Aussenwerbung Affichage, JCDecaux und Clear Channel Outdoor gaben Einblick in ihre Zahlen.Clear Channel Outdoor (CCO) und JCDecaux sind nicht nur die grössten Aussenwerber weltweit, beide haben auch einen Bezug zur Schweiz. So JCDecaux zu 30 Prozent an Affichage beteiligt und deren Joint-Venture-Partner bei Europlakat International. CCO dagegen ist mit der Tochterfirma Clear Channel Outdoor Plakanda (CCOP) mit grossem Abstand auf Affichage der zweitgrösste Aussenwerber hierzulande. Zusammen mit Affichage hatte sich CCOP zudem an der gemeinsamen Plakatforschung beteiligt, war aber vor eineinhalb Jahren ausgestiegen und arbeitet neu am Projekt More.CCO, der weltweit grösste Aussenwerber, weist für 2006 einen Gewinn von 145,4 Millionen US-Dollar aus, 2,5-mal mehr als im Vorjahr. Möglich wurde dies unter anderem durch eine Umsatzsteigerung um 9 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar, wobei dieser im Heimmarkt USA mit plus 10 Prozent stärker anstieg als in den übrigen Ländern (plus 7 Prozent). Umgekehrt stiegen die Ausgaben des Konzerns nur um 6 Prozent auf 2 Milliarden Dollar an. CCO publiziert keine Zahlen nach einzelnen Ländern und es waren auch keine näheren Angaben zum Geschäftsgang in der Schweiz erhältlich. Immerhin hat CCOP im letzten Jahr Felice Display übernommen, eine Anbieterin von Megapostern an Messen und Grossbaustellen, im Jahr zuvor kaufte CCOP Plakatron.
Deutliche UmsatzsteigerungJCDecaux, der in seinen Pressemitteilungen betont, dass es die Nummer 1 der Aussenwerbung in Europa und Asien sowie die Nummer 2 weltweit sei, gab bisher nur Umsatzzahlen bekannt. Demnach konnte er den Umsatz im Geschäftsjahr 2006 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 11,5 Prozent auf 1,946 Milliarden Euro steigern – nicht zuletzt dank Übernahmen oder Wechselkursen. Doch auch ohne diese Effekte, also allein beim organischen Umsatz, konnte JCDecaux sich um 7,7 Prozent steigern. In Frankreich und den übrigen europäischen Ländern erzielte JCDecaux über das gesamte Jahr hinweg ein stetiges organisches Umsatzwachstum. Besonders starke Umsatzzuwächse gab es in Nordamerika, in Lateinamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum. Ferner ist JCDecaux daran, neue Länder zu erobern: Dank des Zuschlags für die Stadtmöblierung in der usbekischen Hauptstadt Taschkent setzte das Unternehmen seinen Fuss erstmals nach Zentralasien. Und mittels Joint Venture mit dem Aussenwerber BigBoard Group stieg der Plakatierer auch in der Ukraine und in Russland ein. An der neuen BigBoard BV besitzt JCDecaux 40 Prozent.
Um CCO hatte es letztes Jahr Gerüchte gegeben: Nachdem im November bekannt wurde, dass beim CCO-Mutterhaus Clear Channel Communications (CCC) die Beteiligungsgesellschaften Bain Capital und Thomas H. Lee Partners das Ruder übernehmen sollen, erschienen kurz danach Berichte, gemäss denen nun Konkurrent JCDecaux an einer Übernahme von CCO interessiert sei. CCC und CCO reagierten sofort und bestritten vehement, mit JCDecaux oder einer andern Firma entsprechende Gespräche zu führen. CCC verweigert seither jeden weiteren Kommentar.
So oder so, CCO als Ganzes wäre für JCDecaux und allfällige andere Interessenten wohl ohnehin eine Nummer zu gross, ferner käme es in einigen Ländern mit CCO-Präsenz zu wettbewerbsrechtlichen Problemen. Ein Aufsplitten von CCO ist deshalb eher wahrscheinlich (siehe unten). Vorerst gilt es deshalb abzuwarten, ob die CCC-Generalversammlung den Verkauf der eigenen Firma überhaupt gutheisst.
Markus Knöpfli