News für Schlemmer

Eigenmarken Die Basler Agentur MRG konzipiert neue Coop-Magazine über Fine Food und Asien.

Eigenmarken Die Basler Agentur MRG konzipiert neue Coop-Magazine über Fine Food und Asien.Gleich zwei Magazine durfte die Basler Werbeagentur MRG Communications für Coop konzipieren und realisieren: eines zur Bekanntmachung neuer Produkte der Coop-Eigenmarke Fine Food. Dazu ein Themenmagazin Asien.Das Coop-Magazin Fine Moments zeigt die Fine-Food-Produkte mit Stimmungsbildern und Texten als kulinarische Highlights für jeden Tag. Daneben enthält es Rezepte, Produktinformationen und Weintipps. Es erscheint in den drei Landessprachen in einer Auflage von 1,6 Millionen Exemplaren. Fine Moments wird diversen Zeitschriften beigelegt und ist Teil der parallel laufenden Werbekampagne, die von KSB/SJ realisiert wird.
Das Magazin Asien unterstreicht mit ansprechenden Bildern, einem redaktionellen Teil sowie Rezepten und Kochtipps die Genuss- und Kulinarikkompetenz von Coop. Asien erscheint in einer Auflage von 2,36 Millionen und wird der Coop-Zeitung beigelegt. MRG hat den Auftrag in einem Pitch gewonnen.
   
Andreas Panzeri

Bücher, Blätter und Bananen

Kolumne Die Mutter aller Schlachten war die Übernahme von 20 Minuten durch den Tages-Anzeiger. Jetzt erobert Zürich Bern. In der Schweiz ist der Pressekrieg in vollem Gange.

Kolumne Die Mutter aller Schlachten war die Übernahme von 20 Minuten durch den Tages-Anzeiger. Jetzt erobert Zürich Bern. In der Schweiz ist der Pressekrieg in vollem Gange.Früher habe er Bananen verkauft und heute verkaufe er Bücher, erklärte der Basler Buchhändler Philippe Karger. Die Wirtschaftsredaktion der NZZ bejubelte den endlich freien Buchmarkt und porträtierte den bunten Vogel, der von sich sagt, «ich bin primär Unternehmer und nicht Buchhändler». Nach dem Fall der Preisbindung seien die Kleinen der Branche keineswegs in Gefahr, erklärten Karger und die NZZ. Sie müssten nur ein besseres Marketing betreiben. So wie er. Karger hat mit den Früchten gelernt: Weil Coop und Migros die billigeren Bananen hatte, war Karger stets bestrebt, die besten Kokosnüsse zu haben. Heute führt er in seinem Sortiment auch Skelette für die Schule und weisse Arztmäntel – gut so. Diese unternehmerische Freiheit soll ihm keiner nehmen.Schneller als man erwarten konnte, sind die Preise der Bücher gefallen. Sie waren hier zu Lande zu hoch – wie andere Preise auch. Aber dass man ausgerechnet mit ihnen die Preisinsel Schweiz bekämpfen will, ist schon befremdlich – besonders angesichts der besonderen kulturellen Situation unseres Landes und seiner Vielfalt. Die Massnahme ist auch keine Anpassung an Europa, im Gegenteil: Sie macht uns noch mehr zur Ausnahme. Weder in Frankreich noch in Deutschland gibt es freie Buchpreise. Und die Preisbindung ist auch der strengen Kartellkommission in Brüssel kein Dorn im Auge. Nur hier zu Lande hat die Wettbewerbskommission ihren Mut an einer wirtschaftlich eher unbedeutenden Branche ausgelassen. Und dies auch noch mit dem Segen des Bundesrats, der das «Gnadengesuch» schneller ablehnte, als nötig gewesen wäre.
Haarsträubend war die kulturpolitische Begründung: In der Westschweiz – seit längerem ohne Preisbindung – würden genau so viele Bücher produziert wie in der deutschen Schweiz. Das rasante Sterben der Buchhandlungen zwischen Sion und Genf, Neuenburg und Lausanne hätte unsere Regierung zu etwas mehr Nachsicht führen können. Wer hier angesichts der Konzentration auf die Grosshandelsketten keine Gefahren erkennen mag, ist blind.
Und zumindest blauäugig ist unser Medienminister. «Keine Gefahr» war sein Kommentar, als der Tages-Anzeiger die Berner-Zeitung schluckte. Die Vielfalt sei durch andere Medien garantiert und die Konzentration eine Voraussetzung für die journalistische Qualität. Na denn! Aber die Medienbranche hat schon immer auf mehr Nachsicht zählen können. Warum eigentlich hat hier zu Lande noch niemand ernsthaft daran gedacht, die Preisbindung bei Zeitschriften und Zeitungen zu verbieten? Warum wird die NZZ im hintersten Engadiner Dorf zum gleichen Preis verkauft wie am Kiosk neben der Druckerei?
Was Moritz Leuenberger nicht störte, hat BaZ-Verleger Matthias Hagemann als Erdbeben der Stärke zwölf bezeichnet. In Basel hatte einst die Fusionitis angefangen, mit dem Zusammenschluss von Basler Nachrichten und National-Zeitung. In St. Gallen und Luzern kamen die analogen Prozesse in Gang. Wo man sich diesem verweigerte, starben die Zeitungen im Alleingang – wie La Suisse in Genf. Nach dem Einmarsch der Zürcher in der Hauptstadt ist auch das künstliche Berner Modell obsolet. Paradoxerweise bleibt Basel, wo alles begonnen hatte, die letzte Bastion, die Widerstand leistet. Aber allzu absurd erscheint die Vision einer gemeinsamen Mantelzeitung an Limmat, Aare und Rhein gar nicht zu sein.
Die Zürcher Hegemonie beendet den Föderalismus der Zeitungen. Der Kulturkampf und die Zeit, als die Verleger auch Chefredaktoren und Nationalräte waren, sind vorbei. Und der Kalte Krieg zu Ende. Ob die laufende Konzentration besser ist, bleibe dahingestellt.
Wie auch immer: letztlich ist sie nur ein Nachbeben. Die inländische Monopolstellung, die der Tages-Anzeiger aufbaut, hat mehr mit den Gratiszeitungen zu tun – die ihn und den Blick am meisten bedrohten. Sie provozierten das Erdbeben in der Presselandschaft. General Kall reagierte militärisch: Sein Feldzug gegen 20 Minuten – das Blatt musste kapitulieren und wurde übernommen – bleibt das Gründungsereignis unserer publizistischen Gegenwart. Der Big Bang der neuen Zeitungsszene.
Der Tages-Anzeiger führte und gewann die Mutter aller Schlachten. Der Sieg hat ihn weder besser noch innovativer gemacht. Aber selbstbewusster und aggressiver. Nach dem neuerlichen Sieg im Eroberungsfeldzug hat Martin Kall in seiner vagen Strategie möglicher Synergien eine Priorität genannt: Gratiszeitung. Wenn im Herbst die Konkurrenz die geplante neue Gratiszeitung mit Postzustellung herausbringt, kann das für Kall nur heissen: gratis am Sonntag frei Haus.
Jürg Altwegg ist Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen in Genf.

Facts kommt wohl als Nächstes dran

Magazine Wenn Cash nun das Zeitliche segnet, ist auch das Ende von Facts nicht fern: Die Einnahmen des Tamedia-Titels sind auf ähnlich tiefem Niveau.

Magazine Wenn Cash nun das Zeitliche segnet, ist auch das Ende von Facts nicht fern: Die Einnahmen des Tamedia-Titels sind auf ähnlich tiefem Niveau.Seit einigen Tagen ist es klar: Cash schreibt schon seit fünf Jahren rote Zahlen. Ein Blick in die VSW-Statistik zeigt: Im Jahr 2002 wies das Wochenblatt 1246 Inserateseiten aus, von da an wurde es prekär. In den letzten zwei Jahren schien sich die Inserateerosion zwar abzuschwächen – doch im ersten Drittel dieses Jahres verlor der Titel dann doch in ähnlichem Ausmass (–20 Prozent) wie in den Jahren zuvor. Die Lancierung von Cash Daily, das mit derzeit rund zwei Seiten pro Ausgabe keinesfalls glänzt, hat diese Entwicklung noch akzentuiert. Auch wenn die heutigen Zahlen der VSW-Statistik mit jenen vor 2004 nicht verglichen werden können: Das Inseratevolumen von Cash hat seit 2000 um rund 70 Prozent abgenommen. Kein anderer Wirtschafts- oder Newstitel in der Deutschschweiz hat ähnlich gelitten. Stocks, das in absoluten Zahlen ein geringeres Volumen aufweist, kommt dank vierzehntäglichem Erscheinungsrhythmus auf immerhin 18,5 Anzeigenseiten (Cash: 10).Während das Ende von Cash trotz deutlicher Entwicklung im Werbemarkt überraschend kam, wird er bei Facts schon länger erwartet. Tatsächlich steht Facts, das als Wochenmagazin eine ähnliche Kostenstruktur aufweisen dürfte wie Cash, in absoluten Zahlen und auch betreffend der prozentualen Entwicklung nur wenig besser da als das Ringier-Blatt – trotz höherer Reichweite. Aufgrund von Ringiers Angaben zu Cash lässt sich schliessen, dass das Heft von Tamedia wohl spätestens seit 2002 ebenfalls in den roten Zahlen ist. Die aktuell 14 Anzeigenseiten pro Ausgabe lassen geradezu einen Stopp für die nächsten Wochen erwarten. Kein Wunder, dass derzeit Spekulationen ins Kraut schiessen, so etwa die Vermutung, Facts könnte zur Beilage des deutschen Spiegel werden. Dazu Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer: «Es haben Gespräche zwischen uns und dem Spiegel stattgefunden. Ein definitiver Entscheid steht aber noch aus.» Was wohl heisst, dass man sich eine Kooperation mit dem Spiegel als Notausgang offen hält.
Vorerst aber setzt Tamedia noch alle Hoffnungen auf den Relaunch vom Mai 2006, zumal sich die Facts-Leserzahlen in den letzten zwei Jahren stabilisierten. Die Strategie mit Facts erklärt Zimmer so: «Zuerst investierten wir in gute neue Leute und in die Redaktion, was sich nun positiv auf die Leserzahlen auswirken muss. Danach muss das Werbeaufkommen weiter anziehen.» Das lässt erahnen, dass im Herbst die Frist für Facts abläuft: Alles hängt von der Mach Basic 2007-2 ab. Diese wird erstmals aufzeigen, wie sich der Relaunch auf die Reichweitenzahlen auswirkte. Offenbar ist die Entwicklung positiv, sonst würde Tamedia kaum zuwarten. Da zudem bald Cash wegfällt und somit ein Titel weniger am Werbekuchen knabbert, hofft man an der Zürcher Werdstrasse erst recht auf ein wachsendes Facts-Anzeigenvolumen.
Übrigens: Die Weltwoche steht punkto Inserate ähnlich schlecht da wie Facts. Es dürfte kaum reichen. Auch die Finanz und Wirtschaft hält sich mit derzeit 20 Anzeigenseiten pro Ausgabe wohl nur knapp über Wasser. Besser geht es der Handelszeitung (26 Seiten) und – trotz Reichweitenverlust – auch der Bilanz (35 Seiten).
Markus Knöpfli

Schweizer Agenturen auf der Shortlist für Die Klappe

Die Jury des Werbefilmfestivals Die Klappe hat die Shortlist festgelegt. Aus der Schweiz schafften es drei Agenturen je einmal unter die Nominierten, eine Agentur heimste gleich vier Plätze auf der Shortlist ein.

Das Werbefilmfestival Die Klappe findet nach einem Jahr Pause 2007 wieder statt. Der deutsche Kommunikationsverband als Veranstalter will den neu aufgelegten Werbefilm-Wettbewerb «zur internationalen Benchmark» machen. Nun hat die Jury die Shortlist festgelegt. Unter 438 Einreichungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden die 99 Nominierten ausgewählt. Aus der Schweiz schafften es drei Agenturen je einmal auf die Shortlist: Jung von Matt/Limmat für BMW, Spillmann/Felser/Leo Burnet für Mammut und Publicis für das Schauspielhaus. Die Walker Werbeagentur konnte gleich vier Nominationen für Fleurop verbuchen.

Breitseite für Anzeigen

Kundenzeitschriften Schneider Berthoud dramatisiert die Breitenwirkung der Coop-Presse auch medial.

Kundenzeitschriften Schneider Berthoud dramatisiert die Breitenwirkung der Coop-Presse auch medial.Die Coop-Presse ist auf hohem Niveau stark und erreicht mehr Leserinnen und Leser als jedes andere Printmedium in der Schweiz. Dies belegt die Mach-Basic-1-Studie vom März 2007. Die Gesamtleserschaft der Coop Presse beträgt 3304000 Menschen. Bei allen bedeutenden soziografischen Merkmalen ist sie die eindeutige Nr. 1. Auch was die Breitenwirkung betrifft, ist die Coop-Presse «das Mass aller Dinge», wie Schneider Berthoud meint. In der Werbung wird das mit einem bildhaften Augenzwinkern dramatisiert. Dabei wurde die Breitenwirkung auch medial wirkungsvoll inszeniert: mit einer ausklappbaren Anzeige im Innenteil der Fachpressetitel. Für die siebenteilige Anzeige musste sogar das Papierformat angepasst werden, was eine Herausforderung an Produktion und Technik darstellte.
Andreas Panzeri

Ein Fang, der Spass macht

Lebensmittel Die Zürcher Werbeagentur Reinhold verleiht dem Lebensmittelgrossisten Bianchi neue Frische.

Lebensmittel Die Zürcher Werbeagentur Reinhold verleiht dem Lebensmittelgrossisten Bianchi neue Frische. Mit dem Neukunden Bianchi und ihren bisherigen Budgets für Malbuner, Annemarie Wildeisens Kochen, Rivella und den Verlag Gourmedia mit den Magazinen «Zürich», «Basel» und «Tessin geht aus» positioniert sich die Agentur Reinhold «langsam, aber sicher in die Genussecke der Schweiz», wie Reini Weber genüsslich feststellt. Aus dem von Giuseppe Bianchi 1881 im Zürcher Niederdorf gegründeten Comestibles-Laden Bianchi ist über vier Generationen hinweg die heutige G. Bianchi AG geworden, die vom Hauptsitz in Zufikon AG aus die Schweiz mit Qualitätsprodukten verwöhnt. Kaum ein Spitzenkoch, den Bianchi nicht beliefert.
Bianchi, heute ganz gross im Lebensmittelgrosshandel, beliefert Restaurants, Hotels und Grossverbraucher mit über 3000 Artikeln von Spitzenqualität: Fisch, Krustentieren, Muscheln, Wild, Fleisch, Geflügel und vielem «meer».
Nun möchte die G. Bianchi AG künftig ihrer Marktbedeutung entsprechend auftreten und hat deshalb die Werbeagentur Reinhold damit beauftragt, einen neuen Gesamtauftritt zu entwickeln: Logo, Corporate Design, Verkaufsliteratur, Website sowie PR-, Promotions- und Werbemassnahmen.
Der neue Bianchi-Slogan, der ab sofort immer beim grafisch aufgefrischten Firmenlogo stehen wird, heisst doppelsinnig witzig: «Bianchi. Hier riechts nach frisch.»
Eine erste Anzeige ist in dem soeben in der dritten Auflage präsentierten Magazinbestseller «Zürich geht aus» erschienen. Das Sujet zeigt über vier Seiten hinweg Porträts von Bianchi-Leuten. Diese sind von Federico Naef fotografiert worden und sollen für zweierlei stehen: «Für Frische. Und für Spass an ihrem Beruf», wie Berater Marco Schönenberger das Konzept der Kampagne erklärt.
Für die Freunde einer guten Fischküche war in den vergangenen Tagen auch bekannt geworden, dass Bianchi und Bindella in Zürich im November zusammen das Restaurant Bianchi eröffnen werden. «Eine richtig gute Fisch- und Seafoodbeiz gibts in Zürich bisher ja nicht», freut sich Gourmet Reini Weber.   
 
Andreas Panzeri

Schweizer Team holt Bronze am «best YET»

Ein Schweizer Team hat in Paris am europäischen Nachwuchswettbewerb «best YET – best Young European Team» den dritten Platz erreicht: Isabelle Hauser (Advico Young & Rubicam) und Iris Alder (Jung von Matt/Limmat) konnten die Bronzemedaille einsacken.

Ein Schweizer Team hat in Paris am europäischen Nachwuchswettbewerb «best YET – best Young European Team» den dritten Platz erreicht: Isabelle Hauser (Advico Young & Rubicam) und Iris Alder (Jung von Matt/Limmat) konnten die Bronzemedaille einsacken. Beim diesjährigen Wettbewerb wurde die beste Anzeige für ein im Auftrag von Renault neu einzuführendes Öko-Label namens Eco2 gesucht. 36 junge Kreative aus insgesamt neun europäischen Ländern stellten sich dem anspruchsvollen Briefing. Neben Hauser und Alder vertraten Martin Arnold (Felser/Spillmann/Leo Burnett) und Beni Haslimeier (Wirz) die Schweiz. Die Nachwuchstalente waren Sieger der Gattungsmarketing-Kampagne «Das kann nur ein Inserat» vom Verband Schweizer Presse. Sie wurden von der Publimedia nach Paris eingeladen. Luigi Del Medico, freischaffender Creative Director, nahm für die Schweiz in der Jury Einsitz. Ins Leben gerufen wurde dieser Wettbewerb von führenden europäischen Vermarktungsorganisationen der Tagespresse, wie es in einem Communiqué heisst. Seit letztem Jahr ist auch die Schweiz mit Publimedia als Partner und Hauptsponsor zusammen mit dem Verband Schweizer Presse bei «best YET» dabei. Die Siegerarbeit, das Briefing, die Juroren und alle Bilder sind jetzt zu finden auf www.bestyet.ch.
Lesen Sie mehr über «best YET» in der Werbewoche Nr. 22/2007:
Die Schweizer mischen vorne mit
 

Foto: Das Schweizer Team: v.l.n.r. Beni Haslimeier, Isabelle Hauser, Iris Alder und Martin Arnold

Mister Vielseitig

Claude Hitz von Ergo Communication sieht als neuer ASW-Präsident gute Zeiten für inhabergeführte Agenturen.

Claude Hitz von Ergo Communication sieht als neuer ASW-Präsident gute Zeiten für inhabergeführte Agenturen. Er sieht sich nicht als Vereinsmeier. Aber von der Notwendigkeit dieses Verbandes ist er überzeugt. Seit fünf Jahren wirkt Claude Hitz im Vorstand der Allianz Schweizer Werbeagenturen mit. «Die Kontakte, Weiterbildungen und Tools der ASW haben mir beim Aufbau meiner eigenen Agentur wertvolle Hilfe geleistet», meint der Inhaber von Ergo. Deshalb war es für ihn nicht nur eine Ehre, sondern auch eine sinnvolle Herausforderung, als er sich nun Ende Mai zum Präsidenten wählen liess. Andy Ruf amtiert seither als Past President, Michael Waldvogel ist neuer Vize. Das Trio will in der kommenden Amtszeit die berufliche Basis von rund 80 ASW-Mitgliedern in die richtigen Wege leiten.«Glück ist oft nur eine Definition der Sichtweise.» Das hat Claude Hitz bei seinen Reisen in verschiedene fremde Kulturen gelernt. Mit dieser Lebensphilosophie hätte auch seine Karriere in verschiedene Richtungen zum Glück führen können. Der neue Präsident der ASW war auch schon mal preisgekrönter Comiczeichner. Später hätte er sein Glück fast in einer Werbeagentur in München gefunden. Sein eigenes Geschäft in Zürich beschäftigte in stürmischen Zeiten einmal zehn Leute. Heute definiert Hitz mit einer neuen Sichtweise vier feste Mitarbeiter und einen ausgewiesenen Stamm von Freelancern als «eine ideale Grösse».
Ergo nennt sich die Agentur beim Zürcher Schaffhauserplatz. Der Name leitet sich von René Descartes ab. Der französische Philosoph hat bereits 1641 mit dem Satz «cogito ergo sum» – «ich denke, also bin ich» – eine Grundwahrheit der menschlichen Erkenntnis formuliert. Zwar will Hitz diesen weltberühmten Satz als Branding seiner Agentur nicht nur hochstehend philosophisch verstanden wissen, dennoch sieht er sich mehr beim Geist und weniger bei den Marktschreiern angesiedelt. In die Neuzeit übertragen steht «Ergo» für Hitz heute als Bindeglied – das «Also» zwischen Erkenntnis und Idee und damit auch die Verbindung zwischen Auftrag und Ausführung mit den – ergo – richtigen Leuten.
Diese arbeiten für Kunden wie Biomed, Solida-Versicherungen, die CruiseCenter-Gruppe oder Robert Bosch. Für dieses Unternehmen aus der Werkzeugbranche hat Ergo die Neukonzeption von 8000 verschiedenen Verpackungen im Zubehörbereich sowie verschiedene Kommunikationsmassnahmen gestaltet und realisiert. Der Grossauftrag «hat der Agentur wirtschaftlich zum Durchbruch verholfen». Andere wichtige Kunden waren die FDP Schweiz, die sich 1998 mit Hilfe von Ergo nicht nur ein neues Logo geben liess, sondern auch ihr neues Programm unter dem damaligen Präsidenten Steinegger  kommunikativ begleiten liess. Für Economiesuisse hat Ergo mehrere grosse Kampagnen wie die AHV-Vorlagen oder die Steuerinitiative betreut. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums arbeitete Ergo auch für die Alternative Bank, immer wieder für NGO wie Greenpeace oder WWF sowie zum Beispiel für die Behinderteninitiative.
So viel Vielfältigkeit lässt bei Claude Hitz auch auf einen nicht nur gradlinigen Ausbildungsweg schliessen. Schon als Kind habe er gerne und gut gezeichnet, erinnert sich Hitz. Er startete mit einer Lehre als Grafiker bei der damaligen Werbeagentur Looser, kurz bevor diese von Publicis übernommen wurde. Dort hat er das ganze Spektrum von Kampagnen bis Design kennen gelernt und arbeitete mit an den ersten Swatch-Budgets.
In all dieser Zeit hat Hitz nebenbei viele Comics gezeichnet: für das Tagblatt der Stadt Zürich, den Züritipp und die Weltwoche. Für eine seiner Comicgeschichten gewann er in der Romandie einen Preis.
Während einer weiteren Phase als Junior Art Director bei der Agentur Wirz schloss Hitz die Kreativschule ab. Das war für ihn ein Impuls, noch einmal neue Erfahrungen im Ausland sammeln zu wollen. «Leider klappte es mit der Arbeitsbewilligung in München nicht», bedauert er heute. Ohne allerdings sicher zu sein, dass sein Weg in München wirklich glücklicher – im Sinne der oben zitierten Sichtweise – verlaufen wäre. In die Schweiz zurückgeschickt, gründete er – aus diesem Loch heraus und «vogelfrei» – zusammen mit zwei Freunden Ergo. Der Rest ist eine bereits zwölfjährige Erfolgsgeschichte.
Zwar dauerte es noch eine Zeit, bis Ergo unter eigenem Namen bekannt werden konnte. In der Aufbauphase übernahm man viele Freelance-Jobs für Agenturen wie Euro RSCG, Matter Leo Burnett, Benker und Steiner oder auch WHS. «Wir waren angesagte Freelancer. Mussten aber natürlich anonym bleiben. Bis wir dank dem Grossauftrag für Bosch endlich Werbung für uns machen konnten», erzählt Hitz – der dank der eigenen Geschichte natürlich alle Sorgen, Nöte und Freuden heutiger mittlerer und kleiner Agenturen kennt, die den Kern der ASW bilden.
In diesem Verband will Hitz als neuer Präsident weiterhin an möglichst sinnvollen Tools für die ganze Branche arbeiten. Mit dem Werbeleistungsvertrag hat die ASW bereits einen Branchenstandard geschaffen, der die vertragliche Basis der Zusammenarbeit zwischen Werbeauftraggebern und Kommunikationsagenturen «in jeder Hinsicht umfassend und fair regelt». Immer mehr zum Spielen kommt auch die 2006 lancierte Idee ASW Media. Mit dieser hat die ASW zusammen mit der M&M-Mediaagentur eine unabhängige, langfristige und enge Zusammenarbeit für die Planung und den Einkauf von Mediaraum vereinbart. Dank dieser Vereinbarung können ASW-Agenturen neu auf Basis eines jährlichen Einkaufsvolumens planen und von besseren Preisen profitieren.
Ein wichtiges Ziel für die angelaufene Präsidialzeit ist für Hitz das Anwerben von neuen Mitgliedern. Allerdings soll die ASW trotz ihrem Interesse an Wachstum – für noch mehr politischen Einfluss – weiterhin ein Qualitätslabel bleiben, das für Kunden einen gewissen Standard garantiert. Man will deshalb nicht jede «Küchentischagentur» aufnehmen, und Fullservice soll eine Bedingung bleiben. Der Verband zeigt sich aber offen für neue Entwicklungen. Die Grösse einer Agentur sei heute nicht mehr so wichtig, wenn immer mehr neue Disziplinen gefragt sind, die am besten von entsprechenden Spezialisten erbracht werden können. Auf der «Watchlist» der ASW hat Hitz deshalb einige Namen, mit denen der neue Präsident demnächst «intensiv das Gespräch suchen» möchte.   
 
Andreas Panzeri

PubliGroupe bricht mit Oetterli

Vermarkter Mit Bruno Oetterlis baldigem Abgang bei Radiotele hatten viele gerechnet. Aber nicht «per sofort».

Vermarkter Mit Bruno Oetterlis baldigem Abgang bei Radiotele hatten viele gerechnet. Aber nicht «per sofort».Das PubliGroupe-Communiqué vom 5. Juni suggeriert eine Trennung in Minne. Doch ein Widerspruch macht stutzig. Bruno Oetterlis Rücktritt sei «seit einem Jahr geplant», heisst es. Trotzdem wird noch ein Nachfolger gesucht. Christian Gartmann, in der PubliGroupe-Konzernleitung zuständig für elektronische, digitale, interaktive Medien, übernimmt die Radiotele-Geschäftsführung nur «ad interim».Das weist auf einen Konflikt hin zwischen dem altgedienten Oetterli und seinem jüngeren Vorgesetzten Gartmann. Hinter vorgehaltener Hand wird dies PubliGroupe-intern bestätigt. Oetterli selbst ist nicht erreichbar. Und Gartmann dementiert: «Wir konnten immer konstruktiv zusammen sprechen.» Dass die Nachfolge noch nicht geregelt sei, habe mit dem Umbruch in der Medienbranche und mit dem hektischen Tagesgeschäft zu tun. «Ich werde die Nachfolgeregelung nun aber offensiv an die Hand nehmen», sagt er.
Wie aber geht es bei Radiotele weiter? Seit der Übernahme durch PubliGroupe und spätestens als der Swiss Radio Pool (SRP) und das Tele Romandie Combi der SRG-Vermarkterin Publisuisse das Vermarktungsmandat übertrugen, machte sich im Radiotele-Team Frust breit. Nach Oetterlis Abgang dürfte das Stimmungsbarometer noch mehr sinken. Gartmann widerspricht: «Das ist Spekulation. Unsere Crew ist hoch motiviert. Ich sehe die Leute jeden Tag und habe genug Führungserfahrung, um dies beurteilen zu können.»
Etwas Weiteres drückt auf die Stimmung: Die Radiowerbung ist insgesamt rückläufig, doch Konkurrentin IP Multimedia vermeldete im letzten halben Jahr stetig steigende Umsätze. Und Radiotele? Gartmann will aus Rücksicht auf die börsenkotierte PubliGroupe keine Halbjahrestrends angeben. Eines aber hält er fest: «Seit der Wahl von Publisuisse als SRP-Vermarkterin ist der Werbemarkt verunsichert. Einige Kunden haben ihre Radiobudgets gekürzt oder in andere Medien abgezügelt.»
Und noch ein Ungemach droht: Das Tele News Combi (TNC), das Radiotele und Publisuisse gemeinsam vermarkten, könnte per Ende Jahr gekündigt und hernach Publisuisse das Mandat allein übertragen werden – ähnlich wie bei SRP und Tele Romandie Combi. In der Branche hielt man dieses Szenario bisher für möglich, nach Oetterlis Abgang gilt es nun als wahrscheinlich. Gartmann sieht dies anders: «Bruno Oetterli war zwar unbestreitbar eine Integrationsfigur, doch es war unsere hervorragende TV-Crew, die bisher zwei Drittel des TNC-Umsatzes brachte. Publisuisse generierte nur fünf Prozent.» Den TNC-Mitgliedern sei dies wohl bekannt. «Ich gehe deshalb nicht von einer erhöhten Kündigungsgefahr aus.» Demnächst werde er sich aber mit den TNC-Partnern zusammensetzen.
Markus Knöpfli

Andere wollen Cash machen

Wirtschaftspresse Am selben Tag, an dem Ringier das Cash-Aus kommunizierte, lancierte Tamedia prompt ein neues Angebot: «Neu: Täglich eine Seite Derivate und Strukturierte Produkte im Wirtschaftsbund des Tages-Anzeigers», lautete die Headline des mytamedia-Newsletters.

Wirtschaftspresse Am selben Tag, an dem Ringier das Cash-Aus kommunizierte, lancierte Tamedia prompt ein neues Angebot: «Neu: Täglich eine Seite Derivate und Strukturierte Produkte im Wirtschaftsbund des Tages-Anzeigers», lautete die Headline des mytamedia-Newsletters. Demnach weitet der Tagi seit dem 1. Juni 2007 die Berichterstattung über das Geschehen an den Finanzmärkten um täglich eine vierte Börsenseite aus. Selbstredend hat es jeweils auch Platz für zwei halbseitige Inserate. 
Dahinter nun ein aasgeierähnliches Marketingverhalten zu vermuten, wäre unfair. Denn Tamedia hatte dasselbe Mail bereits zwei Tage vor dem Cash-Aus ein erstes Mal verschickt – dummerweise ohne funktionierende Links zu den ausführlichen Infos. Deshalb entschied man sich für einen zweiten Versand. Dass dieser kurz nach dem Cash-Aus erfolgte, ist reiner Zufall.
Das Cash-Ende bringt auch andern Titeln etwas Entspannung an der Werbefront – sie könnten profitieren. Bei Facts und Weltwoche dürften jedoch Hopfen und Malz verloren sein.

Poster auf Bundeshausfront wirbt für Tellvetia

Die Berner Kommunikationsagentur Nothing from outer Space hat ein Plakat für Tellvetia auf einer der prominentesten Werbeflächen der Schweiz realisiert: der Frontseite des Bundeshauses. Tellvetia will ein jüngeres Publikum für Politik begeistern.

Die Berner Kommunikationsagentur Nothing from outer Space hat ein Plakat für Tellvetia auf einer der prominentesten Werbeflächen der Schweiz realisiert: der Frontseite des Bundeshauses. Tellvetia ist die Flash-Präsentation, mit der die Parlamentsdienste ein jüngeres Publikum für die eidgenössischen Wahlen im Oktober 2007 sensibilisieren wollen. Sowohl die Flash-Applikation als auch das Poster wurden von Nothing entwickelt. Figuren und Szene stammen aus Tellvetia und wurden hochauflösend gerendert. Gedruckt wurde das Riesenposter im Umfang von 16 x 12,5 Meter von der Firma Lettra Design.

Neuer Anzeigenleiter für Südostschweiz Gesamtausgabe

Roberto Blank übernimmt per 15. Juni 2007 als Mitglied der Geschäftsleitung die Verantwortung für die Südostschweiz Gesamtausgabe und den nationalen Verkauf bei der Südostschweiz Publicitas.

Roberto Blank übernimmt per 15. Juni 2007 als Mitglied der Geschäftsleitung die Verantwortung für die Südostschweiz Gesamtausgabe und den nationalen Verkauf bei der Südostschweiz Publicitas AG. Der 46-Jährige tritt die Nachfolge von Karin Waltenspühl an. Roberto Blank war zuletzt bei Ringier als Verkaufsleiter der Abendzeitung Heute tätig. In den Jahren zuvor arbeitete Blank unter anderem als Key Account Manager für die Mittelland-Zeitung, die NZZ und die Weltwoche. Die Südostschweiz Publicitas AG prüft im Zusammenhang mit der Neubesetzung der Anzeigenleitung ausserdem die Eröffnung einer Aussenstelle in Zürich.
get_footer();