Gesundes fürs Portemonnaie

Pharma Spillmann Felser Leo Burnett lässt einen Generikahersteller bescheiden auftreten.

Pharma Spillmann Felser Leo Burnett lässt einen Generikahersteller bescheiden auftreten. «Generika sorgen für ein heilsames Umdenken mit günstigen Folgen», lautet die Firmenpolitik von Helvepharm. Das Pharmaunternehmen aus Frauenfeld gehört zu den günstigsten Anbietern von Generika im Schweizer Markt. Zu verdanken sind die tiefen Medikamentenpreise der Philosophie der Firma. Denn im Gegensatz zu anderen Pharmaunternehmen, die sich Luxus gönnen, zeigt sich Helvepharm bescheiden und steckt sein Geld in die Produkte. Verpackung in Golf-Grün
Wo Helvepharm überall spart, zeigen uns die von Spillmann Felser Leo Burnett realisierten Image-Inserate anhand von Medikamenten-Blistern. Eine Verpackung erinnert zum Beispiel an ein Golf-Grün und macht deutlich, dass man bei Generika von Helvepharm nicht das teure Hobby des CEOs mitbezahlt. Denn Helvepharm ist, wie der Claim schliesslich auflöst, ein bescheidenes Pharmaunternehmen.
In der Produktkampagne, die sich an Ärzte und Apotheker richtet, konzentriert man sich  – ganz der Firmenphilosophie entsprechend – auf das neu lancierte Produkt und seine Wirkung. Das verbindende Element zur Imagekampagne ist jeweils der Medikamenten-Blister sowie das Spiel mit demselben.
Andreas Panzeri

Uptown New Zurich

Städtebau Wirz wirbt für das neue Zentrum Sihlcity in Zürich mit dem Claim «die kleinste Grossstadt».

Städtebau Wirz wirbt für das neue Zentrum Sihlcity in Zürich mit dem Claim «die kleinste Grossstadt». Auf dem Areal der ehemaligen Sihlpapier-Fabrik ist in Zürich ein neuer Stadtteil entstanden. Das vielfältige Angebot umfasst 13 Gastronomiebetriebe, rund 80 Geschäfte, 1 Multiplexkino mit 9 Sälen, 1 Kulturhaus, 1 Disco sowie ein Asia-SPA und Ärztezentrum. Zudem verfügt Sihlcity mit dem Arabella Sheraton über ein Hotel mit 132 Zimmern. Heiss begehrt sind 16 Stadtwohnungen. Damit die zukünftigen Besucherinnen und Besucher auch wissen, was sie erwartet, hat Wirz Werbung eine Kampagne realisiert, die auf verblüffende Art Sihlcity – die kleinste Grossstadt – auf den Punkt bringt. Zusammen mit dem Bildbearbeiter Felix Schregenberger wurde in Dutzenden von Stunden eliminiert, was in Hunderten von Jahren aufgebaut wurde. «So urzeitlich hat man Zürich mit heutigen Augen noch nie gesehen», freut sich Matthias Freuler. Der CD bei Wirz glaubt, dass der «Eyecatcher» als Poster auch in vielen Schulzimmern zu einem begehrten Objekt werden könnte. Im Bereich Werbung werden die beiden Sujets «Tag und Nacht» in verschiedensten Formen eingesetzt.
Eine Stadt in der StadtDie urbane Idee Sihlcity umfasst 100000 Quadratmeter. Auf der Südseite ist das Zentrum direkt mit der neuen SZU-Doppelspurhaltestelle Saalsporthalle verbunden. In Sihlcity wurde viel Wert auf das Ineinanderfliessen von bestehender und moderner Architektur gelegt. Neben neuen Bauten behalten einige alte Fabrikgebäude ihren angestammten Platz. So etwa ist das hohe Fabrikkamin zum unübersehbaren Wahrzeichen von Sihlcity geworden.
Die Investoren und Partner – ohne die Sihlcity «ein schöner Traum geblieben» wäre – sind überzeugt, dass das Projekt auf Grund seiner Nutzungsdurchmischung «eine grosse Zukunft» hat und zu einem beliebten Treffpunkt der Stadt werden wird.
Als Architekt wirkte Theo Hotz. Gebaut hat Generalunternehmer Karl Steiner.
 
Andreas Panzeri

Die Nummer, die Leben retten kann

Prävention Burson-Marsteller in Bern will die Notfallnummer 144 bekannter machen.

Prävention Burson-Marsteller in Bern will die Notfallnummer 144 bekannter machen.Herzschwäche ist die am schnellsten wachsende Herz-Kreislauf-Erkrankung. In der Schweiz leiden rund 150000 Menschen daran. Das ist aber nur die Spitze eines Eisbergs. Das epidemische Ausmass des Problems wird erst in den kommenden Jahren voll zum Tragen kommen. Steht das Herz eines Menschen plötzlich still, bedeutet dies heute abseits des Spitals in neun von zehn Fällen den Tod. Auch bei einem Hirnschlag geht meist zu viel Zeit bis zur Spitaleinweisung verloren. Die Schweizerische Herzstiftung hat deshalb ein landesweites Lebensrettungsprogramm lanciert, das unter dem Patronat des Bundesamtes für Gesundheit, der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte  und der Schweizerischen Gesundheitsdirektorenkonferenz steht. Als erste Aktion hat Burson-Marsteller in Bern zwei TV-Spots realisiert, die auf einprägsame Art die Notfallnummer 144 bekannt machen.
Andreas Panzeri

Mit Assai im Wintermodus

Internet Assai macht das ganze Online-Marketing für Flims Laax und Falera.

Internet Assai macht das ganze Online-Marketing für Flims Laax und Falera. 
Obwohl der erhoffte Ansturm auf die Skilifte wegen Schneemangel ausblieb, sorgt die Wintersportdestination Flims Laax Falera immerhin im Internet für Traffic. Assai, ein Unternehmen der Wirz-Gruppe und Spezialist für digitale und dialogorientierte Kommunikation, macht für diese Wintersaison Online-Marketing für Flims Laax Falera. Dafür griff die Agentur tief in die Online-Trickkiste und umwirbt die Wintersportler mit verschiedensten Massnahmen.Pünktlich zum Wintersaisonstart stellte Assai ein Online-Game ins Internet, um die junge Zielgruppe mit Viral Marketing zu bewerben. Das Game wurde von rund 1000 Usern per Mail weiter- empfohlen. Zusätzlich optimierte Assai für den Wintersportort das Suchmaschinenmarketing. Der Online-Spezialist aus Zürich lancierte eine aufwändige Suchmaschinenmarketing-Kampagne, die ganz im Zeichen der «performanceorientierten Marketings» stand. Was heisst, dass Suchbegriffe und Anzeigen auf Google einem «extremen Monitoring» unterzogen wurden. Erfüllte einer der 30 Anzeigentexte oder Sujets den Zweck nicht, ersetzte man diese sofort. Zusätzlich arbeitete Assai mit generischen Suchbegriffen. Denn der User sucht im frühen Stadium nicht nach Markennamen, sondern nutzt Begriffe wie Familienurlaub oder Skifahren.
Assai konzipierte auch eine Banner-Kampagne. Dabei berücksichtigte die Planung nicht ausschliesslich reichweitenstarke Portale, sondern schaltete auf Websites mit hoher Affinität zum Thema Reisen Bannerwerbung. Für den Wintersportort Laax war das Online-Marketing ein Erfolg. Die Massnahmen von Assai konnten die Klickrate und die Besucherzahl auf der Website Laax.com verdreifachen.
Christian Lüscher

Mediaedge.cia doppelt ausgezeichnet

Mediaagenturen Das Jahr 2006 war nicht nur wirtschaftlich das beste in der Geschichte von Mediaedge.cia, mit einem weltweiten Zuwachs von 20 Prozent. Jetzt ist das Netzwerk auch noch doppelt, nämlich von den beiden Fachzeitschriften Advertising Age und Adweek gleichzeitig als «Global Media Agency of the Year 2006» ausgezeichnet worden.

Mediaagenturen Das Jahr 2006 war nicht nur wirtschaftlich das beste in der Geschichte von Mediaedge.cia, mit einem weltweiten Zuwachs von 20 Prozent. Jetzt ist das Netzwerk auch noch doppelt, nämlich von den beiden Fachzeitschriften Advertising Age und Adweek gleichzeitig als «Global Media Agency of the Year 2006» ausgezeichnet worden. MEC ist erst fünf Jahre jung. «Wir sind darauf sehr stolz, denn unsere globale MEC-Entwicklungsstrategie, von einer klassischen Media-Agentur hin zu einer modernen Kommunikationsagentur, wird nun auch vom Markt mit Erfolg bestätigt», freut sich Volker Straube, CEO von Mediaedge.cia Switzerland. Zu den wichtigsten internationalen Kunden von MEC gehören Campbell Soup, Colgate und Ikea.

Bei Edi wirds internett

Regionalpresse Der multimediale Umbau der beiden Edipresse-Tageszeitungen Tribune de Genève und 24 Heures startet statt zur Jahreswende erst am 21. März – dafür mit einer Revolution.

Regionalpresse Der multimediale Umbau der beiden Edipresse-Tageszeitungen Tribune de Genève und 24 Heures startet statt zur Jahreswende erst am 21. März – dafür mit einer Revolution.Die Revolution wird digital sein: Die zentrale Rolle bei der Umgestaltung der beiden Edipresse-Regionalzeitungen spielt der neue Internet-Auftritt. Die Zeiten sind vorbei, als sich die Online-Auftritte darauf beschränkten, die Zeitung im Internet zu kopieren. Neu auf dem Web gibt es kontinuierlich aktualisierte Tagesnews, ein englischsprachiges Fenster, Infos zu Freizeit und Kultur sowie eine Plattform mit Blogs von aussenstehenden Experten zu Politik, Wirtschaft und Kultur. Dazu kommt eine von vier Journalistinnen gestaltete Rubrik mit Aktualitäten aus frauenspezifischer Sicht, genannt «Les Quotidiennes», die eigentliche Trouvaille dieser Umgestaltung. «Die regionalen Infos sind je nach Zeitung verschieden, die nationalen und internationalen sind die gleichen, sofern nicht ein spezifischer Genfer oder Waadtländer Blickpunkt notwendig ist», erklärt David Moginier, der Chefredaktor der Régionaux online, der 22-köpfigen Online-Redaktion.Das heisst, beide Zeitungen behalten ihren eigenen Webauftritt, deren Inhalte aber von einer zentralen Redaktion bereitgestellt werden. Dazu kommen die Journalisten in den beiden Printredaktionen, die sich um die Online-Publikationen kümmern. Auch die Lokalredaktionen sind angehalten, die News im Hinblick auf ihre Eignung für mehrere Kanäle – Print, Web, Ton, Bild – zu verfolgen. «Das Ziel ist, auf dem Web sehr viel mehr und anderes zu haben als in den Zeitungen», definiert Thierry Meyer, Chefredaktor von 24 Heures. Und sein Genfer Kollege Pierre Ruetschi, Chefredaktor der Tribune de Genève, ergänzt: «Aufs Web kommen die News, in die Zeitung die vertiefenden Berichte, Kommentare und Analysen.»
Die Übernahme von Online-Inhalten bedingt Umgestaltungen bei den Zeitungen: «Wir wollen den Dialogaspekt, den das Web erlaubt, auch für die Zeitung entwickeln», sagt Ruetschi. Sichtbar wird das crossmediale Konzept mit neuen Rubriken und Gefässen in der Zeitung, aber auch in den durchgestalteten Unterschieden zwischen den beiden Medien. Ruetschi definiert es so: «Das Web ist ein kaltes Medium, mit kurzen standardisierten Artikeln. In der Zeitung kommt der sinnliche und emotionale Aspekt stärker zum Zug, mit verschiedenen, mehr subjektiven journalistischen Formen und graphischen Elementen und einem personalisierten Zugang zur Aktualität.»
Durch die Zusammenlegung der drei Rubriken Schweiz, Wirtschaft und Welt zwischen den beiden Zeitungen wurden Mittel und Kapazitäten freigemacht, die in die Qualität der Lokalberichterstattung investiert werden: «Die Lokalredaktion steht im Zentrum unseres Interesses», sagt Ruetschi.
Für seinen Lausanner Kollegen Thierry Meyer findet die Revolution «vor allem im Kopf» statt: «Unsere Journalisten müssen neue Reflexe entwickeln: Was ist gut fürs Web, was ist gut für Print?» Es gehe nicht darum, dass die Journalisten die gleiche Arbeit zweimal machen müssten, sondern darum, die Interaktion zwischen Zeitung und Web zu optimieren. Der Umbau von 24 Heures dient aber noch anderen Zielen. Die Zeitung hatte im Vorfeld der heutigen Umgestaltung den Schritt gewagt, in vier regionalen Splits zu erscheinen, die den ganzen Kanton Waadt abdecken. Das Konzept verlangte Anpassungen, weil viele Leser das Gefühl hatten, nicht mehr vollständig über kantonale Aktualitäten informiert zu sein. Anfang 2006 reagierte das Blatt mit Korrekturen im Seitenablauf. Jetzt ist der zweite Teil der Anpassung fällig. Sie ist zum einen optisch: Das Logo 24 Heures ist in der Splitausgabe stärker präsent, und der regionale Bund erscheint nicht mehr mit einer eigenen Aufschlagseite. Auch inhaltlich wird das Splitkonzept gemildert: «Es gibt mehr Platz für kantonale und andere gemeinsame Informationen», erklärt Meyer. Ausserdem ermöglichten die technischen Bedingungen nun unterschiedliche Seitenzahlen der Regionalausgaben. «Das ist wichtig, weil wir in der Lausanner Ausgabe mehr Werbung haben als in den andern. Es ist nicht einsichtig, dass das auf Kosten der redaktionellen Inhalte gehen soll.» Für Meyer ist entscheidend, die Leser von 24 Heures überzeugen zu können, dass sie in ihrer Zeitung «alle Informationen erhalten, die sie von einer Vollzeitung erwarten können, und dazu als Plus die lokalen und mikrolokalen Infos.»
Wie die Tribune setzt auch 24 Heures auf eine Personalisierung der regionalen Aktualität etwa in Form von Portraits. Mit Debatten und mit der Übernahme von Umfragen oder Lesermeinungen vom Web soll auch der Print interaktiven Charakter erhalten. Und schliesslich hat sich das Lausanner Blatt von Readerscan-Ergebnissen (elektronische Erfassung der Lesegewohnheiten durch Markierung gelesener Artikel mit einem elektronischen Stift) davon überzeugen lassen, die zweite Seite der Tribune, eine viel gelesene Sammlung von Kürzestnachrichten aus aller Welt, zu übernehmen. Werden die beiden grossen Tageszeitungen am Genfersee sich in Zukunft also – ausser in regionalen Aspekten – gleichen wie ein Ei dem andern? «Aber nein, die Marken Tribune de Genève und 24 Heures werden sogar noch stärker. Die Redaktionen breiten die Informationen so auf, dass sie für ihre Region und ihr Medium am relevantesten werden», versichert Meyer. Die Koordination zwischen den drei Redaktionen – den Printredaktionen einerseits, Print und Online andererseits – verspricht spannend zu werden. «Ganz einfach wird das nicht», gibt Meyer zu.    
Feministisch nein, engagiert jaDie ehemalige Fernsehjournalistin Madeleine von Holzen
kümmert sich um die neue Online-Rubrik «les Quotidiennes». «Wir machen aber weder ein Frauen- noch ein feministisches Magazin», sagt sie. Das Ziel ist, die Aktualität aus frauenspezifischer Sicht aufzuarbeiten, mit Recherchen, aber auch in Form von täglichen Kommentaren, Foren, Portraits und Interviews. Hauptsächlich wird mit Text gearbeitet, aber auch – «in ganz bescheidenem Ausmass», so von Holzen – mit ein bisschen Ton und Bild. «Mir ist aufgefallen, dass viele junge Frauen Mühe mit einer Frauenrolle haben, die sich im Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie sehr schnell verändert», sagt sie. In den «Quotidiennes» sollen die Frauen «stärker sichtbar» werden, die ihren eigenen Weg gefunden haben – sei es die Direktorin eines grossen Unternehmens, die Biobäuerin oder die Schauspielerin.
Ein weit gespanntes Netz von Politikerinnen, Chefinnen oder Wissenschaftlerinnen wird für den täglichen Kommentar angefragt, in den ebenfalls dauernd geführten Foren sollen grundsätzliche gesellschaftliche Themen behandelt werden. Einmal pro Woche wandern die «Quotidiennes» vom Web mit einer ganzen Seite in die beiden Zeitungen ab, ansonsten erfolgt die Zusammenarbeit punktuell und pragmatisch, je nach Thema. «Feministisch sind wir nicht», unterstreicht von Holzen, «aber engagiert ganz sicher!»
Helen Brügger

Thomas Dähler wird Chefredaktor der Basellandschaftlichen Zeitung

Der 49-jährige Thomas Dähle übernimmt voraussichtlich im 4. Quartal 2007 das Amt als neuer Chefredaktor der Basellandschaftlichen Zeitung. Damit tritt er die Nachfolge von Franz C. Widmer an, welcher Ende 2007 in Pension geht.

Der 49-jährige Thomas Dähle übernimmt voraussichtlich im 4. Quartal 2007 das Amt als neuer Chefredaktor der Basellandschaftlichen Zeitung. Damit tritt er die Nachfolge von Franz C. Widmer an, welcher Ende 2007 in Pension geht. Thomas Dähler wird sich ab 1. Juni in seine neue Aufgabe einarbeiten, heisst es in einer Mitteilung. Nach seinem Studium der Geografie, Geologie und Geschichte an der Universität Bern sowie der Schlussprüfung für das Höhere Lehramt stieg Dähler 1980 nach verschiedenen Stellvertretungen an Mittelschulen als Freier Journalist in den Journalismus ein. Von 1985 bis 2004 war er beim Bieler Tagblatt als Redaktor verschiedener Regionalressorts sowie als Inlandredaktor und von 1992 bis 2004 als Chefredaktor und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung von Gassmann tätig. Ab 2004 engagierte er sich als Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung bei der Berner Zeitung, ab 2006 als Leiter der Kantonsredaktion.

Der Schimpanse auf dem Chefsessel

Branded Entertainment Um die schwer erreichbare Altersgruppe junger Männer zwischen 21 und 34 Jahren zu erreichen, setzt der US-Bierkonzern Anheuser-Busch auf Filme im Internet.

Branded Entertainment Um die schwer erreichbare Altersgruppe junger Männer zwischen 21 und 34 Jahren zu erreichen, setzt der US-Bierkonzern Anheuser-Busch auf Filme im Internet. Stellen Sie sich vor, Sie sind der Chef einer Werbeagentur und haben es weit gebracht. Eines Tages kommen Sie ins Büro und auf Ihrem Sessel sitzt ein Affe – ein leibhaftiger Schimpanse nämlich. Wie würde der wohl Ihren Job angehen? Gäbe es eine kreative Sternstunde, oder würde er sich sprichwörtlich zum Affen machen?  
Witzig oder nicht, dieser Plot ist Bestandteil einer neuen Serie namens «Replaced by a Chimp», die soeben angelaufen ist. Doch die Reihe wird weder im Fernsehen gezeigt, noch wird sie von einer der üblichen Filmproduktionsfirmen hergestellt. «Replaced by a Chimp» ist eine neue Comedy-Serie im Internet. Sie wird unter der Ägide des US-Bierkonzerns Anheuser-Busch produziert. «Wir sind ständig auf der Suche nach Ideen, wie wir mit unseren Kunden auf einer persönlicheren Ebene kommunizieren können», sagte August Busch, der Präsident des Unternehmens, bei der Bekanntgabe des Projekts, das seit Anfang Februar unter www.bud.tv abrufbar ist. «Die Leute suchen verstärkt online nach Content, und Bud.TV wird die Grenzen dieser neuen Medienwelt mitbestimmen.»
 
Tatsächlich will Anheuser-Busch, dessen Werbekampagnen sich beim Publikum durch ihren Unterhaltungswert regelmässig grosser Beliebtheit erfreuen, sich mit dem aufwändigen Projekt als Marketer der Zukunft positionieren. Der Anstoss dazu kam schon vor zwei Jahren, als das Unternehmen verstärkt Contentprojekte für das Fernsehen anging. «Wir gingen jedes Jahr durch 10000 Manuskripte, die das Potenzial hatten, über einen 30-Sekunden-Spot hinauszuwachsen», sagt Jim Schumacker, Vice President für digitales Marketing bei Anheuser-Busch, der das Konzept dazu entwickelt hat. «Bud.TV fungiert als Inkubator für Shows, die später möglicherweise weiter entwickelt und ans Fernsehen weiterverkauft werden.» Das Interent diene dabei als wertvolles Mittel, um die Mediennutzungsgewohnheiten der Konsumenten zu untersuchen. Nutzerinnen und Nutzern von Bud.TV steht eine breite Auswahl an Inhalten zur Verfügung. Acht Kanäle, von Comedy und News bis hin zu Sciencefiction und Reality-TV werden auf der Website angeboten. Die meisten Filme sind im Durchschnitt vier Minuten lang, derzeit ist von einer Minute bis acht Minuten alles dabei.
 
Unterhaltung und Imagegewinn Der Zweck des 40 Millionen Dollar teuren Projektes ist es, die schwer erreichbare Altersgruppe junger Männer zwischen 21 und 34 Jahren anzusprechen und über die Jahre ein Brandinginstrument aufzubauen. «Wir wollen die Konsumenten unterhalten und darüber hinaus ein positives Image für die Budweiser-Familie schaffen», sagt Schumacker. «Es ist eine interaktive Tätigkeit verglichen mit dem passiven Zurücklehnen vor dem Fernseher.» Darüber hinaus könne man flexibler reagieren: Kommt eine Serie beim Publikum nicht an, kann man sie umgehend absetzen oder weniger prominent platzieren. Bereits neun Prozent aller Amerikaner geben an, dass sie sich jeden Tag Videos im Internet anschauen. Laut Angaben der Marktforschungsfirma TNS Media Intelligence hat Anheuser-Busch die Ausgaben für Werbeclips im Network-TV bereits von 2004 auf 2005 von 53,5 Prozent des Gesamtwerbebudgets auf 47,2 Prozent gesenkt. Wurden 2004 also noch 292,8 Millionen Dollar dafür ausgegeben, sank diese Summe 2005 auf 287,2 Millionen.
 
Das Ziel von Bud.TV ist es, nach der Anlaufphase ein Publikum von zwei bis drei Millionen pro Monat zu erreichen. Ob dies verwirklicht werden kann, hängt vor allem von zwei Komponenten ab, glaubt Joe Mandese, Chefredakteur des Werbefachmagazins Mediapost. «Der Trick ist, guten Content anzubieten und sicherzustellen, dass die Konsumenten auch davon wissen», sagt Mandese. «Aus diesem Grund müssen sie das Projekt anderweitig gut vermarkten.» Eine Strategie, auf die man bei Anheuser-Busch zählt, ist Virales Marketing, also den Inhalt cool genug zu gestalten, dass die Nutzer ihre Freunde darauf aufmerksam machen und die Links zu den entsprechenden Seiten weiterverschicken. «Die virale Komponente ist unvermeidlich», glaubt auch Tracy Ryan, Marketingprofessorin an der Virginia-Commonwealth-Universität und Autorin eines neuen Buches namens «Werbung im Fernsehen». «Sobald jemand Zugang zu der Site hat, werden die Filme automatisch weitergeleitet und anderweitig auf diversen Video-Websites wie etwa YouTube gepostet.»
 
Dass auch andere Werbetreibende die Möglichkeit haben, dem Publikum ihre Marke zu präsentieren, wird mit Segmenten wie «Hardly News» sichergestellt, wo Game-Hersteller Neuheiten vorstellen können. Ein Marketer, Electronic Arts, produziert eine ganze Sciencefiction-Serie namens «Afterworld». In welchem Umfang Budweiser selbst auf Bud.TV Product Placement betreiben wird, ist noch unklar, reicht doch allein der Name der Website aus, um Markenbewusstsein zu schaffen. «Die meisten Shows enthalten derzeit keine Referenzen zu der Marke», sagt Ryan. «Es dreht sich alles darum, dass die Kunden mit der Website interagieren. Auf diese Weise wird Markenloyalität geschaffen.»
 
 
Konsumentenschützer protestierenDas Bud.TV-Projekt
wird von Seiten der Marketingwelt als innovativ und zukunftsweisend gefeiert, doch von Verbraucherschützern kritisiert. Sie werfen dem Konzern vor, damit ein jugendliches Publikum schon früh mit Alkohol vertraut zu machen. Obwohl Bud.TV das Alter der Nutzer mit einem aufwändigen Verfahren im Vorfeld prüfen lässt, bevor man überhaupt Zugang zu der Website bekommt, haben 21 Staatsanwälte aus dem ganzen Land einen Protestbrief an das Unternehmen unterschrieben. Darin wird den Verantwortlichen vorgeworfen, unzureichende Massnahmen ergriffen zu haben, die es Jugendlichen unter 21 verbietet, Bud.TV zu sehen.
Vor allem die Möglichkeit, Bud.TV-Clips auf den iPod herunterzuladen, wird kritisiert. «Wozu einen Altersnachweis verlangen, wenn der Content problemlos weiterverbreitet werden kann?», heisst es darin. Nicht angesprochen wird dabei, dass Werbeclips für Bier für jeden frei zugänglich auf YouTube abrufbar sind.
 
Gerti Schön

Philip Stuber folgt auf Rona Diem bei Toxic.fm

Die Nachfolge von Rona Diem als Marketingleiter beim St. Galler Radiosender Toxic.fm tritt am 1. März Philip Stuber an. Als Verantwortlicher des Sendelayoutes von Toxic.fm hat er bereits einen starken Bezug zum Sender.

Die Nachfolge von Rona Diem als Marketingleiter beim St. Galler Radiosender Toxic.fm tritt am 1. März Philip Stuber an. Als Verantwortlicher des Sendelayoutes von Toxic.fm bringt der 32-jährige Stuber einerseits einen engen Bezug zum Sender mit. Andererseits verfügt er als Organisator des St. Galler Kulturfestivals über die nötigen Erfahrungen im Event- und PR-Bereich.

Gyselroth kreiert neue CI für RohnerChem

Die Agentur Gyselroth für digitale Medien und Print in Zürich hat für RohnerChem eine komplett neue Corporate Identity realisiert.

Die Agentur Gyselroth für digitale Medien und Print in Zürich hat für RohnerChem eine komplett neue Corporate Identity realisiert. Die Firma wurde 1906 gegründet, gehörte zur französischen Groupe Novasep und wurde am 9. März 2006 von der deutschen Arques Industries gekauft. Seither tritt RohnerChem als eigenständiges Unternehmen im Markt auf, was mit dem neuen Corporate Design unterlegt und gefestigt werden soll. Nachdem letzten RohnerChem im letzten Jahr eine visuelle Basis geschaffen hat, baut sie nun die Identität und Marke kontinuierlich aus. Zu den geplanten Massnahmen zählen unter anderem der Aufbau eines Picturepools, eine Imagebroschüre sowie der Ausbau der Internetpräsenz.

Mit Flügeln in die Zukunft

Brief PostMail hat einen neuen Marktauftritt. «Brief und mehr» heisst der Claim, mit dem PostMail in die Zukunft startet.

Brief PostMail hat einen neuen Marktauftritt. «Brief und mehr» heisst der Claim, mit dem PostMail in die Zukunft startet. Dabei soll die gelbe PostMail-Taube den Auftritt attraktiv visualisieren. Sie symbolisiert das Kerngeschäft. Dazu gehört der Transport von Botschaften und Emotionen an Geschäfts- und Privatkunden in der ganzen Schweiz. Sie wird über die Dauer der Kampagne hinaus das Markenzeichen von PostMail sein. Im März und im April läuft die erste grosse Werbewelle. Mit Inseraten in der Sonntags- und Wirtschaftspresse und mit Plakaten in grossen Bahnhöfen wird PostMail beworben. Konzipiert hat die Kampagne Publicis.

Der Web2com-Index startet mit 101.9 Punkten ins 2007

Seit über acht Jahren misst der Index von Web2com die monatliche Entwicklung der Online-Werbung in der Schweiz und wie jedes Jahr wird der Web2index neu auf 100 Punkte zurückgesetzt.

Seit über acht Jahren misst der Index von Web2com die monatliche Entwicklung der Online-Werbung in der Schweiz und wie jedes Jahr wird der Web2index neu auf 100 Punkte zurückgesetzt. Im Januar 2007 verzeichnet der Online-Werbe-Index ein Plus von 1.9 Punkten und liegt nun bei einem Indexwert von 101.9 Punkten. Der Web2com-Index basiert auf monatlichen Erhebungen der Investitionen für kommerzielle Werbung nationaler und internationaler Online-Plattformen. Er soll somit aufzeigen, wie sich die Internetwerbung in der Schweiz entwickelt.
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