Hostettler: «Wir können unser Image nur verändern, wenn wir uns trennen»
Andy Hostettler gab am Freitag bekannt, dass er JWT+H+F verlässt, um neuer CEO von TBWA Schweiz zu werden. Im Interview mit der Werbewoche spricht er über die Gründe für seinen Abgang, die neue Konkurrenzsituation mit Remy Fabrikant und seine Pläne für TBWA.
Andy Hostettler gab am Freitag bekannt, dass er JWT+H+F verlässt, um neuer CEO von TBWA Schweiz zu werden. Im Interview mit der Werbewoche spricht er über die Gründe für seinen Abgang, die neue Konkurrenzsituation mit Remy Fabrikant und seine Pläne für TBWA. Werbewoche: Sie beenden nach 17 Jahren die Zusammenarbeit mit Remy Fabrikant. Gab es einen Konflikt? Hostettler: Nein, wir hatten keinen Streit. Das Ganze war ein längerer Prozess. Es gibt mittlerweile Anforderungen am Markt, die wir zusammen weniger glaubwürdig erfüllen könnten.
WW: Was heisst das konkret? Hostettler: Wir beide müssen was verändern. Ich denke, dass wir dem Markt schlecht kommunizieren könnten, dass wir eine neue Art von Agentur sind, wenn wir in der bisherigen Form weiterarbeiten würden. JWT+H+F macht zwar schon länger nicht mehr nur klassische Werbung, aber das den Kunden zu vermitteln, ist gar nicht so einfach. Wenn ein Unternehmen mal ein Image hat, ist es schwierig, dieses wieder zu ändern.
WW: Deshalb steigen Sie bei JWT+H+F aus? Hostettler: Genau, wir können das Bisherige nur aufbrechen, wenn jeder einen anderen Weg geht – und das, obwohl wir nicht grundsätzlich anderer Auffassung über die Zukunft sind. Als das Angebot von TBWA kam, wusste ich, dass es das richtige ist.
WW: Nun werden Sie in einer Konkurrenzsituation mit Remy Fabrikant stehen. Hostettler: Nun, wir waren auch bis anhin manchmal Konkurrenten, zum Beispiel im Golf oder beim Radfahren. Für unsere Freundschaft ist es wahrscheinlich eher besser, wenn wir nun nicht mehr zusammenarbeiten – bei einem gemeinsamen Nachtessen müssen wir dann nicht mehr übers Geschäft sprechen. Sollten aber unsere beiden Agenturen künftig beispielsweise in einem Pitch in direkter Konkurrenz stehen, werde ich sicher alles geben, um zu gewinnen.
WW: Was sind denn Ihre Pläne für TBWA? Hostettler: TBWA hat weltweit eine Ausrichtung, die sie als «Disruption» bezeichnet. Das heisst, dass man mit Konventionen brechen muss, um zu neuen Visionen zu kommen und zu differenzieren. International hat diese Strategie gefruchtet, in der Schweiz hat sie bisher noch nicht so richtig gegriffen. Zwar ist TBWA wohl schon weiter, als Aussenstehende wahrnehmen. So hat die Agentur mit Tequila auch eine grosse Online-Abteilung – das ist am Markt aber kaum bekannt. Ich möchte anhand der internationalen Strategie neue Massstäbe setzen, die auch für grosse Kunden in der Schweiz relevant sind.
WW: Was wird Madeleine von Arx machen, die seit Markus Pekelers Weggang bei TBWA als Managing Director amtete? Hostettler: Sie hat sich entschieden, schon bevor bekannt wurde, dass ich komme, die Agentur per Ende Jahr zu verlassen, um sich auf ihr eigenes Wellness-Unternehmen zu konzentrieren. Ich werde meinen Posten am 1. Oktober antreten, ab dann bis Ende Jahr steht mir Madeleine von Arx in einem Teilzeitpensum beratend zur Seite. Das ist eine ideale Lösung – ich weiss zwar, wie Werbeagenturen grundsätzlich funktionieren, aber es hat doch auch jede ihre Eigenheiten. Und vor allem möchte ich mich ganz schnell und tief in die Dossiers der aktuellen Kunden einarbeiten.
WW: Was werden Sie aus der Zeit bei JWT+H+F vermissen? Hostettler: Ich werde sicher viele Leute vermissen. Schliesslich hatte ich die meisten selber eingestellt – das ist etwas anderes, wenn man neu in eine Agentur kommt, in der schon 40 Personen tätig sind. Ich gehe aber mit einem guten Gefühl. Wir konnten kürzlich auch noch einige neue Kunden gewinnen – ich habe den Eindruck, dass ich JWT+H+F in einem guten Moment verlasse. Interview: Carole Scheidegger
WW: Was heisst das konkret? Hostettler: Wir beide müssen was verändern. Ich denke, dass wir dem Markt schlecht kommunizieren könnten, dass wir eine neue Art von Agentur sind, wenn wir in der bisherigen Form weiterarbeiten würden. JWT+H+F macht zwar schon länger nicht mehr nur klassische Werbung, aber das den Kunden zu vermitteln, ist gar nicht so einfach. Wenn ein Unternehmen mal ein Image hat, ist es schwierig, dieses wieder zu ändern.
WW: Deshalb steigen Sie bei JWT+H+F aus? Hostettler: Genau, wir können das Bisherige nur aufbrechen, wenn jeder einen anderen Weg geht – und das, obwohl wir nicht grundsätzlich anderer Auffassung über die Zukunft sind. Als das Angebot von TBWA kam, wusste ich, dass es das richtige ist.
WW: Nun werden Sie in einer Konkurrenzsituation mit Remy Fabrikant stehen. Hostettler: Nun, wir waren auch bis anhin manchmal Konkurrenten, zum Beispiel im Golf oder beim Radfahren. Für unsere Freundschaft ist es wahrscheinlich eher besser, wenn wir nun nicht mehr zusammenarbeiten – bei einem gemeinsamen Nachtessen müssen wir dann nicht mehr übers Geschäft sprechen. Sollten aber unsere beiden Agenturen künftig beispielsweise in einem Pitch in direkter Konkurrenz stehen, werde ich sicher alles geben, um zu gewinnen.
WW: Was sind denn Ihre Pläne für TBWA? Hostettler: TBWA hat weltweit eine Ausrichtung, die sie als «Disruption» bezeichnet. Das heisst, dass man mit Konventionen brechen muss, um zu neuen Visionen zu kommen und zu differenzieren. International hat diese Strategie gefruchtet, in der Schweiz hat sie bisher noch nicht so richtig gegriffen. Zwar ist TBWA wohl schon weiter, als Aussenstehende wahrnehmen. So hat die Agentur mit Tequila auch eine grosse Online-Abteilung – das ist am Markt aber kaum bekannt. Ich möchte anhand der internationalen Strategie neue Massstäbe setzen, die auch für grosse Kunden in der Schweiz relevant sind.
WW: Was wird Madeleine von Arx machen, die seit Markus Pekelers Weggang bei TBWA als Managing Director amtete? Hostettler: Sie hat sich entschieden, schon bevor bekannt wurde, dass ich komme, die Agentur per Ende Jahr zu verlassen, um sich auf ihr eigenes Wellness-Unternehmen zu konzentrieren. Ich werde meinen Posten am 1. Oktober antreten, ab dann bis Ende Jahr steht mir Madeleine von Arx in einem Teilzeitpensum beratend zur Seite. Das ist eine ideale Lösung – ich weiss zwar, wie Werbeagenturen grundsätzlich funktionieren, aber es hat doch auch jede ihre Eigenheiten. Und vor allem möchte ich mich ganz schnell und tief in die Dossiers der aktuellen Kunden einarbeiten.
WW: Was werden Sie aus der Zeit bei JWT+H+F vermissen? Hostettler: Ich werde sicher viele Leute vermissen. Schliesslich hatte ich die meisten selber eingestellt – das ist etwas anderes, wenn man neu in eine Agentur kommt, in der schon 40 Personen tätig sind. Ich gehe aber mit einem guten Gefühl. Wir konnten kürzlich auch noch einige neue Kunden gewinnen – ich habe den Eindruck, dass ich JWT+H+F in einem guten Moment verlasse. Interview: Carole Scheidegger
