass mit einem süssen Dessert. Dies alles unter dem Motto «endlich ein Lunch-Kino nur mit Werbung», wie die Publisuisse mitteilt. Sie nimmt Anmeldungen entgegen unter www.publisuisse.ch/adc.

Tagi lanciert im Frühling 2007 Grossauflage

Tamedia lanciert eine Tages-Anzeiger-Grossauflage, beruft Christoph Tonini zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden der Unternehmensleitung und baut seine Stellenportale Jobwinner.ch und Alpha.ch aus.

Tamedia lanciert eine Tages-Anzeiger-Grossauflage, beruft einen neuen stellvertretenden Vorsitzenden der Unternehmensleitung und baut seine Stellenportale aus. Das hat der Verwaltungsrat der Tamedia an seiner letzten Sitzung im Jahr 2006 beschlossen. Die Grossauflage startet im Frühling 2007 in den Regionen Zürichsee, Zürcher Oberland und Zürcher Unterland. Sie erscheint jeweils dienstags und wird per Frühzustellung verteilt, wie es in einer Mitteilung des Medienhauses heisst. Vorgesehen ist eine Zusatzauflage von 170’000 Exemplaren. Eine Grossauflage wurde bei Tamedia schon seit einiger Zeit geprüft (siehe «Tagi: Grosse Pläne»
). In der Stadt Zürich, wo der Tages-Anzeiger ebenfalls mit einem Regionalsplit erscheint, verzichtet Tamedia auf eine Grossauflage. Mediensprecher Christoph Zimmer begründete den Entscheid gegenüber der SDA damit, dass das Potenzial an neuen Lesern dort, wo der Tagi die regionale Berichterstattung erst neu aufgebaut habe, erheblich grösser sei. Die Gesamtauflage des Tages-Anzeigers steigt am Erscheinungstag der Grossauflage von 225’000 auf rund 395’000 Exemplare. Schweizweit wird der Tages-Anzeiger am Tag der Grossauflage statt wie bisher 551’000 neu voraussichtlich rund 720’000 Leserinnen und Leser erreichen, heisst es im Communiqué weiter. Der am Dienstag und Donnerstag erscheinende Stellen-Anzeiger bleibt den Abonnenten vorbehalten.
Neuer stellvertretender Vorsitzender der UL In der gleichen Mitteilung gibt Tamedia bekannt, dass Christoph Tonini neuer stellvertretender Vorsitzender der Unternehmensleitung wird. Er übernimmt das Amt von Jürg Brauchli. Brauchli bleibt als Leiter des Bereichs Druck und Logistik weiterhin Mitglied der Unternehmensleitung. Mit diesem Entscheid will der Verwaltungsrat die oberste Führung von Tamedia verjüngen. Der 37-jährige Tonini ist seit April 2003 als Leiter Finanzen Mitglied der Unternehmensleitung von Tamedia. Im Oktober 2004 übernahm er zudem die Verantwortung für den Bereich Services und seit Dezember 2005 leitet er zusätzlich den Bereich Zeitungen Schweiz.
 
Stellenportale bauen Angebot aus Ein weiterer VR-Entscheid betrifft die beiden Online-Stellenportale Jobwinner.ch und Alpha.ch. Sie sollen deutlich ausgebaut werden. In den Bereichen Verkauf und Online-Produktion werden insgesamt zehn neue Stellen geschaffen. Mit der Aufstockung des Verkaufsteams und neuen Angeboten für mittlere und grosse Kunden will Tamedia den Marktanteil der beiden Stellenportale langfristig ausbauen. Die beiden Angebote werden darüber hinaus besser in die Zeitungs- und Zeitschriftentitel von Tamedia eingebunden. Mit verstärkten Marketingmassnahmen gegenüber Stellensuchenden sollen zudem die Bekanntheit von Jobwinner.ch und Alpha.ch gesteigert werden. Grund für den Ausbau der beiden Portale ist laut Communiqué das anhaltend starke Wachstum des Segmentes Online-Stellenanzeigen.

Wenn Prozesse kommunizieren

Produktion Was Agenturen über die neuen Ansätze der vernetzten Produktion wissen sollten…

Produktion Was Agenturen über die neuen Ansätze der vernetzten Produktion wissen sollten…Das Konzept einer vernetzten Produktion ist schnell erklärt: Die Bereiche Sachbearbeitung/Kalkulation, Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung sollen sich mittels technischer Hilfsmittel zu einem grossen Ganzen zusammenfassen lassen. Über jeden Teilprozess lassen sich Stati rückmelden, nachverfolgen oder andere (Teil-)Prozesse anstossen. Denkbar wäre damit eine gläserne Drucksachenproduktion, bei der Auftraggeber selbst den Status einsehen könnten.Erste konkrete Ansätze, die der grafischen Industrie zu einer derart durchgängigen Vernetzung verhelfen sollen, gehen auf das Jahr 1995 zurück. Unter der Federführung der Heidelberger Druckmaschinen AG und gemeinsam mit führenden Firmen aus den Bereichen Druck (z. B. KBA, MAN Roland, Komori), Druckvorstufe (z. B. Adobe, Agfa, Creo, Screen) und Weiterverarbeitung (z. B. Müller Martini, Polar-Mohr, Wohlenberg) wurde das Fraunhofer Institut Grafische Datenverarbeitung (Fraunhofer IGD) in D-Darmstadt damit beauftragt, einen Standard zu definieren, zu begleiten und zu überwachen, der – getragen durch diese Lieferanten – der grafischen Industrie zu einer vernetzten und damit effizienteren Produktion verhelfen sollte. Verfolgt wird dabei der auch als CIM bzw. Computer Integrated Manufacturing bekannte Ansatz, den auch andere Industrien kennen und anwenden.
CIP3 – der erste StreichDa das Fraunhofer IGD noch andere Aufgaben wahrnimmt, wurde innerhalb des Instituts und zusammen mit den Initianten ein Konsortium gegründet. CIP3 – als Abkürzung für «Cooperation for the Integration of Prepress, Press and Postpress» – sollte den drei Bereichen Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung bzw. den «3P» zum Durchbruch verhelfen. Sollte, denn der Ansatz blieb lange ein solcher. Dennoch schaffte es ein kleiner Teil innerhalb dieses Vernetzungskonzepts, in der Branche Furore zu machen. Konkreter wurde der vom Fraunhofer IGD entwickelte Datencontainer PPF (Print Production Format) als Transportwerkzeug für Maschineneinstellungen verwendet. Da dieser Ansatz nur schon Sinn macht, weil sich Druckereien ein teures Plattenlesegerät sparen können und sich zusätzlich die Rüstzeiten an Druckmaschinen deutlich verkürzen lassen, war CIP3 in der grafischen Industrie plötzlich ein Thema. Das CIP3-Konsortium hat es in der Folge nicht verstanden, dass in der Branche der Name der Organisation und die Funktion des Datencontainers auseinandergehalten wurden. Lange wurden CIP3- statt richtigerweise PPF-Daten zwischen Systemen ausgetauscht.
Für die administrative Verknüpfung der drei Bereiche Vorstufe, Druck und Druckweiterverarbeitung war eine elektronische Auftragstasche zuständig. Dieses «portable Jobticket», kurz PJTF, war dafür zuständig, die nicht-technischen administrativen Daten von einem zum anderen Bereich weiterzuleiten – also nicht die Daten zur Maschinensteuerung, sondern die auftragsbegleitenden Informationen wie Auflage, Papierqualiäten, Grammatur und Kontaktadressen des Auftraggebers.
Vernetzung 2.0Seit der Formierung des CIP3-Konsortiums ist viel passiert. Das Datenformat PDF hat sich in der Vorstufe seinen Platz als Ausgabeformat erkämpft, das Internet samt seinen Technologien hat sich etabliert. Und der «Datencontainer-Transport» via PPF wurde zum Auslaufmodell. Erneut hat sich eine Interessensgruppe formiert – dieses Mal die Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen, MAN Roland, Adobe und Agfa –, um den veränderten Bedingungen Rechnung zu tragen und um den Vernetzungsansatz auf neue, standfestere Beine zu stellen.
Aus diesem Ansatz wurde aber nicht CIP3.1, sondern CIP4. Der Namenswechsel geht mit dem neuen Ansatz einher, die Prozesse (damit erklärt sich das vierte «P») stärker in den Vordergrund zu rücken. Und von diesen Prozessen wurden unter dem Dach der «Cooperation for the Integration of the Processes of Prepress, Press and Postpress» seit seiner offiziellen Vorstellung im Jahre 1999 unzählige definiert.
Auch der Ansatz bei CIP4 ist ein ganz anderer. Nicht mehr an einem linear, von «links nach rechts» bzw. von Pre- nach Postpress verlaufenden Modell soll sich die Drucksachenproduktion in Zukunft orientieren, sondern an einem netzartigen Konzept, das unterschiedlichste Prozesse in sämtlichen Richtungen miteinander verknüpft. Paradigmenwechsel auch bei der Technologie: Der PPF-Datencontainer samt begleitendem Jobticket wurde durch ein auf einem modernen, XML (eXtended Markup Language) basierenden Job Definition Format (JDF) ersetzt, das den zu produzierenden Druckauftrag gänzlich beschreibt.
Aus heutiger Sicht lässt sich festhalten, dass das, was unter dem Schlagwort Web 2.0 zusammengefasst ist – also die Weblog- und Podcast-Ansätze samt der damit einhergehenden Technologien wie etwa RSS oder Ajax –, in der grafischen Industrie mit dem Relaunch der vernetzten Produktion innerhalb CIP4 einhergeht. So kann man bei CIP4 durchaus von einer «Vernetzung 2.0» sprechen.
Wozu das Ganze?Zum einen werden Druckereien und Verpackungsbetriebe dank Technologien wie das vom CIP4-Konsortium mit- und weiter entwickelte Format Job Definition und das ergänzende Job Messaging Format (JDF/JMF; siehe Kasten) in die Lage versetzt, die Abwicklung von Druckaufträgen effizienter zu gestalten. Weniger Leerläufe, kürzere Einrichtzeiten bedeuten höherere Produktivität. Diese Vorteile dürften anfänglich aber knapp die Aufwendungen decken, die von den Unternehmen getragen werden müssen, um die Investitionen in JDF-kompatible Maschinen zu finanzieren. Mittel- und langfristig dürften die Druckereien von der «vernetzten Produktion» profitieren – und sei es nur in Form einer verbesserten Kundenbindung.
Dank dem Vernetzungsansatz wird die Druckerei bezüglich ihrer Auskunftsfähigkeit aussagekräftiger, da die Stati einzelner Prozesse (Platten belichtet? Druck fertig?) jederzeit abgefragt werden können. Interessanterweise wird diesem Aspekt noch zu wenig Beachtung geschenkt. Dabei interessiert neben dem Preis doch der Produktionsstatus die Drucksacheneinkäufer in Agenturen und Unternehmen am meisten.
Jürgen Franck
 
 
Job Definition und Job Messaging Format spannen zusammenBasis des Job Definition Format (JDF)
ist XML (eXtensible Markup Languge). Dank dieser standardisierten Markierungssprache ist ein Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen möglich. JDF verbindet auftragsbeschreibende Daten (Auflage, Kunde, Termine etc.) mit produktionsrelevanten Daten (Formate, Farbzonenparameter, Papierdicken, Prepressparameter) und integriert die bis dahin für spezifische Anwendungen entwickelten Formate wie Jobtickets (PJTF), Print Production Format (PPF) und IFRAtrack (ursprünglich speziell für die Bedürfnisse der Zeitungsproduktion entwickeltes Format). Zu den mehr produktionsorientierten Prozessen können nun auch die kaufmännischen Prozesse (Arbeitsvorbereitung, Vor-/Nachkalkulation) abgebildet und integriert werden. Der Hauptvorteil dieses Standards liegt darin, dass JDF gleichzeitig auch eine Schnittstelle ist und sich via dieser Systeme und Technologien unterschiedlicher Hersteller zu einem Workflow zusammenfassen lassen. Voraussetzung ist ein so genannter Interoperability-Test, den jedes Produkt/jede Lösung absolvieren muss, um JDF-konform zu sein.JMF ist die nicht weniger interessante Komponente.
Da auch das Job Messaging Format XML-basierend ist und sich, wie der schon Name verrät, um die Kommunikation kümmert, sind dank dieser Komponente zukünftig viele Optionen offen. So ist es möglich, via dieser Schnittstelle zum Beispiel Webseiten zu aktualisieren (zum Beispiel zum Anzeigen eines Status) oder gar SMS- oder E-Mail-Meldungen zu versenden. XML erlaubt zudem die Verbindung von Produktionssystemen mit zum Beispiel Warenwirtschaftssystemen, was weitere Möglichkeiten erschliesst. (jf)

Kritiker ist jetzt Kunde

Forschung In der eben veröffentlichten November-Publikation der Webstatistik  Net-Audit ist unter anderem die Website 20minuten.ch als Neukunde aufgeführt.

Forschung In der eben veröffentlichten November-Publikation der Webstatistik  Net-Audit ist unter anderem die Website 20minuten.ch als Neukunde aufgeführt. Das ist insofern bemerkenswert, als Peter Wälty, Chefredaktor der Online-Ausgabe der Pendlerzeitung, bisher ein Kritiker dieser Wemf-Statistik war. Insbesondere hatte er immer wieder bemängelt, dass der von der Wemf ausgewiesene Wert Unique Clients zu wenig aussagekräftig sei. Ferner hatte er kritisiert, dass nicht unterschieden werde, ob Website-Zugriffe aus dem In- oder dem Ausland erfolgten.Dass 20minuten.ch seine Zahlen nun doch ausweisen lässt, begründet Wälty mit Verbesserungen bei Net-Audit. So würden b der Dezember-Publikation die Zugriffe aus dem Ausland separat ausgewiesen. Und dank der neuen Internetforschung Net Metrix könne die Wemf ab Frühling 2007 die reinen Zugriffszahlen mit qualitativen Angaben aus Online-Befragungen ergänzen und dann endlich echte Reichweitendaten vorlegen. (mk)

«Werbung kann Kriege entscheiden, Dynastien beenden und 3-lagiges  Toilettenpapier verkaufen.»

Pius Walker Nur vier Jahre nach der Gründung von Walker ist «die kleinste Werbeagentur der Welt» 2005 bereits in den Top Ten des Kreativrankings aufgetaucht. In diesem Jahr wurde daraus Platz 6.

Pius WalkerNur vier Jahre nach der Gründung von Walker ist «die kleinste Werbeagentur der Welt» 2005 bereits in den Top Ten des Kreativrankings aufgetaucht. In diesem Jahr wurde daraus Platz 6.Eingestiegen in die Werbung ist Pius Walker als Grafiker bei Advico Young & Rubicam. Es folgten zwei Jahre bei GGK in Zürich, bevor der Punkt kam, wo er sich sagte: «Es wäre interessant, mal ein Jahr ins Ausland zu gehen.» Daraus wurden insgesamt zehn Jahre mit Stationen bei Springer & Jacoby sowie Jung von Matt in Hamburg, Leagas Delaney in London und schliesslich Scholz & Friends in Berlin, wo Walker als CD und Geschäftsführer wirkte.
International liebt er es mit seiner Zürcher Agentur auch noch heute. In London hat Walker kürzlich auf einem Friedhof mit Hollywood-Regisseur Anthony Minghella einen Aufsehen erregenden Spot für Fleurop gedreht.
Mit diesem Budget sowie Amnesty International haben Pius Walker und sein Partner Hans Beer in diesem Jahr einen wahren Goldregen bei nationalen und internationalen Wettbewerben erleben dürfen. 

«Werbung darf fast alles.»

Alexander Jaggy Der Kopf hinter den grossen Markenkampagnen von Bluewin, Panasonic, Julius Bär und SBB wurde jüngst für den aktuellen TV-Spot «Campari Soda» von Swiss zum «Kommunikator des Monats» gewählt.

Alexander JaggyDer Kopf hinter den grossen Markenkampagnen von Bluewin, Panasonic, Julius Bär und SBB wurde jüngst für den aktuellen TV-Spot «Campari Soda» von Swiss zum «Kommunikator des Monats» gewählt. Auch international holte seine Agentur Jung von Matt/Limmat eine Vielzahl begehrter Trophäen. Mit der Guerilla-Aktion «Size» für Mini konnte Jaggy dieses Jahr in Cannes einen Goldlöwen für die Schweiz entgegennehmen. Gleichentags wurde Jung von Matt/Limmat mit dem zweiten Rang als «Media Agency of the Year» für innovative Werbung ausgezeichnet. Eine Ehre, die erstmals einer Schweizer Agentur zuteil wurde.Alexander Jaggy startete seine Karriere 1990 als Texter bei BBDO in Zürich. Weitere Stationen waren GGK Zürich, Springer & Jacoby in Hamburg, Jung von Matt in Hamburg sowie Springer & Jacoby International in London. Nach sieben Jahren im Ausland kehrte er 2001 für den Start von Jung von Matt/Limmat nach Zürich zurück.
Im Frühjahr 2004 ernannte man ihn zum Executive Creative Director, im Januar 2006 wurde er Teilhaber. In den letzten zwölf Monaten gewann die Agentur namhafte Kunden wie Migros Bank oder Gesundheitsförderung Schweiz dazu.
Alexander Jaggy ist Vorstandsmitglied im ADC Schweiz und dort in erster Linie für die Kreativschule verantwortlich. Darüber hinaus ist er Mitglied im ADC für Deutschland und Member des englischen D&AD. Alexander Jaggy ist 36 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern.

Wer darf Melanie Winiger küssen?

Award Die Werbewoche-Abonnenten dürfen abstimmen, wer am 17. Januar zum «Werber des Jahres» gekrönt wird. Sechs Kandidaten stehen zur Wahl. Einem davon wird die schöne Muse bei der Feier im Zürcher Kaufleuten den Egon überreichen.

Award Die Werbewoche-Abonnenten dürfen abstimmen, wer am 17. Januar zum «Werber des Jahres» gekrönt wird. Sechs Kandidaten stehen zur Wahl. Einem davon wird die schöne Muse bei der Feier im Zürcher Kaufleuten den Egon überreichen.  Peter Felser

Markus Gut

Alexander Jaggy

Uwe Schlupp

Pius Walker

Espace Media erweitert …

Zeitungsdruck Nur ein Jahr nach der Inbetriebnahme der KBA-Commander- 6/2-Zeitungs-Offsetdruckmaschine im Druckzentrum der Espace Media in Bern wurde die Anlage um zwei weitere Drucktürme erweitert.

Zeitungsdruck Nur ein Jahr nach der Inbetriebnahme der KBA-Commander- 6/2-Zeitungs-Offsetdruckmaschine im Druckzentrum der Espace Media in Bern wurde die Anlage um zwei weitere Drucktürme erweitert. Die so ausgebaute Anlage beinhaltet drei identische Maschinen, welche den Druck von je 72 Seiten Zeitungsformat oder 144 Seiten Tabloidformat Produktionskapazität mit durchgängiger Vierfarbigkeit ermöglichen. Zudem hat Espace Media auch in die Erweiterung des Versandbereichs investiert. Für die Espace-Media-Gruppe bringt das 6/2-Konzept gemäss Mitteilung nur Vorteile: hohe Wirtschaftlichkeit durch weniger Aggregate, weniger Platzbedarf, geringere Personal- und Investitionskosten sowie eine höhere Nettoproduktionsleistung. 

Erstarktes Selbstvertrauen

Print Maschinenhersteller und Lösungsanbieter Heidelberg blickt optimistisch in die Zukunft.

Print Maschinenhersteller und Lösungsanbieter Heidelberg blickt optimistisch in die Zukunft.«Obschon wir unseren Profit verdoppelt haben», sagte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg), kürzlich an einer Pressekonferenz, «können und dürfen wir uns nicht zurücklehnen.»  Schreier liefert auch gleich die Begründung dieser etwa auf Länder wie Deutschland und die Schweiz zutreffenden Stimmung: «Im Markt gibt es immer noch Überkapazitäten, und die Preise sind weiter unter Druck.» Momentan laufe es insgesamt gesehen dennoch sehr gut: «Wir produzieren an der Kapazitätsgrenze», beschrieb Schreier die derzeitige Auslastung.Der Drang gen OstenDie Wachstumsmärkte für Heidelberg liegen im Osten. In den seit der Osterweiterung der EU zugehörigen Ländern präsentiert sich ein insgesamt sehr positives Bild. So rechnet das Unternehmen gemäss Dr. Walter Stählin, der die Region Europa, mittlerer Osten und Afrika verantwortet,  vor allem in Tschechien und Polen im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum – auch in der dortigen grafischen Industrie. Die Länder dieser «neuen geografischen Mitte Europas» sind unter anderem die Märkte, denen der Konzern die Gewinnverbesserung verdankt. Auch die Region Nord- und Südamerika hat derzeit gute Resultate zu vermelden. So habe Heidelberg in den USA die Marktführerschaft ausgebaut und die Verkäufe deutlich steigern können. Die Aussichten dort bezeichnet der die Region verantwortende Marcel Kiessling allerdings als eher verhalten.
Besonders erfolgreich für Heidelberg hat sich der asiatische Raum entwickelt. Satte 26 Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaftet der Konzern bereits im fernen Osten. Bent Mortensen, der von Chancen, aber auch von  Risiken dieser Märkte sprach, attestierte Heidelberg vor allem in China und Indien gute Zukunftsperspektiven.
 
Antworten für das obere Segment und auf den Digitaldruck   Technologisch hat Heidelberg aufgerüstet. Konkret hat Technologievorstand Dr. Jürgen Rautert über zwei Neuerungen bei bestehenden Maschinen orientiert. So bietet der Konzern die Bogenoffsetmaschine Speedmaster XL 105 ab Mitte 2007 als UV-Version oder als Doppellackmaschine an. Während sich mit der UV-Maschine höchste Glanzeffekte auch auf kaschierten Materialien, Folien oder metallisierte Oberflächen aufbringen lassen, wird die Doppellackmaschine zum Alleskönner: «Als eine Alternative zu einer reinen UV-Maschine kann die Speedmaster XL 105-LYYL (L = Lack, Y = Trockenwerk) konventionelle Farben verarbeiten und inline nach Auftrag eines Primers auch UV-Lack auftragen.» Damit rundet Heidelberg seine jüngste und erfolgreiche XL-Plattform nach oben ab. Eine Wendemaschine ist von Heidelberg zur drupa 2008 zu erwarten.
Auch im unteren Segment kündigt das Unternehmen Neuerungen an. So wird die erstmals an der Ipex angekündigte, mit Anicolor-Farbwerken ausgestattete Bogenoffsetmaschine Speedmaster SM 52 ab Anfang 2007 in Serie hergestellt, was auf eine sehr gute Akzeptanz des neuen Farbwerks schliessen lässt. Die auf der Speedmaster SM 52-Baureihe basierenden Maschinen sollen zum anderen nach der sehr erfolgreichen Markteinführung nun Zug um Zug ausgebaut werden. Optionale Diecutting-Einheiten zum Inline-Stanzen, UV-Druckwerke sowie Achtfarbenmaschinen sind in naher Zukunft erhältlich.
Gemäss Rautert hat die Maschine erste Anwender restlos überzeugt. Sein persönliches Fazit: «Es gibt keine bessere Maschine bezüglich Druckqualität als die Anicolor.» Doch Rautert geht noch weiter. Er sieht die Maschine dank des Anicolor-Farbwerks, die ein sehr schnelles In-Farbe-Kommen und Einrichten ermögliche, auch als besonders konkurrenzfähig mit dem Digitaldruck. «Wenn man die Personalisierung aussen vor lässt, ist sie mit dem Digitaldrucksystem bei den Stückkosten nicht nur konkurrenzfähig, sondern diesem sogar überlegen.»
Jürgen Franck

2006 war das Jahr der Verleger

Radio In der Deutschschweizer Radiobranche haben die Verleger das Zepter übernommen. Das bereitet den andern Sendern zunehmend Sorge.

Radio In der Deutschschweizer Radiobranche haben die Verleger das Zepter übernommen. Das bereitet den andern Sendern zunehmend Sorge.In den Augen vieler Deutschschweizer Privatradiobetreiber hätte 2006 ein Übergangsjahr werden sollen. Danach, so hofften viele, würde es besser werden – nicht in erster Linie im Bereich der Umsätze, sondern betreffend Zusammenarbeit in der Szene. Doch am Ende dieses Jahres ist die Stimmung vielerorts gedämpft, bestenfalls vorsichtig zuversichtlich. Zu vieles ist in den Augen jener schief gelaufen, die die ganze Branche überblicken. Da war zum einen die Vermarktungsidee der IP Multimedia (IP-Pool), die sie schon 2005 zu kurzfristig aufgetischt hatte und dieses Jahr erneut dilettantisch servierte. Das Resultat: ein Scherbenhaufen. Danach wurde Vermarkter Radiotele vom Printriesen PubliGroupe geschluckt. Und schliesslich einigten sich die Verleger an ihrem Herbstkongress, den bisherigen Swiss Radio Pool (SRP) um die beiden Radios BE1 und Basel 1 auf 13 Mitglieder zu erweitern. Damit ist es den Verlegern unter der Federführung von Andreas Meili, Leiter Elektronische Medien bei Tamedia, gelungen, aus dem SRP einen Pool zu machen, der nicht nur die grossen Zentren abdeckt, sondern die Radiobranche auch gleich nach Verleger- und Nichtverlegerradios sortiert: Im SRP sind alle Verlegerradios versammelt (ausser Radio Munot), die andern bleiben vor der Tür. Das ist für die Branche neu: Bisher gab es wohl Pools nach (Verleger-)politischen und geografischen Kritierien sowie persönlichen Vorlieben, jedoch keinen für eine bestimmte Zunft.
Das Hauptproblem der übrig Gebliebenen: Sie sind derart verstreut, dass sie ihrerseits keinen sinnvollen (Gegen-)Pool bilden können. Und noch eine Sorge treibt viele um: Der SRP soll möglicherweise exklusiv vermarktet werden. Dafür wurde jedenfalls eine Ausschreibung gemacht. Was aber, wenn es tatsächlich zu einer Exklusivpacht kommt? Dann ist wohl zu erwarten, dass die unterlegenen Bewerber eine kartellrechtliche Klage anstrengen, was die Branche auf Monate oder Jahre hinaus blockieren könnte. Sollte dieses Szenario ausbleiben, stellen sich etliche Fragen: Könnten sich dann die andern Vermarkter überhaupt mit den paar Brosamen begnügen, die neben dem SRP noch anfallen? Wäre nicht der eine oder andere gezwungen, die Radiovermittlung aufzugeben? Wird dann die nationale Radiovermarktung mittelfristig monopolisiert, wie beim Medium Kino? Fragen über Fragen, die derzeit nur hinter vorgehaltener Hand erörtert werden. Das Nachsehen, so meinen manche, haben am Ende alle Radios, vor allem aber die Nicht-SRP-Mitglieder.
Noch ist es nicht so weit. Ob der SRP eine Exklusivpacht eingehe, sei derzeit noch offen, sagt Andreas Meili auf Anfrage. Bis zur gesetzten Frist seien «mehr als drei Offerten» eingegangen, darunter «auch ausländische», fügt er hinzu. Dem Vernehmen nach haben die drei Vermarkter Radiotele, IP Multimedia und Publisuisse mit offeriert, wollen aber keine Stellung nehmen.
Welcher von den dreien bekäme, falls überhaupt, am ehesten den Exklusivzuschlag? In der Branche sind die Meinungen gemacht: Die IP hat keine Chance, solange sie gleichzeitig mit Radio Energy Zürich liiert ist, das nicht zum SRP gehört. Der Publisuisse werden die Verleger wohl nicht noch mehr Marktmacht zugestehen wollen. Sie besorgt bereits das DRS-Radiosponsoring exklusiv und vermarktet ferner die SRG-TVs ganz- und das TeleNewsCombi halbexklusiv. Bleibt noch die PubliGroupe-Tochter Radiotele: Sie ist möglicherweise die Wunschkandidatin, denn hier präsentiert sich mit Print, TV, Kino, Online und Mobile aus Verlegersicht die grösste Synergiepalette. Wozu sonst macht ein reiner Verlegerpool Sinn?
 
Markus Knöpfli

Print und Online

René Worni über eine schwierige Liaison.

René Worni über eine schwierige Liaison Wenn der Vorarlberger Verleger Eugen A. Russ von Zeitungen spricht, dann leuchten seine Augen. Für ihn gibt es kein anderes Medium, das in derart konzentrierter Form Informationen enthält und dessen Inhalte dabei unterschiedlicher nicht sein könnten. So gesehen bedeutet Zeitung ein auf wenige Seiten gepresstes Abbild der Welt schlechthin, wo man sich schneller als sonstwo den globalen Überblick verschaffen kann. Von solcher Schlichtheit mögen andere Medien nur träumen. Ganz im Sinne des Russ’schen Bonmots wollen jetzt rund 162 deutsche Verleger das regelmässig totgesagte Medium wieder stärker ins Bewusstsein rücken («Die Zeitungen – wer liest, versteht») und angestaubtes Zeitungsimage aufpolieren. «Zeitung ist das journalistische Medium Nummer eins», sagt etwa Helmut Heinen, deutsches Pendant zum hiesigen Verlegerpräsidenten Lebrument und Herausgeber der Kölnischen und der Bonner Rundschau. Die Verleger werben mit 40 Anzeigenmotiven in eigenen Blättern und mit Radio- und TV-Spots. Zeitung soll (wieder) als das Medium gelten, das Menschen befähigt, aktive Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft zu sein. Solche Imagepflege würde, mal abgesehen vom Retrogroove («Hey, wir haben immer noch Druckerschwärze an den Händen!»), auch den Zeitungsmachern im kleinen Medienland Schweiz gut anstehen.

Doch die elektronische Entwicklung ist gnadenlos. Einer der Schwerpunkte bei Ringier, nach dem Launch der Plattform Cash daily, wird Blick online sein. Beim Tages-Anzeiger gelangen neuerdings Blogs sogar ins Blatt, und die Nachbarn im Norden blasen just zur Internetoffensive auf sueddeutsche.de. Wie stark die Verknüpfungsmodelle von Print und Online leserbindend und damit auflagestabilisierend wirken, bleibt abzuwarten. Die britische Sun versucht es sogar mit einer Community à la Myspace (mit starkem Überhang an nackten Girls.) Hoffnung stiften in diesem Sinne die (leider) abtretenden Watchblogger von 20 Minuten mit ihrer Bilanz nach 22 Monaten Pendlerblog: «Dank unserer Qualitätskontrolle konnte 20 Minuten seine Leserzahlen von 782000 auf 1339000 um 70 Prozent steigern.» Das ist doch vielversprechend.
René Worni,
Redaktor

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