Sesselrücken bei der SRG

Die SRG hat mit Daniel Jorio ein neues Geschäftsleitungs-Mitglied. Zudem hat der Verwaltungsrat Silvio Studer zum Chief Technology Officer und Joachim Rüede zum Leiter des Bereiches Media Services ernannt. Hans Strassmann, bisheriger Leiter Technik und Informatik, tritt Ende 2007 in den Ruhestand.

Die SRG hat mit Daniel Jorio ein neues Geschäftsleitungs-Mitglied. Zudem hat der Verwaltungsrat Silvio Studer zum Chief Technology Officer und Joachim Rüede zum Leiter des Bereiches Media Services ernannt. Hans Strassmann, bisheriger Leiter Technik und Informatik, tritt Ende 2007 in den Ruhestand. Daniel Jorio ist neues Mitglied der SRG-. Der 54-Jährige ist seit 1999 Leiter des Bereichs Finanzen und Controlling. Jorio war bisher Teilnehmer der Geschäftsleitungssitzungen ohne Stimmrecht. Seine Ernennung zum Geschäftsleitungsmitglied wird möglich durch einen Beschluss des Zentralrates, wonach das Geschäftsregelement dahingehend geändert wird, dass auch der jeweilige Leiter Finanzen und Controlling in der Geschäftsleitung Einsitz nimmt.
Silvio Studer wird per 1. Juni Chief Technology Officer. Er zeichnet damit für den ganzen technischen Infrastrukturbereich der SRG SSR verantwortlich. Der 51-jährige Studer begann seine SRG-SSR-Laufbahn 1986 bei der Technischen Direktion Zürich. Seit 1997 ist er Leiter der neu gegründeten Media Services, welche Dienstleistungen für die Radio- und Fernseh-Produktion sowie Management-Services für die ganze Gruppe erbringen.
Die Nachfolge von Studer als Leiter von Media Services hat Joachim Rüede am 1. Juni übernommen. Der diplomierte Wirtschaftsinformatiker ist seit 1994 für die SRG tätig. Seit 1999 führte er das Produktionszentrum Bundeshaus, dessen Leitung am 15. August Matthias Vergeat übernimmt.
Der bisherige Leiter des Fachbereiches Technik und Informatik der Generaldirektion, Hans Strassmann, tritt Ende 2007 in den Ruhestand. Er war für die Verbreitung aller SRG-Radio- und Fernseh-Programme, den Aufbau der gesamten Infrastruktur für die Satellitenverbreitung sowie die Einführung der digitalen Distribution von Radio und Fernsehen verantwortlich.

Axel Springer weiterhin in Einkaufslaune

Europas grösstes Verlagshaus investiert mit einer Mehrheitsbeteiligung an der Luxemburgischen Pin Group in den ertragsstarken Markt der Postdienstleistungen. Statt wie bisher 25,5 Prozent wird Axel Springer künftig 71 Prozent am stärksten Wettbewerber der Deutschen Post im deutschen Briefgeschäft halten.

 Europas grösstes Verlagshaus investiert mit einer Mehrheitsbeteiligung an der Luxemburgischen Pin Group in den ertragsstarken Markt der Postdienstleistungen. Statt wie bisher 25,5 Prozent wird Axel Springer künftig 71 Prozent am stärksten Wettbewerber der Deutschen Post im deutschen Briefgeschäft halten. Entsprechende Vereinbarungen wurden laut SDA mit den Miteignern, der WAZ-Mediengruppe, der Verlagsgruppe Georg von Hiltzbrinck und der Roaslia, geschlossen. Springer steckt insgesamt 510 Millionen Euro in den Anteilserwerb. Noch muss das Kartellamt grünes Licht für die Transaktion geben. Einwände sind nicht zu erwarten, zumal sich der Anteil von Springer bis im September durch Weitergabe von Aktien an regionale Verlage auf 63,7 Prozent reduzieren wird.
 
Eben erst gab Springer die im Zuge der Digitalisierungsstrategie erfolgte Akquisition der Aufeminin bekannt (siehe
). Nun stärkt das Medienhaus seine Stellung auf dem Postmarkt. Die Pin Group, in der die beteiligten Verlage ihre Post-Aktivitäten bündeln, ist wohl eine lohnende Investition: Schon vor der Aufhebung des deutschen Briefmonopols verzeichnete das Unternehmen rasches Wachstum und ist heute mit mehr als 60 regionalen Tochterfirmen die zweitgrösste Anbieterin auf dem deutschen Briefmarkt. Die Gruppe deckt 96 Prozent des Bundesgebietes ab und beschäftigt über 7’000 Mitarbeiter.

SFLB bietet WOZ-Lesern Facts für weniger Cash

Am Donnerstag erschien die letzte Ausgabe von Facts. Die WOZ tröstet die Leser in einem Inserat über den Verlust hinweg: «Facts gibt’s auch in Zukunft. In der WOZ. Und erst noch für weniger Cash.»

Am Donnerstag erschien die letzte Ausgabe von Facts. Die WOZ tröstet die Leser in einem Inserat über den Verlust hinweg: «Facts gibt’s auch in Zukunft. In der WOZ. Und erst noch für weniger Cash.» Das Angebot: Bis Ende Jahr erhalten die Facts-Leser die WOZ inklusive «Le Monde diplomatique» bis Ende Jahr für nur 50 Franken. Das Angebot gilt übrigens auch für die bald schon ehemalige Cash-Leserschaft.

Aus Fusion entsteht das Medienhaus Docu Schweiz

Die beiden Medienhäuser Springer Science+Business Media und Docu AG haben fusioniert. Daraus ist die Docu Schweiz AG entstanden, grösste Schweizer Anbieterin von Informationen für die Baubranche. CEO des neuen Unternehmens ist Franco G. Bernasconi.

 Die beiden Medienhäuser Springer Science+Business Media und Docu AG haben fusioniert. Daraus ist die Docu Schweiz AG entstanden. Die neue Firma ist die grösste Schweizer Anbieterin von Informationen für die Baubranche, wie es in einer Mitteilung heisst. Mit dem Fokus auf die einzigartige Kombination von Print- und Online-Medien avisiere das Unternehmen qualitatives und quantitatives Wachstum. Die der international tätigen Docu Group zugehörige Firma will intensiv in die Bereiche Datenbanken und Internet investieren. Der Fusion voraus ging im März der Verkauf der B2B Bau-Aktivitäten von Springer Science+Business Media an die Londoner Investorengruppe GMT. Diese ist Anteilseignerin der Docu Group. Die Docu AG publiziert die Schweizer Bau-Dokumentation. Springer Science+Business Media Schweiz hat unter anderem die Publikationen Baublatt, Kommunalmagazin, Transportrundschau und Auto&Technik im Portfolio.
Das aus der Fusion entstandene Unternehmen wird ihren Standort am bisherigen Firmensitz von Springer Science+Business Media in Rüschlikon haben. Der Standort Blauen, wo die Docu AG domiziliert ist, wird aufgelöst. Im gleichen Zuge wird die Organisation neu definiert und die Führung ab 1.7.2007 neu besetzt. Die Gesamtverantwortung hat der 44-jährige Franco G. Bernasconi als Chief Exectutive Officer. Mitglied der Geschäftsleitung wird der 53-jährige Michael Ruth als Chief Finance Officer.
Die gesamte Geschäftsleitung von Springer Science+Business Media verlässt das Unternehmen. Gehen werden die bisherige Geschäftsführerin Heike Findeis, Baublatt-Verlagsleiter Renato Polentarutti, Personalchef Peter Jenny und Finanzchef Hans Peter Meier.
Zu Springer Science+Business Media gehörte bis im März auch die Media Daten AG, die die Werbewoche herausgibt. Im Zuge des Verkaufs wurde die Media Daten in Springers Bereich B2B Business, Technology, Transport eingegliedert.

Tamedia will Facts-Mitarbeitenden entgegenkommen

Im Ringen um einen Sozialplan für die 64 vom Aus des Facts betroffenen Mitarbeitenden sind kleine Fortschritte erzielt worden. Wie die Mediengewerkschaft Comedia am Donnerstag mitteilte, haben die Verhandlungen mit der Tamedia-Geschäftsleitung in konstruktiver Atmosphäre statt gefunden.

 Im Ringen um einen Sozialplan für die 64 vom Aus des Facts betroffenen Mitarbeitenden sind kleine Fortschritte erzielt worden. Wie die Mediengewerkschaft Comedia am Donnerstag mitteilte, haben die Verhandlungen mit der Tamedia-Geschäftsleitung in konstruktiver Atmosphäre statt gefunden.  
An der heutigen Redaktionsversammlung reagierten die Betroffenen gemäss Angaben der Comedia erleichtert darüber, dass nun statt unverbindlicher Gespräche effektive Verhandlungen geführt werden. Offenbar ist die Tamedia bereit, der Belegschaft in einzelnen Punkten entgegenzukommen. Weitere Verhandlungen sind für Freitag anberaumt. Ebenso haben heute Morgen weit mehr als 300 Mitarbeitende der Verlagshauses in einer internen Petition ihrer Solidarität mit der Facts-Belegschaft Ausdruck verliehen. Derweil wünschte die Personalkommission der Tageszeitung Bund, die nun ebenfalls zur Tamedia gehört, den Facts-Mitarbeitenden «guten Durchhaltewillen und viel Erfolg» in ihrem Kampf um einen «anständigen Sozialplan».

Kommt Tamedia mit kostenloser Tagi-Kompaktausgabe?

Spekulationen der Weltwoche zufolge soll die von Tamedia angekündigte neue Zeitung nach dem Vorbild der deutschen Welt Kompakt in Form einer Gratisausgabe des Tages-Anzeigers daher kommen. Mit dem voraussichtlich in Bern, Basel und Zürich erscheinenden Gratisblatt will das Verlagshaus die neue Gratiszeitung .ch konkurrenzieren.

 Spekulationen der Weltwoche zufolge soll die von Tamedia angekündigte neue Zeitung nach dem Vorbild der deutschen Welt Kompakt in Form einer Gratisausgabe des Tages-Anzeigers daher kommen. Mit dem voraussichtlich in Bern, Basel und Zürich erscheinenden Gratisblatt will das Verlagshaus die neue Gratiszeitung .ch konkurrenzieren. Dass das neuste Tamedia-Kind das verlagseigene 20 Minuten schaden könnte, werde in Kauf genommen. Eine weitere Neuerung gibt es laut Weltwoche im Online-Bereich: Tages-Anzeiger.ch werde mit Hilfe der Basler Zeitung und den beiden Berner Blättern zu einem nationalen Newsnetzwerk ausgebaut. Beide Meldungen mochte Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer nicht bestätigen: «Zu Marktgerüchten nehmen wir keine Stellung». Bereits kommuniziert wurde, dass Rolf Bollmann für das neue Zeitungsprojekt zuständig ist, während sich der ehemalige Magazin-Chefredaktor Res Strehle um die Weiterentwicklung der Web-Plattformen kümmert. «Es ist klar, dass der Online-Bereich für uns ein sehr wichtiges Projekt ist», so Zimmer.
Drittens vermeldet die Weltwoche, dass Tamedia die «dramatischen Leserverluste» des Tages-Anzeigers in der werberelevanten Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen wettmachen wolle. Deren Anteil sei innert sieben Jahren von 41 auf 32 Prozent gesunken. Zimmer bestätigte diese Zahl auf Anfrage der Werbewoche. «Es gibt aber auch sehr positive Signale: So war der Tages-Anzeiger anfangs Jahr die erfolgreichste Tageszeitung bei den Top-Leadern der Wemf-Studie MACH Leader». Die Regionalisierungsstrategie sei ausserdem ein grosser Schritt, um mehr Leser und Leserinnen zu gewinnen.

Der Vorhang für Cash fällt

Mit einem roten Vorhang auf dem Titelblatt und einem dicken «Goodbye» verabschiedet sich die Wirtschaftszeitung Cash von ihren Lesern. Reflektiert wird die momentane Lage in der Medienbranche in einem Interview mit Spiegel-Chefredaktor Stefan Aust. Er ist der Ansicht, dass die «Flucht aus dem bezahlten Print eine Flucht aus dem Journalismus» sei.

Mit einem roten Vorhang auf dem Titelblatt und einem dicken «Goodbye» verabschiedet sich die Wirtschaftszeitung Cash von ihren Lesern. Die letzte Ausgabe zeigt die Top Ten der im Blatt erschienen Geschichten, angeführt wird sie von einem Frontartikel über den Verkauf von Jacobs Suchard. Damit habe Cash 1990 den Durchbruch geschafft, heisst es dazu. Reflektiert wird die momentane Lage in der Medienbranche in einem Interview mit Spiegel-Chefredaktor Stefan Aust. Er ist der Ansicht, dass die «Flucht aus dem bezahlten Print eine Flucht aus dem Journalismus» sei. Ob der Spiegel nun – angesichts der Einstellung von Facts und Cash – wirklich in die Schweiz komme, liess er sich aber auch von den Cash-Leuten nicht entlocken. Immerhin hält er es für ein Märchen, dass bezahlte Wochenzeitungen keine Zukunft mehr hätten.
Leserreaktionen fehlen bei Cash wie bei Facts nicht, die Schlagzeile lautet: «Ich gestehe: Cash wird mir fehlen». Aufschlussreich ist eine Doppelseite über Wirtschaftsleute, die sich nach einem kritischen Artikel weigerten, mit der Ringier-Publikation zu verhandeln. Darunter sind Daniel Vasella, Valentin Roschacher und Dieter Behringer. Platz eingeräumt wird auch den Redaktoren, die Auskunft darüber geben, was sie nun statt Cash lesen werden und welche Zeitschrift sie vorziehen würden: Bilanz, Stocks oder Handelszeitung.
 
In der aktuellen Printausgabe der Werbewoche sehen Sie werberische Reminiszenzen zu Facts und Cash aus dem Archiv. 

Verstaubtes SF-Archiv

Fernsehen Das Online-Archiv des Schweizer Fernsehen ist teilweise ausgefallen. Grund: Staub im Serverraum.

Fernsehen Das Online-Archiv des Schweizer Fernsehen ist teilweise ausgefallen. Grund: Staub im Serverraum.Wer derzeit eine Sendung vom Schweizer Fernsehen im Online-Archiv anschauen will, guckt mit grosser Wahrscheinlichkeit in die Röhre. Beiträge, die vor 2006 produziert wurden, stehen unter der Internetadresse von sf.tv nicht zur Verfügung. Im Fall der Tagesschau sind das immerhin sieben Jahrgänge, sämtliche Sendungen von 1999 bis 2005. Anstelle der gesuchten Sendung erscheint seit mehreren Wochen im Abspielfenster eine entsprechende Mitteilung.  
Grund für den Ausfall sei «ein Datenverlust auf einem Videoserver der SRG SSR.» Sowohl bei SF als auch bei der SRG weiss man nicht, wie lange es dauern wird, bis die Archivbestände wieder aufgeschaltet werden können. Laut SRG-Sprecher Daniel Steiner sind die Rohdaten weiterhin vorhanden und nicht beschädigt. Vom Defekt betroffen seien die speziell für den Online-Zugriff aufbereiteten Dateien.
 
Wie man beim Schweizer Fernsehen sagen hört, sei während Umbauarbeiten bei der SRG in Bern Staub in den betreffenden Server-Raum eingedrungen, was zum Schaden geführt habe. Bestätigen will oder kann das jedoch niemand. «Wir sind noch am abklären, weshalb das geschehen konnte», sagt Daniel Steiner. Ebenfalls unklar sei, ob man die beschädigten Daten überhaupt noch rekonstruieren könne, oder ob die Rohdaten komplett neu für die Online-Nutzung formatiert werden müssten.
 
Nick Lüthi

Basellandschaftliche Zeitung feiert 175 Jahre

Am Mittwoch hat die Basellandschaftliche Zeitung (Bz) mit einer Extra-Ausgabe das 175. Jubiläum begangen. Das in Liestal erscheinende Blatt ist die viertälteste Zeitung der Schweiz.

 Am Mittwoch hat die Basellandschaftliche Zeitung (Bz) mit einer Extra-Ausgabe das 175. Jubiläum begangen. Die in Liestal erscheinende Bz ist die viertälteste Zeitung der Schweiz, wie Verleger Mathis Lüdin in einem Interview in der Extraausgabe festhält. Ihr hohes Alter verdanke sie der Gründung des Kantons Baselland im Jahre 1832: Für Verlautbarungen brauchte der neue Kanton, der 2007 ebenfalls sein 175-Jahre-Jubiläum feiert, auch eine Zeitung.
Gegründet wurde diese unter dem Titel «Der unerschrockene Rauracher». Danach wurde sie noch acht Mal umbenannt, bis sie 1854 den heutigen Namen erhielt. 1861 ging die Zeitung in den alleinigen Besitz von Matthias Lüdin, Ururgrossvater der heutigen Besitzergeneration, über. Seit September 2006 erscheint sie im Verbund der Mittelland Zeitung (MZ) und ab kommendem 16. September mit der MZ auch sonntags. Die Auflage liegt bei 23’500 Exemplaren.

Helden der Natur

Landwirtschaft Unter dem Claim «Bio Knospe. Bringt den Geschmack zurück» lanciert Bio Suisse in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Spillmann Felser Leo Burnett eine weitere Kampagne.

Landwirtschaft Unter dem Claim «Bio Knospe. Bringt den Geschmack zurück» lanciert Bio Suisse in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Spillmann Felser Leo Burnett eine weitere Kampagne. Diese thematisiert, warum Knospe-Erdbeeren, Knospe-Tomaten und andere Knospe-Produkte mehr Geschmack haben als andere Lebensmittel. In Longcopy-Inseraten lässt Bio Suisse bis Ende Jahr jeden Monat ein anderes Knospe-Produkt erzählen, wie es war, auf dem Knospe-Hof aufzuwachsen. Dabei wird schnell klar: Das Leben auf dem Knospe-Hof ist nicht immer einfach. So werden die Heranwachsenden oder Heranreifenden zum Beispiel von Schnecken angegriffen und müssen auch sonst auf einiges verzichten. Doch genau diese Erlebnisse sind es, die den Knospe-Produkten ihren Charakter verleihen.

Axel Springer kauft Anteile an französischem Frauenportal

Der Verlag Axel Springer setzt seine Digitalisierungsstrategie auch ausserhalb Deutschlands weiter fort. Er kauft 41,4 Prozent am französischen Frauenportal Aufeminin.com. Das Portal ist in acht europäischen Ländern präsent.

 Der Verlag Axel Springer setzt seine Digitalisierungsstrategie auch ausserhalb Deutschlands fort. Er kauft 41,4 Prozent am französischen Frauenportal Aufeminin.com. Verkauft werden die Anteile von den Gründern der Plattform. Aufeminin.com ist in acht europäischen Ländern präsent und belegt laut Mitteilung in Deutschland, Italien, Spanien, Belgien und der Schweiz die Spitzenposition am Markt. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr 13,4 Millionen Euro. Im Mai 2007 verzeichnete das Unternehmen 14,6 Millionen Besucher auf seinen Internetseiten. Zusätzlich zum Betrieb der Onlineportale besitzt Aufeminin.com eine eigene Servertechnologie für Werbung namens Smart-Adserver. Seit 2003 vertreibt das Unternehmen die Technologie zur Steuerung von Online-Werbekampagnen an Werbeagenturen und Websiteeditoren.
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, kommentiert den Kauf im Communiqué mit den folgenden Worten: «Das Übernahmeangebot für Aufeminin.com ist ein weiterer Schritt im Rahmen unserer Digitalisierungs- und Internationalisierungsstrategie.» Und Andreas Wiele, Vorstand Zeitschriften und Internationales des Verlages, erinnert daran, dass unter den Zeitschriften Frauentitel nahezu in jedem europäischen Land das grösste Marktsegment sind. Auf sie entfällt ein erheblicher Anteil der Werbeausgaben.

Vermittler, hört die Signale

Konzept Erstmals hat die Publisuisse-Tochter MediaSense konkretisiert, wie sie den Swiss Radio Pool und die Radiowerbung voran bringen will. Doch es bleiben Fragen offen – vorab finanzielle.

Konzept Erstmals hat die Publisuisse-Tochter MediaSense konkretisiert, wie sie den Swiss Radio Pool und die Radiowerbung voran bringen will. Doch es bleiben Fragen offen – vorab finanzielle.Der 1. Juli 2007 wird in der gut 20-jährigen Geschichte der Schweizer Privatradios gewiss zu einem Meilenstein: Denn an diesem Tag wird die SRG-Vermarkterin Publisuisse in der Privatradio-Vermittlung aktiv. Dieser Eintritt in den rückläufigen Radiowerbemarkt bedeutet, dass neben den Vermittlern IP Multimedia (Goldbach Media), Radiotele (PubliGroupe), Spot Promotion und Cover Media nun noch ein weiterer Player am knapper werdenden Radiowerbekuchen knabbert. Und der Newcomer ist potent: Er ist bereits Marktleader bei der TV-Vermarktung sowie beim TV- und Radio-Sponsoring, geniesst punkto (TV-)Know-how, Service und Preistreue einen guten Ruf und startet zudem mit dem Swiss Radio Pool (SRP) als Partner: 15 meist grosse Verlegerradios der Deutsch- und Westschweiz mit einer Gesamtreichweite von rund zwei Millionen Hörern. Publisuisse hatte den SRP mit einem Konzept überzeugt, das «ein offenes Vermittlungsmodell und den Einsatz des Online-Buchungs- und Abwicklungssystems Publiplan» vorsah. Zudem sollte es gemäss Communiqué vom Frühjahr «den Radiowerbemarkt nachhaltig entwickeln». 
Was unter solchen Schlagworten zu verstehen ist, musste Bernhard Krättli in den letzten zwei Monaten konkretisieren. Er ist Geschäftsführer von MediaSense, der neuen Radiotochter von Publisuisse, und er hat das Konzept mittlerweile Vermittlern, Agenturen und Radios präsentiert.
 
Was zunächst beeindruckt, ist Krättlis offene Radiomarkt-Analyse: IP Multimedias Eintritt in den Radiowerbemarkt vor sechs Jahren habe zwar das Quasimonopol von Radiotele gebrochen, zugleich aber zu einem Verdrängungswettbewerb und nicht zu zusätzlichen Marktanteilen für den Werbeträger Radio geführt, sagt Krättli. Im Gegenteil: Die Brutto-Netto-Schere habe sich geöffnet, im Markt bestünden teils Dumping-Angebote, entsprechend leide das Radio-Image. Die früheren eher politisch motivierten statt kundenorientierten Werbepools und ein etwas antiquiertes Buchungsverfahren per Fax und Email sei dem Medium und dessen Ruf ebenfalls abträglich.
 
Mit drei Eckpunkten will das MediaSense-Konzept nun einen Ausweg aus dieser Situation weisen: Eine Beteiligung der SRP-Radios am Vermarkter MediaSense, keine Exklusivvermarktung des SRP sowie – als Herzstück – ein effizienteres Handling der Radiowerbung.
 
Was die Beteiligungsverhältnisse betrifft, so gehört MediaSense bekanntlich zu 51 Prozent der Publisuisse und zu 49 Prozent den SRP-Mitgliedern. «Somit ist MediaSense der einzige Schweizer Radiovermarkter mit Senderbeteiligung», betont Krättli. «Wir versprechen uns davon eine engere Zusammenarbeit zwischen Angebot und Vermarktung.» Beide Parteien sollen mit dieser Beteiligung an MediaSense ihre Stärken einbringen. «Zudem können die Privatradios vom professionellen Image der Publisuisse profitieren. Deshalb wollte der SRP der Publisuisse den Lead überlassen», sagt Krättli.
 
Um den zweiten Punkt, eine effizientere Abwicklung der Radiowerbung, zu erreichen, stellt MediaSense ihr Online-Buchungstool Publiplan quasi als Branchentool zur Verfügung: Nicht nur der SRP, auch alle Einzelsender, Vermittler und Media-Agenturen sollen einen Zugang erhalten und können dann ihre nationale Radiowerbung darüber abwickeln. «Aber wir zwingen die Sender nicht, sich über Publiplan buchen zu lassen. Es steht ihnen frei, beim heutigen Buchungsprozedere zu bleiben», sagt Krättli. Er weist aber darauf hin, dass ab 2008 auch die Daten aus dem Planungstool Radiomanager bei Publiplan einfliessen werden, was das Handling verbessere. «Das Medium Radio kommt damit auf das Abwicklungsniveau der andern Medien», betont Krättli. Das sei die Grundvoraussetzung, um den Marktanteil des Mediums überhaupt steigern zu können.
 
Der dritte Punkt: MediaSense hat zwar das Vermarktungsmandat des SRP, aber keine Exklusivpacht. «Alle Vermittler, die dem SRP Werbung zuhalten, erhalten dieselbe Vermittlerkommission, MediaSense inklusive», sagt Krättli. Die einzige Bedingung: Der SRP muss über den Publiplan gebucht werden. Wer dieses Tool beherrscht, kann die Radiowerbung online buchen. Für online buchende Marktpartner stelle MediaSense die effiziente Abwicklung sicher. Wie hoch die Gebühr für die Abwicklung sein wird, will Krättli aber nicht sagen.
 
Trotz des offenen Systems haben einige Sender Vorbehalte – primär politische (siehe Kasten): Sie fürchten eine zu enge Anbindung an die SRG. Auch bei den Vermittlern zeigt man wenig Begeisterung. Ein möglicher Grund: Sowohl IP Multimedia als auch PubliGroupe sind daran, eigene Tools zu entwickeln, und deshalb kaum bereit, den Publiplan zu übernehmen und für die Abwicklung zu zahlen. «Kein Problem», sagt aber Publisuisse-CEO Martin Schneider, «zwischen den verschiedenen Tools sind Schnittstellen möglich.» Trotzdem ist Publisuisse wohl in der Poleposition. Denn der Publiplan ist bei den grösseren Agenturen für die TV-Buchung längst verbreitet, der Umgang mit der Radioadaption dürfte für diese kein Problem sein. Anders ist dies mit den Tools von IP und PubliGroupe: Sie müssen bei den Agenturen und Radios erst eingeführt werden – doch ob diese mit drei verschiedenen Tools arbeiten wollen, ist eine andere Frage. Die Hauptsache aber: Wenn künftig auch Agenturen das Medium Radio ohne Vermittlerhilfe planen und buchen können, wofür braucht es dann noch Vermittler? Sie werden sich jedenfalls neu positionieren müssen – oder aufgeben.
 
Fazit: Ob der Markteintritt nur ein Meilenstein ist oder ob er auch zum Wendepunkt für die Branche wird, wird sich erst weisen – in ein bis zwei Jahren, falls Neukunden das Radio als Werbemedium wählen und die Radiowerbung Marktanteile gewinnt.    Markus Knöpfli
Wirrwarr um Vermittlerkommission Bucht ein Vermarkter bei einem Sender, erhält er eine Vermittlerkommission (VK) von mindestens 10 Prozent. Bucht Radiotele bei einem seiner Pachtsender, beträgt die VK 12 Prozent oder mehr. Bucht IP Multimedia bei einem Pachtsender der Radiotele, beträgt die VK mindestens 5 Prozent.
Welche VK nun MediaSense gewährt und verlangt, ist unklar. Zwar hat Bernhard Krättli sein System schon allen Vermittlerkonkurrenten vorgestellt, doch die Angaben sind dennoch unterschiedlich. MediaSense verlange von den SRP-Sendern eine VK von 13 Prozent und gewähre allen Vermittlern dieselbe VK, heisst es bei einem Konkurrenten. «Anfangs erhalten wir 10 Prozent, ab 2008 7,5 Prozent», sagt ein anderer. Krättli schweigt. «Ich will diese Zahlen nicht kommentieren», sagt er. (mk)
 

MediaSense verklagtEnde April gab das Sekretariat der Wettbewerbskommission (Weko) MediaSense grünes Licht. Die Beteiligung des Swiss Radio Pools an der Publisuisse-Tochter sei kein meldepflichtiger Zusammenschluss, hiess es. Unterdessen und noch bevor MediaSense seine Tätigkeit offiziell aufnimmt, ging bei der Weko aber «eine Klage gegen Publisuisse beziehungsweise MediaSense», wie Weko-Sprecher Patrik Ducrey bestätigt. Die Weko gehe nun «möglichen Missbräuchen einer marktbeherrschenden Stellung» nach. Es wurden weitere Unterlagen angefordert. Es sei allerdings noch nicht entschieden, ob tatsächlich ein Verfahren eröffnet werde oder nicht, betonte Ducrey. (mk)
 

Stimmen zum MediaSense-KonzeptInhaltlich gibt es Fragezeichen zum Konzept von MediaSense. So sei nicht im Detail klar, zu welchen Konditionen die «Nicht-SRP-Radios» partizipieren können, kritisiert Sunshine-Geschäftsführer Marco Meier. Ähnlich tönt es von Christian Gartmann, Geschäftsführer von Radiotele. «Eine Einschätzung des ‚offenen’ MediaSense-Modells und des Publiplan als Radiotool ist derzeit nicht möglich. Dazu stehen zu wenige Informationen zur Verfügung.»
BeO-Senderleiter Martin Muerner begrüsst vor allem, dass MediaSense den Marktanteil der Radiowerbung erhöhen will. Doch an diesem Anspruch will er den Newcomer auch messen: «MediaSense muss es gelingen, in erster Linie neue Kunden ins Radio zu bringen und nicht einfach den bestehenden Vermittlern Kunden abzuwerben.»
Jürg Bachmann, Präsident des Verbandes Schweizer Privatradios, findet es ordnungspolitisch störend, dass der SRP der SRG-Vermarkterin Publisuisse den Zugang zu einem Markt öffne, der bisher privaten Anbietern vorbehalten gewesen sei: «Es ist gesellschaftlicher Konsens, dass die SRG keine Radiowerbung ausstrahlen darf; so stehts im RTVG. Es liegt nun an MediaSense, ihre Unabhängigkeit von der SRG und ihren Einsatz für alle Privatradios zu beweisen.» 

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