Gemeinsam stärker

Radiocontrol Radio Capital FM gewinnt Reichweite, aber nicht auf Kosten von Radio BE1.

Radiocontrol Radio Capital FM gewinnt Reichweite, aber nicht auf Kosten von Radio BE1.Das Berner Lokalradio Capital FM, das erst seit Ende Januar 2006 so heisst und damals auch einen Relaunch vornahm, hat im dritten Quartal 2006 gegenüber seinem Konkurrenten BE1 an Boden gewonnen. Doch: Die meisten der folgenden Veränderungen sind geringfügig und bleiben im Vertrauensbereich. Capital FM ist also noch weit davon entfernt, das wichtigste Privatradio der Bundeshauptstadt zu sein.Im ersten Halbjahr wies der Newcomer noch eine Nettoreichweite von täglich 36’500 Hörern aus, 31’500 weniger als BE1. Zwischen Juli und Oktober hat sich der Abstand nun auf 23’000 Hörer verkürzt, weil BE1 im dritten Quartal 5600 Hörer verlor, Capital FM hingegen 2900 Hörer gewann. Interessant ist, dass Capital FM bei BE1 praktisch keine Hörer absog. Denn in fast allen Zielgruppen, in denen BE1 Reichweite verlor, sank auch die Reichweite von Capital FM.
Zwei Beispiele: Am meisten Hörer büsste BE1 bei der Zielgruppe der 35- bis 44-Jährigen ein, im dritten Quartal ging ihr Anteil gegenüber dem ersten Semester 06 um 3600 auf 15’100 Personen zurück (-19%). Davon profitierte Capital FM nicht, sondern verlor auf tieferem Niveau ebenfalls, und zwar 7 Prozent. Umgekehrt verzeichnete Capital FM seinen grössten Zuwachs bei den 15- bis 24-Jährigen und legte dort um 52 Prozent auf 7000 Hörer zu. Doch ging auch dies nicht auf Kosten von BE1, das in dieser Zielgruppe genau auf dem Niveau des ersten Halbjahres blieb. Relativ stark ausbauen konnte Capital FM auch bei den über 60-Jährigen. Hier gewann der Sender 2000 neue Hörer (+40%). Möglich, dass Capital FM in dieser Zielgruppe ein wenig bei BE1 über den Zaun fressen konnte, diesem sprangen aber nur gerade 400 Senioren ab (-9 Prozent).
Fragt sich, ob Capital FM Hörer von den DRS-Sendern abwarb oder ob immer mehr Personen mal BE1, mal Capital FM einschalten (Doppelhörer). Um dies zu beantworten, wären zusätzliche Zahlen nötig. Da Publica Data aber in der Regel keine Quartalszahlen herausgibt, muss man mit einem Kurzkommentar von Geschäftsführer Rolf Müller vorlieb nehmen. Er betont, dass die Reichweiten in Bern «äusserst stabil» seien. «Es scheint aber, dass es etwas mehr Doppelhörer von BE1 und Capital FM gibt», sagt Müller mit Blick auf seine Zahlen.
Markus Knöpfli

Vorboten von Vista

Software Microsoft hat mit der Auslieferung von Windows Vista, Office 2007 und dem Exchange Server 2007 für Geschäftskunden begonnen.

Software Microsoft hat mit der Auslieferung von Windows Vista, Office 2007 und dem Exchange Server 2007 für Geschäftskunden begonnen. Vorerst werden aber nur Unternehmen bedient, die «Lizenzen in grossen Stückzahlen» benötigen. Dies teilte Microsoft Ende November an einer Veranstaltung in Zürich mit, an der die Produkte offiziell vorgestellt wurden. Wie zu erfahren war, konnten einige Schweizer KMU und Institutionen bereits Erfahrungen mit den neuen Microsoft-Produkten sammeln. Ab Ende Januar 07 können Vista- und Office-Lizenzen dann auch von Privatkunden erworben werden. Mehrwerte für seine Kunden verspricht Microsoft durch eine Vereinfachung der Zusammenarbeit, eine einfachere Informationssuche, bessere Informationsverwaltung und eine höhere Sicherheit gepaart mit geringeren IT-Kosten.

«Werbung muss verkaufen. Sonst nichts. Allerdings nicht nur nackte Produkte, sondern auch Begeisterung und Sympathie.»

Peter Felser Schweiz Tourismus mit dem WM-Spot, Mammut mit Mary Woodbridge, die Regionalausgaben des Tages-Anzeigers, Migros-Mode mit Amateurmodels, Swiss Life und die Kantonalbanken waren Kampagnen, die Peter Felser im Jahre 2006 mitverantwortet hat.

Peter Felser Schweiz Tourismus mit dem WM-Spot, Mammut mit Mary Woodbridge, die Regionalausgaben des Tages-Anzeigers, Migros-Mode mit Amateurmodels, Swiss Life und die Kantonalbanken waren Kampagnen, die Peter Felser im Jahre 2006 mitverantwortet hat.Der CEO und Mitinhaber der Zürcher Werbeagentur Spillmann Felser Leo Burnett war zuvor 16 Jahre bei Advico Young & Rubicam, zuletzt als CEO und Delegierter des Verwaltungsrates. Er studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Freiburg und promovierte zum Thema Werbeforschung. 1986 Einstieg in die Werbung als Marketingassistent. 1991 Weiterbildung in London zum Strategischen Planer.

Heute ist Felser auch Dozent für Markenführung und Strategische Planung am Intensivseminar Strategische Planung BSW, an der Kreativschule ADC/BSW, der Hochschule St. Gallen und den Fachhochschulen Nordwestschweiz und Winterthur. Co-Autor der Delphi-Studie Kommunikation im Jahr 2001.
Knapp fünf Jahre nach Agenturgründung ist SFLB heute in den Top 3 des Kreativrankings und 2006 mit 15 Stellen um 20 Prozent auf 50 Mitarbeitende gewachsen.

Radios buhlen und poolen

Radiovermarktung Die Schweizer Privatradios konstituierten sich zu neuen Pools. In der Westschweizer Szene kracht es.

Radiovermarktung Die Schweizer Privatradios konstituierten sich zu neuen Pools. In der Westschweizer Szene kracht es.
Vier Jahre herrschte relative Ruhe in der Westschweizer Radioszene. Mit Radiotele-Vermittlung war seinerzeit der Romandie-Pool zustande gekommen, ein Modell, das praktisch alle Radios der Region und selbst die meisten vom Ausland einstrahlenden Sender einband. Der Kunde war frei, nur die Grossagglomerationen am Léman-Bogen zu belegen oder  weitere Gebiete der Westschweiz hinzu zu buchen. Zwei Sender, die damals nicht einbezogen wurden – Lausanne FM und One FM – fanden Unterschlupf im sprachgrenzüberschreitenden Swiss Radio Pool (SRP).Doch die Branche hat sich überworfen, weshalb die Scherben in diesen Tagen zu einem völlig neuen Pool-Mosaik zusammengesetzt werden mussten. Es präsentiert sich wie folgt: Die Radios Rouge FM und Lac sowie die französischen Sender Nostalgie und NRJ, die zusammen den Genferseebogen abdeckten und beim bisherigen Pool das Basismodul bildeten, spalten sich ab und gehen teils getrennte Wege (siehe unten). Zurück und fast ohne Genfersee-Anstoss bleiben die zwei Zusatzmodule, die unter dem wieder aktualisierten Pool-Namen Jura-Plateau-Alpes (JPA) auftreten. Ihr Grundmodul heisst JPA City und deckt mit den Sendern Fribourg (f), RTN und Rhône die Räume Freiburg, Neuenburg und Sitten ab. Das Modul JPA City plus, bestehend aus den Sendern Chablais, Fréquence Jura und Jura Bernois, kann dazu gebucht werden, um auch die Räume Monthey/Montreux, La Chaux-de-Fonds/Porrentruy und Delémont/ Bienne zu erreichen. Alle sechs Sender zusammen kommen auf eine Tagesreichweite von rund 300000 Personen und kosten in der morgendlichen Primetime (7 bis 8 Uhr) brutto 38.80 Franken pro Sekunde.
Und die Abtrünnigen? Der Sender Rouge FM, der das ganze Genferseebecken bis zum Chasseron und bis Payerne abdeckt, hat sich kürzlich bei Radio Lac mehrheitlich beteiligt und ist so in Genf und Lausanne etwas erstarkt. Allerdings sind die beiden Sender in der Westschweizer Szene isoliert. Die ausländischen Sender Nostalgie, NRJ und Europe 2 hingegen, die teils weit in die Romandie hineinstrahlen, verbinden sich neu mit den SRP-Mitgliedern One FM und Lausanne FM  zu einem Pool, der sich frei kombinieren lässt. Die fünf Sender erreichen zusammen 310300 Schweizer Hörer, der Preis steht noch aus.
Das Zerwürfnis, das der neuen Poolkonstellation in der Romandie zugrunde liegt, hat politische und tarifliche Gründe. Gemäss Werbewoche-Recherchen bildet Rouge FM den Angelpunkt. Der Schweizer Sender befindet sich in den Händen des Franzosen Hugues De Montfalcon, der sich vor Kurzem auch zu 60 Prozent bei Radio Lac beteiligte. Parallel dazu konnte Edipresse seinen Lac-Anteil ebenfalls von 10 auf 25 Prozent aufstocken. Diese Expansionen stiessen da und dort sauer auf, unter anderem, weil Rouge FM nicht im Ruf steht, besonders tariftreu zu sein.
Seltsame PersonalrochadenDas Fass kam zum Überlaufen, als Rouge FM vor wenigen Wochen Knall auf Fall die halbe Verkaufsmannschaft von Media One Contact übernahm. Media One Contact ist die Radioregie der Sender One FM und Lausanne FM, die seit zwei Jahren dem Branchenneuling Antoine De Raemy gehören. Noch immer ist unklar, ob und wie aktiv Rouge FM Raemys Personal abgeworben hat. Montfalcon und auch Christophe Rasch, Leiter Elektronische Medien bei Edipresse, bestritten jedenfalls gegenüber der Ringier-Zeitung 24 heures, ihre Hand im Spiel gehabt zu haben. Fakt ist dennoch: Alle neun Personen sind jetzt bei Rouge FM aktiv.
In der Deutschschweiz ist die Radiobranche derzeit weniger zerstritten, obwohl sich einige Sender per 2007 ebenfalls neu orientieren müssen. Die grössten Umwälzungen brachte der Swiss Radio Pool (SRP), der diesen Herbst den bisherigen Pool 2000 sprengte, indem er die Radios BE1 und Basel 1 bei sich integrierte und jetzt in Basel und Bern jeweils die beiden grösseren Sender im Portfolio hat. Damit ist aus dem SRP Deutschschweiz ein Pool entstanden, der ausnahmslos aus Verlegerradios besteht (siehe auch Seite 16). Der einzige Verlegersender im Abseits ist Radio Munot, das keinem Pool angehört.
Wie sich diese Verlegermacht im Äther auf die Werbeeinkünfte der übrigen, etwas versprengten Radios auswirkt, muss sich erst weisen. Am meisten im Regen stehen die Pool-2000-Waisen Emme, Beo und Regenbogen. Fest steht derzeit: Top, Energy Zürich, Sunshine, Central und Ri gewähren auf ihren je eigenen Tarif weiterhin 20 Prozent Rabatt, wenn sie zu mindestens vier weiteren Radios hinzu gebucht werden. BeO führt per 2007 ein ähnliches Angebot ein, zudem darf sich der Sender beim grossen Nachbarn BE1 anlehnen und mit ihm einen lokalen Pool bilden.
Anders Rottu und Munot: Sie kutschieren selbständig und gewähren keinen Rabatt. Rottu gehört allerdings noch zwei Pools an, dem Tourismuspool mit BeO, Central und Grischa sowie dem Rhodanic, der das deutsch- und französischsprachige Wallis verbindet. Unklar ist die Situation von Emme, das offenbar noch auf die eine oder andere Kooperation hofft.
Markus Knöpfli

Die besten Websites der Schweiz 2007

Internet Das Schweizer Magazin Anthrazit zeigt im Februar 2007 wie gewohnt die redaktionelle Auswahl der 200 besten Websites der Schweiz.

Internet Das Schweizer Magazin Anthrazit zeigt im Februar 2007 wie gewohnt die redaktionelle Auswahl der 200 besten Websites der Schweiz. Neu werden dabei Websites speziell ausgezeichnet, die mit dem Handy abrufbar sind. Wenn jemand dafür sorgen möchte, dass die Anthrazit-Redaktion seine Website auf jeden Fall beurteilt: einfach anmelden, auf www.anthrazit.org. Das entsprechende Formular ist auf der Site im Bereich «interaktiv» zu finden.

SF erreicht im November einen Marktanteil von 33.2 Prozent

Im Ganztagesschnitt erreichte das Schweizer Fernsehen im November 2006 einen Marktanteil von 33.2 Prozent. Weiterhin positiv entwickelt sich der Vorabend, wie SF in einer Medienmitteilung schreibt. Er liegt mit 2.1 Prozentpunkten klar über dem Vorjahreswert.

Im Ganztagesschnitt erreichte das Schweizer Fernsehen im November 2006 einen Marktanteil von 33.2 Prozent. Weiterhin positiv entwickelt sich der Vorabend, wie SF in einer Medienmitteilung schreibt. Er liegt mit 2.1 Prozentpunkten klar über dem Vorjahreswert. Negativ fällt der Hauptabend ins Gewicht. Der November 2005 konnte von publikumsträchtigen Sportereignissen profitieren, wie den zwei WM-Barragespielen der Schweizer Fussballnationalmannschaft gegen die Türkei und den Champions-League-Partien des FC Thun. Dies hat zur Folge, dass der Marktanteil im November 2006 im Ganztagesschnitt 1.7 Prozentpunkte unter dem Vorjahresmonat liegt. Im Vergleich zum Jahresmittelwert 2005 ist SF in den Monaten Januar bis November weiterhin klar im Plus. Im Ganztagesschnitt beträgt die Zunahme gegenüber dem Vorjahr 1.3 Prozentpunkte. Während SF im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 33.4 Prozent erreichte, liegt der Wert in den Monaten Januar bis November 2006 bei 34.7 Prozent.

Branchenmagazin kürt Roger Köppel zum Journalist des Jahres

Weltwoche-Chefredaktor und Jung-Verleger Roger Köppel ist «Journalist des Jahres» in der Schweiz. Den zweiten Platz belegt Iren Meier, Nahost-Korrespondentin des Schweizer Radio DRS, vor Res Strehle, dem Chefredaktor vom Magazin.


Weltwoche-Chefredaktor und Jung-Verleger Roger Köppel ist «Journalist des Jahres» in der Schweiz. Den zweiten Platz belegt Iren Meier, Nahost-Korrespondentin des Schweizer Radio DRS, vor Res Strehle, dem Chefredaktor vom Magazin. In der Westschweiz gewann Alain Campiotti, USA-Korrespondent von Le Temps, in der italienischen Schweiz belegt Aldo Bertagni, Redaktor bei La Regione, den ersten Platz. Das Branchenheft Schweizer Journalist hat die Preisträger in einem zweistufigen Verfahren ermittelt. Zunächst wurden Vorschläge von Lesern, Branchenexperten und Jurymitgliedern gesammelt und anschliessend von einer Jury beurteilt. Ausschlaggebend für die Wahl waren aussergewöhnliche, journalistische Leistungen im vergangen Jahr.
Erstmals wurde auch eine «Redaktion des Jahres» ermittelt. Die NZZ am Sonntag entschied diese Wertung für sich vor dem Schweizer Radio DRS und der Weltwoche. Res Strehle (Das Magazin) erhielt den Titel «Chefredaktor des Jahres». Urs Paul Engeler (Weltwoche) ist «Politikjournalist des Jahres», Charlotte Jacquemart (NZZ a.S) «Wirtschaftsjournalistin des Jahres». Die Jury ehrte Peter Hartmann (u.a. NZZ) als «Sportjournalist des Jahres» und wählte André Marty (SF) zum «Reporter des Jahres» sowie Katharina Blansjaar (Zürcher Unterländer, Ex-NZZ a. S.) zur «Newcomerin des Jahres».

50 Jahre Fernsehwerbung

Internet Bei Focus-Online findet man einen Werbespot-Rückblick aus den letzten 50 Jahren TV-Werbung.

Internet Bei Focus-Online findet man einen Werbespot-Rückblick aus den letzten 50 Jahren TV-Werbung. Von Coca Cola über Persil zu Visa sind noch viele weitere Klassiker vertreten. Nicht zu vergessen sind einige der schönsten Testimonials der Werbegeschichte. Zu finden im Internet unter http://www. focus.de/finanzen/news/werbung

Kopf an Kopf

Gratispresse Nach sechs Monaten erreicht 20 minutes leicht mehr Leser als Le Matin Bleu nach acht Monaten.

Gratispresse Nach sechs Monaten erreicht 20 minutes leicht mehr Leser als Le Matin Bleu nach acht Monaten.Stichtag 24. September 2006: Die Wemf schliesst je eine Zwischenstudie für die Westschweizer Pendlerzeitungen Le Matin Bleu und 20 minutes ab. Die Resultate liegen nun vor: 20 minutes erreicht 223 000 Romands, Le Matin Bleu 247 000. Der Edipresse-Titel hatte Ende September die Nase vorn, allerdings nur minim, denn die Differenz von 24 000 Lesern liegt noch im Vertrauensbereich. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass die Wemf-Erhebung bei
20 minutes zeitgleich mit dem Start am 4. März 2006 begann und sechs Monate umfasst, während sich die Studie von Le Matin Bleu über neun Monate (ab 3. Januar 2006) erstreckt. Und da der Edipresse-Titel bereits am 31. Oktober 2005 lanciert wurde, kann seine Reichweite noch zusätzlich auf eine nicht erhobene zweimonatige «Vorlaufzeit» bauen.
Es sieht anders aus, wenn man bei beiden Titeln die halbjährlichen Reichweiten vergleicht. Le Matin Bleu kam von Januar bis Juni 2006 auf 218 000 Personen, 5000 weniger als 20 minutes. Auf den ersten Blick liefern sich die beiden Zeitungen also ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dennoch kommt der Vergleich für Edipresse einem Nasenstüber gleich, war doch Le Matin Bleu beim Abschluss seiner Halbjahresstudie bereits acht Monate auf dem Markt: Trotz einer um zwei Monate längeren Präsenz im Heimmarkt erreicht der Edipresse-Titel 5000 Leser weniger als der Titel von Tamedia, womit der Zürcher Konzern in der Romandie Neuland betritt.
Auch sonst liegen die beiden Titel erstaunlich nahe beieinander: Gemäss der jeweiligen Halbjahresstudie kommt 20 minutes im Kanton Waadt (WG 12) auf 27,7 Prozent Reichweite, Le Matin Bleu auf 25,7 Prozent. Eine etwas grössere Differenz ergibt sich in Genf: Dort liegt der Edipresse-Titel mit 26,1 Prozent vor dem Konkurrenten, der bloss 20,1 Prozent aufweist. Dafür steht 20 minutes in der übrigen Romandie (WGs 13 bis 16) mit einer Reichweite von 5,6 Prozent doppelt so gut da wie Le Matin Bleu.
Während Le Matin Bleu bei der Leserstruktur einen leichten Frauenüberhang hat, beträgt der Anteil der Leserinnen bei 20 minutes 45 Prozent. Die Altersgruppen sind dagegen bei beiden Titeln praktisch identisch verteilt. So machen die 14- bis 34-Jährigen bei 20 minutes 44 Prozent der Leser aus, bei Le Matin Bleu 45 Prozent. Umgekehrt kommt 20 minutes bei den 35- bis 54-Jährigen auf einen Anteil von 35 Prozent, 3 Prozentpunkte mehr als der Konkurrent.
Markus Knöpfli
 
 
Ein Blick zurückAuch wenn 20 minutes
in der Romandie leicht besser abschneidet als Le Matin Bleu, verglichen mit den ersten Resultaten von 20 Minuten in Zürich vor sechs Jahren kann Tamedia nicht ganz zufrieden sein: Damals, im September 2000, kam 20 Minuten nach sogar nur vier Monaten im WG 43 bei den 14- bis 34-Jährigen auf Anhieb auf 55 Prozent, 10 Prozentpunkte mehr als jetzt in der Westschweiz. Die Gesamtreichweite hingegen war ähnlich gut: Sie betrug in Zürich (neben den Konkurrenten Metropol und Zürich Express) 16,4 Prozent, in der Romandie derzeit 16,9 Prozent. (mk)
20 minutes mit vielen InseratenBeim Inseratevolumen
hat 20 minutes die Nase vorn. Die Zeitung kommt in ihren ersten acht Monaten (von März bis Oktober) auf insgesamt 1625 Seiten, dazu noch 189 separate Seiten in der Genfer Ausgabe. Das macht durchschnittlich 226 Seiten pro Monat. Wieviele davon dem Kombi mit 20 Minuten Deutschschweiz zu verdanken sind, geht aus diesen Zahlen nicht hervor. Demgegenüber generierte
Le Matin Bleu in den ersten zehn Monaten dieses  Jahres 1378 Seiten, dazu 212 im November und Dezember 2005 – pro Monat also nur gerade 132 Seiten. Wieviele davon dem Kombi mit der Bezahlzeitung Le Matin semaine zu verdanken sind, bleibt auch hier unklar.Fest steht aber:
Le Matin semaine verlor in den ersten zehn Monaten 2006 insgesamt 14,1 Prozent seines Volumens verglichen mit derselben Vorjahresperiode. Genauer: Le Matin semaine verlor sein Volumen (450 Seiten) ab März 2006, also ab dem Start von 20 minutes. Möglich, dass einige Kunden von Le Matin semaine – ob bloss versuchsweise sei dahingestellt – zu 20 minutes wechselten. (mk)

Das Telefonbuch auf dem Handy

Handy Wer unterwegs ist, muss jetzt nicht mehr auf Swisscom Directories verzichten: Unter http://mobile.directories.ch hat der User mit seinem Handy jederzeit und ganz unkompliziert Zugriff auf das gesamte Telefonbuch.

Handy Wer unterwegs ist, muss jetzt nicht mehr auf Swisscom Directories verzichten: Unter http://mobile.directories.ch hat der User mit seinem Handy jederzeit und ganz unkompliziert Zugriff auf das gesamte Telefonbuch. Mit einer Kampagne hat Contexta diese äusserst praktische Dienstleistung gross in Szene gesetzt. Das «klassische» Telefonbuch wird dabei als Key Visual zum Symbol für die Zuverlässigkeit und Erfahrung von Swisscom Directories. Die neue Dienstleistung wird mit Inseraten, Publireportagen und Tramhängern beworben.

… und Stämpfli erneuert

Bogendruck Das Berner Unternehmen Stämpfli wird im Frühling 2007 eine Speedmaster SM 102-5-P+LX2 von Heidelberg und damit eine Fünffarbenmaschine der neusten Generation mit Schön- und Widerdruck, Autoregister und zusätzlichem Lackwerk in Betrieb nehmen.

Bogendruck Das Berner Unternehmen Stämpfli wird im Frühling 2007 eine Speedmaster SM 102-5-P+LX2 von Heidelberg und damit eine Fünffarbenmaschine der neusten Generation mit Schön- und Widerdruck, Autoregister und zusätzlichem Lackwerk in Betrieb nehmen. Für eine maximale Farbsicherheit bei höchstem Qualitätsstandard ist die Maschine bei Stämpfli mit Produkten der Prinect Color Solutions in den Farb-Workflow integriert. Mit dem zusätzlichen Spezial-Lackwerk für die professionelle Inline-Veredelung wird es künftig bei Stämpfli möglich sein, eine breite Palette von Effektlacken (wie z. B. Gold-/Silber- oder Iriodinlacke), aber auch Spot- und Schutzlacke gleichzeitig mit dem Druck einzusetzen. Bei der neuen Maschine handelt es sich um eine Ersatzinvestition für ein älteres Modell der gleichen Formatklasse, mit der in dreieinhalb Jahren über 100 Millionen Bogen gedruckt wurden.

Die Zündschnur der Web-Explosion brennt

Internet Amerikas Werber haben einen neuen Star am Web-Himmel entdeckt. Brightcove.com arbeitet, anders als YouTube, mit professionellen Tools.

Internet Amerikas Werber haben einen neuen Star am Web-Himmel entdeckt. Brightcove.com arbeitet, anders als YouTube, mit professionellen Tools.«Die Firma dieses Typen wird einmal mehr wert sein als die 1,6 Milliarden Dollar, die Google für YouTube hingelegt hat», jubelt das Fachmagazin Advertising Age. Die fragliche Person ist Jeremy Allaire, Gründer der Internet-Content-Distributions-Plattform Brightcove.com, die Ende Oktober gelauncht wurde und auf der Hunderte von Videos kostenlos abrufbar sind. 
Brightcove sieht auf den ersten Blick zwar aus wie YouTube.com, doch anders als der anarchische File-Sharing-Dienst, der inzwischen von Google gekauft wurde, baute Brightcove von Anfang an auf strategisches BusinessDenken. Allaire, der zuvor das Flash-Software-Unternehmen Macromedia mitleitete, integrierte ein Werbe-Netzwerk, einen Distributions-Deal mit AOL und ausgeklügelte Suchfunktionen in die Plattform. «Brightcove ist die Zündschnur der Internet-Video-Explosion», glaubt Forrester- Research-Analyst Josh Bernoff.
Ausserdem stellte Allaire sicher, dass alle Copyright-Fragen von vornherein geklärt wurden, was ihm Kooperationen mit Medienhäusern wie Sony, BMG, Warner Brothers, Discovery, Reuters, Dow Jones, der New York Times oder Newsweek einbrachte. Doch warum lassen sich diese Firmen mit Brightcove ein, wenn sie doch die Inhalte einfacher über ihre eigenen Webseiten verbreiten können? «Die Content-Unternehmen wollen mit uns zusammenarbeiten, weil diese neue Plattform eine enorme Infrastruktur erfordert», erklärt Jim Ericson, Marketingchef des Konkurrenten Move Networks. «Brightcove bietet seinen Kunden eine Rundumlösung an, hat ein sehr professionelles Design, und Jeremy Allaire ist ein erfahrener Profi. Deshalb hat Brightcove gute Chancen auf Erfolg.»
Mit Hilfe des implementierten Werbe-Networks hat jeder Content- Provider, der seine Produkte auf Brightcove.com hochlädt, die Chance, vom Start weg Geld durch Werbeeinnahmen zu verdienen. Ob dies tatsächlich passiert, ist freilich eine Frage der Qualität des Contents. «Der Erfolg dieser Kanäle hängt zum grossen Teil davon ab, was die Medienunternehmen ins Internet stellen wollen», sagt Brad Adgate, Forschungsdirektor der Agentur Horizon Media. «Was im Fernsehen wie Müll aussieht, sieht im Internet auch nicht besser aus.» Dennoch sei vor allem die Möglichkeit, mit Hilfe des Internets ganz gezielt einzelne Konsumenten anzusprechen, eine unschätzbare Chance. «Diese Breitbandkanäle bieten den Markenunternehmen unendliche Möglichkeiten.»
Konkurrenz in den StartlöchernAllaire träumt schon jetzt davon, jedem einzelnen Brightcove-Nutzer auf Grund seiner Nutzerdaten ein Video-Sortiment vorzulegen, das ganz auf dessen individuellen Geschmack zugeschnitten ist. Und auch die Werbekundschaft soll in der Lage sein, ihre eigenen Kanäle auf Brightcove zu schalten. «Werden Sie zum Content-Lieferanten Ihres eigenen Breitbandkanals», forderte er die Besucher der Creativity-Konferenz auf, die im November in New York stattfand. Ein solcher Kanal sei jedoch nicht unbedingt mit «Branded Entertainment» gleichzusetzen, «weil die Kunden bei uns wirklich mit den Marken interagieren».
Ob Brightcove allein das Content-Distributionsmodell im Internet revolutionieren kann, bleibt abzuwarten. Schon sitzen Konkurrenten wie Roo oder Maven Networks in den Startlöchern, die auf die gleiche Kundschaft abzielen. Doch vielleicht können sie ja auch nebeneinander koexistieren. «Wer an ein offenes Distributionsmodell glaubt, kommt zur Erkenntnis, dass es zu einer massiven Fragmentierung in der Medienlandschaft kommen wird, wo es Hunderttausende von Kanälen geben wird», prophezeit Allaire. «Das grösste Hindernis ist derzeit, dass die Medienschaffenden noch nicht bereit sind, das einzusehen.»
 
Gerti Schön
 
 
 
YouTube bekommt weitere KonkurrenzIn den USA planen Medienkonzerne,
einen eigenen Online-Videodienst zu launchen, um sich Werbegelder zu sichern. Gemäss Spiegel online seien Medienkonzerne wie Fox, Viacom, CBS und NBC Universal beteiligt. Auf einer gemeinsamen Website wollen die Beteiligten selber Videofilme publizieren und so direkt zu Werbeeinnahmen kommen. 
Bei YouTube gelangen
neben privat gefertigten Filmen häufig auch Fragmente von Fernsehsendungen ins Internet. Die Sender opponierten heftig, weil viele von ihnen Lizenzvereinbarungen mit YouTube hatten. Das war eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Google die Website für 1,65 Milliarden Dollar in Aktien kaufte. (rw) 
 
«Allzu plumpe Werbung geht nach hinten los» Greg Verdino
, Vice President für Neue Medien des digitalen Marketingunternehmens Digitas, sagt im Gespräch mit der Werbewoche, was er von Brightcove hält.
 
WW: Was unterscheidet Brightcove von YouTube?Greg Verdino: Das sind zwei völlig verschiedenen Business-Modelle. YouTube wendet sich an jedermann und arbeitet viel mit User-generated Content, während Brightcove mit Nischenpublikationen und mittelgrossen Content-Produzenten zusammenarbeitet. Es geht nicht um die NBCs und Disneys, sondern um spezialisierte Anbieter, etwa einen Segelbootkanal. Ob Marketingunternehmen auf dieser Plattform ankommen können, hängt davon ab, wie sehr sie sich dem Umfeld anpassen können. Allzu plumpe Werbung auf YouTube, das geht nur nach hinten los, da protestieren die Nutzer. Auf Brightcove sieht Werbung professioneller aus, weil sie als solche ausgewiesen ist.
Glauben Sie, dass Marketer tatsächlich ganze Content-Kanäle auf Brightcove kreieren werden?Es wird heute schon fast vorausgesetzt, dass Marketingunternehmen wie Content-Lieferanten denken, weil die Konsumenten Werbung jederzeit vermeiden können und sie von daher auf Formen wie Branded Entertainment zurückgreifen. Es ist beinahe so, als würden wir zurück in die Anfangstage des Fernsehens gehen, als Procter & Gamble Seifenopern produzierte. Darauf läuft es hinaus, nur dass die Konsumenten heutzutage interaktive Möglichkeiten fordern und nicht mehr nur mit einem Bier auf der Couch sitzen wollen. Die Herausforderung für Brightcove.com ist, dass die visuelle Präsentation für jeden Content-Anbieter dort bisher gleich aussieht, da müssen sie mehr auf die Kunden zugehen.
Wird Brightcove sich durchsetzen können?Brightcove kann kommerziell erfolgreich sein. Das hängt davon ab, wie robust ihre Plattform sich darstellen kann. Das Unternehmen arbeitet zwar schon mit einer Reihe namhafter Unternehmen zusammen, aber es müssen noch mehr und vor allem lukrativere Aufträge hereinkommen.
Interview: Gerti Schön
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