Die WOZ fordert zum Sprayen auf

Leserwerbung Zum ersten Mal in der Schweiz kann man per SMS der Menschheit auch in der Öffentlichkeit sagen, was man denkt. Und zwar völlig legal.

Leserwerbung Zum ersten Mal in der Schweiz kann man per SMS der Menschheit auch in der Öffentlichkeit sagen, was man denkt. Und zwar völlig legal. An der Bushaltestelle der Zürcher Rosengartenstrasse hängt nämlich ein WOZ-Plakat von SFLB, das Vorbeigehende auffordert, ihre Meinung kundzutun. Die Sprüche können per SMS an die Nummer 9988 geschickt werden, der beste wird täglich an die Wand gesprayt – unter dem WOZ-Motto «Leiste dir eine eigene Meinung».

Zwar nicht jünger, aber schöner

Kosmetik Exxtra hat für die Kosmetiklinie Zoé aus der Migros in einem Spot die Zeit angehalten.

Kosmetik Exxtra hat für die Kosmetiklinie Zoé aus der Migros in einem Spot die Zeit angehalten.Der Kampf gegen das Alter ist ein zentrales Thema in der Kommunikation vieler Schönheits- und Pflegeprodukte. Im Kosmetikbereich ist Zoé die wichtigste Eigenmarke der Migros. Die Produkte sind in drei Linien aufgeteilt – Revital, Ultra Sensitive und MoistProtect. Diese pflegen kompetent jeweils unterschiedliche Hauttypen gemäss ihren speziellen Bedürfnissen. Nun wissen natürlich auch die Exxtra-Werber um CD Dieter Hofmann, dass wahre Schönheit kein Alter kennt und es deshalb keine Crème braucht, die das Rad der Zeit zurückdreht. Trotzdem ist ein solcher Wunsch in den Köpfen der Menschheit immer wieder präsent, wie viele andere Kampagnen für entsprechende Kosmetika zeigen. Zoé will hier aber keine falschen Versprechungen machen. Die Aussage ist charmanter: Zoé macht – unabhängig vom Alter – Frauen schöner, aber eben nicht jünger.
Der neue TV-Spot zeigt eine Frau, wie sie sich mit Zoé pflegt. Dabei vergeht die Zeit, was sich unschwer an den verschiedenen im Film sichtbaren Modetrends von den Achtzigern über die Neunziger bis heute erkennen lässt. Letztlich ist die Frau älter und reifer geworden, aber keinesfalls weniger schön. Im Gegenteil.       
 
Andreas Panzeri

Schattenspiele für Baupersonal

Stellenvermittlung Arbeitsvermittlung im Bau- und Technikgewerbe muss vor allem schnell und unkompliziert funktionieren. Das ist das Erfolgsgeheimnis von Bellini.

Stellenvermittlung Arbeitsvermittlung im Bau- und Technikgewerbe muss vor allem schnell und unkompliziert funktionieren. Das ist das Erfolgsgeheimnis von Bellini, einem spezialisierten Temporär- und Feststellen-Vermittler mit insgesamt zehn Agenturen in den Kantonen Zürich, Aargau, Zug und Luzern. Täglich beschäftigt Bellini 600 bis 800 Arbeiterinnen und Arbeiter, Tendenz steigend. Die Stärke von Bellini hat die Ustermer Agentur Walder Werber jetzt in eine Kampagne gepackt. Die zehn Sujets zeigen als Plakate und Inserate, wie man mit einem Handgriff in der Baubranche erfolgreich Arbeit findet.

Die Migros brauchts

Dachkampagnen Publicis hat «aufgrund grosser Nachfrage» noch mehr Spots für die Migros produziert.

Dachkampagnen Publicis hat «aufgrund grosser Nachfrage» noch mehr Spots für die Migros produziert. Das Kino- und Fernsehpublikum kann sich freuen, meinen die Kreativen bei Publicis: Die Serie neuer kurzer Migros-Imagespots reisst nicht ab. Ab sofort unterhalten vier weitere Filme alle jene, die auf Schweizer Produkte, Velofahren, Kultur und frisches Gemüse stehen. Was wäre, wenn es die Migros nicht gäbe? Nach dieser Prämisse werden auch in den neuen Spots grundlegende Überlegungen von Migros-Kunden in witzigen Kurzfilmen kreativ beantwortet. Eine Kundin müsste demnach für einheimische Produkte bis in alle Berghöhen steigen – wenn es die Migros nicht gäbe, die solche Spezialitäten viel einfacher zugänglich im Laden anbietet.
Ein anderer Spot dramatisiert, wie unser Land tatsächlich um einiges ärmer an Kultur wäre ohne das berühmte Kulturprozent der Migros. Witzig an diesem Spot fällt auf, wie hier die langjährige Erkennungsmelodie der Migros in immer wieder unerwarteten Versionen ertönt.
Das Thema «Frische» wird mit «fliegenden Salaten» illustriert. Die Auflösung im Kommentar: Diese sind so frisch, weil im Schnitt in der Schweiz alle zehn Sekunden ein Salat einen Laden verlässt.
Die volksnah wirkenden Filme sind von Condor und Patrick Senn realisiert worden. Als CD für die ganze Kampagne wacht Jean-Etienne Aebi über die kreative Frische.   
Andreas Panzeri

Tierische Knochenarbeit

Milchwirtschaft Ruf Lanz hat der Kuh Lovely Yoga beigebracht und zeigt damit, dass Milch auch weiterhin starke Knochen gibt.

Milchwirtschaft Ruf Lanz hat der Kuh Lovely Yoga beigebracht und zeigt damit, dass Milch auch weiterhin starke Knochen gibt.Mit dem Spot «Dschungelmensch» ist die erste Fortsetzungsgeschichte von Lovely im neuen Stall von Ruf Lanz vorgestellt worden. Jetzt folgt auf den Film die Printkampagne. «Milch gibt starke Knochen», lautet auch hier die Ernährungsbotschaft der Schweizer Milchproduzenten SMP. Die kreative Umsetzung richtet sich diesmal besonders an die Frauen, da diese im Alter häufiger von Knochenbrüchigkeit betroffen sind als die Männer. Lovely hat deshalb Yoga entdeckt, das gegenwärtig auch in der Schweiz einen wahren Boom – und zwar gerade bei den Frauen – erlebt. Lovely demonstriert mit spielerischer Leichtigkeit drei Yogastellungen, bei denen das ganze Gewicht auf ihren Knochen lastet.
Die Kuh zeigt ihre verblüffenden Yogakünste sowohl in einem nationalen Plakataushang wie auch auf Inseraten von der Doppelseite bis zum Kleinformat. Diese erscheinen in Titeln fürs breite Publikum sowie gezielt in Frauenzeitschriften wie Annabelle und Femina.
 
Andreas Panzeri

Die Schweizer mischen vorne mit

Zeitungswerbung In Paris holten die Schweizer am «best YET – best Young European Team» den dritten Platz. Ein Achtungserfolg.

Zeitungswerbung In Paris holten die Schweizer am «best YET – best Young European Team» den dritten Platz. Ein Achtungserfolg. Drei Jahre lang kreierten Werber aus namhaften Agenturen für den Verband Schweizer Presse die Kampagne «Das kann nur ein Inserat». Seit 2006 setzt der Verband auf die Karte Nachwuchs. Im Rahmen des Young-Creative-Wettbewerbs dürfen junge Kreative die Anzeigen entwerfen. Und das zu Recht. Der Wettbewerb zeigte, dass die Jugend den Gestandenen an Kreativleistung in nichts nachsteht. 86 Arbeiten wurden diese Jahr eingereicht – 8 mehr als letztes Jahr. Die 10 besten Anzeigen sind derzeit in fast allen Schweizer Printmedien zu sehen. Die besten gehen nach ParisZusätzlich wählt die Jury jeweils zwei Teams, die am internationalen Wettbewerb «best YET – best Young European Team» teilnehmen dürfen. Ein Treffen mit Prestige. Die besten Jungtalente aus neun europäischen Ländern stehen sich dort gegenüber. Die beste Idee gewinnt eine Einladung an das Werbefestival Cannes. Dieses Jahr vertraten Isabelle Hauser (Advico Young & Rubicam), Martin Arnold (Felser Spillmann Leo Burnett), Beni Haslimeier (Wirz) und Iris Alder (Jung von Matt/Limmat) die Schweiz.
36 Kreative trafen sich letztes Wochenende in der französischen Metropole Paris zum Wettbewerb. Im noblen Atelier Richelieu bekamen die Werbetalente ihren Auftrag. Ziel: Eine Kampagne für Renault. Eco2, das Öko-Label von Renault, steht für Sauberkeit, umweltfreundliches Produzieren und Recycling. Alle drei Aspekte mussten in einer Inserate-kampagne aufs Papier gebracht werden. Kein einfacher Auftrag. Ausgerüstet mit ein paar Stiften und weissem Papier machten sich die Teams an die Arbeit. Der Auftrag war übrigens nicht frei erfunden. Eco2 ist ein laufendes Projekt bei Publicis.
Das Schweizer Team mit Martin Arnold und Beni Haslimeier zeigte Begeisterung und machte sich sogleich an die Arbeit. Die Aufgabe erlaube viel Raum für Kreativität. Ansätze gebe es viele. «Wie es eben sein muss», so Arnold und Haslimeier.
Spuren der MüdigkeitDas Duo Hauser/Alder machte erstmal Pause. Zu anstrengend seien die letzten Tage gewesen. Das Team verliess gleich nach dem Briefing das Atelier. Später zog man für die kreative Arbeit das typische Pariser Café den Atelierräumlichkeiten vor. Isabelle Hauser: «Wir wollten am ersten Tag aus dem stressigen und einengenden Umfeld des Ateliers ausbrechen.»
Unterstützt wurde die Schweizer Delegation von Luigi Del Medico. Del Medico, lange Zeit bei Publicis in Zürich tätig, arbeitet heute als Freelancer. Vom Output der Jungen war der Kreativcoach überrascht. Viele gute Ansätze mit Potenzial wurden vorgeführt. Was ihn aber am meisten überraschte, war der Umstand, dass beide Teams unabhängig voneinander dieselbe Idee entwarfen – was ihm auch schon passiert sei. Präsentieren durfte das Doppelstück das Frauenteam. Stunden später der Schock: Die Franzosen skizzierten den gleichen Gedanken. Und auch die Engländer und Holländer, so zeigte sich an der Präsentation, entwarfen eine Dublette. Die Teams nahmen es mit Humor.
Zügiges AuswahlverfahrenDie Jury unter dem Präsidium von Olivier Altmann, Chief Creative Officer Publicis Frankreich, tagte kurz. Lange Debatten wurden nicht geführt. Der Sieger war eigentlich schon bestimmt. Fünf der acht Topwerber wählten die Schweden mit Martin Lundgren und Ted Harry Mellström zu den Siegern. Silber ging an Deutschland und Bronze an Isabelle Hauser und Iris Alder, ein Achtungserfolg auf internationalem Parkett. Letztes Jahr schafften es die Ideen der Schweizer nicht in die engere Auswahl. Die gute Platzierung verdankten Hauser und Alder dem österreichischen Juror Tibor Barci und dem Jurypräsidenten Altmann. Sie zeigten sich über den Entwurf mit dem verpackten Bio-Auto (siehe rechts) begeistert und nahmen die Anzeige in einer zweiten Runde, entgegen der Meinung der Kollegen, in die Shortlist. Trotzdem gingen die Tiersujets von Ferrari, Saab und Peugeot mit der Aussage «The car industry has since its beginning used nature as a front figure. Quite a big mockery if you ask us» unbestritten als Sieger hervor.
Del Medico, der wegen eines Kunden die Heimreise früher antreten musste, ist über den Erfolg der Schweizerinnen überrascht. Denn der Mechanismus, mit dem die Idee arbeite, sei nicht neu und besonders kreativ. Er funktioniere aber einfach gut. Del Medico lobte die Leistungen der Teams: «In dieser kurzen Zeit so gute Ideen aufs Papier zu bringen, zeugt vom hohen Niveau der Teilnehmer. Beide Teams haben die Aufgabe souverän gemeistert.»
Toni Vetterli vom Verband Schweizer Presse und Sabine Tschopp von Publimedia zeigten sich über den Verlauf des diesjährigen best YET auch erfreut. Trotz des erfolgreichen Ablaufs und des positiven Feedbacks will man den Event verbessern. Vor allem das Juryverfahren sei, so waren sich die Delegierten einig, zu locker geführt worden. Klare Weisungen und Richtlinien hätten gefehlt. Es sei schade, dass die Jury den Sieger im Schnelldurchlauf ausmachte, war bei zwei Juroren nachträglich zu erfahren. Isabelle Hauser und Iris Alder sind trotzdem zufrieden: «Letztlich gehört immer eine Portion Glück dazu. Dass wir mit unserer Idee die Jury überzeugen konnten, überrascht uns.»
 
 
 
Der Wettbewerb  «best YET – best Young European Team 2007» fand dieses Jahr in Paris statt. 36 Personen aus neun europäischen Ländern nahmen am Kreativwettbewerb teil. Der Sieger darf ans Werbefestival in Cannes. Ermöglicht wird die Teilnahme am best YET von Publimedia. Der führende Printvermarkter und der Verband Schweizer Presse sehen im best YET das ideale Gefäss für Nachwuchsförderung und Gattungsmarketing. Gastgeberland 2008 wird Schweden sein. Die Sieger Martin Lundgren und Ted Harry Mellström, beide von DDB, setzten sich in Paris klar durch.
Christian Lüscher

Matter & Gretener machen Marken

Die Berner Agentur Matter & Gretener verwendet Marken im doppelten Sinne. Sie hat in eigener Sache ein Website-Intro gestaltet, das nicht geskippt werden sollte.

Die Berner Agentur Matter & Gretener hat in eigener Sache ein Website-Intro gestaltet, das hoffentlich nicht geskippt wird: Die Animation auf www.mattergretener.ch reiht fein säuberlich eine Anzeige an die andere – für Dr. Oetker bis Jeep, von Tribis bis Hero. Die Sujets werden in Form von Briefmarken dargestellt. Mit dem Intro kommuniziert Matter & Gretener die Botschaft «Wir machen Marken». Auch offline wird die Marken-Marken-Idee eingesetzt: In Form eines zusätzlichen Wertzeichens neben der regulären Frankatur auf der Agentur-Post.

«Kreativität hat weiterhin ihren Platz»

Unternehmenskommunikation Zahlenorientierte Wirtschaftsprüfer und kreative Kommunikationsfachleute – geht das zusammen? Mark-Steffen Buchele von der Universität Leipzig über die noch junge Disziplin Communications-Controlling.

Unternehmenskommunikation Zahlenorientierte Wirtschaftsprüfer und kreative Kommunikationsfachleute – geht das zusammen? Mark-Steffen Buchele von der Universität Leipzig über die noch junge Disziplin Communications-Controlling.WW: Der Art Directors Club – ein Club, der ausschliesslich aus Werbefachleuten besteht – zeichnet jedes Jahr die kreativsten Kommunikationsleistungen der Branche aus. Eigentlich müssten doch die Wirtschaftsprüfer diese anhand von Effizienzkriterien beurteilen – nach dem Motto: Kreativ ist, was im Markt am meisten bewirkt?Mark-Steffen Buchele: Sicherlich muss sich Kreativität letztlich im Markt auszahlen – je nach dem, was kommuniziert wird, zeigen sich Effekte für Unternehmen oder Organisationen kurz-, mittel- oder langfristig. Und meist so, dass man nicht auf einzelne Massnahmen rückschliessen kann. Betrachtet man also den Kreativitätsprozess allein, sind die Werber sicher die besten Ansprechpartner, um zu bewerten. Die beste Lösung aus unternehmerischer Sicht gibt es dann, wenn beides passt: mit bester Kreativität den höchsten Effekt erzielt zu haben. Um das zu interpretieren, hilft ein umfassendes Kommunikations-Controlling. WW: Kreative lassen sich von Controllern nicht gerne ins Handwerk «pfuschen». Wie gelingt es Ihnen, Kreativfachleute von Ihrer Methode zu überzeugen?Mark-Steffen Buchele: Keiner «pfuscht» dem anderen ins Handwerk. Im Gegenteil: Beide gehen eine Art symbiotische Beziehung ein – rationale Rahmen geben emotionalen, kreativen Prozessen die optimale Richtung vor, die Unternehmensziele zu erreichen. Da wir alle nicht genau voraussagen können, wie Kommunikation wirkt, hilft Kommunikations-Controlling, frühzeitig Veränderungen zu erkennen. Man merkt: Da läuft etwas aus dem Ruder, Strategien und Massnahmen können dann angepasst und optimiert werden. WW: Was genau ist unter dem Begriff Communications-Controlling zu verstehen?Mark-Steffen Buchele: Es bedeutet das Messen, das Bewerten und das Steuern von Kommunikationsmassnahmen anhand bestimmter Kennzahlen. Es macht den Prozess des Kommunikationsmanagements transparent. Dadurch kann der Beitrag der Kommunikation für das Unternehmen bewertet werden.WW: Wozu braucht ein Unternehmen überhaupt Communications-Controlling?Mark-Steffen Buchele: Jedes Unternehmen misst bereits alle möglichen Bereiche, vom Verkauf bis zur Produktion, warum also nicht auch die Kommunikation? Im Zentrum steht die Frage: Wie trägt die Kommunikation dazu bei, die Unternehmensziele zu erreichen?WW: Welche Seite ist skeptischer gegenüber dieser Disziplin – die Wirtschaftsprüfer oder die Kommunikationsverantwortlichen?Mark-Steffen Buchele: Unsere Befragung unter Controllern ergab: Das Verständnis für die spezifischen Eigenarten der Kommunikation ist durchaus vorhanden. Was die Controller wissen möchten, ist: Wurden die Kommunikationsziele erreicht und wie wurden sie erreicht? Kommunikations-Controlling ist ein Prozess. Der Wirtschaftsprüfer muss dazu frühzeitig ins Boot geholt und eingebunden werden. Widerstände gibt es bei den Kommunikationsverantwortlichen dort, wo es darum geht, Prozesse offen zu legen und Massnahmen überprüfbar zu machen.WW: Wenn alles durch die Controlling-Brille betrachtet wird, besteht dann nicht die Gefahr, dass einseitig leicht messbare Aktivitäten bevorzugt werden?Mark-Steffen Buchele: Nicht, wenn immer von den Zielen her überlegt wird, statt von den Massnahmen auszugehen. Nehmen Sie das Beispiel einer jährlichen Plakatkampagne – oft unter dem Motto «Das haben wir schon immer gemacht». Aber ist das wirklich das geeignete Mittel zur Erreichung der Ziele?WW: Gerät die Kreativität durch das Communications-Controlling nicht unter die Räder? Sie ist ja nicht messbar.Mark-Steffen Buchele: Die Kreativität hat weiterhin ihren Platz und ist enorm wichtig, denn das Kommunikations-Controlling ist «nur» ein Navigator, der aufzeigt: Wo befinde ich mich, bin ich auf dem richtigen Weg zu meinen Zielen? Kreative Leistungen direkt auf den Unternehmenswert zu beziehen, ist ja nicht möglich. Wichtig ist, nicht nur einzelne Massnahmen zu messen, sondern das grosse Ganze im Blick zu haben.WW: Wie löst Communications-Controlling den Widerspruch zwischen dem eher kurzfristigen Denken der Manager und den langfristig ausgerichteten und nicht sofort spürbaren Kommunikationsstrategien?Mark-Steffen Buchele: Wie das unternehmerische Management auch verfolgt Kommmunikationsmanagement kurz-, mittel- und langfristige Ziele. Also die ganze Bandbreite bei allen relevanten Stakeholdern. Längerfristig angelegte Programme wie etwa eine Markenkampagne erfordern neben der Schlussevaluation auch eine begleitende Evaluation, während die Massnahmen umgesetzt werden. Es gilt beispielsweise den Kommunikationsmix zu überprüfen, auch bezüglich verschiedener Zielgruppen.WW: Was bedeutet Communications-Controlling für die Kreativ- und PR-Agenturen? Mark-Steffen Buchele: Die Methoden an sich dürften nichts Neues für die Agenturen sein. Sie haben bisher schon Wirkungskontrolle betrieben, zum Beispiel mit Pretests der Kampagne für ein neues Produkt oder mit Befragungen. Herausforderung ist, diese Methoden sinnvoll für den jeweiligen Auftraggeber zusammenzubinden. Und seine eigenen Prozesse transparent zu machen. Denn die Auftraggeber wissen künftig besser, was sie bezüglich Kommunikation wollen. Wenn nicht, müssen die Agenturen zielführend beraten und überprüfbar umsetzen. WW: Was wird aus den klassischen Methoden der Wirkungsmessung wie etwa der Medienresonanzanalyse?Mark-Steffen Buchele: Die Medienresonanzanalyse bleibt – wie alle klassischen Methoden. Diese werden in ein umfassendes Communications-Controlling integriert. Alle Instrumente werden zusammengeführt, um den Kommunikationsprozess nachvollziehbar und transparent zu machen.WW: Wo liegt die grösste Gefahr beim Communications-Controlling?Mark-Steffen Buchele: Man muss vermeiden, sich in zu vielen Kennzahlen zu verlieren. Eine pragmatische Zielorientierung hilft, sich auf die dafür relevanten Zahlen zu konzentrieren. Und dazu müssen alle zusammenkommen: Management, Kommunikationsverantwortliche und Controller.WW: Welchen Stellenwert wird Communications-Controlling in zehn Jahren haben?Mark-Steffen Buchele: Informations- und Kommunikationsprozesse werden unsere Gesellschaft dann noch stärker prägen als heute. Investitionen in Kommunikation müssen noch differenzierter betrachtet werden: Welche Strategie hat bei welchen Kosten den besten Unterstützungseffekt, um die Unternehmensziele zu erreichen? Ich gehe davon aus, dass dann die meisten Unternehmen wissen, wie ihr Kommunikationsmanagement arbeitet und wo die Stellschrauben sind, um weiter zu optimieren.
Interview: Cornelia Sidler
Erste Plattform für Communications-ControllingAn der ersten interdisziplinären Fachtagung zum Thema Communications-Controlling am 31. Mai kündigte die Hochschule für Wirtschaft, Zürich (HWZ), die Gründung eines Expertenkreises Communications-Controlling an. Die Fachgruppe wird aus erfahrenen Kommunikationsverantwortlichen und Controllern bestehen, die sich mit guten Praxisbeispielen («best practice») und der Entwicklung gemeinsamer Standards für das Communications-Controlling befassen werden.
Zur PersonDr. Mark-Steffen Buchele (34) ist Projektleiter im Kompetenzfeld Strategie und Wertschöpfung im Lehrbereich Kommunikationsmanagement und Public Relations der Universität Leipzig sowie Geschäftsführer von Aexea – Communication Content Consulting, www.communicationmanagement.de sowie www.aexea.de.
Voraussichtlich im Juli 2007 erscheint sein Buch «Der Wertbeitrag von Unternehmenskommunikation» im VS Verlag, Wiesbaden.

Erdmannpeisker zeigt für Smart den Wert von Original-Service

Die Bieler Agentur Erdmannpeisker hat ein internationales Massnahmenpaket für die Automarke Smart entwickelt. Mit zwei Key Visuals vermitteln die Kreativen anhand von Alltagsszenen, was Original-Service wert ist.

Die Bieler Agentur Erdmannpeisker hat ein internationales Massnahmenpaket für die Automarke Smart entwickelt. DaimlerChrysler, das Mutterhaus der kleinen Wagen, bewirbt damit die grosse Palette an Dienstleistungen und Angeboten, die Smart-Kunden auch nach dem Kauf erwartet. Die Kampagne spricht gezielt auch die Halter älterer Fahrzeuge an, für welche der Original-Service besonders interessant ist. Inszeniert werden die Vorteile anhand von Allegorien, die Szenen aus dem Alltag zeigen. Erdmannpeisker stellt den Ländervertretungen von DaimlerChrysler Global Services & Parts zwei Key Visuals zur Verfügung. Umgesetzt werden sie als Anzeige, Plakate, Mailing, Flyer, PoS-Deko und in Guerilla-Aktionen.

UBI rügt «Schweiz Aktuell» wegen Politikerporträt

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz (UBI) hat eine Beschwerde gegen die SF-Sendung «Schweiz Aktuell» gutgeheissen. Ein Beitrag über einen Freiburger Politiker war in den Augen der Behörde zu einseitig.

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz (UBI) hat eine Beschwerde gegen die SF-Sendung «Schweiz Aktuell» gutgeheissen. Die Sendung hat laut UBI mit einem Porträt über den Freiburger Staatsrat Pascal Corminboef sechs Tage vor den Freiburger Wahlen das Vielfaltsgebot verletzt. In der Beschwerde wurde moniert, dass der Beitrag einseitige Wahlwerbung sei. «Schweiz Aktuell» sei nämlich nicht auf Kritik an der Tätigkeit des Staatsrates von Seiten des Tierschutzes eingegangen. Laut Entscheid der UBI können Radio und Fernsehen zwar persönlich gefärbte Porträts von Politikern ausstrahlen, ohne dabei auf politische Kritik einzugehen. Aber die Programmaufsicht müsse die unverfälschte politische Meinungsbildung als wichtiges Element der Demokratie sichern. Der beanstandete Beitrag habe daher die programmrechtlichen Informationsgrundsätze verletzt, wie die UBI am Mittwoch laut SDA mitteilte.

Tipps für den Ausgang

Guides Bei einer Reise nach Mallorca hat Ralph Lindenmann das Vorbild für seine Ausgehführer entdeckt. Jetzt ist «Zürich geht aus» bereits in der dritten Ausgabe auf den Markt gekommen.

Guides Bei einer Reise nach Mallorca hat Ralph Lindenmann das Vorbild für seine Ausgehführer entdeckt. Jetzt ist «Zürich geht aus» bereits in der dritten Ausgabe auf den Markt gekommen. 240 Restaurants haben Chefredaktor Wolfram Meister und sein 20-züngiges Team mit freiwilligen Gourmets wie Walter Bosch, Medard Meier, Hermann Strittmatter oder Dominic Geisseler getestet. Das «Heft» ist am Kiosk erhältlich, ebenso das neu erschienene «Tessin geht aus». Geplant ist auch eine Ausgabe für Graubünden. Beworben wird die Reihe aus dem Gourmedia Verlag von Reinhold.

Bluewin TV bis mindestens 2009 in den roten Zahlen

Die Swisscom-Tochter Bluewin TV rechnet damit, dass sie noch zwei Jahre lang Verluste schreiben wird. Derzeit sei das Angebot bei 30’000 bis 40’000 Haushalten installiert, so Swisscom-Fixnet-CEO Ueli Dietiker. Konkurrenzangebote erwartet er frühestens 2008.

Die Swisscom-Tochter Bluewin TV rechnet damit, dass sie noch einige Zeit Verluste schreiben wird. «In den nächsten zwei Jahren», so Swisscom-Fixnet-CEO Ueli Dietiker gegenüber der Handelszeitung, werde der Fernsehbereich «sicher nicht schwarze Zahlen schreiben». Um in die Gewinnzone zu kommen, benötige das Unternehmen 200’000 bis 250’000 Kundinnen und Kunden. Mit der heutigen Zahl von Neuanmeldungen pro Monat wird diese Schwelle frühestens Ende 2009 erreicht. Die höchste Hürde seien die Installationskosten von durchschnittlich 1’400 Franken pro TV-Kunde. Diese verhinderten auch eine aggressive Werbekampagne für das im letzten November gestartete Bluewin TV. «Bevor wir nochmals Vollgas geben, wollen wir unsere Kosten optimieren», sagte Dietiker weiter. Das Ziel sind laut Swisscom-Chef Carsten Schloter rund 500 Franken pro TV-Kunde.
Derzeit sei das Fernsehen bei «30’000 bis 40’000 Haushalten installiert». Pro Woche kommen laut Dietiker 1000 bis 2000 Haushalte hinzu. Wenn es in diesem Tempo weitergehe, werde bis Ende Jahr die Grenze von 100’000 Kunden nicht erreicht.
Bis eigene Angebote von Swisscom-Konkurrenten auf dem Markt sind, wird es ebenfalls noch dauern – obwohl das Monopol der Swisscom auf der letzten Meile der Kupferleitungen von der Telefonzentrale bis zum Hausanschluss Anfang April gefallen ist. «Breitere Angebote erwarte ich gegen Ende 2008», meinte Dietiker. Flächendeckende Angebote werde es bei der vollständigen Entbündelung so oder so nicht geben, prophezeit Dietiker im Interview mit der Handelszeitung: «Alle werden Rosinen picken und sich auf die lukrativen Zentren konzentrieren.»
get_footer();