Gemeinsam stärker
Radiocontrol Radio Capital FM gewinnt Reichweite, aber nicht auf Kosten von Radio BE1.
Radiocontrol Radio Capital FM gewinnt Reichweite, aber nicht auf Kosten von Radio BE1.Das Berner Lokalradio Capital FM, das erst seit Ende Januar 2006 so heisst und damals auch einen Relaunch vornahm, hat im dritten Quartal 2006 gegenüber seinem Konkurrenten BE1 an Boden gewonnen. Doch: Die meisten der folgenden Veränderungen sind geringfügig und bleiben im Vertrauensbereich. Capital FM ist also noch weit davon entfernt, das wichtigste Privatradio der Bundeshauptstadt zu sein.Im ersten Halbjahr wies der Newcomer noch eine Nettoreichweite von täglich 36’500 Hörern aus, 31’500 weniger als BE1. Zwischen Juli und Oktober hat sich der Abstand nun auf 23’000 Hörer verkürzt, weil BE1 im dritten Quartal 5600 Hörer verlor, Capital FM hingegen 2900 Hörer gewann. Interessant ist, dass Capital FM bei BE1 praktisch keine Hörer absog. Denn in fast allen Zielgruppen, in denen BE1 Reichweite verlor, sank auch die Reichweite von Capital FM.
Zwei Beispiele: Am meisten Hörer büsste BE1 bei der Zielgruppe der 35- bis 44-Jährigen ein, im dritten Quartal ging ihr Anteil gegenüber dem ersten Semester 06 um 3600 auf 15’100 Personen zurück (-19%). Davon profitierte Capital FM nicht, sondern verlor auf tieferem Niveau ebenfalls, und zwar 7 Prozent. Umgekehrt verzeichnete Capital FM seinen grössten Zuwachs bei den 15- bis 24-Jährigen und legte dort um 52 Prozent auf 7000 Hörer zu. Doch ging auch dies nicht auf Kosten von BE1, das in dieser Zielgruppe genau auf dem Niveau des ersten Halbjahres blieb. Relativ stark ausbauen konnte Capital FM auch bei den über 60-Jährigen. Hier gewann der Sender 2000 neue Hörer (+40%). Möglich, dass Capital FM in dieser Zielgruppe ein wenig bei BE1 über den Zaun fressen konnte, diesem sprangen aber nur gerade 400 Senioren ab (-9 Prozent).
Fragt sich, ob Capital FM Hörer von den DRS-Sendern abwarb oder ob immer mehr Personen mal BE1, mal Capital FM einschalten (Doppelhörer). Um dies zu beantworten, wären zusätzliche Zahlen nötig. Da Publica Data aber in der Regel keine Quartalszahlen herausgibt, muss man mit einem Kurzkommentar von Geschäftsführer Rolf Müller vorlieb nehmen. Er betont, dass die Reichweiten in Bern «äusserst stabil» seien. «Es scheint aber, dass es etwas mehr Doppelhörer von BE1 und Capital FM gibt», sagt Müller mit Blick auf seine Zahlen.
Markus Knöpfli
Zwei Beispiele: Am meisten Hörer büsste BE1 bei der Zielgruppe der 35- bis 44-Jährigen ein, im dritten Quartal ging ihr Anteil gegenüber dem ersten Semester 06 um 3600 auf 15’100 Personen zurück (-19%). Davon profitierte Capital FM nicht, sondern verlor auf tieferem Niveau ebenfalls, und zwar 7 Prozent. Umgekehrt verzeichnete Capital FM seinen grössten Zuwachs bei den 15- bis 24-Jährigen und legte dort um 52 Prozent auf 7000 Hörer zu. Doch ging auch dies nicht auf Kosten von BE1, das in dieser Zielgruppe genau auf dem Niveau des ersten Halbjahres blieb. Relativ stark ausbauen konnte Capital FM auch bei den über 60-Jährigen. Hier gewann der Sender 2000 neue Hörer (+40%). Möglich, dass Capital FM in dieser Zielgruppe ein wenig bei BE1 über den Zaun fressen konnte, diesem sprangen aber nur gerade 400 Senioren ab (-9 Prozent).
Fragt sich, ob Capital FM Hörer von den DRS-Sendern abwarb oder ob immer mehr Personen mal BE1, mal Capital FM einschalten (Doppelhörer). Um dies zu beantworten, wären zusätzliche Zahlen nötig. Da Publica Data aber in der Regel keine Quartalszahlen herausgibt, muss man mit einem Kurzkommentar von Geschäftsführer Rolf Müller vorlieb nehmen. Er betont, dass die Reichweiten in Bern «äusserst stabil» seien. «Es scheint aber, dass es etwas mehr Doppelhörer von BE1 und Capital FM gibt», sagt Müller mit Blick auf seine Zahlen.
Markus Knöpfli
