Zu guter Letzt: Mister Schweiz Newsticker

Nicht der heissteste (Agi Shala) hat gewonnen, sondern der älteste (Tim Wielandt). Matchentscheidend für Wieland war gemäss einhelliger Meinung der Werbewoche-Redaktricen die kurze Filmsequenz mit der Katze. Das wichtigste in Kürze.

Nicht der heissteste (Agi Shala) hat gewonnen, sondern der älteste (Tim Wielandt). Matchentscheidend für Wieland war gemäss einhelliger Meinung der Werbewoche-Redaktricen die kurze Filmsequenz mit der Katze. Das wichtigste in Kürze.  
Zur Wahl: Agi Shala gewann aus demselben Grund nicht, weshalb Barack Obama die US-Präsidentschaftswahlen nicht gewinnen wird: Obama klingt wie Osama und Agi Shala tönt wie Inshallah. Zur Jury: Zum Entzücken aller Frauen, die ihre Haare selbst pflegen, war ganz klar zu erkennen, dass Blondieren auch bei der von Fachkräften präparierten Miss Schweiz Crista (klingt wie Cresta) Rigozzi einen Heiligenschein aus Spliss hinterlässt. Zum Showteil: Wer bei der Triphop-Band nicht weggezappt hat, war Bier holen. Zur Moderation: Hat der männliche Moderationspart eigentlich etwas gesagt? Zu guter Letzt: Leider fand nur ein Hosenträgerdurchgang statt, statt wie bei den Missen ein Badehosendurchgang.

Schweizer Hochschulen 2005 mit 100 Arbeiten zur Kommunikation

An Schweizer Hochschulen wurden 2005 insgesamt 100 deutschsprachige wissenschaftliche Arbeiten zu Themen der Organisationskommunikation erstellt. Dieser in der Schweiz erstmalig erhobene Befund erarbeitete eine studentische Projektgruppe an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich.

 An Schweizer Hochschulen wurden 2005 insgesamt 100 deutschsprachige wissenschaftliche Arbeiten zu Themen der Organisationskommunikation erstellt. Dieser in der Schweiz erstmalig erhobene Befund erarbeitete eine studentische Projektgruppe an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich.  
Wie einem Mediencommuniqué der Hochschule für Wirtschaft Zürich FHWZ zu entnehmen ist, entfallen 66 der 100 Arbeiten auf die Kategorie «Diplomarbeiten», die übrigen auf Buchbeiträge, Journal-Artikel sowie Konferenz- und Arbeitspapiere. Die meisten Arbeiten stammen von der Universität St. Gallen (17 Arbeiten), gefolgt von der Universität Fribourg (14), der ZHW Zürcher Hochschule Winterthur (10), der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich (9) sowie der Universität Zürich (6). Gewichtigste Themenbereiche waren «Stakeholder-Kommunikation» und «Marke».
 
Die Projektgruppe des Bachelor-Studiengangs Kommunikation an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich hat diese Arbeiten nun erfasst und aufgelistet. Ziel der bibliografischen Arbeit war es, den Kommunikationspraktikern in Wirtschaft, Verbänden und öffentlicher Verwaltung besseren Überblick und damit Zugang zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen in ihrem Fachbereich zu verschaffen. Selektioniert wurden Haupt- und Untertitel der Veröffentlichungen mit einem festen Raster von 68 Fachbegriffen. Die Ergebnisse dokumentieren die mittlerweile gewichtige Stellung der Organisationskommunikation in Lehre und Forschung an vielen Schweizer Hochschulen.

Taiwan: Grösstes WLAN-Netz der Welt floppt

Dem weltweit grössten WLAN-Netz in Taiwans Hauptstadt Taipeh mangelt es an Kunden. Seit Ende 2005 konnte Betreiber Q-Ware erst 20’000 Abonnenten für sein Netz mit Namen WiFly gewinnen, 10 000 weitere nutzen Prepaid-Angebote, wie die Netzwoche berichtet.

 Dem weltweit grössten WLAN-Netz in Taiwans Hauptstadt Taipeh mangelt es an Kunden. Seit Ende 2005 konnte Betreiber Q-Ware erst 20’000 Abonnenten für sein Netz mit Namen WiFly gewinnen, 10 000 weitere nutzen Prepaid-Angebote, wie die Netzwoche berichtet. Damit bleibt das Unternehmen weit hinter seinen Erwartungen zurück: Ursprünglich rechnete es mit 250 000 regelmässigen Nutzern. Damit das Netz verlustfrei operiert, wären mindestens 200’000 Kunden nötig. Q-Ware hat bislang 30 Millionen US-Dollar in das Projekt investiert. Das Netz mit über 4200 Hot-Spots deckt 90 Prozent der 2,6 Millionen Einwohner Taipehs ab. Die Infrastruktur lieferte ein Konsortium, dem Hewlett-Packard, Intel, Cisco sowie Microsoft angehören.
Die Hauptgründe für das mangelnde Interesse liegt bei den vielen alternativen und kostenlosen Hot-Spots, die in Taipeh zusätzlich zur Verfügung stehen und der begrenzten Bandbreite. Das Netz bietet Download-Raten von etwa 500 Kilobits, soll aber in Kürze auf ein Megabit pro Sekunde erhöht werden. Zudem will Q-Ware das Angebot durch Dienste und Inhalte wie VoIP oder Video-Applikationen ergänzen, um Kunden zu gewinnen. Bei ähnlichen WLAN-Projekten in den USA setzen die Betreiber auf Einnahmen durch Werbung oder auf eine öffentliche Mitfinanzierung.

Dino Balestra neu im Verwaltungsrat der Publisuisse

An der Publisuisse Generalversammlung vom Donnerstag, 12. April wurde Dino Balestra, der Direktor der Radiotelevisione Svizzera die Lingua Italiana in den Verwaltungsrat gewählt. Er tritt die Nachfolge von Dr. Remigio Ratti, ehemaliger RTSI-Direktor an.

 An der Publisuisse Generalversammlung vom Donnerstag, 12. April wurde Dino Balestra, der Direktor der Radiotelevisione Svizzera die Lingua Italiana in den Verwaltungsrat gewählt. Er tritt die Nachfolge von Dr. Remigio Ratti, ehemaliger RTSI-Direktor an.  
Alle bisherigen sieben Mitglieder des Verwaltungsrates wurden für eine weitere Amtsperiode von drei Jahren bestätigt. Präsident bleibt Gilles Marchand von der Télévision Suisse Romande, Vizepräsident ist weiterhin Walter Nyffeler vom Verband Schweizerischer Kantonalbanken.

Publikumsrat mit durchmischter Meinung zu Informationssendungen

Der Publikumsrat SRG ist mit dem Nachrichtenmagazin «Schweiz aktuell» sehr zufrieden, insbesondere mit der Berichterstattung aus den Regionen. Entwicklungsspotenzial sieht der Rat dagegen bei der Sendung «Classe Politique».

 Der Publikumsrat SRG ist mit dem Nachrichtenmagazin «Schweiz aktuell» sehr zufrieden, insbesondere mit der Berichterstattung aus den Regionen. Entwicklungsspotenzial sieht der Rat dagegen bei der Sendung «Classe Politique». 
«Schweiz aktuell» sei bemüht, über Randregionen und ihre Probleme zu berichten und sei nicht mehr so zentrumsorientiert, wie der Publikumsrat am Freitag mitteilt. Das Moderationsteam wird als professionell und glaubwürdig eingestuft. Speziell gelobt wurde die Sprachkompetenz und Dialektvielfalt. Kritisch äusserte sich der Rat hingegen über die interaktive Form des Logenplatzes, bei dem die Zuschauer via Webcam in die Sendung integriert werden. Kontrovers wurden zudem die Sonderserien wie etwa die «Pfahlbauer» diskutiert. Diese dürften nicht zulasten der aktuellen Berichterstattung gehen.
 
Unterschiedlich beurteilte der Rat auch die Politsendung «Classe Politique». Struktur, Themenwahl und Schwergewichtsbildung seien ansprechend und auch Moderator Urs Leuthard agiere gut. Doch hebe sich die Sendung von ihren Vorgängerinnen «Bernerhof Live» und «Galerie des Alpes» kaum ab. Zudem seien die Inhalte teilweise so komplex, dass «weniger engagierte Personen» gelegentlich überfordert sein könnten. Während dem Rat die Interviews mit Bundesräten gefielen, kritisierte er den Informationswert der Parlamentarier-Runde. Sie werde als «Mini-Arena» wahrgenommen, womit die Sendung anfällig werde auf Partei- und Wahlkampf-Rhetorik. 

Twin gewinnt Silber in Hamburg

Die Produktion «Strom ohne Grenzen» der Bieler Filmproduktionsgesellschaft Twin Productions ist am WorldMediaFestival in Hamburg mit einem Silver Award ausgezeichnet worden.

 Die Produktion «Strom ohne Grenzen» der Bieler Filmproduktionsgesellschaft Twin Productions ist am WorldMediaFestival in Hamburg mit einem Silver Award ausgezeichnet worden.  
Der aufwändige Imagefilm wurde von der Twin im Auftrag des im Graubünden ansässigen Energieunternehmens Rätia Energie realisiert und auf dem Format High Definition (HD) produziert. Die Projektleitung oblag Urs Frey und Christoph Frutiger zeichnete verantwortlich für die Kameraregie. Die zuständige Agentur war Trimarca aus Chur.
 
Das WorldMediaFestival ist ein internationaler Wettbewerb für audiovisuelle Kommunikationsmedien und zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen der Branche. Die Beiträge werden nicht nur nach ihrer kreativen und technischen Umsetzung bewertet, sondern ganz besonders danach, wie gut sie ihre Zielgruppen erreichen.

Studie: Die beliebtesten Arbeitgeber der Schweiz

Das Wirtschaftsmagazin Bilanz präsentiert eine Liste der unter Studienabgängern beliebtesten Arbeitgeber im Land. Sowohl Frauen wie Männer haben in einer Exklusiv-Umfrage die UBS auf den ersten Platz gesetzt.

 Das Wirtschaftsmagazin Bilanz präsentiert eine Liste der unter Studienabgängern beliebtesten Arbeitgeber im Land. Sowohl Frauen wie Männer haben in einer Exklusiv-Umfrage die UBS auf den ersten Platz gesetzt. Hinter der UBS folgt die CS, auf dem dritten Platz rangiert bei den Frauen Nestlé, bei den Männern die ABB. Für ihre repräsentative Länderstudie hat die Beratungsfirma Universum 3900 Absolventen Schweizer Universitäten und Fachhochschulen befragt. Unter den Frauen rangieren die Bundesverwaltung und das IKRK unter den zehn beliebtesten Adressen. Ein anderes Bild zeigt die Beliebtheit aufgeteilt nach Studienrichtungen: Während bei den Wirtschaftsabsolventen UBS und CS die Toppositionen einnehmen, wählen Ingenieure Logitech und IBM als ihre Favoriten. Die Universum Graduate Survey 2007 ermittelt auch Präferenzen der Studienabgänger: Herausfordernde Aufgaben gelten unter den Befragten als zentrales Kriterium bei der Wahl eines Arbeitgebers (38 Prozent), gleichauf liegt die Work-Life Balance – gegenüber dem letzten Jahr hat diese allerdings stark eingebüsst, von 46 auf 38 Prozent.
 
Die Ranglisten nach Geschlecht Frauen 1. UBS 2. CS 3. Nestlé 4. L’Oréal 5. Bundesverwaltung 5. Novartis 7. IKRK 8. PricewaterhouseCoopers
9. Procter & Gamble 10. Kuoni
Männer 1. UBS 2. CS 3. ABB 4. IBM 4. Nestlé 6. Novartis 7. PricewaterhouseCoopers 8. Logitech
9. McKinsey & Company 10. Ernst & Young

Aktientausch zwischen Goldbach Media und Adlink

Die Werbemedienvermarkterin Goldbach Media verstärkt ihr Engagement im rasant wachsenden Internetgeschäft. Sie erhöht den Anteil an den Landesgesellschaften der Internetwerberin Adlink in der Schweiz und Österreich auf 100 Prozent. Im Gegenzug übernimmt die Adlink 19,4 Prozent an Goldbach Media.

 Die Werbemedienvermarkterin Goldbach Media verstärkt ihr Engagement im rasant wachsenden Internetgeschäft. Sie erhöht den Anteil an den Landesgesellschaften der Internetwerberin Adlink in der Schweiz und Österreich auf 100 Prozent. Im Gegenzug übernimmt die Adlink 19,4 Prozent an Goldbach Media. Wie am Freitag bekannt wurde, erfolgte die Transaktion per Aktientausch, finanzielle Details wurden gemäss SDA nicht genannt. Bisher hielt die Goldbach 50 Prozent an der schweizerischen Adlink und 70 Prozent an der österreichischen Adlink. Beide Gesellschaften verbleiben im Netz der in Frankfurt kotierten Adlink-Gruppe, die zum Konzern United Internet gehört. Ziele dieser Annäherung sind die Lancierung von zusätzlichen Dienstleistungen aus dem Portfolio der Adlink-Gruppe, die Kooperation bei der Vermarktung von konvergenten Medien und ein gemeinsames Vorgehen bei der Erschliessung der osteuropäischen Märkte. Mit der vollständigen Integration der beiden Adlink-Gesellschaften positioniert sich Goldbach als Gesamtanbieterin komplexer Crossmedia-Lösungen für die Werbeindustrie.

Assai erhöht Drehzahl bei Frauenherzen

Assai kommuniziert den Schweizer Launch des neuen Jeep Compass, eine Pionierarbeit im Segment der weiblich orientierten Lifestyle-SUV's. Zur Einführung des neuen Softroaders wurden zwei namhafte Partner verpflichtet: Triumph International und die Sängerin Emel.

Assai kommuniziert den Schweizer Launch des neuen Jeep Compass, eine Pionierarbeit im Segment der weiblich orientierten Lifestyle-SUV’s. Zur Einführung des neuen Softroaders wurden zwei namhafte Partner verpflichtet: Triumph International und die Sängerin Emel.  
Letztere ist gleichzeitig Protagonistin der Printkampagne, wo sie von den zahlreichen Abenteuern mit ihrem Jeep Compass erzählt. Die Umsetzung erfolgte in Tagebuchform. Genauso zielgruppengerecht ist die Medienplatzierung. Die Anzeigen werden von diversen Below-the-Line Massnahmen begleitet. Für den Online-Auftritt zeichnet sich Netvertising verantwortlich, für die Mediaplanung Mediaedge:cia. Assai verstärkt Botschaften in neuen Medien und über klassische Kommunikationskanäle. Für nationale und internationale Kunden arbeiten Kommunikationstalente an Lösungen für die Gegenwart und an Konzepten für die Zukunft. Als Unternehmen der Wirz Gruppe steht Assai für digitale und dialogorientierte Kommunikation.

Ascom-Sammlung historischer Telefonapparate kommt ins Museum

Das Museum für Kommunikation in Bern kann seine Sammlung um rund 700 historische Objekte des Fernmeldekonzerns Ascom ergänzen. Die Schenkung soll die Zeugnisse der Schweizerischen Industriegeschichte langfristig sichern.

 Das Museum für Kommunikation in Bern kann seine Sammlung um rund 700 historische Objekte des Fernmeldekonzerns Ascom ergänzen. Die Schenkung soll die Zeugnisse der Schweizerischen Industriegeschichte langfristig sichern.  
Das Spektrum der 700 Objekte reicht vom Telegrafenapparat aus dem Jahr 1852 über das Fernsehgerät von 1939 bis zum millionsten Telefonapparat «Tritel Elm» von 1991, wie das Museum für Kommunikation am Freitag mitteilte. Die Sammlung repräsentiert die Entwicklung der Telekommunikation in der Schweiz seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Objekte stammen aus der Produktion der Ascom-Vorläuferfirmen, insbesondere der Berner Hasler AG. Ein Teil der Sammlung war bisher am Firmensitz der Ascom ausgestellt. Die Sammlung Ascom wird in die Objektdatenbank des Museums integriert und auf dessen Website öffentlich zugänglich sein.

Aufbruch am Amazonas

Brasilien Ein neuer Öko-Pressedienst hievt Umweltthemen in die brasilianische Presse, die für solche Themen meist kein Geld aufbringen will.

Brasilien Ein neuer Öko-Pressedienst hievt Umweltthemen in die brasilianische Presse, die für solche Themen meist kein Geld aufbringen will.Ein Dschungel ist die brasilianische Presseszene nicht, Brasilien überrascht dennoch mit einem dichten Zeitungs- und Zeitschriftenwald. Etwa 130 Titel umfasst das Medienportal www.onlinenewspapers.com/brazil.htm. Viele Blätter huldigen dem Sensationsjournalismus, nicht selten in dermassen schockierender Art, dass selbst abgebrühte europäische Leserinnen und Leser schaudern. Eine der Ursachen für solche Zeitungen ist die hohe Kriminalitätsrate in Städten wie São Paulo oder Rio, wo die Zahl der jährlichen Mordopfer in die Hunderte geht. Andrerseits ist dieses Land schönheits- und jugendverrückt, was beispielsweise der Karneval von Rio oder die vielen Misswahlen illustrieren, welche die Medien bis zum Exzess abfeiern. Zaghaft entwickelt sich ein alternativer Mediengarten.
Pressedienst im Villenquartier Am Abhang hoch über den Buchten von Rio mit Blick auf den Slum Rocinha steht ein herrschaftliches Haus inmitten tropischen Grüns. Eine Mauer mit Wachmann umschliesst das Anwesen, das – wie viele Häuser von Bessergestellten – quasi in Tuchfühlung mit den Favelas an den Hängen nahe dem noblen Stadtteil Ipanema klebt. Marcos Sá Corrêa ist Gründer und Direktor von Oeco, einem Pressedienst, der ausschliesslich ökologische Themen bearbeitet. Der Dienst ist bei einem gut betuchten Gönner zum Freundschaftspreis eingemietet.
«Wir haben uns immer wieder gefragt, warum die brasilianischen Medien Umweltthemen praktisch ignorierten», erklärt der Mann mit den wachen, blitzenden Augen. «Seit der Ankunft der Portugiesen war man während Jahrhunderten überzeugt, dass es angesichts der Grösse Brasiliens absolut unmöglich sei, die Natur auch nur zu gefährden. Es wurde ein Mythos vom rohstoffreichen, unendlichen Land geschaffen, an den die Leute auch heute noch glauben, obwohl die Wälder in einem erschreckenden Tempo schwinden.»
Marcos Sá Corrêa arbeitete als Chefredaktor bei zwei grossen Zeitungen, schrieb Reportagen und Kommentare und war eine bekannte Figur im politischen Journalismus Brasiliens. Doch zunehmend ödeten ihn die Skandale an, hatte er die nichtssagenden Communiqués der Regierung satt, empfand er die allgegenwärtige Korruption «zum Kotzen.»  «Ich ertrug sie nicht mehr, die endlosen, verlogenen Geschichten mit den immer gleichen Akteuren!»
Starthilfe von SchmidheinySá Corrêa beschloss, die Karriere an den Nagel  zu hängen und sich dem Ökojournalismus zuzuwenden, einem riesigen, in Brasilien noch fast völlig unbeackerten Feld. Und hier kommt die vom Schweizer Industriellen Stephan Schmidheiny gegründete Stiftung Avina ins Spiel, die aktive Persönlichkeiten in der Zivilgesellschaft, so genannte Leader, und ihre Projekte unterstützt. Ein Freund des Journalisten ist Avina-Leader und ermunterte ihn zur Lancierung des Öko-Pressedienstes. Avina prüfte Sá Corrêas Konzept und gewährte ihm die Starthilfe von 600 000 Reals, was 170 000 Dollar entsprach.
Oeco hat sich rasch in der brasilianischen Presselandschaft etabliert und ist aktiv über ihre Website www.oeco.org.br, von wo interessierte  Medien Reportagen und Meldungen gratis herunterladen können. Bei Oeco arbeiten drei Dutzend fest beziehungsweise frei beschäftigte Journalistinnen und Journalisten gegen knappe, aber faire Bezahlung. Der Pressedienst bietet auch exklusive, kostenpflichtige Berichte und Reportagen für einzelne Medien an. Chefredaktorin Carolina Elia ist eine engagierte und vor Energie sprühende Frau Mitte 20. Sie wechselte vom Fernsehsender Globo News zu Oeco. «Die Arbeit beim Fernsehen hat mir zwar zugesagt, aber ich konnte dort kaum Umweltthemen gestalten, wo mein grosses Interesse liegt,» sagt sie, umgeben von Kolleginnen und Kollegen im engen Redaktionsbüro.
Oeco als Arbeitgeber gefragtDer Journalist Manoel Francisco Brito arbeitet während unseres Besuches an einer Reportage über den Zusammenhang zwischen Fastfood und dem Schwinden des Urwaldes. «Am Amazonas werden riesige Flächen abgeholzt, um Sojabohnen anzupflanzen.» Mit Soja würden dann jene Millionen von Hühnchen gefüttert, die in den Schnellimbissketten landeten. «Diese Hühnchen sind so gesehen auch ein Produkt der Abholzung», sagt Brito.
Oeco-Gründer Marcos Sá Corrêa beklagt sich, dass selbst die bedeutenden Medien Brasiliens von den kostenpflichtigen Umweltreportagen des Pressedienstes kaum Gebrauch machten, sondern sich damit begnügten, die kostenlosen Infos von der Website herunter zu laden. Die Arbeit der Oeco-Rechercheure beginnt allerdings dennoch Früchte zu tragen. Umweltthemen sind jetzt häufiger in den Medien präsent. Die Agentur in Rio  verzeichnet grosses Interesse von qualifizierten Journalistinnen und Journalisten, die ihre besser bezahlten Medienjobs verlassen möchten, um das zu tun, was sie wirklich wollen.
Oeco ist ein anschauliches Beispiel für das Erwachen der Zivilgesellschaft in den lateinamerikanischen Ländern, die mehr und mehr den Regierungen und schrankenlosem Business auf die Finger schaut. Nach drei Jahren stellte die Stiftung des Schweizer Grossindustriellen die Finanzhilfe ein, andere Donatoren aus der Wirtschaft sprangen in die Bresche. Sá Corrêa: «Ohne Starthilfe hätten wir nicht einmal davon geträumt, Oeco zu gründen.»
Werner Catrina

Der Denker

Adrian Ebenberger hat mit Ebenberger & Partner die erste Schweizer Denkfabrik für Identity Management gegründet.

Adrian Ebenberger hat mit Ebenberger & Partner die erste Schweizer Denkfabrik für Identity Management gegründet.
Er will nicht über Wirtschaftsbosse herziehen. Adrian Ebenberger ist aber der Meinung: «Jedes Management sollte sich von Zeit zu Zeit den Freiraum nehmen und sich wieder einmal überlegen: Was mache ich überhaupt?» Einfach am Rad drehen und das möglichst immer schneller, «das führt langfristig zu einem grossen Problem», glaubt der erfahrene Marken- und Kommunikationsspezialist. Und er ist überzeugt: Diejenigen, die sich von Zeit zu Zeit hinterfragen, was sie tun und wohin sie wollen, werden jene sein, die «in Zukunft die Nase vorne haben, Innovationen auf den Markt bringen und damit den Markt der Zukunft bestimmen».Nach achtzehn Jahren Kommunikation mit eigener PR-Agentur ist auch Ebenberger zum Punkt gekommen, wo er sich fragte: Was mache ich eigentlich? Es wird immer mehr produziert, aber eigentlich produziert man oft am Ziel vorbei. Das war ein Grund, wieso er sich sagte: «Stopp. Machen wir eine Auslegeordnung. Wie kann ich den Sinn und den Kundennutzen für Kunden erhöhen?»
Vor drei Jahren hat er seine PR-Agentur mit fünf Leuten in Stäfa aufgelöst und «auch örtlich neu orientiert» in Männedorf neu angefangen. Mit seiner Frau und dem Design-Fachmann Michael Eckle wurde jetzt im Februar die Ebenberger & Partner gegründet. Das neuartige Büro versteht sich als «Denkfabrik für Identity, Veränderungsmanagement, Kommunikation und Design». Ebenberger und sein Team wollen Unternehmen helfen, «Werte zu entwickeln und mit gezielter Kommunikation ihre Positionierung und Einzigartigkeit dauerhaft zu stärken».
In einem Klima des Wandels, austauschbarer Produkte und wachsender Konkurrenz gewinnen Identität, Individualität und klar erkennbare Werte zunehmend an Bedeutung. Unternehmen benötigen klare Differenzierungsmerkmale und ein eigenständiges Profil, damit sie sich von ihren Mitbewerbern deutlich erkennbar unterscheiden.
Ebenberger kann mit einer Studie belegen, dass etwa ein Drittel der Kundenbindung durch das Image der Anbieter und Lieferanten beim Kunden entsteht. Aber «64 Prozent der Angestellten kennen die Werte ihres Arbeitgebers gar nicht. Und das, obwohl die Mitarbeiter die zentralen Botschafter eines Unternehmens sind.» Das heisst: «Etwa nur jeder dritte Arbeitnehmer kennt und lebt die Werte seines Unternehmens.»
Ebenberger & Partner hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, Unternehmen auf dem Weg zu dieser Einzigartigkeit zu unterstützen. Was grenzt diese neuen Berater selber ab gegen eine Werbeagentur oder ein herkömmliches PR-Büro?
Der zentrale Ansatz ist wohl, dass Ebenberger zuerst gemeinsam mit dem Management «die Werte eines Unternehmens hinterfragt und neu definiert». Genau darauf kommt es an: Wertschöpfung durch Wertschätzung. Die Werte bilden das Fundament für die Strategie, die Leistungen, die Kultur und die Kommunikation des Unternehmens. Dafür hat Ebenberger aus der Praxis heraus ein eigenes «Identity-Management-Konzept» entwickelt.
Wer sind wir? Was machen wir? Was sind unsere Kernkompetenzen? Wie können wir uns weiter entwickeln? Diese Fragen werden oft gar nicht gestellt. Die Folge davon ist eine zunehmende Angleichung der Unternehmungen und Angebote. Diese orientieren sich an Benchmarks, das heisst: Sie werden immer ähnlicher, differenzieren sich nicht mehr, was zur Folge hat, dass der Kunde nur noch über den Preis entscheidet.
Anders – und im Sinne Ebenbergers – läuft es dagegen bei einer Marke wie Swatch. Hier spielt eine solche Einzigartigkeit. Wie aber ist das bei Banken möglich, die schon auf Ebenbergers Kundenliste zu finden sind? «Es hängt vom Management ab», meint der Change-Berater. «Wenn das oberste Management seine Werte definiert und eine starke Kultur vorlebt», wird es funktionieren. Wer googelt, findet auf dem Bankenplatz Zürich 250 Banken – und jede braucht eine Existenzberechtigung. Das heisst: Wie hebt man sich ab? Was macht man anders, dass man sich abhebt und die Kunden überzeugt?
Seit der Gründung von Ebenberger & Partner haben sich auch Werbe- und Designagenturen für eine Zusammenarbeit interessiert. Aber auch hier soll der Prozess ein wenig anders verlaufen.
Ebenbergers Beratung ist bei allen Aufgaben im oberen Management positioniert. «Ein solcher Prozess kann nicht von der Werbeabteilung in die Wege geleitet werden.» Der konventionelle Prozess funktionierte früher so: Man holt sich eine Agentur, macht ein neues Design und formuliert ein neues Leitbild. «Ein Haus rot anstreichen und dann erklären, man sei die Progressiven der Stadt, genügt nicht», bricht Ebenberger die Theorie auf einen pragmatischen Punkt.
Und «runterbrechen» vom Management zur Basis ist auch sein wichtigster Job. «Es funktioniert erst, wenn die Menschen mit ins Boot genommen werden. Man muss mit den Mitarbeitenden eine Community bilden, ihnen klare Ziele geben. Denn sie sind die wichtigsten Akteure des Unternehmens.»
Was wollen wir? In welchem Markt bewegen wir uns? Wie sehen die Märkte der Zukunft aus? Wie können wir uns in diese Richtung bewegen, dass wir möglichst frühzeitig dort sind, damit wir uns nicht anpassen müssen, sondern unsere eigenen Märkte aufbauen können? Welches sind die Anforderungen an uns, dass wir auch in fünf Jahren noch erfolgreich sein können?
Die Antworten dazu werden am besten in einem Workshop erarbeitet. Das Management sucht gemeinsam mit dem Change-Berater nach Ideen: Wie motivieren wir die Leute? Wie schaffen wir den Community-Gedanken? Die Lösungen werden dann in weiteren Workshops auch für die Mitarbeiter kommuniziert.
Ebenberger und sein Design-Fachmann Eckle verfügen dank langjähriger Tätigkeit für nationale und internationale Unternehmen über weitreichende Kompetenzen in Markenmanagement, Kommunikation, Design und Veränderungsmanagement. Ihr neu gegründetes Beratungsunternehmen verfügt über erstklassige Referenzen. Ebenberger war bei einem der grössten Change-Management-Projekte für ein Bundesdepartement im Kernteam beteiligt, wo er mehrere Agenturen und Filmteams koordinierte, strukturierte und leitete. Er hat auch eine grössere Möbelgruppe in einem solchen Prozess betreut oder Unternehmen aus dem Maschinenbau, Banken und Pharma-Unternehmen.
Bevor er seine heutige Berufung gefunden hat, durchlief Ebenberger einen «ganz wirren Werdegang». Nach einer Ausbildung in der Maschinenkonstruktion wechselte er in die Software-Entwicklung. Später wurde er Werbetexter, Journalist, zuerst im Tagesjournalismus bei verschiedenen Zeitungen, aber auch Informatik-Redaktor, stv. PR-Verantwortlicher bei einem Finanzdienstleistungsunternehmen.  Zuletzt war er Chefredaktor von Budget, einem früheren Management-Magazin des SKV, bevor er sich vor achtzehn Jahren mit einer eigenen PR-Agentur selbstständig machte. Im Verlauf dieser Karriere hat er nebenbei auch noch Betriebswirtschaft studiert sowie eine Ausbildung in PR-Beratung absolviert.   
Andreas Panzeri
get_footer();