SBB-Magazin Via wird neu aufgegleist

Peter Krebs, der bisherige Chefredaktor des SBB-Reisemagazins Via, geht von Bord, da er eine geplante Neugestaltung nicht mittragen will. Designierter neuer Chefredaktor ist Simon Bühler.

 Peter Krebs, der bisherige Chefredaktor des SBB-Reisemagazins Via, geht von Bord. Das Magazin wird künftig von der Kommunikationsagentur Infel hergestellt. Mit den Vorstellungen der Agentur zur Neugestaltung des Magazins mochte sich Krebs nicht anfreunden. «Ich habe auf meinen Posten verzichtet», bestätigte Krebs gegenüber der SDA einen Artikel des Tages-Anzeigers vom Mittwoch. Krebs wechselt zur VCS-Publikation Leonardo. Auch seine zwei Teilzeitmitarbeiter hören bei Via auf.
Der scheidende Chefredaktor hat das Magazin in den vergangenen zehn Jahren entwickelt und geprägt. Ihm zufolge soll das SBB-Kundenmagain «in Richtung einer oberflächlichen Werbepostille» verändert werden. Der Geist des Heftes und die bewährte Linie, die auf Qualität und Substanz gesetzt habe, würden dabei verlorengehen.
Paul Widmer, Stellvertretender Infel-Geschäftsleiter und Via-Projektleiter, sagte der SDA dagegen, dass es kein Neukonzept, sondern lediglich eine Auffrischung gebe. Grafisch werde nicht viel verändert, frischer würden vor allem die Bilder daherkommen.
Designierter neuer Chefredaktor sei Simon Bühler, der zuvor die Gastrozeitschrift Salz und Pfeffer geleitet habe, sagte Widmer.
Die Verträge zur Produktion von Via sind befristet und werden laut SBB-Sprecher Roland Binz in der Regel alle drei Jahre von der SBB öffentlich ausgeschrieben. Dies geschah zuletzt im Juni 2006. Im Dezember erhielt die Kommunikationsagentur Infel den Zuschlag. Der Vogt-Schild Verlag behält Druck und Logistik.

Champions League für Lokalwerber

Wettbewerb International Advertising CUP (ICAC) ist ein Anlass, bei dem Werbung à la «Coiffeur um die Ecke» ausgezeichnet wird.

Wettbewerb International Advertising CUP (ICAC) ist ein Anlass, bei dem Werbung à la «Coiffeur um die Ecke» ausgezeichnet wird. Das Konzept will es möglich machen, dass auch die lokale Kreativität, die ohne millionenschwere Mediabudgets auskommt, sich international messen kann. Die Champions League für Lokalwerber findet wie der America’s Cup in Valencia statt. Insgesamt werden im November 39 Trophäen verteilen. Promotet wird der Anlass mit einem T-Shirt.

Die Experimentierfreudige

Madeleine Linter ist Chief Corporate Development bei der Affichage und damit Anlaufstelle für alle zukunftsträchtigen Ideen rund ums Plakat.

Madeleine Linter ist Chief Corporate Development bei der Affichage und damit Anlaufstelle für alle zukunftsträchtigen Ideen rund ums Plakat. Die APG klebt seit über 100 Jahren erfolgreich Papier. Schaut man dabei, welche Entwicklungen in all diesen Jahren die Kommunikations- branche zum Teil völlig auf den Kopf gestellt haben, kann Madeleine Linter nur bewundernd staunen, wie beim Plakat «immer noch die gleichen USP wirksam sind». Da müsse man sich schon fragen: In welchem Zeitraum ist eine Innovation relevant? 
Bei der Affichage will man Innovationen zusammen mit den Anforderungen der Kunden pragmatisch angehen. Die einfache Frage lautet: Was passiert in den nächsten drei Jahren? Für die etwas kompliziertere Antwort hat die Affichage 2006 das Projekt Pi ins Leben gerufen. Dieser Thinktank ist nicht als Abteilung institutionalisiert, sondern «offen für alle, die sich gerne mit einer Idee profilieren wollen». Madeleine Linter ist für das Sammeln, Werten und schliesslich richtige Weiterleiten der Ideen zuständig.
 
Als Chief Corporate Development ist Linter für die ganze Gruppe verantwortlich und arbeitet dazu auf zwei verschiedenen Schienen. Neben dem Projekt Pi berät sie die Holding auch noch bei der Ausdehnung ins Ausland. Die Affichage hat bereits verschiedene Firmen in Italien, Rumänien und Griechenland gekauft. Wo die Entwicklung weiter hin geht, muss in den Phasen der Evaluation natürlich geheim bleiben.
 
Offener präsentiert sich Linters zweite Schiene. Beim Projekt Pi kann jeder mitmachen. Werbeagenturen können mit neuen Wünschen kommen. Technische Anbieter wollen für die APG neue Hardware installieren. Verkäufer dürfen für ihre Kunden auch ausgefallene Ideen durchziehen. Alle zusammen müssen für Pi schliesslich einen Beitrag leisten bei der Sinnsuche: Was ist eine relevante technologische Entwicklung?
 
«Es geht also nicht darum, dass wir selber Invention und Research betreiben», erklärt Linter das Prinzip. Die APG will auch nicht entscheiden, welche Technologie in Zukunft überleben soll. «Ich bin keine Hellseherin und weiss nicht, ob es der LED-Screen, Plasma oder LCD ist.» Klar sieht Linter aber ihren Auftrag, dass alle Mitarbeitenden der APG so geschult werden müssen, «dass keine dieser neuen Technologien uns Angst machen kann». Auch für die Kunden will man mit der Entwicklung Schritt halten. «Wenn jemand zur APG kommt und etwas möchte, dann machen wir das.»
 
Bereits realisiert wurde ein Plakat mit eingebautem Bildschirm, auf dem ein Trailer für den Bond-Film «Casino Royal» abgespielt werden konnte. Ein anderes Projekt im Rahmen von Pi war die crossmediale Kampagne, bei der die Schweiz eine neue Hauptstadt wählen sollte. Das Projekt hat viel Aufsehen erregt und ist inzwischen auch im Rahmen einer Diplomarbeit an der Uni Zürich ausgewertet worden. Eine E-Board-Auktion im Zürcher Hauptbahnhof, Duftplakate in Aarau oder ein öffentlicher Game-Contest über das E-Board sind weitere Experimente, mit denen Pi wertvolle Erfahrungen für die Zukunft sammeln konnte. Eingebracht wurden die Ideen bis jetzt von einem Produkt-Manager, Mitarbeiter aus der Beschaffung, IT-Spezialisten sowie aus der Tochter E-Advertising.
 
Will eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter für einen Kunden eine solche Innovation durchziehen, bekommt das Projekt ein Budget zugesprochen. Hardware und Software müssen von den Experimentierfreudigen selber organisiert werden. Pi verlangt anschliessend eine Dokumentation sowie nach Möglichkeit auch Research im Markt für das Feedback an den Kunden. Zum Schluss wird intern eine Empfehlung ausgearbeitet: Soll man die Neuerung weiter anbieten oder nicht? Wieviel kostet es? Was ist der zeitliche Vorlauf? Die schon weit gereiste Madeleine Linter weiss: Die Schweiz hat in Sachen Aussenwerbung und Innovation «ein Handicap mit den extrem starken Restriktionen». Im asiatischen Raum dürfen dreidimensionale Autos an die Wand gehängt werden. In Deutschland hechtete im WM-Jahr der Torwart Olli Kahn in Form einer gigantischen Puppe über die Breite der Autobahn. In vielen Ländern dürfen ganze Brücken mit elektronischen Plakaten verkleidet werden. Dafür ist es für Linter in der Schweiz eine stolze Herausforderung, dass die APG mit dem Projekt Pi einfach noch raffiniertere Innovationen aushecken muss. «Wir müssen uns in einem dezenten Rahmen bewegen. Die Technologie, die wir einsetzen, ist mehr sophisticated. Wir fallen weniger auf. Aber wir machen es perfekter – weil diskreter.»
 
Madeleine Linter ist im Jahre 2000 zuerst als externe Beraterin zur Affichage gestossen. Als die Tochter E-Advertising gegründet wurde, liess sie sich als Interims-Managerin anstellen. Von dort ist sie 2006 schliesslich ins Corporate Development gerutscht.
 
Ganz zu Beginn ihrer Karriere wollte die heutige Managerin der Zukunft viel rückblickender Archäologin werden. Als sie realisierte, dass sie kaum Pharaonen in Ägypten ausgraben, sondern höchstens Knochen in einem Museum anschreiben konnte, wechselte sie auf Forstwirtschaft. Doch auch bei diesem Studium wurde ihr klar gemacht, dass sie «höchstens kantonale Beamtin» werden könnte. So blieb schliesslich die Ökonomie in St. Gallen und später noch das Anwaltspatent. Linter arbeitete am Zürcher Obergericht und holte dazu auch noch den Master of Comparative Law an der Universität San Diego nach. Da die Anwältin realisierte, dass sie Probleme viel lieber aufbauend wie eine Ökonomin angeht, fühlte sie bei einem Angebot von McKinsey sofort: «Das ist der Sprung!»
 
Bei der «Kaderschmiede der Nation» hat sie gelernt, dass Managen auch das Fällen von unpopulären Entscheiden bedeutet. Das war die Zeit des grossen Personalabbaus. Später ist Linter ins Strategie-Team der Verkäufe internationaler Unternehmen gekommen. Das brachte sie zu McKinsey nach Mailand. Von dort aus führte eine Liebe schliesslich nach Bozen. Dort spielte sie ein halbes Jahr lang nur noch Golf. Das hat sie aber gelangweilt. Linter gründete eine eigene Beratungsfirma und hat mit dieser vor allem dem Umgang mit Menschen mehr Bedeutung geben wollen. Ihre Lexington Company spezialisierte sich auf die Ausbildung der Mitarbeitenden zur Weiterbeschäftigung auch nach einer unvermeidlichen Restrukturierung. Das hat auch im eigenen Unternehmen funktioniert, als Linter mit ihrem Engagement bei der Affichage ihre Gründung mit inzwischen 30 Mitarbeitenden so verkaufen konnte, dass die Lexington nach wie vor erfolgreich ist.
 
Andreas Panzeri

Bärchen gegen Tränchen

Gummibärchen Zogg Kettiger Gasser hat im Circus Roncalli einen Kinospot für Haribo realisiert.

Gummibärchen Zogg Kettiger Gasser hat im Circus Roncalli einen Kinospot für Haribo realisiert. Clowns berühren uns am stärksten, wenn sie richtig traurig sind. Diese dramaturgische Weisheit ist auch das Konzept im ersten Schweizer Kinospot für Haribo. David Larible ist der berühmteste Clown in Deutschland und hatte auch schon einen Auftritt im Hollywood-Film «Ocean’s Eleven». Im neuen Haribo-Kinospot von Zogg Kettiger Gasser spielt er nun die Hauptrolle.  
Die subtile Geschichte spielt im Zirkus. Der Clown bereitet sich im Sattelzelt auf seinen Auftritt vor. Aber irgendwie ist er nicht in Stimmung. Er versucht sich mit Faxen aufzuheitern. Es gelingt ihm allerdings nicht. Ein Mädchen der Zirkustruppe sieht den traurigen Clown und schiebt ihm eine Tüte Haribo Goldbären zu. Der Clown lächelt, der Bann ist gebrochen. Der Clown ist bereit für seinen Auftritt. Der Vorhang zur Manege wird ihm von keinem Geringeren als dem Original Haribo Goldbären aufgehalten.
 
CD Max Winiger zeigt sich stolz, dass Zogg Kettiger Gasser nach den Printkampagnen der letzten drei Jahre für Haribo und doppelseitigen Anzeigen in der Sonntagspresse jetzt einen ersten Film drehen durfte. Bei der Story hat Winiger vor allem an die Wirkung im Kino gedacht. «Die Geschichte an sich ist einfach. Aber wir wollten sie in grossen Bildern erzählen.» Natürlich musste die Agentur bei einem Marktleader wie Haribo auch einige Vorgaben der Zentrale in Bonn berücksichtigen. In Deutschland werden die Spots von Thomas Gottschalk geprägt. Mit seinen Filmen werden vorwiegend die Kids abgedeckt. Mit dem neuen Spot aus der Schweiz will Haribo auch vermehrt Erwachsene ansprechen. «Gummibärchen sind Kult und werden immer beliebter – zum Beispiel als Alternative zu salzigen Snacks bei einem Apéro», weiss Winiger.
 
Für diese trendige Szene hat man im Film auch auf einen angesagten Regisseur gesetzt. Micheel Nwaisser gehört zu einer neuen, jungen Generation und hat soeben für einen Panasonic-Kinospot in New York einen Kreativpreis erhalten.
 
Der Haribo-Spot ist im Circus Roncalli in Düsseldorf auf 35 mm in High Definition gedreht worden. Produzent Martin Bayerl: «Wir hatten perfekte Bedingungen. Mit einem einzigen Radio-Aufruf und einer Gratis-Eintrittskarte als Dankeschön konnten wir 300 Komparsen mobilisieren.»
 
Musik und Vertonung erfolgten in Zürich im Tonstudio Selmi.
 
Der Spot ist seit Juni in allen Schweizer Kinos zu sehen und wird auch in den grossen Open-Air-Sommer-Kinos in Zürich, Basel, Bern und Genf gezeigt werden.
 
Andreas Panzeri

Spieglein, Spieglein in der Hand…

Magazine Der Spiegel sitzt mit seiner Extrabeilage über die Schweiz vielen, allzuvielen Klischees auf. Lesen wollen das wohl vor allem Deutsche. [Element vor dem Bild 'Spiegel-Beilage «Weltmacht Schweiz»' hinzufügen] [Element nach dem Bild 'Spiegel-Beilage «Weltmacht Schweiz»' hinzufügen]

Magazine Der Spiegel sitzt mit seiner Extrabeilage über die Schweiz vielen, allzuvielen Klischees auf. Lesen wollen das wohl vor allem Deutsche.Besser kann man am Zielpublikum nicht vorbeischreiben, so lautet schnell und reihum das Verdikt über die erste und vorerst einzige Ausgabe einer Schweizer Beilage des Magazins aller Magazine aus Hamburg. Das Matterhorn als Titelbild, Christoph Blocher unter der Axt seines Hodler-Holzfällers, der Zürcher Paradeplatz (den Hort des Bankgeheimnisses illustrierend), die Schweizer Garde in Rom (mit dem tausendfach schon abgedruckten Verrückten, der vergeblich aufs Papamobil zu hechten versucht), DJ Bobo als Uno-Botschafter in Äthiopien, eine rülpsende (Methan verströmende) Kuh auf dem Urner Boden: Die Häufung von Klischees ist beim ersten Blättern geradezu beklemmend. Beim Titel «Weltmacht Schweiz» mögen jene Einheimischen eine (verspätete) Genugtuung empfinden, die sich bisher vom deutschen Blatt eher als reaktionär, steif und überkorrekt  porträtiert sahen. Möglich, dass die Redaktion auch selber drauf kam, dass es das ferne Schweizerländle an der EU-Randzone in der Geschichte des Spiegels noch nie mit einem Thema auf die Front geschafft hat.Gewohnt professionellBei allen Klischees kommt die Beilage in gewohnt professionellem Spiegel-Understatement daher, sind die Texte sorgsam recherchiert und autentisch. Die Autoren äussern sich im Editorial, gleich Expeditionsleitern im gefährlichen Dschungel, auch über die Begleitumstände ihrer Nachforschungen. (Redakteur Mathieu von Rohr etwa musste um sieben in der Früh zum Interview mit Frühaufsteher Blocher antreten), allein es fehlt im Blatt am Synonym für die Marke Spiegel, an überraschender Enthüllung. Die Redaktion macht mit ihrem Schweizer Erstling behutsam und gleichsam auf unbekanntem Terrain auf Völkerverständigung. Man knüpft mit einer Exklusivumfrage an die zum Jahresbeginn vom Blick losgetretene Serie über die Invasion der Deutschen in der Schweiz an mit dem Befund, dass es so schlimm nicht sei mit dem Klischee über das schlechte Verhältnis zwischen Schweizern und Deutschen. Immerhin halten 88 Prozent der Schweizer die Deutschen für gastfreundlich. Was das kleine Alpenland zur internationalen Wirtschaftsmacht kürt, illustriert eine doppelseitige Grafik. Spiegel-Korrespondenten haben in Ruanda, Nordkorea, China, Israel, USA, Russland und Nordindien Schweizerinnen und Schweizer in der Fremde ausfindig gemacht und porträtiert, das Befinden von Schweizer Auswanderern in Deutschland darf da natürlich nicht fehlen.
 
Ebensowenig mangelt es an Opinionleadern vornehmlich aus der Wirtschaft. Spitzenmanager plaudern recht locker aus dem Nähkästchen, über die Vor- und Nachteile des Wirtschaftsstandorts Schweiz im internationalen Vergleich (Vasella, Brabeck, Hayek, Jacobs, Ospel), so, wie sie das gegenüber Schweizer Printmedien nicht unbedingt tun würden. In der Beilage, die sich auch als eine Art Vademecum für Deutsche in der Schweiz lesen lässt, fehlt natürlich auch die Thematisierung des Bankgeheimnisses nicht. Warum allerdings die Schweizer Garde erneut aufgewärmt wird, bleibt nach der schier endlosen Serie bereits erschienener hiesiger Medienbeiträge anlässlich ihres Jubiläums unverständlich. Die Rolle des russischen Milliardärs und Investors Viktor Vekselberg mit seinem flinken Berater und Ex-Botschafter Thomas Borer hier zu Lande ist hingegen eine klassische Spiegel-Story, wie man sie eher im Hauptblatt gewohnt ist. Ob dem Aspekt Kultur, hier mit einem Selbstporträt der Schauspielerin Yangzom Brauen (praktisch eins zu eins der Rubrik «Ein Tag im Leben von» im Magazin des Tages-Anzeigers abgekupfert) zu genügen vermag, sei dahingestellt.
Einmaliger Testversuch?Über die Intentionen der Macher auf dem Schweizer Printmedienparkett halten diese sich weitgehend bedeckt und qualifizieren den Schweizer Split, in der Mitte des Heftes als herausnehmbare 50-seitige Beilage, als vorerst einmaligen Testversuch. Für den Inhalt zeichnen vor allem die Schweizer Fraktion der Hamburger Redaktion (Samiha Shafy, Beat Balzli, Sebastian Ramspeck und Mathieu von Rohr) sowie verschiedene Auslandkorrespondenten.
 
Auf die 50 Seiten entfallen sieben Seiten Inserate (Mobiliar, Coop, Ernst und Young, TV 3plus, Neue Zürcher Zeitung, Clariant und Orange), wobei davon auszugehen ist, dass – vorausgesetzt der Test war erfolgreich – der Schweizer Split dem Spiegel vornehmlich zur besseren Erschliessung des hiesigen Werbemarktes dienen wird. Nachdem Gespräche über mögliche Kooperationsmodelle zwischen Facts und Spiegel gescheitert und das Tamedia-Nachrichtenmagazin soeben sang- und klanglos beerdigt wurde, nachdem zudem die Wirtschaftszeitung Cash  zuvor bereits die Segel streichen musste, werden die Zeichen für die Hamburger auf dem Schweizer Markt nie günstiger stehen als derzeit.
 
Immerhin warten 45148 enttäuschte Abonnentinnen und Abonnenten von Cash und 54164 ebensolche von Facts auf angemessene Sinnstiftung.
 
René Worni
Spiegel enttäuscht Schweizer MedienDie Schweizer Medien reagierten verhalten auf den Schweizer Spiegel-Split. Für die NZZ und den Tages-Anzeiger war die Ausgabe eine Enttäuschung. Er richte sich eher an die deutsche als an die Schweizer Leserschaft. Die Artikelauswahl möge zwar für Deutsche spannend sein, «nur sind sie von hiesigen Blätter schon mehrfach geschrieben worden», so der Tages-Anzeiger. Für den Bund ist es klar, dass die Beilage kein Ersatz für das Facts sei. Für das Titelbild habe das klischeehafteste aller Klischees herhalten müssen.
Insgesamt sei das Extra für Schweizer amüsant, bleibe aber ohne grossen Erkenntniswert, so der Bund weiter. Im Allgemeinen sind sich die einzelnen Blätter darin einig, dass dem Spiegel für eine ernsthafte Schweizer-Ausgabe noch eine eigene helvetische Redaktion fehle.

Eine nicht gehaltene Rede an der Tamedia-GV

Die Tamedia-GV verlief anscheinend nicht nach den Erwartungen der Facts-Mitarbeiter. In einem Blog wird kolportiert, dass die Tamedia einem Redaktionsmitglied Redezeit habe einräumen wollen, der Redaktor dann aber doch nicht zu Wort gekommen sei. Die Rede ist im Volltext online einsehbar.

 Vom Treffen mit der Tamedia-Geschäftsleitung am Dienstag sind die Facts-Mitarbeitenden und die Gewerkschaften enttäuscht, wie sie in einem Communiqué bekannt gaben. Auch der Verlauf der ausserordentlichen Generalversammlung vom Mittwoch entsprach anscheinend nicht ihren Erwartungen. Nun ist auf dem Blog Medienlese.com zu lesen, dass die Tamedia einem Redaktionsmitglied Redezeit habe einräumen wollen, «wenn dafür die Gewerkschaften das Wort nicht ergreifen» würden. Dazu sei es aber doch nicht gekommen. Die Rede, welche Facts-Mitarbeiter Christof Moser anscheinend halten wollte, ist nun auf Medienlese.com einsehbar. Für eine Stellungnahme war bei Tamedia vorerst niemand erreichbar.

Auffrischung für Kundenmagazine von Helsana

Drei Magazine der Krankenkasse Helsana haben seit Juni 2007 einen neuen Look. Die Zürcher Agenturen Inform und Open up unterstützten die Unternehmenskommunikation der Helsana beim Relaunch.

 Drei Magazine der Krankenkasse Helsana haben seit Juni 2007 einen neuen Look. Zwei Zürcher Partner-Agenturen unterstützten die Unternehmenskommunikation der Helsana bei der Umsetzung des Relaunchs. Inform zeichnete für die Gestaltung und den visuellen Auftritt verantwortlich. Open up war für die inhaltliche Unterstützung beim Text verantwortlich. Die Aufgabe bestand laut Communiqué von Open up darin, die drei Magazine Senso, Well und San inhaltlich und gestalterisch weiterzuentwickeln. Zusammen kommen die drei Zeitschriften in drei Sprachen auf eine Gesamtauflage von rund 850’000 Exemplaren. Bei den Inhalten wurden teilweise gleiche Inhalte für die verschiedenen Zielgruppen auf unterschiedliche Weise aufbereitet. Die Optimierung des Bestellservices war ebenfalls eine Aufgabe, welche der Relaunch einzulösen hatte.
Die aufgefrischten Magazine kommen nun in drei unterschiedlichen Designs für jede Zielgruppe daher. Vorbild waren zeitgemässe Publikumsmagazine. Der Fokus liegt auf einer eigenständigen Bildwelt und auf der Optimierung der Lesefreundlichkeit. Die Heftdramaturgie ist für alle drei Magazine in ein Schwerpunktthema und in Subthemen gegeliedert. Kurzstoffe ergänzen die Themen. Der separate Bestellservice ist mit perforierten Bestellkarten in der Heftmitte gelöst. Das Feedback auf die ersten Ausgaben der drei Magazine im neuen Look sei aussergewöhnlich gut gewesen, heisst es im Communiqué weiter. Das Konzept stosse bei den Helsana-Kunden auf Anklang.

Europarat kritisiert Werbebranche

Wegen anhaltender sexistischer Werbung sieht sich der Europarat mit Sitz in Strassburg nun gezwungen, die Branche zu kritisieren.

 Wegen anhaltender sexistischer Werbung sieht sich der Europarat mit Sitz in Strassburg gezwungen, die Branche zu kritisieren. Viele Staaten hätten zwar versucht, Rahmenregelungen für die Werbung zu erlassen, wie die Abgeordneten der Parlamentarischen Versammlung in ihrer verabschiedeten Entschliessung erklären. Dennoch existiere immer noch ein Frauenbild, das der gegenwärtigen Rolle der Frau in der Gesellschaften völlig widerspricht. Dies sei entweder auf das Fehlen angemessener Gesetze und nationaler Werbevorschriften zurückzuführen oder auf den Mangel ihrer Durchsetzung, schreiben die Parlamentarier.  
Schon in einem Uno-Übereinkommen von 1979 wurde die Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau gefordert. Doch nicht einmal alle Europaratsstaaten ratifizierten das damalige Abkommen. Der Europarat forderte diese Regierungen auf, dies nachzuholen. Darüber hinaus sollten alle Mitgliedstaaten das Aktionsprogramm von Peking für die Gleichstellung der Frau aus dem Jahre 1995 über Frauen und Medien umsetzen sowie eine jährliche Bestandsaufnahme der Fortschritte vorlegen, wie die Neue Zürcher Zeitung NZZ berichtet. Im Einzelnen sollen die Mitgliedstaaten im Rahmen ihrer nationalen Gesetzgebung die Aufforderung zur Diskriminierung in allen Werbemedien als Straftatbestand festlegen, fordert die Versammlung. So soll die von den nationalen Werberäten aufgebaute Selbstregulierung durch einen verschärften Ethikkodex gestärkt werden.
 
Der Europarat setzt ausserdem auf Aufklärungsmassnahmen. Dazu gehören die Bereitstellung von Programmen und angemessener Mittel zur Durchführung von Aktionen an Schulen sowie die Einrichtung gebührenfreier Telefonnummern und Angaben von E-Mail-Adressen, mit deren Hilfe sich Bürger beschweren können, wenn sie auf sexistische und diskriminierende Werbung stossen. Anzeigen, die am wirksamsten mit sexistischen Klischeevorstellungen brechen, sollten zudem prämiert werden, meldet die NZZ.

Die Fledermäuse flattern wieder

Nahverkehr Das Leben der Fledermaus geht weiter. Seit 2002 sind immer mehr Fahrgäste auf dem Nachtnetz der ZVV unterwegs.

Nahverkehr Das Leben der Fledermaus geht weiter. Seit 2002 sind immer mehr Fahrgäste auf dem Nachtnetz der ZVV unterwegs. Das Angebot wird stetig ausgebaut, mittlerweile umfasst das Netz von Freitagnacht bis Sonntagmorgen rund um Zürich 6 S-Bahnen und 39 Buslinien. Nicht ganz unschuldig am Erfolg fühlt sich Publicis. Jetzt ist die «Fledermaus-Kampagne» noch einmal mit ein paar witzigen Sujets in eine nächste Runde gegangen.

Zu guter Letzt: SVP-Initiative auf El Dschasira abgehandelt

Die SVP-Initiative für ein Minarettverbot, die mitunter vom Zürcher SVP-Politiker Ulrich Schlüer mitlanciert wurde, wird nun auch der arabischen Welt vor Augen geführt.

 Die SVP-Initiative für ein Minarettverbot, die mitunter vom Zürcher SVP-Politiker Ulrich Schlüer mitlanciert wurde, wird nun auch der arabischen Welt vor Augen geführt. So werden Pro- und Contra-Argumente seit kurzem auch auf diversen Portalen des arabischen Fernsehsenders El Dschasira aufgeführt. Wieso die Christliche Volkspartei CVP gegen die Initiative für ein Minarettverbot ist, erklärt ihr Präsident Christoph Darbellay in einem Interview auf der Website des Senders, wie die SDA berichtet. Allerdings ist dieses in Arabisch aufgeschaltet.  
Er habe mit dem Schweizer Korrespondenten des arabischen Fernsehsenders am vergangenen Donnerstag ein Interview auf Deutsch geführt, bestätigte Darbellay am Mittwoch einen Bericht des Blick. Darin habe er die Position der CVP dargelegt. Die CVP sei gegen ein verfassungsmässig verankertes Minarettverbot, aber für sinnvolle Auflagen beim Betrieb von Moscheen, so Darbellay. Diese Argumentation scheint in der arabischen Welt gut angekommen zu ein. Er habe sehr viele Mails erhalten, in denen die Werte der Schweiz und die Demokratie gelobt würden.
 
Weniger positive Mails wird wohl Ulrich Schlüer erhalten, denn auch der Befürworter der Volksinitiative kam bei El Dschasira zu Wort. Laut der SDA hatte Schlüer dem arabischen Fernsehsender vergangene Woche während 30 Minuten in einem englisch geführten Interview Red und Antwort gestanden. Schlüer konnte auf Anfrage allerdings nicht sagen, wann es ausgestrahlt würde. Im März dieses Jahres hatte sich Schlüer noch beim Bundesrat beklagt, dass Cablecom El Dschasira auch in der Schweiz über ihr Kabelnetz ausstrahlen wird. «Dieser von Regierungen arabischer Staaten finanzierte Sender» hat sich «bekanntlich wiederholt durch Live-Übertragungen von Hinrichtungen (bzw. Abschlachtungen) unschuldiger Geiseln schwerster Verletzungen der Genfer Konventionen schuldig gemacht», so Schlüer. Nun wird er seinen TV-Auftritt in Englisch auch gemütlich in seiner helvetischen Stube bewundern können.

Wogen bei Facts noch nicht geglättet

An der Tamedia-Generalversammlung sollte einem Facts-Redaktionsmitglied Redezeit eingeräumt werden. Der Redaktor kam jedoch nicht zu Wort. Ein Missverständnis, das sie bedaure, sagt Tamedia. Für Donnerstag setzte sie ein neues Treffen an. Die Wogen zwischen dem Medienhaus und der Facts-Belegschaft sind aber noch nicht geglättet.

 Vom Treffen mit der Tamedia-Geschäftsleitung am Dienstag waren die Facts-Mitarbeitenden und die Gewerkschaften enttäuscht, wie sie in einem Communiqué bekannt gaben. Auch der Verlauf der ausserordentlichen Generalversammlung vom Mittwoch entsprach anscheinend nicht ihren Erwartungen: Eine geplante Rede von Facts-Redaktor Christof Moser konnte nicht gehalten werden.

«Die GV war nicht wegen Facts, sondern wegen der Kapitalerhöhung für die Übernahme von Espace Media einberufen worden», erklärte Tamedia-Mediensprecher Christoph Zimmer der Werbewoche. Vor der Versammlung habe Tamedia mit den Facts-Redaktionsleuten und den Gewerkschaften ausgemacht, dass ein Delegierter der Redaktion Redezeit erhalte. Im Gegenzug verzichtete ein Comedia-Mitglied, das Aktionär der Tamedia ist, auf die ihm zustehende Redezeit. «Es handelte sich um ein Missverständnis, das wir bedauern. Während der GV hat Tamedia-Präsident Pietro Supino nachgefragt, ob noch jemand eine Wortmeldung habe. Trotz mehrmaligem Nachfragen hat sich niemand gemeldet». Moser sei davon ausgegangen, dass er persönlich aufgerufen werde.
Christof Moser bestätigte gegenüber der Werbewoche, dass ein Missverständnis vorlag. Was sind denn die Anliegen der Redaktion? «Uns geht es darum, dass unser grosses Engagement von Tamedia gewürdigt wird. Wir haben uns sehr eingesetzt, zum Teil in schwierigen und unsicheren Zeiten. Nun erwarten wir von einem florierenden Medienhaus, dass es auch uns entgegenkommt, zum Beispiel mit einer fairen Abgangsentschädigung», sagt Moser.
Zu den Forderungen gehören ausserdem eine über die gesetzlichen drei Monate hinausgehende Kündigungsfrist und die Auszahlung von Ferien und Überzeit. «Die Ferien- und Überzeitguthaben werden als entschädigt angeschaut. Dabei hat es Leute gegeben, die aus Rücksicht auf das Heft keine Ferien nahmen, als eine Änderung in der Produktion anstand.» Moser kritisiert auch, dass Tamedia beim Schliessungsentscheid versprochen habe, alle Mitarbeiter weiterhin beim Unternehmen zu beschäftigen, nun aber eine Woche vergangen sei, ohne dass Gespräche stattgefunden hätten. Die Art und Weise, wie die Tamedia-Spitze angesichts der Einstellung kommuniziere, stosse viele Mitarbeitende vor den Kopf. «Ein Mitglied des Verlags hat beispielsweise gesagt, es sei offensichtlich, dass nicht alle unterkommen werden», erklärte Moser.
Die Leistungen, die Tamedia anbiete, entsprächen einem üblichen Sozialplan, sagt dagegen Tamedia-Sprecher Zimmer. «Wir werden 3 Millionen Franken beziehungsweise 60’000 Franken pro Vollzeitstelle einsetzen». Für Mitarbeiter, die nach der Kündigung arbeitslos sein sollten, gebe es maximal sechs Monate Lohnfortzahlung. «Was wir bieten, bewegt sich weitgehend im Rahmen eines Sozialplanes, den wir 2005 mit der Comedia ausgehandelt haben. Wir sind deshalb erstaunt, dass die Gewerkschaften jetzt protestieren», so Zimmer. Einzelne Aspekte würden zwar anders gehandhabt, doch werde sich die Summe nicht ändern, die man für die Mitarbeitenden zur Verfügung stellt.
Man werde auf alle Fälle versuchen, möglichst vielen Mitarbeitern eine Stelle bei Tamedia zu verschaffen. «Wir haben aber von Anfang an kommuniziert, dass wir erst Gespräche führen können, wenn die Mitwirkungsfrist der Mitarbeiter abgelaufen ist.» Rechtlich seien aus dem gleichen Grund auch noch keine Kündigungen ausgesprochen worden. Am Donnerstag werde nun ein weiteres Gespräch mit Delegierten der Redaktion stattfinden.
«Dieses Gespräch findet nur dank unseres Protests schon am Donnerstag statt», meint Moser. Es sei ursprünglich auf Dienstag angesetzt gewesen. Die Redaktion werde sich weiterhin einsetzen. Sie sehe sich in ihrem Kampf in einer Vorreiterrolle und wolle kommunizieren, dass Medienhäuser für guten Journalismus auch gute Rahmenbedingungen schaffen müssten.
Mosers nicht gehaltene Rede ist auf Medienlese.com einsehbar.

Cinecom betreut Festivalguide des Zurich Film Festival

Das offizielle Festivalprogramm sowie den Programm Guide zum diesjährigen 3. Zurich Film Festival liegt in den Händen der Cinecom.

 Die Vermarkterin Cinecom bietet seinen Kunden diesen Herbst zwei weitere Werbeplattformen: Das Festivalprogramm und den Programm-Guide zum dritten Zurich Film Festival. 150’000 Exemplare des Festivalsprogramms werden am 23. September exklusiv der NZZ am Sonntag beigelegt. 20’000 Exemplare werden während des Anlasses an den entsprechenden Verkaufsstellen aufliegen. Ergänzt wird es durch den Programm Guide mit einer Auflage von 30’000 Exemplaren. In beiden Magazinen können bis zum Anzeigenschluss am 2. September klassische Inserate gebucht werden, wie Cinecom in einem Schreiben mitteilt.  
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