NZZ verbietet NLZ Zusammenarbeit mit Wanner

Die Neue Luzerner Zeitung (NLZ) wollte sich an der Sonntagsausgabe der Mittelland Zeitung beteiligen, wurde aber von ihrer Mehrheitsaktionärin, der NZZ, zurückgepfiffen. Das Zürcher Verlagshaus will die NLZ für ihre eigenen Sonntagspläne einspannen.

Die Neue Luzerner Zeitung (NLZ) wollte sich an der Sonntagsausgabe der Mittelland Zeitung beteiligen, wurde aber von ihrer Mehrheitsaktionärin, der NZZ, zurückgepfiffen. Das berichtet Cash Daily am Donnerstag. Mittelland Zeitungs-Verleger Peter Wanner ist gemäss dem Bericht auf der Suche nach Partnern für die Sonntagsausgabe bereits in Bern, Basel und Luzern vorstellig geworden. Das mochte die Herausgeberin AZ Medien Gruppe gegenüber der Werbewoche weder bestätigen noch dementieren. Eva Keller, Leiterin Unternehmenskommunikation, sagte lediglich: «Wir kommentieren keine Gerüchte.» Die NLZ habe der
Mittelland Zeitung abgesagt, weil die NZZ ihr Veto eingelegt habe, schreibt Cash Daily weiter. Das Zürcher Verlagshaus besitzt über die Freie Presse Holding 51 Prozent der NLZ. Grund für das Nein der NZZ sei die geplante Regionalisierung der NZZ am Sonntag, die mit Hilfe der NLZ und des St. Galler Tagblatts geschehen solle. Man wolle so 30’000 neue Abonnenten gewinnen.

Schnell geschaltet in der Weltwoche

Die Weltwoche hat in den letzten Wochen einen krassen Fall aus dem Zürcher Sozialamt aufgedeckt, der viel zu reden gegeben hat: Eine Sozialhilfe-Empfängerin fuhr erst einen luxuriösen deutschen Offroader im Wert von über 100'000 Franken, später dann einen teuren deutschen Sportflitzer.

Die Weltwoche hat in den letzten Wochen einen krassen Fall aus dem Zürcher Sozialamt aufgedeckt, der viel zu reden gegeben hat: Eine Sozialhilfe-Empfängerin fuhr erst einen luxuriösen deutschen Offroader im Wert von über 100’000 Franken, später dann einen teuren deutschen Sportflitzer.  
Gemäss Medienmitteilung von Ruf Lanz inspirierte die Weltwoche-Lektüre Markus Ruf zu einer spontanen und pointierten Hyundai-Replik. Denn Hyundai hat in seiner Modellpalette sowohl einen luxuriösen Offroader Santa Fe wie auch einen schnittigen Sportflitzer. Beide sind preisgünstig und damit auch für Leute erschwinglich, die ihre Autos nicht vom Sozialamt bezahlt bekommen. Die Anzeige ist im Panoramaformat in der aktuellen Weltwoche zu sehen.

Advico Young & Rubicam veröffentlicht Marken-Studie

Top oder Flop? Welche Marken in der Schweiz sich der grössten Beliebtheit erfreuen, zeigt die neue Studie von Advico Young & Rubicam.

Die Brand Asset Valuator-Studie (BAV) von AY&R zu den wichtigsten Marken hierzulande ist erschienen. In der Schweiz sind Traditionsmarken hoch im Kurs, Luxusmarken sind am aufkommen und nur vier ausländische Marken sind in den Top 20 vertreten.Laut AY&R-Pressemitteilung geht aus der Studie von Advico Young & Rubicam hervor, dass sich die stärksten einheimischen Marken durch Genuss und Qualitätsmerkmale auszeichnen. Zirkus Knie und Migros erfreuen sich stets grosser Beliebtheit. Veränderungen der Vorlieben seien aber auch zu beobachten: Ehemalige Kultmarken Swatch und Nutella wurden beide von den Neueinsteigern M-Budget und der Post verdrängt.
Käse ist in der Schweiz besonders beliebt, so befinden sich gleich vier Käsemarken unter den 20 wichtigsten Marken im Land. Nebst Appenzeller Käse, Emmentaler, Gruyère und Tilsiter gehören andere traditionelle Lebensmittel-Marken zu den Top 20, nämlich Ovomaltine, Ragusa, Ricola, Rivella, Sugus, Thomy, Toblerone und Zweifel. Nur vier ausländische Marken schafften es in die Rangliste: Coca-Cola, Lego, Nivea und Ikea.
Gemäss AY&R deuten die Ergebnisse auf eine Rückkehr des Selbstvertrauens. Die Konsumentenstimmung zeige erstmals seit 9/11 und Swissair-Grounding deutlich nach oben, eine Mehrheit der Schweizer glaubt an eine rosige wirtschaftliche Zukunft und Luxusmarken in den Kategorien Uhren, Schmuck, Autos, Mode und Design hätten an Bedeutung gewonnen.
Die Studie wird von der Zürcher Werbeagentur Advico Young & Rubicam herausgegeben. Sie erscheint alle zwei Jahre.

Fussball-Fanzine Zwölf

Seit dem 22. Mai schmückt ein neues Fussball-Magazin namens Zwölf die Kiosk-Regale. Das Heft ist von Fans für Fans gemacht und behandelt Fussballkultur und alles, was am Rande des Spielfeldes abläuft, im Gegensatz zu reinen Fakten und Zahlen.

Seit dem 22. Mai schmückt ein neues Fussball-Magazin namens Zwölf die Kiosk-Regale. Das Heft ist von Fans für Fans gemacht und behandelt Fussballkultur und alles, was am Rande des Spielfeldes abläuft, im Gegensatz zu reinen Fakten und Zahlen.Zwölf heisst das neue Fussball-Fanzine, «weil elf manchmal nicht reichen», wie es in der Pressemitteilung steht. Rund 70 Journalisten, Medienprofis und leidenschaftliche Fussballfans aus der ganzen Schweiz beteiligen sich am nicht-kommerziellen Projekt. Wer sich nur für Tabellen und Laktatwerte seiner Idole interessiert, ist bei Zwölf falsch, denn solche Informationen gibt es im Internet zum Abrufen. Dem Fanzine geht es vielmehr um die Fussballkultur, um das Geschehen am Rande des Spielfeldes und um die Fans.
Das finanzielle Dach bildet der eigens zu diesem Zweck gegründete «Verein für Fussballkultur». Mit einer Startauflage von 5’000 Exemplaren und einer zweimonatlichen Erscheinungsweise fängt Zwölf klein an, hat aber in Zukunft Grosses vor. Nach dem Motto «Unabhängigkeit statt Verlag» wird jeder erwirtschaftete Franken direkt wieder ins Heft reinvestiert. Im Hinblick auf die Euro 2008 steht Zwölf in engem Kontakt zu einem europäischen Netz unabhängiger Fussballmagazine. Gemeinsam mit dem österreichischen Pendant Ballersterer ist ein Sonderheft zur Euro 2008 in Planung.

Illegale Entschlüsselung von Pay-TV-Sendern gebüsst

Der TV-Verschlüsselungsspezialist Kudelski und der Der TV-Verschlüsselungsspezialist Kudelski und der Fernsehsender Premiere haben einen Prozess gegen einen Händler von illegalen Smartcards gewonnen. Diese Karten werden für die Entschlüsselung von Bezahlfernsehsendern benötigt.

Der TV-Verschlüsselungsspezialist Kudelski und der Fernsehsender Premiere haben einen Prozess gegen einen Händler von illegalen Smartcards gewonnen. Diese Karten werden für die Entschlüsselung von Bezahlfernsehsendern benötigt. Das Bezirksamt Brugg AG hat den Verkäufer von sechs solchen Smartcards zu einer Busse von 3000 Franken verurteilt. Die Kudelski Gruppe und Premiere hatten den Händler Ende 2005 beim Bezirksamt Brugg angezeigt. Die Geldstrafe sei eine klare Botschaft an Händler und allfällige Nutzer, «dass Fernsehpiraterie kein Kavaliersdelikt» sei, teilte Kudelski in einem Communiqué mit. Es komme immer wieder vor, dass Hacker solche Kartencodes knacken. Damit entgehen den Anbietern von Bezahlfernsehen Einnahmen.
Im Kanton Zug hatte ein Einzelrichter im März zwei Verkäufer von illegalen Smartcards mit Geldstrafen von je 2500 Franken gebüsst. Sie mussten ausserdem den widerrechtlich erlangten Gewinn von 20’000 Franken abliefern. Kläger war auch dort unter anderem Kudelski gewesen.

Die eidgenössischen Wahlen in die Welt tragen

Als «multimedial» und «interaktiv» wird die neue Wahlplattform von Swissinfo angepriesen. Das Angebot der Website ist mit Wahl-Specials und Wahl-Blog, der Wahlhilfe «Smartvote» oder der SRG-Wahlbörse angereichert und soll vor allem das Auslandschweizer-Publikum zur Teilnahme am politischen Leben der Eidgenossenschaft bewegen.

 Als «multimedial» und «interaktiv» wird die neue Wahlplattform von Swissinfo angepriesen. Das Angebot der Website ist mit Wahl-Specials und Wahl-Blog, der Wahlhilfe «Smartvote» oder der SRG-Wahlbörse angereichert und soll vor allem das Auslandschweizer-Publikum zur Teilnahme am politischen Leben der Eidgenossenschaft bewegen.  
Swissinfo hat den Auftrag, die Auslandschweizer mit Informationen über das politische Geschehen in der Heimat zu versorgen, deshalb unterscheide sich die Wahlberichterstattung markant von jener anderer Schweizer Medienangebote. In einer SDA-Meldung erläutert Swissinfo-Direktor Beat Witschi, dass die meisten Auslandschweizer Doppelbürger seien, und eine völlig andere Perspektive hätten. Es bestehe ein bedeutender Verständnisgraben, dem man bei Swissinfo nun nicht mehr nur mit journalistischen Angeboten entgegen treten will, sondern auch mit Wahlbarometern, Grafiken und Animationen. Referenzinformationen waren zuvor über die separate Site Swisspolitics.org abrufbar. Sie sind neu auf der Hauptseite von Swissinfo in den Landessprache sowie Englisch in der Rubrik «Politik» zu finden. Mit dem Wahl-Blog lädt Swissinfo die Auslandschweizer ein, aktiv über Anliegen, Wahl-Themen und Kandidaten zu debattieren, so die SDA. Ausgangspunkt der Diskussionen sind von der Redaktion vorgegebene Thesen zu unterschiedlichen Themen wie Integration oder Kriminalität. Spätestens anfangs September werden Live-Chats mit ausgewählten Kandidatinnen und Kandidatinnen hinzukommen, um den im Ausland lebenden Schweizern die Möglichkeit zu geben, mit den angehenden Volksvertretern direkt zu kommunizieren.

Assai steht für Flims online in die Hosen

Die Zürcher Agentur Assai entwickelt für Flims begleitend zur klassischen Kampagne eine Online-Kampagne. Anhand einer magischen Hose wird die Vielfalt der Sommerferienregion Flims unterstreichen.

Die Zürcher Agentur Assai entwickelt für Flims begleitend zur klassischen Kampagne eine Online-Kampagne. Das bestehende Sujet stammt von Fisch.Meier (siehe ). In der Kampagne steht eine magische Hose im Mittelpunkt, deren Hosenbeine immer kürzer werden, je tiefer ein Feriengast sich in die Ferienregion Flims begibt. Ziel der Online-Massnahmen ist es ebenso, die Vielfalt der Sommerferienregion Flims humorvoll zu unterstreichen. Die Kampagne spricht sowohl Familien, Wanderer, Biker als auch Kulturinteressierte an und macht sie mit den Pauschalangeboten in Flims vertraut. Dabei kommen Displaywerbung auf reichweitenstarken Schweizer Plattformen, eine internationale Suchmaschinenkampagne und E-Mail-Marketing zum Einsatz. Mittels Tracking-Mechanismen könne die Effizienz der Kampagne in Echtzeit gemessen werden, heisst es in einer Mitteilung von Assai. Unter anderem werde so auch der Umsatz über das Internet ausgewertet.

Laien werben für die Migros

Mode SFLB lässt die Migros-Mode von Touristen als Models präsentieren.

Mode SFLB lässt die Migros-Mode von Touristen als Models präsentieren.Für einmal sind die aktuellen Migros-Models keine Schweizerinnen und Schweizer, sondern Touristen, die dieses Jahr die Schweiz besucht haben. Für die Aufnahmen ist der Zürcher Fotograf Maurice Haas an bekannte touristische Schweizer Orte gereist und hat Touristen angefragt, ob sie für die Migros Modell stehen würden. Praktisch alle sagten spontan zu. Viele davon kannten sogar die Migros. Jetzt sind die Touristen mit der neuen Modebroschüre zu einem sehr ungewöhnlichen Souvenir gekommen. Die Kampagne zeigt einen Softwareingenieur aus Indien, einen Pilot aus Argentinien oder ein Serviceangestelltenpaar aus Thailand, eine Exporteurin aus Peru, eine kaufmännische Angestellte aus Ungarn, eine Hausfrau mit Kindern aus Spanien oder einen Mediaberater und eine Schneiderin aus Frankreich. Fotografiert wurden die Models in Zermatt, Luzern, am Rheinfall, beim Schloss Chillon und in Zürich. Andreas Panzeri

Denn das Gute liegt so nah

Discounter Vizner Borel stellt das dichte Filialnetz von Denner vor.

Discounter Vizner Borel stellt das dichte Filialnetz von Denner vor. Im Gegensatz zu einigen Mitbewerbern, bei denen man für seinen Grosseinkauf in die Ferne schweifen muss, um zu sparen, bietet Denner beste Qualität und den besten Preis in der ganzen Schweiz sehr nahe bei den Kunden an. Mit über 450 Filialen und mehr als 280 Satelliten kann der Discounter ein sehr dichtes Netz an Verkaufsstellen vorweisen. Die Läden sind so nah, «dass man nicht einmal seinen Wagen nehmen muss», meint Vizner Borel. Die Agentur visualisiert das im neuen Spot mit Einkaufswagen, die den Kunden als «Ersatzautos» dienen. Ob in der City oder auf dem Land: Überall ist man mit seinem Trolley sofort bei Denner. Gedreht wurde aus praktischen Gründen am Tag der Arbeit: Mit mehr als 200 Komparsen, über 100 Crew-Mitgliedern, 200 Einkaufswagen – und das parallel an verschiedenen Drehorten.Andreas Panzeri

«Wir brauchen neue Marken»

Interview Das Wirtschaftsmagazin Cash geht ein. Thomas Trüb, bei Ringier Leiter Wirtschaftsmedien, erklärt Markus Knöpfli, warum er glaubt, beim Cash-Medienverbund auf Cash Weekly verzichten zu können.

Interview Das Wirtschaftsmagazin Cash geht ein. Thomas Trüb, bei Ringier Leiter Wirtschaftsmedien, erklärt Markus Knöpfli, warum er glaubt, beim Cash-Medienverbund auf Cash Weekly verzichten zu können. WW: Mit der Einstellung von Cash wird erstmals eine Bezahlzeitung direkt einer Gratiszeitung geopfert. Warum glauben Sie mehr an Cash Daily als an Cash?Thomas Trüb: Ich glaube, es geht hier nicht um den Gegensatz Bezahl- und Gratisblatt, sondern um den von Tages- und Wochenzeitung. Ich bin überzeugt, dass insbesondere im Wirtschaftsbereich Real-Time-Informationen über digitale Kanäle (Internet, Mobile) gefragter sind als wöchentliche. Da die Leute, die sich Wirtschaftsinformationen reinziehen, bereits mehrere Kanäle nutzen, ist es Zeit, dass auch die Medienhäuser diese Anforderungen erfüllen.WW: Cash-TV, Cash-Talk, Cash Daily, Cash Mobile – diese Produkte hätten den Kern, das Wochenblatt Cash, stärken sollen. Nun wird ausgerechnet der Kern entzogen. Der Marke Cash fehlt doch nun das Rückgrat.Thomas Trüb: Ich teile diese Meinung überhaupt nicht. Denn die Marke Cash ist eine starke Marke. Diese bleibt erhalten, richtet sich aber neu aus.WW: Wirklich? Sie suchen doch noch einen Investor für Cash. Das zeigt, dass Sie nicht mehr so recht an die Marke glauben.Thomas Trüb: Wir warten auf keinen Investor und wir haben auch noch nie einen gesucht. Wir sind aber von Gesetzes wegen verpflichtet, der Personalkommission eine Woche lang Zeit zu geben, uns alternative Vorschläge zur Einstellung zu unterbreiten. Ich will dieser Frist nicht vorgreifen. Aber Cash steht selbstverständlich nicht zum Verkauf.WW: Zu hören ist, die Redaktion habe ein Konzept mit einem gemeinsamen Newsroom für Daily, Internet und Weekly, durfte es aber der Konzernleitung nicht vorstellen. Warum?Thomas Trüb: Wir haben alle möglichen Optionen geprüft, darunter auch die von Ihnen beschriebene. Wir sind aber zum Schluss gekommen, dass die konsequente Neuausrichtung die richtige Antwort ist.WW: Unter den Wirtschaftstiteln hat Cash am meisten Leser und am meisten Leader. Das geben Sie auf. Die Alternative heisst: nochmals bei null anfangen.Thomas Trüb: Ganz und gar nicht, wir bauen auf Cash Daily und unserer starken Internetplattform auf. Cash.ch ist die grösste unabhängige Wirtschaftsplattform der Schweiz, diese entwickeln wir weiter. Das zweite Standbein ist Cash Daily – mit einer verteilten Printauflage von rund 100 000 Exemplaren und mit 27 000 registrierten Livepaper-Usern. Cash-TV hat ferner knapp 200 000 Zuschauer pro Woche. Wir verzichten also nur auf unsere Print-Wochenreichweiten. Das sind zwar sehr gute Werte , die sich aber im Werbemarkt nicht umsetzen liessen.WW: Die 200000 gemessenen Zuschauer von Cash-TV lasse ich gelten. Aber alles andere sind doch einfach Spekulationen.Thomas Trüb: Halt, bei Cash.ch weist uns die Wemf 14 Millionen Page Impressions pro Monat aus, eine Verdoppelung innerhalb von 18 Monaten. Diese Zahlen sind hart. Beglaubigte Reichweiten für Cash Daily sind nächstes Jahr erhältlich, aber wir sehen, wie sich die Distribution positiv entwickelt.WW: Für Cash Daily lassen sich die Auflagenzahlen erst im Herbst 2008 ausweisen, die Reichweiten erhalten Sie frühestens im nächsten Frühling, für die Nutzung des E-Papers gibt es noch keine Messmöglichkeit, ebenso wenig bei Mobile. Kurz: Ohne die harten Werte von Cash Weekly investiert Ringier ins Blaue hinaus.Thomas Trüb: Der Bereich Livepaper und Mobile macht mir wenig Sorgen, denn das ist für mich ein Laboratorium. Es ist zwar ärgerlich, dass man es nicht ausweisen kann, aber die Wemf wird bestimmt in vernünftiger Zeit eine Messlösung haben. Dass wir uns bei den Printreichweiten an die üblichen Spielregeln halten müssen, ist auch normal. Für uns ist es wichtig, einen Trend zu sehen. Cash Daily hat sich bereits eine gute inhaltliche Akzeptanz erarbeitet – die ständig steigenden Vertriebszahlen untermauern dies.WW: Bisher haben das die Inserenten aber nicht geglaubt: Cash Daily dümpelt vor sich hin, die Erträge lassen auf sich warten.Thomas Trüb: Cash Daily hat sich in der Finanzindustrie innert kürzester Zeit eine sehr gute Akzeptanz erarbeitet und erhält dementsprechend Anzeigen. Im Konsumgüterbereich haben wir aber noch viel Arbeit vor uns. Wir mussten tatsächlich lernen, dass die Werbewirtschaft etwas konservativer ist, als sie sich selber sieht. Sie stürzt sich nicht wohlwollend auf neue Projekte, sondern will zuerst harte Fakten. Das müssen wir akzeptieren. Bei 20 Minuten war das auch so, bei Heute ist es dasselbe.WW: Aber bei Cash hat Ringier schon fünf Jahre lang das Defizit getragen – wie viel will man denn noch in diese Marke investieren?Thomas Trüb: Da muss man eben unterscheiden: Cash Daily ist als Multimediaverbund ein neues Projekt, das erst acht Monate alt ist. Da werden wir schon noch etwas Geduld zeigen.WW: Cash Daily soll bereits 4,5 Millionen Franken aufgelaufene Kosten generiert haben und dem Budget um das Dreifache hinterherhinken. Bestätigen Sie diese Zahlen?Thomas Trüb: Interne Zahlen publizieren wir nicht. Aber dass die Lancierung einer neuen Tageszeitung in der Schweiz nicht zum Nulltarif zu haben ist, ist doch wohl klar. Gerüchteweise soll ja im Herbst ein neues Projekt in der Schweiz lanciert werden, da spricht man von einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Franken an aufwärts … 
WW: Wie sieht der Businessplan ohne Cash Weekly aus?Thomas Trüb: Ich gehe davon aus, dass wir in drei bis vier Jahren in die Gewinnzone kommen.WW: Und das primär basierend auf Inseraten und etwas Onlinewerbung?Thomas Trüb: Wir gehen von einem sehr starken Werbewachstum im ganzen digitalen Bereich aus. In der Schweiz ist das zwar noch auf tiefem Niveau, trotzdem wächst der Markt jährlich um 30 bis 35 Prozent. Wir rechnen zudem damit, dass wir dank der Multimediastrategie nicht nur Anzeigenkunden gewinnen, sondern auch Partner für längerfristige Projekte.WW: Was mich dennoch wundert: Als Sie Cash Daily lancierten, wussten Sie ja, dass dies zunächst nur hohe Zusatzkosten verursachen würde. Trotzdem haben Sie nach nur acht Monaten das Doppelexperiment Cash Weekly/Cash Daily abgeblasen. Ziemlich mutlos, oder?Thomas Trüb: Halt. Das neue Projekt blasen wir nicht ab, sondern bauen es aus. Bei Cash Weekly, das längerfristig defizitär bleiben würde, standen wir aber vor der Frage, ob wir es uns neben Cash Daily noch leisten wollten. Wir entschieden uns für einen konsequenten Schritt und setzen nun das Geld dort ein, wo wir Zukunftsperspektiven sehen: in einem Multimediaverbund, analog jenem von Betty Bossi und Gesundheit Sprechstunde. Diese Verbünde haben im Haus Ringier oberste Priorität. Im Übrigen stehen nicht nur wir vor solchen Entscheiden, sondern alle Wochenzeitungen, denn es ist ja schon lange klar, dass die meisten Wochentitel ihren Zenit überschritten haben. WW: Sie gehen also davon aus, dass es andern Schweizer Wochentiteln ähnlich ergehen wird?Thomas Trüb: Das will ich nicht kommentieren. Aber die Medienlandschaft ist im Umbruch, es gibt eine simple Folge: Das Internet übernimmt immer mehr Funktionen der Tageszeitungen, diese müssen deshalb mehr von den Funktionen eines Wochentitels übernehmen, indem sie mehr Hintergrund und Analyse bringen. Und damit haben die Wochenzeitungen ein Problem. Hier kommt spätestens der Kampf um die Zeit der Konsumenten hinzu, die aus immer grösseren Angeboten auswählen können. Dieser Trend ist allgemein zu beobachten und nur die wenigsten Wochentitel werden sich ihm entziehen können.WW: Das Wirtschaftsmagazin Bilanz wählte vor zwei Jahren genau den umgekehrten Weg: Das Hauptblatt wurde gestärkt, viele Specials und anderes Drumherum wurden eingestellt. Mit Erfolg. Wäre dies keine Lösung für Cash gewesen?Thomas Trüb: Ich glaube nicht, dass wir das Hauptblatt geschwächt hatten, es war stark und auch mit genügend Budget ausgestattet, um guten Journalismus zu machen. Aber das grosse Problem ist der Anzeigenmarkt, auf dem wir gegen die grossen Reichweitentitel chancenlos sind. Die Bilanz hat eine etwas andere Ausgangslage, weil sie im Bereich Magazine angesiedelt ist und in der Schweiz quasi ein Monopol hat.WW: Cash hat seinerzeit die Wirtschaftsberichterstattung revolutioniert, doch jetzt hat der Mohr seine Schuldigkeit getan. Was sagen Sie zu dieser These?Thomas Trüb: Cash war eindeutig ein Pionier und hat die Wirtschaftsberichterstattung tatsächlich total neu interpretiert und so aufbereitet, dass sie zu einem spannenden Thema wurde. Selbstverständlich werden erfolgreiche Konzepte kopiert. Deshalb sind die Sonntagszeitungen und das Nachrichtenmagazin Facts im Bereich Wirtschaft heute eine Riesenkonkurrenz. Aber mit unserem Multimediakonzept für Cash Daily haben wir jetzt wieder eine Pionierrolle übernommen.WW: Wird es den Cash-Schwestertiteln in Osteuropa und Asien ähnlich ergehen wie der Schweizer Ausgabe?Thomas Trüb: Das Risiko besteht überall, auch wenn jetzt gerade keiner dieser Titel vor einem ähnlichen Problem steht. Sämtliche Schwestertitel von Cash schreiben schwarze Zahlen. Tatsache aber ist: Die Lebenszyklen von Zeitungen und Zeitschriften werden kürzer, nicht länger.WW: Cash hat seit 2001 Jahr für Jahr Inserate verloren. Mit der Lancierung von Cash Daily hat sich die Erosion des Werbevolumens im Mutterblatt eher noch akzentuiert. Bei Blick und Heute ist eine ähnliche Entwicklung feststellbar: hohe Zusatzkosten durch das Gratisblatt, aber kein Mehrvolumen. Dort geht die Rechnung also auch nicht auf.Thomas Trüb: Das ist eine sehr eigenwillige Interpretation. Der Blick hat eine eher ländliche und gesetzte Leserschaft. Ringier überlegte sich deshalb, wie die ganz junge Generation erreicht werden könne und ob dies nur mit bestehenden Marken möglich sei. Unsere Antwort: Nein, wir müssen neue Marken schaffen. Darum machten wir Heute als Abendzeitung für die junge, urbane Bevölkerung. Heute ist derzeit die Zeitung mit dem jüngsten Leserpublikum, wesentlich jünger noch als 20 Minuten. Also ist es zielgenau gelandet. Nun muss Heute zuerst harte Zahlen bringen, danach wird sich auch der Anzeigenmarkt entwickeln. Leider dauert dies länger, als wir gehofft haben. Aber es gelingt, da bin ich mir sicher, weil wir ein einzigartiges Zielpublikum abholen – und erst noch zu einer Zeit, zu der dies sonst niemand tut. Zudem wollen wir auch hier einen Medienverbund kreieren, mit Print, Online, Mobile und dank dem Kauf von Radio Energy auch mit Musik. Der Blick dagegen hat eine fast fünfzigjährige Geschichte und ist in dieser Zeit zu einer ausserordentlich starken Marke gewachsen. Nun wird er rundum erneuert und Sie dürfen gespannt sein, was uns der neue Blick in Zukunft so alles zu bieten hat.WW: In den letzten fünf Monaten haben Sie bei wesentlichen Entscheiden in der Schweiz mitgewirkt: beim Energy-Kauf und jetzt auch bei Cash. An sich hat Ringier in der Person von Thomas Landolt einen neuen Schweiz-Verantwortlichen. Geht es auf die Dauer gut, wenn Sie so stark im Schweizer Geschäft mitreden?Thomas Trüb: Ich bin ja im Geschäftsbereich Schweiz offiziell zuständig für Wirtschaftsmedien. Ich bewege mich also nicht ausserhalb der Organisation. Zudem erfolgten alle Entscheide in Absprache mit Herrn Landolt.WW: Was passiert mit Dirk Schütz, dem Cash-Chefredaktor?Thomas Trüb: Er ist weiter an Bord, um die Sache bis Ende Juni professionell durchzuziehen. Danach werden wir darüber sprechen, ob er weiterhin etwas im Haus Ringier machen oder ob er eine neue Herausforderung annehmen will.WW: Cash hat derzeit um die 45 000 zahlende Abonnenten. Damit stärken Sie nun Axel Springer. Wann verkauft Ringier auch noch die TV-Zeitschriften an Springer?Thomas Trüb: Keine Ahnung. Da bin ich total überfragt (lacht). 

Thomas TrübGeburtsdatum: 27. 8. 1952
Zivilstand: verheiratet, ein Sohn (20)
Wohnort: Luzern
WerdegangThomas Trüb absolvierte die Ringier-Journalistenschule, war bis 1977 beim Blick, wechselte dann zur Bilanz und wurde 1980 stellvertretender Chefredaktor der Luzerner Neusten Nachrichten. 1984 ging er zu Denner, wo er beim Konzept einer (nie erschienenen) Sonntagszeitung mithalf. Dann machte er sich selbstständig und entwarf das Konzept für Politik & Wirtschaft, später auch für das SonntagsBlatt. Danach unternahm er während eineinhalb Jahren private Reisen nach Asien und Amerika. 1988 kehrte Trüb zurück zu Ringier und begann mit der Entwicklung von Cash, das 1989 startete. Später baute er die Ringier-Verlagsaktvitäten in Osteuropa und Asien auf. Heute ist Trüb Mitglied der Konzernleitung, zuständig für Ringier Pacific, neue Medien, sowie in der Schweiz für den Bereich Wirtschaftsmedien.
Thomas Trüb zu Stichworten:
L’Hebdo
Hervorragend gemachtes Newsmagazin.
Markus Gisler
Hat als Cash-Chefredaktor einen tollen Job gemacht.
Gratiszeitungsprojekte von Sacha Wigdorovits und Tamedia
In Las Vegas startete letztes Wochenende die Pokerweltmeisterschaft. Hoher Einsatz – und nur einer kann gewinnen.

Gastro-Mekka

Gastronomie McCann Erickson hat ein geheimnisvoll exotisches Inserat für das Restaurant Arabesque in Zürich realisiert.

Gastronomie McCann Erickson hat ein geheimnisvoll exotisches Inserat für das Restaurant Arabesque in Zürich realisiert. Das Lokal verwöhnt seine Gäste mit Spezialitäten aus der Küche des Libanon sowie mit Darbietungen von Bauchtänzerinnen. Der Eyecatcher im Inserat bildet ein Teller, der zum arabischen Halbmond mutiert ist.

Zu guter Letzt: Markenschutz für Schoggi-Rentier

Lindt & Sprüngli erhält Markenschutz für ein in Goldfolie verpacktes Schokoladen-Rentier. Das hat das Bundesverwaltungsgericht beschlossen. Die gleiche Schutzmöglichkeit blieb dem Nikolaus des Schokoladeherstellers verwehrt.

Lindt & Sprüngli erhält Markenschutz für ein in Goldfolie verpacktes Schokoladen-Rentier. Der Konzern hatte das Schoggi-Tier 2004 als dreidimensionale Marke angemeldet. Das Institut für geistiges Eigentum erachtete die Form aber als nicht schutzfähig, da sie zu wenig unterscheidungskräftig sei. Lindt & Sprüngli brachte auf ihrem Produkt daraufhin zusätzlich den Schriftzug «Lindt» an. Das Gesuch um Markeneintragung wurde trotzdem zurückgewiesen. Der Schokoladehersteller gelangte darauf an das Bundesverwaltungsgericht. Es hat Lindt & Sprüngli nun Recht gegeben: Das Rentier wirke durch seine spezielle Kopfform, die Geweihbemalung, die überlegte Farb- und Stilwahl sowie den Schriftzug «Lindt» insgesamt unterscheidungskräftig.
Andere Hersteller könnten durch den Markenschutz zwar nicht daran gehindert werden, ebenfalls goldene Schoggi-Rentiere zu verkaufen. Werde dagegen auch die Farbkombination, die Zeichnung und der Schriftzug nachahmt, solle sich Lindt & Sprüngli dagegen wehren können.
Was dem Rentier nun gewährt wird, blieb seinem Herr und Meister verwehrt. Im März hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass dem goldenen Schoggi-Weihnachtsmann von Lindt & Sprüngli die Eintragung als Formmarke zu Recht verwehrt wurde.
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