Bronzegrüsse aus New York

Awards Urs J. Knobel, der in Baar ein Kreativstudio für Kommunikation und Grafikdesign führt, ist von der Society of Illustrators New York für seine Illustration «Dragonfly» mit einem Certificate of Merit (Bronze) ausgezeichnet worden.

Awards Urs J. Knobel, der in Baar ein Kreativstudio für Kommunikation und Grafikdesign führt, ist von der Society of Illustrators New York für seine Illustration «Dragonfly» mit einem Certificate of Merit (Bronze) ausgezeichnet worden. Diese ist ein wesentlicher Bestandteil der von Knobel kreierten Werbekampagne für Vabene Shoes.

Klare Botschaft dank Irritation 

Zeitungen «Geniessen Sie Ihren Lebenswandel. Bis zum Klimawandel.» Mit dieser Headline irritierte ein ganzseitiges Inserat in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Zeitungen «Geniessen Sie Ihren Lebenswandel. Bis zum Klimawandel.» Mit dieser Headline irritierte ein ganzseitiges Inserat in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Was auf den ersten Blick wie die Anzeige für eine Luxus-Uhr wirkt, erklärt sich nach dem Lesen des Kleingedruckten als eine Abo-Werbung für die tageszeitung. Irritation gehört bei der genossenschaftlichen taz zum Programm. Im RAF-Jahr 1977 haben linke Kreise erstmals von einer solchen Zeitung geträumt. 1999 wurde das Projekt real und entwickelte sich seither mit regelmässigen Irritationen zu einer Institution. Das Abdrucken von 9251 Stasi-Adressen oder von Bushs Rede zum 9/11 als freche Sprechblase machten die taz zum linken Kultobjekt. Ob die Zeitung damit politisch etwas verändert hat? Irritierend ist nämlich auch, dass die Umweltsünderin aus dem Jet offensichtlich ebenfalls eine taz-Leserin ist. Oder ist das nur ein Fehler der Art Direction? Oder liegt bei diesem Jet die taz als Inflight-Magazin auf?

McCann Erickson entzückt für die Boutique Sensuelle

Selbst ist die Frau: Boutique Sensuelle steht für gepflegtes Erotik-Shopping für anspruchsvolle Ladies. McCann Erickson lockt mit einer Anzeige zum visuellen Vorspiel.

Selbst ist die Frau: Boutique Sensuelle steht für gepflegtes Erotik-Shopping für anspruchsvolle Ladies. McCann Erickson lockt mit einer Anzeige zum visuellen Vorspiel. In der kleinen Boutique an der Kasernenstrasse in Zürich finden sich Spielsachen für das Liebesleben mit sich allein oder zu zweit. Zur Steigerung des Bekanntheitsgrades der Boutique Sensuelle hat sich McCann Erickson diese verführerische Anzeige ausgedacht. Yes, Yes, Yesss – so die Reaktion der Werbewoche-Redaktorin.

Billag gibt sich gebührend humorvoll

TV Die Billag macht auf Unterhaltung. Statt mit ernster Miene und Mahnfinger an die Gebührenpflicht zu erinnern, lancierte die Inkassostelle der SRG am 25. März eine schrille, aber lustige TV-Serie.

TV Die Billag macht auf Unterhaltung. Statt mit ernster Miene und Mahnfinger an die Gebührenpflicht zu erinnern, lancierte die Inkassostelle der SRG am 25. März eine schrille, aber lustige TV-Serie. Die dreiminütigen Geschichten erzählen die Abenteuer von Bill, dem Fernseher, und seinen Freunden, die sich in der «Bill AG», der «Ausbruchs-Gesellschaft», vereinen. Denn wie Bill sind auch das Radio Dabbie oder die Ständerlampe Sandy permanent der Gefahr ausgesetzt, entsorgt zu werden. Die Freunde kommen auf die ungewöhnlichsten Ideen, um aus der Wohnung hinaus in die Freiheit zu gelangen. Mit der Kampagne will die Billag die Pflicht in Erinnerung rufen, sich anzumelden oder beim Umzug die neue Adresse mitzuteilen. Produziert werden die Spots von der peek GmbH, die auf Werbeformate mit Seriencharakter spezialisiert ist. Mit «Beck & Bondi» gewann sie alle wichtigen Schweizer Werbefilmpreise.

Ich bin auch eine Agentur

René Worni über das Ende des Gleichgewichts im Mediengeschäft.

René Worni über das Ende des Gleichgewichts im Mediengeschäft.Im kommenden Spätsommer werden es zwei Jahre, seit NZZ und PubliGroupe ihr Joint Venture besiegelt haben. Noch bebt die Erschütterung in Zürich und in den angrenzenden Kantonen nach, zanken sich zwei Verlage um die Vorherrschaft im regionalen Geschäft. Seit diesem Paradigmenwechsel ist die P (wie die Branche den Lausanner Konzern mit leicht mafiösem Anflug heisst) in der Deutschschweizer Presselandschaft nicht mehr die Hüterin des Gleichgewichts. Der Konzern wurde selber zum aktiven Player und löste sich aus der selbst verordneten Passivrolle eines Dienstleisters. Der hatte über die Jahre – by the way und ohne deklarierte Strategie – bei diesem und jenem Verleger Beteiligungen erworben, wenn selbige nicht gerade flüssig waren. Die P wurde quasi eine Bank. Der Konzern war damit in eine geduldete Machtposition geraten, den die Verlagshäuser wohl oder übel in ihre Strategien mit einbeziehen mussten und müssen.Mit den neuen Strukturen treten die Lausanner jetzt aggressiver auf. Wolfgang Mecklenburg, einer der ersten Gründer einer Media-Agentur in der Schweiz, hat kürzlich in der Werbewoche befürchtet: Wenn die PubliGroupe mit ihrer Medienpalette eine Art eigener Agentur aufbaut, dann kommt es zu grossen Umstrukturierungen in der Werbebranche. Wie Recht er doch hat. Der Konzern will künftig die Vermarktung von Print, Online, TV, Radio, Kino, AdScreens und Mobile – auch crossmedial – aus einer Hand anbieten. Vor allem die neuen elektronischen Medien, die sich ständig erneuern und praktisch täglich mit neuen Features aufwarten, sind komplex und erklärungsbedürftig. Zudem findet eine wachsende Verflechtung der Medien statt, wobei die Zielgruppen verschwimmen und das Publikum in seine Bestandteile zerfällt. Damit, so rechnet man in Lausanne, haben Werbekunden einen wachsenden Bedarf an Beratung. Zwar möchte sich der Konzern als kompetenter Vermarktungspartner für Agenturen und Werbeauftraggeber verstanden wissen. Doch gleichzeitig wollen die Lausanner ihr Geschäft in die Richtung ausbauen, die bisher die Domäne der Media-Agenturen war. Damit ist auch klar, dass diesen schon bald ein scharfer Wind ins Gesicht blasen wird.
René Worni, Redaktor

Eine Botschaft so klar wie Wasser

Mineralwasser II Die Bündner wollen mit Valser Wasser den Stolz der Bündner Bevölkerung stärken.

Mineralwasser II Die Bündner wollen mit Valser Wasser den Stolz der Bündner Bevölkerung stärken. Nomen est omen: Die in Zürich und Chur präsente Werbeagentur Die Bündner hat mit Valser Wasser eine Imagekampagne für Graubünden lanciert. Als Herzstück der Kampagne gibt es auf Radio Grischa ein Gewinnspiel. Dabei meldet sich jeden Tag der Valser-Service-Depositär über den Äther und beschreibt die Gegend, durch welche er gerade fährt, um Getränke auszuliefern. Jene Radiohörer, die «ihr Graubünden» am besten kennen und zuerst erraten, wo der Lieferwagen gerade ist, bekommen zwei Harassen Valser nach Hause geliefert oder zwei Eintritte in die berühmte Therme von Vals. Begleitet wird die Aktion von einem Plakataushang. Diese Sujets sollen die Bevölkerung des Kantons einbinden und so die Message –«Stolz, ein Bündner zu sein» – glaubhaft kommunizieren. Die echten Protagonisten auf den Plakaten illustrieren, wie gross in der Surselva und im Kanton Graubünden die Solidarität der Bevölkerung mit «ihrem» Wasser ist, auch wenn dieses jetzt zum Konzern von Coca-Cola gehört. Der neue Besitzer investiert zurzeit Millionen in den Ausbau der Quelle. Ein Sujet zeigt auch die Rhätische Bahn, denn schon seit über zwanzig Jahren transportiert diese das Valser von Ilanz nach Zizers ins Verteillager. Täglich rollen 400 000 Liter in fünf Fahrten mit den Valser-Güterwagen durch die Ruinalta, auf dem Weg von der Quelle im Bergdorf zu den Konsumentinnen und Konsumenten des Premium-Wassers in der ganzen Schweiz.Andreas Panzeri

Manor: «Portez Tropez!»

Mode Jung von Matt/ Limmat weckt nostalgische Gefühle mit der Frühlingspromotion von Manor.

Mode Jung von Matt/ Limmat weckt nostalgische Gefühle mit der Frühlingspromotion von Manor. In diesen Tagen heisst es bei Manor «Glamour toujours». Das ist das Motto der Plattform für die neue Frühlingspromotion. Für einen Monat dreht sich dabei alles um das südfranzösische Lebensgefühl. Die Promotion inszeniert den Lifestyle der 50er- und 60er-Jahre, der so genannten «années d’ôr». Das ist die Zeit, in der Stilikonen wie Brigitte Bardot und Gunter Sachs das Fischerdorf Saint-Tropez zum Weltzentrum der Schönen und Privilegierten machten. Manor lässt diese legendäre Zeit wieder aufleben. Das Konzept  mit der Côte d’azur ist aber an der Limmat bei Jung von Matt entworfen worden.Herzstück der Kampagne des Teams von Tom Seinige und Alexander Jaggy sind Bilder mit einer extravaganten Inszenierung der Kollektion. Sie zeigen Models, die in typischen Saint-Tropez-Situationen posieren. Dabei ruft eine schwarzweisse Bildwelt den Glamour von damals in Erinnerung. Aber auch der Glamour von heute kommt zur Geltung. Dank farbig herausstechenden Kleidungsstücken und Accessoires. Darüber hinaus sind die  Bilder gespickt mit zahlreichen Details. Hier die Youngtimer-Ikone Citroën DS, dort der berühmte Saint-Tropez-Knopf im Kopftuch.
Die Kommunikation für die Promotion umfasst Plakate, Anzeigen, den Internetauftritt, einen Katalog, einen Wettbewerb und zahlreiche Aktivitäten in den Manor-Häusern. Ein Beispiel sind die «Belles de Saint-Tropez», welche Manor an bestimmten Tagen in eine Modeschau verwandeln.
Andreas Panzeri

Swisscom darf Fastweb kaufen

Die Schweizerische Wettbewerbskommission hat keine Einwände gegen den geplanten Erwerb von Fastweb durch Swisscom im Rahmen des lancierten freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebotes.

 Die Schweizerische Wettbewerbskommission hat keine Einwände gegen den geplanten Erwerb von Fastweb durch Swisscom im Rahmen des lancierten freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebotes. Wie die Swisscom am Donnerstag mitteilte, hat ihr die Wettbewerbskommission grünes Licht zum Erwerb der italienischen Fastweb erteilt. Die Swisscom wird nun die 78’128’095 ausstehenden Aktien der Gesellschaft übernehmen. Da durch die Akquisition keine marktbeherrschende Stellung mit sich bringen werde, habe die Wettbewerbskommission keine Veranlassung für eine vertiefte Prüfung des Unternehmenszusammenschlusses nach Kartellgesetz. Damit wird eine weitere Bedingung des Übernahmeangebots erfüllt.

Aproz beweist Geschmack

Mineralwasser I Exxtra bewirbt das neu aromatisierte Mineralwasser von Aproz mit einer Printoffensive, die auf der letztjährigen Kampagne mit Porträts aufbaut.

Mineralwasser I Exxtra bewirbt das neu aromatisierte Mineralwasser von Aproz mit einer Printoffensive, die auf der letztjährigen Kampagne mit Porträts aufbaut. Mit natürlich und glaubwürdig wirkenden Menschen verschiedenen Alters, die vor  der imposanten Kulisse der Walliser Bergwelt posierten, hat Exxtra Kommunikation die letztjährige Kampagne von Aproz inszeniert. Mit dem erfrischenden Stil wurde auch der strategischen Eigenmarke der Migros eine Frischkur verpasst, die das Mineralwasser emotional anreicherte, «ohne aber die Werte Familie, Natürlichkeit, Ursprünglichkeit und Gesundheit aus den Augen zu verlieren», wie CD Dieter Hofmann das Briefing erklärt. Zur Bekanntmachung von Aproz Plus knüpft die Werbeagentur Exxtra Kommunikation nun sichtbar an die Werte dieser ersten Kampagne an – mit neuen Protagonisten vor neuen Aussichten auf die Alpen und ihre Quellen des Lebens.
Die Früchte der drei Geschmacksrichtungen der neuen Produktlinie werden konsequent ebenfalls in die Berge geholt und als «Farbtupfer» in die Sujets integriert. Die Früchte «gedeihen wohlgemerkt alle im Wallis», weist Berater Jochen Hennecke auf ein wichtiges Detail hin.
Walliser UrgesteinWie bei der ersten Staffel sind die Bilder mehr im Stil echter Porträts denn Werbeaufnahmen vom Schweizer Fotografen Stefan Schacher gestaltet und von Süsstrunk & Jericke bearbeitet worden. Die Absicht war «eine kühle Frische». Diese soll betonen, worum es sich bei dem neuen Getränk letztlich handelt: um das Mineralwasser Aproz, dem Urgestein aus den Walliser Alpen.
Mit seinem besonders hohen Mineraliengehalt und günstigen Preisen hält sich Aproz aus der Migros schon seit Jahren an der Spitze des Schweizer Mineralwasser-Marktes und gilt als das erfrischende, wohlschmeckende und gesunde Mineralwasser aus den Walliser Alpen. Zum Wohlbefinden der ganzen Familie. Deshalb ist es das meistgetrunkene und beliebteste Mineralwasser der Schweiz.
Mit Aproz Plus finden Gesundheitsbewusste sowie auch Personen, die bisher eher weniger Mineralwasser konsumierten, jetzt neu eine interessante, wohlschmeckende Alternative in drei Geschmacksrichtungen. Zudem ist für jüngere Familienmitglieder die neue Produktlinie Aproz Plus mit 4  Prozent Fruchtanteil aus 100 Prozent natürlichen Äpfeln, Birnen oder Aprikosen eine willkommene Abwechslung für zu zuckrige Süssgetränke.
Andreas Panzeri

«Laufend völlig neue Möglichkeiten»

Crossmedia – ein Schlüsselbegriff in der neuen PubliGroupe-Strategie. CEO Hanspeter Rohner sagt, was er darunter versteht, was seinem Unternehmen zum vollkommenen Allmedia-Glück fehlt und wie er die Gruppe im Markt positionieren will.

Crossmedia – ein Schlüsselbegriff in der neuen PubliGroupe-Strategie. CEO Hanspeter Rohner sagt, was er darunter versteht, was seinem Unternehmen zum vollkommenen Allmedia-Glück fehlt und wie er die Gruppe im Markt positionieren will.WW: Herr Rohner, alles spricht von Crossmedia, auch Sie. Jeder versteht aber etwas anderes darunter. Können Sie Beispiele nennen, die dem am nächsten kommen, was Ihnen vorschwebt?Hanspeter Rohner: In Japan gibt es eine sehr interessante Entwicklung zwischen Zeitungen und Mobiltelefon: In Inseraten wird ein Code publiziert, den man im Handy eingeben kann. Danach hören Sie eine Voicemail, erhalten eine SMS oder können etwas visuell abrufen. Das ist dort aus dem Projektstadium raus, grosse japanische Zeitungen generieren damit bereits markant zweistellige Umsatzanteile. Weitere echte Crossmedia-Ansätze finden Sie in Skandinavien und Südamerika. In der Schweiz hat Goldbach Media im elektronischen Bereich am meisten Pilotversuche unternommen – allerdings immer ohne Print. Doch meiner Meinung nach – und das sehen viele Werbeauftraggeber so – ist Crossmedia ohne Print auf längere Sicht nicht denkbar. Das wäre wie ein mehrgängiges gastronomisches Menu ohne Hauptgang.WW: Bis Ende Jahr wollen Sie Publipresse so umbauen, dass Print, Kino, Online, TV, Radio, Mobile und AdScreen aus einer Hand angeboten werden.Rohner: Es ist falsch, von einem Umbau der Publipresse zu sprechen. Wir bilden neu den Strategiebereich Media Sales, zu dem alle Publipresse-Gesellschaften, Publicitas Promotion Network sowie die Vermarktungsgesellschaften Web2Com, Cinecom und Radiotele gehören werden. Mit dieser umfassenden Neugliederung wollen wir die heute bestehenden Trennlinien zwischen Schweiz und International beziehungsweise Printmedien und elektronisch-interaktiven Medien aufheben, um die Erschliessung neuer Synergien und höhere Markteffizienz der Verkaufsleistungen zu erlangen. Wobei selbstverständlich weiterhin jedes Medium gemäss den uns übertragenen Verantwortlichkeiten individuell vermarktet werden wird.WW: Verschwinden die Firmennamen Cinecom, Radiotele, Publimedia oder Web2com? Rohner: Dies ist eine der Fragen – nicht die Wichtigste –, die die verschiedenen Projektgruppen bis zum dritten Quartal 2007 abklären müssen.WW: Wird PubliGroupe nun auch neue medienübergreifende Planungs- oder Buchungstools entwickeln?Rohner: Da ist schon einiges passiert, denken Sie nur an Publisherconnect für den Rubrikenmarkt in Online und Print. Die wesentliche Entwicklung wird aber die sukzessive Umsetzung einer voll digitalisierten Auftragsabwicklungsplattform sein, die sämtlichen Marktpartnern eine im Vergleich zu heute markant erhöhte Servicepalette anbieten wird. Zwar wird nicht alles am 1. Januar 2008 bereit sein, aber alle Aktivitäten werden von nun an auf diese koordinierte Vermarktungskonzeption ausgerichtet.WW: In Ihrem Allmedia-Angebot fehlt das Plakat. Bereuen Sie, dass PubliGroupe 1999 bei Affichage ausgestiegen ist?Rohner: Das ist Nostalgie (lacht). Wir hatten uns bei der APG beteiligt in der Hoffnung, eine gemeinsame Auslandstrategie realisieren zu können. Dies war aber mit den damaligen Verantwortlichen dort nicht möglich. Deshalb gab es keine andere Wahl, als einen riesen Finanzgewinn zu realisieren und auszusteigen. Aus heutiger Sicht ist es natürlich schade. WW: Clear Channel Outdoor könnte schon bald aufgesplittet und einige der Ländergesellschaften verkauft werden. Ist das eine Option für PubliGroupe, um in der Schweiz oder anderswo wieder ins Medium Plakat einzusteigen?Rohner: Akquisitionen im Bereich Medienvermarktungskompetenz in Märkten, die uns gemäss Strategie interessieren, werden wir grundsätzlich immer prüfen. Aber es muss logischerweise eine bestimmte Grösse haben. Wir wollen nicht nur eine kleine Rolle spielen.WW: Zumindest im Lokal-TV- und Radiobereich steht Ihnen mit der SRG-Vermarkterin Publisuisse eine neue, starke Konkurrentin gegenüber.Rohner: Wettbewerb fürchten wir nicht, international sind wir ihn mehr als gewohnt. Und solange Publisuisse und andere Mitbewerber mit gleich langen Spiessen auftreten, nehmen wir die Herausforderung gerne an. Sollte aber mit quersubventionierten Waffen gekämpft werden, würden wir uns zur Wehr setzen. Im Übrigen bin ich für uns sehr zuversichtlich, denn gerade im elektronischen Bereich entwickeln sich die Dinge rascher, als es den verschiedenen Anbietern lieb ist. Deshalb ergeben sich für uns laufend völlig neue Möglichkeiten. Zudem stehen wir erst am Anfang: Die verschiedenen Unternehmen im Bereich Radio, TV und Online haben wir ja erst in den letzten drei Jahren selbst entwickelt oder hinzugekauft – und gleichwohl haben wir im Geschäftsjahr 2006 schon etwas mehr als 150 Millionen Umsatz realisiert. Dies ist bezogen auf unseren Gesamtumsatz noch nicht sehr viel, aber in Relation zum Schweizer Marktvolumen dieses Segments doch schon respektabel.WW: Publimedia bietet den Kunden im Print-Bereich vermehrt Dienstleistungen an, die eigentlich klassische Aufgaben von Media-Agenturen sind. Wird dieser Service nun auch crossmedial ausgebaut? Geht es in Richtung Aufbau oder Einkauf einer Allmedia-Agentur?Rohner: Publimedia nimmt die Aufgabe eines Gattungsvermarkters wahr und bietet viele Leistungen an, die das Handling von Printmedien attraktiver machen sollen. Daran wird sich innerhalb des Geschäftsbereichs Media Sales nichts ändern. Wir haben aber vorgesehen, im neuen strategischen Geschäftsbereich Marketing und Digital Services Dienstleistungen und Planungs-Services zu entwickeln, um auf gesamteuropäischer Ebene zu einem diesbezüglichen Anbieter zu werden. Für konkretere Angaben darüber ist es aber noch zu früh.WW: Im Strategiepapier ist vom Ausbau des Beratungsangebotes die Rede. Soviel scheint also fest zu stehen. Tritt die PubliGroupe künftig bei allen Mediengattungen als Konkurrentin der Media-Agenturen an?Rohner: Wir beurteilen die Marktentwicklung so, dass sämtliche Akteure auf der Wertschöpfungskette zwischen den Werbeauftraggebern und den Medienherausgebern, also Werbeagenturen, Media-Agenturen, Vermittler und Vermarkter, ihre Rollen grundlegend werden überdenken müssen. Grosse Media-Agentur-Ketten sind heute bereits als Market-Maker im Bereich der kommerziellen Kommunikation positioniert. Und in diesem neu entstehenden Umfeld wollen wir in einer europäischen Perspektive ganz klar auch eine Rolle spielen.WW: Ist das Vertrauen der Medienhäuser und Kunden in die Crossmedia-Beratungskompetenz der P tatsächlich gegeben – trotz ihres Print-Überhangs?Rohner: Das müssen wir, wie alles, was wir bisher erreicht haben, im Markt erarbeiten. Es ist auch eine riesige Aus- und Weiterbildungsherausforderung – zumindest in Europa. In China hingegen haben wir schon heute Mitarbeiter, die die verschiedensten Medien aus einer Hand verkaufen. Die würden Ihre Frage gar nicht verstehen, für sie ist das völlig normal.WW: Bei den Verlagen hat PubliGroupe heute Print-, allenfalls Online-Regien. Streben Sie statt dieser Einzelmedienregien künftig eher Konzernregien an, um ein Multimediahaus in seiner Ganzheit vermarkten zu können?Rohner: Es liegt in der Natur der Sache, dass wir mit den Medienhäusern neue Kooperationsformen entwickeln müssen. Die Hauptfrage ist ja, wie die Vermarktung am erfolgreichsten konzipiert werden kann. Ich denke nicht, dass es am erfolgreichsten geht, wenn möglichst jedes Medium ohne Bezug zum jeweils anderen vermarktet wird. Besser wäre es, Package-Lösungen anzubieten, wobei auch künftig jedes Medium einzeln vermarktet werden muss.WW: Kommen Sie mit der Crossmedia-Idee nicht zu spät? Die Basler Zeitung Medien zum Beispiel hat ihre Crossmedia-Vermarktung trotz P-Pacht bereits selbst aufgebaut. Und die AZ Medien macht nun etwas ganz Ähnliches.Rohner: Bis jetzt ist der Crossmedia-Anteil bei den Schweizer Werbeausgaben eine vernachlässigbare Grösse. Zudem sind wir schon lange in dieser Richtung unterwegs. Als ich vor fünf Jahren den Job als Gruppen-CEO übernahm, waren von 3200 Mitarbeitern etwa 300 im Nonprint-Bereich tätig. Heute sind von 2900 Mitarbeitern etwa 1000 im Nonprint-Bereich tätig. Unser Profil hat sich also verändert und wird sich weiter ändern. Wobei Print immer sehr wichtig bleiben wird.WW: Crossmedia benötigt Intermedia-Forschung , doch diese steckt noch in den Kinderschuhen. Rohner: Bisher hat man es tatsächlich verpasst, die verschiedenen Forschungsmethoden unter einen Hut zu bringen. Es braucht dazu auch international vermehrte Anstrengungen. Denn es ist klar: Die Möglichkeiten aller internetbasierten Medien, bei denen man Wirkung unmittelbar messen kann, wird zum Massstab für alle Medien, auch wenn er sich nicht überall gleich umsetzen lässt. Wir werden neue Ansätze finden müssen, im Interesse des gesamten Marktes. Ich denke auch an die Disziplinen Media Auditing oder Media Research, denn diese werden eindeutig weiter an Bedeutung gewinnen.Interview: Markus Knöpfli

Von Richterich & Partner ins Stadtzürcher Präsidialdepartement

Nat Bächtold, Berater bei Richterich & Partner, wechselt ins Präsidialdepartement der Stadt Zürich. Auf den 1. Juni 2007 wird er neuer Leiter Kommunikation des Präsidialdepartementes.

 Nat Bächtold, Berater bei Richterich & Partner, wechselt ins Präsidialdepartement der Stadt Zürich. Auf den 1. Juni 2007 wird er neuer Leiter Kommunikation des Präsidialdepartementes.  
Nat Bächtold war – unterbrochen von einem zehnmonatigen Nachdiplomstudium – seit 2001 für Richterich & Partner tätig. Er betreute als Berater Kunden und Mandate aus den Bereichen Dienstleistung, Gesundheitswesen, Finanzwesen, Konsumgüter und Informationstechnologie und war zentral in die Entwicklung und den Aufbau des Service-Bereichs Intelligence Partners – Recherche & Analyse eingebunden. Bächtold hat an der Universität Zürich Geschichte studiert und besitzt ein Diplôme de Trosième Cycle (Masters) in Informationsführung und Kommunikationsmanagement der École Supérieure Libre des Sciences Commerciales Appliquées in Paris.

Reflex erscheint in der Deutschschweiz auf Englisch

Die französische Version des Magazins Reflex legte einen erfolgreichen Start hin. Nun wird die Lancierung des Magazins für Wissenschaft und Innovation auf den Rest der Schweiz ausgeweitet.

 Die französische Version des Magazins Reflex legte einen erfolgreichen Start hin. Nun wird die Lancierung des Magazins für Wissenschaft und Innovation auf den Rest der Schweiz ausgeweitet. Von dieser Woche an wird die englische Ausgabe von Reflex von Valora vertrieben, einem Grosshändler, der mehr als 7’000 Verkaufsstellen in deutschschweizerischen Kantonen beliefert.  
Pierre Grosjean, Mitbegründer der Presseagentur Largeur.com, die das Magazin im Auftrag der EPFL erstellt, will in der Deutschschweiz an den Erfolg der französischen Ausgabe anschliessen. Es sei zwar ein Wagnis, sich auf dem deutschsprachigen Markt mit einem Magazin auf Englisch zu präsentieren. Doch Leser, die sich für Wissenschaft begeistern, verständen meistens Englisch. Ausserdem würden die grösstenteils schweizerischen Themen ihr Interesse wecken, so Grosjean.
 
Laut Pressemitteilung von Largeur.com wird die zweite Nummer von Reflex Anfang Juni auf Französisch und Ende Juni auf Englisch erscheinen.
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