Die härteste Jury der Welt

Cannes Matter & Gretener bewirbt den jüngsten «Best of Press» von Publimedia mit einem augenzwinkernden Hinweis darauf, dass die Jury in Cannes als die kritischste der Welt gilt.

Cannes Letzte Woche trafen sich die Mitglieder des einheimischen ADC, um die besten Ideen des vergangenen Jahres zu bestimmen. Doch so streng unser ADC auch juriert – es ist immer wieder eine offene Frage, wie weit das in der Schweiz gewonnene Edelmetall auch bei der Weltmeisterschaft in Cannes auffallen kann. Die Jury dort gilt bekanntlich als die kritischste der Welt. Matter & Gretener nutzte diesen Insight zur Bewerbung des jüngsten «Best of Press» von Publimedia. In diesem Buch sind alle Anzeigen vereint, die letztes Jahr in Cannes einen Löwen gewonnen haben. Die Idee des Sujets: Nach einer Jurierung liegt nur noch der «Best of Press» auf dem Tisch und auf dem Boden ein Stapel mit Jahrbüchern verschiedener nationaler und internationaler Kreativwettbewerbe – das Schicksal aller zuwenig aufgefallenen Arbeiten, welche nach altem ADC-Brauch auf diese Weise ausgeschieden werden. (pan)

Deutsche Politologin leitet Ostschweizerinnen.ch alleine

Eva Grundl, Politologin aus Konstanz, übernimmt das Zepter des Frauenmagazins. Bis anhin wurde die Onlinezeitschrift Ostschweizerinnen.ch von ihr und Yvette Anhorn gemeinsam geleitet.

Eva Grundl, Politologin aus Konstanz, übernimmt das Zepter des Frauenmagazins. Bis anhin wurde die Onlinezeitschrift Ostschweizerinnen.ch von ihr und Yvette Anhorn gemeinsam geleitet. Wie aus einer Mitteilung der Publikation ersichtlich ist, tritt Yvette Anhorn aus zeitlichen Gründen ab, sie bleibt der Online-Plattform aber weiterhin als Schreiberin erhalten. Sie möchte Ostschweizerinnen.ch noch stärker dem neuen Feminismus zuwenden, sich für vermehrte Gleichberechtigung einsetzen und der Gewalt gegen Frauen mehr Platz einräumen. Die Zusammenarbeit mit Terre des Femmes, der Frauendatenbank von Louise Pusch, Emma, FRAZ und den internationalen Tages- und Wochenmedien soll darum weitergeführt werden. 

Köbi jasst für Strom

Der Schweizer des Jahres Köbi Kuhn steht für Axpo wieder vor der Kamera. Für den neuen Werbespot des Stromlieferanten ist der Regisseur Michael Steiner verantwortlich.

Der Schweizer des Jahres Köbi Kuhn steht für Axpo wieder vor der Kamera. Für den neuen Werbespot des Stromlieferanten ist der Regisseur Michael Steiner (Grounding, Mein Name ist Eugen) verantwortlich. Nach dessen Angaben gegenüber dem Fernsehmagazin Tele ist der Nati-Coach vor der Kamera sehr aufmerksam und agiere natürlich, ohne sich zu verstellen. Der Spot ist im Internet bereits zu sehen (Energiedialog.ch) und wird ab dem 26. Februar im Fernsehen ausgestrahlt. Dass sich ein Produkt mit Köbi Kuhn gut vermarkten lässt, ist nicht erst Axpo klar, denn der sympathische Nati-Coach kommt mit seiner natürlichen Art gut beim Publikum an. Nestlé und Crédit Suisse spannten den Sympathieträger in Vergangenheit auch schon vor die Kamera.

Schlüsselszene im All

Stellenmarkt Wirz hat für die Jobwinner-Kampagne in den Weltraum abgehoben und hat dort einen Spot gedreht.

Stellenmarkt Wirz hat für die Jobwinner-Kampagne in den Weltraum abgehoben und hat dort einen Spot gedreht.Mit drei bronzenen Würfeln vom ADC in den Kategorien Anzeige, Aussenwerbung und Illustration sowie einer Shortlist-Auszeichnung für den Sandwichman im Bereich Direkt/POS ist die Werbung von Wirz für Jobwinner soeben ausgezeichnet worden. Trotzdem ist das prämierte Kreativteam beim Feiern im Kaufleuten am vergangenen Sonntag nicht abgestürzt und gemäss Recherche brav um ein Uhr nach Hause gegangen. Die Stelle des verantwortlichen CD bei Wirz bleibt somit bis auf weiteres mit Matthias Freuler besetzt. Und dieser sucht nach dem armen Tierpfleger, der unter ein Nilpferd kam, sowie dem Gemüsebauer, der von einem Satelliten erschlagen wurde, bereits nach neuen Wechselwilligen im Arbeitsmarkt. Neu wird die Kampagne für Jobwinner aus dem Portfolio von Tamedia in diesem Jahr mit einem Film weitergeführt. Der Stil bleibt ebenso frisch und unkonventionell.Fataler SchlüsselverlustDer Spot präsentiert uns einen bemitleidenswerten Astronauten, der eben von der Reparaturarbeit an seiner Raumkapsel zurückkehrt. Draussen vor der Tür seiner hoch über der Erde schwebenden Kapsel muss er allerdings feststellen, dass er aus Versehen den Schlüssel zur Raumstation in dieser drinnen vergessen hat. «Houston, we have a problem …», kann man da nur sagen. Und wieder wird ein Job frei, denn der nächstgelegene Schlüsseldienst auf der Erde ist mindestens 35 000 Kilometer entfernt.
Der neue Jobwinner-Spot hat im Februar Premiere. Gedreht wurde er von Heinrich Reinachers Markenfilm (Schweiz). Regisseur Marc Schöllermann hat dazu in einer grossen Studiohalle in Deutschland mit einem über acht Meter grossen Raumschiff arbeiten können. Der Astronaut agierte beim Drehen an Drähten aufgehängt, die später am Bildcomputer wieder wegretouchiert wurden. Die Grundidee basiert darauf, dass der Astronaut zu seiner Kapsel einen gleichen Chip-Schlüssel hat, wie man ihn auf der Erde in Hotels vorfindet und gerne manchmal im Zimmer vergisst. Aber im All gibt es leider keine hilfsbereite Réception mit einem Ersatz.
Die Sujets für Jobwinner mit ihren augenzwinkernden Botschaften haben in der ersten Staffel neben den ADC-Preisen auch schon viele Fans gewonnen. Zwar hätte es auch ein paar böse Briefe gegeben, meint Freuler. Der übertriebene Stil der Comics und ihr schwarzer Humor ist von der Mehrheit aber verstanden worden. Neben dem Film sollen deshalb auch in diesem Jahr weitere Anzeigen und Plakate folgen.

Andreas Panzeri

In die richtige Richtung

Rabatte Die Mediaagenturen begrüssen die neue Handlingsentschädigung von NZZ und Publimedia. Die Verlage mit P-Regie freut es auch, diese allerdings mit Vorbehalt.

Rabatte Die Mediaagenturen begrüssen die neue Handlingsentschädigung von NZZ und Publimedia. Die Verlage mit P-Regie freut es auch, diese allerdings mit Vorbehalt.Urs Schneider, Inhaber der Mediaagentur MediaSchneider, begrüsst die Handlingsentschädigung (HE), die NZZ und Publimedia fürs Buchen bei NZZ-Titeln beschlossen haben (siehe Kasten). «Wie die Direktbuchungsentschädigung hilft sie, unsere Unkosten  zu decken», sagt er. Dennoch ist er «etwas irritiert». «Warum wird die HE nur bei NZZ-Titeln gewährt und nicht bei allen Verlagen  mit Publicitas-Regie?», fragt der Mediastratege.Damit spricht Schneider vielen Mediaagenturen aus dem Herzen. Denn eine bloss NZZ-bezogene HE kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Von einem «ersten Schritt in die richtige Richtung» spricht deshalb Chris Flückiger, Geschäftsführer von Mediatonic. «Es zeigt, dass die P langsam versteht, worum es wirklich geht.» Kritisch merkt er aber an, dass die HE «im Prinzip nichts anderes als ein Preisrabatt» sei, den Mediatonic an die Kunden weitergeben werde – wie andere Rabatte auch. Anders bei der Direktbuchungsentschädigung (DBE): Diese darf Mediatonic jeweils behalten.
Ganz anders bei Konnex: Die Agentur lässt sich von den Kunden nach Aufwand honorieren, nicht nach Volumenprozenten, weshalb sie alle Rabatte, die DBE und jetzt auch die neue HE ihren Kunden weitergibt. «Für uns spielt die HE deshalb keine Rolle. Aber für Agenturen, die nach Prozent bezahlt werden, ist sie sicher eine zusätzliche Einkommensquelle», anerkennt Konnex-Mitinhaber Ronny Schmid.
Noch völlig offen ist, wie der Verband Schweizerischer Werbeauftraggeber reagiert. Direktor Jürg Siegrist will «das Thema Entschädigungen nun global unter die Lupe nehmen».
Ein besonderes Interesse an der neuen HE bekunden natürlich Verlage mit Publicitas-Regie. Auch sie gehen davon aus, dass sich die HE nicht nur auf die NZZ beschränken kann. Alle wollen gleich lange Spiesse gegenüber den Eigenregieverlagen mit DBE. «Die HE forciert natürlich unsere Überlegungen, doch wissen wir noch zu wenig darüber», sagt etwa Beat Meyer, CEO der Basler Zeitung Medien, die als erster P-Regieverlag an einer Entschädigungsform herumstudierte. Auch Erwin Bachmann, CEO der zur NZZ-Gruppe gehörenden LZ Medien, findet die HE «einen interessanten Ansatz», über den er nun aber erst mit der P sprechen werde. Ähnlich klingt es bei AZ Medien, bei der Bieler Gassman AG und seitens Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument, Chef der Südostschweiz. «Doch was in Zürich Brauch ist, folgt meist mit etwas Verzögerung auch bei uns», sagt Lebrument.
Marcel Siegenthaler, Leiter Werbemarkt von Edipresse Schweiz, ist vorsichtiger. Zwar erwartet er für die Edipresse-Zeitungen, die allesamt in P-Pacht sind, ebenfalls eine Lösung  «insbesondere für Matin bleu, denn dieser steht in direkter Konkurrenz zu Tamedias 20 minutes, wo eine DBE gewährt wird». Dennoch will er zuerst wissen, wie die HE im Detail finanziert wird: Bezahlt die P, bezahlt der Verlag – oder beide? Eine Frage, die NZZ und P bisher unbeantwortet liessen (siehe WW 3/07). «Wir sind jedenfalls nicht gewillt, diese Kosten zu übernehmen», sagt Siegenthaler. Eine HE sei Sache der P, weil ihr die Agenturen ja mit professionellen Vorleistungen Arbeit abnähmen. «Darum soll die P die HE doch von der Inseratekommission nehmen, die wir ihr bezahlen.»
 

 
 
Die Handlingsentschädigung in KürzeLetzte Woche beschlossen Publimedia und die NZZ-Gruppe,
den Grosskunden und Mediaagenturen ab Anfang Jahr eine «Handlingsentschädigung» von einem Prozent zu gewähren, sofern sie jährlich mindestens für 0,5 Millionen Franken Inserate bei NZZ, NZZ am Sonntag und dem neuen Magazin Z buchen. Sie reagieren damit auf die Direktbuchungsentschädigung, die die meisten Eigenregieverlage jenen Agenturen offerieren, die unter Umgehung der P direkt beim Verlag buchen. Markus Knöpfli

Uni Genf lanciert Journalismus-Masterstudiengang

Die Universität Genf bietet ab kommendem Sommersemester einen Masterstudiengang in Journalismus an. Das zweijährige Programm unter der Leitung von Professor Ueli Windisch, der die Studierenden mit einem achtköpfigen Team betreut.

Die Universität Genf bietet ab kommendem Sommersemester einen Masterstudiengang in Journalismus an. Laut der Tribune de Genève steht das zweijährige Programm unter der Leitung von Professor Ueli Windisch, der die Studierenden mit einem achtköpfigen Team betreut. Zudem arbeitet der Studiengang – dessen Finanzierung für die kommenden drei Jahre gesichert ist – mit der internationalen Professoren-Gruppe der Abteilung Kommunikation und Medien zusammen, die seit zehn Jahren an der Uni Genf besteht.Ein zweites Projekt von Windisch hat ebenfalls Anfang Woche grünes Licht vom Rektorat erhalten. Es handelt sich dabei um eine mehrsprachige Journalistenschule. Gelehrt werden soll in Zusammenarbeit mit dem Bereich Kommunikation und Medien der Universität Fribourg sowie dem Studiengang Journalismus und Organisationskommunikation der Zürcher Hochschule Winterthur.

Benteli Hallwag und Dynamic Solution kooperieren

Das Berner Traditionsunterhemen Benteli Hallwag übernimmt 20 Prozent des Aktienkapitals der Internetdienstleisterin Dynamic Solution. Mit dieser strategischen Partnerschaft baut Benteli Hallwag die Crossmedia-Kompetenz aus.

Das Berner Traditionsunterhemen Benteli Hallwag übernimmt 20 Prozent des Aktienkapitals der Internetdienstleisterin Dynamic Solution. Mit dieser strategischen Partnerschaft baut Benteli Hallwag die Crossmedia-Kompetenz aus. Die Kunden beider Unternehmen sollen durch vereinfachte Produktionsprozesse und Kostenvorteile profitieren, ist in der Mitteilung des Unternehmens zu lesen. Dynamic Solution unterstützt den Druckbetrieb beim Aufbau des Publikationskanal Internet. Dafür erhält sie das exklusive Realisationsrecht für Internetaufträge. Bentelli Hallwag ist mit 160 Mitarbeitern die viertgrösste Akzidendruckerei der Schweiz und gehört zur Espace Media Group. Dynamic Solution ist auf Online-Kommunikation spezialisiert und beschäftigt 15 Mitarbeitende. Das Unternehmen konzipiert und realisiert Weblösungen für Firmen, Organisationen und Verwaltungen.

Offensive gegen TeleZüri

Fernsehen Ringier, die Schaffhauser Medien, die Südostschweiz und Goldbach Media blasen zum Halali gegen TeleZüri – mit dem kleinen Sender ZüriPlus an der Spitze.

Fernsehen Ringier, die Schaffhauser Medien, die Südostschweiz und Goldbach Media blasen zum Halali gegen TeleZüri – mit dem kleinen Sender ZüriPlus an der Spitze.Ein künftiges Zürcher Regionalfernsehen mit Bundeskonzession, Leistungsauftrag, Gebührensplittinganteil und garantierter analoger Verbreitung soll nicht nur den Kanton Zürich, sondern auch die Kantone Schaffhausen und Glarus abdecken. So sieht es der Vorschlag des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) vor. Bereits hat TeleZüri für dieses Gebiet Interesse angemeldet und in Aussicht gestellt, dass man – wie vom Bakom verlangt – für die Zusatzregionen je ein eigenes Programmfenster betreiben würde.Tagesaktuelles ZüriPlusDoch nun erwächst dem Tamedia-Sender ernst zu nehmende Konkurrenz, und zwar vom kleinen Zürcher Regional-TV ZüriPlus. Dieser ist heute nur in zwölf Glattaler Gemeinden analog empfangbar und produziert wöchentlich bloss eine Stunde Programm. Doch dessen Betreiberin, die HTV AG mit Sitz in Wallisellen, hat sich mit den Medienhäusern Ringier, Südostschweiz, Meier + Cie. (Schaffhauser Nachrichten) sowie der TV-Vermarkterin Goldbach Media zusammengetan und plant ein tagesaktuelles Zürcher Fernsehen. Bereits ist das Firmenquintett daran, ein Konzessionsgesuch für das neue TV-Versorgungsgebiet Zürich vorzubereiten. Dies geht aus der Stellungnahme hervor, die HTV im Rahmen der Vernehmlassung zu den neuen TV-Versorgungsgebieten ans Bakom geschickt hat. Dem Schreiben liegt eine Erklärung bei, in der HTV und die TV-Töchter der drei Medienhäuser bekräftigen, dass sie ein gemeinsames Unternehmen in Wallisellen gründen wollen.
Offen ist noch, ob sie dazu eine neue Firma gründen oder die bestehende HTV erweitern werden. Goldbach Media seinerseits erklärt sich an der Vermarktung des Senders interessiert. Unterschrieben ist das Papier von Fibo Deutsch, Geschäftsleiter Ringier-TV, von Südostschweiz-Chef Hanspeter Lebrument, von Norbert Neininger, Verleger der Schaffhauser Nachrichten, von Goldbach-CEO Klaus Kappeler sowie von HTV-Geschäftsführer Peter Steinmann.
Letzterer ist die treibende Kraft beim neuen Projekt, doch mittlerweile ziehen Lebrument und Neininger ähnlich stark am Zürcher TV-Strick. Denn sie haben die Chance des neuen Projekts erkannt: Während ZüriPlus für das Zürcher Programm aufkäme, könnten Lebruments Tele Südostschweiz (TSO) und Neiningers Schaffhauser Fernsehen (SHTV) die Inhalte für das Glarner bzw. das Schaffhauser Programmfenster liefern. Kurz: Jeder will seine Stärke einbringen. Das gilt auch für Ringier-TV und Goldbach.
ZüriPlus endlich analogNatürlich liegen dem Vorhaben auch finanzielle und strategische Überlegungen zugrunde: ZüriPlus käme mit einer Konzession endlich zu einer analogen Verbreitung im ganzen Kanton Zürich – ein Recht, das dem Sender aufgrund seiner bisherigen Konzession eigentlich längst zusteht, jedoch von der Cablecom verweigert wurde. Ferner erhielte der Sender auch Geld aus dem Gebührensplitting.
Anders liegt die Sache bei Neininger: Sein SHTV, das künftig kaum mehr Gebührengelder erhalten wird, will er nicht aufgeben. Mit einem Fuss im Zürcher Projekt würde die behördliche Geldquelle aber nicht ganz versiegen. Zudem könnte sich Neininger so wieder beim nationalen TV-Werbemarkt anhängen. Ähnlich geht Lebrument vor: Selbst wenn der Kanton Glarus vom TSO-Gebiet weg zum Zürcher Versorgungsgebiet geschlagen werden sollte, würde er es mit seiner Beteiligung bei ZüriPlus nicht ganz verlieren – zudem gewänne er den direkten Anschluss an die Wirtschaftsmetropole. «Das Zürcher Versorgungsgebiet ist gross und bevölkerungsstark. Nach den Bakom-Plänen würde es aber derart überragend, dass wir uns einfach daran beteiligen müssen», sagt er.
Bei beiden Verlegern sind allerdings auch Ressentiments gegenüber Tamedia zu spüren. Neininger verübelt dem Zürcher Konzern, dass dieser bei der Schaffhauser Regierung (vergeblich) für das eigene Gross-TeleZüri lobbyierte. «Mit uns hat Tamedia nie gesprochen, was auch eine Möglichkeit gewesen wäre», sagt Neininger. Und Lebrument ärgert sich, dass TeleZüri heute beim TV-Werbepool TeleNewsCombi (TNC) mehr als 50 Prozent der TNC-Einnahmen für sich beanspruche – wegen der Reichweite. Der Rest muss unter die übrigen TNC-Mitglieder verteilt werden. «Tamedia bot nie Hand zu einem ausgleichenden Verteilschlüssel», sagt Lebrument.
Gute Chancen gegen TeleZüriIm Gegensatz zu Lebrument und Neininger hat Ringiers Interesse an ZüriPlus vor allem pragmatische Gründe: «Unsere Strategie lautet:  Wir produzieren für alle, die bezahlen», sagt Ringier-TV-Geschäftsführer Fibo Deutsch. In diesem Sinn sei Ringier bereit, das Projekt zu begleiten. Ob sich Ringier dereinst auch am Projekt beteilige, sei hingegen noch gar nicht sicher. «Vielleicht werden wir auch nur als Auftragnehmer dabei sein», sagt Deutsch.
Doch alle Beteiligten sind überzeugt, dass ZüriPlus gegen TeleZüri bestehen kann und gute Chancen für eine Zürcher Konzession hat. «Qualitativ stehen wir TeleZüri in nichts nach, zudem ist bei uns auch das regionale Know-how vorhanden», sagt Steinmann. Zweitens sei sein Projekt breiter abgestützt und damit unabhängiger. Und drittens gebe es keinen Grund, weshalb das Uvek Tamedia eine Konzession mit Gebührenanteil geben sollte. «Tamedia hat gezeigt, dass sie es ohne machen können», sagt er. Doch offiziell ist das Rennen noch gar nicht eröffnet. Zuerst müssen sich Bakom und Uvek über die Vernehmlassungsantworten beugen und die Versorgungsgebiete definitiv festlegen. Die Konzessionsausschreibungen erfolgen frühestens im Sommer, vermutlich später. Bis dahin dürften weitere TV-Projekte für das Versorgungsgebiet Zürich angemeldet werden.
 
 
 
Ringiers Déjà-vuSchon einmal war Ringier im Regional-TV-Bereich engagiert
– bei TeleZüri: Bis Anfang 1999 hielt der Zürcher Konzern 33 Prozent, so wie Tamedia und TeleZüri-Gründer Roger Schawinski auch. Doch weil Letzterer stets die Stimmenmehrheit behielt, konnten sich die Verleger mit ihren Strategien nicht durchsetzen. Damit kam es zum Krach im TeleZüri-Verwaltungsrat, worauf Ringier das Gremium verliess und seinen Anteil je hälftig an Schawinski und Tamedia verkaufte. Markus Knöpfli

Manfred Eggenschwiler verkauft für UD Print

Mit Manfred Eggenschwiler verstärkt UD Print, das Stammhaus der Luzerner UD Medien-Gruppe, ab 1. Februar das Verkaufsteam im Bereich Corporate Publishing. Eggenschwiler ist gelernter Drucker und Absolvent verschiedener Kader- und Verkaufsschulen.

Mit Manfred Eggenschwiler verstärkt UD Print, das Stammhaus der Luzerner UD Medien-Gruppe, ab 1. Februar das Verkaufsteam im Bereich Corporate Publishing. Eggenschwiler ist gelernter Drucker und Absolvent verschiedener Kader- und Verkaufsschulen. Zurzeit besucht er den zweijährigen Skugra-Diplomkurs «Marketing- und Verkaufsleiter» und war zuletzt während neun Jahren als Kundenberater im Verkauf in der grafischen Branche tätig. Zu den Unternehmen der UD Medien-Gruppe zählen UD Print, Sticher Printing, UD Neue Medien, Anzeiger Luzern, Insider Verlag sowie Kalender+Werbe.

Beste Werbung für Werbung

Gastkommentar Frank Bodin sind anlässlich der Verleihung der Goldwürfel sieben Dinge aufgefallen.

Gastkommentar Frank Bodin sind anlässlich der Verleihung der Goldwürfel sieben Dinge aufgefallen.1. Schweizer Werbung ist Weltklasse: Wenn es für den Film «Hochzeitstag» für Fleurop der Walker Werbeagentur Platin oder einen Grand Prix gegeben hätte, er wäre von der Jury verliehen worden. «Hochzeitstag» darf zu einem der grossen Favoriten aus der Schweiz an den grossen internationalen Festivals gezählt werden.2. Die Schweiz ist auch ein Filmland: Dass der 2006er einer der besten Filmjahrgänge der Schweiz überhaupt ist, zeigen die beiden weiteren Film-Goldwürfel. Insgesamt schafften es nur elf Spots auf die Film-Shortlist – womit gesagt ist, dass man auch auf eine Shortlist-Platzierung Stolz sein darf.  
3. Qualität schlägt Quantität: Als vor einigen Jahren Qualitätskriterien nach internationalen Standards für den ADC Schweiz gefordert wurden, gab es einen Auf-schrei. Heute kann sie fast jeder Kreative auswendig: in erster Linie nach Qualitätskriterien zu jurieren statt nach Quoten zeigt positive Folgen. Die sehr guten Arbeiten sind klarer von den guten zu unterscheiden. Und das Niveau der Spitzenkreation aus der Schweiz ist gestiegen. Womit der vor Jahren von Martin Suter formulierte Satz «Der ADC verbessert die Werbung, in dem er sie juriert» vielleicht doch seine Richtigkeit hat. Die Qualitätskriterien haben noch eine weitere Folge: Die Agenturen sind selbstkritischer – bereits bei den Einsendungen. Kaum eine Agentur reicht chancenlose Arbeiten ein, um mit einem Kunden vertreten zu sein. So erklärt sich, dass dieses Jahr 141 Arbeiten weniger als letztes Jahr eingereicht wurden.
4. Mehr ausgezeichnete Werbung mit mehr Relevanz: Unter den Gewinnern sind bekannte Auftraggeber und Marken vertreten. Auch wenn der ADC in erster Linie Kreativität und Innovation beurteilt, so ist die Relevanz der Werbung bei der Vergabe von Edelmetall auch ein Kriterium – Bastelarbeiten und Fakes haben es schwer.
5. Ausgezeichnete Arbeiten für ausgezeichnete Kunden von ausgezeichneten Agenturen: 35 Agenturen dürfen sich mit ihren Auftraggebern über mindestens eine Shortlist freuen. Mit fünf Goldwürfeln ist die Walker Werbeagentur sicher
die grosse Gewinnerin dieses Jahrgangs. Die meisten Auszeichnungen macht ein Kreativ-Oktett unter sich aus: Walker, SFLB, Wirz, Publicis, Ruf Lanz, AY&R, Euro RSCG Switzerland, Jung von Matt.  
6. Definitionsschwierigkeiten in den Kategorien New Media, Gesamtkampagne, Low-’n’-now-Budget, POS, Verkaufsförderung: Dass eine Unterhose auch Aussenwerbung sein soll, zeigt die Kreativität bereits bei den Einreichungen. In einigen Kategorien sind die Auslegungen zum Teil schon fast abenteuerlich – der ADC-Vorstand wird das Problem anpacken.  
7. The Spirit of ADC: Im Gold- und Silber-Level waren sich die Jurymitglieder oft einig, während die eine oder andere Bronze doch die eine oder andere Diskussion nach sich zog: Die Differenzierung reicht da zumindest verbal von «schlechter Bronze» bis «Wohlfühl-Bronze». Fest steht aber, dass mit dem neuen Jurierungssystem jede einreichende Agentur die gleiche Chance hat – dass kleine Agenturen mit wenigen oder überhaupt keinen ADC-Mitgliedern nicht benachteiligt sind, verdeutlicht das diesjährige Resultat, welches beste Werbung für die beste Werbung der Schweiz ist.
Frank Bodin ist Präsident und CEO der Werbeagentur Euro RSCG.

Ferris Bühler kommuniziert für MusicStar und Mister Schweiz

Die in Baden domizilierte Agentur Ferris Bühler Communications wird im Auftrag von Sony BMG Music den Gewinner aus der SF-Show «MusicStar» vermarkten. Auch betreuen die Experten ab übernächster Woche die Kandidaten der Mister Schweiz Wahl.

Die in Baden domizilierte Agentur Ferris Bühler Communications wird im Auftrag von Sony BMG Music den Gewinner aus der SF-Show «MusicStar» vermarkten. Auch betreuen die Experten ab übernächster Woche die Kandidaten der Mister Schweiz Wahl. Als Kommunikationsagentur der Marquard Event Promotion machen sie die Beaus für die Medien fit und begleiten die Wahl des schönsten Schweizers national mit verschiedenen Mediengeschichten. Seit der Abgabe seines Schönheitstitels vermarktet Ferris Bühler den Mister Schweiz 2005 Renzo Blumenthal. Gemäss Cash daily zählt Blumenthal heute neben Michelle Hunziker und Roger Federer zu den Schweizer Top Personality Brands. Neu an Bord begrüsst Ferris Bühler die ausgebildete PR-Fachfrau und Journalistin Jana Zahradnik. Sie unterstützt das Team seit Mitte Januar.

Radiotele säte, Publisuisse erntet

Werbekombis Westschweizer Lokal-TVs lassen ihr neues Tele Romandie Combi von der SRG-Tochter Publisuisse vermarkten.

Werbekombis Westschweizer Lokal-TVs lassen ihr neues Tele Romandie Combi von der SRG-Tochter Publisuisse vermarkten.Nach gut sechsjähriger Diskussion ist es auch in der Westschweiz so weit: Die sieben grösseren Lokal-TVs schliessen sich zu einer einfachen Gesellschaft namens Groupement des Télévisions Régionales Romandes (GTRR) zusammen und lancieren Télé Romandie Combi (TRC), ein flächendeckendes Werbekombi. Damit erhält das Deutschschweizer TeleNewsCombi (TNC) aus Sicht der Werbewirtschaft endlich ein privates Westschweizer Pendant. Mit im Boot sind das Genfer TV Léman Bleu,  TVRL in Lausanne, ICI-TV in Vevey, Canal 9 in Sierre VS, Canal Nord-Vaudois in Yverdon, Tele Bielingue in Biel und Canal Alpha in Cortaillod NE.TRC soll im März oder im April starten – mit der SRG-Tochter Publisuisse als Exklusivvermarkterin. Die Sender bleiben aber weiterhin selbst für die lokale und regionale Werbung zuständig. «Publisuisse hat uns das beste Angebot gemacht», sagt Pierre-André Léchot, GTRR-Präsident  und Chef von Canal Alpha. Das Nachsehen haben die PubliGroupe-Tochter Radiotele sowie die Goldbach-Tochter IP Multimedia.
Die Vergabe an Publisuisse lässt aufhorchen, vermarktet sie doch auch das TNC in der Deutschschweiz, allerdings nicht allein, sondern zusammen mit Radiotele. Diese Kooperation geht aber auf die Zeit zurück, als Radiotele noch selbstständig war. Besonders für Radiotele-Gründer Bruno Oetterli, der aktuell nicht erreichbar war, ist der Westschweizer Entscheid bestimmt eine bittere Pille, ist er doch jahrelang unermüdlich für die Kombiidee geweibelt und hat versucht, die Westschweizer Lokal-TVs an einen Tisch zu bringen. Nun darf Publisuisse ernten. Für den Printriesen PubliGroupe ist der Entscheid eine fette Ohrfeige.
Dennoch erstaunt das wenig. Denn Publisuisse kam schon in der Deutschschweiz nicht zuletzt darum zum Zug, weil sie anbot, das TNC in ihrem Buchungstool Publiplan aufzuschalten. Seither ist das TNC am selben Ort plan- und buchbar wie die Marktleader-Sender der SRG – was das Handling für Agenturen stark vereinfacht. Dasselbe Angebot machte Publisuisse auch dem TRC. Dem können P und IP nichts wirklich Vergleichbares entgegensetzen.
Ähnlich wie in der Deutschschweiz plant Publisuisse zudem gemeinsame Werbeangebote zwischen dem Westschweizer Fernsehen (TSR) und TRC. «Westschweizer Inhalte für ein Westschweizer Publikum», sagt François Besençon, Romandie-Verantwortlicher von Publisuisse.
Ein zweiter Grund spielte wohl auch noch eine Rolle: TSR und die Privat-TVs sind seit Jahren in der Communauté Télé Romande zusammengeschlossen, wo man etwa Ausbildungsfragen oder punktuelle redaktionelle Kooperationen behandelt. Die Communauté wurde auch schon als Stillhalteabkommen zwischen TSR und Lokal-TVs bezeichnet, das Letztere bestimmt nicht gerne aufs Spiel setzten. Besençon betont zwar, dass TRC und die Communauté nichts miteinander zu tun haben. Doch er bestätigt, «dass die gute Stimmung zwischen Lokal-TVs und TSR sicher eine gute Basis für die neue kommerzielle Zusammenarbeit bildet».
Markus Knöpfli

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