Neue Lösung, doch altes Problem bleibt

Privatfernsehen Die Westschweizer Privat -TVs haben ein Problem: Trotz erweitertem Kombi und neuer Vermarkterin fehlt es ihnen an Performance und an brauchbaren Zahlen.

Privatfernsehen Die Westschweizer Privat -TVs haben ein Problem: Trotz erweitertem Kombi und neuer Vermarkterin fehlt es ihnen an Performance und an brauchbaren Zahlen.Die Lokal-TV-Szene der Westschweiz ist noch heterogener und eigenwilliger als jene der Deutschschweiz. Während letztere sich schon im letzten Jahrtausend zu einer sprachregionalen Werbekombination, dem TeleNewsCombi (TNC) zusammenschloss, war dies in der Romandie erst vor eineinhalb Jahren möglich – und geschah dennoch nur halbbatzig: Zwar kam das RomandieNewsCombi (RNC) zustande, doch nur dank dem geduldigen Ziehen und Stossen der Vermarkterin Radiotele. Zudem machten bloss fünf Sender mit: TVRL in Lausanne, ICI-TV in Vevey, Canal 9 in Sierre (VS), Canal Nord-Vaudois in Yverdon und Canal Alpha in Cortaillod (NE). Nicht dabei waren der Genfer Sender Léman Bleu und Tele Bielingue (Biel).Mittlerweile besteht aber auch das RNC nicht mehr, es wurde per Ende 2006 gekündigt. Der Grund: Léman Bleu und Télé Bielingue konnten sich doch noch zum Mitmachen entscheiden, weshalb das RNC vom neuen Télé Romandie Combi (TRC) abgelöst wird. Damit wird erstmals die ganze Romandie aus einer Hand mit Lokal-TVs abdeckbar. Vor kurzem haben die sieben Sender zudem bereits SRG-Vermarkterin Publisuisse zu ihrer Vermarkterin erkoren. Dies löste allerdings bei PubliGroupe-Tochter Radiotele, die ebenfalls offeriert hatte, Erstaunen aus. «Ich hatte damit gerechnet, dass wir von den Westschweizer Sendern noch einmal zu einem Gespräch eingeladen würden. So war es jedenfalls angekündigt», sagt Radiotele-Geschäftsführer Bruno Oetterli. Ähnliches ist seitens IP Multimedia zu hören.
Doch Oetterli kann sich mit dem Entscheid abfinden. «Publisuisse wird nun zeigen müssen, wie erfolgreich sie in diesem Markt agieren kann. Bis anhin hat sie ja primär TV-Sender der SRG vermarktet», sagt er. Doch stimmt das? Immerhin ist Publisuisse seit 2002 Co-Vermarkterin des Deutschschweizer TeleNewsCombi (TNC), zusammen mit Radiotele, sie dürfte also durchaus gewisse Erfahrungen im Lokal-TV-Markt haben. Dazu Oetterli: «Der TNC-Umsatz kommt hauptsächlich über uns oder dann von den Agenturen, die online über den Publiplan buchen.» Einige TNC-Sender bestätigen dies. Publisuisse-Marketingleiter Markus Hollenstein hingegen will keine Stellung nehmen.
Vergleichsdaten fehlenOetterli weist auf einen weiteren Punkt hin: Trotz Vermarkterin Publisuisse «bleibt das Hauptproblem der Westschweizer Lokal-TVs bestehen. Die meisten verfügen über keine Telecontrol-Daten. Somit sind sie weiterhin nicht mit TSR oder den ausländischen Sendern vergleichbar.» Tatsächlich vermochte Telecontrol (TC) schon für das bisherige RNC bloss globale Zahlen auszuweisen: Die fünf Sender kamen 2006 auf eine durchschnittliche Nettoreichweite von 112500 Zuschauern, zusammen mit Léman Bleu und Tele Bielingue dürften es etwa 170000 Personen sein. Doch senderspezifische Angaben oder gar WerbeblockRatings sind wegen der geringen Nutzung allenfalls bei Léman Bleu und TVRL möglich – bei den übrigen sind die Fallzahlen zu gering. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Sender nur über kleinräumige TV-Gebiete verfügen.
Der ungenügende Leistungsausweis scheint allerdings nicht überall ein Problem zu sein. «Weil die Lokal-TVs in der Romandie ja nicht die Lead-Sender sind, spielt das Fehlen der TC-Daten keine grosse Rolle», sagt etwa Gregor Doser, Head of Electronic Media bei der Media-Agentur Mediaedge:cia Switzerland. Meist platziere man ja keine grossen Summen in diesem Medium, sondern versuche primär, Kampagnen zu optimieren, meint er.
Doch damit ist auch klar: Falls die Westschweizer Sender versuchen wollen, etwas aus dem Schatten der TSR zu treten, brauchen sie eine höhere Nutzung und dann auch TC-Daten. Das wissen auch die Senderbetreiber. Was sie tun, um ihr Programm zu verbessern, ist allerdings unklar. Das Manko fehlender Daten versuchen sie hingegen etwas abzuschwächen, indem sie sich neu bei der Grundlagenforschung der SRG-Tochter Publica Data anhängen. Deren wöchentliche Interviews sollen mit Fragen zum Zuschauerverhalten in der Westschweiz ergänzt werden, so dass quartalsweise etwa 1500 Interviews zur Westschweizer Lokal-TV-Nutzung ausgewertet werden können. PDAG-Geschäftsführer Rolf Müller bestätigt entsprechende Gespräche, betont aber, dass noch nichts definitiv sei. Zudem werde die PDAG dies nur ausnahmsweise und während höchstens zwei Jahren machen. Ferner stellt er klar, dass die aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse ebenfalls keine Aussagen auf Sender- oder Werbeblockebene zulassen würden.   
Markus Knöpfli

Radio und TV aus einer Hand?

Radio- und TV-Werbung Will Tamedia die SRG-Vermarkterin Publisuisse zum One-Stopp-Shop machen?

Radio- und TV-Werbung Will Tamedia die SRG-Vermarkterin Publisuisse zum One-Stopp-Shop machen?Die Werbung auf den Schweizer Lokalradios verharrt seit Jahren auf einem Marktanteil von gut drei Prozent. Auch die Lokal-TVs sind unzufrieden mit dem, was ihnen vom Werbekuchen zufällt. Wie können diese Medien ihre Anteile erhöhen? Indem sie die Reichweite vergrössern und das Handling für die Media-Agenturen vereinfachen. Genau das peilt Tamedia an, die an zwei TV-Sendern und drei Radios (teils indirekt) beteiligt ist. Andreas Meili, Tamedias Leiter Elektronische Medien, hat die Erweiterung des Swiss Radio Pools zur grössten Radiokombination forciert. Und beim Handling verfolgt er ebenfalls eine Vision: Die SRG-Vermarkterin Publisuisse soll künftig die wichtigsten Lokalradio- und Lokal-TV-Pools vermarkten. Der Hauptgrund: Publisuisse verfügt über den Publiplan, ein Tool, das bei den Agenturen etabliert ist und mit dem sich die Marktleader-Sender der SRG planen und buchen lassen. Das Tool lässt sich zudem ausbauen: Seit fünf Jahren ist dort auch das TeleNewsCombi (TNC), die Kombination der Deutschschweizer Privat-TVs, aufgeschaltet, seither hat sich der TNC-Umsatz etwa vervierfacht.Denselben Effekt erhofft sich Meili auch andernorts, etwa beim Swiss Radio Pool (SRP), für den derzeit ein Vermarkter evaluiert wird. Die Wahl scheint allerdings bereits getroffen: Mitte Januar verkündete Meili, dass Publisuisse als SRP-Vermarkterin in der Pole Position sei. Gegenüber der Werbewoche bestätigt er: «Bisher vermochten die von Publisuisse gemachten Vorschläge die SRP-Partner am meisten zu überzeugen.» Auch hier spielt der auf das Medium Radio adaptierbare Publiplan eine Rolle.
Doch warum die Vorankündigung? Meili verfolgte wohl einen Zweck. Doch welchen? Vermutlich signalisierte er Entsprechendes in die Romandie, wo man für das neue TéléRomandieCombi auch einen Vermarkter evaluierte. Tatsächlich: Bloss zwei Wochen später teilten die dortigen Lokal-TVs mit, dass sie nicht nur die Kombi-Reichweite ausgebaut, sondern auch Publisuisse zur alleinigen Vermarkterin erkoren haben. Wichtige Gründe waren auch dort der Publiplan (siehe WW 4/07), die Umsatzzuwächse des TNC – und wohl nicht zuletzt Meilis deutlicher Wink.
Warum aber sollte Tamedia daran interessiert sein, dass Publisuisse auch die Vermarktung der Westschweizer Lokal-TVs übernehmen kann? Damit würde das Handling des Mediums Lokal-TV vereinheitlicht – was letztlich allen Sendern dient. Sollte nun Publisuisse auch beim SRP zum Zug kommen, böte dies erst recht Synergiemöglichkeiten – crossmedial zwischen Radio und TV, vor allem aber mit den SRG-Medien. Dies könnte den Lokal-Radios und -TVs zusätzlichen Schub geben.
Noch bleibt aber ein Haar in der Suppe: Beim TNC ist Publisuisse «bloss» Co-Vermarkterin, zusammen mit Radiotele. Doch zwei Vermarkter verteuern die Kommission unnötig, Publisuisse allein würde genügen. Mögliches Szenario deshalb: TeleZüri kündigt die TNC-Mitgliedschaft per Ende 2007, um eine neue «Vermarkter-Evaluation» zu erzwingen.
Mit all dem konfrontiert, meint Meili: «Diese Thesen sind interessant, haben aber mit der Ausschreibung des Swiss Radio Pools wenig zu tun.» Dies sagt er, ohne die Thesen zu dementieren.    
Markus Knöpfli

Inseln im Meer der Reize

Point-of-Sale-Werbung Hersteller und Handel versuchen mit gedruckten und elektronischen Werbemitteln sowie Gesprächen, auffällige Werbebotschaften in einem überfrachteten Ambiente an den Kunden zu bringen.

Point-of-Sale-Werbung Hersteller und Handel versuchen mit gedruckten und elektronischen Werbemitteln sowie Gesprächen, auffällige Werbebotschaften in einem überfrachteten Ambiente an den Kunden zu bringen. Es ist eine Binsenweisheit: Über 80 Prozent der Kaufentscheidungen werden am PoS getroffen. Logisch, dass die Werbewirtschaft besonders hier Akzente setzen will. Aber als ob die vielen bunten Verpackungen nicht schon genug Reize aussenden würden, tragen zusätzliche Hingucker zur nunmehr totalen Reizüberflutung bei. In manchen Supermärkten orientieren sich die Kunden lieber an der Werbung, weil die Sortiment-Hinweisschilder völlig untergehen. Und trotzdem gelingt es, gezielt Aufmerksamkeit zu erregen.Gedruckte WerbemittelKlassische PoS-Werbemittel sind noch immer die Displays aus Faltschachtel- und Wellkarton in ihren diversen Konstruktionen zu verschiedensten Zwecken. Das Kartonmaterial wird entweder direkt im Bogenoffset- oder Flexodruck bedruckt (Postprint) oder im Flexodruck vorgedruckt und dann auf den Wellkarton kaschiert (Preprint).
Grundsätzlich ist zu überlegen, ob die Displays getrennt von der Ware geliefert werden. Denn dann müssen die Konstrukte vom Handelspersonal leicht zu entfalten und zusammenzustecken sein, bevor die Ware einsortiert wird. Wenn sie gleichzeitig die Funktion einer Transportverpackung wahrnehmen sollen, dann werden sie idealerweise schon vom abpackenden Betrieb fertig zusammengesetzt und mit der Ware bestückt.
Bei Promotionen werden auch Displays und Prospektständer nur für Infomaterial, Preisausschreiben und andere Aktionen eingesetzt. Oder sie dienen zum Beispiel in Form von Plakaten, Deckenhängern, Regalstoppern und Aufstellern der reinen Sichtwerbung.
Elektronische WerbemittelWachsende Bedeutung gewinnen Adscreens als dynamische audio-visuelle Alternative zur statischen gedruckten Werbung. Auf Flachbildschirmen werden in Echtzeit austauschbare Inhalte wiedergegeben. Das bewegte Bild und der Ton sorgen für zusätzliche Aufmerksamkeit. Die Vernetzungsarchitektur entscheidet über die Verteilungsszenarien: Aus der Zentrale versandte DVDs werden im Laden abgespielt; Content-Management-Systeme stellen die Audio-, Video- und Flash-Dateien für den täglichen Download im Einzelhandel bereit; Tag und Nacht betriebene Adscreens, vor allem auch im Aussenbereich, werden über Satelliten und GPS-Koordinaten einzeln angesteuert. Verstärkt werden in die Werbung mittlerweile auch Handys miteinbezogen. Unterstützung bieten Infonet-Punkte mit Intranet- oder Internet-Zugang.
Häufig eingesetzte PoS-Werbemittel in alphabetischer Reihenfolge
Adscreens:
LCD-Monitore, RGB-Diodenwände, ProjektionswändeAufsteller:
auf dem Fussboden aufgestellte Werbe- und PromotionsdisplaysBluetooth-Hotspots:
Sendestationen für mobile Werbung oder schnellen, schnurlosen Internet-ZugangBodensteller:
Displays, die auf dem Boden stehen Deckenhänger:
frei von der Decke hängende Werbeschilder Degustationsstände:
betreute oder unbetreute PromotionsthekenDeko:
Dekorationsgegenstände und -material für Regale, Verkaufsräume und SchaufensterDispenser:
Displays, die als Spender für Waren geringer Grösse, Warenproben oder Info-Flyer ausgeführt sindFahnen:
meistens im Aussenbereich des PoS an Masten anzubringende StoffbahnenFloor Graphics, Bodenkleber:
selbstklebende Folien mit WerbemotivInfo-Flyer:
gefaltete oder ungefaltete Zettel, z. B. mit ProduktinformationenInfonet-Säulen:
Informationspunkte, an denen die Kunden per PC-Monitor im Sortiment stöbern oder im Internet recherchieren könnenInfo-Schild für Regalschienen:
Schilder, die auf Produktbesonderheiten (Anwendung, Vitamingehalt, Herkunft, Bio-Konformität usw.) hinweisenKleinplakate:
weisen am PoS auf Angebotspreise einzelner Produkte hinMatrixcodes:
auf Displays, Plakate, Verpackungen und Kuverts gedruckter zweidimensionaler Punktcode Palettendisplays:
Mix aus Transportverpackung und Display aus bedrucktem WellkartonPromotionstheken:
schnell aufgebaute Theken mit Werbeaufdruck an Front und Rückwand Regal-Displays:
Displays, die als eigenständige, rundherum zugängliche Regale ausgeführt sindTrays:
Mix aus Transportverpackung und Display; die Waren werden mit dem Tray im Regal präsentiertRegalstopper:
an den Warenregalschienen platzierte, einseitig bedruckte Papierschilder oder beidseitig bedruckte Karton- oder PlastikauslegerRücknahmestationen:
Recycling-Behälter (z. B. für Verpackungsmüll, Batterien usw.) mit WerbeaufdruckShop-in-Shop:
Displays oder Stände, die Warenproben aus dem ganzen Sortiment einer Marke vereinigenTankstellenwerbung:
Werbedrucke und Adscreens an den Zapfsäulen und auf den ZapfpistolenThekensteller:
Displays, die auf den Ladentisch im Beratungs- und Kassenbereich gestellt werdenTopper:
Werbeschilder aus Kunststoff, Voll- oder Wellpappe (oft konturgestanzt)Urnen, Losboxen:
Displays, die als Einwurfboxen für Formulare oder Karten im Rahmen eines Preisausschreibens ausgeführt sind Werbe- und Verkaufsstände:
oftmals der Form des beworbenen Produkts nachgebildete Zelle mit Theke, Wandung, Dach und TürWobbler:
einseitig im UV-Offset oder UV-Siebdruck bedruckte, konturgestanzte RegalstopperDieter Kleeberg

Nachspiel für Schellen-Ursli

Aufgefallen Ein Urheberrechtsfall rund um den Schellen-Ursli konnte auf erfrischend kreative Art gelöst werden.

Urheberrecht Wer ein beschränktes Werbebudget hat, muss etwas weiter gehen, um aufzufallen. Wie der Airport Outlet, der im Dezember mit Plakaten  für Aufsehen sorgte, die Schellen-Ursli im Gips zeigten. Auflösung: «Jetzt können sich auch einfache Leute Racingskis leisten.» Aufgefallen ist das von  Ruf Lanz ausgeheckte Sujet auch der Orell Füssli Verlag AG, die im Besitz der Bildrechte an Schellen-Ursli ist. Der Fall konnte jedoch auf erfrischend kreative Art gelöst werden: Airport-Outlet-Geschäftsführer Peter Wider kaufte Orell Füssli 150 Buch-Exemplare von Schellen-Ursli ab und verschenkt sie in den nächsten Wochen an die Kinder seiner Kundschaft. So hat die Geschichte doch noch ein Happy End. Und es profitieren jene davon, für die die beliebte Figur aus dem Bündner Märchen vor über 60 Jahren erfunden wurde. Andreas Panzeri

Schnitzeljagd durch die Küche

Wohnen Unikat lanciert zehn gute Gründe für eine Ikea-Küche.

Wohnen Unikat lanciert zehn gute Gründe für eine Ikea-Küche.Die Küche ist das Zentrum des wohnlichen Lebens. Ein guter Grund, diesen Raum so wohnlich wie möglich zu gestalten. Viele Anregungen dazu findet man bei einem Einkaufsbummel durch die Ausstellungsräume und Lagerhallen der Ikea. Ob Topflappen, Kristallglas, Plastikschüssel, Wallholz oder Barhocker, Vorhangstoff, Tisch oder Teppich: Es gibt viele gute Gründe, sich rund um die neue Einrichtung seiner Küche zuerst mal bei Ikea inspirieren zu lassen.Die «10 stärksten Gründe» für einen solchen Besuch bei Ikea hat die Kommunikationsagentur Unikat in Küsnacht jetzt zum Inhalt und Konzept einer neuen Kampagne gemacht.
Unikat, die schon länger für das Möbelhaus aus Schweden arbeitet, hat den Auftrag erhalten, Ikea weiterhin als starken Player im Schweizer Küchenmarkt zu positionieren. Bereits im Januar 2006 hat Unikat eine breite Kampagne in diese Richtung realisiert. 
Das weitere Wachstum von Ikea als Küchen- und auch Küchenaccessoires-Anbieter soll nun «mit einer speziellen Kampagne für den Grossraum Zürich gepusht werden», wie Carlos Friedrich, Marketingleiter Ikea, präzisiert. Kernpunkt der Aussage: die Verankerung von Ikea als qualitativer Küchenanbieter von A bis Z.
Die Grundidee mit der Kommunikation der zehn stärksten Gründe, die für eine Küche von Ikea sprechen, dramatisiert die Argumente Design und Wohnlichkeit über den Preis bis zur grossen Auswahl an Accessoires. Dazu ruft Ikea zu einer grossangelegten Suchaktion auf, bei welcher die Bevölkerung die «10 guten Gründe für eine Ikea-Küche» auf Plakaten, in Inseraten, im Web und in anderen Medien finden kann. Der dazu gehörende, attraktive Wettbewerb bietet den Teilnehmern die Chance, zehnmal 10000 Franken zu gewinnen. Für die Teilnahme an diesem Wettbewerb werden über eine Million Wettbewerbskarten gedruckt und in der Tages- und Fachpresse sowie auf öffentlichen Plätzen und in Bahnhöfen verteilt. «Man soll der Kampagne begegnen wie auf einer Art Schnitzeljagd durch die Region», vergleicht CD Daniel Meier bei Unikat das Auftreten der Kampagne.
Unter den entsprechend vielen Medien finden sich Plakate, Megaposters, Inserate, Zeitungsbeilagen, Banners, Internet, E-Board, Aktionen im öffentlichen Raum sowie Instore-Kommunikation.
Andreas Panzeri

Begehren vs. Ordnung

Kolumne Aufmüpfige Ideen werden nicht in der Teppichetage geboren. Dort fragen sich die Manager höchstens nach der Wirtschaftlichkeit ihrer Strategie.

Kolumne Aufmüpfige Ideen werden nicht in der Teppichetage geboren. Dort fragen sich die Manager höchstens nach der Wirtschaftlichkeit ihrer Strategie.Es war im Jahr, als der Ringier-Konzern zusammenbrach. Chiara haute ab, um am Nordpol Eisbären vor dem Ertrinken zu retten. Tabak gab es nur noch auf dem Schwarzmarkt. Honorare wurden nach Body-Mass-Index bezahlt – zu meinem Nachteil. 2012, erinnere ich mich recht. Zwar wateten die Pendler auf den Bahnhöfen noch immer knietief in bedrucktem Papier. Transporthubschrauber bewarfen das Land flächendeckend mit der Weltwoche, dem Leib- und Magenblatt der antidemokratischen Rechten – und mit Konterfeis des Präsidenten Blocher. Kaum einer bückte sich.
Längst hatten sich Hedgefonds auch der Tamedia bemächtigt. Fernsehen guckte keiner mehr. Roger Schawinksi lehrte an der ETH experimentelle Philosophie. Jene Kioske, die überlebten, hielten Aspirin, Socken und Nippes feil. Skandierend zogen Medienökologen um die Ecken. Kurzum: Ein schönes Brodeln lag in der Luft.
In Winterthur soll es begonnen haben. Elf entlassene Journalisten richteten ein Atelier ein. Sie hingen einer neuen Medienökonomie an. Sie recherchierten und publizierten, machten eine Internet-Zeitung, gaben eine Tageszeitung, eine Wochenzeitung, einen voluminösen Newsletter heraus. Bald waren sie 32, betrieben ein Internet-Radio, dozierten Public Storytelling & Narration, und dies alles wäre Schaum des Tages geblieben, hätten sie nicht mit allem gebrochen, was das Metier für professionell und notwendig hielt.
Minimal-Art ihre Blätter: kaum Layout, alles für den Inhalt. Redaktionen waren passé, es ging um Produktion von Wissen, öffentlichem Diskurs. Jede Veröffentlichung zielte multimedial. Statt mit Reizen wucherten sie mit Substanz, wo Fast Think, Shakiras Höschen und «Redaktionsmanagement» gewütet hatten, dienten die Atelieristas der Höflichkeit von Relevanz, Aufklärung, Sinnlichkeit. Merkwürdig: Sie fanden Leser, Seher, Hörer. BBC kam, um das Unbegreifliche zu dokumentieren. Die Briten entdeckten eine weitläufige Community, die rege an den Produktionen des Ateliers teilnahm. Da schwante diesem und jenem Manager in den Medienkonzernen, zwischen der sinkenden Qualität ihrer «Produkte», ihrem lauten Auftritt und der Abneigung des Publikums möchte ein Zusammenhang wirken. War ihre Strategie ökonomisch obsolet? Klar, dass derlei widerborstiges Denken in den Teppichetagen nicht gedeihen konnte.
Das Begehren rebellierte gegen die Ordnung. Zur Jahreswende zählten die Forscher des IPMZ landesweit 16 Denkfabriken, 14 neue Tageszeitungen, unzählige Internet-Publikationen, 19 Wochenzeitungen und eine grassierende Szene. Weiter: Gänzlich neue Vertriebsformen. Eine medienökologische Partei. Und, in Biel, ein Institut für Journalismus, das die Ausbildung der Berufsleute endlich vom Kopf auf die Füsse stellte.
Aufregend. Nur: Das essentielle Problem freilich hatte die neue Szene nicht gelöst. Eine Menge neuer Stimmen machte erst einmal nur Kakophonie, prachtvolle Kakophonie zwar – aber lange noch keine Öffentlichkeit. Man raufte sich zum Disput zusammen. Zehn wilde Tage im Jura. Wir kennen das Resultat: Seither gibt es in allen grösseren Ortschaften des Landes eine Polis, einen Ort der Debatte. Ateliers unterschiedlichster Couleur vertreiben ihre Produktion gemeinsam, links und rechts im Kombiabo. Zu wichtigen Themen halten sie überall im Land Generalstände ab. Blocher soll …
Chiara? Ich kenne noch keine Chiara. «Kurze Nacht, was?» sagt die Bedienung. Der Kaffee ist lieblich, die Frau am Tresen schwarz und stark. Alles, wie es sein sollte. Und die Zukunft wird noch viel besser.
 
Oliver Fahrni, Publizist und Medienökologe

Geld aus dem Zapfhahn

Sonderformen Für Bank Now hat Star Plakat rund 100 Tankstellen nebst Plakaten auch mit werbewirksam bedruckten Zapfpistolen ausgerüsten.

Sonderformen Die Zapfpistole mit ihrer unübersehbaren Werbebotschaft wechselt im Schweizer Durchschnitt täglich 28mal die Hand. An FillBoard-Werbung kommt deshalb kein Auge vorbei. Diese Chance wollte auch die neue Tochter der Credit Suisse nicht aus der Hand geben. Für ihre Kredit- und Leasing-Neugründung Bank Now hat Star Plakat rund 100 Tankstellen nebst Plakaten auch mit werbewirksam bedruckten Zapfpistolen ausgerüstet.

Papier wird teurer

Papier M-real hat Anfang Jahr die Verkaufspreise in der Schweiz für seine holzfrei gestrichenen und ungestrichenen Grossformatpapiere erhöht.

Papier M-real hat Anfang Jahr die Verkaufspreise in der Schweiz für seine holzfrei gestrichenen und ungestrichenen Grossformatpapiere um fünf Prozent erhöht. Der Konzern begründet die Preiserhöhung mit der unbefriedigenden Erlössituation bei den holzfrei gestrichenen und ungestrichenen Papieren, vor allem unter Berücksichtigung der angespannten Kostensituation bei Roh- und Zellstoffen wie auch bei den Energie- und Transportkosten.

Tamedia macht TeleZüri notfalls auch ohne Konzession

Im traditionellen Referat im Anschluss an die Mitgliederversammlung 2007 der Interessengemeinschaft elektronische Medien hat Andreas Meili, Leiter der E-Medien von Tamedia, Einblick in die Strategie für den elektronischen Bereich des Unternehmens gegeben.

Im traditionellen Referat im Anschluss an die Mitgliederversammlung 2007 der Interessengemeinschaft elektronische Medien (IGEM) hat Andreas Meili, Leiter der E-Medien von Tamedia, Einblick in die Strategie für den elektronischen Bereich des Unternehmens gegeben. Von speziellem Interesse waren dabei seine Ausführungen zum Lokalfernsehsender TeleZüri, wie IGEM-Geschäftsführer am Mittwoch mitteilte. Im Moment scheint noch offen zu sein, ob sich TeleZüri überhaupt um eine Konzession für das Verbreitungsgebiet Zürich bewerben wird. Man sei zwar an der Konzession interessiert, eine Bewerbung mache jedoch nur Sinn, wenn die Rahmenbedingungen stimmten, führte Meili aus. Falls die Auflagen zu einengend wären, würde TeleZüri von der neuen Möglichkeit profitieren, sein Programm ohne Konzession zu betreiben. Dabei entfiele einerseits die Beschränkung auf ein definiertes Verbreitungsgebiet, andererseits gäbe es in diesem Fall kein garantiertes Zugangsrecht. In diesem Fall wäre es möglich, das Sendegebiet beliebig auszuweiten. Denkbar seien auch regionale Fenster. Im Radiobereich ist die Möglichkeit, ein Programm ohne Konzession zu veranstalten für Meili dagegen weit weniger attraktiv, da eine UKW-Frequenzen nach wie vor mit einer Konzession gekoppelt ist. DAB habe für Tamedia in den nächsten Jahren in erster Linie Experimentiercharakter. Geprüft werden Weiterentwicklungen bestehender Angebote oder Spartensender, die via Kabel oder Internet verbreitet würden. Weiter verstärken möchte man an der Werdstrasse auch die Aktivitäten im Internet – unter anderem mit Web-TV; 20min.ch soll zur stärksten Newsplattform der Schweiz werden. Aufholpotential sieht Meili auch bei den Jobplattformen.

Neues Interesse am Prix Walo

Fernsehen Die «Schweizer Oscars» haben eine neue mediale Heimat gefunden. Die Preisverleihung der Show Szene Schweiz soll in diesem Jahr erstmals vom jungen Privatsender 3+ übertragen werden.

Fernsehen Die «Schweizer Oscars» haben eine neue mediale Heimat gefunden. Nach dem Schweizer Fernsehen und später Tele News Combi soll die Preisverleihung der Show Szene Schweiz in diesem Jahr erstmals vom jungen Privatsender 3+ übertragen werden. Die 33. Prix-Walo-Gala wird am 22. April live aus dem Casino Kursaal Interlaken ausgestrahlt. Die Liste der Nominierten wird am 15. Februar veröffentlicht. Dominik Keiser, Geschäftsführer von 3+, freut sich auf eine glamouröse Live-Sendung. Auch Monika Kaelin, Präsidentin und Produzentin von Show Szene Schweiz, verspricht sich von der neuen Zusammenarbeit sehr viel. Die Übertragung aus Interlaken ist bislang für die nächsten drei Jahre vereinbart worden. Bei  den Tourismus-Organisationen in Interlaken ist der Umzug der Preisverleihung von Zürich in das Berner Oberland mit grossem Interesse aufgenommen worden.

Neue TV-Kurzmagazine

Fernsehen ProSieben will in der Schweiz ein redaktionelles Programmfenster starten.

Fernsehen Der zweite Kanal aus dem Portfolio von SevenOne Media will nach Sat.1 (Schweiz) und dessen Programmen «Joya rennt», «Celebrations» und Fussballübertragungen am Sonntag in der Schweiz ein redaktionelles Programmfenster starten. ProSieben (Schweiz) plant ab April von Montag bis Freitag je ein zwölfminütiges Magazin. Verantwortlich für das Projekt ist der neue Geschäftsführer von Sat.1 und ProSieben (Schweiz), Mike Gut. ProSieben will «die sehr deutschlastigen News» um 17.55 Uhr mit täglich wechselnden Kurzmagazinen überdecken. Geplant sind eine Kochsendung, eine Partnerwahl-Show sowie Magazine aus den Bereichen Fashion, Trends, Lifestyle und Ausgehen. Realisiert werden die Shows von verschiedenen freien Produzenten, «zu denen auch Ringier TV gehören könnte».
Möglich wird das zusätzliche Programmfenster dank dem neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG), das voraussichtlich am 1. April in Kraft tritt.
 
Andreas Panzeri

Neue Spezifikationen

Standardisierung Die Ghent PDF Workgroup (GWG) vereinfacht die Produktion und Verlässlichkeit des Austauschs digitaler Dokumente innerhalb des Publishing-Workflows.

Standardisierung Die Ghent PDF Workgroup (GWG), eine internationale Organisation, vereinfacht die Produktion und Verlässlichkeit des Austauschs digitaler Dokumente innerhalb des Publishing-Workflows. GWG kündigte dazu kürzlich die Verfügbarkeit der neuen GWG-Verpackungsspezifikationen an. Diese wurden von den Verpackungsexperten innerhalb GWG entwickelt und in Nordamerika von Kraft Foods Inc. sowie in Europa vom französischen Unternehmen Square getestet. Die Spezifikationen sind unter www.gwg.org veröffentlicht.
get_footer();