Armani zieht in Hollywood die Fäden
Mode Catwalk im Kino: Wie kein anderer Designer kann Giorgio Armani die Welt von Hollywood zum Marketing für seine diversen Labels nutzen.
Mode Catwalk im Kino: Wie kein anderer Designer kann Giorgio Armani die Welt von Hollywood zum Marketing für seine diversen Labels nutzen. Kein Designer hat mit dem Traum angefangen, einmal Fräulein Müller für ihre Hochzeit einkleiden zu können. Die glamouröse Nacht der Oscars hingegen ist der grosse Traum wohl jedes klassischen Modedesigners. Und hier wirkt Giorgio Armani seit Jahren. Auch am letzten Sonntag hat er bei Oscar 2007 wieder alle wichtigen Fäden gezogen.Film macht Mode – und Mode macht Film. Seit Jahrzehnten sind die beiden Künste eine gewinnbringende Allianz eingegangen. Mit der Mode im Kino werden die neuen Trends kreiert. Dabei hat Armani nicht nur bei den Roben auf dem roten Teppich für Oscar, sondern auch bei den Kostümen für über 100 Filme sein Label im Spiel.
Mit diesem «Catwalk im Kino» kann er seine Mode rund um die Welt bei einem Millionenpublikum bekannt machen. Was eben noch auf der Leinwand zu sehen war, ist morgen schon Trend auf dem Laufsteg. Cary Grant und Grace Kelly setzten solche Trends im Hitchcock-Thriller «Über den Dächern von Nizza». Nicole Kidman machte Mode in «Moulin Rouge». Nach «Gladiator» waren Sandalen wieder tragbar. Ein schlichtes Baumwollunterhemd von Hanro aus der Schweiz sorgte für Furore nach «Eyes Wide Shot». Uma Thurman löste mit ihrem Chanel Rouge Noir in «Pulp Fiction» einen Boom für dunklen Nagellack aus. In diesem Meisterwerk von Tarantino sind die Alltagskleider für Ving Rhames von Emporio Armani. Pilotenbrillen von Armani lösten einen weltweiten Run aus nach dem Film «Aviator» mit Leonardo DiCaprio.
Angefangen hat dieses «Product Placement» im Kino mit einem Zufall. Dieser führte 1934 zu einem grossen Einbruch beim Verkauf von Unterleibchen, als Clark Gable in der Screewball-Comedy «It Happend One Night» sein Hemd auszog und darunter kein Unterhemd trug. Keine Absicht, hat man später erklärt, denn beim Wiederholen der Szene blieb zu wenig Zeit für eine korrekte Etikette. Der Modetrend war trotzdem geboren.
Einer der ersten, der die Entwicklung bewusst fortgeführt hat, war Hubert de Givenchy. Der französische Couturier hat 1952 die noch junge Audrey Hepburn für «Sabrina» von Billy Wilder eingekleidet. Der Oscar für beste Kostüme und beste Hauptrolle sorgten für den Rest, dass der Audrey-Look in den Kaufhäusern zur Mode wurde. Jede Frau wollte so aussehen wie die gefeierte Schauspielerin.
Ein Gigolo zum Auftakt
Film und Designer ist eine lange Geschichte der Liebesbeziehungen. Der erste Italiener, der es in Hollywood mit seinem Schneiderhandwerk geschafft hat, war bereits 1914 Salvatore Ferragamo. Er kehrte aber 1923 nach Italien zurück. Auch Nino Cerruti arbeitete für den Film mit «Pretty Woman» oder «Basic Instinct». Jean-Paul Gaultier näht gelegentlich für Regisseur Pedro Almodovar. Keiner aber ist in Hollywood so oft rund um eine Kamera zu entdecken wie Giorgio Armani.
Angefangen hat die Lovestory 1980 mit «American Gigolo». Richard Gere spielt in diesem romantischen Thriller von Paul Schrader einen Dandy, dem alle Frauenherzen sofort zu Füssen und bald auch sonst wo liegen. Wieso dieser Mann soviel Erfolg hat, wird bereits in der Titelsequenz des Films werbewirksam gezeigt. Richard Gere lässt sich in einem Modegeschäft seine Arbeitskleidung als «Mann für gewisse Stunden» anpassen. Natürlich sind sämtliche Anzüge, Hemden, Krawatten und Accessoires von Armani. Als spiele er in einer Modeschau statt einem Film mit, wechselt Gere in den folgenden Szenen immer wieder seine Kleider. «American Gigolo» machte einen Star aus Richard Gere. Auch dem früheren Model Lauren Hutton hat die weibliche Hauptrolle – natürlich ebenso von Armani eingekleidet – den Durchbruch zu einer neuen Karriere als Schauspielerin gebracht.
Die nachhaltigste Karriere rund um diesen Film eröffnete sich aber Giorgio Armani. Der Designer revolutionierte mit «American Gigolo» die Mode, indem er Haute Couture und Massenprodukte der Freizeitkleidung erstmals in einem Stil zusammenführte. Sein Blazer hat die Epoche der Casual-Mode eingeleitet. «Als ein Leben lang Cinéphiler finde ich es faszinierend, wie die Welt der Mode und die Welt des Films sich gegenseitig beeinflussen», kommentierte Armani später diese Entwicklung.
Parallel zum Film hat er nicht nur in der Madison Avenue in New York die Modelle im Stil von Richard Gere zusammen mit dem ebenso berühmt gewordenen Filmplakat in den Schaufenstern ausstellen lassen. Das war das erste Mal, dass Amerika mit Armanis Stil in Berührung gekommen ist. «Der Kinoerfolg wirkte wie die Einladung für Millionen von Leuten an eine Modeschau», wertet Armani. Tatsächlich hat ihm der Erfolg mit «American Gigolo» in diesen Zeiten der Yuppies soviel Geld eingebracht, dass er mit diesem Startkapital seine neben der Haute Couture mehr populäre Linie Emporio Armani lancieren konnte.
Armani war später auch der Erste, der aktiv Hollywood-Stars dazu animiert hat, seine Mode auch ausserhalb des Kinos zu tragen. Angefangen hat diese freundschaftliche Geschäftsverbindung bei den Frauen mit Michelle Pfeiffer und Jodie Foster. Michelle Pfeiffer ist ein Fan von Armani, seit sie in «Scarface» Kostüme von ihm getragen hat. «Er hat viel Gefühl und liebt Frauen», schwärmt die Schauspielerin. Leonardo DiCaprio, Harrison Ford, Diane Keaton, Arnold Schwarzenegger mit Maria Shriver, Kevin Spacey, Warren Beatty in edlem Schwarz oder Samuel Jackson im blauen Frack sind nur ein paar der weiteren Namen, die bei der Oscar-Night für ihre Wirkung bei der Parade auf Giorgio Armani vertraut haben. Samuel Jackson aus dem Film «Shaft» gilt seither als «King of Style», einem Prädikat, das er voll Armani verdanke, wie der schwarze Schauspieler inzwischen gerne einräumt. Auch Tom Cruise hat sich jahrelang von Armani einkleiden lassen. Bei der Oscar-Fete am vergangenen Sonntag hat er sich aber erstmals von Victoria Beckham stylen lassen.
Keine Models, keine Kampagnen – einfach nur Kino. Für diesen Deal gibt es bereits das Fachwort «Promo-Costuming», wenn ein ganzer Film von einem bestimmten Designer ausgestattet wird. Mode-Designer beliefern Filmproduktionen mit ihren Kleidern, um besser bekannt zu werden und das Label ins Publikum zu bringen. Von Hugo Boss bis Ermenesgildo Zegna oder Nino Cerruti machen alle bei diesem Wettbewerb mit, wer die bekanntesten Stars einkleiden darf. Die Verkaufsdepartemente sind begeistert von dieser Crosspromotion. Allerdings ist auch der Trend festzustellen, dass in den neusten Filmen selbst ein Armani für seine Schützlinge nicht immer mehr sämtliche Kleider liefern kann. Das Big Business ist inzwischen so gross geworden, dass Superstars wie Foster, Pfeiffer oder Cruise ihre eigenen Stylisten beschäftigen. Diese entwerfen ein ganz präzises und lang anhaltendes Image für ihre Stars. Erst dann wird über ein passendes Drehbuch und Kostüm verhandelt. Jennifer Lopez hat mit «Sweetface» sogar eine eigene Modelinie.
Trotzdem: Der wichtigste Anlass für die Promotion eines Labels bleibt aber nach wie vor die Oscar-Nacht. Und diese war auch heuer in fester Hand von Armani und Versace. Kleinere müssen viel Geld investieren, um hier einen Einstieg zu finden. Das Ritual mit den goldenen Statuetten gilt neben dem Finale des Superbowl als das meistgesehene TV-Spektakel in den USA sowie in weiten Teilen der Welt. Da spielt es eine Rolle, wie man angezogen ist.
Die Designer treten in Aktion, sobald die jeweils fünf Nominierten für einen Oscar klar sind. Dann machen sie den passenden Stars ihre Angebote. Es gibt Gerüchte, dass Designer ihre gewünschten Stars mit Erstklassflügen zu privaten Modeschauen einladen, um das Passende auszuwählen. Wer zugreift – natürlich gratis, bekommt oft ein Leben lang 50 Prozent Rabatt auf sämtliche weiteren Käufe bei seinem Designer. Weibliche Stars dürfen ihre Roben meistens behalten. Nur Chanel soll die Kostüme und Abendroben regelmässig zurückverlangen.
Soviel Action führte 2003 dazu, dass Giorgio Armani als erster Designer in Hollywood mit einem Stern auf dem Rodeo Drive, Hollywoods exklusiver Shopping-Meile, ausgezeichnet worden ist. Dieser «Walk of Style» wurde mit einer ähnlichen Zeremonie gefeiert wie die «Walk of Stars» der Schauspieler. Wo diese aber mit einem Handabdruck auf dem Trottoir vor dem Chinese Theatre verewigt werden, hat Hollywood für Armani eine über vier Meter hohe Skulptur aufgestellt. Armani sei «der Höhepunkt der Verschmelzung von Mode und Film», hat die fast vollständig anwesende Garde der Superstars in Hollywood begeistert applaudiert.
Giorgio ArmaniDer Designer und Gründer der Armani-Group
mit heute gegen 5000 Mitarbeitenden ist am 11. Juli 1934 in Piacenza bei Milano geboren. Die Familie mit drei Kindern war eher arm, die Mutter Näherin. Giorgio begann 1952 an der Universität Bologna ein Medizinstudium, wurde ein Jahr später in den Militärdienst einberufen und arbeitet dann als Dekorationsgestalter, Fotoassistent und Stylist beim Mailänder Warenhaus La Rinascente. Ohne fachliche Ausbildung wird er 1964 Designer für Herrenmode bei Nino Cerruti. 1973 fällt er als Freelancer in Florenz mit seiner ersten eigenen Modeschau auf. 1975 gründet Armani zusammen mit dem Architekten Sergio Galeotti sein eigenes Label. 1979 folgt die Giorgio Armani Corporation in den USA. Heute ist Armani in der ganzen Welt bis nach China und Japan präsent mit Mode, Möbeln, Accessoires und ab 2008 in Dubai auch mit dem ersten Armani-Hotel. Das gesamte und inzwischen auf 5 Milliarden Euro geschätzte Imperium könnte eventuell an L’Oréal verkauft werden.
Andreas Panzeri
Mit diesem «Catwalk im Kino» kann er seine Mode rund um die Welt bei einem Millionenpublikum bekannt machen. Was eben noch auf der Leinwand zu sehen war, ist morgen schon Trend auf dem Laufsteg. Cary Grant und Grace Kelly setzten solche Trends im Hitchcock-Thriller «Über den Dächern von Nizza». Nicole Kidman machte Mode in «Moulin Rouge». Nach «Gladiator» waren Sandalen wieder tragbar. Ein schlichtes Baumwollunterhemd von Hanro aus der Schweiz sorgte für Furore nach «Eyes Wide Shot». Uma Thurman löste mit ihrem Chanel Rouge Noir in «Pulp Fiction» einen Boom für dunklen Nagellack aus. In diesem Meisterwerk von Tarantino sind die Alltagskleider für Ving Rhames von Emporio Armani. Pilotenbrillen von Armani lösten einen weltweiten Run aus nach dem Film «Aviator» mit Leonardo DiCaprio.
Angefangen hat dieses «Product Placement» im Kino mit einem Zufall. Dieser führte 1934 zu einem grossen Einbruch beim Verkauf von Unterleibchen, als Clark Gable in der Screewball-Comedy «It Happend One Night» sein Hemd auszog und darunter kein Unterhemd trug. Keine Absicht, hat man später erklärt, denn beim Wiederholen der Szene blieb zu wenig Zeit für eine korrekte Etikette. Der Modetrend war trotzdem geboren.
Einer der ersten, der die Entwicklung bewusst fortgeführt hat, war Hubert de Givenchy. Der französische Couturier hat 1952 die noch junge Audrey Hepburn für «Sabrina» von Billy Wilder eingekleidet. Der Oscar für beste Kostüme und beste Hauptrolle sorgten für den Rest, dass der Audrey-Look in den Kaufhäusern zur Mode wurde. Jede Frau wollte so aussehen wie die gefeierte Schauspielerin.
Ein Gigolo zum Auftakt
Film und Designer ist eine lange Geschichte der Liebesbeziehungen. Der erste Italiener, der es in Hollywood mit seinem Schneiderhandwerk geschafft hat, war bereits 1914 Salvatore Ferragamo. Er kehrte aber 1923 nach Italien zurück. Auch Nino Cerruti arbeitete für den Film mit «Pretty Woman» oder «Basic Instinct». Jean-Paul Gaultier näht gelegentlich für Regisseur Pedro Almodovar. Keiner aber ist in Hollywood so oft rund um eine Kamera zu entdecken wie Giorgio Armani.
Angefangen hat die Lovestory 1980 mit «American Gigolo». Richard Gere spielt in diesem romantischen Thriller von Paul Schrader einen Dandy, dem alle Frauenherzen sofort zu Füssen und bald auch sonst wo liegen. Wieso dieser Mann soviel Erfolg hat, wird bereits in der Titelsequenz des Films werbewirksam gezeigt. Richard Gere lässt sich in einem Modegeschäft seine Arbeitskleidung als «Mann für gewisse Stunden» anpassen. Natürlich sind sämtliche Anzüge, Hemden, Krawatten und Accessoires von Armani. Als spiele er in einer Modeschau statt einem Film mit, wechselt Gere in den folgenden Szenen immer wieder seine Kleider. «American Gigolo» machte einen Star aus Richard Gere. Auch dem früheren Model Lauren Hutton hat die weibliche Hauptrolle – natürlich ebenso von Armani eingekleidet – den Durchbruch zu einer neuen Karriere als Schauspielerin gebracht.
Die nachhaltigste Karriere rund um diesen Film eröffnete sich aber Giorgio Armani. Der Designer revolutionierte mit «American Gigolo» die Mode, indem er Haute Couture und Massenprodukte der Freizeitkleidung erstmals in einem Stil zusammenführte. Sein Blazer hat die Epoche der Casual-Mode eingeleitet. «Als ein Leben lang Cinéphiler finde ich es faszinierend, wie die Welt der Mode und die Welt des Films sich gegenseitig beeinflussen», kommentierte Armani später diese Entwicklung.
Parallel zum Film hat er nicht nur in der Madison Avenue in New York die Modelle im Stil von Richard Gere zusammen mit dem ebenso berühmt gewordenen Filmplakat in den Schaufenstern ausstellen lassen. Das war das erste Mal, dass Amerika mit Armanis Stil in Berührung gekommen ist. «Der Kinoerfolg wirkte wie die Einladung für Millionen von Leuten an eine Modeschau», wertet Armani. Tatsächlich hat ihm der Erfolg mit «American Gigolo» in diesen Zeiten der Yuppies soviel Geld eingebracht, dass er mit diesem Startkapital seine neben der Haute Couture mehr populäre Linie Emporio Armani lancieren konnte.
Armani war später auch der Erste, der aktiv Hollywood-Stars dazu animiert hat, seine Mode auch ausserhalb des Kinos zu tragen. Angefangen hat diese freundschaftliche Geschäftsverbindung bei den Frauen mit Michelle Pfeiffer und Jodie Foster. Michelle Pfeiffer ist ein Fan von Armani, seit sie in «Scarface» Kostüme von ihm getragen hat. «Er hat viel Gefühl und liebt Frauen», schwärmt die Schauspielerin. Leonardo DiCaprio, Harrison Ford, Diane Keaton, Arnold Schwarzenegger mit Maria Shriver, Kevin Spacey, Warren Beatty in edlem Schwarz oder Samuel Jackson im blauen Frack sind nur ein paar der weiteren Namen, die bei der Oscar-Night für ihre Wirkung bei der Parade auf Giorgio Armani vertraut haben. Samuel Jackson aus dem Film «Shaft» gilt seither als «King of Style», einem Prädikat, das er voll Armani verdanke, wie der schwarze Schauspieler inzwischen gerne einräumt. Auch Tom Cruise hat sich jahrelang von Armani einkleiden lassen. Bei der Oscar-Fete am vergangenen Sonntag hat er sich aber erstmals von Victoria Beckham stylen lassen.
Keine Models, keine Kampagnen – einfach nur Kino. Für diesen Deal gibt es bereits das Fachwort «Promo-Costuming», wenn ein ganzer Film von einem bestimmten Designer ausgestattet wird. Mode-Designer beliefern Filmproduktionen mit ihren Kleidern, um besser bekannt zu werden und das Label ins Publikum zu bringen. Von Hugo Boss bis Ermenesgildo Zegna oder Nino Cerruti machen alle bei diesem Wettbewerb mit, wer die bekanntesten Stars einkleiden darf. Die Verkaufsdepartemente sind begeistert von dieser Crosspromotion. Allerdings ist auch der Trend festzustellen, dass in den neusten Filmen selbst ein Armani für seine Schützlinge nicht immer mehr sämtliche Kleider liefern kann. Das Big Business ist inzwischen so gross geworden, dass Superstars wie Foster, Pfeiffer oder Cruise ihre eigenen Stylisten beschäftigen. Diese entwerfen ein ganz präzises und lang anhaltendes Image für ihre Stars. Erst dann wird über ein passendes Drehbuch und Kostüm verhandelt. Jennifer Lopez hat mit «Sweetface» sogar eine eigene Modelinie.
Trotzdem: Der wichtigste Anlass für die Promotion eines Labels bleibt aber nach wie vor die Oscar-Nacht. Und diese war auch heuer in fester Hand von Armani und Versace. Kleinere müssen viel Geld investieren, um hier einen Einstieg zu finden. Das Ritual mit den goldenen Statuetten gilt neben dem Finale des Superbowl als das meistgesehene TV-Spektakel in den USA sowie in weiten Teilen der Welt. Da spielt es eine Rolle, wie man angezogen ist.
Die Designer treten in Aktion, sobald die jeweils fünf Nominierten für einen Oscar klar sind. Dann machen sie den passenden Stars ihre Angebote. Es gibt Gerüchte, dass Designer ihre gewünschten Stars mit Erstklassflügen zu privaten Modeschauen einladen, um das Passende auszuwählen. Wer zugreift – natürlich gratis, bekommt oft ein Leben lang 50 Prozent Rabatt auf sämtliche weiteren Käufe bei seinem Designer. Weibliche Stars dürfen ihre Roben meistens behalten. Nur Chanel soll die Kostüme und Abendroben regelmässig zurückverlangen.
Soviel Action führte 2003 dazu, dass Giorgio Armani als erster Designer in Hollywood mit einem Stern auf dem Rodeo Drive, Hollywoods exklusiver Shopping-Meile, ausgezeichnet worden ist. Dieser «Walk of Style» wurde mit einer ähnlichen Zeremonie gefeiert wie die «Walk of Stars» der Schauspieler. Wo diese aber mit einem Handabdruck auf dem Trottoir vor dem Chinese Theatre verewigt werden, hat Hollywood für Armani eine über vier Meter hohe Skulptur aufgestellt. Armani sei «der Höhepunkt der Verschmelzung von Mode und Film», hat die fast vollständig anwesende Garde der Superstars in Hollywood begeistert applaudiert.
Giorgio ArmaniDer Designer und Gründer der Armani-Group
mit heute gegen 5000 Mitarbeitenden ist am 11. Juli 1934 in Piacenza bei Milano geboren. Die Familie mit drei Kindern war eher arm, die Mutter Näherin. Giorgio begann 1952 an der Universität Bologna ein Medizinstudium, wurde ein Jahr später in den Militärdienst einberufen und arbeitet dann als Dekorationsgestalter, Fotoassistent und Stylist beim Mailänder Warenhaus La Rinascente. Ohne fachliche Ausbildung wird er 1964 Designer für Herrenmode bei Nino Cerruti. 1973 fällt er als Freelancer in Florenz mit seiner ersten eigenen Modeschau auf. 1975 gründet Armani zusammen mit dem Architekten Sergio Galeotti sein eigenes Label. 1979 folgt die Giorgio Armani Corporation in den USA. Heute ist Armani in der ganzen Welt bis nach China und Japan präsent mit Mode, Möbeln, Accessoires und ab 2008 in Dubai auch mit dem ersten Armani-Hotel. Das gesamte und inzwischen auf 5 Milliarden Euro geschätzte Imperium könnte eventuell an L’Oréal verkauft werden.
Andreas Panzeri
