Emmi: «Die Aktion hat dem Produkt nicht viel gebracht»

Emmi muss für eine Aktion Busse zahlen, die dem Image des Unternehmens nach eigenen Angaben eher geschadet hat. Dabei hat Emmi genau das erfolgreich umgesetzt, was derzeit viele Unternehmen versuchen: Mit einer einzigen Aktion viel Publizität im redaktionellen Teil der Medien generieren. Das beworbene Produkt stösst bei den Konsumenten dennoch eher auf Zurückhaltung.

Am Donnerstag urteilte das Luzerner Obergericht, dass Emmi für eine Guerilla-Werbeaktion am Luzerner Wasserturm 20’000 Franken bezahlen muss. Das Unternehmen argumentierte demgegenüber, dass es durch die vielen Medienberichte zur Aktion eher einen Imageschaden erlitten habe. Dabei hat Emmi genau das erfolgreich umgesetzt, was derzeit viele Unternehmen versuchen: Mit einer einzigen und eher kostengünstigen Aktion viel Publizität im redaktionellen Teil der Medien generieren. «Quantitativ war die Aktion hinsichtlich Medienberichterstattung wirksam, qualitativ aber nicht», sagte Emmi-Sprecher Stephan Wehrle der Werbewoche. «Viele Kommentare waren eher negativ, so dass die redaktionelle Erwähnung auch kontraproduktiv sein kann». Man habe die Aktion recht spontan geplant und nicht mit einer Werbeagentur ausgearbeitet. Partner war Movingposter.ch, ein Produzent von Werbeträgern.
Dem Produkt Lacto Tab habe die Turmverhüllung laut Wehrle nicht viel gebracht. «Die Aktion fand im April statt, das Getränk kam erst im Juni in den Handel», so der Sprecher. «Wenn die Lancierung am gleichen Tag gewesen wäre, hätte es vielleicht anders ausgesehen». Das Turmplakat sei nur eine Art Auftakt in der Lancierungskampagne gewesen. «Wir hatten auch nie vor, deswegen auf die klassische Werbekampagne zu verzichten. Sonst hätten wir die Aktion zu einem ganz anderen Zeitpunkt durchgeführt».
Trotz grossem medialem Rummel rund um das Wasserturmplakat ist bei den Konsumenten gegenüber Lacto Tab «eine gewisse Zurückhaltung spürbar», so Wehrle. Das Getränk wurde in diesem Frühjahr nochmals neu lanciert. Es muss nun nicht mehr im Kühlregal gelagert werden, sondern ist im Laden bei den übrigen Energy-Drinks zu finden. Die mangelnde Begeisterung erklärt Wehrle damit, dass es sich um ein «komplexes Produkt» handle: Das Getränk basiert auf dem Wirkstoff Q10, der in der Schweiz noch unbekannt sei. Trotz Guerillaktion mit grosser Resonanz und Werbekampagne mit Roger Federer ist das Emmi-Produkt also noch kein durchschlagender Erfolg.

UBI rügt Tele Züri wegen Bildern aus Pelzgeschäft

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) heisst eine Beschwerde gegen Tele Züri gut, weil dieses einen Pelzgeschäftsinhaber ohne dessen Einwilligung im Fernsehen gezeigt hatte.

 Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) heisst eine Beschwerde gegen Tele Züri gut, weil dieses einen Pelzgeschäftsinhaber ohne dessen Einwilligung im Fernsehen gezeigt hatte. Der Privatsender Tele Züri strahlte am 30. Oktober 2006 einen Beitrag über die Lancierung des «Pelz frei»-Labels durch den Zürcher Tierschutzbund aus. Der Filmbericht zeigt, wie Tierschutzaktivistinnen drei Modegeschäfte aufsuchen, um das Label zu propagieren. Der Inhaber und die Mitarbeiterinnen eines dieser Geschäfte waren am Fernsehen gut erkennbar. Im Off-Kommentar wird erwähnt, dass der Inhaber gar keine Freude am Besuch der Tierschutzaktivistinnen gehabt und diese aufgefordert habe, das Geschäft umgehend zu verlassen. Gegen den ausgestrahlten Beitrag erhob der Inhaber des Pelzgeschäfts daraufhin Beschwerde.
Die UBI teilte am Mittwoch mit, dass die Ausstrahlung von Bildern einer Person im Fernsehen grundsätzlich untersagt ist, wenn keine Einwilligung vorliegt oder keine überwiegenden öffentlichen Interessen dafür bestehen. Gegebenenfalls sind die Personen zu anonymisieren, indem ihre Gesichter unkenntlich gemacht werden.
Tele Züri habe die beanstandeten Bilder gegen den ausdrücklichen Willen der betroffenen Personen ausgestrahlt, heisst es weiter. Die UBI entschied, dass es keine überwiegenden öffentlichen Interessen für das Zeigen der Bilder gegeben habe. Die Aussagekraft und die Botschaft des Beitrags wären die gleichen geblieben, wenn die Gesichter des Inhabers und des Verkaufspersonals unkenntlich gemacht worden wären. In einem anderen Kleidergeschäft, bei dem die Verantwortlichen ebenfalls keine Stellungnahme abgeben wollten, wurden die Gesichter des Verkaufspersonals im Übrigen von Tele Züri unkenntlich gemacht. Der Sender muss nun die notwendigen Vorkehrungen treffen, um eine gleiche oder ähnliche Rechtsverletzung in Zukunft zu vermeiden.

Talent Screen Festival gibt dem Filmnachwuchs eine Plattform

Vom 3. bis zum 7. September 20007 geht in der Zürcher Gessnerallee die dritte Ausgabe des Talent Screen Festivals über die Bühne – beziehungsweise über die Leinwand. In den ersten beiden Jahren seines Bestehens haben über 1000 Filmtalente am Nachwuchsfestival teilgenommen.

 Vom 3. bis zum 7. September 20007 geht in der Zürcher Gessnerallee die dritte Ausgabe des Talent Screen Festivals über die Bühne – beziehungsweise über die Leinwand. In den ersten beiden Jahren seines Bestehens haben über 1000 Filmtalente am Nachwuchsfestival teilgenommen. Nun ist die Ausschreibung für die verschiedenen Veranstaltungen wieder eröffnet: Der Movie Marathon erfordert von Jungfilmern, ihr Können unter Extrembedingungen zu beweisen. Die Aufgabe besteht darin, innert 48 Stunden einen kurzen Film zu drehen. Die eingereichten Arbeiten werden von einer Fachjury vorselektioniert und die zehn besten Filme dem Publikum vorgeführt. In der von Drehbuchautor Micha Lewinsky geleiteten Jury sitzen Urs Augstburger (Fernsehfilm SF Schweizer Fernsehen), Matthias Freuler (Creative Director Wirz Werbung), Marc Görtz (Managing Director Ringier TV), Peter Luisi (Regisseur), Mohan Mani (Filmjournalist) und Claudia Wick (Produzentin Abrakadabra Films).
In den Pitch-Veranstaltungen stehen die Drehbuchautoren im Zentrum. Im Pitch Battle gilt es für acht Finalisten auf der Bühne zu beweisen, dass ihre Ideen beim Publikum ankommen. Die Jury, welche eine allfällige Vorauswahl trifft, besteht aus David Keller (Drehbuchautor), Lilian Räber (Fernsehfilm SF Schweizer Fernsehen), Susann Rüdlinger (Produzentin Cobra Film) und Eva Vitija (Drehbuchautorin).
Im Pitch Café geht es ruhiger zu und her. Hier können Autoren hochkarätige Produzenten kennen lernen, ganz effizient in Speed-Dating-Manier. In der Pitch Kitchen wird gekocht, und dabei werden auch Rezepte fürs Drehbuchschreiben weiter gegeben.
Das Publikum bestimmt die Gewinner von Movie Marathon und Pitch Battle per Applaus. Auch dieses Jahr winken wieder zahlreiche Preise. Die Gewinner des Movie Marathons erhalten den Hauptpreis, der von den Festival-Organisatoren liebevoll «Der Grosse Hirsch 2007» genannt wird: Eine Kamera im Wert von 12’000 Franken. Die zehn Final-Filme werden im Rahmen der Sendung «CH:Filmszene» auf SF 1 exklusiv ausgestrahlt. Die Erstplatzierten im Pitch Battle dürfen sich über den SF Förderpreis von 7’000 Franken freuen.
Das Talent Screen Festival wird unter anderem vom Bundesamt für Kultur und der Zürcher Filmstiftung unterstützt. Hauptpartner ist Ringier TV.

Tagi verzichtet auf Rennberichte von der Tour de France

Aufgrund des Dopingskandals rund um das Radrennen gibt es im Tages-Anzeiger keine Rennberichte der einzelnen Etappen mehr. Verschiedene Sponsoren überlegen sich ebenfalls den Ausstieg.

 Der Tages-Anzeiger stellt die Berichterstattung von der Tour de France ein. Aufgrund des Dopingskandals rund um das Radrennen gibt es in der Zürcher Tageszeitung keine Rennberichte der einzelnen Etappen mehr, wie es bei der Redaktion am Mittwoch auf SDA-Anfrage hiess. Der Tagi beschränkt sich auf die Resultatetabellen sowie Hintergrundberichte zum Thema Doping. Martin Born, der Tour-de-France-Reporter des Tages-Anzeigers, habe gegenüber dem Korrespondenten der Sportinformation mit Unverständnis auf den Entscheid der Chefredaktion reagiert, meldet die SDA weiter. Der Tages-Anzeiger folgt damit den deutschen Fernsehsendern ARD und ZDF, die seit letzter Woche auf Direktübertragungen des Radrennens verzichten. Am vergangenen Samstag hat auch die Walliser Tageszeitung Le Nouvelliste die Berichterstattung über das bekannteste Radrennen der Welt abgebrochen.
Verschiedene Sponsoren überlegen sich ebenfalls den Ausstieg: Laut Werben & Verkaufen wollen die Sponsoren der Teams T-Mobile, Gerolsteiner und Milram nach Abschluss der Tour de France entscheiden, ob sie unter den Geldgebern bleiben wollen. Die Mannschaft von Astana ist bereits komplett aus dem Rennen.

Kooperation fördert Werbung in Computerspielen

Zwei Giganten spannen zusammen: Der Softwarekonzern Microsoft und der Videospiel-Hersteller Electronic Arts (EA) kooperieren bei der Werbung in Computerspielen.

 Zwei Giganten spannen zusammen: Der Softwarekonzern Microsoft und der Videospiel-Hersteller Electronic Arts (EA) kooperieren bei der Werbung in Computerspielen. Künftig werden in Spielen wie Madden, Nascar oder Tiger Woods Anzeigen zu sehen sein. Diese sind dynamisch und können für neue Produkte geändert werden. Die beiden Firmen gaben keine finanziellen Einzelheiten über ihre Vereinbarung bekannt. Das so genannte In-Game-Advertising war 2005 gemäss SDA zwar nur etwa 50 Millionen Dollar wert, viele Experten gehen jedoch davon aus, dass der Betrag in den kommenden Jahren die Milliarden-Schwelle übersteigen wird. Eine kürzlich veröffnete Umfrage des Medienforschungsunternehmens Publicom ergab ebenfalls, dass Schweizer Branchenleute an das Wachstum von In-Game-Werbung glauben (siehe
).

Marktanteil des Schweizer Kinofilms geht gegenüber Vorjahr zurück

Nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2006 scheint der Schweizer Kinofilm zumindest im ersten Halbjahr 2007 eine Pause einzulegen; der Marktanteil, 2006 bei 11 Prozent, lag heuer bei 7 Prozent im ersten Semester. Es bleibt zu hoffen, die Pause sei kreativer Art.

 Der Schweizer Kinofilm hat dieses Jahr mit rückläufigem Interesse zu kämpfen; der Marktanteil lag im ersten Semester 2007 mit 500’000 Eintritten bei rund 7 Prozent; 2006 lag er mit 950’000 Besuchern und 11 Prozent vergleichsweise um einiges höher, wie Recherchen der Handelszeitung beim Dachverband für Kino- und Filmverleih, Procinema, ergaben.Den Grund für den Rückgang gegenüber 2006 sieht die Handelszeitung im Fehlen von Publikumsmagneten wie beispielsweise dem letztjährigen Streifen «Die Herbstzeitlosen» und weiterer erfolgreicher Filme. Offenbar hatten es 2006 gleich vier Schweizer Produktionen unter die Top 20 geschafft, was dem Schweizer Film über das ganze Jahr gerechnet einen Rekordmarktanteil von 9,62 Prozent beschert haben soll.
Auch das Total der Kinobesuche ist gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen; die 1,621 Millionen Eintritte im ersten Semester 2007 lagen 15 Prozent unter den Zahlen des Vorjahres, wie die Handelszeitung berichtet.

Deutschlands Tageszeitungen verlieren Leser

Die deutschen Zeitungen erreichen 47,46 Millionen Leser. Das entspricht im Jahresvergleich einem Verlust von fast 500’000 Lesern bzw. 0,5 Prozent. Bei den Zeitschriften blieb die Leserschaft bei rund 60,5 Millionen annähernd konstant.

 Die Leserschaft der Tageszeitungen geht in Deutschland weiter zurück: Die Zeitungen erreichen laut den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse 47,46 Millionen Leser. Das entspricht im Jahresvergleich einem Verlust von fast 500’000 Lesern bzw. 0,5 Prozent. Bei den Zeitschriften blieb die Leserschaft bei rund 60,5 Millionen annähernd konstant. Die Analyse ergab, dass 73,2 Prozent aller Deutschen über 14 Jahren täglich mindestens eine Zeitung lesen. Innerhalb der Tageszeitungen verzeichnet die Gruppe der Kaufzeitungen leichte Gewinne. Die Gruppe der überregionalen Abonnementszeitungen weist ein gleich hohes Reichweitenniveau wie im Vorjahr auf.
Unter den Kaufzeitungen steigerte das Boulevard-Blatt Bild seine Leserschaft um 150’000 auf 11,64 Millionen. Die Süddeutsche Zeitung gewann 40’000 Leser dazu und erreicht damit 1,15 Millionen. Dagegen hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung 60’000 Leser verloren und kommt damit auf eine Reichweite von 890’000 Lesern.
Die Tageszeitung Die Welt erreichte 690’000 Personen und damit ein Plus von 40’000. Die Frankfurter Rundschau steigerte ihre Leserschaft um 10’000 auf 360’000. Prozentual am stärksten legte die Tageszeitung zu, die die Zahl ihrer Leser um 30 Prozent auf 260’000 ausbaute.
Unter den Wochentiteln gewann Bild am Sonntag 270’000 Leser hinzu und kommt jetzt auf 10,89 Millionen. Die Zeit büsste bei einer Reichweite von 1,44 Millionen 60’000 Leser ein. Der Stern erreicht 7,41 Millionen, ein Minus von 160’000 Lesern. Focus kommt nur noch auf 5,65 Millionen, ein Verlust von 590’000 Lesern. Dagegen konnte der Spiegel mit 6,01 Millionen (plus 10’000) seine Leserschaft leicht ausbauen.

Fabrikant: «Wir wollen nicht nur für die Wettbewerbe kreativ sein»

Remy Fabrikant ist nach dem Ausstieg von Andy Hostettler bei JWT+H+F neuer CEO der Agentur, die er 10 Jahre lange gemeinsam mit Hostettler geleitet hat. Die Werbewoche fragte bei Remy Fabrikant nach, wie seine Pläne für die reorganisierte Agentur aussehen.

Remy Fabrikant ist nach dem Ausstieg von Andy Hostettler bei JWT+H+F neuer CEO der Agentur, die er 10 Jahre lange gemeinsam mit Hostettler geleitet hat. Die Werbewoche fragte bei Remy Fabrikant nach, wie seine Pläne für die reorganisierte Agentur aussehen. Werbewoche: Was sind Ihre Pläne für JWT+H+F nach dem Weggang von Andy Hostettler? Fabrikant: Ich will die Agentur weiter in die kreative Richtung entwickeln. Dort liegt in meinen Augen der Markt. Da ich selber aus der Kreation komme, kann ich das glaubwürdig vertreten. WW: Sie setzen also voll auf die kreative Seite? Fabrikant: Ja, aber unser Ziel ist, nicht einfach kreative Arbeiten um der Kreativität Willen zu machen, sondern um für den Kunden am effektivsten zu kommunizieren. Es gibt Agenturen, die unbezahlte Jobs machen, um das Ergebnis dann an Wettbewerben einreichen zu können. Wir wollen im Rahmen eines normalen Auftragsverhältnisses auf die Kreativität setzen. Wir konnten kürzlich auch einige neue Kunden gewinnen, mit denen wir unsere Strategie fahren wollen: Man kann die übliche Kommunikation machen oder eine, die etwas anders daherkommt. Ich denke, dass die Zeit dafür reif ist – die Zeichen sind sozusagen an der Wand zu sehen. WW: Da Sie nun CEO von JWT+H+F sind, haben Sie keine Angst, dass Sie allzu sehr mit den Management-Aufgaben beschäftigt sein werden und gar keine Zeit für die Kreation finden? Fabrikant: Nein, die Agentur ist nun so strukturiert, dass ich in sehr guten Händen bin bezüglich der Management-Aufgaben: Vanessa Lehmann-Spalleck ist als Client Service Director tätig, Rainer Bühler als Strategic Planning Director und der kürzlich dazu gestossene Mike Krüll ist als Creative Director für die Kreation zuständig. Ich selbst kann natürlich mein Herz und meine Herkunft als Kreativer nicht verleugnen. WW: Andy Hostettler meinte, dass das Image der Agentur nur verändert werden kann, wenn Sie beide getrennte Wege gehen. Stimmen Sie dem zu? Fabrikant: Um Veränderungen herbeizuführen, muss jeder für sich sein Ding machen können, das stimmt. Bis anhin mussten wir mit unserer Struktur der Doppelleitung auch mal Kompromisse machen. Nun haben wir beide unsere eigenen Profilierungsmöglichkeiten. WW: Aber es gab keinen Konflikt zwischen Ihnen? Fabrikant: Nein, auch wenn das erstaunlich klingen mag – unsere Freundschaft besteht weiterhin. Die Lösung, die wir jetzt gewählt haben, ergibt für uns beide viel Sinn. WW: Dennoch stehen Sie nun in einem Konkurrenzverhältnis – wie fühlen Sie sich dabei? Fabrikant: Der Vorteil dabei ist, dass jeder die Stärken und Schwächen des anderen kennt. Wenn wir uns in einem Pitch als Konkurrenten begegnen, wird das eine schöne Herausforderung sein – so wie jeder richtige Pitch eine gute Herausforderung ist. Leider gab es in der letzten Zeit immer wieder welche, die nur eine Alibiübung waren. Sollten Andy Hostettler und ich uns am gleichen Pitch beteiligen, werden wir dafür sorgen, dass es mehr ist als eine Alibiveranstaltung. WW: Werden Sie Andy Hostettler vermissen? Fabrikant: Ja, sicher! Ich hoffe, er vermisst uns auch. Immerhin bleibt er uns mit dem «H» im Agenturnamen erhalten.
 
Interview: Carole Scheidegger 

Schweizer Werbung erklärt, was Werbung ist

Die fünfte Auflage der Broschüre «Was ist Werbung?» vom Verband Schweizer Werbung ist erschienen. Das Heft bietet Informationen rund um das Thema Werbung, beleuchtet Zusammenhänge und gibt Antwort auf Fragen wie «Ist Werbung Kunst?».

 Die fünfte Auflage der Broschüre «Was ist Werbung?» vom Verband Schweizer Werbung ist erschienen. Das Heft bietet Informationen rund um das Thema Werbung, beleuchtet Zusammenhänge und gibt Antwort auf Fragen wie «Ist Werbung Kunst?». Enthalten sind eine Liste der grössten Werbeauftraggeber des Jahres 2006, ein Glossar und die Adressen der verschiedenen Verbände und Vereinigungen. Die Berufe rund um die Werbung werden detailliert vorgestellt. Wie die Schweizer Werbung mitteilt, wurden alle Berufsbilder den neuen Gegebenheiten angepasst. Ebenso wurde die Bildstrasse mit Fotomaterial des Jeansherstellers Diesel erneuert. Die Broschüre kann für einen symbolischen Franken pro Exemplar plus Portokosten bei der Schweizer Werbung bestellt werden.

AOL bringt sich mit Zukauf für Online-Werbeboom in Stellung

Mit dem Kauf der Online-Werbefirma Tacoda baut AOL gleich wie die anderen Internet-Giganten Microsoft, Google und Yahoo seine Marketing- und Werbemöglichkeiten im Internet aus - um den erwarteten Boom nicht zu verpassen.

 Am Dienstag kaufte der Internet-Konzern AOL die auf nutzerspezifische Internet-Werbung spezialisierte Firma Tacoda; damit hat sich die Time-Warner-Tochter für den erwarteten Boom neuer Online-Werbeformen in Stellung gebracht, wie es in einer SDA-Meldung heisst. Die im Jahr 2001 gegründete Tacoda hat sich auf massgeschneiderte Internet-Werbung spezialisiert. Dabei werden die Gewohnheiten von Internet-Nutzern gespeichert und Werbung entsprechend geschaltet: Wenn etwa jemand oft auf Seiten von Auto-Anbietern surft, erhält er bald darauf Werbung für Autos.
Die Umsätze gezielter Online-Werbung sollen sich laut der Branchenagentur Emarketer bis 2011 auf rund 3,8 Milliarden Dollar verzehnfachen. Bisher macht diese Werbeform nur ein Prozent der rund 40 Milliarden Dollar aus, die jährlich mit Online-Werbung umgesetzt werden.
Der Kauf von Tacoda reiht sich in andere grosse Zukäufe der letzten Monate ein; so hatte Google vor wenigen Monaten den Anbieter Doubleclick gekauft, Microsoft übernahm den Online-Werber Aquantive, und Yahoo stärkte seine Stellung auf dem Gebiet durch den Zukauf der Firma Right Media.

PR-Branche nutzt Web 2.0 erst spärlich

Community-Plattformen, Blogs und Podcasts sorgen derzeit immer wieder für Medienwirbel und werden unter dem Stichwort Web 2.0 zusammengefasst. In deutschen Pressestellen haben diese Technologien aber noch nicht viel Einfluss.

 Community-Plattformen, Blogs und Podcasts sorgen derzeit immer wieder für Medienwirbel und werden unter dem Stichwort Web 2.0 zusammengefasst. In deutschen Pressestellen haben diese Technologien aber noch nicht viel Einfluss: Die Mehrheit ihrer Mitarbeiter hat zwar viel von Web 2.0 und seinen Anwendungen gehört, kennt sich aber mit diesen Technologien nicht aus. Das ergibt der jüngste PR-Trendmonitor von News Aktuell und Faktenkontor. Mit 53 Prozent hatte über die Hälfte der befragten Pressestellen angegeben, von Blogs, Podcasts und Social Software gehört zu haben, diese Technologien aber nicht zu beherrschen. Gerade mal knapp sieben Prozent der befragten Mitarbeiter in Unternehmenspressestellen arbeiten täglich mit Web 2.0 und kennen sich sehr gut damit aus. Die PR-Agenturen sind etwas besser für die aktuellen Trends im Internet gerüstet: Die Mehrheit der Mitarbeiter in Agenturen, nämlich 42,3 Prozent, nutzt zumindest «gelegentlich» Blogs, Podcasts & Co und fühlt sich mit diesen Anwendungen «einigermaßen sicher».

Zu guter Letzt: Ärger um Penelopes Wimperngeklimper

Wenn ein Produkt nicht hält, was es verspricht, liegt der Fehler weder am Produkt noch an der Versprechung, sondern an schlechter Kommunikation. Deshalb betreibt L'Oréal gute Kommunikation.

 Wenn ein Produkt nicht hält, was es verspricht, liegt der Fehler weder am Produkt noch an der Versprechung, sondern an schlechter Kommunikation. Das scheint sich zumindest der französische Kosmetikkonzern L’Oréal gesagt zu haben, als in einer aktuellen Kampagne mit den Tatsachen etwas kreativ umgegangen und dafür gute Kommunikation betrieben wurde. Die neue Reklame für die Wimperntusche «Telescopic» – nomen est omen – versprach den Käuferinnen um bis zu 60 Prozent längere Wimpern. Da das aber nicht stimmte, wurden der iberischen Schönheit Penelope Cruz für Spot und Fotos kurzerhand falsche Wimpern aufgeklebt.Die britische Werbeaufsichtsbehörde fand das gar nicht lustig; sie warf dem Unternehmen Irreführung der Verbraucher vor, weil es die Wirkung seines neuen Mascaras übertrieben dargestellt habe. Nicht nur, dass Cruz falsche Wimpern trage, in der Reklame werde auch nicht deutlich gemacht, dass die Wimpern mit der Tusche nur voller und länger
wirkten – es in Wirklichkeit jedoch gar nicht werden. Auch hier stellte L’Oréal ihre Nase für gute Kommunikation und Kreativität unter Beweis; sie verteidigte ihr Vorgehen damit, dass überall in der Werbung Hilfsmittel genutzt würden. Wie wahr, wie wahr.
get_footer();