Racingskis auch für einfache Leute

Sport Der Airport Outlet im Flughafen Zürich verkauft Top-Marken zu Fabrikpreisen. Ruf Lanz bewirbt dieses Angebot im Flughafen Zürich mit frechen F12- und F4-Plakaten, die wohl nicht nur den japanischen Touristen ins Auge springen dürften.

Sport Der Airport Outlet im Flughafen Zürich verkauft Top-Marken zu Fabrikpreisen. Bevor der Winter hereinschneit, wurde das Angebot um Racingskis, Carvingskis sowie Snowboards der neusten Generation erweitert. Ruf Lanz bewirbt dieses Angebot im Flughafen Zürich mit frechen F12- und F4-Plakaten, die wohl nicht nur den japanischen Touristen ins Auge springen dürften. Auf dem ersten Sujet ist die Nationalikone Heidi mitsamt Geissenpeter und Alpöhi zu sehen. Jedoch nicht wie üblich vor der kargen Hütte auf der Alp, sondern im Spitalbettchen. Dazu die lakonische Headline: Jetzt können sich auch einfache Leute Racingskis leisten. Auf dem zweiten Sujet schwingt Schellenursli seine Glocke nach einer offensichtlich etwas zu rasanten Schussfahrt plötzlich mit einem Gips. Denn auch er kann sich jetzt dank dem Airport Outlet die neusten Racingskis leisten. Federführend bei Ruf Lanz waren Markus Ruf, Thomas Schöb und Marcel Schläfle. Für die originalgetreuen Illustrationen sorgte Ernst Feurer.

SF: Start up ist begehrt

Die neue SF-Dokuserie «Start up – Der Weg zur eigenen Firma» stösst auf grosses Interesse: 937 Anmeldungen sind beim Schweizer Fernsehen bis zum 11. Dezember 2006 eingegangen.

Die neue SF-Dokuserie «Start up – Der Weg zur eigenen Firma» stösst auf grosses Interesse: 937 Anmeldungen sind beim Schweizer Fernsehen bis zum 11. Dezember 2006 eingegangen. In der Sendung sollen Jungunternehmer auf ihrem Weg in die berufliche Selbständigkeit begleitet werden (siehe ). Die Resonanz auf die Ausschreibung und die Qualität der eingereichten Geschäftsideen liegen deutlich über den Erwartungen, teilte das Medienunternehmen am Mittwoch mit. Unter den Anmeldungen befände sich eine ganze Reihe sehr attraktiver Projekte, die gemäss den Experten des Instituts für Jungunternehmen (IFJ) durchaus realistische Chancen auf eine Finanzierung ihres Start Ups haben. Als Partner von «Start up» prüft und beurteilt das IFJ die Anmeldungen für das Schweizer Fernsehen und nimmt eine Vorselektion vor. In weiteren Runden beurteilt die Projektideen eine Jury, in der neben anderen Nobel-Biocare-Chefin Heliane Canepa und McKinsey-Schweiz-Direktor Thomas Knecht sitzen.
Der Frauenanteil bei den eingegangenen Anmeldungen liegt bei 17,8 Prozent. Der Branchenanteil setzt sich wie folgt zusammen: 43 Prozent Dienstleistung, 11,5 Prozent Handel, 17,4 Prozent Produktion, 18,8 Prozent Information/Kommunikation, 5 Prozent interdisziplinäre Branchen, 3,3 Prozent Life Sciences und 1 Prozent Mikro-/Nanotech.
Für das Fernsehpublikum und alle Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer die es nicht geschafft haben, bietet SF auf der Website Startup.sf.tv ab April 2007 kostenlose Angebote wie Jungunternehmer-Apéros, Informationsanlässe für Firmengründer oder nützliche Kontakte und Tipps rund um das Thema Selbständigkeit an. Die erste Sendung wird am Montag, 16. April 2007, um 22.20 Uhr auf SF 1 ausgestrahlt, direkt im Anschluss an «10vor10». Die weiteren Sendungen folgen wöchentlich auf demselben Sendeplatz.

Die Feuerwehr schaltet auf Standby

Brandschutz AY&R engagierte für einen Spot der Beratungsstelle für Brandverhütung einen deutschen Bombenentschärfungsroboter.

Brandschutz AY&R engagierte für einen Spot der Beratungsstelle für Brandverhütung einen deutschen Bombenentschärfungsroboter.Elektrogeräte verursachen die meisten Wohnungsbrände in der Schweiz, nämlich rund einen Viertel von jährlich 21000 Bränden. Dabei kommen immer wieder Menschen um, weil die Geräte sich völlig unberechenbar irgendwann entzünden können. Was man gegen diese tickenden Brandbomben tun kann, ist einfach: Geräte immer ausschalten, denn nur ausgeschaltete Geräte sind auch feuersichere Geräte.
Das dramatisiert ein brandheisser Film von Advico Young & Rubicam für die Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB). Mitten in der Nacht stürmen Männer in Kampfmontur eine Wohnung, zerren ein eben noch schlafendes Paar nach draussen und lassen einen Bombenentschärfungsroboter ins Haus hinein fahren. Dort schaltet dieser den Fernseher – der im Standby-Modus ist – ganz aus.
Der Spot wurde von der Münchner GAP Films mit einem Spezialkommando der deutschen Polizei (SEK) und einem echten Bombenentschärfungsroboter gedreht. Regie führte Stephan Coito, ein junger Franzose, der eben die Filmhochschule beendet hat und AY&R mit seinem Diplomfilm überzeugen konnte. «Er drehte einen Actionfilm, der wie sehr teures Kino aus Hollywood wirkt, aber mit viel weniger Budget realisiert worden ist, stattdessen mit viel Fantasie in Bezug auf filmische Effekte», wie CD Urs Schrepfer verrät. Der Action-Spot läuft derzeit in den Schweizer Kinos.
Andreas Panzeri

Beobachter lädt zum Umtrunk ein

Magazine Neuerdings verkauft der Beobachter Wein. Die Glaubwürdigkeit leide nicht darunter, meinen Verlag wie Redaktion. Auch soll das Beratungsangebot teils kostenpflichtig werden.

Magazine Neuerdings verkauft der Beobachter Wein. Die Glaubwürdigkeit leide nicht darunter, meinen Verlag wie Redaktion. Auch soll das Beratungsangebot teils kostenpflichtig werden. Die «Auswahl ausgesuchter Schweizer Weine im preisgünstigen Degustierpaket» stammt weder von einem Winzer, noch von einem Weinhändler. Absender des Werbefaltblattes ist der Beobachter, das Konsumentenmagazin aus dem Jean Frey Verlag. Die Tropfen werden gar «vom Beobachter sorgfältig selektioniert und empfohlen». Haben sich ein paar Redaktoren nach Feierabend als Testtrinker zur Verfügung gestellt und für die Leserschaft die besten Weine gezwitschert? Mitnichten. Auch wenn auf Grund der expliziten Empfehlung ein anderer Eindruck entstehen mag, bei der Weinaktion handelt es sich um ein Vorhaben des Verlags. «Die Chefredaktion war von Anfang an darüber informiert und hatte nichts dagegen einzuwenden», sagt Beobachter-Verlagsleiter Roland Wahrenberger. Das bestätigt Chefredaktor Balz Hosang. 
Trotz dieser Transparenz gab die neue Rolle als Weinhandlung intern Anlass zu Diskussionen. Dem Unbehagen darüber, dass der Verlag des renommierten Blattes selbst ein Produkt verkauft, das normalerweise von der Redaktion kritisch begutachtet wird, soll künftig Rechnung getragen werden. «Vor weiteren Aktionen möchte die Redaktion eine grundsätzliche Diskussion mit dem Verlag führen», sagt Hosang.
Weitere Angebote beschlossenass weitere Aktionen folgen werden, ist beschlossene Sache. So steht es auch in der Werbung für die «ausgesuchten Schweizer Weine»: «Regelmässig stellen wir für Sie Angebote aus den verschiedensten Bereichen zusammen.» Noch haben die Verantwortlichen nicht entschieden, was sie der Leserschaft als Nächstes andrehen wollen. «Natürlich nicht irgendetwas», so Wahrenberger, «sondern Sachen, die unsere Leserschaft goutiert. Dabei steht die Qualität im Vordergrund.» Die Weinaktion sei ein «erstmaliger Test». Nur ein kleiner Teil der Abonnenten habe die Werbung erhalten. Negative Reaktionen seien ihm nur vereinzelte bekannt, so der Verlagsleiter, «aber das ist normal». Auch dem Chefredaktor ist kaum Kritik bekannt: «Das Produkt scheint insgesamt gut angekommen zu sein.» Balz Hosang ist zudem überzeugt, dass die Glaubwürdigkeit der Marke  Beobachter auf Grund der neuen Leseraktionen nicht gefährdet sei.
Auf Einnahmen aus dem Weinverkauf ist der Beobachter offenbar nicht angewiesen. Bei der Aktion gehe es in erster Linie um Leserbindung. «Wenn sie zusätzlich etwas Geld abwirft», so Verlagsleiter Wahrenberger, «kommt uns das durchaus gelegen.»
Unabhängigkeit gefährdetFür die Konkurrenz kämen Aktionen, wie sie der Beobachter nun eingeführt hat, nie in Frage. Unabhängigkeit sei für eine Konsumentenzeitschrift zentral, sagt René Schuhmacher, publizistischer Leiter des Magazins K-Tipp. «Als Zeitschrift, die regelmässig Tests veröffentlicht, sind wir nur dann glaubwürdig, wenn wir alle Anbieter gleich behandeln. Das wäre nicht mehr der Fall, wenn wir mit einzelnen zusammenarbeiten, mit andern nicht.» Für unproblematisch hält Schuhmacher den Verkauf von Büchern oder anderen Informationsträgern, die Inhalte aus der Zeitschrift aufgreifen oder vertiefen. «Informieren ist eine Aufgabe, verkaufen eine andere», so der K-Tipp-Chef. «Wir beschränken uns aufs Informieren.»
Kostenpflichtige BeratungNicht nur der Verkauf von Wein und weiteren Produkten wird mittelfristig ein paar zusätzliche Franken in die Beobachter-Kasse spülen. Einnahmen generieren wird möglicherweise auch ein neues Beratungsangebot. Chefredaktor Hosang bestätigt: «Wir prüfen die Einführung von kostenpflichtigen Beratungen.» Gratis bleiben soll das aktuelle Angebot. Wer den Beobachter-Experten jedoch ein komplexeres Anliegen unterbreitet, müsste künftig in die Tasche greifen. Mit den Gebühren soll ein Beitrag an den Personalaufwand des Beratungszentrums – gegenwärtig drei Millionen Franken pro Jahr – geleistet werden. Preismodelle sowie eine Definition, ab wann eine Anfrage als «komplexer» gilt, sind noch nicht bekannt.
 
Nick Lüthi
Angsttriebe beim Beobachter?Stagnierende Reichweiten und sinkendes Image
bereiten dem angesehenen Magazin, das in breiten Kreisen der Bevölkerung als Institution gilt, Sorgen. Laut Wemf hat die Schweizer Illustrierte den langjährig zweitplatzierten Beobachter an Reichweite überrundet. Kein Wunder, greifen die Macher zu Leserbindungsaktionen und versuchen, in Nebengeschäften das Heil zu suchen, um die Leserschaft bei Laune zu halten. Offenbar liessen sich die Macher
von der Süddeutschen Zeitung inspirieren, die vor kurzem in den Weinhandel eingestiegen ist. Wie weit sich die Markendehnung bewährt, bleibt abzuwarten. Der seit Jahrzehnten tätige Beobachter-Beratungs- und Rechtsdienst soll teilweise kostenpflichtig werden, ein weiteres Indiz dafür, dass man es mit alteingesessener Beobachter-Tradition weniger ernst nimmt. (rw) Scharf beobachteter BeobachterWie die Zürcher Wochenzeitung WoZ
unlängst berichtete, will der Jean Frey Verlag ab 1. Januar 2007 seinen Mitarbeitern – und damit auch der Redaktion des Beobachters – bei der Arbeit genauer auf die Finger schauen. Von «Big-Brother-Praktiken» ist die Rede im WoZ-Artikel. In einem Papier, das Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger seinen Angestellten zukommen liess, wird festgehalten, dass «bei Bedarf» die Protokollierung des E-Mail-Verkehrs, der Telefonate sowie der Internet-Nutzung vorgesehen sei. Man wolle sich so vor «allfälligem Missbrauch» schützen, lautet die Begründung für die Überwachungsmassnahmen. Der Zürcher Datenschützer Bruno Baeriswyl
kritisiert das Vorhaben. Die Richtlinie sehe eine sehr weitgehende Überwachung vor, «ohne klare Abgrenzung zum Schutz der Privatsphäre der Mitarbeitenden.» (nl)

Revidiertes Kreativ-Ranking 2006

Agenturen Die Top Ten der diesjährigen Schweizer Kreativagenturen sind erkoren. Das revidierte Kreativ-Ranking der Werbewoche zeigt, welche Agentur wie viele Preise abgeräumt hat.

Agenturen An der Spitze des diesjährigen Kreativ-Rankings der Werbewoche steht Publicis, gefolgt von SFLB und Ruf Lanz.Das Ranking widerspiegelt die kreative Leistung der Agenturen, die im Rahmen von nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurden. Die Auswahl der Wettbewerbe und deren entsprechende Gewichtung erfolgte, wie schon letztes Jahr, in Zusammenarbeit mit einer Delegation des Art Director Clubs der Schweiz. Leider hat sich beim Kreativ-Ranking, das wir am 7. Dezember 2006 veröffentlicht haben, ein kleiner Fehler eingeschlichen. Dafür möchten wir uns entschuldigen. Neu auf Platz 10 ist die Werbeagentur Contexta. Die Ränge eins bis neun bleiben unverändert. Die Top Ten der Schweizer Kreativagenturen 2006 sind:
Publicis

Spillmann/Felser/Leo BurnettRuf LanzJung von Matt/LimmatAdvico Young & Rubicam sowie Exxtra KommunikationWalkerWirz WerbungEuro RSCGLoweContexta

Schenk mir einen Tobias

Buch Unter dem Titel «Schenk mir einen Tobias» erzählt der Autor Paul Himmelblau die Geschichte von Georg, einem Agenturinhaber.

Buch Unter dem Titel «Schenk mir einen Tobias» erzählt der Autor Paul Himmelblau die Geschichte von Georg, einem Agenturinhaber. Genauer: den verrückten Alltag in einer kleinen Werbeagentur, welche die Chance für einen Auftrag erhält. Packend erzählt und bis zum Schluss spannend.  
Paul Himmelblau
Schenk mir einen Tobias, ISBN 3-033-00928-8, Sugarfree Verlag

Wählen Sie die Kampagne des Jahres!

Wettbewerb Die Werbewoche und die Programmzeitschrift TV-Star präsentieren die «Werbekampagne des Jahres». Aus zehn Kandidaten können Sie Ihre Favoriten wählen und attraktive Preise gewinnen.

Wettbewerb Die Werbewoche und die Programmzeitschrift TV-Star präsentieren die «Werbekampagne des Jahres». Aus zehn Kandidaten können Sie Ihre Favoriten wählen und attraktive Preise gewinnen.

NZZ-Gruppe am Drücker

Regionalpresse Die Zürcher Unterland Medien stellen beim Neuen Bülacher Tagblatt drei von fünf Verwaltungsräten.

Regionalpresse Die Zürcher Unterland Medien stellen beim Neuen Bülacher Tagblatt drei von fünf erwaltungsräten.Als im September die Integration des Neuen Bülacher Tagblatts (NBT) in das Kopfblattsystem des Zürcher Unterländers angekündigt wurde, war bloss von einer «engen redaktionellen und technischen Zusammenarbeit» die Rede. Dass schon damals die Übernahme der NBT-Herausgeberin Druckerei Graf durch die Zürcher Unterland Medien beschlossen war, liess sich zwar erahnen. Das mochte damals aber niemand bestätigen. Nun steht es schwarz auf weiss im Handelsregister. So ist nachzulesen, dass die Druckerei Graf in den letzten Tagen in Neue Bülacher Tagblatt AG umbenannt wurde und dass die bisherigen Inhaber, die Brüder Karl Heinz und Dieter Graf, das Präsidium und das Vizepräsidium abgeben, jedoch im Verwaltungsrat verbleiben. Weiter ist zu erfahren, dass drei der nunmehr fünf Sitze im Verwaltungsrat an die zur Freien Presse Holding (NZZ-Gruppe) gehörende Zürcher Unterland Medien gehen:  Deren Geschäftsführer Erland Herkenrath, gleichzeitig Geschäftsführer der Zürichsee Medien, übernimmt das NBT-Präsidium.
Darüber hinaus nehmen noch zwei weitere VR-Mitglieder der Zürcher Unterland Medien Einsitz. Einer von ihnen, Emanuel Hunziker, wird beim NBT Vizepräsident. Seit dem 6. November ist das NBT Teil der Zürcher Landzeitung, dem Verbund aus Zürichsee Zeitung, Unterländer und Oberländer.   
 
Markus Knöpfli

Contract Media startet mit Neuerung ins 2007

Die Zürcher Kommunikationsagentur Contract Media baut ihren Kundenstamm aus und verstärkt ihr Beraterteam. Neu zählen der Energiekonzern Axpo und der Matratzen- und Bettenhersteller Bico zu den Kunden.

Die Zürcher Kommunikationsagentur Contract Media baut ihren Kundenstamm aus und verstärkt ihr Beraterteam. Neu zählen der Energiekonzern Axpo und der Matratzen- und Bettenhersteller Bico zu den Kunden. Axpo unterstützt Contract Media in der strategischen Unternehmenskommunikation und der Medienarbeit. Für Bico entwickeln die Zürcher ein umfassendes Kommunikations- und PR-Konzept, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen ist. Ab 1. Februar 2007 verstärkt die Wirtschaftsjournalistin Franziska Pedroietta das Beraterteam. Die 41-Jährige war in den letzten acht Jahren für die Wirtschaftszeitung Finanz und Wirtschaft tätig, wo sie schwergewichtig über börsenkotierte Industrieunternehmen berichtete.

Freiheit über den Wolken

Schleichwerbung Geschickt getarnt als ein schöner und stimmungsvoller Imagefilm für die Swiss, wird in den Kanälen des Schweizer Fernsehens schamlos für Campari Soda geworben.

Schleichwerbung Die Aufregung war gross, als ein paar aufmerksame Konsumenten feststellen mussten, dass sie in Sendungen wie «Lüthi & Blanc», «Tatort» oder auch «Gesundheit Sprechstunde» nicht nur unterhalten und belehrt, sondern auch handfest beworben werden. «Schleichwerbung» donnerte der Zorn der werbepolitisch Korrekten. Auffallend ruhig ist es aber jetzt geblieben, wenn – völlig neu – in einem Werbespot Schleichwerbung getrieben wird. Geschickt getarnt als ein schöner und stimmungsvoller Imagefilm für die Swiss, wird in den Kanälen des Schweizer Fernsehens schamlos für Campari Soda geworben. Und dies, ohne rot zu werden, sogar für den echten Drink voller Promilleschub und nicht nur für eine alkoholfreie Segelflugversion. Schleichwerbung im Werbeblock – das ist natürlich punkto verbotener Alkoholwerbung so etwas wie ein rechtsfreier Raum. Es gibt noch keinen Präzedenzfall. Oder wie es Reinhard Mey in einem anderen Song über Fluggefühle ausdrückt: «Über den Wolken, da muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …». Für die Werbeagentur dürfte die Strategie aufgehen. Wird der Spot abgesetzt, gibt es weiterhin viel Gratiswerbung für Swiss durch den Skandal in den Medien. Bleibt das Ding in der Luft, rentiert es für den Kunden Campari, weil dann die Swiss auch für die Holzklasse ein paar Flaschen anschaffen muss. Sonst wäre es ja unlautere Werbung. Denn vorderhand gibt es in der Economy diesen Drink noch nicht an Bord. (pan

New Impact schlendert auf Schweizer Wanderwegen durchs Internet

Die Berner Agentur für Internet-Kommunikation New Impact hat die neue Internet-Präsenz der Schweizer Wanderwege realisiert. Beim Relaunch der Website standen die Kommunikation und der Serviceaspekt im Vordergrund.

Die Berner Agentur für Internet-Kommunikation New Impact hat die neue Internet-Präsenz der Schweizer Wanderwege realisiert. Beim Relaunch der Website standen die Kommunikation und der Serviceaspekt im Vordergrund, wie die Berner am Mittwoch mitteilten. Mit einem Netz von über 60’000 km gehört das Wandern zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in der Schweiz. Gemäss dem Motto «Wegweisend für Ihr Wandererlebnis» stehen die Kommunikation rund um Ziele und Vision der Organisation, das Netz der Wanderwege, die Signalisation und vieles mehr im Mittelpunkt. Der Qualitätssicherung dient ein Feedback-Formular; Links zu den kantonalen Wanderweg-Fachorganisationen, der Online-Shop und das Extranet komplettieren das Angebot.

«Nicht auf die heutigen Trends verlassen»

Elektronische Medien Die Goldbach Media Gruppe veröffentlicht eine Standortbestimmung zur Lage der privaten elektronischen Medien in der Schweiz. CEO Klaus Kappeler sagt, wo diese derzeit stehen.

Elektronische Medien Die Goldbach Media Gruppe veröffentlicht eine Standortbestimmung zur Lage der privaten elektronischen Medien in der Schweiz. CEO Klaus Kappeler sagt, wo diese derzeit stehen.WW: Weshalb veröffentlicht Ihr Unternehmen gerade jetzt eine Standortbestimmung zu den privaten elektronischen Medien?Klaus Kappeler:
Gibt es einen besseren Zeitpunkt für ein Geschenk? Spass beiseite, wir sind überzeugt, dass gerade jetzt, wo vor allem durch technologische Entwicklungen die Medienwelt und -ordnung schnell verändert wird und das Medienverhalten der Konsumenten dadurch in Quantensprüngen beeinflusst wird, der richtige Zeitpunkt für einen Zwischenhalt ist. Also auf der Schwelle zu einem neuen Medienzeitalter eine Bestandesaufnahme zu machen und zu analysieren, warum wir mit den privaten elektronischen Medien in der Schweiz immer wieder einer politischen Heimatschutz-Wand gegenüber stehen. Welche elektronischen Medien haben Ihrer Ansicht nach das grösste Wachstums- und Entwicklungs-potenzial?Ich bin überzeugt, dass wir uns heute nicht auf gegenwärtige Trends verlassen können. Oder hätte jemand vor zehn Jahren auf die heutige SMS-Kultur gesetzt, nur weil das Handy an Popularität gewann? Hingegen ist eines klar: Internet als technische Plattform und Begegnungsraum verschiedenster Medien wird weiterhin wachsen. Der mobile Medienkonsum ist dabei leicht als starker Wachstumstreiber zu identifizieren. Auch neue Formen von Out-of-Home-Kommunikation über elektronische Plattformen dürfen nicht unterschätzt werden, weil hier der Einsatz mit den ePosters gerade erst begonnen hat.
Es gibt mehr und mehr Anzeichen dafür, dass die zweite Internetwelle in einem ähnlichen Debakel enden könnte wie die erste. Wie denken Sie darüber?Es gibt weder Anzeichen noch eine Welle! Um bei Ihrem Vokabular zu bleiben, der Wasserspiegel steigt insgesamt, und zwar ziemlich heftig. Wenn Sie mich aber fragen, in welcher Ausprägung, da muss ich Ihnen gestehen, dass das Wachstum in den nächsten Jahren Schwankungen unterworfen sein wird. Grundsätzlich wird, wie gesagt, Internet als Logistik-Medium rasante Zuwächse erfahren. Wenn man aber zum Beispiel InGame-Advertising betrachtet, hätte man uns noch vor zwei Jahren belächelt, dass dynamische Werbung in Online-Spielen einen solchen Erfolg verzeichnen würde.
Wie stark können und sollen private elektronische Medien in der Schweiz im Verhältnis zu den öffentlichen (SRG) werden?Gegen starken Widerstand haben sich die privaten elektronischen Medien in der Schweiz ganz gut entwickelt. Stellt man hingegen Vergleiche mit dem Ausland an, selbst unter Berücksichtigung unterschiedlicher und geschichtlich bedingter Medienentwicklung, so besitzen die elektronischen Medien, vorab die privaten, ein riesiges Potenzial. Aus dem heutigen 30-Prozent-Anteil an Werbeinvestitionen werden durch die digitale Übertragung in den nächsten zehn Jahren die elektronischen Medien 50 Prozent der Werbeinvestitionen auf sich vereinigen. Zu Ihrer Frage: Selbstverständlich werden die Privaten stärker wachsen als die Öffentlichen, damit wird auch das Stärkeverhältnis etwas ausgeglichener. Voraussetzung dabei ist, dass bessere Leistungen – also von den Konsumenten bevorzugte Inhalte – sich auch tatsächlich durchsetzen dürfen – neue Gebührenrunde der SRG hin oder her.
In der Schweiz ernsthaft Privatfernsehen zu machen, sei eine unmögliche Utopie, sagt Roger Schawinski. Ich nehme nicht an, dass Sie seine Ansicht teilen?Da täuschen Sie sich. Allerdings ist das simple Wort «ernsthaft» ausschlaggebend für die Aussage.
Ist die Fragmentierung des Publikums für die Werbung Chance oder Gefahr? 
Chance und Gefahr. Chance deshalb, weil die Zielgruppen schärfer definiert werden und präziser angesprochen werden können. Hier muss auch die zukünftige Nutzerforschung einen Quantensprung nach vorne machen, damit auch entsprechende Zahlen in vergleichbarer Währung für die Werbetreibenden zur Verfügung stehen. Gefahren sehe ich darin, den Spagat von Aufwand für den Content einerseits und andererseits den Werbeeinnahmen für eine kleinere Zielgruppe – mit entsprechend kleineren Streuverlusten – zu schaffen.
 
E-Mail-Interview: René Worni
 
 
Kampf der elektronischen Medien«Die privaten elektronischen Medien der Schweiz – eine Standortbestimmung»,
so heisst die 125-seitige Publikation der Vermarkterin privater elektronischer Medien, Goldbach Media, im A4-Format. Das Unternehmen liess zahlreiche branchenbekannte Autoren über Rahmenbedingungen, Markt und Entwicklung der Medien aus allen Blickwinkeln schreiben. Ausgehend von der Feststellung, dass nirgends der (Überlebens-)Kampf der elektronischen Medien bisher niedergeschrieben wurde, bietet das Werk mit zugehörigem Glossar interessante Einblicke in die gegenwärtige Mediendiskussion. Der Band ist für eine Schutzgebühr von 100 Franken bei Goldbach erhältlich. (rw)
get_footer();