Nicht ganz wasserdicht

Versicherungen Nach animierten Schadenskizzen für die virale Szene hat Wirz wieder zwei Filme für Die Mobiliar gedreht.

Versicherungen Nach animierten Schadenskizzen für die virale Szene hat Wirz wieder zwei Filme für Die Mobiliar gedreht.Die Latte ist hoch gelegt: Seit dem legendären Milch-Spot mit der Fussball spielenden Kuh (1994) hat kein anderer Schweizer Spot so viele Awards gewonnen wie der Mobiliar-Film «Fotograf». Mehr als ein Dutzend grosse Preise sind zusammengekommen – darunter auch ein Löwe in Cannes –, und eben erst ist der zum Glück versicherte Scherbenhaufen auch beim Schweizer ADC mit der begehrten Goldwürfel ausgezeichnet worden. Wie also weiter und nachdoppeln?Die Kreativen bei Wirz und Wirz (Werbung und Film) haben den richtigen Weg nicht selber zu verantworten gewagt und sich stattdessen auf ein GPS verlassen. Damit sind die Kreativen leider grässlich getaucht – und befinden sich tief unter Wasser wieder auf dem besten Weg, für Die Mobiliar auch in diesem Jahr ein paar schöne Preise ins Trockene zu bringen.
Film Nummer 15 und 16 sind wieder vom gleichen Team realisiert worden. Für den «Lieblings-Spot» von CD Matthias Freuler hat Regisseur Ernst Wirz von Wirz & Fraefel diesmal aber etwas tiefer als auch schon in die Trickkiste greifen müssen. Der Spot «Navi» erzählt die Geschichte eines Pärchens, das sich ganz auf die Anweisungen seines GPS verlässt und sich dabei ziemlich arg verfährt. «Liebe Mobiliar, mein Navigationsgerät fand zwar die Fähre auf Anhieb, erkannte aber nicht, dass diese gerade am andern Ufer …»
Das Auto mit dem unglücklichen Pärchen steht dabei natürlich nicht unter Wasser. Das feuchte Element wurde ebenso wie die Fische im Studio per Computer dazu gegossen. Und da sich in den Archiven leider kein verdutzt drein blickender Fisch fand, wurde schliesslich auch dieser mit elektronischen Mitteln zum Erschrecken gebracht.
Bedenken bei der Idee hat es anfangs beim Auftraggeber gegeben, weil hier zwar eine lustige, aber dennoch tödliche Gefahr dramatisiert werden sollte. Da der Mann aber ein Schadenprotokoll ausfüllen konnte, hat er die Irrfahrt unter Wasser offensichtlich überlebt …
Ein solches Unglück hat sich tatsächlich schon einmal zugetragen. Wirz Werbung liess sich für diesen Film von einer Zeitungsnotiz inspirieren. Neu im Konzept der Serie ist, dass hier erstmals ein Schaden nicht vor laufender Kamera abläuft, sondern bereits passiert ist. Umso eindrücklicher deshalb, wie das Filmteam hier eine Spannung aufbauen kann – nur mit einem Paar, das reglos in einem Auto sitzt. «Ein Mini-Ehedrama», meint Freuler, denn der Mann hat sich voll und ganz auf das GPS verlassen, statt wie bis anhin auf seine ständig alles besser wissende Ehefrau zu hören.
 
Der zweite Film der neuen Serie baut mehr auf Klamauk. Beim Spot «Kappelerbrücke» sehen wir einen jungen Mann, der eine Gruppe von Japanern filmen sollte, dabei aber dummerweise von der Brücke fällt. Stilvoll vertont wurden beiden Spots bei Jingle Jungle.
Andreas Panzeri

Auf Erfolgskurs

Print Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2006/2007 gegenüber den vergleichbaren Vorjahreswerten zugelegt.

Print Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2006/2007 (1. April 2006 bis 31. Dezember 2006) bei Umsatz, Auftragseingang und betrieblichem Ergebnis gegenüber den vergleichbaren Vorjahreswerten zugelegt. So stieg der Umsatz der Gruppe um rund sechs Prozent auf 2,589 Milliarden Euro. «Die gute Entwicklung in der Printmedien-Industrie hat sich auf Grund des positiven gesamtwirtschaftlichen Umfelds im Jahr 2006 fortgesetzt», erklärte Vorstandsvorsitzender Bernhard Schreier in einem Pressecommuniqué. Sowohl die Kapazitätsauslastung der Druckereibetriebe als auch deren Produktionstätigkeit zeigten in den beiden für das Unternehmen wichtigen Märkten Deutschland und USA einen Aufwärtstrend.

Daniel Gauchat verlässt Betty TV 

Der Leiter der interaktiven Fernbedienung Betty TV, Daniel Gauchat, verlässt auf Ende März das von Swisscom Fixnet lancierte Fernsehen zum Mitmachen. Nachdem der Marktaufbau in der Schweiz gelungen ist.

Der Leiter der interaktiven Fernbedienung Betty TV, Daniel Gauchat, verlässt auf Ende März das von Swisscom Fixnet lancierte Fernsehen zum Mitmachen. Nachdem der Marktaufbau in der Schweiz gelungen ist, lancierte Betty TV am 1. Februar das Angebot in Deutschland. Dieser Schritt habe zur Folge, dass die Betty TV Gruppe nun zentraler geführt werde, ist einer Mitteilung zu entnehmen. Mit der Zentralisierung gehen strukturelle und organisatorische Änderungen hervor. Aufgrund dieser Reorganisation hat sich Gauchat entschieden Betty TV zu verlassen. 

ProSieben startet mit neuen TV-Kurzmagazinen

Der zweite Kanal aus dem Portfolio von SevenOne Media will nach Sat.1 (Schweiz) und dessen Programmen «Joya rennt», «Celebrations» und Fussballübertragungen am Sonntag in der Schweiz ein redaktionelles Programmfenster starten.

Der zweite Kanal aus dem Portfolio von SevenOne Media will nach Sat.1 (Schweiz) und dessen Programmen «Joya rennt», «Celebrations» und Fussballübertragungen am Sonntag in der Schweiz ein redaktionelles Programmfenster starten. ProSieben (Schweiz) plant ab April von Montag bis Freitag je ein zwölfminütiges Magazin. Verantwortlich für das Projekt ist der neue Geschäftsführer von Sat.1 und ProSieben (Schweiz), Mike Gut. ProSieben will «die sehr deutschlastigen News» um 17.55 Uhr mit täglich wechselnden Kurzmagazinen überdecken. Geplant sind eine Kochsendung, eine Partnerwahl-Show sowie Magazine aus den Bereichen Fashion, Trends, Lifestyle und Ausgehen. Realisiert werden die Shows von verschiedenen freien Produzenten, «zu denen auch Ringier TV gehören könnte». Möglich wird das zusätzliche Programmfenster dank dem neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG), das voraussichtlich am 1. April in Kraft tritt. 
Andreas Panzeri 

Mann ohne Scheuklappen

Mike Gut ist neuer Geschäftsführer von ProSieben (Schweiz) und Sat.1 (Schweiz). Er will im April noch einmal ein neues Fensterprogramm lancieren.

Mike Gut ist neuer Geschäftsführer von ProSieben (Schweiz) und Sat.1 (Schweiz). Er will im April noch einmal ein neues Fensterprogramm lancieren.Er hat nicht nur drei Visitenkarten – eine für SevenOne Media, eine für Sat.1 (Schweiz) und eine für ProSieben (Schweiz). Er hat auch verschiedene Talente. Mike Gut lebt in einer immer wieder neuen Spannung zwischen seinen Parallel-Jobs als Journalist und Manager. Welche von seinen Karten die beste ist, kann er deshalb nicht sagen. Bestimmt einer der interessantesten Trümpfe seiner Karriere ist aber jetzt die Chance, für ProSieben aus dem Schweizer Werbefenster einen richtigen Kanal mit einem eigenständigen und schweizerischen Programm zu machen. Mit dem neuen Fernsehgesetz in der Schweiz braucht es dazu ab April kein Konzessionsgesuch mehr. Diese Pläne der SevenOne Media (Schweiz) haben Mike Gut als Nachfolger von Christian Gartmann für die Leitung der beiden Sender Sat.1 und ProSieben prädestiniert. Journalist und Manager gleichzeitig, das muss heute jemand sein, wenn er beim Poker um das Publikum die richtigen Asse erkennen und ausspielen will.
Sein mediales Handwerk hat Gut bei Radio Z gelernt. «Vom Volontär bis zur Geschäftsleitung» wirkte er seit Januar 1990 insgesamt 13 Jahre bei diesem Sender, die ersten 10 Jahre journalistisch. Gut war Redaktor, moderierte Morgensendungen, war Chef vom Dienst und wurde schliesslich Sportchef. Dann wechselte er vom Programm ins Marketing. Er habe sich das Angebot drei Tage lang überlegt. «Vermisse ich das Mikrofon?» Schon bald entdeckte er aber «noch viel mehr Spass am Medien-Management». Drei Jahre lang und bis kurz vor dem Verkauf an die Energy-Gruppe war Mike Gut Marketingleiter und Mitglied der Geschäftsleitung.
In seiner Zeit als Sportchef hat er als erster in der Schweiz den Wiederverkauf von journalistischem Content eingeführt. Bei grossen Events wie den Olympiaden in Nagano und Atlanta hat Radio Z sich die Spesen seines Reporters mit dem Wiederverkauf der Berichte an zwölf verschiedene Privatradios finanziert.
Als Marketingleiter hat Gut nicht nur Sponsoren für neue Sendungen akquiriert. Unternehmerisch aktiv werden konnte er auch im Bereich Personal, Finanzen und Technik. Nach der Neupositionierung als Hitradio Z hat er 2002 den Bau eines neuen Studios betreut, «das damals modernste in Europa». Spass machte ihm das politische und technische Durchboxen eines 42 Meter hohen Sendeturms im Glattal. Mike Gut wird von Kollegen als ein «Macher in den Medien» bezeichnet. «Mit vielen Leuten verhandeln und am Schluss ist ein Resultat da», sieht er als seine schönste Befriedigung bei der Arbeit.
Manager und Moderator. Damit er seine Ziele fundiert verfolgen kann, hat Gut sein Pensum beim Radio einmal kurzfristig auf 40 Prozent reduziert und an einer Fachhochschule ein Studium in Betriebsökonomie abgeschlossen. Ebenfalls «nebenbei» unterrichtet er selber auch heute noch Medienkunde an einer höheren Fachschule, der Internationalen Schule für Touristik in Zürich.
Der neue Geschäftsführer von ProSieben und Sat.1 (Schweiz) hat «schon immer gewusst», dass er einmal in den Medien arbeiten will. Und zwar in den elektronischen. Als Teenager, «wo Musikhören ohnehin eine wichtige Rolle spielt», verfolgte er in der Mittelschule fasziniert das Aufkommen von Radio 24. In einer Gruppe von Mitschülern träumte man damals sogar von einem eigenen Radio. «Wir machten regelmässig unsere Gedankenspiele und fantasierten rund um Konzepte.» Die vier waren nicht nur Träumer. Einer ist heute Chefredaktor von Radio Zürisee, ein anderer Reporter bei der «Tagesschau», der dritte Verlagsleiter beim Oltner Tagblatt.
Und Mike Gut hat nach seinem Wegzug von Radio Energy – kurz vor dieser Neufirmierung – beim Bakom tatsächlich ein eigenes Konzessionsgesuch eingereicht. Rund neun Monate arbeitete er am Konzept für ein Zürcher Jugendradio, suchte Investoren für sein «Radio Max» und fand diese auch. Doch die Konzessionsvergabe ist immer noch hängig. Ein erster Zuschlag ging bekanntlich an DJ Radio. Darauf reichte Giuseppe Scagliones Radio 105 Rekurs ein. In dieser Woche nun haben sich Scaglione und Mike Gut zusammengeschlossen, um gemeinsam ein überarbeitetes Gesuch einzureichen. «Wir sind zwei, welche bezüglich Radio die gleiche Sprache sprechen.» Im Falle einer Konzession würde Gut an diesem Radio als Privatperson beteiligt sein.
Bei seinen TV-Jobs bei SevenOne Media macht es Gut Spass, Neues konzipieren zu können. Timeslots für das neue Fenster suchen, Preislisten erstellen, mit Kunden und Produzenten reden, verschiedene Elemente zusammen fügen, damit am Schluss «etwas entsteht, das alle gut finden – aber nicht auf Kosten von anderen», meint der Geschäftsführer von gleich zwei Fenstern.
Inhaltlich will er sich «stark einbringen» – ein Grund, wieso ihm dieser Job angeboten wurde. Da ein Programmfenster von Sponsoring finanziert ist, «wollen die Sponsoren mitreden, und der Produzent ist unter Druck, weil er finanziell abhängig ist». In diesem Spannungsfeld will der Manager Gut mit seinem journalistischem Background die Supervision wahrnehmen und neue Sendungen konzeptionell begleiten.
Für Gut ist ein Job beim Fernsehen nicht völlig neu. Schon 1993 war er bei Züri 1 dabei, einem Projekt, das noch vor Tele Züri kurzfristig über den Bildschirm flimmerte. Auf dem Testkanal der Rediffusion gestalteten damals unter anderen die Züri Woche, IP Multimedia und Eden TV ein gemeinsames Programm-Sammelsurium. Mike Gut moderierte neben einer Partnerwahl- und einer Tiersendung auch eine Talkshow im Taxi und «Werbewoche-TV».
Privat lebt der hyperaktive Medienmacher als Gegenwelt gerne in der ruhigen Landschaft von Au am Zürichsee. In seiner Freizeit liebt er das Kochen, und nach leidenschaftlichem Snowboarden hat er wegen seiner achtjährigen Tochter jetzt auch wieder das Skifahren entdeckt.
Andreas Panzeri

Point of Sale – wo der Bauch mitredet

Point-of-Sale-Werbung Welche Produkte in den Einkaufskorb wandern, entscheidet sich bei der Mehrheit der Konsumentinnen und Konsumenten erst am PoS. Daraus ergibt sich eine spannende gestalterische Herausforderung.

Point-of-Sale-Werbung Welche Produkte in den Einkaufskorb wandern, entscheidet sich bei der Mehrheit der Konsumentinnen und Konsumenten erst am PoS. Daraus ergibt sich eine spannende gestalterische Herausforderung.Trotz Online-, Viral- und Guerilla-Marketing oder anderen modernen Vermarktungs- formen werden je nach Quelle die Hälfte bis gut zwei Drittel aller Kaufentscheide bei der realen Begegnung zwischen Produkt und Käufer am PoS (Point of Sale, Verkaufspunkt) gefällt. Und dies sogar mit steigender Tendenz. Immer weniger Kunden nehmen sich die Zeit, um ihre Shopping-Tour minutiös zu planen, was den Anteil der Spontankäufe in die Höhe schnellen lässt. Je mehr sich der Entscheidungsprozess zum Verkaufspunkt hin verlagert, desto mehr rückt die Ladenfläche auch ins Zentrum von Marketing-Aktivitäten. Oder anders ausgedrückt: Je weniger ein Einkaufszettel das Einkaufsverhalten steuert, desto stärker tut dies die Markenpräsenz vor Ort. Am PoS findet der Moment der Wahrheit statt, der aus Sicht des Markenartiklers darüber entscheidet, ob das «richtige» Produkt im Einkaufswagen landet.Zweitplatzierung als VerkaufsinstrumentDie Überzeugungsarbeit läuft über das PoS-Marketing, das über den perfekten Sortimentsmix, ein augenfälliges Packaging Design und möglichst viele gut platzierte Laufmeter im Regal hinausgeht. Es schafft zusätzliche Kaufanreize. Im besten Fall holen diese die ganze Bandbreite der Konsumentenbedürfnisse ab – vom Erlebniswunsch über die Neugierde bis zur Suche nach dem besonders günstigen Angebot. Neben allen anderen Display-Möglichkeiten und Verkaufsförderungsmassnahmen spielen Zweitplatzierungen eine entscheidende Rolle.
Eine Zweitplatzierung schafft in einem anderen Umfeld einen zusätzlichen «Augenkontakt» zwischen Käufer und Produkt. Es bietet sich eine zweite Gelegenheit, um sich ins Bewusstsein zu drängen und einen guten Eindruck zu hinterlassen. Die Zweitplatzierungen machen vor allem dann Sinn, wenn es einen Produkte-Launch oder -Relaunch zu unterstützen gilt und wenn eine Konkurrenz zu anderen Anbietern besteht. Sie erhöhen die Produktepräsenz und führen zu Abwechslung und Lebendigkeit am Verkaufspunkt. PoS-Aktivitäten liegen also im Interesse sowohl des Handels als auch der Markenindustrie.
Erhöhte WirksamkeitJede Sonderplatzierung ist ein Blickfang, geschickt und unübersehbar in die Laufwege der Kundschaft gestellt. Diesen flüchtigen Moment der Aufmerksamkeit gilt es festzuhalten, zum Beispiel durch die Kombination mit einer Degustation. Sie verlängert und verstärkt die Kontaktzeit, indem eine Erlebniskomponente hinzukommt.
Das Produkt wird nicht nur plakativ, sondern auch physisch beworben. Es lässt sich hüllenlos erleben, es lässt sich sehen, riechen, fühlen, schmecken … Und es kann zudem bei kompetentem Personal hinterfragt werden. All dies erhöht die Glaubwürdigkeit und damit die Nachhaltigkeit des PoS-Auftritts. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil im kleinen Schweizer Markt, in dem die vergleichsweise kleinen Display-Mengen zu hohen Stückkosten führen. Die Bedeutung von Zweitverkaufspunkten innerhalb des Kommunikationsmix will deshalb wohlüberlegt, der Nutzen optimiert sein. Wenn gleichzeitig auf Abverkauf, Markenimage und Kundenbindung abgezielt werden kann, lohnt sich der Aufwand mit Sicherheit.
Am Verkaufspunkt soll die Aufmerksamkeit gewonnen werdenWas in den Einkaufskorb wandert,
entscheidet sich sehr oft erst am PoS. Neben den im Artikel beschriebenen Promotions- oder Degustationsständen buhlen dort zunehmend Adscreens um die Aufmerksamkeit der Kunden. Die Flachbildschirme können einfach aktualisiert werden und erlauben so eine besonders schnelle und direkte Ansprache. Eine besondere und auch sehr auffällige Verkaufsform sind Shop-in-Shop-Lösungen. Diese Form der PoS-Werbung setzen vor allem Markenartikler gerne ein, um damit einen einheitlichen Auftritt zu gewährleisten. Die Produkte werden meist auf Displays oder entsprechenden Verkaufsständen präsentiert.
Als Eyecatcher buhlen am PoS auch Aufsteller um die Gunst der Kunden. Diese auf dem Fussboden platzierten Werbe- und Promotions-Displays werden entweder als Plakate und Poster für aufstellbare Wechselrahmen oder als Säulen-Displays eingesetzt. Besonders auffällig sind konturgestanzte Aufsteller (Stanzfiguren) in Form von Menschen, Autos, Palmen usw. In diese Kategorie zählen etwa Bodensteller oder Deckenhänger.
Darüber hinaus verfolgen auch selbstklebende Bodenkleber (Floor Graphics) nur ein Ziel: Den Entscheid des Kunden zu beeinflussen.
Röne Bringold, Mitinhaber der D´SIGN Bringold & Cueni AG, Biel-Benken.

Be loved bewirbt Schwule

Was in anderen westlichen Ländern ganz normal ist, soll auch in der Schweiz bald so sein. Die Zürcher Werbeagentur Be loved setzt seit der Gründung konsequent auf Homosexuelle.

Was in anderen westlichen Ländern ganz normal ist, soll auch in der Schweiz bald so sein. Die Zürcher Werbeagentur Be loved setzt seit der Gründung konsequent auf Homosexuelle. Wie Oliver Eschler dem Tages Anzeiger sagte, existiere in der Schweiz kein gay-spezifisches Marketing. Mit seiner Agentur soll sich das ändern. Denn Schwule sind gute Konsumenten und oftmals sogenannte Dinks, «Double Income No Kids», die genügend Geld für Vergnügen auf der Seite haben. Bis vor der Gründung seiner Agentur sei der Markt von niemandem bearbeitet worden und auch jetzt liege er eigentlich noch immer brach. Noch immer wagen es viele Unternehmen nicht direkt auf Homosexuelle zuzugehen, weil sie Angst haben, bei Heteros Anteile zu verlieren.

Dialog Lucky Lack spricht Barbie

Die Basler Kommunikatiosnagentur Dialog Lucky Lack begleitet die Barbie Ausstellung im Basler Puppenhaus mit verschiedenen Aktionen. In Zusammenarbeit mit dem Spielzeughersteller Mattel und dem Museum realisierte die Agentur einen Designwettbewerb.

Die Basler Kommunikatiosnagentur Dialog Lucky Lack begleitet die Barbie Ausstellung im Basler Puppenhaus mit verschiedenen Aktionen. In Zusammenarbeit mit dem Spielzeughersteller Mattel und dem Museum realisierte die Agentur einen Designwettbewerb für ein Barbiekleid. Die eingereichten Arbeiten können Barbiefans auf der Webseite der Agentur bestaunen. 

Gyselroth kreiert CD für IFES

Die Zürcher Agentur für digitale Medien und Print, Gyselroth, hat für die neu gegründete Interkantonale Fachstelle für Externe Schulevaluation das gesamte Erscheinungsbild entwickelt.

Die Zürcher Agentur für digitale Medien und Print, Gyselroth, hat für die neu gegründete Interkantonale Fachstelle für Externe Schulevaluation (IFES) das gesamte Erscheinungsbild entwickelt. Der Auftrag umfasste Logo, Flyer, Bildkonzept, Visitenkarten, Briefpapier mit Word-Templates, Ordner, Templatesystem für Evaluationsberichte und den Internetauftritt, welcher mit einem Content Management System aktualisiert wird. Alle für die Kommunikation nach aussen bestimmten Medien wurden unter denselben Designmassstäben entwickelt. Die IFES führt externe Evaluationen für Berufsschulen und Gymnasien durch. Für die Arbeit der Fachstelle sind Werte wie Verlässlichkeit, Seriosität, Objektivität und Unabhängigkeit zentral und müssen auch über das Corporate Design vermittelt werden, heisst es in einem Communiqué.

Alles in der Mediabox

Zeitschriften Mediabox baut seine Printvermarktung massiv aus. Neu können Werbetreibende in über 30 Trend- und Jugendmagazinen einzeln werben.

Zeitschriften Mediabox baut seine Printvermarktung massiv aus. Neu können Werbetreibende in über 30 Trend- und Jugendmagazinen einzeln werben. Wer ist die heutige Jugend? Und wo kann man sie erreichen? Marketing mit dieser Zielgruppe ist nicht einfach. Die Jugend flirtet mit allen Medien und ist extrem launisch. Die Zeiten sind vorbei, als man auf ein paar wenige Zeitschriftentitel zurückgreifen konnte, um seine Zielgruppe abzudecken. Was heute zählt, ist Flexibilität. Das hat Sandro Proietto von der Vermarktungsagentur Mediabox erkannt. Fünf Jahre lang vermarktete seine Agentur einen Jugendpool mit den trendigen Szene-Magazinen Kult, Forecast und 7Sky. Die Philosophie: Statt die Jugendmagazine einzeln um kleine Budgets kämpfen zu lassen, vermarktete Mediabox alle drei Zeitschriften zusammen. Für jede Interessengruppe hatte es im Pool ein Magazin. Der Werbeauftraggeber konnte somit mit einer Buchung die ganze Jugend erreichen. Nach dem Aus von Forecast strich Mediabox den Jugendpool aus seinem Angebot, setzt dafür seit Dezember auf die Karte Diversifikation. Neu bietet die Agentur ihren Kunden die Möglichkeit, in rund 30 verschiedenen Independent- und Jugendmagazinen einzeln zu buchen. Damit soll das jugendliche Publikum werberisch noch genauer erreicht werden als bisher.
Anstoss für die Neuausrichtung war nicht primär die Absetzung von Forecast. Grund war vielmehr die Schweizer Vielfalt an Jugendmagazinen. «Wir wollten dem Markt zeigen, wie facettenreich das Printangebot im Jugendsegment ist», sagt Proietto. In der Tat ist die Palette breit: Neben etablierten Independent-Magazinen wie 7sky oder soDA können Werbetreibende jetzt auch speziell in diversen Snowboard- oder Ausgehmagazinen einzeln inserieren.
Mediabox gibt GegensteuerBis vor kurzem war dies für grössere Kunden zwar möglich, aber mit grossem Aufwand verbunden. Gründe dafür seien die fehlende Professionalität und Know-how gewesen, die grosse Werbeauftraggeber wünschten. Proietto erklärt: «Viele Magazine stecken die ganze Kraft ins Heft. Dabei bleibt das professionelle Anzeigengeschäft auf der Strecke.» Mit dem neuen Angebot möchte Mediabox Gegensteuer geben. Ziel ist es, Mediabox als zuverlässigen Mittler und als Gütesiegel zu etablieren, damit interessierte Kunden auch wirklich in Jugendmagazinen werben können.
Dank der neuen Ausrichtung ist es den Kunden möglich, redaktionelle Inhalte und Inserate besser aufeinander abzustimmen, um so das Zielpublikum im richtigen Umfeld anzusprechen. Proietto sieht noch einen weiteren entscheidenden Vorteil für die Branche. Obwohl in den letzten Jahren der gesamte Printmarkt einen Anzeigenrückgang verzeichnet habe, sei der Jugendbereich ein sehr innovatives und aufgeschlossenes Printsegment. Denn anders als Internet oder Gratiszeitungen geniessen Jugendzeitschriften eine hohe Werbeakzeptanz und seien besonders für Imagewerbung geeignet. Proietto: «Wir leben in einer extrem schnelllebigen Werbewelt. Man muss aufpassen, dass der ganze Imagebereich nicht verloren geht. Das Markenbewusstsein wird immer noch in der Jugend aufgebaut.»
Mit ihrem Angebot öffnet Mediabox einen einfachen Zugang zu einem schwer zugänglichen Printsegment. Media-Agenturen reagieren bereits interessiert. «Dank der Vielfalt werden die Kunden wieder Mut haben, in die Jugend zu investieren», prognostiziert Proietto.
 
 
NischenkennerDas Vermarktungsunternehmen Mediabox
betreibt einen Pool, dem zur Zeit über 40 Anbieter mit insgesamt mehr als 70 einzelnen Medien angeschlossen sind. Der Vermarktungspool umfasst alle in der Schweiz angebotenen Below-the-line-Massnahmen und Sonderwerbeformen. Neben Sonderwerbeformen vermarktet Mediabox Jugendzeitschriften und Nischentitel. Titelübersicht auf www.mediabox.ch. Ab 1. März 2007 ergänzt Nico Keramaris das Mediabox-Team als operativer Geschäftsleiter der Printabteilung. Mediabox hat sich zum Ziel gesetzt, den Independent- und Jugendmagazinen zur Seite zu stehen und sich für die Gattung einzusetzen. Der Geschäftsführer Sandro Proietto gehört selbst zum Gründerkreis des Magazins Kult.
Christian Lüscher

Verschlafen, vergeigt

Gastkommentar Der Blick verlor seine Zukunft, weil zuviele Schöngeister im Brei rührten, meint Peter Uebersax.

Gastkommentar Der Blick verlor seine Zukunft, weil zuviele Schöngeister im Brei rührten, meint Peter Uebersax.Als Zeitungsmann, der bewährte Boulevard-Regeln noch ehrt, erscheint mir der heutige Blick als journalistisches Desaster. Die alte Boulevard-Tante ist kein NEWS-paper mehr. Sie ist ein Sammelsurium von Preisausschreiben, von People-Allotria und einer Politik, die mit Linkspopulismus eidgenössische Neidkultur umsetzt. Der einzige, der in dem Blatt mit Witz und Charme (wenn auch ohne tiefere Sinnigkeit) schreibt, ist Redaktionssenior Jürg Ramspeck, bald 70.Das Problem des Blicks ist, dass zu viele Köche in diesem Brei rührten. Vor 20 Jahren, bei meinem Abschied, hinterliess ich ein straff organisiertes Blatt mit einer verkauften Auflage von knapp 400 000. Was ist davon übriggeblieben? An Auflage rund 250 000, an Zeitung ein Blatt, das sich mit immer eintönigeren Nörgeleien an Blocher reibt. Oder Schönheitskonkurrenzen für die Hunde der Leser veranstaltet. Einst packte Blick dort zu, wo es etwas zu ernten gab – mit gepfefferten Kampagnen gegen unser damals desaströse Fernsehen DRS. Mit Zweifeln am damaligen Equivalent der heutigen Klimahype, dem Waldsterben. Oder mit einem frenetischen Cheerleading für die besten Skiläufer der Welt, die Pirmin Zurbriggens & Co. Der Blick bestand damals zu 70 Prozent aus hard, crisp News, zu 15 Prozent aus Polemik und Provokation und zu 15 Prozent aus Sex. Blick machte Marta Emmenegger zu einer nationalen Figur. Ihre Tipps brachten Freude in verkehrsberuhigte Schweizer Ehe- und andere Betten.
Aber in die Erbmasse, die ich bei Ringier hinterliess, streckten verschiedene Schöngeister ihre Finger. Frank A. Meyer verkündete ein Redaktionsprogramm zur «Emanzipation» des Blicks. Als Idealfigur seines Blick-Lesers beschrieb er einen Truckdriver, der in der Autobahnraststätte sein Gipfeli in den Milchkaffee tunkt «und an Europa denkt», der im Blick-Kulturteil nach Ankündigungen von kommenden Kunstausstellungen sucht und generell nach einer besseren Welt lechzt. Der ethisch aufgemotzte Blick sollte als «Volkszeitung» (das Wort Boulevard war out!) neue Leserkreise erschliessen.
Denkste. Denn genau hier begann der Absturz des Blicks. Er beschleunigte sich, als sein Herz immer linker schlug. Was bei Ringier niemand zu bedenken schien, war, dass Blick im bürgerlichsten Land Europas erscheint. Schweizer akzeptieren eine freche, rüde Boulevardzeitung – eine linke nervt sie.
Wenn Leserzahlen und Inseratevolumen des Blicks bachab gehen, so wird das bei Ringier den Gratisblättern und dem Internet zugeschrieben. Dem eigenen Produkt Schuld zu geben, ist scheinbar uncool. Und niemand würde zugeben, dass Ringier in dem Moment, als Gratisblätter auftauchten, eine perfekte Abwehrwaffe in der Hand gehabt hätte – Blick ebenfalls zum Gratisblatt zu machen.
Auch bei der Auswahl der rasch wechselnden Chefredaktoren wurde geschlafen. Der beste Mann für diesen Job arbeitete einst bei Ringier, musste aber ins Welschland exilieren. Peter Rothenbühler, erfolgreicher Chefredaktor von Le Matin, hätte es geschafft, dem Blick wieder eine Zukunft zu geben.
Peter Uebersax, 81, war 1980-86 Chefredaktor des Blicks. Er lebt in Herrliberg und Südspanien

Schlagkräftige Werbung

Mode Die Verwendung von reinen und speziellen Materialien machen Jeans äusserst strapazierfähig. Das hat Euro RSCG Zürich zu einer Kampagne «Karate-Jeans» inspiriert.

Mode An der Zürcher Widdergasse befindet sich ein Laden von Patrick Ponetz, dessen Verkaufsfläche nur mit erlesenen Waren bestückt ist. So auch mit Kohzo Denim. Exklusive Jeans, die zu 100 Prozent aus natürlichen Materialien hergestellt werden, darunter auch Fasern des Maulbeerbaumes, der auf japanisch «Kohzo» heisst. Der Verwendung von diesen reinen und speziellen Materialien ist es zu verdanken, dass die Jeans äusserst strapazierfähig sind. Das hat Euro RSCG Zürich zu einer Kampagne «Karate-Jeans» inspiriert. Die Sujets bringen die Stabilität der japanischen Jeans plakativ auf den Punkt.
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